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Hey,

ich habe das Gefühl, dass man sich bei Vorträgen oft Beispiele als positive Vorbilder wählt, die sich unheimlich gelassen und souverän geben und sich dann wünscht genauso zu wirken - man vergleicht sich mit diesen Personen und stellt evt. fest, dass man sich selbst als nicht so sicher einschätzt. Dann beobachtet man möglicherweise Redner, die auch sehr unsicher wirken und man denkt sich - hoffentlich geht mir das nicht genauso - das wäre echt peinlich, aber in der Regel findet man das bei Anderen nicht so schlimm, als würde es einem selbst passieren. Die meisten Menschen denken so, glaube ich. Vieleicht ist der erste Schritt zur Besserung wirklich der, dass man einfach akzeptiert, nicht perfekt zu sein und sich trotzdem ganz nett findet. Mit dem eigenen Anspruch steigt auch die Angst, Fehler zu machen - möglicherweise sinkt die Angst, wenn man den Anspruch an sich und Andere herunterschraubt. Nun besteht noch die Frage, wie man das macht? Ich hoffe man versteht noch, was ich eigentlich damit meine

28.04.2007 14:06 • x 1 #21


Hallo Teddybär,

Glückwunsch, dass Du Deine Redeangst überwunden hast. Du bestätigst die laufende Meinung, dass durch Übung und Gewohnheit man die Redeängste überwinden kann. Vielleicht ist es bei Dir auch die Erkenntnis, dass Deine Zuhörer nicht wegen der perfekten Rhetorik in die Kirche kommen, sondern wegen des Inhalts der gelesenen Worte und man einem nichts böses will.

Was wäre allerdings, wenn Du z.B. aus Deiner Gewohnheit herausgerissen wirst und z.B. vor einer anderen Zuhörerschaft einen Vortrag halten musst? Du bist dann zwar in Übung aber nicht mehr in gewohnter Umgebung. Wenn auch dann die Ängste wie weggeblasen sind, hast Du es wirklich geschafft.

30.04.2007 09:19 • x 1 #22



Redeangst & Vortragsangst Entspannungsmethoden bei Unruhe

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Hallo zusammen,

Als ich auf diese Forum gestoßen bin war ich doch überrascht, wie genau einige von euch die Probleme mit der Redeangst schildern: Man sitzt in einer Runde und muss sich vorstellen... Vorstellen! Seinen Namen sagen, sagen wie alt man ist, und evtl. was man macht. Und deshalb aufgeregt sein? Das geht mir tierisch auf die Nerven. Ich kann es mir aber auch nicht erklären. Ich habe keinerlei Selbswertprobleme oder bin generell schüchtern. Wenn ich mit 1-2 Leuten spreche, dann bin ich auch garnicht aufgeregt. Ich rede dann wirklich gut. Sollte es dann aber soweit sein, dass ich in einer Runde sitze, schon ab 3-4 Mann aufwärts, dann kommen die häufig geschilderten Symptome... Schweiß, Kloß im Hals, Herzrasen... Und die Qualität des Gesagten lässt natürlich auch nach.

Als ich mich damit beschäftigte, bin ich auch auf die Möglichkeit der Hypmosebahandlung gekommen, kann mir aber nicht vorstellen, dass ich danach dann keine ,,Angst" mehr habe... Hat jemand von euch Erfahrung damit?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen.

Liebe Grüße

01.05.2007 10:56 • x 1 #23


Hallo Marathon!

Du hast Recht wenn Du sagst das die Kirche meine gewohnte Umgebung beim Reden ist. Am Anfang hatte ich schon etwas Probleme aber nicht beim ausbringen der Worte,nein ein paar schwerhörige Omi´s benutzen prinzipiell keine Hörhilfe und sitzen in der 10. Reihe also unendlich weit weg und meinten das ich zu leise trotz Mikro rüberkäme. Nach anfänglichem Ärgern habe ich mehr Gas gegeben beim lesen und mir die Einstellung nahegebracht das die omi`s mich gern haben können. Seitdem ist alles prima nur meine Stimme ist insgesamt sehr laut geworden. Einige Bekannte müssen mich stoppen.

mein Fazit: meine Redeangst ist insgesamt kleiner geworden, wohl auch weil ich mit gekräftigter Stimme agieren kann..

L.G.

02.05.2007 12:15 • x 1 #24


Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für Eure Beiträge. Ich konnte mich bei fast allen Beiträgen irgendwo wiederfinden. Allein die Tatsache zu wissen, dass ich nicht alleine bin mit den Problemen hilft ein bischen.

Ein wenig zu mir: Ich bin 36 Jahre alt, war bei der Bundeswehr 14 Jahre in der Offizierlaufbahn tätig und bin nun kurz vor dem Einstieg in das zivile Berufsleben (derzeit auf Jobsuche).

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich zu Schulzeiten Probleme mit Redeangst gehabt hätte...Erst bei der Bw traten die ersten Probleme bei der Ausbildung zum Offizier auf. Hier musste ich jobbedingt ja oft Vorträge halten. In der ersten Zeit hätte ich das Gefühl als relativ normales Lampenfieber bezeichnet, unangenehm, aber nicht kritisch.

