» »

201817.02




1
1
2
Die Ursachen von Mobbing werden oft Begleitumstände angegeben, unter denen sich Mobbing ereignet. Doch es gibt nicht nur Ursachen, sondern auch Ursachen von Ursachen so wie jedes Kind nicht nur Eltern hat, sondern auch Großeltern. Die Frage nach dem Warum ist die Frage nach einem Teilbereich aus einem zeitlich gesehen unendlich großen Netz aus Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen mit einer chaotischen Struktur. Studien und Experimente können diese Frage gar nicht beantworten, da sie nur Korrelationen aufdecken können. Sie können nur Hinweise liefern. Experimente bezüglich Mobbing verbieten sich zudem aus ethischen Gründen. Über die Ursachen können wir also nur Hypothesen aufstellen oder Theorien heranführen. Im wissenschaftsgläubigen Deutschland wird man damit natürlich in der Regel wenig ernst genommen. Ich denke aber, wir alle haben mehr oder weniger ein Gespür für Menschen und Beziehungen und genau dieses sollten wir ernst nehmen und auch als Grundlage von Diskussionen im sozialen Bereich miteinbeziehen und nicht nur Begleitumstände und Korrelationen.

Zunächst zur Definition von Mobbing, welche ich meinem Text zugrunde lege. Mobbing ist eine Form regelmäßiger seelischer oder körperlicher Gewalt an vor allem schwächeren Menschen über einen längeren Zeitraum. Als seelische Gewalt können in Abwertungen, abwertende Maßnahmen mit und ohne körperliche Einwirkung, Ausgrenzung, Zwangsmaßnahmen gesehen werden. Ob ein Mensch darunter leidet oder nicht hängt davon ab, ob der Täter die Gewalt ernst meint und das Opfer dies auch so interpretiert.
Ich sehe vor allem zwei Ursachen von Mobbing: Interessenskonflikte und erfahrene Gewalt in Verbindung mit stressauslösenden Begleitumständen, welche Menschen dazu bringen moralische Prinzipien falls vorhanden - nicht anzuwenden. Vor allem Kinder müssen moralische Prinzipien auch erst lernen durch Erfahrung und Beobachtung.
Interessenskonflikte um knappe, lebensnotwendige Güter würden wohl auch die friedlichsten Menschen dazu bewegen, Gewalt anzuwenden. Darin sehe ich aber in unserer Gesellschaft nicht den Hauptgrund.

Die Hauptursachen sehe ich in erfahrener seelischer oder körperlicher Gewalt, v.a. in der Kindheit. Wenn wir als Kinder immer wieder auch subtile Formen von Gewalt erfahren, z.B. in Form autoritärer Zwangsmaßnahmen, Abwertungen, emotionale Vernachlässigung, hohe Erwartungen und damit geschürte Verlustängste, dann wächst in uns Aggression. Diese Aggression verschwindet nicht einfach so. Natürlich baut sich Aggression auch wieder ab, wenn die Gewalt nicht dauerhaft ist und man wieder Liebe erfährt oder wenn man sie z.B. durch körperliche Betätigung oder Wutausbrüchen nach außen führen kann. Doch intensives Mobbing über einem längeren Zeitraum kann so viel Aggression erzeugen, dass ein Abbau nicht mehr möglich ist und dann sucht sie sich andere Wege. Sie staut sich auf, richtet sich gegen den Träger der Aggression (Alk., depressive Zustände, Hautkrankheiten, Selbstabwertung,...) oder gegen andere in Form von Gewalt (Mobbing, Schlägereien). Wenn sie nicht mehr aufgetaut werden kann, dann richtet sie sich auch gegen die Person selbst (z.B. Suizid, Ritzen) oder gegen eine andere Personen (z.B. Amoklauf). Gewaltdarstellungen in Videospielen, gewaltverherrlichende Musik senken meiner Meinung nach nur die Hemmschwelle, diese Aggression nach außen zu tragen, sind aber nicht die wahre Ursache der Gewalt.

