Zitat von laluna74: Was genau war der Auslöser, dass Deine Frau Dich geheiratet hatte?
Laluna, du bist hier im Forum dafür bekannt, dass du schwierige Fragen stellst. Ich antworte einfach auf meine Weise:
Ich hatte gedacht, dass unsere vertrauensvolle, vernunftbasierte, schöne gemeinsame 10 jährige Beziehung jetzt durch wachsenden Kinderwunsch besiegelt würde und dann in eine Familie, die gemeinsam konstruktiv durchs Leben geht übergeht. Zu diesem Zeitpunkt sang Peter Fox von Orangenbäumen und wie er als alter Mann darunter sitzt. Meine Frau tanzte dazu, ich stand eine Reihe hinter ihr und wippte mit dem Kopf.
Als Trauspruch schlug ich vor:
"Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung."
Ich war ihr dankbar, dass sie mich so nahm, wie ich bin. Ich konnte mich damit abfinden, dass sie sich nicht im Detail für mein innerstes interssiert, weil ich selbst es als sehr verworren und ungeordnet empfinde. Ich erhoffte mir, dass mit wachsender Zeit in der Ehe das Vertrauen weiter wachsen würde. Ich bildete mir ein, ein guter Gegenpol zu ihrer Impulsivität zu sein.
Ich erhoffte mir, dass wir sexuell weiterzusammenfinden würden und hatte grobe Vorstellungen, wie die sehr schönen Momente mit ihr mit der Zeit noch offener und insgesamt hoffte ich auch häufiger werden würden.
Sie selbst freute sich zunehmend auf das große Fest und ich empfand es tasächlich stellenweise als Wahn. Meine Vorstellungen der Feier wurden nicht ignoriert, aber als Teil einer bombastischen und einzigartigen Woche integriert. Einige wenige Dinge stoppte ich und erlebte, dass sie mir hierfür noch jahrelang böse war. Nach der Hochzeit stürzte ich in eine depressive Phase. Sie war die einzige, die es mirbekam. Vermutlich war sie in dieser Woche näher an der Scheidung als ich. Mit dem Tod ihrer Mutter, der direkt nach der Hochzeit stattfand, funktionierte ich wieder... und wir wurden glückliche Eltern von zwei Kindern....
Laluna, ich weiß nicht, was meine Frau bewegt hatte, mich zu heiraten. Ich bekam einige Antworten. Aber die sind für mich zu persönlich, als dass ich sie schreiben würde. Und ich weiß nicht welcher Teil der Wahrheit sie sind. Meine Frau weiß es vermutlich auch nicht.
Ich weiß nicht, ob meine Frau irgendwann zurück will. Die Beziehung, wie wir sie bis zum zweiten Kind führten wird es nicht mehr geben. Ich weiß nicht, wie sich mein Leben entwickeln wird. Ich weiß noch weniger, was tief in ihr vorgeht. Ich stelle fest, dass sie hart mit sich und ihrer Situation arbeitet. Sie ist eine tolle Mutter, die unseren Kindern auch Aspekte bieten kann, die ich nicht habe. Unsere Kinder haben in Summe tolle Eltern. Sie erleben aber auch Dinge, die eigentlich nicht notwendig wären, aber so ist das Leben nunmal.
Ich strecke meine Fühler aus und werde nicht stehen bleiben.