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bananaboy

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Guten Abend liebe Forengemeinde,

ich habe hier schon ein wenig gestöbert und habe ein paar Anregungen gefunden. Ich möchte mein Anliegen trotzdem hier einmal niederschreiben, in der Hoffnung, dass ich vielleicht noch treffendere Tipps bekomme aus meinem Loch herauszukommen, da es ein Problem ist, dass ich mir aus vielen Themen einzeln herausgepickt habe.

Es geht darum, dass ich niemanden habe. Ich bin komplett alleine und sehr einsam. Dies aber auch nur privat und nach der Arbeit. Auf der Arbeit bin ich fröhlich und ausgeglichen und spreche und arbeite gerne mit den Leuten zusammen. Nach der Arbeit allerdings und vor allem im Urlaub oder am Wochenende falle ich jedesmal in ein Loch. Ich bin da einfach nicht ausgelastet und ich kann einfach nicht "nichts" tun. Da ich aber auch keine Freunde habe, sitze ich eigentlich alleine zu Hause rum und vertreibe mir die Zeit mit sauber machen (auch wenn es nichts zum saubermachen gibt weil es top aufgeräumt ist) oder mit YouTube. Aber ich merke selbst, dass das kein Zustand ist.

Ich traue mich leider nicht etwas mit Anderen zu machen nach der Arbeit. Wenn ich mal eingeladen werde, sage ich meist zu aber kurz vorher dann ab. Warum? Ich weiß es nicht genau, ich denke, weil ich nichts zu erzöhlen habe und Angst vor der Stille habe. Ich erlebte leider häufig die Situation, dass ich mit einer Person nichts zu bereden habe. Kommt dann jemand andere dazu, sitze ich meist stumpf daneben und die anderen beiden reden. Da fühlt man sich wie das 5. Rad am Wagen
Früher als Jugendlicher hatte ich immer was zu besprechen aber jetzt?

Ich wünsche mir einfach einen Kontakt, mit dem ich mal was machen kann. Ich habe über das Internet zufällig jemanden gefunden der sehr nett ist, nur wenige Straßen weiter wohnt aber ich kriege es seit fast 6 Monaten nicht gebacken mich mit ihm zu treffen (da schäme ich mich schon fast für). Die meisten hätten schon den Kontakt abgebrochen, er schreibt tortzdem weiterhin mit mir was mich wundert und freut. Ich weiß einfach nicht wie ich aus dem Loch heraus komme und warum ich mich nicht mit ihm mal treffe?! Es ist ein Teufelskreis, wenn ich mit keinem Kontakt habe und was erlebe, habe ich auch nichts zu besprechen mit anderen.

Meine Idee da raus zu kommen war folgende, aber auch da traue ich mich einfach nicht mal den Schritt zu gehen: Es gibt in nächsten Jahr eine Befragung im ÖPNV wozu Menschen gesucht werden, die mit den Bussen mitfahren und dann die Fahrgäste befragen, um eine Statistik zu der Verkehrsinfrastruktur zu bekommen. Dies würde dann praktischerweise nach der Arbeit und am Wochenende stattfinden. Das wäre eigentlich perfekt aber ich habe ANGST. Eigentlich nicht vor den Fahrgästen sondern eher davor, dass man da im Zweier-Team arbeiten muss und ich quasi nichts zu erzäglen habe. Da fühle ich mich dann schon wieder sehr unwohl.

Ist vielleicht etwas wirr, hoffe dennoch ihr versteht mein Problem.
Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand sich diesen Text durchliest und mir Ratschläge geben könnte. Ihr dürft auch gerne sehr direkt sein, Kritik üben aber auch prositive Dinge schreiben, denn ich denke sonst raffe ich es einfach nicht und es geht einfach so weiter (und das will ich nicht).

Herzlichen Dank im Voraus!
Marvin (26, männlich)

05.11.2017 21:55 • 19.05.2018 x 1 #1


21 Antworten ↓


Hotin

Hotin


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Hallo Marvin,

willkommen hier bei uns.
Zitat:
ich denke, weil ich nichts zu erzählen habe und Angst vor der Stille habe.


Interessant, Dich hier als jemanden zu erleben, der in seinem Text richtig viel
Gehaltvolles, Intelligentes zu erzählen hat.
Was ist mal passiert, das Du angefangen hast, Kontakte mit anderen Menschen zu meiden?
Zitat:
und mir Ratschläge geben könnte.


Es wird nicht einfach sein, Dir einen Rat zu geben.
Du weißt ja grundsätzlich, wie es geht aus der Einsamkeit heraus zu kommen.
Aber Du machst es nicht.
Warum nicht. Welcher (scheinbare) Makel hindert Dich genau daran?
Dein Aussehen? Stotterst Du, oder warum glaubst Du, wirst Du von anderen nicht so akzeptiert, wie Du bist?

Viele Grüße

Bernhard

05.11.2017 23:55 • x 1 #2


nikos

nikos


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Hallo Marvin,

ich glaube du gehst mit einer bestimmten Vorstellung unter Menschen. Du glaubst fast zwanghaft, dass es nur akzeptiert wird, wenn man immer was zu erzählen hat. Geh einfach mal zu den Veranstaltungen, Einladungen von deinen Kollegen, usw., und beobachte das Geschehen und die Menschen. Begnüge dich zunächst mal mit Blickkontakten und einem Hallo, wenn es sich so ergibt und beobachte, wie sich das anfühlt.

Ich wünsche dir mehr Gelassenheit.

06.11.2017 10:31 • x 2 #3


bananaboy


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Lieber Bernhard, lieber nikos,

vielen Dank für eure Zeit meinen Beitrag zu lesen und eine Antwort zu schreiben.

Zitat von Hotin:
[...] Interessant, Dich hier als jemanden zu erleben, der in seinem Text richtig viel Gehaltvolles, Intelligentes zu erzählen hat.
Was ist mal passiert, das Du angefangen hast, Kontakte mit anderen Menschen zu meiden?

Danke, das ist nett, freut mich. Versuche selbst halt einen Ausweg zu finden und informiere mich zu allem mögliche, wodurch ich dann Erkenntnisse habe

Ich hätte eine Idee woher es kommt (möglicherweise das "Grundproblem"):
Ich hatte früher in der Grundschule eigentlich viele Freunde (man war halt Kind) und wir haben auch sehr viel gemacht (Fahrrad fahren, unterwegs gewesen und die Gegend erkundet, Spiele gespielt, Schlitten gefahren usw.). Das war wirklich eine tolle Zeit. Danach ging es auf die weiterführenden Schulen und wir wurden alle getrennt. Ich war leider immer jemand, der relativ faul war und dadurch nicht auf das Gymnasium kam wie fast alle anderen sonden nur auf eine Realschule. Da wurde ich leider etwas "gemobbt" (eigentlich wurde jeder gemobbt der was falsch machte und direkt ausgelacht, jeder war mal "Opfer". Das war echt schlimm). Von der 5-10 Klasse habe ich mich da wirklich nicht wohl gefühlt, wobei es von Jahr zu Jahr doch besser wurde (sie wurden reifer) und ich in den letzten Jahren doch etwas Anschluss fand in der Klasse.
In der Zeit (10. Klasse) habe ich durch Zufall ein paar Kumpels in meiner Straße kennengelernt mit denen ich in meiner Freizeit fast täglich was gemacht habe. Ich dachte zu der Zeit, ich hätte es geschafft und war wirklich glücklich! Dann kam allerdings sehr kurzfristig die Zeit der "Partys" und dem Alkohl. Ich bin nie zu einer Party meiner "Kumpel" gegangen, weil ich Alkohl hasse. Ich verstehe nicht wie man das mögen kann, es schmeckt ekelhaft!). Naja, somit war der Kontakt ganz schnell vorbei und ich stand wieder alleine da...