Wenn erfahrene Gewalt wieder Ursache von Gewalt sein kann, dann kann sie sich auch über Generationen ausbreiten. Die Frage ist, wie können wir Mobbing verhindern, wie können wir eine gewaltfreiere Kultur schaffen? Ich denke, ein Schlüssel hierzu wäre, Kinder als junge Menschen zu betrachten und ihnen den gleichen Respekt zuzugestehen wie auch Erwachsenen, sie mit Würde zu behandeln. Dazu gehört auch, Zwangsmaßnahmen auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren und nicht zu versuchen, sie durch Erwartungen, Bewertungen, Gewalt und das Schüren von Ängsten zu formen, sondern sie sich entwickeln zu lassen und dabei kommt auch etwas Sinnvolles heraus, wenn das Umfeld stimmt, denn im Endeffekt wird ein Jeder ein Stück weit zu einem Spiegelbild seines sozialen Umfeldes.

Dies stellt die gesamte Kultur in Frage, wie wir als Gesellschaft mit Kinder umgehen. Es stellt unser Schulsystem in Frage. Wenn es eine komplett andere Kultur gäbe, wie wir unsere Kinder erziehen, dann werden sie auch als Erwachsene anders sein und andere Bereiche unserer Kultur, unserer Gesellschaft in Frage stellen. Und davor haben wohl auch manche Angst.

Der wahre Feind ist nicht der Boss, nicht die Mitschüler, nicht die Kollegen, nicht die Nachbarn. Der wahre Feind hat kein Gesicht.
Es ist Teil unserer Kultur, die den Nährboden für Mobbing bereitet. Dagegen sollten wir friedlich aufbegehren.
Deshalb habe ich diesen Text geschrieben, denn die Gesellschaft braucht eine Diskussion über die Ursachen der Ursachen.

Auf das Thema antworten
Danke2xDanke


2303
1256
  17.02.2018 13:28  
dsocmh hat geschrieben:
Mobbing ist eine Form regelmäßiger seelischer oder körperlicher Gewalt an vor allem schwächeren Menschen über einen längeren Zeitraum.

Der Mensch stammt vom Affen ab. Bei fast allen Tieren, die in Gruppen/Rudeln leben, kommt es automatisch zu einer Rangordnung. Es gibt die Alpha Tiere, die sich Paaren dürfen und die schwachen und Kranken, die zuletzt fressen dürfen und sich nicht fortpflanzen können. Nur durch dieses natürliche Verhalten kann die Gruppe/ das Rudel im "Kampf ums Überleben" in der Umwelt bestehen. Ein Urinstinkt, der sicher auch beim Menschen eine Rolle spielt.

dsocmh hat geschrieben:
Wenn erfahrene Gewalt wieder Ursache von Gewalt sein kann, dann kann sie sich auch über Generationen ausbreiten.

Mobbing gab es auch schon vor vor 100 Jahren in den Schulen. Zwar in anderer Form, aber das was heute als Mobbing bezeichnet wird, gab es schon immer.

dsocmh hat geschrieben:
Die Frage ist, wie können wir Mobbing verhindern, wie können wir eine gewaltfreiere Kultur schaffen? Ich denke, ein Schlüssel hierzu wäre, Kinder als junge Menschen zu betrachten und ihnen den gleichen Respekt zuzugestehen wie auch Erwachsenen, sie mit Würde zu behandeln. Dazu gehört auch, Zwangsmaßnahmen auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren und nicht zu versuchen, sie durch Erwartungen, Bewertungen, Gewalt und das Schüren von Ängsten zu formen, sondern sie sich entwickeln zu lassen und dabei kommt auch etwas Sinnvolles heraus, wenn das Umfeld stimmt, denn im Endeffekt wird ein Jeder ein Stück weit zu einem Spiegelbild seines sozialen Umfeldes.

