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prodomo81
Hallo ihr Lieben,

ich lese jetzt schon ein paar Tage mit und muss bei dem ein oder anderen Beitrag (auch in anderen Foren) immer wieder den Kopf schütteln. Angst- und depressionsgeplagte Muttis und Vatis....aber auch Kinder solcher Eltern finden sich in so manchem Beitrag. Und ich frage mich: Muss das sein?
Warum wollen junge Frauen unbedingt ein Kind, wenn sie sich schon jahrelang mit psychischen Problemen rumärgern? Krampfhaft werden Medis ausgeschlichen und wenn nicht hier schon eine Katastrophe lauert, dann in der Schwangerschaft oder eben später wenn Junior da ist.

Ich meine nicht jene Eltern, welche nach den Kindern erkranken (schlimm genug für beide Parteien), ich meine jene, die sich bewusst für ein Kind entscheiden, ohne scheinbar an dessen Psyche zu denken. Zumal ist eine genetische Disposition quasi Fakt.

Ich bin jetzt 33, könnte organisch sicher auch ein Kind bekommen, hab auch Jahre wo es ganz gut geht mit meinen Dämonen und ja ein Kind wäre super, wenn nicht.......usw. wären.

Ich hoffe ich setze mich jetzt nicht zu tief in irgendwelche Nesseln, ich möchte nur verstehen und bin interessiert.

LG Domo

30.05.2014 10:34 • 06.06.2014 #1


58 Antworten ↓


Also ich möchte keine Kinder haben, das hat aber nichts mit meiner Psyche zu tun. Ich konnte noch nie was mit kleinen Kindern anfangen, finde sie weder süß noch niedlich.
Aber dennoch ist es eine sehr private Entscheidung, ob jemand ein Kind bekommt. Jemand, der Ängste oder Depressionen hat, diese aber gut behandeln lässt und stabil wird, kann seinem Kind ein besseres Elternteil sein als manche Eltern, die von außen völlig gesund sind, aber ihre Kinder misshandeln.
Es ist sicherlich ein schwieriges Thema, aber Kinderwunsch oder auch der Wunsch, keine Kinder zu bekommen, ist immer eine egoistische Entscheidung. Man macht es für sich und für niemand anderen sonst.

30.05.2014 10:43 • x 1 #2



Kinderwunsch bei psychischen Erkrankungen

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prodomo81
Zitat von islandfan:
Aber dennoch ist es eine sehr private Entscheidung, ob jemand ein Kind bekommt.


Definitiv, aber dennoch sind Kinder kein Eigentum und man schafft sie mal eben an. Sie stehen sogar unter besonderen Schutz, aber erst wenn sie schon da sind.

Zitat von islandfan:
die von außen völlig gesund sind, aber ihre Kinder misshandeln.


Fällt bei mir auch unter psychische Störung...

Zitat von islandfan:
Man macht es für sich und für niemand anderen sonst.


Doch, für das Kind.

Adoptieren können wir auch nicht mehr.

30.05.2014 10:50 • #3


Ein Kind bekommt man doch, weil man es selbst möchte. Man macht es doch nicht für das Kind, welches man ungefragt in die Welt setzt. Leute bekommen Kinder, weil sie es selber so wollen, weil sie sich ein Leben mit Kind wünschen.

30.05.2014 10:57 • #4


prodomo81
(Es macht spaß mit dir zu diskutieren! )

Zitat von islandfan:
Man macht es doch nicht für das Kind, welches man ungefragt in die Welt setzt. Leute bekommen Kinder, weil sie es selber so wollen, weil sie sich ein Leben mit Kind wünschen.


Ja sicher, aber manch eine(r) sollte da wohl doch ein bisschen genauer hinterfragen, ob es zum eigenen Leben passt. Ob die kindlichen Bedürfnisse befriedigt werden können, ob ich mir und dem Kind nicht eher schade, ob ich solch eine gravierende Veränderung ertrage usw.

30.05.2014 11:04 • #5


Zitat von prodomo81:
(Es macht spaß mit dir zu diskutieren! )


Danke, mir auch. Ich finde Diskussionen, bei denen man fair bleibt, immer spannend.

