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AriN
Guten Morgen liebes Forum,
Ich war sehr lange in Behandlung wegen Agoraphobie und bin jetzt seit 1 Jahr aus der Therapie raus.
Eine Sache die mir öfter mal im Weg steht, wegen der ich nie in Therapie war, und mich mittlerweile öfter selbst nervt ist meine Angst vor großen Hunden, teils jedoch auch vor kleinen wenn sie mich viel anbellen oder anknurren.
Letztes Jahr hatte ich mir gedacht, ich versuche mal das ganze zu überwinden und habe mich mit einer getroffen zwecks Kennenlernen / evtl Freundschaft aufbauen, die zwei Hunde hatte. Ging leider voll schief, einer der beiden Hunde ist traumatisiert und geht auf Fremde sehr ab. Seitdem vermeide ich Hunde, gehe deswegen bestimmte Strecken nicht joggen, habe mich nicht getraut an Tierschutztreffen teilzunehmen, aus Angst, jemand könnte so einen Hund mitbringen.
Wenn die Hunde lieb sind mag ich sie nach einiger Zeit teils sogar sehr gerne, aber vor anderen schieben ich oft Panik.
Ich hab keine Lust nochmal eine Therapie deswegen anzufangen. Gibt es jmd., der weiß, wie man da selbst rauskommen kann? Wie man sowas überhaupt therapiert und ob es vielleicht irgendwelche Orte gibt, wo man lernen kann, dass Hunde nix tun oder was man tun kann, wenn sie doch komisch reagieren? Wohne in der Nähe von Braunschweig/ Hannover, habe aber über Google nichts finden können.

Liebe Grüße und euch allen einen schönen Tag

30.03.2021 08:01 • 10.04.2021 #1


10 Antworten ↓


Ich würde mich ggf. mal an einen Hundetrainer wenden. Der kann dir erklären wie ein Hund "denkt" warum er reagiert wie er reagiert und wie du in manchen Situationen reagieren kannst und solltest. Das fängt schon da an wie nähere ich mich einem Hund angemessen wie gehe ich am Besten auf einen Hund zu so dass es dem Hund nicht unangenehm ist, woran erkenne ich dass ein Hund "nicht gut drauf ist" was kann ich dann tun etc.

30.03.2021 09:28 • #2



Angst vor großen und lauten Hunden

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Calima
Zitat von AriN:
wo man lernen kann, dass Hunde nix tun


Das zu lernen, wäre nicht klug, weil es nicht stimmt. Viele Hunde "tun was" - und wenn es nur dem (unerzogenen) Spielverhalten geschuldet ist. Als Jogger angesprungen zu werden, ist nicht lustig, wenn man Angst hat.

Zitat von AriN:
oder was man tun kann, wenn sie doch komisch reagieren?

Das kannst du tatsächlich lernen. Wenn es dir Sicherheit gibt, kannst du dich für extreme Situationen mit Pfefferspray bewaffnen. Kein CS-Gas, das wirkt bei Hunden nicht gut.

Du wirst es mit hoher Wahrscheinlichkeit nie brauchen, weil wirklich gefährliche Hunde in Deutschland nur sehr selten draußen anzutreffen sind. Zudem ist der Einsatz von Waffen immer mit Risiken behaftet. Dennoch beruhigt es dich vielleicht, es bei dir zu tragen.

Ganz grundsätzlich gilt: Am sichersten ist man mit deeskalierendem Verhalten unterwegs. Hingegen lebt es sich mit dem alten Spruch, dass man Hunden keine Angst zeigen dürfe, gefährlich. Hunde kann man nicht täuschen. Das Gute ist aber, dass Hunde auf Angst nicht mit Aggression reagieren, wenn das Gegenüber sich auch angemessen verhält.

Heißt konkret: Wenn ein Hund auf dich zu läuft, stehen bleiben und den Blick abwenden. Aus den Augenwinkeln beobachten ist okay, aber niemals direkt anschauen. Sich mit den Augen fixieren ist die Vorstufe eines Angriffs. Unter Hunden wird dieser ebenfalls dann vermieden, wenn einer den Blick abwendet, sich klein macht und damit signalisiert "Du Boss, ich nix, ich will keinen Stress".

Bewegung löst Hetzverhalten aus, deswegen stehen bleiben, bis der Hund das Interesse verliert und sich von selbst abwendet oder vom Besitzer eingefangen wird. Falls der Hund dich schon angesprungen hat, versuchen, stabil stehen zu bleiben und nur das Gesicht schützen. Keine Abwehrbewegungen, die nützen nichts und verstärken nur potentielle Aggressionen.

Bellende und knurrende Hunde sind in Deutschland meist eher unsichere als dominant aggressive Hunde. Das macht sie aber nicht zwingend harmloser, denn auch Angst führt zu aggressivem Verhalten, wenn der Hund in Bedrängnis gerät. Die oben beschriebenen Dinge funktionieren aber auch und gerade hier vorzüglich.

Es gibt hervorragende Bücher und Videos über die Körpersprache von Hunden. Einen Hund "lesen" können, erleichtert die Einschätzung seiner Stimmung und des zu erwartenden Verhaltens - aber das braucht Übung. Die Mehrzahl der Hundebesitzer kann das nicht.

Deswegen könnte dir mit diesen ganz pragmatischen Verhaltensweisen vielleicht ganz gut gedient sein.

30.03.2021 10:17 • x 3 #3


Islandfan
Ich habe auch Angst vor Hunden. Ich bin aber beim Laufen draußen zweimal angesprungen worden, Gott sei Dank ohne Biss. Das unverschämte war, dass die Halter sich noch nicht einmal entschuldigt haben. Ich habe immer Angst, wenn ich laufen gehe und einen Hund sehe. Ich bleibe dann erst einmal stehen und gehe im Schneckentempo an dem Hund vorbei ohne ihn anzusehen. Ich rege mich sehr über Halter auf, die ihre Hunde nicht im Griff haben und sie nicht anleinen.