Ist leider eine Utopie. Kinder zeugen kann (fast) jeder. Überdurchschnittlich oft passiert dies in gesellschaftlichen Schichten, in denen das Umfeld für Kinder ungeeignet ist. Und da gibt es sehr viele Faktoren: Dro. in der Schwangerschaft, Überforderung mit dem eigenen Leben (--> Vernachlässigung des Kindes),......
Das lässt sich in einer Demokratie niemals ändern....
Aber selbst in der Oberschicht, funktioniert nicht immer alles Reibungslos. Donald Trumps Eltern waren schon Reich - haben ihren Sohn jedoch so erzogen, dass er außer Kontrolle geriet. Nicht ohne Grund wurde der Donald Trump von seinem Vater in eine Militärschule gesteckt. Jetzt ist er Präsident, prahlt gegenüber Journalisten, dass er Frauen einfach angrabschen kann und erniedrigt alle, die ihm nicht passen.

dsocmh hat geschrieben:
Der wahre Feind ist nicht der Boss, nicht die Mitschüler, nicht die Kollegen, nicht die Nachbarn. Der wahre Feind hat kein Gesicht.
Es ist Teil unserer Kultur, die den Nährboden für Mobbing bereitet. Dagegen sollten wir friedlich aufbegehren.

Oft ist die Ursache wohl sehr banal. Sich über einen anderen lustig zu machen und diesen auszugrenzen, führt bei vielen dazu, dass sie sich dadurch stärker oder besser fühlen. So kann auch der größte Versager, der ansonsten nichts erreicht, sich ein Erfolgserlebnis verschaffen. Und da jeder Mobbing kennt, ist es natürlich sehr einfach und naheliegend mitzumachen und auch draufzuhauen. Das schafft enorme Sicherheit: Wenn es schon ein "Opfer" gibt, ist das Risiko selbst zum "Opfer" zu werden viel geringer.


Statt irgendwo in der Gesellschaft anzusetzen, hilft meiner Meinung nach gegen Mobbing nur eins: Die "Opfer" zu stärken. Es gibt fast immer einen Grund, warum jemand in die Opferrolle gerät. Hier kann man am effektivsten ansetzen: Das Selbstwertgefühl des Opfers aufbauen und es stärken: sowohl mental, als auch körperlich. Wenn bei der nächsten Mobbing Attacke sich ein Täter eine blutige Nase holt oder das "Opfer" verbal zurückschlägt, dass der Täter sich schwer getroffen fühlt, kann dieser sich nicht mehr durch das Mobben selbst besser fühlen. Im Gegenteil er steckt ein und hat durch das Mobbing direkte negative Konsequenzen. Das sehen auch die anderen "Gruppenmitglieder" und merken, dass es nicht mehr so wie bislang funktioniert.

Danke3xDanke


211
Offenburg, Baden-Württemberg
122
  17.02.2018 20:42  
Der Mensch als soziales Rudeltier hat in seinen Genen veranlagt die Voraussetzungen zur Rudel und Gruppenbildung.
Feindbilder leben immer von der Trennung in in- und outgroup (wir und die). Das fängt in der Schule mit Gruppenbildung an, und hört in Kriegsgebieten mit Hass und Propaganda auf. Dazwischen gibt es natürlich auch jede Menge - soziale Gruppen, Ängste und Ausgrenzung von Unbekannten, Projizieren von Negativem auf die outgroup.

Wir haben also zwangsläufig eine Veranlagung dazu Gruppen zu bilden, und Feindbilder/outgroups zu schaffen.

Eine Veranlagung heißt aber nicht dass man die nicht beherrschen kann.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Welt globalisiert, viele Menschen sehen sich als Teil der Menschheit als Ganzem (wir haben den Mond erreicht, wir haben eine Weltraumstation, wir haben *gemeinsam* noch nie gesehene Fortschritte durch Wissenschaft und Forschung erzielt) und nicht mehr nur als Bürger einer Nation, oder eines Dorfes. Wir sind Europäer und Weltbürger. Wir können überall hin reisen, lernen Menschen aus jeder Nation kennen.
Ziel muss es also sein ein gemeinsames Wir zu entwickeln. Jeder Mensch ist ein Individum, aber wir alle gehören zu der selben Gruppe.

