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Hey,
Ich bin Julez, 17(m).
Ich bräuchte mal euren Rat. Und zwar hab ich schon seit langer Zeit damit zu kämpfen, dass ich anderen Menschen meide.
Wie schon im Betreff geschrieben kann ich mit anderen Menschen nichts anfangen zumindest nur bedingt. "Online", sprich hier in der virtuellen Welt, komme ich gut mit anderen zurecht auch bei TS, etc kann ich mit anderen reden. Jedoch geht es dabei auch nie um privatere Sachen oder so, zudem kommt noch, dass, wenn ich z.B. bei nem Spiel mit wem rede wir schon ein Thema haben -> das Spiel und somit auch gleiche Interessen.
Nur sobald ich in die "reale" Welt komme sieht dies ganz anders aus. Dort habe ich keine Ahnung was ich mit den anderen Menschen machen kann. Mich interessiert es weder was sie reden, noch hab ich groß Lust mit denen zu reden.
Naja worüber auch? und warum sollte ich überhaupt mit denen reden? Ich habs ja schließlich nie kennengelernt. Ich hatte noch nie wen "reales" mit dem ich "von Angesicht zu Angesicht" über etwas (u. a. Problemen) reden konnte. Ich hatte mal eine "beste" Freundin, naja falls man jemanden so bezeichnen kann, wenn man nur mit der Person schreibt und telefoniert. Aber selbst ihr habe ich nichts über meine "Probleme" bzw. das was mich beschäftigt erzählt (mal abgesehen davon, dass ich mit anderen Mensche nicht zurecht komme, darauf bin ich damals noch gar nicht gekommen^^).
Ich hab zwar auch in der "realen" Welt Freunde, eigentlich eher Bekannte, mit denen ich auch was machen könnte (dazu aber später mehr), aber mit denen rede ich auch nicht viel. Wenn einer Motorradfährt dann darüber bisschen aber auch nicht so viel^^. Meistens stehe ich nur dabei und hör zu was die untereinander bzw. in dieser Gruppe reden und lächel/lache manchmal wenn ich denke es wäre abgebracht (wahrscheinlich ist es das meist nicht mal...). Wenn ich mal was sage, dann auch immer mit nem künstlichen Lächeln...
Abgesehen davon fällt es mir sowieso recht schwer vor anderen zu sprechen. Wenn ich z.B. in der Schule eine Präsentation halten muss verspreche ich mich oft, lese/spreche oft zu schnell wodurch noch mehr Fehler entstehen. Hab dabei auch immer das Gefühl, dass mir richtig warm wird und ich rot werde (darauf hat mich aber noch nie wer angesprochen).
Allgemein bin ich sowieso recht Interessenlos. Das meiste was so passiert juckt mich einfach nicht. Gerade in Bezug auf andere Menschen merk ich das stark. Zudem kommt noch, dass ich meist extrem unmotiviert bin und auch keine Lust hab auf Partys oder so zu gehen. Zumal dort auch immer so viele Menschen sind, was sich auch nicht positiv auf mich auswirkt, da ich die meisten Menschen und vorallem Menschengruppen/Menschenmassen nicht leiden kann und meide.
Das Problem ist nicht, dass ich Angst habe wen anzusprechen oder so, naja schon ein bisschen aber das ist nicht das Hauptproblem. Ich denke, ich hab eher Angst vor dem was nach dem ansprechen ist. Worüber redet man?(Viele sagen "übers Wetter", ja toll... selbst wenn es für die Person in Ordnung ist und es die nicht langweilt würde es mich extrem langweilen.) Wie schaff ich es denen vorzugaukeln, dass mich den ihr Leben und Zeug interessiert?