Schlimm wurde es erstmals während des Studiums bei der Bw bei München. Hier sollte ich "einfach" im Vorlesungssaal vor ca. 50 Mitstudenten von meinem halbjährigem Praktikum erzählen. Ich hatte keine Möglichkeit mich vorzubereiten, weil das ein spontaner Einfall des Professors war. Naja also schnell ein paar Stichpunkte auf ein Papier gekritzelt und dann auf meinen Einsatz gewartet. DIE HÖLLE, also ich bin in 1 Minute bestimmt gedanklich 10 Möglichkeiten durchgangen, wie ich diesen Raum hätte verlassen können. Naja keiner war wirklich tauglich und so musste ich vortreten und erzählen. Ging dann auch Gott sei Dank gut, die Aufregung ging schnell zurück. Weitere Vorträge während des Studiums verliefen ganz gut, aber ich hatte allgemein mit Angst zu kämpfen und musste mich regelmäßig übergeben (Damals dachte ich noch, das würde am Milchkonsum liegen oder so).

Nach dem Studium wurde ich zu meiner ersten Bewährungsprobe an die polnische Grenze versetzt. Meine vor kurzem kennengelernte neue Freundin wohnte weiterhin in München. Naja. hier verstärkte sich meine Angst so stark, dass ich total ausfiel.
Da kamen dann die Punkte die auch schon Foxy geschildert hat bei mir sehr stark zum Tragen von wegen Position, Qualifikation und was die anderen von mir erwarten dürfen.
DIE HÖLLE PUR! Nur noch Nebel im Kopf. Nervenzusammenbruch. Psychiatrie. Gruppenpsychotherapie. Versetzung nach Süddeutschland aus gesundheitlichen Gründen. Weiterhin Angst. Ziviler Psychiater (Der meinte, die Angst käme, weil ich eigentlich unter Depressionen litt). Erstmals Medikament (Cipramil). Besserung der Angst. Konnte wieder Beiträge liefern und hier und da kleine Vorträge halten.

Zum Ende der Bundeswehrzeit hin, habe ich die Medikamente abgesetzt, meine Dienststelle wurde umstrukturiert, ich musste größere Verantwortung übernehmen und weiterhin meine Abteilungen repräsentieren. Es gab Situationen, da sollte ich meine Abteilungen vor vielen hochrangigen Offizieren vorstellen, da bin ich zu meinem Vorgesetzten hin gegangen und habe ihm gesagt, dass ich dazu derzeit nicht in der Lage wäre.(Hatte ihn über meine gesundheitliche Situation informiert). Er war sehr verständnisvoll und ich musste nicht ran. Habe dann am nächsten Tag kurz nur mich selbst vorgestellt.

Nun, meine ganze Angstproblematik war sicherlich mit ein Grund, warum ich mich entschieden habe, nicht in dieser Laufbahn bei der Bundeswehr zu bleiben. Naja nach der Bw habe ich Weiterbildung im IT-Bereich gemacht und jetzt bin ich auf der Suche nach nem neuen Job. Dummerweise muss ich ja jetzt zu Vorstellungsgesprächen. Tja jetzt holt mich meine Vergangenheit wieder ein. Um den Angstlevel im Gespräch hoffentlich ein wenig zu senken bin ich zu nem Bewerbungscoach gegangen und habe mit dem mal ein bischen trainiert. Hoffentlich bringt das was.

Mittlerweile macht mich meine Angst dermaßen wütend, dass ich unbedingt aktiv werden möchte. Ich habe daran gedacht vielleicht ne Selbsthilfegruppe im Bereich Kassel zu gründen, wo man erstmal in kleiner Gruppe trainieren kann, um dann später vielleicht nen normalen Rethorikkurs zu machen, den ich mir vom Angstlevel her im Moment nicht zumuten möchte. Wenn ich abends Einschlafprobleme habe, weil ich mal wieder mit den Gedanken im Dreck wühle, dann nehme ich probeweise derzeit so Baldriandragees. Ich spüre dabei eine leichte Wirkung. Sehr interessant finde ich den Hinweis mit den Betablockern.

Die Erfahrung mit dem "Ball zuspielen" habe ich auch schon gemacht. Und die Technik wirkt sehr gut. Ich habe dazu folgende Theorie:

In Angstsituationen hat man ja im Prinzip 3 Möglichkeiten:

1. Angststarre
2. Flucht
3. Angriff

Und ich denke im obigem Beispiel wählt man aktiv schon im Vorfeld die Option "Angriff" aus. Und ich denke dabei fühlt man sich am besten.

Achso...meine letzte Angsterfahrung möchte ich Euch nicht vorenthalten. Ein Freund hat geheiratet, ich war Trauzeuge. Im Internet schlaugemacht was ein Trauzeuge so machen muss. Oh Gott....Rede halten !! DIE HÖLLE, schon Wochen vorher schlecht geschlafen, naja habe ne Rede vorbereitet (hat mich sehr viel Zeit gekostet). Nun am Tag der Wahrheit hat es sich tatsächlich nicht ergeben, dass ich die Rede halten musste (Keiner hat geredet, war ne kleine Feier mit Sektempfang) mit schöner Lifemusik und alle im Gespräch, da wollte ich auch nicht die schöne Stimmung zerstören PUHHHHHH. Schwein gehabt...und deswegen habe ich mich 2 Wochen Wahnsinnig gemacht.