Der zweite große Einfluss auf diese Entwicklung ist der Wohlstand der westlichen Welt, der rasant zugenommen hat. Wer wenig Angst und Sorgen hat sucht auch keinen schuldigen.
Das hat sich leider in den letzten Jahren durch die soziale Ungleichheit verschlechtert. Viele Menschen müssen sich wieder Sorgen um ihr Auskommen machen, entsprechend gewinnt der rechte Flügel unserer Gesellschaft an Stärke; der Schuldige und Gefährliche ist der andere, der Unbekannte.

Wer sich mit offen und ernsthaft mit dem anderen beschäftigt oder rational denkt und recherchiert, der braucht keine outgroup, keinen Schuldigen, keinen Sündenbock.
Es bleiben nur die tatsächlichen Probleme, oft systematischer Natur, bezieht sich aber nicht mehr auf Personen und Personengruppen.


Dass man Kinder sich selbst erziehen lässt halte ich für völlig falsch.
Kinder wollen zuallererst ihren Eltern gefallen. Die Eltern haben, wie natürlich auch das sonstige soziale Umfeld, eine soziale Verantwortung dafür die Kinder zu leiten und zu erziehen. Nur durch die Mitgabe von Werten kann man sie positiv formen.
So wie du das geschrieben hast hörte sich das nach in Ruhe lassen und die werden das schon selbst machen angehört - das wäre definitiv falsch.

Die Jugend lebt von Abgrenzung und Experimentieren. Da ist es wichtig Grenzen zu erkennen und zu lernen. Ein "machen lassen" wäre da völlig falsch.

Ziel muss es sein Kinder zu wertschätzen, zu partizipieren, und zu empathischen und rationalen Weltbürgern zu machen.

Von Mobbing als (einfaches) Resultat von direkter oder unterschwelliger Aggression halte ich für unzureichend und unzutreffend.
Ich halte Aggression nicht für die Ursache von Mobbing. Beim Mobbing erhebt man sich über den anderen, und verbessert seine eigene Stellung individuell oder in einer Gruppe.
Es ist Machtausübung.
Mindestens würde ich es nicht als direkte Aggression bezeichnen, aber vielleicht passt indirekte/ungerichtete Aggression schon Egal


Jede junge Generation stellt das aktuelle System in Frage. Dazu braucht es keine gesellschaftliche Änderung der Erziehung.

Zitat:
Gewaltdarstellungen in Videospielen, gewaltverherrlichende Musik senken meiner Meinung nach nur die Hemmschwelle, diese Aggression nach außen zu tragen, sind aber nicht die wahre Ursache der Gewalt.


Viel was oberflächlich betrachtet böse aussieht kann als Ventil dienen, als Ausleben von Aggression und Emotion, oder was auch immer.
Wer Kampfsport macht wird nicht aggressiver. Im Gegenteil. Er lernt sich besser zu beherrschen, auch durch Erhöhung des Selbstbewusstseins, des Kennenlernen von sich selbst.
Dass die die Hemmschwelle senken halte ich für zu eng gedacht, wenn nicht sogar einfach falsch.
Eine gute Person, gefestigt und/oder gut erzogen und/oder moralisch empathisch, wird nicht zum Gewalttäter egal wie viel er davon konsumiert.

Es mag Einzelfälle geben in denen das anders ist, aber da ist etwas anderes falsch gelaufen oder die Person ist sowieso veranlagt.



146
5
78
  17.02.2018 22:24  
Seit Jahren mobbt Dieter Bohlen öffentlich im TV. Menschen werden von RTL und Co öffentlich in billigsten TV Formaten blamiert und gedemütigt. Es ist doch alles schon längst salonfähig und normal geworden. Wie perv. und krank muss die Gesellschaft tief im inneren sein, wenn ein ganzes Volk sich legal über Menschen im TV lustig machen darf. Und das in einem Land, in dem Recht und Würde so hoch hält. Ich kann mir das nur so erklären, dass es innerlich so schlummert, dass es in den in den Fleck fällt.