Gestern war ich mal auf ner Party, deswegen hab ich mich jetzt auch mal entschlossen euch hier zu schreiben, da mir dort und vorallem als ich dann Heim bin klar geworden ist, wie schlecht ich mit anderen zurecht komme.
Wir waren erst mal bei nem Kollegen mit dem ich eigentlich (falls ich mal auf Partys oder so gehe) immer auf sowas gehe. Bei ihm waren noch 3 andere, sodass wir dann zu fünft bei ihm saßen, bisschen was getrunken haben und geredet haben. Naja was heißt wir haben geredet? Eigentlich müsste es heißen "die haben geredet", da ich nur da saß und anwesend war, ab und zu hab ich mein tolles Lächeln aufgesetzt und die ganze Zeit gehofft, dass mich keiner anspricht.
Dann als wir los sind, haben die immer weiter geredet, während dem Laufen und ich war wieder mal schweigend dabei. Zumindest war ich von anfang an körperlich anwesend.
Dann als wir irgendwann da waren, paar Leute begrüßt die man so kennt oder die einen begrüßen, weil die die Leute kennen mit denen man dort ist. Und dann wieder was getrunken. Dann kamen ein paar an unseren Tisch, die ich nicht kannte aber meine Kollegen. Die alle wieder am reden, als ich angesprochen wurde, hab ich immer so kurz wie möglich geantwortet und das wars.
So ging es eigentlich die ganze Zeit. Dann habe ich mal nen Kollegen angesprochen, was ich tun kann, weil ich mit den ganzen Leuten nichts anfangen kann. Er meinte, ich solle einfach mit denen reden, ich kenne ja viele mehr oder weniger und so. Einfach ansprechen meinte er, es könne eh nichts passieren. Auf die Frage worüber man sprechen könnte hat er mir jedoch auch nichts gesagt.
Ich hab dann mal versucht seine Tipps in die Tat umzusetzten. Mich zu ner Gruppe von Leuten gestellt die ich kannte, mit dem Vorhaben mit zu reden. Geklappt hat es nicht. Ich wusste zwar was über den ihre Themen, auch wenn die mich kein bisschen Interessiert haben, aber ich hab einfach nichts gesagt, ich weiß nicht warum. Es ging einfach nicht. Zum einen habe ich mich nicht getraut, zum anderen wusste ich nicht was ich sagen soll. Also was ich sagen kann, ohne, dass es schei. ist was ich sage... Ich denke ich mache mir viel zu viele Gedanken darüber.
Nachdem das, dann nicht geklappt hatte, hab ich mir vorgenommen wen anzusprechen, wo ich wusste, dass die von etwas "weiter weg" kommt, sodass es nicht so die Auswirkungen auf mein Leben hat, falls ich das mit dem Reden mit der Person nicht hinbekomme (sprich, dass ich in der Schule oder so dann nicht von der Person angesprochen werde. Sodass, falls es schei. wird, ich nichts mehr mit der Person zutun haben muss). Ich wusste ja recht "viel", über die Leute dort, da ich ja immer mitgehört habe...
Naja bei dem Vorhaben ist es auch hier geblieben... Ich habe mich wieder nicht getraut, mir war klar, dass ich hin gehen kann, "Hey, wie geht's?" um das Gespräch anzufangen. Aber sobald ich etwas weiter gedacht hab, was danach ist wusste ich nicht mehr weiter... Deswegen habe ich es dann komplett gelassen. :/
So habe ich 6 Stunden auf der Party rumbekommen... Wie ist mir ein Rätsel, wahrscheinlich hat der Alk. gut geholfen...
Und da kommen wir auch schon zum nächsten Punkt. Man sagt ja auch, man soll sich etwas "Mut antrinken". Ja gut... bei mir macht es keinen Unterschied, ob ich voll, nüchtern oder angetrunken bin. Ich weiß einfach nie Themen zum Reden, da mich, wie gesagt nichts groß interessiert. (Ich kann ja schlecht irgendwen übers Motorradfahren, Zocken oder Programmieren voll babbeln. Ja klar, das Ziel ist es eigentlich, dass beide reden, aber naja...)


Ein anderer Punkt ist, dass ich die Anonymität sehr genieße. Ich finde es besser, wenn ich nicht beachtet/beobachtet werde. Und, wenn andere nicht viel über mich wissen. Vielleicht fühl ich mich deswegen auch im Internet so wohl... Auch beim Motorradfahren, habe ich immer, als ich noch ein durchsichtiges Visir habe, die "Sonnenblende" von meinem Helm runter gemacht, damit man micht weniger sieht. Mitlerweile hab ich ein dunkles Visir, somit ist das auch gelöst...^^


Was anderes, was mir seit gestern klar(er) geworden ist, ist, dass ich zuhause komplett anders als "draußen" bin. Zuhause "tanze" bzw. bewege ich mich manchmal zu Musik (auch auf dem Motorrad, wenn ich Lederkombi und das dunkle Visir an hab beweg ich mich bei ner Ampel manchmal etwas "komisch", bewege die Arme und so, halt komplett frei und sorglos, es weiß ja eh niemand wer ich bin^^). Zuhause bin ich auch offnener, meist besser gelaunt, etc.. Sobald ich dann draußen bin, total still, schüchtern, unmotiviert, desinteressiert, schäme mich für alles mögliche, etc..