So ich glaube ich habe Euch jetzt genug zugemutet und wünsche Euch allen viel Erfolg bei der Angstbewältigung.

Hat vielleicht jemand aus der Nähe von Kassel Interesse an einer Selbsthilfegruppe?

Liebe Grüße

Birdy

17.05.2007 23:48 • x 1 #25


Oups...

wollte meinen letzten Beitrag nicht als Gast absenden.

Gruß

Birdy

17.05.2007 23:52 • x 1 #26


hallo zusammen,

es tut wirklich mal gut menschen kennenzulernen, die das gleiche problem haben. bei mir fing das alles an, als ich aufs gymnasium kam. ich hab immer fürchterliche angst vor anderen leuten ein referat zu halten oder vorzulesen, das war vorher nicht so, da konnte ich sogar bei theaterstücken problemlos mitwirken. dann fing das aber an. bisher konnte ich es gut vertuschen. irgendwie hab ich es doch immer geschafft die referate zu halten, aber immer diese angst vorher, mir gehts oft tage vorher psychisch schlecht. mir bleibt manchmal regelrecht die luft weg, hatte aber immer glück, dass es dann immer kurze vorträge waren. diese angst raubt mir völlig meine lebensqualität. ich nehme viele chancen nicht war, weil ich redeangst hab. ich möchte gerne lehramt studieren, hab aber angst vor dem studium und werde es aufgrund meiner redeangst höchstwahrscheinlich nicht tun. eigentlich bin ich ein aufgeschlossener und auch selbstbewusster mensch, ein bißchen verrückt, aber auch lebenslustig. ich kann auch gut auf menschen zu gehen, mache auch promotion, wo man auch wildfremde menschen ansprechen muss, das ist alles kein problem. gehe auch viel auf parties. aber die redeangst stoppt mich irgendwie mich freizuentfalten. ich weiß nicht was ich tun soll, ich hab es so satt. nächstes jahr steht auch die mündliche prüfung für meine ausbildung an (kundegespräch), ich bin jetzt schon ganz fertig. könnt ihr mir helfen? habt ihr schonmal was von der ee-methode gehört, die soll angeblich bei redeangst helfen.
LG Wendsday

17.08.2007 13:33 • x 1 #27


Hallo,

ich weiß genau wie ihr euch fühlt. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, in allen möglichen Foren, die ich nur finden kann, den Leuten einen Lesetipp zu geben. Ein Medikament ohne Nebenwirkungen sozusagen. Doch, eine Nebenwirkung hat es, man wird glücklich. Ich war selbst vor ein paar Jahren eine Betroffene. Ich bin mittlerweile gesund und ich fühle mich super. Ich habe ein Buch von einem schwerbehinderten Mann gelesen. Nachdem ich ihn persönlich kenne, kannte ich das Manuskript schon vor der Veröffentlichung. Das Buch ist der Oberhammer, wenn man es mit offenen Herzen liest. Es kann sehr viel bewirken, wenn man es zulässt. Ich kann euch allen dieses Buch nur empfehlen, mir hat es sehr viel gegeben. Der Titel des Buches heißt "Sie sind schon glücklich, Sie wissen es nur noch nicht. ISBN-13: 978-3-8370-0175-4. Es ist wie ein Lichtblitz, der immer größer wird, je mehr man darin liest. Ich wünsche euch allen das Beste für die Zukunft. Ganz ganz liebe Grüße Sternenlicht