30.03.2021 10:40 • x 1 #4


AriN
Danke für eure Antworten!
Das mit dem Pfefferspray werde ich wohl machen.
Ich finde es gerade dann schwer, stehen zu bleiben, wenn ein Hund auf mich zugerannt kommt. Als es mir einmal passiert ist, bin ich mit einem Mordstempo gesprintet und der Hund (zum Glück nur ein Jack Russel) ist zum Glück an der nächsten Straßenecke stehen geblieben. :/
Die Hundesprache habe ich mir damals auch angesehen in Artikeln und war dann wie schon beschrieben zum Kennenlernen bei dem einen Mädel Zuhause. Meiner Meinung nach hat der Hund dann alles angezeigt, was in den Artikeln als Vorstufe zum Beissen stand. Das hat mich dann natürlich noch mehr fertig gemacht, weil ich wusste, ok bellen heisst nicht, dass er mir was tut, aber das jetzt gerade ist ernst.
Und wie @Islandfan auch sagte, die meisten Hundebesitzer sehen das dann anscheinend leider nicht so schlimm und das finde ich am schwierigsten. Wenn ich doch merke, mein Hund benimmt sich gerade nicht so gut, wieso entschuldige ich mich dann nicht bei der anderen Person und versuche meinen Hund erstmal fernzuhalten und zu beruhigen... ich als Person die die Angst vor dem Hund hat komme mir dann immer noch 10x doofer vor, wenn mir dann gesagt wird, Ach der tut doch nichts und ich soll nicht so ängstlich sein...

30.03.2021 17:03 • x 1 #5


hereingeschneit
Ich hatte mal einen kleinen Hund und da hatte ich dann auch immer Angst vor großen freilaufenden Hunden. Ich hatte Angst vor einer Beißerei. In mir kam dann die Idee auf, dass ich mir einen großen Hund hole und dann sag ich, die sollen ihren Hund abrufen und die sagen, der tut doch nix, dann sage ich: Aber meiner! Dann würden sie sicherlich hektisch werden....

Hilft dir nicht, aber ich kann deine Angst sehr gut nachvollziehen und ärger mich auch über sehr viele Hundehalter.

30.03.2021 17:36 • x 1 #6


Hab auch Angst vor großen Hunden.Aber nur deshalb weil ich kleine habe und oft schon ein großer agressiv auf mich zu kam.Hab Angst das ich oder meine Hunde gebissen werden .Laufe auch schon bestimmte strecken nicht mehr .Und dann immer das rumärgern mit denen .Manche glaub ich würden sich eher ein Bein abhacken als ihren Hund mal anzuleinen .Aber was mich am meisten stört das sie ihre Hunde immer an so Orten ,wie Supermarktparkplätzen.Oder an staßen oder Städten ohne Leine laufen lassen .Da würde ich nie meinen Hund ohne Leine laufen lassen.

08.04.2021 19:38 • #7


hereingeschneit
Zitat von Ayano:
Hab auch Angst vor großen Hunden.Aber nur deshalb weil ich kleine habe und oft schon ein großer agressiv auf mich zu kam.Hab Angst das ich oder meine Hunde gebissen werden

Das kenne ich gut.
Zitat von Ayano:
.Aber was mich am meisten stört das sie ihre Hunde immer an so Orten ,wie Supermarktparkplätzen.Oder an staßen oder Städten ohne Leine laufen lassen .

Damit hatte ich dann weniger Probleme, denn wer das macht muss sich doch sehr sicher sein, dass er seinen Hund in jeder Situation abrufen kann. Ansonsten kann sowas sehr schnell in die Hose gehen. Und die Hunde die nicht folgsam sind werden selten in die Stadt mitgenommen, weil das viel zu anstrengend ist. Ich bin zum Schluß viel mehr in die Stadt gelaufen als in Wald und Flur.

08.04.2021 20:50 • #8


Grade bei Hunden ist es eignt gut, keine Angst vor ihnen zu haben, bzw diese nicht zu zeigen. Hunde spüren sowas, und das ganze macht es noch schlimmer.
Du solltest dich vil mal langsam an Hunde rantasten, wenn dich deine Hundeangst stört. Ein Tierheim oder ein Hundetrainer könnten dir dabei helfen. Und vil merkst du dann, Hunde sind eignt gar nicht so schlimm und die Angst entweicht

10.04.2021 15:36 • #9


Calima
Zitat von fabriko293:
Grade bei Hunden ist es eignt gut, keine Angst vor ihnen zu haben, bzw diese nicht zu zeigen. Hunde spüren sowas, und das ganze macht es noch schlimmer.


Ja, Hunde spüren Angst. Und genau deswegen funktioniert es nicht, sie nicht zeigen zu wollen, wenn man welche hat: Hunde kann man nicht austricksen. So zu tun, als hätte man keine Angst, obwohl man sie hat, löst bei Hunden nicht selten erst recht aggressive Reaktionen aus. Deshalb ist es immer besser, sich auch angemessen schüchtern und respektvoll zu verhalten.

10.04.2021 16:23 • #10


Schlaflose
Vorhin beim Walken hat mich ein kleines, weißes Wollknäuel angesprungen und wollte gar nicht von mir ablassen. Dem Halter war es total peinlich und ich musste immer wieder sagen, dass es nicht schlimm ist und ich keine Angst habe. Ich liebe es sogar, wenn Hunde auf mich zulaufen und an mir hochspringen und sich streicheln lassen.

10.04.2021 16:28 • #11



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