P
PaulaHB
Gast
Hab per google etwas zum Thema "Probleme mit dem Erwachsen werden" gesucht und dann dieses Forum gefunden.
Aller Anfang ist ja bekanntlich schwer und so ist es auch nicht einfach mein "Problem" oder meine "Probleme" zu beschreiben...
Bin 25 Jahre alt, Single, Studentin, vor 8 Wochen aus meinem behüteten Elternhaus in eine eigene kleine Wohnung gezogen, und habe mich lange darauf gefreut, für mich selbst zu kochen, einen kürzeren Weg zur Uni zu haben, meinen schönen kleinen Balkon zu genießen etc. Soviel zur "Fassade". Klingt doch wie aus dem Bilderbuch... Ja, das bin ich nach außen, für "die anderen". War früher ein "pflegeleichtes, liebes Kind", das gerne gesungen und gespielt hat, Tierärztin werden wollte und immer gut in der Schule war, also "nie Probleme gemacht hat", Freundinnen hatte etc. Aber eine Sache, die mich seit meiner Kindheit begleitet und die ich nach und nach gelernt hatte zu "kontrollieren", war die Angst, die Angst zu versagen, die Angst vor anderen zu sprechen, die Angst ohne Mama irgendwo hinzugehen, die Angst ins Schullandheim zu fahren etc. Hab immer wieder die schmerzliche Erfahrung gemacht, dass meine Ängste nicht ernst genommen oder abgelehnt wurden, so nach dem Motto "Du hast doch immer gute Noten, wovor hast DU denn Angst?!" oder "Stell dich mal nicht so an, ich hätte Grund Angst zu haben" etc. pp.
Naja, soviel zu meiner Kindheit und Schulzeit. Wie gesagt: Immer "unaufällig, gute Schülerin, nett, integriert". Und dann, das Abi bestanden und an die Uni gegangen. Da fing es an: Die totale Unsicherheit, Suche nach Halt, Flucht wieder nach Hause in die "kleine heile Welt", damals noch in die Arme meines Freundes aus der Oberstufenzeit. Scheine gemacht, das "nötigste" eben und dann wieder Flucht, weil ich mich fremd fühlte, die anderen sich mittlerweile schon kannten und ich mich unsicher, gehemmt fühlte, zwar Anschluss wollte, aber irgendwie immer wieder flüchtete. Bis mein Freund mich betrog und verließ und ich woher auch immer meine Energie ins Studium steckte, mit dem Ziel "Vordiplom". Klappte auch, aber nach und nach merkte ich wie mir die Energie ausging, die Trennung hatte ich "gut verarbeitet", mich von meinem Freund gelöst, aber irgendwie orientierte ich mich an "den anderen" im Studium, Bekanntenkreis, spürte immer mehr Druck und Angst vor Referaten, Prüfungen etc. die ich versuchte zu verstecken, weil ich mich dafür schämte... Naja, um es abzukürzen: Meine erste schwere depressive Episode hatte ich dann 2007, konnte nicht mehr schlafen, zog mich von allem zurück, sah in nichts mehr einen Sinn, zweifelte an mir, dem Studium, fühlte mich total entfremdet, aber irgendwie (Doxepin sei dank) ging es weiter, danach 6 Wochen wohltuende Reha, und ein "neues Lebensgefühl", traute mich für 3 Monate ins Ausland und fasste dann mein neues Ziel ins Auge "Ausziehen", und fühlte mich "fit", gesund wie "die anderen" auch, und dann kam wieder ein Gefühl der totalen Überforderung, Angst vor den vielen Abschlussprüfungen, Freundinnen die fertig sind und wegziehen, Einsamkeitsgefühle, nur lose Kontakte an der Uni, Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit, wie auf der "Flucht" fühlen, Schamgefühle, Rückzug, die erste Panikattacke meines Lebens in meiner neuen Wohnung (bin froh, dass ich weiß was es ist, dachte ich würde verrückt werden...), Anruf bei den Eltern als meinen engsten Vertrauten, Flucht ins Elternhaus, Eltern ratlos und hilflos, Tochter hysterisch, wieder Krankschreibung wie 2007, wieder Diagnose "schwere depressive Episode", 2x die Woche Therapie als nicht ausreichend empfunden, und in einer Woche gehe ich in die Klinik zur "gruppenanalytischen Therapie". Hab Angst, will das irgendwie auch nicht, aber da ich momentan nichts wirklich möchte außer schlafen, naja, versuche ich es eben.