Danke2xDanke


149
3
Zuckerwattewolke
86
  18.02.2018 01:03  
Mich nervt es total, dass immer noch die "primitiven Urinstinkte" als Grund für falsches Verhalten herangezogen werden. Das ist für mich eine billige Ausrede. Wir sind weiter als das und sollten uns einfach auch so benehmen.
Mobbing hat in erster Linie mit schlechtem Charakter zu tun, der durch Geschehnisse anerzogen/beigebracht wurden oder durch einen Missstand in der Familie. Desweiteren wird nicht ernsthaft und aufmerksam gegen Mobbing vorgegangen (in erster Linie Zuhause, in zweiter Linie an Kindergärten/Schulen). Wer mobbt sollte eine harte Strafe bekommen. Am besten da wo es richtig weh tut und sie merken, dass es falsch ist. Und wenn dafür die Konsole und das Handy aus dem Fenster fliegt.
Mobber haben ernste Defizite mit sich selbst oder zu Hause und sie machen das nur um sich selbst besser zu fühlen. Da gibt es keine Ausnahme.

Danke4xDanke


211
Offenburg, Baden-Württemberg
122
  18.02.2018 13:42  
Wir sind natürlich viel weiter, und trotzdem beeinflussen uns die Urinstinkte. Die Evolution ist nicht so schnell; wir sind biologische Maschinen die noch für die Steinzeit ausgestattet sind.

Unser wichtigstes Utensil, das Gehirn, und unsere Veranlagung zu sozialem Verhalten - auch anderen Arten und Dingen gegenüber - ist was uns so erfolgreich macht und uns hier her gebracht hat.
Trotzdem kann man nicht ignorieren woher wir kommen.

Wenn wir von Vernachlässigung, von Defiziten sprechen, dann haben die ja Ursachen aus Bedürfnissen heraus. Die sind angeboren, die sind genetisch veranlagt.
Gerade weil wir soziale Herdentiere sind bringt Vernachlässigung uns in eine schwierige und zwiespältige Position.

Du sprichst ernste Defizite und Versäumnisse bei der Erziehung und Missstände in der Familie an.
Und schlägst dann harte Strafen vor.
Aber da muss man ernsthaft fragen, wird jemand der emotionale Missstände hat durch harte Strafen geheilt oder womöglich noch weiter verkorkst?
Ziel muss es doch sein sich ernsthaft mit der Ursache auseinander zu setzen. Und der Person die andere abwertet um sich selbst aufzuwerten nicht zu sagen "du handelst falsch, du bist nichts wert!".

Klar muss Mobbing aufmerksam und ernsthaft und zielführend behandelt werden. Strafen zu verhängen ist da die einfachste "Lösung".
Aber besser wäre es doch die eigentlichen Missstände aufzuarbeiten und sowohl das Opfer als auch den Täter zu unterstützen, und den Täter wirklich zu überzeugen und zu bekehren. Statt ihm nur zu sagen "so nicht [aber vielleicht anders]", ihm einen Wert zu geben, ihm Verständnis für die Gegenrolle zu geben und ihn emotional so zu stärken dass er es nicht mehr nötig hat zu Mobben oder dann anders negativ zu handeln.



  18.02.2018 14:14  
Hallo!
Konrad Lorenz hat als Verhaltensforscher schon bei seinen Wildgänsen beobachten können, wie einzelne Tiere ausgegrenzt wurden. Ich sehe als wichtigesten Ansatz nicht den Fokus auf dem Täter/den Mobbern. Viel wichtiger ist, das die Passiven, die Zuschauer, die vermeintlich Unbeteiligten, in die Verantwortung genommen werden. Denn nur durch das Eingreifen Derjenigen lässt sich der Teufelskreis durchbrechen. Da liegt der Lösungsansatz. Und so vermittle ich das auch bei Präventionsveranstaltungen. Viele Grüße



3177
1
RGB-West
2137

Status: Online online
  18.02.2018 16:09  
Die Leute wissen auch üüüberhaupt nicht, was bei RTL & Co. passieren kann und werden geradezu gezwungen, dort aufzutreten. ;)



