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201831.01




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Wie fange ich an..
Schon als Kind dachte ich das irgendwas mit mir nicht stimmt. Ich hab immer geweint wenn ich Ärger bekommen hab, wollte allen gefallen und gelobt werden, dabei war ich schüchtern und unsicher. Meine eltern haben mich weggestoßen, ich nerve haben sie immer wieder gesagt. Und so war ich irgendwie immer fehl am platz und allein.
Es fühlt sich an als würde ich allein in der Kälte sitzen. Wenn ich die Tür rausgehe bin ich plötzlich Meinungsstark und selbstsicher. Meistens hört mir aber keiner zu, überhören meine Stimme. Ich spühre und höre immer wieder Ablehnung. Dabei bin ich immer freundlich und hilfsbereit. Ich komme nur mit der älteren Generation klar. Ich fühle mich gefangen in mir selbst, will nicht mehr abgewiesen werden, will mich verstecken aber will nicht allein sein. Geweint habe ich ewig nicht mehr, ich kann vor allem anderen nicht zeigen wie ich mich fühle, wie ein schalter...
Smaltalk geht problemlos, aber mehr nicht...was soll das sein?

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5 Antworten ↓
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155
  31.01.2018 12:27  
Bedürftigkeit (im emotionalen Sinne) nennt man das und die dazugehörige, offenbar sehr tiefen, Verhaltensmuster (Kindheit).

Die kindliche Psyche "erklärt" sich so einiges, wenn es nicht ausreichend Liebe, Anerkennung, Aufmerksamkeit bekommt. Daraus entwickeln sich dann Verhaltens- und Denkmuster, die Du "mitnimmst" ins Erwachsenenleben. Nur dort passen sie dann nicht mehr so richtig bzw. passen so lange, bis keine Probleme auftreten (u.U. ein Leben lang...).

Man kann daran arbeiten mit einer Therapieform, die die zugehörige Gefühle in ausreichendem Ausmaß berücksichtigt (also KEINE Verhaltenstherapie).

Da Du deine Gefühle offenbar sehr gut wahrnimmst und sogar auch beschreiben kannst, steht einer Annäherung des Problems und Ursachen also nichts mehr im Weg!



7108
4
NRW
5098
  02.02.2018 00:24  
Hallo Kamel111,

willkommen hier im Forum.

was Du beschreibst, klingt für mich verständlich und daher nicht außergewöhnlich.
Das hört sich so an, als wenn Dir etwas Selbstbewusstsein fehlt.
Ich denke daran kannst Du einiges verbessern.

Zitat:
Schon als Kind dachte ich das irgendwas mit mir nicht stimmt.


Warum dachtest Du, dass mit Dir etwas nicht stimmt? Kannst Du das beschreiben?
Vielleicht stimmte ja an den anderen etwas nicht, z.B an Deinen Eltern.
Zitat:
Ich hab immer geweint wenn ich Ärger bekommen hab, wollte allen gefallen und gelobt werden, dabei war
ich schüchtern und unsicher.


Kannst Du das Verhalten Deiner Eltern zu Dir beschreiben?
Was haben sie nach Deiner Meinung nach gut gemacht und war haben sie Deiner Ansicht nach falsch gemacht bei Dir?

Viele Grüße

Bernhard



215
14
Irgendwo in einer stadt
75
  02.02.2018 03:28  
hab mitunter ziemlich die selben problemchen. meine eltern haben mich auch psychisch anscheinend ziemlich verhaun. nen lösungsweg und das dazupassende werkzeug hab ich noch nicht gefunden. aber das bei mir auch total komisch. ich versuche immer aufmerksamkeit zu erringen, aber unterbewusst stoße ich andere ab. genauso komisch ist das phänomen das ich leute die sich über mir stellen zum tod nich ustehen kann. ob das jetzt ne rangfolge wie auf der arbeit ist, oder ob mein gegenüber in diesem interresenspunkt beispielsweise mehr weiß. ich will quasi immer die nummer 1 sein und bin mad drauf wenn ichs nich sein kann.

zudem bin ich auch sehr viel allein. hab kaum freunde. genaugenommen einen aber der findet im monat maximal 3 mal zeit für mich. das regt mich selber am meisten auf. das wird wahrscheinlich auf höchsten grad egoistisch klingen aber man will ja nich alleine sein wenns einem nicht so gut geht. und wenn die erkenntnis kommt: du kannst ja nirgendswo hin. wirds mist. ich kann zudem auch wirklich NIEMANDEN vertrauen. es ist quasi schon in meinem verhalten mit einprogrammiert das die person vor mir mir früher oder später schaden wird. deswegen geb ich kaum was von mir preis oder flunker rum.