29.08.2007 10:29 • x 1 #28


Mensch Leute, als ich Eure Beiträge eben fast alle gelesen habe, da fing ich fast an zu flennen, so eine Erleichterung war das. Ich hatte nämlich bis dato angenommen, ich sei der einzige Mensch auf der ganzen Welt mit diesem speziellen Problem.
Ich bin bereits über 30 und studiere schon viel zu lange Jura (ich nehme an ihr könnt Euch denken warum). Marathon, go, Brother - habe ich alles sehr, sehr ähnlich erlebt. Inzwischen bin ich ein Meister in Flucht- und Ausweichstrategien: Meinen letzten Schein für´s Studium habe ich bereits vor 4 Jahren gemacht, es war ein Europarechtsseminar und beinhaltete eine Hausarbeit und die anschließende Präsentation vor der Seminargruppe. Am Tag des Seminars rief ich den Seminarleiter an und berichtete, ich sei gerade in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen, den Schein bekam ich trotzdem, schließlich war ich ja durch "höhere Gewalt" verhindert. In einer baptistischen Gemeinde habe ich mal Jugendarbeit gemacht, nach einiger Zeit sollte ich vom Pastor der Gemeinde im Gottesdienst vorgestellt werden - ich erschien nicht und entschuldigte mich damit, dass ich am Vorabend so betrunken gewesen sei, dass ich nicht aus dem Bett kam. Auch Trauzeuge bin ich mal gewesen und der Bräutigam eröffnete mir, dass er eine "schallende Rede" erwarte - am Tag der Hochzeit simulierte ich eine Kehlkopfentzüdung.
Es ist unglaublich wozu einen diese ätzende Phobie treibt, es war sogar mal soweit, dass ich den Gedanken an Kehlkopfkrebs als gar nicht so unangenehm empfand, denn dann wäre ich ja endlich erlöst. Marathon berichtet von der Schulung für ein IT-Tool und ich habe beim Studium seines Beitrags gemerkt, dass ich die Worte "persönliche Vorstellung" für die unangenehmsten in der deutschen Sprache halte. In solchen Situationen hilft bei mir auch nur das "Aufschlag" Verhalten (Stichwort offener Dialog), ich muss also den Anfang machen. Wenn ich also mal keine Heiserkeit oder Erkältungshusten vortäuschen konnte, dann unternahm ich den verzweifelten Versuch als erstes dran zu kommen und dann auch sofort loszulegen, damit sich um Himmels willen keine Spannung aufbauen konnte. Wirkte dann oftmals ein wenig übermotiviert. Wenn ich absehen konnte, dass ich in so einer Runde als letztes dran kommen würde, dann mündete das entweder in einer Blamage oder in der Flucht. Wie bei einem meiner Vorposter fängt es auch bei mir ab 3-4 Personen an.
Ansonsten habe ich aber, wie es schon ein Gast schrieb, ebenfalls keine Probleme Leute zu treffen, mich bei Fremden Menschen vorzustellen oder eine interessante Unterhaltung zu führen, wenn ich Freunden von meinem Problem erzähle sehe ich immer in ungläubige Gesichter.
Ich bin es wirklich satt, Leuten vor den Kopf zu stoßen, weil ich zu Treffen nicht komme oder bestimmte "einfache" Aufgaben nicht übernehme (im Kinderdienst was vorlesen). Dass ich jemals als Jurist arbeite halte ich auch für utopisch. Noch bis vor kurzem arbeitete ich aushilfsweise bei einem großen Telefondienstleister und man stellte mir in Aussicht, dass ich bei Interesse vielleicht fest übernommen würde. Nebenbei bekam ich mit, wie ein anderer neuer Kollege über den nächsten Tag sprach, an dem er sich der versammelten Abteilung kurz vorstellen würde, wie das halt so üblich sei. In dem Moment wußte ich, dass ich dort in meiner Situation nicht würde arbeiten können, andernfalls dauernd auf der Flucht sein würde.
Ich habe beschlossen ab heute Abend eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Zwar sind genau diese Treffen ja solche, die ich bemüht bin zu vermeiden, ich bin aber zuversichtlich, dass es anders sein wird.

13.09.2007 18:33 • x 1 #29


Beta-Blocker sind Herzpatienten vorbehalten. Dieses Risiko würde ich nicht eingehen. Es wirkt auf den gesamten Organismus.
Versuchs doch mit Schüßler Salzen vor der Rede od Rescue Bachblüten Tropfen. Das sind Notfall Mittel, aber Beta Blocker sind eine Langzeit Medikamenteneinnahme. Viel zu gefährlich, von den Nebenwirkungen ganz zu schweigen.

22.09.2007 14:31 • x 1 #30


Hallo Gast,

ich weiss leider nicht, ob Du jemals BB einnehmen musstest. Ich wurde bereits mit BB therapiert, nehme sie aber mittlerweile nur bei erwarteten Paniksituationen.
BB wirken unmittelbar nach der Einnahme. Sie dämpfen Dich und verhindern ein hochpeitschen der Herzamplitude, die dieses unangenehme Herzklopfen bei Panikattacken verursachen.
BB werden übrigens nicht nur für Herzpatienten eingesetzt. Dies ist schlicht und ergreifend falsch.
BB werden auch eingesetzt gegen Bluthochdruck,Glaukomtherapie,in der psychiatrischen Pharmakotherapie (z.b. akute Streßsituationen, Angstzustände, Abstinenzsyndrome, etc), in der Migränetherapie, zur Behandlung verschiedener Tremorformen, etc.

Dass hier kein falscher Eindruck entsteht. Ich will hier keinem BB andrehen. Ich habe auch bereits vor einiger Zeit einiges zu den BB geschrieben und warne davor, ohne ärztliche Konsultation dieses Medikant einzunehmen

Aber eines weiss ich gewiss. Sollte ich eine Redeangstsituation erwarten, werde ich mit Sicherheit keinen homöopatischen Kram wie Bachblüten oder den SchüsslerKram einnehmen, sondern wieder zu den BB greifen.

Bitte nicht allzu persönlich nehmen, aber in diesem Forum geht es nicht um die Frage, ob ich ruhig nach dem spannenden Tatort einschlafen kann, sondern um Ängste, die das Leben nicht mehr lebenswert machen können.

25.09.2007 18:27 • x 1 #31


Hallo,

anlässlich eines aktuellen Anlasses bin ich wieder einmal auf der Suche nach "dem Mittel", das mich von dieser Problematik endlich befreien würde. Mein Problem ist auch speziell das Vorlesen von längeren Texten und das Sprechen längerer Passagen vor einer Gruppe. Probleme bereitet mir hin und wieder aber auch ein schlichtes Telefonat. Dabei erlebe ich oft ein schlagartiges Ansteigen des Pulses und des Atems. Das schlimmste ist allerdings das Gefühl, dass sich der Hals zuschnürt, sodass sich die Stimme anschließend verändert, also höher wird, umso dann komplett zu versagen. Für mein Studium und den Beruf den ich später einmal anstrebe ist das eine Katastrophe. Jeden Tag dämpfen mich diese Gedanken und kreisen ewig um dieses Problem. Es ist eine Qual.