Man macht es doch nicht für das Kind, welches man ungefragt in die Welt setzt. Leute bekommen Kinder, weil sie es selber so wollen, weil sie sich ein Leben mit Kind wünschen.[/quote]

Zitat von prodomo81:
Ja sicher, aber manch eine(r) sollte da wohl doch ein bisschen genauer hinterfragen, ob es zum eigenen Leben passt. Ob die kindlichen Bedürfnisse befriedigt werden können, ob ich mir und dem Kind nicht eher schade, ob ich solch eine gravierende Veränderung ertrage usw.


Klar, das sehe ich auch so. Es ist so leicht ein Kind zu zeugen, aber einem Kind ein gutes Heim zu geben, ist schon viel schwieriger. Und leider gibt es genug Familien, die ihre Kinder vernachlässigen. Wenn man ein Kind adoptieren will, gibt es 1000 Auflagen die am erfüllen muss, aber bei den eigenen Kindern interessiert es niemanden, wie man damit umgeht. Auch die Jugendämter sind völlig überfordert.

30.05.2014 11:14 • #6


Irgendwie habe ich Probleme mit dem richtigen Zitieren.

30.05.2014 11:17 • #7


filigrantechniker
Man könnte ja den Bogen weiterspannen, machen Beziehungen bei psychischen Erkrankungen Sinn ? Egal ob mit oder ohne Kind ? Wir haben uns für das erste Kind entschieden in einer Phase in der es mir absolut super gut ging. Für das zweite Kind haben wir uns jetzt in einer Phase entschieden, in der es mir richtig beschissen geht. Wobei es mir vielleicht auch so beschissen geht, weil es mit dem zweiten Kind nicht wirklich geklappt hat. Wer weiß das schon.

Ich hab schon sehr häufig das Gefühl, dass das Kind eine zusätzliche Belastung ist, und mich dann doch extrem überfordert. Aber das sind einfach Phasen, die alle Eltern durchmachen müssen, egal ob sie nun psychisch krank sind, oder nicht. Es ist normal, dass Kinder in diesesr Zeit eben ihren Mittagsschlaf noch brauchen und es deshalb abends eben spät wird. Das wird sich aber mit der Zeit geben. Wir haben die ganzen Wachstumsschübe überlebt und werden auch das irgendwie rumkriegen.

Auch wenn es teilweise hart ist, hab ich aber plötzlich wieder das Gefühl, dass das Leben einen Sinn hat und das Lachen seines eigenen Kindes ist besser als jedes Antidepressivum. Man lässt sich nicht total hängen und vergräbt sich in seinem Zimmer und starrt die Tapeten an, sondern man mobilisiert auch seine letzten Kräfte um den Kampf gegen die Panikattacken aufzunehmen.

30.05.2014 11:20 • x 1 #8


prodomo81
@ islandfan: Genau. Und die Auflagen sind nicht umsonst so streng. Ich denke, man sollte auch unterscheiden zwischen...."schon immer psychische Probleme gehabt, mal besser, dann wieder schlechter" oder eben einer depressiven Phase die man irgendwann mal hatte. Mich macht es traurig, wenn ich sehe wie die Kleinen Muttis Muster nachleben oder was anderes sein müssen als eben nur Kinder.

Oft zeigt sich in solchen Familien regelrecht ein roter Faden von Uroma über Opa bis Mutti. Da sollte man wirklich...wirklich nachdenken.

@filigrantechniker:

Paare bilden sich aus Erwachsenen. Sie sind selbstverantwortlich! Kinder nicht. Sie als Antidepressivum zu (miss-)gebrauchen scheint mir sehr fragwürdig. Eltern zeigen ihnen das Leben, lehren sie Glück und Liebe und es sollte nicht umgedreht sein. Sie orientieren sich an ihren Eltern und merken, wenn es eben eher ein "Kampf" und "Aufraffen" ist oder eben nicht.

Ein Kind sollte keine "Phasenentscheidung" sein.

