42

@catman
Ja ich kenne es, mein soziales Umfeld ist der Grund weshalb ich immer weitermachen kann. Ich nehme Mirtazapine, also ein Antidepressiva, dient zum Einschlafen und es nun mal sorgt für ein chemisches Gleichgewicht in meinem Gehirn. Dann nehme ich noch Laetea und Relaxane die beide pflanzlich sind, aber davon merke ich ehrlichgesagt nicht so viele aber sie sind ja pflanzlich und können wohl nicht schaden. Ist ja auch möglich, dass sie wirken aber ich s nicht so extrem merke. Ja ist sehr schwierig und gelingt auch nur manchmal, aber immerhin. Hahahha Sex ist schon eine Art Stress loszuwerden (natürlich nicht nur das), aber Sex ist aber am Ende nicht die Lösung des Problems. Ja früher hatte ich mal mehr und andere genommen und das Aufstehen war an jedem Morgen eine Tortur und ich war danach auch denn ganzen morgen nicht zu gebrauchen. Ich habe mich lange nicht getraut, die Therapeutin nach neuen Medikamenten zu bitten. Also je nach dem können die Medis schon mehr schaden als helfen.
Ich glaube, ich weiss was du meinst wie es dir geht im Militär aber in bestimmten Situationen habe ich auch keine Angst vor Leuten zu sprechen, aber dass ist meistens in Situationen in denen ich wusste ich bin gut darin, auf die ich mich auch gefreut habe und bei denen ich mit tollen Menschen zusammengearbeitet habe. Klingt vielleicht albern, aber ich unterrichte auch in meiner Freizeit und dann habe ich das Gefühl wenn ich,,die Lehrerin'' bin, dass ich dann eine gewisse autoritäre Rolle habe und hatte keine/selten Angst. Hingegen als ich selbst noch in der regulären Schule war, fühlte ich mich sehr ängstlich. Also geht es eigentlich um die eigene Wahrnehmung der Situation.
Naja die Angst ist nun mal irrational, aber in diesem moment fühlt es sich so an als wäre es das realste auf der Welt.

10.11.2019 23:16 • #21


Hoffnungsblick
Zitat von Catmen:
Eben das ist das gestörte oder, es ist nicht lebensgefährlich aber mein Körper verhält sich so als wenns um leben oder tod geht.


Das kann ich dir so gut nachfühlen! Mir ging es selbst nach jahrelangen Training noch so: Es war immer ein Spiel auf Leben und Tod. Es war ein anderer Zusammenhang. Aber andererseits war es auch eine gute Erfahrung, die mich wirklich weitergebracht hat.
Da du vor kleineren Gruppen reden oder befehlen kannst(Militär), kannst du wahrscheinlich auch diese Herausforderung nehmen.
Oft ist es paradox: Was man fürchtet, - hier: im Mittepunkt zu stehen - wünscht man insgeheim. "Wo die Angst ist, ist der Weg", heißt es.
Selbst war ich ein schüchternes Mädchen in Kindheit und Jugend. Später im Leben hatte ich Angst in Meetings und Gruppen zu reden, aber dann musste ich mich und meine Arbeit vor vielen Menschen präsentieren. Obwohl ich dann später erfahren war, war es jedes Mal eine Art Kampf auf Leben und Tod. Aber vielleicht ist das Leben das auf eine gewisse Art immer. Habe es dann übrigens auch genossen, im Mittelpunkt zu stehen.

11.11.2019 09:36 • #22



Hallo Catmen,

Sozialphobie Strategien zur Bekämpfung

x 3#3


Akinom
Hallo Catmen,ich mache eine Verhaltenstherapie bei einer Psychologin und da wird alles aufgearbeitet,wichtig ist gegenseitige Sympathie und Vertrauen. Liebe Grüße

11.11.2019 16:18 • #23


@kamilla74 und diese Medikamente nimmst du täglich ein? Immer bei gleicher Dosis? Ich habe heute mal eine Psychotherapeutin angerufen es ist nur schon total unangenehm einen Termin auszumachen. Leider war die Praxis zu und ich versuche es morgen nochmal... ja ich denke auch es kommt stark auf die eigene Warnehmung an. Du machst aber Fortschritte gegenüber der Krankheit, ich habe es lange verdrängt ich hoffe nicht zu lange. Ich habe auch gelesen je länger man mit einer Therapie wartet umso schwieriger wird es. Heute gehts mir allgemein schlecht, ich habe manchmal so Tage wo ich einfach traurig bin und ich weiss nicht mal richtig warum. Mein Grossvater hat mir mal gesagt ich sei melancholisch und ich glaube das triffts ganz gut. Immer wenn Probleme in meiner Zukunft liegen fokussiere ich mich nur auf diese und male mir alles schlecht mögliche aus Für den Job bin ich auch umgezogen, weg von meiner Familie und meinen Freunden. An den Wochenenden gehe ich häufig wieder nach Hause aber trotzdem vermisse ich meine Leute auch unter der Woche Könnte gut sein dass ich vielleicht auch eine leichte Depression habe.

@Hoffnungsblick ich glaube wirklich nicht dass ich es mir wünsche im Mittelpunkt zu stehen ich denke wenn man das gerne macht dann von Anfang an und sonst kann man nur die negativen Symptome lindern oder vielleicht wirklich auch ganz neutralisieren Und jetzt hast du gar keine Probleme mehr zu präsentieren? Was hat dir am besten geholfen?