Dabei gab es für mich früher nichts schöneres als vorzulesen oder sonstwie vor der Gruppe zu reden, bis zu dem Moment, in dem ich als Kind eine sehr autoritäre Person um etwas bitten musste. Mir verschlug es auch Angst vor diesem Menschen die Sprache, und seitdem hat sich mein Leben grundlegend geändert. All das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ist zwar nicht weg - ich bin nach wie vor ein selbstbewusster, aufgeschlossener und gesellschaftstauglicher Mensch - aber es ist halt eben nur noch partiell vorhanden, nur solange es nicht um Vorträge, Vorlesen etc. geht.

Ich hab mir vor etlichen Jahren bereits ein Buch von Doris Wolf gekauft "Ängste verstehen und überwinden". Dieses Buch gab mir eine Menge Ansporn, etwas an meinem Problem zu ändern. Vor allem gab es mir eine Menge Mut. So brachte ich es tatsächlich zustande, meine Angst vor dem Vorlesen dadurch zu überwinden, dass ich mich bei kurzen Texten, bei denen ich wusste, dass nicht viel passieren kann, freiwillig meldete. Bereits nach ein paar dieser Erfolgserlebnisse war die Angst überwunden, bis ich eines Tages, während ich verträumt aus dem Fenster meiner Schule sah, plötzlich zum Lesen aufgerufen wurd. Ab da ging das alte Leid wieder los.

Bis heute hat sich daran nichts geändert. Zur Lösung meines Problems habe ich den Weg zum Logopäden beschritten. Ich hatte vielleicht so ca. 10-15 Sitzungen. Es waren interessante Aspekte die ich dort kennen lernte. Aber gebracht hat es letztendlich nichts. Das war im nachhinein betrachtet eine untaugliche Therapie, die mich nicht weitergebracht hat.

Mit der oben dargestellten Vorgehensweise, dem Gesprächspartner erst mal den Ball zuzuwerfen, hab ich auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Der Nachteil ist eben nur der, dass diese Technik in einer Vielzahl der Fälle nicht geeignet ist, so zB beim Vorlesen.

Ich hab zwar immer wieder Erlebnise, die ich erfolgreich bewältigt habe. Doch leider bleibt diese gute Erfahrung dem Gehirn nicht allzu lange erhalten. Ich hoffe ja immer dass sich der "Hebel" im Kopf mal umstellt, und ich diese kindliche Angst überwinden bzw vergessen kann, aber bis jetzt wurde diese Hoffnung enttäuscht. Ich bin ebenfalls auf der Suche nach einem "ganzheitlichen" Ansatz. Es muss doch in der heutigen Zeit eine Möglichkeit geben, die unterbewusste Ursache für Redeangst in Angriff zu nehmen. An einer Selbsthilfegruppe wäre ich ebenfalls sehr interessiert.

Den Hinweis von Marathon kann ich nur bestätigen. Es geht hier nicht um eine temporäre Lebenskrise, es geht um eine wirklich unglücklich machende, Lebensqualität in hohem Maße einschränkende und hemmende Angst.

Für Tips und Hinweise in alle Richtungen zu diesem Problem bin ich dankbar!

12.11.2007 18:40 • x 1 #32


ich bin bei einem therapeuten der kinesiologisch arbeitet also mit energiebahnen und solchem zeugs.. bringt aber bis jetzt nur mäßig erfolg, zumindest im bereich redeangst, weil mein leben hat sich seitdem schon geändert und ich mich selbst auch. meine probleme sind alle viel geringer und weniger geworden nur bereich redeangst (wieso ich ja hin bin) will einfach nicht verschwinden! vl weil immer wenn ich dazu gezwungen wurde gings nicht. freiwillig hab ich auch wenig chancen dazu und die nutze ich zudem nicht... und da ich beim lesen unter atemnot leide und ich das einfach furchtbar finde, hoffe ich immer der situation weitgehend entfliehen zu können

ich muss aber sagen es hat sich gebessert.... was ich mit meinem therapeuten spezifisch bearbeitet hatte also ganz bestimmte situationen an bestimmten tagen mit ihm besprochen und wir dannach auch kinesiologisch damit gearbeitet hatten,das hat egntl immer geklappt..


aber auch immer dann nur das wo ich mich vorbereitet habe drauf, der rest geht einfach nicht und angst davor hab ich egntl noch mehr wie vorher, weil der druck einfach irgendwann zuviel wird...

06.01.2008 14:20 • x 1 #33


Zitat von NickNackMan:
Mensch Leute, als ich Eure Beiträge eben fast alle gelesen habe, da fing ich fast an zu flennen, so eine Erleichterung war das. Ich hatte nämlich bis dato angenommen, ich sei der einzige Mensch auf der ganzen Welt mit diesem speziellen Problem.

...

Ich habe beschlossen ab heute Abend eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Zwar sind genau diese Treffen ja solche, die ich bemüht bin zu vermeiden, ich bin aber zuversichtlich, dass es anders sein wird.