Da ich gerne mehr als nur einen Realschulabschluss haben wollte, bin ich auf eine kaufmännischen Schule gegangen und habe dort 2 Jahre mein Abi gemacht. Die Klasse und vor allem die Lehrer waren dort ganz anders als ich es bisher erlebt hatte. Ich bin richtig aufgeblüht, war extrem gut in der Schule und wir standen Pause für Pause alle gemeinsam auf dem Schulhof als "Klasse" und nicht jeder für sich oder kleinere Gruppen. Das hat mich stark gemacht, ich kannte diesen Zusammenhalt so gar nicht. Ich war echt beeindruckt und angetan von dieser Gruppe, da alle zusammen und nicht gegeneinander gearbeitet haben. Das hat sich auch auf das Lernverhalten niedergeschlagen, ich habe nur noch gute Noten geschrieben und war einer der besten!
Auch hier war es aber so, dass ich in meiner Freizeit nichts mit denen gemacht habe, weil alle immer nur Party im Kopf haben. Ich kann mit Partys und sinnlosem saufen nichts anfangen. Das ist wohl mein Hauptproblem, was ich hier in dem Text mal zusammengefasst habe als stark gekürzte Version.


Zitat von Hotin:
[...] Es wird nicht einfach sein, Dir einen Rat zu geben.
Du weißt ja grundsätzlich, wie es geht aus der Einsamkeit heraus zu kommen.
Aber Du machst es nicht.
Warum nicht. Welcher (scheinbare) Makel hindert Dich genau daran?
Dein Aussehen? Stotterst Du, oder warum glaubst Du, wirst Du von anderen nicht so akzeptiert, wie Du bist?

So habe ich das noch gar nicht hinterfragt, dass ist gut.
Das Aussehen könnte schon vielleicht eine Rolle spielen. Wobei ich nicht sagen würde, dass ich hässlich bin, doch durch meine verschlossene Art komme ich wohl etwas abweisend daher. Ich habe schon gemerkt, dass ich selten lächle und meine Mundwinkel dadurch ganz leicht nach unten gezogen sind. Dadurch sehe ich doch leicht genervt/gelangweilt aus, obwohl ich es gar nicht bin. Ich habe nämlich schon viel gelesen und mich selbst mal angesehen, warum ich so bin und wie ich auf andere wirke. Irgendeinen Grund muss es ja haben. Deshalb versuche ich im Moment immer zu lächeln und die Menschen auch anzuschauen. Meist schaue ich dann leider nach wenigen Sekunden sofort wieder auf den Boden oder auf etwas anderes in der Umgebung. Da erwische ich mich doch leider immer noch sehr häufig bei. Das aber glaube ich ändern zu können mit der Zeit.
Schwieriger fällt es mir vor allem, wenn sehr gutaussehende Jungs in meiner Gegenwart sind. Da bin ich immer eingeschüchtert, wenn ich sehe wie hübsch die sind und aufgeschlossen...



Zitat von nikos:
[...] ich glaube du gehst mit einer bestimmten Vorstellung unter Menschen. Du glaubst fast zwanghaft, dass es nur akzeptiert wird, wenn man immer was zu erzählen hat. Geh einfach mal zu den Veranstaltungen, Einladungen von deinen Kollegen, usw., und beobachte das Geschehen und die Menschen. Begnüge dich zunächst mal mit Blickkontakten und einem Hallo, wenn es sich so ergibt und beobachte, wie sich das anfühlt.

Ich wünsche dir mehr Gelassenheit.

Muss ehrlich sagen, ja. Ich möchte nicht als "langweiler" angesehen werden, weil ich nie etwas zu erzählen habe. Ich komme ja unter Menschen, um mich mit denen auszutauschen. Oder meinst du ich sollte quasi als "Lernphase" einfach mal so anfangen und dann daran wachsen?
Ich habe heute ganz spontan mich zu der Firmenfeier angemeldet. Ich weiß zwar, dass dort auch gesoffen wird, dennoch will ich einfach mal schauen, was ich da machen kann (ohne Alk.) und vielleicht versuchen Kontakte zu knüpfen. Ich hoffe ich mache nicht kurz vorher wieder einen Rückzieher. Die "Feier" ist jetzt am Wochenende schon. Nach Hause gehen kann ich ja eigentlich immer aber ich kenne mich ja




Sorry für den langen Text! Dennoch ganz herzlichen Dank für eure Antworten, ich finde es bemerkenswert, dass ihr euch die Zeit nehmt uns zu unterstützen und zu helfen. Ich nehme dies als guten und sinnvollen Weg an, eine Lösung aus meinen Problem zu bekommen und dann vielleicht auch mal anderen hier helfen zu können.

Einen schönen Abend!

06.11.2017 21:23 • x 2 #4


nikos

nikos


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Hallo Marvin,

ich bin absolut begeistert , wie offen, ehrlich und frei du dein Problem hier in Worte fassen kannst. Diese Fähigkeit zeigt mir, dass du den Menschen und deinem Umfeld zugetan bist.

Zitat von bananaboy:
Auch hier war es aber so, dass ich in meiner Freizeit nichts mit denen gemacht habe, weil alle immer nur Party im Kopf haben. Ich kann mit Partys und sinnlosem saufen nichts anfangen. Das ist wohl mein Hauptproblem,


Marvin das Party im Kopf und... ist nicht dein Problem, das ist das Problem der Anderen. Die haben ihr Ego noch nicht richtig im Griff und bedienen sich einer vermeintlich notwendigen Krücke (Alk.), die ihnen früher oder später zwischen ihre Beine geraten wird und sie zu Fall bringen kann. Das Leben ist von Anbeginn bis zum Ende eine Weiterentwicklung, mit der sogenannten "Krücke" wird diese Entwicklung unterbrochen, mit all den psychischen Folgen... Du gehst deine Probleme aktiv an, die anderen betäuben ihre nur.
Übrigens hätte ich dir gestern Abend schon gerne geschrieben, aber ich hatte ein Glas Wein im Kopf, und somit war´s nicht mehr möglich zu schreiben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zitat von bananaboy:
Schwieriger fällt es mir vor allem, wenn sehr gutaussehende Jungs in meiner Gegenwart sind. Da bin ich immer eingeschüchtert, wenn ich sehe wie hübsch die sind und aufgeschlossen...