@Akinom werde mich mal schlau machen was das genau ist, vielleicht könnte mir das auch helfen...

@all ich hätte jetzt als erstes mal einen Termin bei einer Psychotherapeutin gemacht, auf der Homepage steht sie würde sich mit sozialer Phobie auskennen. Was meint ihr dazu?

11.11.2019 21:13 • #24


@Catmen
Ja ich nehme sie täglich am Abend aber momentan nur eine Minidosis von etwa 7.5 mg, der Rest ist pflanzlich. Ja ich weiss was du meinst. Ich hatte damals auch eine schwere Zeit am Anfang der Therapie, weil ich mich fertig gemacht habe. Habe mir gesagt, dass ich psychisch krank, einfach nicht normal, halt ein Psycho bin und das kurz vor meinem 18. Geburtstag. War echt schlimm, aber mittlerweile habe ich mich an den Gedanken gewöhnt und habe gemerkt, die Menschen mit psychischen Problemen sind auch nur Menschen, die es einfach viel schwieriger haben. Aber kann wiederum immernoch nicht mit allen so offen darüber reden. Mein Vater und meine Brüder wissen nichts und meine beste Freundin auch nicht. Obwohl ich denke dass sie sowiso gemerkt haben, dass mit mir irgendwas nicht stimmt. Tut mir leid bin voll abgeschweift ahaha. Wenn du erst eine leichte Depression hast/hättest, dann sollte es noch eher einfacher gelingen da raus zu kommen. Ich glaube schon, dass du jemand bist, der das überwinden kann. Ich meine, du hast alle Warnzeichen früh erkannt und bist wahrscheinlich auch ein Mensch der handelt, wenn er ein Problem hat. Ja das Beste für dich ist vielleicht, zu versuchen an deinem neuen Wohnort neue soziale Kontakte zu knüpfen. Wenn du dich zurückziehst, ist es nicht gut für deine Psyche. Du musst auf Menschen zugehen und wirst dann schon tolle Leute kennenlernen. Such dir Menschen mit denen du viel lachen kannst und so wirst du auch deine Sorgen über die Zukunft los. Bin selbst auch immer melancholisch gewesen, ich versuche diese Melancholie abzustellen oder mich abzulenken, wenn ich es merke und wenn ich im Moment die Kraft dazu habe. Ich wünsche dir ganz viel Glück und hoffe dass deine Therapie gut einschlägt

11.11.2019 22:04 • #25


Hoffnungsblick
Danke für deine Antwort.
Habe das Präsentieren nicht von Anfang an gerne gemacht, ganz im Gegenteil. Der Wunsch, mal im Mittelpunkt zu stehen war eher unbewusst, nach dem Motto "Wo die Angst ist, da ist der Weg." Aber auch wenn du die Präsentation nicht hältst oder wenn sie schief ginge, du bist trotzdem immer der gleich wertvolle Mensch. Worauf es eigentlich ankommt ist, seine Lebensaufgabe zu erkennen und diese zu erfüllen.
Ich finde es toll, dass du dich um eine Therapie bemühst. Du nimmst auch deine Trauer wahr. Das finde ich auch gut, wenn man seine Gefühle wahrnehmen kann und diese nicht verdrängt.
Im November (Todesmonat) schaue ich mir öfter in youtube Nahtoderlebnisse an. Du hast uns von deiner Missbrauchserfahrung berichtet. Das ist zwar hier nicht das Thema und es gehört in eine Therapie. Aber der Film "Nahtoderfahrung von Frau Ursula Schulenberg" passt zu diesem Thema. Er hat mich sehr erschüttert. Zum Glück endet er positiv. Er zeigt auf, wie man seine negativen Erfahrungen zum Guten nutzen kann.
Alles Gute dir!

12.11.2019 09:28 • x 1 #26


Guten Abend Zusammen,

Sorry für meine späten Antworten hab so viel Programm momentan... Bin auch ziemlich gestresst. Habe versucht die Therapeutin telefonisch zu erreichen leider hat dies nicht geklappt, hab ihr jetzt ne Mail geschickt. Eine Sitzung kostet 160 Fr. Finde ich schon sehr viel die Gesundheit ist mir auch wichtig aber es geht halt trotzdem um enorm viel Geld... Wäre natürlich einfacher mich über meinen Hausarzt welcher mir eh jedes Rezept ausschreibt selber zu therapieren, wäre die günstigere aber wahrscheinlich die schlechtere Lösung. Alles so anstrengend momentan irgendwie... Ich glaube auch nicht dass ich mit jemandem aus meinem Umfeld über dieses Problem reden werde, das ist mir einfach zu unangenehm und peinlich. Vielleicht habe ich auch Glück und kann den Selbstbehalt der Krankenkasse für das nächste Jahr noch senken... Und ihr schweift nicht ab! Ich bin auch interessiert an eurer Situation, möglicherweise können wir ja voneinander profitieren und uns gegenseitig helfen Also ich finde ich habe schon ein paar Fortschritte gemacht, ich wohne jetzt in einer WG mit zwei fremden Frauen und wir verstehen uns seit Beginn an sehr gut und unternehmen auch Sachen zusammen. In kleinen Gruppen habe ich wirklich nicht so schwierigkeiten, irgendwie erst wenn es mehr Personen werden... Zudem habe ich jetzt auch mit Onlinedating angefangen, weiss zwar nicht ob dass das richtige für mich ist aber ja, dadurch treffe ich ja auch ab und zu fremde Personen und bisher konnte ich eigentlich immer gut interagieren und hatte auch schon coole Abende. Ja ich würde mich selber auch gerne verändern und weniger traurig sein, aber man ist halt wie man ist, weiss nicht ob ich das so einfach ablegen kann...