Hi NickNackMan,

ich weiß sehr genau was du da durchmachst. Präsentieren gehört zu meinem beruflichen Handwerkszeug (sollte es zumindest) - aber es löst einen emotionalen Stress bei mir aus der nicht mehr zu ertragen ist. Vermeidung / Flucht ist meine derzeitige Strategie, ich weiß natürlich dass ich es dadurch nicht besser mache.
Wenn Du willst melde dich bei mir - mich würde interessieren wie es dir ergangen ist...
gruß
c.

09.11.2009 16:04 • x 1 #34


Ja ich habe auch Redeangst, aber nicht das was ihr darunter versteht.
Ich habe Angst überhaupt mit Menschen zu reden, mit einer einzelnen Person zu sprechen ist da fast noch schwerer als wenn es mehrere sind.
Ich lebe isoliert und es gibt Tage, da spreche ich kein einziges Wort mit einem anderen Menschen. Wenn mir nach einem Gespräch zu mute ist, führe ich es mit mir selbst.

19.02.2010 19:16 • #35


Hallo allerseits,

ich gebe zu, ich verfolge dieses Forum seit längerem. Heute habe ich mich angemeldet, ich hoffe, es ist in Ordnung, diesen Beitrag noch einmal aufzugreifen, er spricht mir so sehr aus dem herzen.

ich werde in ca. 3 wochen einen vortrag vor ca 60 leuten halten müssen, dabei handelt es sich um relativ "hohe tiere". in solchen situation geht es mir genauso, wie hier beschrieben. ich kann noch so gut vorbereitet sein, sobald es losgeht fangen meine hände so sehr an zu zittern, dass ich kein blatt mehr halten kann, mein herz klopft, als wolle es aus meinem körper springen und ich bekomme einen verschwommenen blick (um nur einige symptome zu nennen). ich stehe förmlich neben mir. es ist furchtbar.
und wie so viele meinen, es würde währenddessen besser, so ist es bei mir nicht. ich bin durchgehend auf einem so hohen stresslevel, dass ich kaum nachdenken kann. wie bei so vielen hier, wirkt es auf andere nicht so. von einigen habe ich gehört, sie hätten kaum eine nervosität bemerkt, außer dass ich während des vortrags durchgehend knallrot war. na ja, wäre es nur das, wäre ich glücklich.

von euch angespornt, bin ich heute zum arzt gegangen. ich dachte, ich müsste einiges an überzeugungsarbeit leisten um für diesen einen anstehenden termin ein medikament zu bekommen, um die körperlichen symptome zu verringern. meine ärztin war jedoch sehr verständnisvoll und ist sehr gut auf mich und mein problem eingegangen. sie sagte, wir könnten zunächst beruhigungsmittel probieren (tavor habe ich bekommen). ich sollte es an einem tag einnehmen und schauen, wie ich mich damit fühle. (selbstverständlich hat sie mich auf risiken etc hingewiesen, darum soll es hier nicht gehen) im nachhinein überlege ich, auch aufgrund dieser beiträge, ob ein betablocker nicht das bessere mittel wäre. wie ist eure meinung dazu? sie meinte, ich sollte es am besten ausprobieren, wenn ich nicht autofahren müsste. zur arbeit muss ich aber leider mit dem auto, aber da hätte es wahrscheinlich mehr sinn wenn ich es ausprobiere als zu hause an einem sowieso relativ entspannten tag, oder?

der vollständigkeithalber... ich habe keine wirklich traumatischen erlebnisse was das reden vor gruppen angeht. mein körper konnte auch ohne bewusstes trauma eine gut gereifte angst davor entwickeln. ich habe auch viele berichte über rhetorik gelsen, viele übungen in der fh mitgemacht und referate gehalten. auch homöopathie habe ich ausprobiert und arbeite an meinem selbstvertrauen. bitte nehmt daher abstand von aussagen wie, ein bisschen lampenfieber ist wichtig. es ist mehr als das.

liebe grüße und danke, für eure tollen beiträge! ich hoffe meiner ist nicht zu lang/ uninteressant geraten.

13.04.2010 20:04 • x 1 #36


Hallo,

Ich konnte mich in vielen der ausführlichen Beiträge wiedererkennen.
Da einige von euch z.B. "Marathon" 2007 von ihren Problemen berichtet haben, würde mich nun interessieren, wie es bei euch heute aussieht? Habt ihr Lösungen/Therapien gefunden, die wirkungsvoll waren? Seid ihr von eurer Angst befreit? Wie geht es euch heute? Wäre klasse, wenn jemand von euch seine aktuelle Situation und ein paar Ratschläge schildern könnte....

mfG Justus

04.10.2011 19:17 • x 1 #37


Hallo Justus,

na ja, der Thread ist schon älter und der Teilnehmer, den Du genannt hast, und auch der Threadersteller sind gar nicht mehr angemeldet.