Das mit dem guten Aussehen eines Menschen bringt dem Besitzer mit Sicherheit Vorteile im Leben. Ist aber genauer betrachtet, wie bei einem Kaufartikel nur schöner verpackt und sagt nicht aus was sich darin befindet. Oft greift man beim Kauf eines Artikels zu dem schöner und auffälliger gestalteten Verpackung und stellt nach dem öffnen fest, dass im besten Fall das gleiche drin ist.
Auf Partys und sonstigen Events sind bestimmt auch Menschen die sich wie du auch nicht betrinken wollen, Augen auf... Kannst ja mal bei anderen Gruppen (z.B. Schachfreunde, BUND-Ortgruppen.. usw) vorbeischauen... Würde nebenbei, deinen ohnehin großen Horizont erweitern.

Ich bin voller Zuversicht, dass du deinen Weg findest.

07.11.2017 17:30 • x 1 #5


bananaboy


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Hallo nikos,

habe mich schon beim Schreiben meines Posts auf deine Antwort gefreut!
Vielen Dank für deine Unterstützung und das Lob, das liest man gern!

Ich war gestern auf der Firmenfeier und habe tatsächlich keinen Rückzieher gemacht! Man war ich aufgeregt Aber ich habe es tatsächlich geschafft und ich glaube auch, dass das richtig war hin zu gehen. Es waren mehrere 100 Leute da, Livemusik, Getränke und Essen... Alle haben in so kleineren Gruppen beieinander gestanden und sich unterhalten. Nur unsere Abteilung nicht. Wir standen zwar zusammen aber hatten bei weitem nicht so viel zu besprechen wie die anderen (immer mal "häppchenweise" kurze Dialoge). Ich habe mir den ganzen Abend den Kopf zerbrochen wieso das so ist. Habe öfter versucht mal mit zuzuhören was die anderen so für Themen haben, um etwas "abzugucken" oder zu übertragen. Leider hatten die immer nur Themen aus deren Kreis (die wohnen wohl alle irgendwie auf dem selben Dorf wie ich das mitbekommen habe und kennen sich halt auch privat). Das war echt unangenehm da zu stehen und sehen zu müssen wie alle "Spaß" haben und sich unterhielten und man als einzige Gruppe quasi nur zuschaut. Da dachte ich mir innerlich "typisch IT, wir können wohl nicht anders". Und dann kommt doch tatsächlich etwas später eine Kollegin vorbei und wirft so witzig und nett gemeint den Satz bei uns in die Runde "Typisch IT, Hände in den Taschen und keiner sagt was" ich dann nett zurück gelächelt und zugestimmt aber in Wirklichkeit fand ich es mega unangenehm und wäre am liebsten im Erdboden versunken weil es genau das Klischee ist was wir erfüllten und die anderen anscheinend auch von uns/mir denken!

Zum Glück konnte ich aber hin und wieder mal bei anderen stehen und zuhören, das war soweit in Ordnung. Ich habe dann andere in meinem Alter aus anderen Abteilungen "beobachtet" was die so gemacht haben und sich verhalten. Die sind ganz anders gewesen, viel mehr gestikuliert die Hände nicht in den Taschen. Mich da anzuschließen habe ich mich nicht getraut auch wenn das ein richtiger und aus meiner Sicht auch wichtiger Schritt gewesen wäre vielleicht Fuß zu fassen und eine Bekanntschaft zu schließen. Ich habe ja eigentlich nichts zu verlieren und kann nur gewinnen. Entweder hätten sich mich mit einbezogen oder halt nicht. Aber da habe ich einfach Angst vor Ablehnung und nicht den Mut zu. Und nur durch Blicke ist keiner Aufmerksam auf mich geworden. Die Hände hatte ich zu der Zeit aus den Taschen aber das fühlte sich doch komisch an, wusste nicht wohin damit und habe mir prompt eine Cola geholt und damit das Glas gehalten (Ich Fuchs!) Schon komisch aber das wirkt wirklich verschlossen auf andere, wenn man die Hände in den Taschen hat. Da werde ich jetzt öfter mal einen Blick drauf werfen

Zitat:
Marvin das Party im Kopf und... ist nicht dein Problem, das ist das Problem der Anderen. Die haben ihr Ego noch nicht richtig im Griff und bedienen sich einer vermeintlich notwendigen Krücke (Alk.), die ihnen früher oder später zwischen ihre Beine geraten wird und sie zu Fall bringen kann...

Richtig, "kann". Wobei ich es nicht mal als Problem ansehe. Ich sehe es ja immer wieder, das Alkohl schon gesellig macht. Selbst gestern auf der Feier. Man selbst wird immer komisch angeguckt wenn man nur Cola oder mal Wasser trinkt. Aber das ist glaube gar nicht so der springende Punkt oder? Man kann ohne ja theoretisch auch gesellig sein, so meine Logik. Echt schwierig.
Es wird irgendeine Kombination aus all dem sein. Ich selbst habe das typische Bild eines IT'lers im Kopf und bin (oder möchte?) genau das Gegenteil sein und dem auf keinen Fall entsprechen.

Beispiele:
IT'ler sind nicht gesellig -> ich will aber Gesellschaft, bzw. einen Menschen für Aktivitäten, Freundschaft...
IT'ler sehen alle wie Nerds aus (Brille, lange Haare, reden nicht, sitzen nur vor dem PC...) -> ich bin eher genau das Gegenteil möchte ich behaupten. Ich finde schon, dass ich gepflegt aussehe. Das mit dem Reden stimmt allerdings.

Das hindert mich vielleicht auch etwas daran auf andere Menschen zu zugehen.

Zitat:
Auf Partys und sonstigen Events sind bestimmt auch Menschen die sich wie du auch nicht betrinken wollen, Augen auf... Kannst ja mal bei anderen Gruppen (z.B. Schachfreunde, BUND-Ortgruppen.. usw) vorbeischauen... Würde nebenbei, deinen ohnehin großen Horizont erweitern.

Auch darauf habe ich gestern geachtet (irgendwie achte ich unbewusst auf vieles drumherum fällt mir gerade mal auf), fast alle haben getrunken bis auf ganz wenige Ausnahmen (Ältere die fahren müssen).
Habe mich schon mal nach ehrenamtlichen Stellen umgeschaut, um einfach nur irgendwie Kontakt zu kriegen. Aber auch hier komme ich einfach nicht vorwärts. Ich sehe in allen Aufgaben die es gibt Schwierigkeiten. Meist ein Punkt wo ich Angst habe es nicht zu schaffen. Ich weiß gerade auch nicht so recht wo da wieder mein Problem ist...