Gestern, als ich dann auch viel früher, als die anderen gegangen bin, war ich auch richtig enttäuscht von mir, weil ich mich einfach nicht traue, Kontakt mit anderen Menschen aufzunehmen und so...


Was anderes was mir noch auffällt ist, dass ich, wenn ich mal wen habe mit dem ich viel schreibe (zum sprechen/treffen kommts ja eh fast nie, da ich das umgehe so gut ich kann), dass ich der Person auch recht schnell was "privateres" erzähle, und diese Person mir (sehr) wichtig wird... Obwohl ich die ja kaum kenne...

Was mir noch aufgefallen ist, ist, dass es eigentlich egal ist, mit welchem Geschlecht ich rede, da ich bei beiden keine Ahnung habe worüber man reden könnte...
Ich hätte schon gern mal ein paar mehr Freunde und Freundinnen, von ner Beziehung mal ganz abgesehen... Aber wie soll sowas funktionieren, wenn mich andere nicht so wirklich interessieren und ich mit denen nicht reden kann? :/



Uhi, ist ganz schön viel und durcheinander geworden^^

Habt ihr, vielleicht ein paar Tipps, was ich dagegen tun kann?

MFG

12.12.2015 21:56 • 14.12.2015 #1


13 Antworten ↓


Icefalki
Hallo Julez, willkommen bei uns.

Hab mir das jetzt alles mal so durchgelesen und schwanke hin und her.

So richtig "leiden" tust du ja (noch) nicht.

In der Regel kommt es zu Veränderungen, wenn der Leidensdruck groß genug ist.

Du schwankst noch so hin und her.

Als Tipp, wenn du ernsthaft interessiert bist, dann such dir ein Hobby, das dir echt Spaß macht, bei dem man automatisch mit anderen zu tun hat und dann gibt es genügend Gesprächsthemen.

Wenn du Freiheit magst, wie wäre es mit Segelfliegen? Dort oben wärest du richtig frei und unten hast du ne Mannschaft mit Gleichgesinnten.

Oder eben was ähnliches. Wegwerfgespräche liegen nicht jedem, aber wenn man. Ist Gleichgesinnten übers Hobby reden kann, führt das eine zum anderen.

13.12.2015 23:44 • #2



Ich kann nichts mit anderen Menschen anfangen

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Danke erstmal
Ja gut richtig "leiden" ist es nicht, aber muss es denn überhaupt soweit kommen? Ich denke es ist besser, wenn ich jetzt schon was dagegen machen könnte bzw. Ich will jetzt auch schon was daran ändern.
Das mit dem Segelfliegen, kann ich nicht wirklich in die Tat umsetzen, da fehlen mir die Möglichkeiten, zum einen vom Wohnort her und zum anderen Finanziell und dazu kommt noch die begrenzte Zeit die ich, wegen der Schule, eh schon habe. Außerdem könnt ich es auch nur ausprobieren und sehen ob es was für mich wäre, wenn nicht ständ ich, so wie jetzt, wieder bei 0.
Ich hab Anfang des Jahres mal mit Kung Fu angefangen, hat am Anfang super Spaß gemacht, waren korrekte Leute da, ein guter Trainer, man konnte mal abschalten. Alles gut nur nach ca. 2 Monaten hab ich total die Lust daran verloren... Und es dann sein lassen.
Leider fällt mir nichts ein, was mit anderen zu tun hat und mir Spaß machen würde.
Das Einzige wär Motorradfahren, aber das geht auch nur (mehr oder weniger) von März - Oktober.

Und ich würde auch gerne mal Kontakt mit Menschen habe die ich vorher nicht kannte, die nicht die selben Interessen haben. Geht ja bei anderen auch.. Warum bei mir nicht auch?

Aber hast du vielleicht ne Idee, wie ich es schaffe nicht mehr daran zu denken, was nach dem "Hey" gereden wird? Wie schon geschrieben, mir fällt da nie was ein, und somit lass ich das Reden dann ganz. Ich will halt einfach diese "peinliche Stille" nicht haben...

14.12.2015 02:30 • #3


Hallo Julez!