Und jetzt präsentierst du gerne? Also mit Xanax und dem richtigen Thema kann ich eine Präsentation auch geniessen, aber erst nach ca. 5min der Anfang ist immer schlimm für mich. Das schlimmste Ereignis war erst gerade in einem Meeting, da gab es überraschenderweise eine Vorstellungsrunde und mir ist wirklich fast die Luft weg geblieben und ich konnte die zwei Sätze fast nicht rausbringen Wenn dass bei der Präsentation passiert weiss ich nicht was ich machen soll.... Einfach wortlos davonlaufen? Ja das ist die Frage ob der Missbrauch nicht zum Thema gehört, ich habe gelesen dass dies eine mögliche Ursache sein kann, ich denke aber dass es vorallem am Mobbing liegt, ich wurde vorallem zwischen 15-18 Jahren stark gemobbt, ich glaube das hat meiner Psyche gar nicht gut getan... danke für den Tipp bezüglich der Nahtoderfahrung, da schaue ich gerne mal rein wenn ich endlich mal Zeit finde^^

12.11.2019 21:51 • x 1 #27


Hoffnungsblick
Hallo Catman, danke für deine Antworten!
Das finde ich gut, dass du auf das, was wir hier sagen eingehst. Das ist soziale Kompetenz. Nicht jeder kann das.

Zitat von Catmen:
Ja ich würde mich selber auch gerne verändern und weniger traurig sein, aber man ist halt wie man ist, weiss nicht ob ich das so einfach ablegen kann...


Weißt du, wenn du (manchmal, sicher nicht immer) traurig bist, dieses Gefühl wahrnimmst und es zulässt, es erst mal akzeptierst und es nicht ersäufen willst, dann nimmst du dich selbst ernst. Du bist für dich wichtig. Deine Gefühle sind wichtig. Wenn du deine Gefühle und Empfindungen wichtig nimmst, dann wirst du es auch bei anderen tun. Das ist positiv für Freundschaften und auch für eine spätere Partnerschaft, falls du eine anstrebst.


Zitat von Catmen:
Das schlimmste Ereignis war erst gerade in einem Meeting, da gab es überraschenderweise eine Vorstellungsrunde und mir ist wirklich fast die Luft weg geblieben und ich konnte die zwei Sätze fast nicht rausbringen Wenn dass bei der Präsentation passiert weiss ich nicht was ich machen soll.... Einfach wortlos


Ja, das verstehe ich. Du musst jetzt erst mal nicht "supercool" sein,du bist es auch so schon. Klingt paradox, ist aber wahr.
Du hast deine zwei Sätze gesagt, ganz egal wie und gut ists! Vielleicht kannst du auch ein Sozialtagebuch schreiben, wo du alle, auch die allerkleinsten Erfolge verzeichnest. Du hättest ja auch in Ohnmacht fallen können, bist du aber nicht. Wahrscheinlich wirst du nicht nur für Präsentationen bezahlt. Das ist nur ein kleiner Teil deiner Arbeit. Du kannst dich auch belohnen (nicht mit Alk, sorry), wenn du eine Kleinigkeit geschafft hast. Falls du die Präsentation im Dezember halten wirst, wir freuen uns dann mit dir. Wenn nicht, bist du genauso wertvoll.

Zitat von Catmen:
Also mit Xanax und dem richtigen Thema kann ich eine Präsentation auch geniessen, aber erst nach ca. 5min der Anfang ist immer schlimm für mich


Dann würde ich das Medikament nehmen, wenn es hilft, und erst langfristig darauf verzichten, mit Hilfe der Therapie.
Die ersten 5 Minuten von Präsentationen und ähnlichen Situationen vor Menschengruppen waren für mich auch oft nicht einfach. Wer weiß, was ich da wie gesagt habe! Aber die Zuhörer sind keine Unmenschen sondern sie denken an sich und dass sie das wahrscheinlich auch nicht besser könnten. Du bist womöglich auch sehr streng mit dir und gestehst dir keine Anfängerfehler zu. Meisterschaft kommt später! Warum sollst du als Anfänger nicht Fehler machen dürfen, Wörter falsch wählen, stottern etc.? Wenn dir die Luft weg bleibt, dann gibt es eben erst mal eine Pause. Wahrscheinlich wirst du dich zunächst irgendwie durchwursteln. Würde das nicht reichen fürs erste? Oder bist du strenger? Versteh schon, dass jeder es gut machen will, auch du. Aber ich glaube, dass du hier erst mal nicht so streng sein darfst.
Im Yoga gibt es einen Spruch, der hat mir oft geholfen: "Tu immer dein Bestes, aber kümmere dich nicht um Erfolg oder Misserfolg." Wenn du dich intensiv vorbereitest, also dein Bestes tust, was sollst du dir dann noch vorwerfen, wenn es schief ginge?



Zitat von Catmen:
Finde ich schon sehr viel die Gesundheit ist mir auch wichtig aber es geht halt trotzdem um enorm viel Geld... Wäre natürlich einfacher mich über meinen Hausarzt welcher mir eh jedes Rezept ausschreibt selber zu therapieren, wäre die günstigere aber wahrscheinlich die schlechtere Lösung. Alles so anstrengend momentan irgendwie... Ich glaube auch nicht dass ich mit jemandem aus meinem Umfeld über dieses Problem reden werde, das ist mir einfach zu unangenehm und peinlich.