30.05.2014 11:30 • #9


Worunter leidest du denn? Unter Panik/Depressionen leichterer Art oder einer Psychose? Bei einer Psychose wäre das natürlich wirklich sehr zu überlegen.
Meine Schwiegermutter leidet leider unter einer Psychose, die immer mal wieder ausgebrochen ist. Sie hat sich aber dennoch, auch nach schlimmen Phasen, immer bemüht, eine gute Mutter zu sein. Teilweise musste mein Mann (seine Schwester war schon älter) aber dann, wenn sein Vater nicht da war, von einer Nachbarin oder der Oma betreut werden. Das sucht man sich ja nicht aus.
Man kann genauso angefahren werden und ein Pflegefall werden, wenn man Kinder hat. Dann kann man sich auch nicht mehr kümmern!
Meine Schwiegermutter ist, wenn sie "normal" ist eine sehr liebenswerte, aktive Frau, die sehr gern Kinder hat.
Ich würde das nicht in Verbindung bringen mit "schlecht" oder "unfähig".
Da gibt es wahrlich genug Leute, die keine psychische Krankheit haben, ihre Kinder aber verwahrlosen lassen, weil sie Dro. konsumieren, saufen oder am Wochenende in der Kneipe/Disco hängen. Oder ihre Kinder an sich misshandeln.
Verbieten kann man es eh niemandem. Das würde auch von gesetzlicher Seite her nicht gehen. Dann müsste man allen Menschen, die irgendein Risiko haben, als gesundheitlicher Art, das Kinderkriegen verbieten. Und dann wäre man recht schnell wieder bei Zuständen wie im 3. Reich.
Die ganze Vielfalt macht doch die Gesellschaft aus. Der eine ist dick, der andere wenig gutaussehend, der eine ist kleinwüchsig, der andere körperbehindert, der andere psychisch angeschlagen. Für mich wäre es ein falsches Signal - bis auf die wirklich schlimm psychotischen Menschen.

30.05.2014 12:05 • #10


Rein subjektiv muss ich gestehen, ich tue mich schwer, wenn hier Stränge über Kinderwunsch lese und halte mich da durchaus zurück, beteilige mich nicht daran.

Ich denke, jeder muss selbst entscheiden, wie lebensbeeinträchtigend seine Erkrankung ist und ob Kinder da rein passen oder eher nicht. Manchmal tut es mir um die Kinder leid, wenn lese wie schwer die Alltagsbewältigung für einige hier ist. Aber urteilen möchte ich darüber eigentlich nicht, obwohl ich mich oft genug dabei ertappe und in mich hinein mit dem Kopf schüttele, aber das ist dann meine Meinung und ich versuche diese nicht mit einfliessen zu lassen, wenn ich antworte.
Mit einer Angsterkrankung kann man seinen Kindern gehörig das Leben versauen, wenn man selbst nicht äußerst reflektiert ist und immer wieder hinterfragt, was man da gerade an sein Kind weiter gibt.

Aus meiner Kindheit heraus und meiner Disposition für depressive Verstimmungen und Ängste aller Art habe ich mich gegen eigene Kinder entschieden. Ich bin sehr froh, wenn ich mit mir klar komme und weiß auch, dass ich viel Zeit für mich brauche um meinen eigenen Alltag zu bewältigen.

Da wir seit einigen Wochen ein Pflegekind haben (es ist glücklicherweise schon älter), weiß ich, dass ein Alltag mit Kind unglaublich viel Kraft kostet und ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es wäre, wenn das Kind noch jünger wäre und unselbstständiger. Ich weiß jetzt, dass ich für dich richtige Entscheidung getroffen habe, aber das ist eben meine ganz persönliche.

30.05.2014 12:20 • #11


prodomo81
Zitat von AJPsychic:
Aus meiner Kindheit heraus und meiner Disposition für depressive Verstimmungen und Ängste aller Art habe ich mich gegen eigene Kinder entschieden. Ich bin sehr froh, wenn ich mit mir klar komme und weiß auch, dass ich viel Zeit für mich brauche um meinen eigenen Alltag zu bewältigen.

Das ist auch mein Beweggrund keine zu haben. Ich genieße einen Säugling auf dem Arm oder Pupertätsgespräche mit meiner Stieftochter, aber ich brauche auch viel Zeit für mich.