2816
21
64521
1180
  19.02.2018 09:41  
Narandia hat geschrieben:
Mich nervt es total, dass immer noch die "primitiven Urinstinkte" als Grund für falsches Verhalten herangezogen werden. Das ist für mich eine billige Ausrede. Wir sind weiter als das und sollten uns einfach auch so benehmen.
Mobbing hat in erster Linie mit schlechtem Charakter zu tun, der durch Geschehnisse anerzogen/beigebracht wurden oder durch einen Missstand in der Familie. Desweiteren wird nicht ernsthaft und aufmerksam gegen Mobbing vorgegangen (in erster Linie Zuhause, in zweiter Linie an Kindergärten/Schulen). Wer mobbt sollte eine harte Strafe bekommen. Am besten da wo es richtig weh tut und sie merken, dass es falsch ist. Und wenn dafür die Konsole und das Handy aus dem Fenster fliegt.
Mobber haben ernste Defizite mit sich selbst oder zu Hause und sie machen das nur um sich selbst besser zu fühlen. Da gibt es keine Ausnahme.

Das sehe ich genauso. Ich glaube, viele können hier Bände erzählen über Lehrer, die bei Mobbing nicht nur wegsehen, sondern aktiv dran teilnehmen. Genauso wie Mobbing von Vorgesetzten, die nochmal einen drauflegen, um einen Kollegen lächerlich zu machen. Wenn Mobbing aus Steinzeitverhalten kommt, müsste man ja konsequenterweise noch ganz andere Verhaltensweisen straffrei stellen. Dann wäre Gesetz und Richter einfach derjenige, der härter zuschlagen kann.

In Japan beispielsweise hätte Mobbing nie eine Chance, weil ein Täter sofort bestraft wird und sein Gesicht verliert. Da gibt es auch keinen Begriff für "Streber", weil es dort nicht als schick gilt, mit schlechten Noten anzugeben. Zivilisation funktioniert nur, wenn steinzeitliche Triebe gesellschaftlich unterdrückt und sanktioniert werden. Mobbing ist in erster Linie Ausfluss eines kranken, egozentristischen Weltbildes.

Danke1xDanke


211
Offenburg, Baden-Württemberg
122
  19.02.2018 20:56  
Entwickler hat geschrieben:
Wenn Mobbing aus Steinzeitverhalten kommt, müsste man ja konsequenterweise noch ganz andere Verhaltensweisen straffrei stellen.


Das verstehe ich nicht.

Niemand hier hat gesagt dass Mobbing okay wäre, oder nicht verhindert oder sanktioniert gehört.
Die Ursachen zu ergründen heißt doch nicht gut heißen oder rechtfertigen.

Wer sich nicht mit den Ursachen beschäftigt läuft Gefahr Wesentliches nicht zu erkennen und nur Symptome zu bekämpfen. Wer nur Mobber bestraft, sich aber nicht um die Ursachen kümmert die Mobbing ermöglichen oder möglicherweise fördern, der handelt zu kurzsichtig.

Dass es in Japan kein Mobbing gibt ist schlicht nicht wahr. Da spricht wohl mehr der Wunsch und eigene Verblendung als tatsächliche Tatsachen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ijime
https://www.welt.de/vermischtes/article ... sehen.html
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 82537.html
https://sumikai.com/japan/mobbing-in-ja ... ck-140558/
https://www.japandigest.de/aktuelles/ko ... len-ijime/


« Mehrere Menschen zusammen , keiner nimmt mich z... Finanzielle Unterstützung bei sozialer Phobie? » 

Auf das Thema antworten  10 Beiträge 

Foren-Übersicht »Phobien Forum »Soziale Angst, Redeangst & Angst vorm Erröten & zittern


 Themen   Antworten   Zugriffe   Letzter Beitrag 
Zwangsgedanken - Tips und Auswege

» Spezifische Phobien & Zwänge

8

987

19.01.2017

Mobbing in der Ehe!?

» Liebeskummer, Trennung & Scheidung

471

21329

21.05.2016

Mobbing

» Kummerforum für Sorgen & Probleme

169

9150

05.07.2009

Mobbing

» Erfolgserlebnisse, Tipps & Selbsthilfe Ratgeber

14

3403

01.03.2018

Mobbing

» Einsamkeit & Alleinsein

3

2068

28.07.2007







Phobien Forum