Leider kenne ich mich im Schweizer Gesundheitssystem nicht aus. Kannst du dir die Therapie verschreiben lassen vom Hausarzt? Wenn du Missbrauch erlebt hast, dann zahlt die Kasse eine Therapie doch vielleicht? Aber wie gesagt, ich kenne mich auf diesem Gebiet nicht aus. Auf jeden Fall denke ich, dass eine Therapie gut für dich wäre, auch, weil das Leben ohne Therapie wahrscheinlich nicht einfacher wird. Kann das aber nicht wissen. Du bist jung und alle Jahre nach der Therapie, die ja auch Selbsterkenntnis bedeutet, können positiver verlaufen, wenn du die Erkenntnisse umsetzen kannst.





Zitat von Catmen:
Ja das ist die Frage ob der Missbrauch nicht zum Thema gehört, ich habe gelesen dass dies eine mögliche Ursache sein kann, ich denke aber dass es vorallem am Mobbing liegt, ich wurde vorallem zwischen 15-18 Jahren stark gemobbt, ich glaube das hat meiner Psyche gar nicht gut getan.


In der Regel ist es so, dass das eine mit dem anderen zusammenhängt. Hat man sich z.B. den Fuß gebrochen, dann kann man sich weniger bewegen und der Kreislauf kann auch leiden. Missbrauch ist schon ein Thema, das du angehen solltest. Da hat mich die Frau Ursula Schulenburg(mit u, sorry, letzte Mail ein Schreibfehler) sehr beeindruckt, wie sie ihr Schicksal zum Guten gewendet hat.
Wir haben halt alle unsere Themen und Aufgaben. Manche versuchen sie zu ersäufen. Aber das funktioniert nicht.
Wünsche dir alles Gute weiterhin!

13.11.2019 17:23 • x 1 #28


@Hoffnungsblick danke für deine ausführliche und die Zeit die du dir für mich nimmst! Bin leider wieder im Stress bin gerade erst von der Arbeit gekommen und muss in 10min wieder ins Training, morgen Abend hab ich ein Date Hoffe bist mir nicht böse wenn ich dir erst am Wochenende antworte oder vielleicht noch heute Abend.

@all hat von euch jemand möglicherweise passende Literatur für das Problem, welche auch zur Selbsttherapie etwas beitragen kann?

LG und einen schönen Abend

13.11.2019 18:45 • #29


Hoffnungsblick
Zitat von Catmen:
Hoffe bist mir nicht böse wenn ich dir erst am Wochenende antworte oder vielleicht noch heute Abend.


Hallo Catmen, danke für deine Antwort. Du bist ein freier Mensch und musst mir nicht antworten. Wir sind hier alle frei.
Alles Gute dir!

13.11.2019 22:04 • #30


@hoffnugsblick so jetzt habe ich endlich auch mal wieder Zeit gefunden. War viel los die letzten Tage...

So schlimm ist es mit dem Alk. zum Glück nicht, ich trinke unter der Woche praktisch gar nicht und an den Wochenenden hald einfach mit Freunden teilweise etwas viel...

Denkst du das mit dem Tagebuch würde wirklich helfen? Ich kann mir das irgendwie nicht so richtig vorstellen... Was auch sehr intressant ist, ist dass wenn es mir schlecht geht (Erkältet oder stark übermüdet), die Angst vor anderen zu sprechen auch viel geringer ist. Ich war Ende der Woche erkältet und habe mich von mir aus in einem Meeting auch gut einbringen können ohne wirkliche Angst. Es wäre schön wenn es immer so sein könnte!

Ja sie sind keine Unmenschen aber ich stelle sie mir hald als Unmenschen vor und dagegen kann ich leider irgendwie nichts machen. Ja das hast du gut erkannt, ich denke das ist allgemein ein Problem von mir ich bin oft zu hart mit mir selber und zwar in allen Bereichen, sei es Job, Beziehungen oder auch beim Sport. Ich gehe immer an meine Grenzen oder teilweise darüber hinaus

Das Problem ist die dass ich einen Selbstbehalt von 2500 Fr habe, das heisst alle Gesundheitskosten bis zu diesem Betrag zahle ich komplett selber. Aber ja eigentlich sollte mir das egal sein oder? Es geht ja um meine Gesundheit und dabei sollte man nicht sparen! Aber ja das nächste Problem ist ich habe 3 Psychiater angerufen, keiner ist ans Telefon gegangen auch nach mehrmaligem Anrufen nicht, eine hat mir per Mail geschrieben dass Sie leider keine Kapazitäten für weitere Patienten hat. Bei den anderen werde ich mich auch noch per Mail wenden, aber wie es aussieht ist es schwierig einen Platz zu finden. Das heisst ich muss das Problem der Horrorpräsentation medikamentös mit meinem Hausarzt lösen. Ich werde nächstes Wochenende einen Termin mit ihm ausmachen. Bis dahin habe ich Zeit mir zu überlegen welches Medikament mir helfen könnte. Xanax hätte ich noch für den Notfall aber denke nicht dass dies reichen wird... Ich glaube sogar du hast mir Inderal empfohlen oder? Ist das nicht etwas gefährlich da es auch auf das Herz wirkt? Ich habe auch noch so pflanzliche Beruigungstabletten von Valverde, aber von denen spüre ich praktisch gar nichts...

Sorry für meine verspätete Antwort

LG und ein schönes Wochenende!