Ich werde auf jeden Fall weiter versuchen einfach mit Leuten in Kontankt zu kommen um vielleicht etwas Routine darin zu bekommen mit Menschen zu reden. Ob das klappt, keine Ahnung. Beim Bäcker klappt es immer ganz gut für ein/zwei Sätze

Schönes Wochenende und danke nochmals!

11.11.2017 13:33 • x 2 #6


BT85


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Zitat von bananaboy:
Guten Abend liebe Forengemeinde,

ich habe hier schon ein wenig gestöbert und habe ein paar Anregungen gefunden. Ich möchte mein Anliegen trotzdem hier einmal niederschreiben, in der Hoffnung, dass ich vielleicht noch treffendere Tipps bekomme aus meinem Loch herauszukommen, da es ein Problem ist, dass ich mir aus vielen Themen einzeln herausgepickt habe.

Es geht darum, dass ich niemanden habe. Ich bin komplett alleine und sehr einsam. Dies aber auch nur privat und nach der Arbeit. Auf der Arbeit bin ich fröhlich und ausgeglichen und spreche und arbeite gerne mit den Leuten zusammen. Nach der Arbeit allerdings und vor allem im Urlaub oder am Wochenende falle ich jedesmal in ein Loch. Ich bin da einfach nicht ausgelastet und ich kann einfach nicht "nichts" tun. Da ich aber auch keine Freunde habe, sitze ich eigentlich alleine zu Hause rum und vertreibe mir die Zeit mit sauber machen (auch wenn es nichts zum saubermachen gibt weil es top aufgeräumt ist) oder mit YouTube. Aber ich merke selbst, dass das kein Zustand ist.

Ich traue mich leider nicht etwas mit Anderen zu machen nach der Arbeit. Wenn ich mal eingeladen werde, sage ich meist zu aber kurz vorher dann ab. Warum? Ich weiß es nicht genau, ich denke, weil ich nichts zu erzöhlen habe und Angst vor der Stille habe. Ich erlebte leider häufig die Situation, dass ich mit einer Person nichts zu bereden habe. Kommt dann jemand andere dazu, sitze ich meist stumpf daneben und die anderen beiden reden. Da fühlt man sich wie das 5. Rad am Wagen
Früher als Jugendlicher hatte ich immer was zu besprechen aber jetzt?

Ich wünsche mir einfach einen Kontakt, mit dem ich mal was machen kann. Ich habe über das Internet zufällig jemanden gefunden der sehr nett ist, nur wenige Straßen weiter wohnt aber ich kriege es seit fast 6 Monaten nicht gebacken mich mit ihm zu treffen (da schäme ich mich schon fast für). Die meisten hätten schon den Kontakt abgebrochen, er schreibt tortzdem weiterhin mit mir was mich wundert und freut. Ich weiß einfach nicht wie ich aus dem Loch heraus komme und warum ich mich nicht mit ihm mal treffe?! Es ist ein Teufelskreis, wenn ich mit keinem Kontakt habe und was erlebe, habe ich auch nichts zu besprechen mit anderen.

Meine Idee da raus zu kommen war folgende, aber auch da traue ich mich einfach nicht mal den Schritt zu gehen: Es gibt in nächsten Jahr eine Befragung im ÖPNV wozu Menschen gesucht werden, die mit den Bussen mitfahren und dann die Fahrgäste befragen, um eine Statistik zu der Verkehrsinfrastruktur zu bekommen. Dies würde dann praktischerweise nach der Arbeit und am Wochenende stattfinden. Das wäre eigentlich perfekt aber ich habe ANGST. Eigentlich nicht vor den Fahrgästen sondern eher davor, dass man da im Zweier-Team arbeiten muss und ich quasi nichts zu erzäglen habe. Da fühle ich mich dann schon wieder sehr unwohl.

Ist vielleicht etwas wirr, hoffe dennoch ihr versteht mein Problem.
Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand sich diesen Text durchliest und mir Ratschläge geben könnte. Ihr dürft auch gerne sehr direkt sein, Kritik üben aber auch prositive Dinge schreiben, denn ich denke sonst raffe ich es einfach nicht und es geht einfach so weiter (und das will ich nicht).

Herzlichen Dank im Voraus!
Marvin (26, männlich)

Hm, da es dich ja stört, müsste man die Ursache erst einmal finden, wieso es dazu gekommen ist. Irgendwann muss es da mal was gegeben haben... das kann dir hier denke ich kaum einer beantworten... weil als Jugendlicher hast auch was unternommen... denk mal darüber nach, wann das in etwa anfing... nimm dir zeit nur für dich und wenn du immer noch nicht drauf kommst gibt es gott sei dank psychologen, die das aufdecken können! Die Antwort ist vielleicht plump und einfach, aber es muss nicht immer alles kompliziert sein

11.11.2017 13:47 • x 1 #7


nikos

nikos


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Hört sich gut an, du bist auf dem richtigen Weg. Die Unsicherheit wird von mal zu mal geringer und du wirst automatisch sicherer. Nur Geduld

Grüße an die IT´ler

11.11.2017 14:46 • x 1 #8


BT85


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Zitat von nikos:
Hört sich gut an, du bist auf dem richtigen Weg. Die Unsicherheit wird von mal zu mal geringer und du wirst automatisch sicherer. Nur Geduld

Grüße an die IT´ler


Es gibt ja auch die versteckten Autisten (Asperger), die das dann erst im Laufe des Lebens merken... weil du grad ITLER sagst... hochintelligente und bemerkenswerte Menschen! Skurril und sehr sehr sympathisch!

11.11.2017 14:49 • x 2 #9


Thessell67


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das ist bestimmt mega hart

12.11.2017 18:36 • x 1 #10


BT85


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Zitat von Thessell67:
das ist bestimmt mega hart

Das glaube ich auch und ich kanns mir nur annähernd vorstellen... das hat kein Mensch verdient!

12.11.2017 18:44 • x 1 #11


nikos

nikos


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Zitat von Thessell67:
das ist bestimmt mega hart


Hab ich da was überlesen, oder was ist bestimmt mega hart?

12.11.2017 22:46 • x 1 #12


BT85


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Zitat von nikos:

Hab ich da was überlesen, oder was ist bestimmt mega hart?

Ich denke, so allein zu sein und nicht in der Lage zu sein, Kontakte zu knüpfen, weil man Angst hat, nicht zu wissen, über was man sprechen soll.

12.11.2017 23:07 • x 1 #13


bananaboy


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WOW danke für euer Interesse und eure Antworten, ich bin total froh darüber, dass ihr mir helft! Ich weiß das wirklich zu schätzen!