Deshalb teile ich Dir meine Erfahrung mit, dass sich bei mir zumindest Fortschritte ergeben haben, was diese Angst betrifft. Richtig angstfrei bin ich aber noch nicht. Allgemeine Tipps wie "Stelle Dich der Angst" möchte ich nicht geben, weil es einfach eine sehr individuelle Sache ist und man meiner Meinung nach von Fall zu Fall / Situation zu Situation abwägen sollte, ob man es tut oder nicht. In der Therapie die Ursachen zu ergründen und Unterstützung zu erfahren, könnte für Dich eine wertvolle Hilfe sein.

Ich habe mich der Redeangst bei den letzten drei Gelegenheiten gestellt und es lief ganz gut.

Grüße

pc

05.10.2011 18:21 • x 1 #38


Hallo liebe Forumsteilnehmer,

vor kurzem bin ich über eine Suchmaschine auf dieses Forum und diesen Thread gestoßen. Der letzte Beitrag ist zwar schon Jahre her, aber irgendwie bin ich ja auch relativ einfach auf diesen Thread gestoßen und somit können das andere auch, weshalb ich für andere Leidgenossen ein paar Tips geben möchte. Tips, die sich bei mir bewährt haben.

In allen vorherigen Beiträgen habe ich mich komplett wiedergefunden! Jeder Beitrag enthält etwas, das auch auf mich zugeschnitten ist. Meine persönliche Story möchte ich deshalb nur noch Stellenweise ausführen.

Ich leide auch an z.T. starker Vortragsangst. Referate, allgemeine Vorträge oder die weiter oben bereits erwähnten "Vorstellungsrunden" (Wer hat diese denn nur erfunden?!). Auch mir klopft das Herz bis zum Hals, meine Hände zittern, mein Mund wird trocken. Einmal war ich sogar der Bewusstlosigkeit nahe, bei einem Gemeinschaftsreferat vor 10 Leuten...

Wie gehe ich diese Angst, dieses Problem an?

Zunächst einmal habe ich mir schon öfters den Kopf darüber zerbrochen, woran das liegt.

- Lacht mich jemand aus, wenn etwas nicht so toll klappt? Nein!
- Was soll eigentlich negatives passieren, wenn ich etwas vortrage? Nichts!
- Wieso bin ich genauso nervös, wenn ich nur vor einer Gruppe etwas vorlesen muss? Keine Erklärung dafür!

Ich denke es ist zum einen die Angst zu versagen, sich zu blamieren, auch wenn man selbst nicht erklären kann, wieso das so sein sollte. Weiterhin könnte es sein, dass man alles perfekt machen will und sich deshalb zu sehr unter Druck setzt. Mit Sicherheit gibt es viele weitere offene Fragen dazu.

Ein aktuelles Beispiel:

Mein bester Kumpel heiratet morgen und ich bin Trauzeuge. Vor Wochen kam dann der Horroranruf: "hey, ich fände es cool, wenn du die Fürbitten in der Kirche vorlesen könntest mit der Trauzeugin, das würde uns total freuen".

Schock! ÄÄh ja, mal sehen oder ja, ich äh, denke schon, so...

Das ich mich nicht gefreut habe, zu einem schönen Teil für die beiden beizutragen, ist klar, obwohl es ja so sein sollte. Deshalb, um nochmal zu den anderen Beiträgen zu kommen, kann ich das so gut nachvollziehen!

Erster Gedanke nach dem Telefonat: Wie komme ich da raus? Mache ich "krank"? Habe ich am Abend zuvor einen doofen Unfall und habe große Schmerzen? Oder muss ich am Samstag vielleicht doch arbeiten, weil ich am Montag eine wichtige Projektarbeit abliefern muss?

Nach etwa einer Woche habe ich mich dann dazu entschieden das einfach zu machen, auch wenn ich weiß, das es schwer werden wird. Einerseits schockt mich der Gedanke, vor etwa 100 Leuten 5 Sätze vorzulesen, andererseits könnte ich mir auch gehörig auf die Schulter klopfen, wenn ich das geschafft habe und dieses Ziel hat im Augenblick wirklich Priorität für mich.

Nun zu meinen Vorschlägen, die aber nicht (!) auf jeden zutreffen müssen. Ich fahre damit zumindest etwas besser, auch wenn sich das Problem noch nicht in Luft aufgelöst hat.

Nachdem ich keine Erklärung mehr für diese krasse Angst hatte, habe ich mich an einen Hypnotiseur gewandt, allerdings brauchte es zwei Anläufe, da es unter diesen auch regelrechte Scharlatane gibt. Wenn ihr euch also für so etwas entscheidet, schaut im Internet nach wer das ist, wie bekannt er ist und evtl. auch wie seine Rezensionen sind! Einige bringen Bücher über ihre Arbeit heraus. Eine Stunde bei einem guten Hypnotiseur kann zwischen 50 und 100 Euro kosten, die ihr wahrscheinlich auch selbst zahlen müsst. Den krassen Durchbruch gab es bei mir nicht, aber ich weiß nun, wie ich mich auf Vorträge vorbereiten kann! Das was der Hypnotiseur macht, kann im Grunde jeder selbst machen (Meine persönliche Meinung), jedoch ist es wichtig zu wissen wie genau man die Sache angeht und wie es dann weiter geht! Diese professionelle Anleitung sollte schon sein und kann auf jeden etwas anders zugeschnitten sein!