16.11.2019 15:46 • #31


Hoffnungsblick
Hallo Catmen,

hab Dank für deine ausführliche Antwort.


Zitat von Catmen:
Ich glaube sogar du hast mir Inderal empfohlen oder? Ist das nicht etwas gefährlich da es auch auf das Herz wirkt? Ich habe auch noch so pflanzliche


Dieses Medikament habe ich nicht empfohlen. Von Inderal sprach Kamilla. Selbst schlag ich mich ohne Medikamente durch. Hat aber nichts zu bedeuten. Hab vielleicht manchmal auch zu hohe Ansprüche an mich selbst.
Wenn du zunächst erst mal ein Medikament nehmen willst für deine Präsentation, dann kläre das mit deinem Arzt ab.


Zitat von Catmen:
So schlimm ist es mit dem Alk. zum Glück nicht,


Das ist wirklich gut! Also nichts mit Gefühle ersäufen.


Zitat von Catmen:
Denkst du das mit dem Tagebuch würde wirklich helfen? Ich kann mir das irgendwie nicht so richtig vorstellen... Was auch sehr intressant ist, ist dass wenn es mir schlecht geht (Erkältet oder stark übermüdet), die Angst vor anderen zu sprechen auch viel geringer ist. Ich war Ende der Woche erkältet und habe mich von mir aus in einem Meeting auch gut einbringen können ohne wirkliche Angst. Es wäre schön wenn es immer so sein könnte!


Ja, das mit dem Tagebuch funktioniert. Du baust damit ein neues Selbstbild auf. Man denkt, wenn man Angst vor etwas hat, oft zu negativ. Wenn du deine Fortschritte liest, ob mit oder ohne Erkältung, erkennst du den Weg und wie es langsam aufwärts geht. Aber es ist eine langwierige Methode für die man viel Geduld braucht. Es lohnt sich aber.
Was die Angst angeht: Hab mal gelesen, dass man das Gefühl (und andere Gefühle auch) nicht verdrängen, sondern akzeptieren und genau wahrnehmen soll. Wenn das Gefühl kommt, es anschauen und sich zuerst hineinfühlen, es gewissermaßen von außen würdigen, aber sich nicht überwältigen lassen. Dann wird es anscheinend weniger. Es will halt auch angenommen und wahrgenommen werden ( wie alle Erscheinungen des Lebens). Es ist wie ein Ball, der auf einem zufliegt, der einem treffen kann(überwältigen), den man fangen und annehmen kann oder den man auch auf den Boden fallen lassen kann. Geht vielleicht auch. Es fliegen so viele Gefühle in der Gegend herum...


Zitat von Catmen:
Ja sie sind keine Unmenschen aber ich stelle sie mir hald als Unmenschen vor und dagegen kann ich leider irgendwie nichts machen. Ja das hast du gut erkannt, ich denke das ist allgemein ein Problem von mir ich bin oft zu hart mit mir selber und zwar in allen Bereichen, sei es Job, Beziehungen oder auch beim Sport. Ich gehe immer an meine Grenzen oder teilweise darüber hinaus


Das kann ich sehr gut verstehen! Wir beurteilen soziale Situationen nicht objektiv, wie sie wirklich sind. Wie sollten wir uns auch in 200 Menschen hineinfühlen können? Wir scheren sie der Einfachheit alle um einen Kamm und machen sie gleich. In Wirklichkeit beurteilen wir die Situation summarisch subjektiv nach unseren eigenen Erfahrungen. Wenn da früher mal Unmenschen mitgespielt haben, als wir noch jünger und verletzlicher waren, dann sehen wir jetzt die Zuhörer ebenso. Es ist so eine Art sozialer Filter. Natürlich tun wir damit den meisten Unrecht. Manche haben noch Schlimmeres erlebt als wir. Aber darum kümmert sich unsere Einschätzung nicht.

Wenn du normalerweise zu hart zu dir bist, das verstehe ich sehr gut! Das mache ich auch so. Man denkt, man wird nur als Perfektionist akzeptiert. Andernfalls fallen die anderen über einem her.
Perfektionismus hat den Vorteil, dass du in der Regel erfolgreich bist. So macht er Sinn. Aber er ist andererseits "tödlich", weil der Spielraum, den man sich zum Leben und zum Atmen zugesteht, zu klein und zu eng ist. Enge =Angst. Wir sollten uns mehr Raum nehmen und gerade dann gut von uns denken und uns liebevoll annehmen, wenn wir es am meisten brauchen, nämlich wenn mal etwas schief ging. Dann sollten wir uns selbst nicht wie eine strafende Mutter ( oder Vater) behandeln, sonderen wie eine tröstende. Das muss ich auch üben.

Zitat von Catmen:
Aber ja eigentlich sollte mir das egal sein oder? Es geht ja um meine Gesundheit und dabei sollte


Das sehe ich auch so: Dabei sollte man nicht sparen. Es geht ja auch um die vielleicht noch lange Zeit danach. Dann hast du langfristig vielleicht im Endeffekt sogar gespart, weil du dich klarer siehst, dir vieles leichter fällt und du andere, bessere Entscheidungen triffst. Außerdem, gibt es nichts Lohnenderes, Spannenderes und Aufregenderes, als sich selbst kennen zu lernen. Man braucht auch sehr viel Mut und Ausdauer, weil man vor sich selbst Vieles verbirgt. Es ist wie eine Abenteuerreise.
Vielleicht kannst du in der Wartezeit auf einen Therapieplatz Geld ansparen?