auf jedenfall mach ich jetzt ne therapie und es hat bis jetzt gut getan. geholfen hats auch ein wenig. und ab märz gehts für mich in eine tagesklinik. keine ahnung wies dort sein wird. n bisl bammel hab ich schon. wird aber schon denk ich ^^



211
Offenburg, Baden-Württemberg
122
  15.02.2018 23:55  
Kamel111 hat geschrieben:
Wie fange ich an..
Schon als Kind dachte ich das irgendwas mit mir nicht stimmt. Ich hab immer geweint wenn ich Ärger bekommen hab, wollte allen gefallen und gelobt werden, dabei war ich schüchtern und unsicher. Meine eltern haben mich weggestoßen, ich nerve haben sie immer wieder gesagt. Und so war ich irgendwie immer fehl am platz und allein.


Das ist sehr schade, dass deine Eltern dir keine passende Aufmerksamkeit und Wertschätzung geben konnten, und du daher auch keinen Selbstwert und Selbstbewusstsein aufbauen konntest.
Als Kind will man zuallererst seinen Eltern gefallen. Wenn da nichts von den Eltern kommt wächst auch keine Selbstsicherheit. Die gelernte Grundannahme ist statt 'ich bin etwas Wert allein weil ich bin' ein negativ besetztes 'ich bin nichts wert' oder 'ich muss etwas leisten um etwas wert zu sein'.

Dass deine Eltern dir nicht nur keine Wertschätzung entgegen bringen konnten sondern dich sogar noch abgewertet haben macht es natürlich noch schwieriger für dich.

Da du einen geringen Selbstwert und/oder eine hohe Selbstunsicherheit hast bist du natürlich auch viel anfälliger für tatsächliche oder auch eingebildete/nur subjektiv wahrgenommene Angriffe, Ignorieren oder anderweitig nicht wahrgenommen werden.

Gleichzeitig ist aber klar dass nicht jeder in einer Gruppe gleich beachtet wird, und auch nicht jeder der laute und auffällige Typ ist - was auch nicht unbedingt als Nachteil gesehen werden muss.
Wer leisere Töne spuckt oder auch mal anderen den Vorzug lässt ist meist ein besserer Gesprächspartner im Zwiegespräch, oder auch um in Diskussionen etwas zu erreichen - im Sinne eines Teamziels.

Meinungsstärke und Selbstsicherheit will ich dir keinesfalls streitig machen. Kann aber natürlich auch ein aufgesetzter Schutzmechanismus sein.
Was ja ansich auch noch kein Problem ist.
Problematisch ist wenn etwas passiert dass deine negativen, erlernten Grundannahmen trifft und negative Gedanken und/oder Emotionen in Gang setzt.

Kamel111 hat geschrieben:
Meistens hört mir aber keiner zu, überhören meine Stimme.

Mhm, schwierig das jetzt einzuordnen.

Ich gehe selten in Situationen in denen ich es erleben könnte, aber ich melde mich selbst sicherlich wesentlich seltener zu Wort als andere, und werde auch eher überhört.
Sich darüber fertig zu machen bringt aber auch nichts.
Vielleicht kannst du an der Situation etwas ändern?
Dich eher nur zu zweit oder dritt mit den Freunden treffen?

Kamel111 hat geschrieben:
Ich spühre und höre immer wieder Ablehnung. Dabei bin ich immer freundlich und hilfsbereit.


Nicht jeder ist diesbezüglich offen und einfühlsam. Manche sind schroffer oder gerade nicht in passender Stimmung.
Böse gemeint ist es selten. Die Personen kommen aus einer anderen Situation und Erziehung, und sind womöglich einfach ein anderer Typ.

Ich weiß jetzt nicht was du alles als erfahrene Ablehnung auffasst.
Aber vielleicht gilt auch hier; vielleicht kannst du dir passende Situationen suchen, oder auch neue Freundschaften die einfühlsamer sind.

Kamel111 hat geschrieben:
Ich fühle mich gefangen in mir selbst, will nicht mehr abgewiesen werden, will mich verstecken aber will nicht allein sein. Geweint habe ich ewig nicht mehr, ich kann vor allem anderen nicht zeigen wie ich mich fühle, wie ein schalter...


