Zitat von Yuna1976: Und das was Ilium sagte, das mit denn festgefahrenen Denkmustern, liegt bei mir nicht im logischen Denken direkt begraben, dafür aber umso mehr auf der emotionalen Ebene.
Richtig.
Nicht die Fähigkeit Dinge grundlegend neu zu denken reduziert sich, als würde das Gehirn verlernen neue Perspektiven zu betrachten, sondern die Motivation dazu, sich selbst nochmal auf den Kopf zu stellen nimmt ab, je fester die Erfahrungen in das Bewusstsein integriert sind und damit auch die emotionale Bindung dazu.
Du erinnerst dich ja nicht nur aus logischer Sicht daran, was rote Ampeln bedeuten, sondern sie haben auch eine emotionale Bedeutung für dich, die zu der Erinnerung abgelegt wird.
Dir wurde nicht nur einmal gesagt, was rote Ampeln bedeuten. Dir wurde es auch nicht nur in einem Ton, in einer Situation, von einem Menschen gesagt. Alles was du über rote Ampeln gelernt hast, ist emotional assoziiert.
Und das wieder loszulassen, diese emotionalen Bindungen zu deinen Erfahrungen, ist deshalb so schwer und manchmal nur mit einem Therapeuten möglich, weil es zwar theoretisch geht, aber das Gehirn einen Prozess vollzieht, der schwieriger wird, je älter man wird.
Nicht weil das Gehirn klapprig wird, sondern weil die Struktur des Gehirns im Laufe des Lebens immer feiner ausdifferenziert und die Verbindungen stabiler werden.
Ein Weg, der 10 Mal gegangen wurde, ist leichter zu verlernen, als ein Weg der 1000 Mal gegangen wurde - weil nicht nur der Weg abgespeichert wird, sondern auch deine emotionale Identität für diesen Weg.
Die 1000 Wege bist Du. Nicht nur eine Erinnerung des Weges.