LG und auch dir ein schönes Wochenende

16.11.2019 17:46 • x 1 #32


@Hoffnungsblick

Du hast also nid Medikamente dagegen genommen? Ist es bei dir einfach nicht so stark ausgeprägt oder wie schaffst du das? Was sind deine Tricks dagegen?

Ich glaube ich werde das mit dem Tagebuch mal versuchen. Führst du dieses Handschriftlich oder elektronisch? Und du schreibst das jeden Tag nur bezogen auf soziale Interaktionen? Und vor den stressigen Events liest du es nochmalls durch? Schreibst du denn auch negative Ereignisse rein?

Ha das mit der Akzeptanz der Angst habe ich nun auch schon ein paarmal gehört, wenn man es kann ist es sicher hilfreich aber ich weiss einfach nicht wie ich sie konkret akzeptieren kann... wenn mam herzrasen hat und praktisch keine luft mehr bekommt hat die Angst einen ja übernommen...

Komisch ist eben auch dass ich mich gar nicht wirklich an eine stark misslungene Präsentation errinern kann. Ich habe hald wirklich vor praktisch jeder Präsentation Xanax eingenommen dafür haben eigentlich alle abgsehen von einer relativ gut geklappt...

Finde ich sehr schön wie du das mit dem Perfektionismus beschrieben hast! Das triffts wirklich sehr gut. Ich denke in dieser Hinsicht wrden wir sehr ähnlich sein. Nur komisch ist dass es bei mir die Ordnung einfach nicht betrifft Aber Job, Sport und Beziehunfen versuche ich wirklich immer alles optimal zu machen. Ich gehe teilweise auch krank ins Training und solche dinge... ich denke der militärdienst hat diese Eigenschaft noch stärker gefördert... Manchmal überlege ich mir ob ein Job beim Militär nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Dort habe ich mich nie so unsicher gefühlt... ich hatte eher körperliche Probleme, aber das ist mir viel lieber als psychische Belastungen. Aber ja ich hab hald keinen Sinn gesehen und daher denke ich ist es schon besser so. Wie konntest du dich denn vom Perfektionismus etwas abwenden ich denke ich hätte auch noch reichlich Spielraum..

Ja das sehe ich auch so und ich kann das Geld ja eigentlich nur dümmer ausgeben als so. In ein paar Monaten gehe ich mit Freunden in die Ferien auf das freue ich mich momentan am meisten. Bin wie gesagt auch eher ein pesimistischer Mensch, die negativen Sachen nehmen einfach eine wichtigere Bedeutung in meinem Leben ein als die positiven. Der Perfektionismus schränkt mich auch oft in der Partnerwahl ei was auch sch. ist.

Sorry wieder eiesen Text und so viel negatives.

LG und lass dir den Sonntag nicht von mir verderben!

17.11.2019 13:44 • #33


Hoffnungsblick
Danke für deine Antwort.

Zitat von Catmen:
so viel negatives.


Hier ist doch Raum auch für Negatives. Wir wollen uns ja austauschen und uns gegenseitig unterstützen.

Zitat von Catmen:
Du hast also nid Medikamente dagegen genommen? Ist es bei dir einfach nicht so stark ausgeprägt oder wie schaffst du das? Was sind deine Tricks dagegen?


Vor etlichen Jahren hatte ich auch schon Paniksituationen erlebt und dann auch Medikamente genommen. Aber irgendwann habe ich erkannt, dass es langfristig keinen Sinn für mich macht, Symptome zu kurieren. Seit ich eher die Ursachen suche und mich selbst kennnen lernen will, habe ich auch mehr Distanz zu meinen Problemen entwickelt und sie haben mich daher nicht mehr so im Griff.

Zitat von Catmen:
Ich glaube ich werde das mit dem Tagebuch mal versuchen. Führst du dieses Handschriftlich oder elektronisch? Und du schreibst das jeden Tag nur bezogen auf soziale Interaktionen? Und vor den stressigen Events liest du es nochmalls durch? Schreibst du denn auch negative Ereignisse rein?


Da schreibe ich nur positive Erfahrungen hinein. Es geht um eine neue Sichtweise. Meist ist es ja so, dass man auf die Gefahren schaut. Das ist ja auch sinnvoll. Aber man kann dann eine objektiv zu negative Sicht entwickeln. Wenn ich dann das Positivtagebuch lese, dann erkenne ich, dass die Angst nicht immer berechtigt ist und der zu negative Blickwinkel falsch ist.

Zitat von Catmen:
Komisch ist eben auch dass ich mich gar nicht wirklich an eine stark misslungene Präsentation errinern kann. Ich habe hald wirklich vor praktisch jeder Präsentation Xanax eingenommen dafür haben eigentlich alle abgsehen von einer relativ gut geklappt...


Das ist doch trotzdem positiv! Xanax soll zwar gedankt werden, aber trotzdem hast ja du die Präsentationen gemacht und nicht Xanax.

Zitat von Catmen:
Wie konntest du dich denn vom Perfektionismus etwas abwenden ich denke ich hätte auch noch reichlich Spielraum..


Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich noch nicht wirklich vom Perfektionismus abgewendet. Das Einzige, was ich gelernt habe ist, zu versuchen, mir selbst eine gute Mutter zu sein. Das bedeutet, dass ich mich innerlich tröste und mir gut zurede, anstatt über mich herzufallen, wenn mal etwas nicht perfekt lief.