Zitat von pumuckl:
Worunter leidest du denn? Unter Panik/Depressionen leichterer Art oder einer Psychose? Bei einer Psychose wäre das natürlich wirklich sehr zu überlegen.

Ersteres.

Zitat von pumuckl:
Da gibt es wahrlich genug Leute, die keine psychische Krankheit haben, ihre Kinder aber verwahrlosen lassen, weil sie Dro. konsumieren, saufen oder am Wochenende in der Kneipe/Disco hängen. Oder ihre Kinder an sich misshandeln.

Die sind für mich auch psychisch Erkrankte. Wie oben bereits geschrieben.

Zitat von pumuckl:
Das sucht man sich ja nicht aus.

Richtig, darum sollten vielleicht zukünftige Eltern besser nachdenken.

Zitat von pumuckl:
Man kann genauso angefahren werden und ein Pflegefall werden, wenn man Kinder hat. Dann kann man sich auch nicht mehr kümmern!

Das ist Schicksal und kann nicht geplant werden. Aber eine seit Jaaaaaahren immer wieder Depressive, plant ja wohl trotz chronischer Krankheit. Ist für mich ein Unterschied.

Zitat von pumuckl:
Dann müsste man allen Menschen, die irgendein Risiko haben, als gesundheitlicher Art, das Kinderkriegen verbieten. Und dann wäre man recht schnell wieder bei Zuständen wie im 3. Reich.


Wer sagt etwas von verbieten? Ich plädiere hier doch nicht für Zwangssterilisation psychisch Kranker! Ich wollte lediglich hinterfragen, ob sich jene Eltern Gedanken in die Richtung machen oder eben nicht.
Entscheiden muss das jeder selbst. Mir würde es das Herz zerreißen, wenn meine Tochter/Sohn die ersten Anzeichen zeigen. Da is mir die "gesellschaftliche Vielfalt" herzlich egal.

Zitat von AJPsychic:
Aber urteilen möchte ich darüber eigentlich nicht, obwohl ich mich oft genug dabei ertappe und in mich hinein mit dem Kopf schüttele, aber das ist dann meine Meinung und ich versuche diese nicht mit einfliessen zu lassen, wenn ich antworte.


Ich lasse es auch nicht einfließen...hilft ja keinem und ist nicht mein recht darüber zu urteilen.

Wie anfangs gesagt: Ich will mich nicht in tiefe Nesseln setzen. Es gibt hier viele Graubereiche, nicht nur weiß und schwarz.

30.05.2014 12:30 • #12


filigrantechniker
Ich hab das Kind nicht als Antidepressivum in die Welt gesetzt, um gottes Willen. Die Entscheidung ProKind fiel zu einem Zeitpunkt, als ich drei Jahre absolut beschwerdenfrei war. Ich bereue diese Entscheidung auch heute nicht. Es wird immer wieder Phasen im Leben geben, in denen es gut läuft oder eben nicht so gut läuft. Ein Hausbau ist glaub ich so ziemlich der größtmögliche Stress, der geht. Aber man baut ja nicht ewiglich (Hoffe ich). Menschen reagieren nunmal auf Stress, bei mir löst Stress halt Panik aus. (Laut meines Psychiaters). Es ging mir sogar schon sehr viel schlechter, als zum jetztigen Zeitpunkt. Es gab Zeiten, da hab ich mich nichtmal getraut, auch nur einen Fuss vor die Haustür zu setzen, bin monatelang kein Auto mehr gefahren, hab nur gearbeitet und Computer gezockt. Bis zu einem gewissen Grad habe ich gelernt, mit den Panikattacken umzugehen. Ich kann inzwischen Mittags 'ne Panikattacke kriegen und abends ins Kino gehen, so was hätte in meinen Glanzzeiten vor 7- 8 Jahren hinten und vorne nicht funktioniert.

30.05.2014 13:43 • x 1 #13


Also ich hätte später auch gerne Kinder. Natürlich nicht wenn es mir richtig schlecht geht. Aber wenn man sein Leben einigermaßen normal führen kann, warum nicht.

Man kann das Kind nicht vor allen widrigkeiten des Lebens schützen. Natürlich hat es dann eine höhere Veranlagung für solche Erkrankungen. Das bedeutet aber nicht dass es diese zwangsläufig bekommt. Inmeiner Familie gibt es niemanden mit einer psychischen Erkrankung, trotzdem habe ich eine.