Eine Trancehypnose, bei der man quasi einschläft und top fit wieder aufwacht hatte ich nicht und vielleicht gibt es sowas auch nur selten. Die angeleitete "Hypnose" ist im Grunde nichts mehr als eine Art Tagträumerei. Jeder kennt das. Man sitzt irgendwo und auf einmal hat man einen Film vor Augen, der einfach abläuft. Oft ist es ein "Film", den man sich gerade selbst zusammen spinnt. Das ist schon Hypnose! Und wenn man diesen "Film" etwas selbst leitet und sich gewisse Situationen vorstellt und diese dann als "Film" ablaufen lassen kann, dann ist man bei der Selbsthypnose! Es Bedarf an etwas Übung, aber jeder ist im Stande die Augen zu schließen und sich z.B vorzustellen, dass er an einem Flussufer entlang läuft, das ganze dann im Kopf zu einer Art Tagtraum wird, nur mit geschlossenen Augen.

So, und was soll man sich jetzt vorstellen?

Weiter oben kam der Vorschlag sich vorzustellen, dass das Referat o.ä. einfach schön wird. Je nach Person mag das klappen, bei mir aber nicht und ich möchte auch erklären wieso nicht. Der Körper empfindet starke Angst bei einem Vortrag, mein Hypnotiseur sprach sogar von annährender Todesangst. Wenn ich mir nun vorstelle, dass der Vortrag morgen super klasse wird und alle jubeln, ich dann aber vor der Menge stehe und merke wie es eigentlich ist.... nämlich wieder meine "Todesangst", dann bringt mir dieser Gedanke gar nichts!

Im Gegenteil, ich stelle mir vor, wie ich in meinem Vortrag zittern werde, wie ich Angst haben werde, vielleicht sogar kurz vor dem Zusammenklappen bin und kaum einen Ton herausbekomme! Wieso mache ich das? Weil mein Körper sich dann an meine Selbsthypnose, die auf das Unterbewusstsein wirkt, erinnert und sich sagt: "Diese Angst kenne ich bereits, ist nicht mehr so schlimm".

Was habe ich mir also wegen morgen konkret vorgestellt?

- Das die Kirche groß ist und jeder Rang gefüllt ist
- Das ich vor einer gefüllten Kirche vor dem Altar stehen werde und mich alle anschauen
- Das ich den Zettel in die Hand nehme und vor Aufregung der ganze Körper zittert
- Das ich keinen Ton herausbekomme usw.

Erste Aufmunterung heute: Erste Probe mit dem Brautpaar in der Kirche (Nur wir 4 mit Pfarrer). Ich kam in die Kirche hinein und sehe, dass diese nur halb so groß ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Weiterhin, dass wahrscheinlich nur jeweils 4 Reihen besetzt sein werden und nicht die ganze Kirche. Da ist mir schon mal ein großer Stein vom Herzen gefallen und das wegen der Selbsthypnose!

Anderes Beispiel: Vorstellung bei einem Arbeitgeber. Ich wusste das maximal 10 Bewerber kommen werden und sich alle erstmal kurz vorstellen werden bevor es in die Einzelgespräche geht.

Meine Vorgehensweise:

- Ich werde am runden Tisch tierisch zittern und kein Ton herausbringen
- Über 10 Leute werden mich ansehen, kaum zu ertragen
- Der Raum wird rießig sein und jeder kann mich genau beobachten

Am Tag der Vorstellung war der Raum dann mini klein, es kamen nur 6 anstatt 10 Bewerber und die Chefs waren super nett! Das war schon die Halbe Miete!

Der Hypnotiseur geht dann noch weiter, nachdem man sich ganz gut in gewisse Situationen hineinversetzen kann, aber das sprengt den Rahmen jetzt.

was mir bei Referaten übrigens immer sehr sehr gut geholfen hat, ist eine top Vorbereitung! Ich gehe mein Referat laut sprechend daheim so oft durch, dass ich es beinahe auswendig weiß. Das gibt mir Sicherheit und oft habe ich hinterher sogar gehört "das war echt souverän und gut".

Mein Beitrag wurde jetzt echt lang, aber vielleicht hilft es jemandem!

Die von mir beschriebenen Situationen und Vorgehensweisen treffen auf mich zu! Weiterhin möchte ich andere Dinge nicht als "falsch" darstellen. Jeder ist anders.

Danke fürs lesen! Vielleicht ergibt sich ja wieder eine Diskussion. Bei Fragen bin ich gerne da!

27.06.2014 21:14 • x 1 #39


Ich befinde mich in der gleichen Situation wie der User Marathon. Er hat es nahezu perfekt ausgedrückt was ich empfinde. Nur leider sind die meissten Threads hier ohne Lösung bzw zu alt... Hat denn niemand Erfahrungen gemacht mit einer Hypnotherapie z.b. der Milton H. Erickson Gesellschaft?

Bei mir kommt es auch vermehrt zu Panikattacken bei einer Unterhaltung mit dem Chef, bzw einer Autoritätsperson... Mir bleibt dann einfach ein Klos im Hals und das Herz rast.

Ich weiß langsam nicht mehr weiter... Nur so werde ich meinen geplanten Werdegang nicht fortsetzen können....bzw bestehen....

18.06.2015 18:08 • x 1 #40



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