Zitat von Catmen:
In ein paar Monaten gehe ich mit Freunden in die Ferien auf das freue ich mich momentan am meisten.


Das finde ich schön! Ja, es ist gut, wenn man immer etwas hat, worauf man sich freuen kann.

LG und noch einen schönen Sonntagabend

17.11.2019 19:23 • #34


Hey Hoffnungsblick

Haben wir die Woche doch schon fast geschafft ich hab am Freitag frei und somit mal wieder ein langes Wochenende vor mir.

Ja das ist es eben mit den Medikamenten bekämpft mqn die Symptome nicht aber die eigentliche Ursache. Leider fällt es mir immernoch schwer einen Psychiater zu finden habe bisher immer nur absagen aufgrund msngelnder Kapazitäten erhalten Mein plan ist es jetzt erst mal selber dagegen vorzugehen. Ich bin auf der suche nach passenden Selbsthilfebüchern. Mein favorit bis jetzt ist: Leben kann auch einfach sein. Kannst du mir was empfehlen oder gibt es sonst irgendwas was ich ohne therapie machen kann um mir zu helfen?

Ja das mit dem Blickwinkel stimmt. Ich hab jetzt auch mal etwas mehr über die Krankheit gelesen und eigentlich beruht sie einfach auf einer sehr starken und falschen Selbstwarnehmung... Das macht auch total Sinn aber warum ist es so schwierig seine Selbstwarnehmung anzupassen ?

Und dass du dir selber gut zuredest hilft? Kann mir das irgendwie nicht wirklich vorstellen. Du sagst dir gedanklich einfach: Du schaffst das! Oder wie gegst du da vor?

Ja ich hab auch gelesen dass der Perfektionismus die soziale Phobie verstärkt eben auch bezüglich der starken selbst/überwachung/wahrnehmung das man einfach nichts falsches machen darf...

LG

20.11.2019 21:43 • x 1 #35


Hoffnungsblick
Hallo Catmen,

in dieser Mail wirkst du optimistisch und lösungsorientiert. Aber das kann man natürlich nicht immer sein.

Zitat von Catmen:
Mein favorit bis jetzt ist: Leben kann auch einfach sein. Kannst du mir was empfehlen oder gibt es sonst irgendwas was ich ohne therapie machen kann um mir zu helfen?


Ja, wirklich, Leben kann auch einfach sein. Das ist es eigentlich auch. Aber vielleicht ist es man selbst manchmal nicht...
Durch die Perfektionismusbrille sieht es vielleicht komplizierter aus, als es ist.

Selbsthilfebücher habe ich sehr viele. Es hilft mir tatsächlich, ständig irgend eines von ihnen zu lesen oder auch entsprechende Youtubefilme zu diesem Thema zu schauen/hören. So bleibe ich im "Flow".
Es hilft schon und hebt die Stimmung.
Eine Therapie hat halt den Vorteil, dass in einer lebendigen Beziehung neue Erfahrungen gemacht werden können. manchmal sind sie auch aufwühlend und verändernd. Mit Büchern kann man auch weiterkommen. Man kann allerdings tiefergehende Erfahrungen dadurch auch fern halten oder "im Kopf", auf der nur rationalen Ebene damit bleiben. Es ist ein bisschen wie wenn man eine Reise plant. Man kann über das betreffende Land Bücher lesen oder Filme schauen. Oder man fährt direkt dort hin. Das ist ein Unterschied.
Ich könnte dir schon Bücher vorschlagen. Aber ich weiß nicht, welches zu dir passt. Darum denke ich, wenn du dir selbst eines aussuchst, dann führt dich deine Intuition und es ist am ehesten das, das zu dir passt.
Was mir selbst seit Jahren hilft, das ist Yoga. Dazu gibt es auch viele Bücher und Yogazentren. Yoga ist nicht nur eine Bewegungsart, sondern vor allem eine lebbare Philosopie, die mit der Zeit auch mehr in die Tiefe führt. Das ist aber eine persönlich individuelle Sache, die zu einem passen muss.

Zitat von Catmen:
aber warum ist es so schwierig seine Selbstwarnehmung anzupassen ?


Das frage ich mich auch. Es sind eben eingefahrene Muster. Aber ich bin davon überzeugt, dass man diese Muster ändern kann. Darum der Vorschlag mit dem Erfolgstagebuch, in das man nur gute Erfahrungen schreibt. Dann nimmt man mit der Zeit die positiven Dinge verstärkt wahr und sie nehmen, weil sie jetzt mehr Aufmerksamkeit bekommen, sogar zu.


Zitat von Catmen:
Und dass du dir selber gut zuredest hilft? Kann mir das irgendwie nicht wirklich vorstellen.


Dazu musste ich erst mal meinen inneren Dialog wahrnehmen. Das sind die Gedanken, die ich mir zu den Erfahrungen und Erlebnissen des Alltags mache. Es kommt vor, dass man sich innerlich abwertet, wenn man etwas nicht so gut gemacht hat. Man ist mit sich unzufrieden. Warum? Weil man sich selbst zum Beispiel verurteilt, nicht perfekt gewesen zu sein. Aber man könnte sich auch trösten. Merkt ja keiner, läuft gedanklich ab. Man kann sich sagen: "Die Präsentation X war meine allererste Präsentation. Da habe ich Verständnis für mich, egal, was die anderen sagen". Man kann innerlich die Mutter spielen und sich gedanklich gut zureden und sich aufmuntern. Für Perfektionisten eine Herausforderung und eine echte Änderung des Reaktionsmusters.

quote="Catmen"]Ja ich hab auch gelesen dass der Perfektionismus die soziale Phobie verstärkt eben auch bezüglich der starken selbst/überwachung/wahrnehmung das man einfach nichts falsches machen darf... [/quote]

Ja, das ist schon eigentlich traurig, dass man sich selbst nur annehmen kann, wenn man perfekt ist. Sonst gesteht man sich keine Lebensberechtigung zu. Aber so ungnädig ist das Leben doch eigentlich nicht. Die Natur heilt ja auch Wunden und bessert so "Fehler" aus.