Meine Eltern (und meine Schwester, die woanders lebt) sind auch total down und ich wünschte es wäre diesmal nicht soweit gekommen, tut mir so leid, dass ich den anderen so einen Kummer bereite. Wollte immer "die gute Tochter sein", eine die "eben keine Probleme bereitet". Naja, und nun kann ich es selbst kaum glauben, das ich eben unter dem ganzen Druck, dem mich mit "den anderen vergleichen" diese Krankheit entwickelt habe. Aber es ist so. Und ich möchte irgendwie lernen, sie in mein Leben zu integrieren und nicht zu verdrängen, denn dann meldet sie sich eh von selbst... Ich war und bin eben ein sehr sehr sensibler Mensch, der in seiner Kindheit überbehütet aufgewachsen ist, seine Ängste und Wunden immer versteckt hat, eben aus Angst abgelehnt zu werden oder nicht verstanden. Ich wünsche mir Kontakt zu auch sensiblen Menschen, die sich oft in dieser schnellen, reizüberfluteten Welt voller Druck auch öfters "fehl am Platze" fühlen, oder nicht "mithalten können" mit dem Tempo "der anderen", der "nicht so sensiblen".
Ich bin 25, fühle mich momentan wie ein kleines ängstliches Kind, klammere total an meinen Eltern, bin krankgeschrieben und geh nicht zur Uni, meine Freundinnen ziehen weg und ich habe als Basis nur noch meine Familie, suche meinen Platz in meinem Leben, habe Angst vor dem Studiumsabschluss und habe meine Abschlussprüfungen soweit nach hinten geschoben, das sie das einzige sind, was ich noch machen müsste, aber fühle mich, als würde mich dieser "Prüfungsberg" erschlagen, habe schon Fluchtgedanken gehabt wie: Ich brech das Studium ab!
Aber weiß dass das im grunde bescheuert wäre, nach so vielen Semestern und dann ohne Abschluss...
Bin also derzeit in einer totalen Lebenskrise (mal wieder) und frage mich, ob das Krise das Synonym für Leben ist...
Wobei ich ja eigentlich, von außen betrachtet, keinen "Grund zum Jammern" hätte, meine Eltern unterstützen mich, habe bis jetzt, wenn auch seeehr laaangsam alles im Studium bestanden, ABER:
Bin wieder im Loch, habe Angst vor der Zukunft, Selbstzweifel, das ich diese Krise nicht hab kommen sehen und etwas tun konnte, auf mich aufpassen konnte... Aber es ist so wie es ist.
Und ich bin so wie ich bin, mit "guter Fassade" nach außen aber innen drin ganz verängstigt und nach Halt suchend...
Ist das das Erwachsen werden? Was bedeutet Erwachsen werden eigentlich? Das man "ohne die Eltern zurecht kommt"?!
Naja, zur Zeit bin ich wieder Kind, ein trotziges weinendes Kind.
Vielleicht kann mich ja jemand verstehen, etwas von dem was ich geschrieben habe nachvollziehen.
Danke fürs Durchhalten )
Schön, dass es dieses Forum, diese Möglichkeit des "sich von der Seele schreibens" gibt!
Aller Anfang ist ja bekanntlich schwer und so ist es auch nicht einfach mein "Problem" oder meine "Probleme" zu beschreiben...
Bin 25 Jahre alt, Single, Studentin, vor 8 Wochen aus meinem behüteten Elternhaus in eine eigene kleine Wohnung gezogen, und habe mich lange darauf gefreut, für mich selbst zu kochen, einen kürzeren Weg zur Uni zu haben, meinen schönen kleinen Balkon zu genießen etc. Soviel zur "Fassade". Klingt doch wie aus dem Bilderbuch... Ja, das bin ich nach außen, für "die anderen". War früher ein "pflegeleichtes, liebes Kind", das gerne gesungen und gespielt hat, Tierärztin werden wollte und immer gut in der Schule war, also "nie Probleme gemacht hat", Freundinnen hatte etc. Aber eine Sache, die mich seit meiner Kindheit begleitet und die ich nach und nach gelernt hatte zu "kontrollieren", war die Angst, die Angst zu versagen, die Angst vor anderen zu sprechen, die Angst ohne Mama irgendwo hinzugehen, die Angst ins Schullandheim zu fahren etc. Hab immer wieder die schmerzliche Erfahrung gemacht, dass meine Ängste nicht ernst genommen oder abgelehnt wurden, so nach dem Motto "Du hast doch immer gute Noten, wovor hast DU denn Angst?!" oder "Stell dich mal nicht so an, ich hätte Grund Angst zu haben" etc. pp.