Ich habe mir noch mal Gedanken gemacht und mich auch im Internet noch etwas umgeschaut. Ich glaube so langsam wird mir was klar.
Ich habe mich zuerst mal auf die Suche nach Klischees gemacht. Mir ist auf der Firmenfeier aufgefallen, dass wir insgesamt von der IT nicht so gesprächig waren wie andere. Also habe ich mich dazu informiert.
Meine Idee: Klischees der Informatiker, weil eine ja sagte, dass das typisch IT sei. Also prompt mal nach "Klischees Informatiker" gegooglet und 2 interessante Ergebnisse gefunden. Einmal auf der Website computerwoche.de (eher allgemein gehalten) und auf tutored.me (zum Thema Informatik-Studenten). (Poste die Links extra nicht, weil ich keine Werbung machen möchte, kann ich aber, wenn das ok ist und gewünscht wird). Fand die Seiten doch interessant und habe mich in vielen Punkten wiedergefunden, bzw. unsere Abteilung muss ich schon fast sagen.
Vor allem der folgende Satz von der 2. Quelle machte mich nachdenklich:
Zitat:
[...]Trotz ihrer kommunikativen Ader sind Informatiker oft sozial dermaßen inkompatibel mit ihrer Umwelt, dass sie sofern sie nicht andere Informatiker um sich haben ganz automatisch zu Einzelgängern werden.[...]

Interessant, aber wieso?

Mir erschließt sich hier nicht, wieso jeder Informatiker auf einmal dieses Klischee erfüllen sollte. Auch wenn ich mich in einigen Punkten wiederfinde muss es dazu ja auch irgendwie gekommen sein. Ich habe noch einmal nachgedacht (und das nicht gerade wenig, gestern vor dem Einschlafen fast 2 Stunden). Mir kam da doch eine Idee, wodurch das vielleicht ausgelöst/verstärkt wird. Ich schleppe seit Jahren ein Geheimnis mit mir rum und ich kann es niemandem sagen. Einfach niemandem. Mich selbst belastete das eigentlich erst nicht so aber ich denke mit der Zeit doch immer häufiger darüber nach, auch gerade im Hinblick auf meiner Einsamkeit. Ich könnte mir vorstellen, dass das vielleicht ein möglicher Grund dafür ist.
Ich bin eigentlich schon immer einer gewesen, der mit Jungs mehr anfangen konnte als mit Mädchen. Ich merkte in der Grundschule schon, dass ich Jungs viel interessaner als Mädchen fand. In dem Alter gar nicht so ungewöhnlich. Mit der Zeit änderte sich dies aber eigentlich auch nicht. Als Freunde kamen für mich immer nur Jungs in Frage, wenn ich dann mal wen hatte. Irgendwann kam dann halt die Zeit, dass jeder eine Freundin gefunden hatte, ich aber nie wirklich Interesse daran hatte. Das war dann zu der Partyzeit, an der ich ebenfalls kein Interesse hatte. Diese Zeit hat mir glaube ich viel genommen. Ich habe in den Jahren gemerkt, dass ich eher auf Jungs stehe. Ich dachte mir bis dahin immer "ok, dann sage ich das halt keinem und gut ist". Ja, das hat auch eigentlich bis jetzt immer wunderbar geklappt. In meinem Umfeld weiß bis heute kein Mensch, dass ich auf Jungs stehe. Mir sieht und merkt man das auch nicht an. Bei jedem Satz den ich sage passe ich aber unbewusst auch auf, dass ich mich nicht versehentlich verrate. Das war am Anfang nicht sonderlich schwierig. Jedesmal muss man aufpassen, dass man es keinem sagt, dass man sich nicht verrät. Vielleicht auch das ein Grund, warum ich kein Alk. trinke? Ich könnte theoretisch im betrunkenen Zustand mich verplappern. Ich weiß es selbst nicht, mir schmeckt das einfach nicht.

Die meisten denken sich jetzt: Dann oute dich und fertig. So einfach ist das nicht. Ich habe dazu nicht den Mut, weil ich alleine bin. Ich habe Angst, dass sich noch mehr Leute (Kollegen, Familie...) abwenden. Ich wäre noch einsamer als ich sowieso schon bin. Ich höre sehr viel Musik und fasse damit Mut und denke mir "morgen oute ich mich" aber ich schaffe das einfach nicht. Mit einem Freund/Partner an meiner Seite bin ich fest überzeugt es jedem zu sagen, dazu zu stehen wie ich liebe und fühle. Ich bin ja dadurch kein anderer Mensch. Menschen, die mich im Moment schon mögen, mögen mich ja wegen meiner Art und das würde sich dadurch nicht ändern. Glaube ich.

Vielleicht ist das ein grundlegendes Problem, dass ich mich dadurch einfach selbst nicht akzeptiere und wenig Selbstbewusstsein habe. Ich habe gestern noch gelesen: "Wer sich selbst schon nicht liebt, wie soll dich ein anderer lieben?" Gute Frage...

Ich möchte noch sagen, dass mir das Schreiben hier mit euch immer mehr die Augen öffnet. Zu wissen, dass sich jemand meine Sorgen durchliest und Tipps gibt tut gut. Ich habe die ganzen Informationen hier nur durch euch immer mehr hinterfragt und andere Sichtweisen bekommen. Gerade auf diesen Teil mit den Jungs wäre ich so erst gar nicht gekommen aber als ich gelesen habe, dass es auch einfach plump und unkompliziert sein kann, regte mich das doch an nochmal die simplen Sorgen zu betrachten. Vieles an Ideen kam mir auch gerade beim Schreiben erst. Deswegen sitze ich schon über eine Stunde an dieser Antwort hier

Ich muss mich wohl erst einmal selbst akzeptieren und dazu stehen, dass ich gleichgeschlechtlich bin. Ich glaube erst dann kann ich dadurch Selbstbewusstsein erlangen und an den anderen Problemen arbeiten. Nur wie soll ich das snstellen?
Leider gibt mir mein Job bei einem katholischen Arbeitgeber auch nicht gerade Mut dazu zu stehen so zu sein und offen damit umzugehen Aber vielleicht kann ich in einem anderen Bereich anfangen: Familie. Wobei ich da die meiste Angst habe. Ich möchte meine Mama und meinen Papa nicht enttäuschen. Bei Freunden fange ich nicht an mich zu outen, hab ja eh keine Kann also auch Vorteile haben wie man sieht (oh man wie bitter aber ein bisschen Spaß gehört überall zu)
Wobei ich mich frage, ob ein Outing überhaupt was bringt. Ich habe zwar viel gelesen dazu, dass allen ein großer Stein vom Herzen gefallen ist aber die hatten auch immer Rückhalt von Freunden. Es ist ein Teufelskreis... Ich muss noch weiter nachdenkenm ich will auf jeden Fall aus dieser Lage heraus und irgendwie schaffe ich das schon
Vielleicht helfe ich damit auch wem anderes, der sich auch in dieser Situation befindet.

Vielen Dank nochmal für eure Unterstützung, ich freue mich auf weitere Antworten!
Der Marvin

14.11.2017 21:15 • #14


BT85


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Zitat von bananaboy:
WOW danke für euer Interesse und eure Antworten, ich bin total froh darüber, dass ihr mir helft! Ich weiß das wirklich zu schätzen!