Alles Gute dir!

21.11.2019 19:09 • #36


Hoffnungsblick
Zitat von Catmen:
Kannst du mir was empfehlen oder gibt es sonst irgendwas was ich ohne therapie machen kann um mir zu helfen?


Hallo Catmen,
sende dir hier doch noch ein paar Ideen aus youtube. Das ist aber doch individuell und du findest bestimmt selbst hilfreiche Bücher und Filme zum Thema.

Von Dr. Lewine gibt es eine gute Traumatherapie über Bewegung. Er meint, dass Traumata im Körper gespeichert werden und dass man sie daher auch über heilsame,, therapeutische Bewegungen auflösen kann. Dazu ein Filmlink unten.

Habe gestern zufällig die Bewegung "I am enough" entdeckt. Ein Filmlink dazu unten. Das passt wirklich gut zu Perfektionisten und ich denke den Satz jetzt öfter. Auch dein neues Motto "Leben kann auch einfach sein" geht mir immer wieder durch den Kopf. Der Gedanke ist auch hilfreich. (Man wird ja nicht gleich leichtsinnig werden).

Zum Thema Perfektionismus spricht Dr. Dr. Raphale Bonelli. Er ist ein Psychiater alter Schule und ich schätze ihn. Siehe Link unten.

Habe heute einen Buchtitel gelesen, der etwa so heißt: "Habe so viel von meinen Fehlern gelernt, dass ich gerne noch weitere machen werde".

Ja, so kann man das auch sehen.





Schönes Wochenede dir!

LG
Hoffnungsblick

22.11.2019 19:24 • #37


Hey @Catmen
Tut mir leid, bei mir war auch sehr viel los.
Vielleicht hilft das bei der Therapeutensuche:
In meinem Fall ging es bei der Therapeutensuche recht schnell. es war so, dass ich eine Zeit lang unter Agoraphobie litt und es war so schlimm, dass ich jeden morgen im Zug auf dem Weg in die Schule Panikattacken hatte. Die Panikattacken hatten mich damals völlig im Griff. Deshalb bin ich zu einem Hausarzt gegangen, hab ihm alles erzählt und habe geheult wie ein Wasserfall (obwohl ich sonst vor Menschen nicht weine). Naja, und der hat mich dann zu einer ambulanten Psychiaterin geschickt, also sozusagen eine Übergangspsychiaterin, die für mich dann meine aktuelle Psychotherapeutin ausgesucht hat. Nach einer oder 2 Sitzungen konnte ich bereits wechseln. Es war ein gutes Vorgehen, da sie zuerst mein Problem angehört hat und eine für mich passende Therapieform gesucht hat
->kognitive Verhaltenstherapie. Finde das ehrlichgesagt super Therapieform wenn man eine Angststörung hat. Aber jeder kennt sich selbst am Besten und weiss was er braucht (spätestens wenn du es ausprobierst, merkst du es). Womöglich wäre eine Traumatherapie auch sehr gut, aber lass dich lieber mal von Fachleuten beraten.
Also worauf ich hinaus will: du kannst bei deinem Termin mit dem Hausarzt fragen, ob er doch zu einem Psychiater/Psychotherapeuten weiterleiten kann und wenn du ihm schilderst wie sehr es dich belastet, dann wird er das bestimmt tun. Das geht hoffentlich schneller als selbst einen zu suchen.
Ich wünsch dir viel Erfolg dabei

@Hoffnungsblick
Das mit dem Tagebuch will ich auch mal versuchen. Negative Gedanken kenn ich nur zu gut und bin auch immer sehr streng zu mir. Momentan hab ichs alles Griff wie schon seit Jahren nicht mehr. Deshalb kann mir so ein Tagebuch bestimmt helfen, das es auch so bleibt
Dankeschön für diesen Tipp:)

23.11.2019 23:32 • x 1 #38


Hoffnungsblick
Zitat von kamilla74:
Momentan hab ichs alles Griff wie schon seit Jahren nicht mehr. Deshalb kann mir so ein Tagebuch bestimmt helfen, das es auch so bleibt


Hallo Kamilla 74,

das freut mich wirklich sehr für dich, dass es dir momentan gut geht! Das glaube ich auch, dass dir ein Positivtagebuch auch langfristig helfen kann. Dazu wünsche ich dir alles Gute!

24.11.2019 09:31 • #39


Ich weiß nicht, wie das in der Schweiz läuft aber in D, so kenne ich das, muss man zu einem Psychiater, Psychologen etc. Der bestätigt dann, dass man eine Therapie benötigt und gibt ggf. Empfehlungen ab. Beispielsweise erst Verhaltenstherapie und dann Gesprächstherapie. Oder aber umgekehrt. Manche Fachleute gehen davon aus, dass sich das Verhalten erst ändert kann, wenn darüber geredet wurde.
Bei Deinen Symptomen würde ich auch beides machen.

24.11.2019 10:57 • #40




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