Ich kenne deine Gedanken sehr gut, hatte Ähnliche bis vor zwei, drei Jahren. Weisst du was sich bei mir geändert hat? Plötzlich habe ich gemerkt, dass ich die meisten Menschen um mich herum gut durchschauen kann, weiss weshalb sie was tun und was ihre Absichten sind. Sie langweilten mich und ich muss sagen, ich entwickelte dabei eine Art Arroganz, die mir dann aber jegliche Angst nahm. Je länger ich sie beobachtete, desto mehr wollte ich NICHT dazu gehören. Die Angst verflog, weil ich bei diesen Menschen gar nicht gut ankommen wollte. Dafür fand ich 2 Menschen, mit denen ich mich blind verstehe und seither ist mein Umfeld ziemlich begrenzt. Mir gefällt meine Aussenseiterrolle ziemlich gut, weil sie immer no unterhaltsamer und interessanter ist, als die des Herdentiers. Und wenn du dann mal jemanden findest, der auch so ist, musst du nicht mehr überlegen, was du sagen willst, dann kannst du einfach sagen was du denkst. Ein super Gespräch hatte ich einmal, dass fing mit der Bemerkung an, dass ich den Paarungstrieb bei Diskobesuchern total abstossend finde. Wenn mein Gesprächspartner sowas nicht begreift, dann gehe ich einfach wieder weg, weil er mir zu doof ist.
Diese Haltung macht zwar relativ einsam, aber mir gehts seither viel besser.

Lg

14.12.2015 05:59 • #4


Danke leermond32

Aber ich will ja gerade das "ausgeschieden" sein meiden. Ich will nicht, "arrogant" werden...
Und mein Ziel ist es mit jedem reden zu können und nicht nur mit bestimmten Leuten.
Es reicht ja wenn, ich die "Angst" vor dem Gespräch besiegen kann und den Leuten vorgaukel, dass es mich interessiert was die erzählen und dass ich mit reden kann.

14.12.2015 09:03 • #5


Lieber julez, aber denkst du nicht dass das auf Dauer unbefriedigend sein wird, mit jedem plaudern und vorgaukeln, dass es dich interessiert, obwohl du dich zu Tode langweilst? So tun als ob führt meist dazu, dass du nur eine Rolle spielst anstatt dein Leben zu leben...

14.12.2015 10:19 • #6


Ja, es ist nicht das Gelbe vom Ei. Aber ich will ja auch nicht zu jedem den ich sehe gehen und mit denen babbeln.
Aber wenn ich mich mal unter Menschen begebe, dann will ich nicht mehr nur die ganze Zeit darum stehen und nichts machen, sondern auch mal mit denen reden.
Und dein Vorschlag wär auch nichts für mich.

14.12.2015 10:42 • #7


Ich weiss nicht ob dich Bücher interessieren, aber da gibt es oft die typischen Romanhelden, die sich mit 50 in einem Leben wiederfinden, dass sie so gar nicht wollten und versuchen daraus auszubrechen oder solche, die dann beim Versuch sich eine neue Identität aufzubauen um zu gefallen tot im Swimmingpool enden (Jay Gatsby). Ich bin der Meinung das Leben ist zu kurz und zu schön um das erst mit 50 zu kapieren oder tot im Swimmingpool zu enden.

14.12.2015 10:47 • #8


Wolfsherz
Hi Julez,

ich hab mir deinen Text mal durchgelesen und frage mich, was nun genau dein Problem ist. Interessieren dich Menschen oder nicht? Willst du wirklich mehr Kontakt zu anderen Menschen und hast einfach nur Angst oder sind sie dir egal und du meinst nur, dass es so sein MUSS, weil das eben so verlangt wird?
Wenn Letzteres der Fall ist, wird es dir so ergehen wie leermond32 schrieb. Glücklich wirst du dadurch nicht, wenn du dich auf Dauer verstellst.
Ich hab mich auch noch nie sonderlich für andere Menschen interessiert und fand das nicht schlimm. Es waren immer nur die Mitmenschen, die meinten man müsse ja auf Feiern gehen, sich öfter mit Freunden treffen usw. Allerdings hab ich keine Probleme mit Fremden zu reden und mache das auch, wenn es sein muss.

14.12.2015 10:59 • #9


Ich weiß nicht ob ich direkt mehr Kontakt zu anderen haben will,vielleicht zu ein paar.
Naja mir sind die nicht komplett egal, aber ja ich interessiere mich nicht besonders für die, aber die "Gesellschaft" verlangt es nun mal, dass man was mit anderen Menschen macht und so.

Reden geht mit anderen, jedoch nur unter der Bedingung, dass die mich anreden und wenn ich dem nicht irgendwie ausweichen kann. Und selbst dann sind das meist kurze und gelangweilte Gespräche(zumindest kommt mir das so vor).