Und wie schon gesagt wurde müsste man dann ja auch weiter denken. Was ist mit Familien, in der sehr häufig Krebs vorkommt oder eine andere Krankheit. Dürfen die dann auch keine Kinder bekommen? Oder jemand der Kleinwüchsig ist. Oder jemand der weiß, dass sein Kind eine Behinderung haben wird.

Und dann ist da noch der Aspekt, dass es Frauen gibt, die einen sehr starken Kinderwunsch haben. Wenn diese kein Kind bekommen sollten, sind sie wohlmöglich ihr Leben lang unglücklich und bereuen es. Ja das ist ein egoistischer Aspekt, aber trotzdem ein wichtiger. An so etwas kann man auch " kaputt gehen".

Nur weil man Ängste hat heisst das nicht, dass das Leben des Kindes dadurch zwangsläufig ruiniert ist. Viel schlimmer finde ich Familien, in denen das Kind keine Liebe bekommt oder misshandelt oder missbraucht wird. Daraus resultieren die meisten psychischen Probleme.

Wenn man nur darauf schaut was für ( gesundheitliche) Defizite ein Mensch hat, dann.darf bald niemand mehr ein Kind bekommen...

30.05.2014 15:59 • x 1 #14


Du beziehst dich ja auch wahrscheinlich auf selbst Erlebtes und das kann man nicht pauschalisieren. Weil du ja auch explizit auf Depressive eingehst. Die meisten Leute werden Kinder ja bekommen haben in Phasen, in denen es ihnen gut ging und sie stabil wären. Das wäre nichts anderes als nach einer überstandenen Krebserkrankung oder einer anderen schweren OP. Da kann man auch nicht 100%ig sicher sein, keinen Rückfall zu erleiden.
Und nicht alle Leute, die ihre Kinder misshandeln, saufen und Zeugs qualmen, sind psychisch krank. Es gibt auch leider einen Haufen Asozialer, die ein solches Leben praktizieren. Kenne ich auch. Einfach nur schlimm. Ich kenne Leute, die nachts auf Partys sind und ihre Kinder im Nebenraum pennen lassen, die den ganzen Tag hart hören, bis mittags im Bett liegen, aussehen wie die oberallerletzten Heckenpenner... Und haben Kinder. Oder die ihre Kinder wg. solcher Veranstaltungen irgendwo parken.
Aber im Gegensatz dazu kenn ich eigentlich kaum Leute, die auffällig (!) psychisch krank sind und ihren Kindern nicht gerecht werden.
Ab und an hört man natürlich davon und besonders schlimm ist es, wenn Mütter ihre Kinder im Wahn töten! Aber, das weiß ich von meiner früheren Chefin, so eine Psychose kann durch eine Geburt ausgelöst werden. Das ist dann eine Schizophrenie, die nach der Geburt auftritt. In solch extremen Fällen weiß man das einfach dann vorher nicht.

30.05.2014 17:44 • #15


Zitat von prodomo81:
Warum wollen junge Frauen unbedingt ein Kind, wenn sie sich schon jahrelang mit psychischen Problemen rumärgern? Krampfhaft werden Medis ausgeschlichen und wenn nicht hier schon eine Katastrophe lauert, dann in der Schwangerschaft oder eben später wenn Junior da ist.


Finde ich auch sehr egoistisch und rücksichtslos dem Kind gegenüber!
Ich hatte mir immer Kinder gewünscht, leider wurde mangels Partner nie etwas daraus - bzw. muss ich statt "leider" "glücklicherweise" sagen, denn jetzt bin ich schwer depressiv und wäre als Mutter untragbar. Wenn jetzt ein Wunder geschehen würde und ich fände doch noch einen Partner, würde ich mich trotz sehnlichem Kinderwunsch dennoch gegen ein Kind entscheiden.

01.06.2014 15:51 • x 1 #16


prodomo81
Es werden hier immer wieder misshandelte Kinder von Junkies und Alkis u.u.u. in die Runde geschmissen. Als Vergleich. Aber diese Menschen sind psychisch NICHT NORMAL. ERGO: AUCH KRANK. Die beziehe ich genauso ein wie depressive oder ängstliche Eltern!

