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Hallo Ihr Lieben,

Mich würde es mal interessieren, ob Eure Ängste bisher Euer Berufsleben beeinträchtigt haben bzw. Ihr in der Lage seid, normal Eurem Beruf nachzugehen. Gleich vorab hoffe ich, dass ich damit niemanden zu Nahe trete.

Ich selber bin gerade in folgender Situation:
Vor 2 Jahren begannen bei mir starke Schlafstörungen, bedingt durch Stress. Diese hatte ich vereinzelt schon Jahre vorher, aber nur selten und dann mal eine Nacht. Nach meinem Studium, als mir eigentlich erstmal Erholen und Ruhe bevorstand, fing es an, dass ich aufgrund eines wichtigen Termins am nächsten morgen mal wieder nicht einschlafen konnte.
Als der Termin dann vorüber war, und ich am nächsten Tag erst nachmittags zur Arbeit musste, konnte ich die Nacht wieder nicht schlafen. Das ganze ging dann 2 Wochen und ich war wirklich fertig. Ich konsultierte dann einen Neurologen und bekam Doxepin und konnte wieder schlafen. Eine Kurzzeittherapie machte ich auch und nach einigen monaten ging es mir besser. Leider bin ich vom Doxepin umgekippt und habe dann auf Trazodon gewechselt.

So wirklich tol fand ich das Medi nicht und nahm dann einige Monate garnix und versuchte es dann mit Mirtazapin, was ich leider nicht vertrage. Nun merke ich immer mehr, dass die Kurzzeittherapie nicht gereicht hat und klappere gerade die Psychotherapeuten in meiner Stadt ab. Dadurch, dass ich jetzt auf lange Sicht ohne Medikament klarkommen muss, setzt mich wieder unter einen ziemlichen Druck und verschlimmert meine Ängste.

Nun befinde ich mich gerade auch noch im Bewerbungsprozess (habe BWL studiert, derzeit arbeite ich noch nachmittags in meinem Studijob, der mir aber überhaupt keinen Spaß mehr macht) und wollte eigentlich bald einen spannenden Job anfangen. Ich ärgere mich, dass ich mehr oder weniger diese Last mit mir rumschlappe, noch dazu möchte ich den Job ja mit einer Psychotheraoie vereinbaren können.

Nun wollte cih mal fragen, wie es bei Euch ist. Könnt Ihr trotz Ängsten arbeiten? Bekommt ihr Euren Job und die Psychotheraoie unter einen Hut? Würde mich wirklich über Eure Erfahrugen freuen!

Danke schonmal an Alle!

04.04.2012 15:15 • 02.05.2012 #1


3 Antworten ↓


Huhu,

leider kenne ich mit den Medis jetzt nicht aus.
Ich habe damals 40 h die Woche garbeitet und hatte noch einen Fahrtweg mit dem Zug von 1-1,5 h zur Arbeit. Ich habe mich auch gefragt wie ich da jemals einen Termin wahrnehmen kann. Aber es ging. Zum Glück hatte ich eine verständnisvolle Therapeutin, so dass ich in der Mittagspause kommen konnte. Sie hat ihre dann um eine Stunde verschoben. Anders wäre nicht gegangen, aber es war trotzdem manchmal hart, danach sofort weiter zu arbeiten. Aber ich habs hinbekommen und es hat mit geholfen. Therapeuten suchen meist gemeinsam mit einem nach einer Lösung.

Liebe Grüße!

21.04.2012 21:13 • #2



Ängste und Arbeiten gehen?

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der angstmann
Hab auch eine 40 Stunden-Woche und in den letzten zweieinhalb Jahren mussten immer Überstunden geleistet werden, sogar Feiertags bin ich auf Arbeit. Da kamen dann im Monat schon mal an die fünfzig Überstunden zusammen. Aber ich muss dazu sagen, dass mich die Arbeit eher stabilisiert hat.

Aber seit zwei Monaten geht die Auftragslage stark zurück und ich bin auch froh, dass man jetzt wieder mal ein wenig verschnaufen kann. So viele Überstunden tun auf Dauer auch nicht gut, aber ich brauchte das Geld, damit meine Frau wenigstens drei Jahre bei unserer kleinen Tochter zu Hause bleiben konnte. Bin richtig Stolz darauf, dass ich ihr das ermöglichen konnte.

02.05.2012 17:36 • #3


Hallo,

ich bin derzeit wegen Angst- und Depressionen in Behandlung und bin seit ich die Schule verlassen habe arbeiten gegangen. Zu meinen Beschwerden gehörte auch z.B. sehr schlechter Schlaf. Kurzum: Ängste oder Depressionen entstehen in der Regel nicht von heute auf morgen und in den letzten zehn Jahren bin ich immer arbeiten gegangen, ohne zu wissen, was überhaupt mit mir los ist.


Ich war jetzt eine Weile krank geschrieben und möchte gerne wieder arbeiten gehen, ohne zu wissen ob ich das nun packe oder nicht. Eine Therapie möchte ich auch weiterhin machen, was bei mir durch Gleitzeit warscheinlich zu bewerkstelligen ist.

Was ich damit sagen will ist, dass Berufstätigkeit mitunter zwar solche Beschwerden verstärken, aber andererseits auch stabilisierend wirken kann, gerade wenn es etwas ist was man auch wirklich gerne tun möchte. Es kann einem Struktur geben und von daher, würde ich dir empfehlen es mal drauf ankommen zu lassen.

Grüße

02.05.2012 19:21 • #4




Dr. med. Andreas Schöpf