Abweisung erlebt niemand gerne. Ablehnung muss jeder immer (mal) wieder erleben.
Rückzug wäre die Alternative, aber du erkennst ja selbst bereits dass das für dich keine Alternative ist - du möchtest nicht allein sein.

Trotzdem kannst du deine Umgebung und Beziehungen kultivieren. Mit wem du in welchen Situationen Zeit verbringst.
In bestimmte Situationen vielleicht mit geringeren Erwartungen eintreten.
Andere vielleicht bewusst zu meiden, weil sie dir nicht gut tun, und stattdessen etwas anderes zu tun was dir gut tut.

Sich zu öffnen wenn man sich verletzlich fühlt ist sicherlich schwierig.
Und macht auch nicht bei jedem Sinn.
Verletzlichkeit offenbart man nur guten Freunden und Personen bei denen man weiß dass sie einem Empathie und Sympathie entgegen bringen.



211
Offenburg, Baden-Württemberg
122
  16.02.2018 00:14  
Mademyberg hat geschrieben:
aber das bei mir auch total komisch. ich versuche immer aufmerksamkeit zu erringen, aber unterbewusst stoße ich andere ab. genauso komisch ist das phänomen das ich leute die sich über mir stellen zum tod nich ustehen kann. ob das jetzt ne rangfolge wie auf der arbeit ist, oder ob mein gegenüber in diesem interresenspunkt beispielsweise mehr weiß. ich will quasi immer die nummer 1 sein und bin mad drauf wenn ichs nich sein kann.


So komisch/seltsam finde ich das jetzt garnicht. :)

Das sind ja alles Schutzmechanismen gegen die eigene subjektive Verletzlichkeit oder gedachte Wertlosigkeit.

Aufmerksamkeit um wahrgenommen zu werden und etwas wert zu sein.
Abstoßen um die eigenen Schwächen und gefühlte Wertlosigkeit nicht zu erkennen zu geben.
Als überlegen wahrgenommene abstoßen weil sie macht über einen selbst haben - einem womöglich deutlich machen könnten wie wenig wert man vermeintlich ist.
Die Nummer 1 sein um etwas wert zu sein.

Das alles sind natürlich destruktive Verhaltensweisen. Trotzdem ist die Intention eine gute; der Schutz des Selbst vor vermeintlichen und unbequemen Wahrheiten.

Ursache sind die erlernten Grundannahmen das man allein durch das Sein noch nichts wert ist. Man muss sich seinen Wert durch Leistung und andere erwerben.
Das ist natürlich langfristig nicht produktiv und ggf. gefährlich - man steht in Abhängigkeit zu anderen und Situationen und der eigenen vermeintlichen Stärke.

Zitat:
hab kaum freunde. genaugenommen einen aber der findet im monat maximal 3 mal zeit für mich.

Je nach dem wie beschäftigt der ist ist das doch schon eine ganz gute Zahl - mal objektiv betrachtet.
Natürlich wäre es für dich schöner ihr würdet euch öfters sehen; aber wenn er viel zu tun hat, womöglich Erholung braucht, noch andere Bekanntschaften pflegt

Ist natürlich schade dass du so abhängig von ihm bist.
Aber vielleicht lässt sich das ändern? Dein Freundeskreis erweitern? :)

Als egoistisch würde ich da jetzt auch noch nichts abstempeln. Deine Bedürfnisse die du äußerst sind ja völlig nachvollziehbar.
Aber genauso dass dein Freund nicht unbedingt öfters Zeit hat.

Zitat:
ich kann zudem auch wirklich NIEMANDEN vertrauen. es ist quasi schon in meinem verhalten mit einprogrammiert das die person vor mir mir früher oder später schaden wird. deswegen geb ich kaum was von mir preis oder flunker rum.


Das ist natürlich schwierig. Anstrengend dagegen zu arbeiten und zu lernen.
Kannst du dich denn gegenüber diesem einen guten Freund öffnen?

Schön dass dir deine Therapie schon etwas hilft. Viel Erfolg in der Tagesklinik!

Ich war letztes Jahr in Reha. Eher mit Gleichgültigkeit geplant/beantragt. Zeitlich weit davor schon etwas Angst davor gehabt.
Aber als ich hin bin bin ich mit einer positiven Einstellung hin; die Mitarbeiter dort wollen mir nur helfen, und die Mitpatienten haben auch alle ihre Problemchen.
War dann überhaupt kein Problem. Keine Angst, keine Übelkeit.

Danke1xDanke


Dr. Reinhard Pichler

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