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@ Cerbi:
*zustimm* auf der ganzen Linie!
Nicht nur was deine Analyse angeht, sondern auch den Schmerz, den du (wieder-)empfindest, wenn du craeshs Geschichte liest.
@ Gast:
Ja. Das mit der Eltern-Kiste ist doch wirklich immer wieder total verführerisch. Sprich: solche Problematiken immer ursächlich bei den Eltern zu suchen. Und manchmal stimmt das ja auch.
Nur:
Nicht jedes Kind reagiert auf das Benehmen/Verhalten der Eltern gleich, auch wenn die Eltern sich mehreren Kindern/Geschwistern gegenüber gleich verhalten. Das muss doch dann einen anderen Grund haben!?!
Ich bin davon überzeugt (eigene Erfahrung), dass jeder Mensch eine ganz eigene innere Anlage hat, die dazu führt, mit dem Verhalten der Eltern anders umzugehen, als das eigene Geschwister tun. Man könnte das evtl. auch als „individuelle Wahrnehmung“ bezeichnen, wenn Kinder/Geschwister auf ihre Eltern unterschiedl. reagieren.
Bei „craesh“ würde das z.B. bedeuten: Seine (evtl.) Geschwister hätten die Gelassenheit der Eltern bezügl. Schulnoten vielleicht eher als Bestätigung und Entlastung angenommen, weil sie selbst andere Anlagen haben. Und wer möchte schon ein Urteil darüber fällen, welche Anlage besser und welche schlechter ist?!? … außer die (dumme) Masse des aktuellen Zeitgeist’s?
@ craesh:
Erst mal ein ganz dickes Kompliment an dich!
Ein 16jähriger, der so reflektiert ist, das gehört sich positiv erwähnt! Also fühl dich mal ganz freundlich auf die Schulter geklopft!
Dass du mit deiner Art Probleme bekommst wundert mich nicht, aber das liegt primär sicher nicht an DIR ! – es liegt an unserer kranken Gesellschaft. Nicht DU bist also „krank“, sondern diese irrwitzige Gesellschaft, in der wir leben. Die meisten haben keine Ahnung mehr von dem, was man „soziale Kompetenz“ nennt. Diese würde es verhindern, dass man so mit dir umgeht. Deine Reaktion empfinde ich als total GESUND! – denn JEDER Mensch fühlt sich mehr oder weniger verletzt/gekränkt, wenn er sich nicht angenommen, erkannt oder verstanden fühlt, sogar diejenigen, die sich selbst verletzend verhalten!
Leider kann ich dir auch nichts anderes dazu sagen, wie es schon Cerberus oben gesagt hat. Es wird evtl. lange dauern, bis du den Ausschluss aus scheinbar (!) sozialen Gruppen als Kompliment empfinden kannst.
Trotzdem hab ich evtl. doch noch einen Tipp für dich:
Glaub bitte nicht, dass Psychotherapeuten nur für „Verrückte“ („Geisteskranke“ sind NICHT identisch mit seelisch Leidenden!) und total psychopathologische Fälle zuständig sind. Tatsächlich hab ich den Eindruck, dass sie mit diesen meist heillos überfordert sind. Aber Menschen wie dir, die grad am Anfang ihrer Problematik stehen, wirklich weiterhelfen können.
Vielleicht versuchst du also doch, dir Unterstützung bei einem Therapeuten zu suchen. Ich könnte mir vorstellen, dass das sehr wohl erfolgversprechend sein kann, so gut, wie du deine Problematik schildern kannst. Auf keinen Fall aber musst du dich als „verrückt“ ansehen, nur weil du die Dienstleistung eines Therapeuten in Anspruch nimmst.
Ich drück’ dir die Daumen
LG
Capri