Eine gesunde Mutter säuft nicht, *beep* nicht und schlägt nicht. Nur jene die irgendein Problem haben! (meine Meinung!)

Zitat von Angsthäschen89:
Wenn man nur darauf schaut was für ( gesundheitliche) Defizite ein Mensch hat, dann.darf bald niemand mehr ein Kind bekommen...


Ich denke nicht. Es gibt genügend Leute die im Einklang mit sich stehen. Ist ja nicht so, dass die Menschheit am aussterben ist.

Zitat von Angsthäschen89:
Was ist mit Familien, in der sehr häufig Krebs vorkommt oder eine andere Krankheit. Dürfen die dann auch keine Kinder bekommen?


Dürfen darf jeder, ob es so gut ist, ist eine andere Frage.

01.06.2014 16:59 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Verstehe den Sinn deines Threads gerade nicht.

das ist eine persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen. Generell sollte man sich schon Gedanken machen , bevor
man ein Kind bekommt.

Was ist eine psychische Erkrankung, wo machst du da eine Grenze?

Bist du ein Gutmensch oder willst du den Menschen mit psychischen Erkrankungen ein schlechtes Gewissen machen?
Ich finde es immer seltsam wenn jemand eine These aufstellt die darin gipfelt anderen etwas vor zu schreiben.

Im übrigen gibt es auch psychische Erkrankungen die einmalig auftreten und geheilt werden.

und nun?

01.06.2014 17:13 • x 2 #18


Zitat von prodomo81:
Es werden hier immer wieder misshandelte Kinder von Junkies und Alkis u.u.u. in die Runde geschmissen. Als Vergleich. Aber diese Menschen sind psychisch NICHT NORMAL. ERGO: AUCH KRANK. Die beziehe ich genauso ein wie depressive oder ängstliche Eltern!

Eine gesunde Mutter säuft nicht, *beep* nicht und schlägt nicht. Nur jene die irgendein Problem haben! (meine Meinung!)

Zitat von Angsthäschen89:
Wenn man nur darauf schaut was für ( gesundheitliche) Defizite ein Mensch hat, dann.darf bald niemand mehr ein Kind bekommen...


Ich denke nicht. Es gibt genügend Leute die im Einklang mit sich stehen. Ist ja nicht so, dass die Menschheit am aussterben ist.

Zitat von Angsthäschen89:
Was ist mit Familien, in der sehr häufig Krebs vorkommt oder eine andere Krankheit. Dürfen die dann auch keine Kinder bekommen?


Dürfen darf jeder, ob es so gut ist, ist eine andere Frage.


Das ist das was ich meine. Da ist ja schon die nächste Einschränkung. Die Familien mit hohem Krebsrisiko sollten also auch keine Kinder bekommen. Was ist mit denen, wo es häufig Herzinfarkte gab? Sollten die sich auch besser nicht fortpflanzen, damit das Kind den Vater nicht durch einen Herzinfarkt verliert oder gar selbst einen erleidet? Also ich meine, wo ziehst du da die Grenze?
Mit den gesundheitlichen Defiziten, meinte ich nicht nur psychische, sondern auch physische. Das hat dann nichts mit "im Einklang mit sich selbst" stehen zu tun.

Außerdem sollte man auch den Grad der Schwere einer psychischen Erkrankung beachten. Jemand der seinen eigenen Tagesablauf nicht geregelt bekommt, sollte vielleicht vorerst kein Kind bekommen. Leuchtet ja ein. Ich habe aber z.B. Angst vor einer Ohnmacht in der Öffentlichkeit und daher dort Panikattacken. Hatte auch eine kurze Zeit, in der ich kaum das Haus verlassen konnte. Habe aber bis heute mein Studium und meine Verpflichtungen durchgezogen. Meine Angst ist viel geringer geworden. Soll ich deshalb niemals ein Kind bekommen, nur weil ich irgendwann vielleicht in 10, 15 oder 20 Jahren, vielleicht aber auch nie einen Rückfall haben könnte? Eine Angsterkrankung kann auch heilbar sein.

