Zitat von Marlena_:Ich suche nach dem richtigen Knopf, um gesund zu werden.
Meiner
persönlichen Erfahrung nach gibt es diesen "Knopf" leider nicht, und die lange Suche danach kann sogar Teil des Problems sein, weil diese Suche selbst ein Aufschiebe- bzw. Vermeidungsverhalten darstellen kann, so dass man nach einem leichten Weg oder einem Wundermittel sucht, dass es so eigentlich kaum geben kann.
Das Überwinden einer Angststörung ist eben ein eher langwieriger und komplexer Prozess, und oft auch einfach nur Versuch und Irrtum, wo man sehr individuell am gesamten Denken, Verhalten und Fühlen arbeiten muss, um so langsam wieder gesund zu werden.
In gewisser Weise suche ich aber auch noch so einen "Knopf", besonders weil ich diese Angstprobleme schon seit meiner frühen Kindheit habe, so dass ich gar keine realistische Vorstellung davon habe, wie es für mich wäre "gesund" zu sein?
Leider kann so ein Leben mit den vertrauten Ängsten auch seltsame Weise leichter sein als wirklich den schweren Weg der Angstüberwindung zu gehen, um ein unbekanntes normales Leben anzustreben, weil dies nicht automatisch besser als der momentane Zustand sein muss.
Meine Therapeutin fasste dies mal ganz passend so zusammen, dass für mich die Angstüberwindung ein extrem langer, dunkler und steiniger Weg ist, wo ich nicht weiß, ob sich dies alles am Ende für mich lohnen wird, aber wo die Kasse (der für diese Veränderungen zu bezahlende Preis, die vielen unangenehmen Gefühle, Erfahrungen, Verlust vertrauter Sicherheiten usw.) am Anfang steht.
Zitat von Marlena_:Wie ist das bei dir mit Therapeut/Psychologe?
Meine Angststörung beinhaltet leider auch noch eine sehr ausgeprägte Angst vor Ärzten bzw. professionelle Hilfe, so dass mir dieser Weg nicht wirklich möglich ist.
Es hat viele Jahre gedauert bis ich überhaupt in der Lage war es mit einer Gruppentherapie (nur Gesprächstherapie) zu versuchen, die nach fast zwei Jahren Therapie nun demnächst ausläuft. Ich wählte diese Gruppentherapie damals ganz bewusst, um so durch die Gruppe genug Distanz zur Therapeutin zu haben. Zwar hat diese Therapie mir zum Teil durchaus geholfen, aber es gab auch weniger gute Erfahrungen, so dass ich mir weiterhin nicht viel von Therapien verspreche. Medikamente kommen für mich auch nicht in Frage, da ich diese zum einen aus verschiedenen Gründen ablehne, aber auch, weil ich dazu ja zu einem entsprechenden Arzt/Psychiater gehen müsste, was mir wegen meiner Angst vor Ärzten usw. ja nicht möglich ist.
Letztlich stehe ich mit dieser Angststörung alleine.