Zitat von AriN: wo man lernen kann, dass Hunde nix tun
Das zu lernen, wäre nicht klug, weil es nicht stimmt. Viele Hunde "tun was" - und wenn es nur dem (unerzogenen) Spielverhalten geschuldet ist. Als Jogger angesprungen zu werden, ist nicht lustig, wenn man Angst hat.
Zitat von AriN:oder was man tun kann, wenn sie doch komisch reagieren?
Das kannst du tatsächlich lernen. Wenn es dir Sicherheit gibt, kannst du dich für extreme Situationen mit Pfefferspray bewaffnen. Kein CS-Gas, das wirkt bei Hunden nicht gut.
Du wirst es mit hoher Wahrscheinlichkeit nie brauchen, weil wirklich gefährliche Hunde in Deutschland nur sehr selten draußen anzutreffen sind. Zudem ist der Einsatz von Waffen immer mit Risiken behaftet. Dennoch beruhigt es dich vielleicht, es bei dir zu tragen.
Ganz grundsätzlich gilt: Am sichersten ist man mit deeskalierendem Verhalten unterwegs. Hingegen lebt es sich mit dem alten Spruch, dass man Hunden keine Angst zeigen dürfe, gefährlich. Hunde kann man nicht täuschen. Das Gute ist aber, dass Hunde auf Angst nicht mit Aggression reagieren, wenn das Gegenüber sich auch angemessen verhält.
Heißt konkret: Wenn ein Hund auf dich zu läuft, stehen bleiben und den Blick abwenden. Aus den Augenwinkeln beobachten ist okay, aber niemals direkt anschauen. Sich mit den Augen fixieren ist die Vorstufe eines Angriffs. Unter Hunden wird dieser ebenfalls dann vermieden, wenn einer den Blick abwendet, sich klein macht und damit signalisiert "Du Boss, ich nix, ich will keinen Stress".
Bewegung löst Hetzverhalten aus, deswegen stehen bleiben, bis der Hund das Interesse verliert und sich von selbst abwendet oder vom Besitzer eingefangen wird. Falls der Hund dich schon angesprungen hat, versuchen, stabil stehen zu bleiben und nur das Gesicht schützen. Keine Abwehrbewegungen, die nützen nichts und verstärken nur potentielle Aggressionen.
Bellende und knurrende Hunde sind in Deutschland meist eher unsichere als dominant aggressive Hunde. Das macht sie aber nicht zwingend harmloser, denn auch Angst führt zu aggressivem Verhalten, wenn der Hund in Bedrängnis gerät. Die oben beschriebenen Dinge funktionieren aber auch und gerade hier vorzüglich.
Es gibt hervorragende Bücher und Videos über die Körpersprache von Hunden. Einen Hund "lesen" können, erleichtert die Einschätzung seiner Stimmung und des zu erwartenden Verhaltens - aber das braucht Übung. Die Mehrzahl der Hundebesitzer kann das nicht.
Deswegen könnte dir mit diesen ganz pragmatischen Verhaltensweisen vielleicht ganz gut gedient sein.