Man kann sein Leben, meiner Meinung nach, nicht auf Eventualitäten aufbauen. Wenn man seit Jahren stabil ist, warum sollte man dann kein Kind bekommen? Zumal da ja meist auch noch ein gesunder Partner da ist. Ich kann auch von einem Auto totgefahren werden oder an einer Krankheit sterben. Das ist dann auch nicht optimal für das Kind.

Natürlich ist da auch eine Spur Egoismus dabei. Aber ist ein Kinderwunsch nicht immer AUCH egoistisch? Ich bekomme ein Kind ja nicht für jemand anderen, sondern im Normalfall für mich, weil ich gerne ein Kind hätte.

01.06.2014 17:33 • #19


prodomo81
Zitat von primavera:
Im übrigen gibt es auch psychische Erkrankungen die einmalig auftreten und geheilt werden.


Hab ich ausgeschlossen. Steht weiter vorn.

Zitat von primavera:
Was ist eine psychische Erkrankung, wo machst du da eine Grenze?


Siehe ICD-Katalog.

Zitat von primavera:
Bist du ein Gutmensch oder willst du den Menschen mit psychischen Erkrankungen ein schlechtes Gewissen machen?
Ich finde es immer seltsam wenn jemand eine These aufstellt die darin gipfelt anderen etwas vor zu schreiben.


Nein! Keine These, auch will ich niemanden etwas vorschreiben oder ein schlechtes Gewissen machen. Ein schlechtes Gewissen kann man sich nur selbst machen.

A. Lenz:
KINDER PSYCHISCH KRANKER ELTERN
Hogrefe-Verlag, Göttingen-Bern-Toronto-Seattle-Oxford-Prag 2005, 227 S., € 29,95
ISBN 3-8017-1872-7
Die Risikoforschung bestätigt, was schon jeder ahnt: Kinder, die in Familien aufwachsen, in denen ein Elternteil psychisch krank ist, sind in vielfältiger Weise davon betroffen und stehen unter erhöhtem Risiko, selbst eine psychische Störung zu entwickeln. Zahlreiche Untersuchungen schätzen, dass das kindliche Störungsrisiko um den Faktor zwei bis drei gegenüber einer gesunden Vergleichsgruppe erhöht ist. Auch das bekannte Drei-Drittel-Ergebnis kommt hier offenbar zum Tragen: ein Drittel der untersuchten Kinder weisen keinerlei Beeinträchtigungen auf, ein weiteres Drittel lediglich vorübergehende Auffälligkeiten, beim restlichen Drittel zeigen sich fortdauernde seelische Störungen. Die Kinderpsychiater konnten zeigen, dass ein Drittel der Kinder in stationärer kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlung mindestens einen psychisch kranken Elternteil haben.

Das Risiko für eine affektive, also Gemütsstörung wie Depression und/oder Manie ist etwa 3- bis 6-mal höher als bei unauffälligen Eltern. Sind beide Elternteile depressiv erkrankt, liegt die Erkrankungswahrscheinlichkeit bei rund 70%.



Ich möchte hier aber dazu sagen, dass natürlich noch viele andere Faktoren eine Rolle spielen.

Zitat von Angsthäschen89:
Man kann sein Leben, meiner Meinung nach, nicht auf Eventualitäten aufbauen. Wenn man seit Jahren stabil ist, warum sollte man dann kein Kind bekommen? Zumal da ja meist auch noch ein gesunder Partner da ist. Ich kann auch von einem Auto totgefahren werden oder an einer Krankheit sterben. Das ist dann auch nicht optimal für das Kind.


Immer wiederkehrende Löcher sind keine Eventualitäten. Jahre der Angst oder Depression sind keine Eventualitäten. Der Unfalltot ist eine Eventualität. Der Infarkt ist eine Eventualität. Der gesunde Partner soll das Schiff dann schaukeln, oder was? Das ist dem Kind wurscht. Wenn ein Elternteil krank ist leidet es mit...zumal oft jene Kinder mangelhaft oder gar nicht aufgeklärt sind, nicht wissen was los ist.

01.06.2014 17:45 • #20



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