Ich habe mir noch mal Gedanken gemacht und mich auch im Internet noch etwas umgeschaut. Ich glaube so langsam wird mir was klar.
Ich habe mich zuerst mal auf die Suche nach Klischees gemacht. Mir ist auf der Firmenfeier aufgefallen, dass wir insgesamt von der IT nicht so gesprächig waren wie andere. Also habe ich mich dazu informiert.
Meine Idee: Klischees der Informatiker, weil eine ja sagte, dass das typisch IT sei. Also prompt mal nach "Klischees Informatiker" gegooglet und 2 interessante Ergebnisse gefunden. Einmal auf der Website computerwoche.de (eher allgemein gehalten) und auf tutored.me (zum Thema Informatik-Studenten). (Poste die Links extra nicht, weil ich keine Werbung machen möchte, kann ich aber, wenn das ok ist und gewünscht wird). Fand die Seiten doch interessant und habe mich in vielen Punkten wiedergefunden, bzw. unsere Abteilung muss ich schon fast sagen.
Vor allem der folgende Satz von der 2. Quelle machte mich nachdenklich:

Interessant, aber wieso?

Mir erschließt sich hier nicht, wieso jeder Informatiker auf einmal dieses Klischee erfüllen sollte. Auch wenn ich mich in einigen Punkten wiederfinde muss es dazu ja auch irgendwie gekommen sein. Ich habe noch einmal nachgedacht (und das nicht gerade wenig, gestern vor dem Einschlafen fast 2 Stunden). Mir kam da doch eine Idee, wodurch das vielleicht ausgelöst/verstärkt wird. Ich schleppe seit Jahren ein Geheimnis mit mir rum und ich kann es niemandem sagen. Einfach niemandem. Mich selbst belastete das eigentlich erst nicht so aber ich denke mit der Zeit doch immer häufiger darüber nach, auch gerade im Hinblick auf meiner Einsamkeit. Ich könnte mir vorstellen, dass das vielleicht ein möglicher Grund dafür ist.
Ich bin eigentlich schon immer einer gewesen, der mit Jungs mehr anfangen konnte als mit Mädchen. Ich merkte in der Grundschule schon, dass ich Jungs viel interessaner als Mädchen fand. In dem Alter gar nicht so ungewöhnlich. Mit der Zeit änderte sich dies aber eigentlich auch nicht. Als Freunde kamen für mich immer nur Jungs in Frage, wenn ich dann mal wen hatte. Irgendwann kam dann halt die Zeit, dass jeder eine Freundin gefunden hatte, ich aber nie wirklich Interesse daran hatte. Das war dann zu der Partyzeit, an der ich ebenfalls kein Interesse hatte. Diese Zeit hat mir glaube ich viel genommen. Ich habe in den Jahren gemerkt, dass ich eher auf Jungs stehe. Ich dachte mir bis dahin immer "ok, dann sage ich das halt keinem und gut ist". Ja, das hat auch eigentlich bis jetzt immer wunderbar geklappt. In meinem Umfeld weiß bis heute kein Mensch, dass ich auf Jungs stehe. Mir sieht und merkt man das auch nicht an. Bei jedem Satz den ich sage passe ich aber unbewusst auch auf, dass ich mich nicht versehentlich verrate. Das war am Anfang nicht sonderlich schwierig. Jedesmal muss man aufpassen, dass man es keinem sagt, dass man sich nicht verrät. Vielleicht auch das ein Grund, warum ich kein Alk. trinke? Ich könnte theoretisch im betrunkenen Zustand mich verplappern. Ich weiß es selbst nicht, mir schmeckt das einfach nicht.

Die meisten denken sich jetzt: Dann oute dich und fertig. So einfach ist das nicht. Ich habe dazu nicht den Mut, weil ich alleine bin. Ich habe Angst, dass sich noch mehr Leute (Kollegen, Familie...) abwenden. Ich wäre noch einsamer als ich sowieso schon bin. Ich höre sehr viel Musik und fasse damit Mut und denke mir "morgen oute ich mich" aber ich schaffe das einfach nicht. Mit einem Freund/Partner an meiner Seite bin ich fest überzeugt es jedem zu sagen, dazu zu stehen wie ich liebe und fühle. Ich bin ja dadurch kein anderer Mensch. Menschen, die mich im Moment schon mögen, mögen mich ja wegen meiner Art und das würde sich dadurch nicht ändern. Glaube ich.

Vielleicht ist das ein grundlegendes Problem, dass ich mich dadurch einfach selbst nicht akzeptiere und wenig Selbstbewusstsein habe. Ich habe gestern noch gelesen: "Wer sich selbst schon nicht liebt, wie soll dich ein anderer lieben?" Gute Frage...

Ich möchte noch sagen, dass mir das Schreiben hier mit euch immer mehr die Augen öffnet. Zu wissen, dass sich jemand meine Sorgen durchliest und Tipps gibt tut gut. Ich habe die ganzen Informationen hier nur durch euch immer mehr hinterfragt und andere Sichtweisen bekommen. Gerade auf diesen Teil mit den Jungs wäre ich so erst gar nicht gekommen aber als ich gelesen habe, dass es auch einfach plump und unkompliziert sein kann, regte mich das doch an nochmal die simplen Sorgen zu betrachten. Vieles an Ideen kam mir auch gerade beim Schreiben erst. Deswegen sitze ich schon über eine Stunde an dieser Antwort hier

Ich muss mich wohl erst einmal selbst akzeptieren und dazu stehen, dass ich gleichgeschlechtlich bin. Ich glaube erst dann kann ich dadurch Selbstbewusstsein erlangen und an den anderen Problemen arbeiten. Nur wie soll ich das snstellen?
Leider gibt mir mein Job bei einem katholischen Arbeitgeber auch nicht gerade Mut dazu zu stehen so zu sein und offen damit umzugehen Aber vielleicht kann ich in einem anderen Bereich anfangen: Familie. Wobei ich da die meiste Angst habe. Ich möchte meine Mama und meinen Papa nicht enttäuschen. Bei Freunden fange ich nicht an mich zu outen, hab ja eh keine Kann also auch Vorteile haben wie man sieht (oh man wie bitter aber ein bisschen Spaß gehört überall zu)
Wobei ich mich frage, ob ein Outing überhaupt was bringt. Ich habe zwar viel gelesen dazu, dass allen ein großer Stein vom Herzen gefallen ist aber die hatten auch immer Rückhalt von Freunden. Es ist ein Teufelskreis... Ich muss noch weiter nachdenkenm ich will auf jeden Fall aus dieser Lage heraus und irgendwie schaffe ich das schon
Vielleicht helfe ich damit auch wem anderes, der sich auch in dieser Situation befindet.