Naja, soviel zu meiner Kindheit und Schulzeit. Wie gesagt: Immer "unaufällig, gute Schülerin, nett, integriert". Und dann, das Abi bestanden und an die Uni gegangen. Da fing es an: Die totale Unsicherheit, Suche nach Halt, Flucht wieder nach Hause in die "kleine heile Welt", damals noch in die Arme meines Freundes aus der Oberstufenzeit. Scheine gemacht, das "nötigste" eben und dann wieder Flucht, weil ich mich fremd fühlte, die anderen sich mittlerweile schon kannten und ich mich unsicher, gehemmt fühlte, zwar Anschluss wollte, aber irgendwie immer wieder flüchtete. Bis mein Freund mich betrog und verließ und ich woher auch immer meine Energie ins Studium steckte, mit dem Ziel "Vordiplom". Klappte auch, aber nach und nach merkte ich wie mir die Energie ausging, die Trennung hatte ich "gut verarbeitet", mich von meinem Freund gelöst, aber irgendwie orientierte ich mich an "den anderen" im Studium, Bekanntenkreis, spürte immer mehr Druck und Angst vor Referaten, Prüfungen etc. die ich versuchte zu verstecken, weil ich mich dafür schämte... Naja, um es abzukürzen: Meine erste schwere depressive Episode hatte ich dann 2007, konnte nicht mehr schlafen, zog mich von allem zurück, sah in nichts mehr einen Sinn, zweifelte an mir, dem Studium, fühlte mich total entfremdet, aber irgendwie (Doxepin sei dank) ging es weiter, danach 6 Wochen wohltuende Reha, und ein "neues Lebensgefühl", traute mich für 3 Monate ins Ausland und fasste dann mein neues Ziel ins Auge "Ausziehen", und fühlte mich "fit", gesund wie "die anderen" auch, und dann kam wieder ein Gefühl der totalen Überforderung, Angst vor den vielen Abschlussprüfungen, Freundinnen die fertig sind und wegziehen, Einsamkeitsgefühle, nur lose Kontakte an der Uni, Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit, wie auf der "Flucht" fühlen, Schamgefühle, Rückzug, die erste Panikattacke meines Lebens in meiner neuen Wohnung (bin froh, dass ich weiß was es ist, dachte ich würde verrückt werden...), Anruf bei den Eltern als meinen engsten Vertrauten, Flucht ins Elternhaus, Eltern ratlos und hilflos, Tochter hysterisch, wieder Krankschreibung wie 2007, wieder Diagnose "schwere depressive Episode", 2x die Woche Therapie als nicht ausreichend empfunden, und in einer Woche gehe ich in die Klinik zur "gruppenanalytischen Therapie". Hab Angst, will das irgendwie auch nicht, aber da ich momentan nichts wirklich möchte außer schlafen, naja, versuche ich es eben.
Meine Eltern (und meine Schwester, die woanders lebt) sind auch total down und ich wünschte es wäre diesmal nicht soweit gekommen, tut mir so leid, dass ich den anderen so einen Kummer bereite. Wollte immer "die gute Tochter sein", eine die "eben keine Probleme bereitet". Naja, und nun kann ich es selbst kaum glauben, das ich eben unter dem ganzen Druck, dem mich mit "den anderen vergleichen" diese Krankheit entwickelt habe. Aber es ist so. Und ich möchte irgendwie lernen, sie in mein Leben zu integrieren und nicht zu verdrängen, denn dann meldet sie sich eh von selbst... Ich war und bin eben ein sehr sehr sensibler Mensch, der in seiner Kindheit überbehütet aufgewachsen ist, seine Ängste und Wunden immer versteckt hat, eben aus Angst abgelehnt zu werden oder nicht verstanden. Ich wünsche mir Kontakt zu auch sensiblen Menschen, die sich oft in dieser schnellen, reizüberfluteten Welt voller Druck auch öfters "fehl am Platze" fühlen, oder nicht "mithalten können" mit dem Tempo "der anderen", der "nicht so sensiblen".
Ich bin 25, fühle mich momentan wie ein kleines ängstliches Kind, klammere total an meinen Eltern, bin krankgeschrieben und geh nicht zur Uni, meine Freundinnen ziehen weg und ich habe als Basis nur noch meine Familie, suche meinen Platz in meinem Leben, habe Angst vor dem Studiumsabschluss und habe meine Abschlussprüfungen soweit nach hinten geschoben, das sie das einzige sind, was ich noch machen müsste, aber fühle mich, als würde mich dieser "Prüfungsberg" erschlagen, habe schon Fluchtgedanken gehabt wie: Ich brech das Studium ab!
Aber weiß dass das im grunde bescheuert wäre, nach so vielen Semestern und dann ohne Abschluss...
Bin also derzeit in einer totalen Lebenskrise (mal wieder) und frage mich, ob das Krise das Synonym für Leben ist...
Wobei ich ja eigentlich, von außen betrachtet, keinen "Grund zum Jammern" hätte, meine Eltern unterstützen mich, habe bis jetzt, wenn auch seeehr laaangsam alles im Studium bestanden, ABER:
Bin wieder im Loch, habe Angst vor der Zukunft, Selbstzweifel, das ich diese Krise nicht hab kommen sehen und etwas tun konnte, auf mich aufpassen konnte... Aber es ist so wie es ist.
Und ich bin so wie ich bin, mit "guter Fassade" nach außen aber innen drin ganz verängstigt und nach Halt suchend...
Ist das das Erwachsen werden? Was bedeutet Erwachsen werden eigentlich? Das man "ohne die Eltern zurecht kommt"?!
Naja, zur Zeit bin ich wieder Kind, ein trotziges weinendes Kind.
Vielleicht kann mich ja jemand verstehen, etwas von dem was ich geschrieben habe nachvollziehen.
Danke fürs Durchhalten )
Schön, dass es dieses Forum, diese Möglichkeit des "sich von der Seele schreibens" gibt!
• • 11.05.2013 #1
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