Ich denke ein Problem ist auch, dass ich selbst nicht weiß was ich nun wirklich will.
Aber ich will halt auch nicht direkt sagen, dass andere schei. sind obwohl ich nie großartig direkten Kontakt (von Angesicht zu Angesicht reden)

14.12.2015 11:07 • #10


Wolfsherz
Man muss andere Menschen auch nicht gleich hassen. Aber es gibt eben Menschen, die sind lieber allein oder haben nur sporadischen Kontakt, weil sie einfach nicht viel mit anderen Menschen anfangen können, obwohl sie sich gut mit anderen verstehen und auch keine Probleme mit ihnen haben.
Also wenn du doch etwas mehr Kontakt mit anderen Menschen suchst, dann solltest du dir welche suchen, die ähnliche Interessen haben. Denn auf ein langweiliges Gespräch über Themen, die einen nicht interessieren, kann man verzichten und das frustriert nur noch mehr.
Aber ich glaube, dass du erstmal herausfinden musst, was du eigentlich willst.

14.12.2015 11:49 • #11


Ich hasse ja auch niemanden, manche sind mir nun mal wichtiger bzw interessieren mich mehr und andere sind mir total egal.
Und wie kann ich herausfinden was ich will? :/

14.12.2015 16:17 • #12


Zitat von Julez77:
Naja mir sind die nicht komplett egal, aber ja ich interessiere mich nicht besonders für die, aber die "Gesellschaft" verlangt es nun mal, dass man was mit anderen Menschen macht und so.(von Angesicht zu Angesicht reden)


Ausserdem sagst du du wüsstest nicht was du willst. Hier ein paar Argumente, die aus meiner Sicht Klarheit verschaffen könnten.

1. Mit 17 Dinge zu tun bloss weil sie von dir erwartet werden, führt nirgendwo hin. Plötzlich bist du 50, verheiratet mit einer Frau die du nicht liebst, mit einem Job der dir nicht gefällt und Freunden, die du gar nicht magst. Wenn du mit 35 merkst, dass dir das Archäologiestudium nichts gebracht hat und du jetzt einen Kompromiss eingehen musst um finanziell klarzukommen ist das ok, aber fang noch nicht mit 17 damit an.

2. Zwecksfreundschaften können nützlich sein. Gesellschaft, wenn du nicht alleine sein willst, gutes Verhältnis mit Familienmitglieder, die du immer wieder sehen musst, ein nettes Hallo zur Nachbarin, die deine Katze füttert, wenn du weg bist.

3. Zeit mit Menschen die dich nicht interessieren und Dingen, die dir nicht zusprechen, zu verbringen ist vergeudete Zeit wenn du nicht noch einen Nutzen daraus ziehen kannst.

4. Wenn du dich verstellst, um andern zu gefallen, werden diese dich auch gar nie als Mensch, der du bist, schätzen können.

5. Bauchgefühl-check: Fühlt es sich richtig an? ich fühle mich immer ziemlich schei. nach einem Abend, an dem ich mich verstellt habe und so ganz anders war als ich eigentlich bin. Auch tue ich nicht gerne Sachen zu denen ich keine Lust habe. Wenn dein Bauchgefühl einfach "Kein Bock" sagt, dann tut es ziemlich gut auch Nein zu sagen.

6. Wenn du das alles nur tun willst um zu testen, wie du bei anderen Menschen ankommst, dann vergiss es. Je mehr du dich darauf fixierst, desto unbeholfener wirst du in deinem Verhalten. Ich spreche aus Erfahrung.

7. Wenn du das Gefühl hast, anders als 90% der Menschen zu sein, durch Charaktereigenschaften, Intelligenz, Interessen, Sexualität, Aussehen, was auch immer, dann such dir Vorbilder in Literatur, Film oder der Öffentlichkeit die dir entsprechen. Ich kenne beispielsweise so viele Mädchen die gerne wie Laufstegmodels aussehen wollen, aber eine Figur wie Beyonce haben. Nun ja, die wird auch als anziehend angesehen, wieso orientieren sie sich dann an einem so unerreichbaren Vorbild? Abgesehen davon sind so viele Menschen Idioten, es lohnt sich meistens gar nicht ihnen nachzueifern oder sie beeindrucken zu wollen.

8. Beliebt sein ist sowieso überbewertet.

9. Das alles klingt so doof wenn man es einfach so als Rat kriegt, aber irgendeinmal hat man das Aha-Erlebnis, dass einem sagt, das eben doch was dran ist an so abgedroschenen Lebensweisheiten.

14.12.2015 19:10 • x 1 #13


Oke vielen Dank.
Ich denke mal das "Selbstfinden" geht auch nicht von heut auf morgen. Und kommt eher mit der Zeit.
Allzu doff klingt das nicht mal, ich verstehe ja was du meinst^^

15.12.2015 00:23 • #14



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