Vielen Dank nochmal für eure Unterstützung, ich freue mich auf weitere Antworten!
Der Marvin

Definiere dich nicht durch die Leute, sondern durch dich selbst oder deinen Arbeitgeber. Wenn du selbst weißt wer du bist oder wer du sein willst, ist jedes Ziel erreichbar. Setze dir hier Ziele, erstelle einen Plan... Wage den Schritt, und Fang erst einmal an, dem netten Kerl, mit dem du so viel schreibst, zu erzählen, was los ist. Dann siehst du die Reaktion. Wenn er unverständlich reagiert, kehre auch du ihm den Rücken. Dann ist er es nicht wert gewesen.
Beim Arbeitgeber würde ich zunächst die Füße still halten, bis du was neues hast, wobei ich den ehrlich gesagt nicht mal wechseln würde. Du bist ja nicht deswegen unproduktiver oder betest das heilige Taschentuch oder Satan an. Das musst du mit deinem Gewissen vereinbaren. Ich finde das nicht verwerflich.
Mit den Eltern ist das so ne Sache. Hier würde ich sehr behutsam vorgehen. Die Reaktion wird dir zunächst vielleicht nicht gefallen... Verwirrt werden sie vielleicht sein und total unangebracht reagieren. Das darfst ihnen aber nicht übel nehmen... Die fangen sich schon wieder... Ich hab auch ein Kind und wenn er mir sagt, dass er auf Männer steht, dann muss ich das früher oder später akzeptieren. Mein Junge, mein Baby, bleibt immer mein Baby, egal, wie er sich entscheidet. Vielleicht ahnt es auch schon deine Mutter... Mütter haben eine besonders feine Antenne zu ihren Söhnen, sagt man.

14.11.2017 23:34 • x 1 #15


nikos

nikos


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Zitat von bananaboy:
Vielleicht ist das ein grundlegendes Problem, dass ich mich dadurch einfach selbst nicht akzeptiere und wenig Selbstbewusstsein habe. Ich habe gestern noch gelesen: "Wer sich selbst schon nicht liebt, wie soll dich ein anderer lieben?" Gute Frage...

Na Marvin, du Fuchs,

genial, wie du dir selbst den Weg zum Glück erarbeitest. So klar und eindeutig, umwerfend!
Nicht nur, wer soll dich lieben, wenn du dich nicht liebst? Es geht weiter, nur wenn du dich liebst, kannst du auch deinen Nächsten lieben. Dies ist der Schlüssel zur Lösung, vieler in diesem Forum dargestellten Erkrankungen und Problemen. Hiermit will ich alle die, die das hier lesen gleichermaßen ansprechen.
Auch mir ist dies bewusst, bin aber erst seit 3 Jahren auf dem richtigen Weg, zu lernen, mich ganz zu akzeptieren und zu lieben. Da wird auch noch viel Zeit verstreichen, bis ich am Ziel sein werde.
Zitat von bananaboy:
Die meisten denken sich jetzt: Dann oute dich und fertig. So einfach ist das nicht. Ich habe dazu nicht den Mut, weil ich alleine bin. Ich habe Angst, dass sich noch mehr Leute (Kollegen, Familie...) abwenden. Ich wäre noch einsamer als ich sowieso schon bin.

Für mich stellt sich nicht die Frage, zu wem du dich hingezogen fühlst. Um klar zu stellen, es freut mich, wenn ein Mensch einen anderen Menschen liebt. Egal in welcher Kombination.
Dies jedoch in dein Umfeld zu tragen, benötigt vielleicht ein bischen Feingefühl. Bei deinen Eltern, könntest du zunächst, den dir näher stehenden ins Boot holen. Und somit könnt ihr gemeinsam den anderen in dein Geheimnis einweihen. Deine Offenheit und klare Sicht, ist mit unter ein Produkt der Erziehungsarbeit deiner Eltern und deutet auch auf deren Lebenseinstellung hin. Deshalb wirst du überrascht sein, wie gelassen sie diese Botschaft aufnehmen werden.
Weiter würde ich mich in Foren, die es zu diesem Thema sicher viele gibt, umschauen. Mit Sicherheit wirst du in diesen Foren Gleichgesinnte kennen lernen, bei denen (dem) du dich bestens aufgehoben fühlen wirst. Und der oder die werden dich ein Stück oder noch weiter begleiten...
Zitat von bananaboy:
Interessant, aber wieso?

Mir erschließt sich hier nicht, wieso jeder Informatiker auf einmal dieses Klischee erfüllen sollte.

An einem Klischee ist immer was Wahres dran.

Wie es zu dem Verhalten dieser Berufsgruppe kommt, liegt auf der Hand. Die Mehrzahl dieses Berufsstandes ist von Grund auf, also schon als Kind introvertiert. Daraus ergibt sich dann später ein verstärkte Interesse an Computerspielen, denn da fühlen sie sich wohl. Da aus diesen Kindern Erwachsene werden liegt es nahe, den Beruf des IT´lers zu wählen. Und schon ergibt sich eine Gruppe mit gleichen Vorlieben und Fähigkeiten, einfach nur eine Ansammlung gleicher Karakteren. Man könnte auch sagen, das Klischee von Basketballspielern ist, die sind ja alle so riesig. Das stimmt, ist aber wiederum nur eine Selektion von Menschen, die durch ihre Größe besser für diese Sportart geeignet sind. Logisch, oder?
Ich würde sagen, dass dadurch die Vereinsamung von jungen Menschen zunimmt. Marvin, du hast geschrieben, dass du gerne anderen Menschen helfen würdest. Ich könnte mir vorstellen, dass du deinen IT-Kollegen und dir damit helfen könntest, wieder einen Dialog von Angesicht zu Angesicht zu praktizieren.
Der Mensch ist von Anbeginn ein sozial geprägtes Wesen. Sein Gehirn hat sich in der Evolution so entwickelt, dass er nicht nur kommunikative Fähigkeiten besitzt, sondern auch praktizieren muss. Dazu gehört nicht nur die Sprache, Blickkontakt, Mimik und Gestik gehören auch dazu. Tut er es nicht verlernt er es und bekommt, wie du selbst erfahren hast psychische Probleme (Einsamkeit).
Initiiere du ein Training, um diese Fähigkeit wieder zu lernen. Ein althergebrachtes Kartenspiel z.B. Skat... oder andere Spiele bei dem man sich gegenüber sitzt, und miteinander Sprechen muss.
Aller Anfang ist schwer, aber es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Bis denne

15.11.2017 19:51 • x 1 #16


nikos

nikos


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Zitat von BT85:
und Fang erst einmal an, dem netten Kerl, mit dem du so viel schreibst, zu erzählen, was los ist. Dann siehst du die Reaktion. Wenn er unverständlich reagiert, kehre auch du ihm den Rücken. Dann ist er es nicht wert gewesen.

Es freut mich, dass BT85 die selbe Meinung hat. Dem was sie da geschriben hat, Stimme ich vollkommen zu, das könnten meine Worte sein.

Nur Mut Marvin

15.11.2017 21:24 • x 1 #17


Miseria_25

Miseria_25


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Es tut gut, zu lesen das es hier andere gibt, die fast so sind wie ich.

Ich war in meiner Kindheit auch ziemlich oft unterwegs, mal Schlittschuhlaufen, mal Fußballspielen, mal Räuber und Gendarm im Wald gespielt usw. Das waren echt tolle Zeiten. Aber ich war immer schon sehr ruhig, hatte jedoch keine Probleme Freunde zu finden, die kamen halt automatisch (Freund eines Freundes eines Freundes usw...). Freunde kamen und gingen. Alles war super bis ich so ca. in der 6. oder 7. Klasse war. Hatte dort kaum noch Freunde und dort fing es auch an mit dem mobben, meistens war es weil ich sehr ruhig war aber die haben immer was neues zum auslachen gefunden. Ich glaube ab da fing es auch an mit meiner Soziale Phobie. Ginge immer weniger in die Schule, habe mich immer mehr von anderen isoliert. Konnte es auch nie wirklich jemand erzählen (meine Mutter hat es immer als Ausreden bezeichnet). Das ging bis in die 9. oder 10. Klasse, als ich dann schlussendlich von der Schule gegangen bin. Danach habe ich es auf ein Berufskolleg versucht, hat sich aber nichts geändert. Da bin dann auch abgegangen und es auf einer noch kleineren Schule versucht, wo ich dann glücklicherweise meine Fachoberschulreife machen konnte. Aber es war schon zu spät, meine "Persönlichkeit" hat sich schon gebildet, naja nicht ganz, wie gesagt ich war schon immer sehr ruhig aber habe mich definitiv noch extremer isoliert als früher. Konnte leider keine Freundschaft mehr knüpfen, habe heute nur noch 1 Freund, mit dem ich aber nur noch wenig Kontakt habe, da er seit paar Jahren Vater ist.

Zwar konnte ich mit Mühe und Not meinen Abschluss machen aber es war trotzdem ziemlich schlimm bei der letzten Schule. Habe mich dort ständig als "Aussenseiter" gefühlt. Kaum einer hatte wirklich interesse an mir. Bin zwar ab und zu mal mit den anderen in die Pause gegangen aber letzendlich war ich der einzige der immer nur doof zugeguckt hat, als die anderen sich Unterhalten und zusammen gelacht haben. Ich konnte halt nie wirklich mitreden, nicht das die über Themen gesprochen haben worüber ich kein Interesse hatte o.ä., sondern ich hatte immer so ne "Leere" im Kopf, keine Wörter fielen mir ein. Es ist schwer sowas zu beschreiben. Das Problem hatte ich, glaube ich, seit ich 14-15 Jahre alt war. Als Kind war das glaube ich nicht so, zwar war ich ruhig aber nicht so wie jetzt.

Anderes Beispiel war, als ich nach Hause gelaufen bin. Ein Mädchen die auch in der Nähe wohnte ist dann mit dir zusammen gelaufen (Sie hat gefragt). Nun, ich denke ihr wisst wie das abgelaufen ist.
Fast den ganzen Weg lang (ca. 40min) war pure unangenehme stille, Sie hat des öfteren versucht ein Thema aufzubringen aber das ging dann auch nur für paar minuten...

Solche situationen sind oft vorgefallen und nachdem ich endlich fertig war mit der Schule ging es mir ein bisschen besser.

Nach der Schule habe ich versucht mich für paar Jobs zu bewerben aber das ging auch immer in die Hose. Am Anfang habe ich immer bei den Bewerbungsgesprächen gescheitert bis ich dann Angst hatte zu einer überhaupt hinzugehen.

Habe mir dann in der laufe der Zeit einen Psychologe besorgt, bei dem ich nun über ein Jahr bin. Nach ein knappes Jahr bei Ihm wurde festgestellt das ich unter ÄvPS und Depressionen leide. Er hat mir empfohlen bisschen Sport zu machen, was ich auch seitdem regelmäßig tue.

Ich kämpfe nun Täglich gegen die Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit und unter anderem, Suizid-Gedanken.

Meine routine ist nun, 5-6 Tage ins Fitnessstudio und alle 2 Wochen zur Verhaltenstherapie, was mich auch ziemlich runter macht, da ich nur alle 2 Wochen jemand habe mit dem ich über meine Probleme reden kann(und natürlich hier im Forum ).

Also, Marvin, ich weiß ein bisschen wie du dich fühlst, habe aber leider keine Lösung für dich(uns).

Das Problem ist, Menschen die nicht so Gesprächig sind, haben weniger Glück Kontakte zu knüpfen, als diejenigen die wie ein Abwasserkanal plappern können. Vorallem wenn man dazu noch unter einer PS leidet...

Hast du denn mal versucht mit Frauen zu reden, ob es vielleicht einfacher ist als bei den Männern? Fals ja dann kannst du ja fürs erste mal mehr mit den Frauen unterhalten, bis du es besser mit der Kommunikation hinbekommst.

Edit: Ich muss dazu noch sagen, dass diese "Leere" die ich bei Gesprächen verspüre, auch bei Familie und meinem Freund passiert. Hat also nichts mit Fremde Menschen zu tun, o.ä.

17.11.2017 18:59 • #18


Lebensbaum36

Lebensbaum36


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Hallo bananaboy,

Versuche es doch mal hier:

treffpunkt-f36/

Ansonsten wäre es vielleicht hilfreich, wenn du den Leuten schreibst, wo du bist? ;-)

LG
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Klaus

:-)

17.11.2017 19:12 • #19


grelaove


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hey ich weiss der beitrag ist schon etwas her aber ich wollte trotzdem gerne antworten für den fall, dass es sih vielleicht immer noch nicht gebessert hat. ich finde es toll dass du dein anliegen hier geteilt hast und ich kann mich sehr gut in deine lage hineinversetzten.
auch wenn ich nach außen hin gar nicht so wirke, ich denke sogar eher wie ein partymensch, bin ich in meinem innersten auch manchmal sehr verschlossen und einsam. viele menschen würden das mit sicherheit gar nicht von mir denken, sondern dass ich vielleicht einfach nur manchmal etwas still bin. aber ich habe gemerkt, und diesen tipp würde ich dir auch gerne mitgeben, dass einen nicht weiterbringt sich zurückzuhalten, auch wenn es oft nicht einfach ist auf menschen zuzugehen! versuche einfach mal nicht drüber nachzudenken, dein innere blockade auszuschalten und dich zu fragen: was soll denn schon passieren? im schlimmsten fall wird es halt ein reinfall, aber wenn mans gar nicht erst versucht wird es mit sicherheit auch einer! also triff dich ruhig mit menschen wenn du eingeladen wirst oder frage sie auch selbst mal, du wirst mit sicherheit nicht auf ablehnung stoßen, sondern eher engeren kontakt aufbauen. ich weiss dass es nicht einfach ist über seinen schatten zu springen, ich selbst schaffe es auch oft nicht. aber steigere dich nicht in die verzweiflung hinein, denke nicht darüber nach und sei offen und positiv es wird mit sicherheit verbesserung mit sich bringen! sorry für den roman

17.05.2018 14:36 • #20




Dr. Reinhard Pichler