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Hallo ihr Lieben,

ich bins mal wieder..

Und zwar bin ich schon ewig nicht mehr Auto gefahren und hab meinen Führerschein schon seit fast 7 Jahren. Gefahren bin ich seit ca. 3 Jahren nicht mehr. Davor aber auch nicht wirklich viel, da ich kein eigenes Auto besaß.

Nun hat mir mein Bruder mein erstes eigenes Auto besorgt. Jawohl ja.. Die Karre steht nun vor der Tür und ich trau mich nicht damit zu fahren. Außer mal mit zwei Kumpels auf einem abgelegenen Parkplatz. Da klappte es am 2. Tag auch schon super.. Anfahren geht auch viel schneller und ich hab schon mehr Vertrauen zu dem Auto.

Habe mal meiner alten Fahrschule angerufen für ein paar Auffrischungsstunden und kann am Samstag früh schon hinkommen.

Nun mach ich mir aber bissl Sorgen. Denn wenn ich in der Fahrschule dann fahre und alles läuft gut und ich fühl mich irgendwann wieder sicher auf der Straße, heißt das ja noch lange nicht, dass ich dann auch mit meinem eigenen Auto fahre wie ein junger Gott. Und das bereitet mir grad ein wenig Bauchschmerzen.

Oder mach ich mir da unnötig zuviele Sorgen und wenn ich einmal wieder drin bin, kann ich auch mit meinem Auto fahren ohne Unsicherheit und Angst? Klar würde ich für die erste Fahrt jemandem mitnehmen aber der kann mir ja am Ende auch nicht wirklich helfen weil er keine Pedale hat..

Gibts hier jemanden mit ähnlichen Erfahrungen?

08.09.2010 18:04 • 22.09.2010 #1


7 Antworten ↓


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Huhu Perlmutt,

Ich kann bloß sagen: Was muss das muss, und Übung macht den Meister.
Meiner Mom ging es ähnlich wie dir, allerdings nicht aus Angst, sondern einfach aus Bequemlichkeit. Dadurch dass mein Dad so gut und sicher Auto fahren konnte ist sie selber Jahrelang nicht mehr gefahren. Sie hat es verlernt.
Irgendwann, nach über 15 Jahren ohne Autofahren, hat sie dann meinen Onkel gebeten mit ihr zu üben. Sie haben dann auf dem Übungsplatz ein paar Runden gedreht, immer so zweimal die Woche ein paar Stunden, und das über einige Wochen hinweg, bis meine Mom sicherer war. Sie konnte auch wieder mit dem Auto zur Arbeit und Einkaufen. Größere Strecken fuhr aber immer noch mein Dad.
Dann starb mein Dad vor 1 1/2 Jahren. Jetzt musste sie zwangsläufig Alles selber machen.
Selber Einkaufen fahren, selber zur Arbeit, selber in die Stadt, selber in den Urlaub fahren wenn sie in den Urlaub wollte.
Klar war sie am Anfang unsicher und ängstlich - aber sie musste ja, es war Niemand mehr da der es ihr abnehmen konnte. Also fuhr sie, zwangsweise, immer öfter und immer mehr. Und mittlerweile fährt sie genau so sicher und gut wie mein Papa damals, einfach durch die tägliche Übung.
Im August hatten wir im Urlaub einen Unfall, meine Mom bekam einen Leihwagen.
Den Leihwagen hat sie über 25% Steigung den Berg hoch und wieder runter gefahren, den völlig fremden Wagen hat sie mit 130km/h über die Autobahn gejagt nach nur drei Tagen Eingewöhnungszeit. Inzwischen hat sie seit Papas Tod schon 4 Autos gefahren:
Einmal ihr Altes das nur 3 Monate nach Papas Tod nicht mehr durch den TÜV kam.
Dann ihren neuen Jahreswagen den sie uns im Urlaub zu Schrott gefahren haben.
Dann zwei Wochen lang den Leihwagen.
Und jetzt ihren ganz neuen Flitzer.
Kannst du eines fahren, kannst du auch die Anderen fahren. Du musst dich halt bei jedem Auto neu eingewöhnen, aber das hat man schnell raus, umso schneller je öfter man fährt.
Es ist am Anfang ganz normal dass man nervös ist und Angst hat.
Meine Mom hatte teilweise Schweißflecken vom Feinsten! Aber sie hat sich getraut und es geschafft.
Es ist auch normal dass ein neuer Wagen dir am Anfang ab und an mal abfreckt, du mal den Gang nicht rein kriegst.. das geht meiner Mom auch so und meine Onkel passiert das ebenfalls wenn er einen neuen Firmenwagen bekommt die ersten Wochen. Und dabei war der ne Zeit lang Berufsfahrer.
Üb so viel du kannst, frag in der Fahrschule ob sie dir mit dir auch mit deinem neuen Auto üben können. Und dann such dir nen Beifahrer der dich beruhigt (meine Schwester z.B. hat meine Mom wahnsinnig gemacht weil die immer so viel fuchtelt, mich mochte sie als Beifahrerin sehr gerne) und dann raus auf die Straße!
Nur durchs Üben wird man besser.
Je mehr und je öfter du fährst desto mehr traust du dir zu und desto sicherer wirst du auch wieder.
Tschacka, du schaffst das!

Aufmunternde Grüße,
Bianca

11.09.2010 17:47 • #2


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Ich traue mich nicht mit dem Auto zu fahren

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Hey Pilongo, danke für deine lieben Zeilen und vor allem aufmunternden Worte und das Beispiel mit deiner Mum.. Hat mir sehr geholfen, weiterhin optimistisch zu denken.

Heute war ja der Tag X und ich hatte heut morgen meinen Fahrschultermin. Und was soll ich sagen? Ich bin gefahren, als wenn ich den ganzen Tag nichts anderes machen würde. Klar, erstmal hab ich die Karre abgewürgt, weil es erstens ein völlig fremdes Auto ist und zudem noch ein Diesel und ich hab ja nen Benziner. Aber ansonsten bin ich die 1,5 Stunden super gefahren. Auch sehr sicher und hab die ganzen Zeit mit dem Fahrlerehrer über alles mögliche gequatscht. Nur einparken ist noch nicht so mein Freund aber das ist ja auch Übungssache.

Am Mittwoch fahren wir ne Runde mit meinem Auto. Er meinte, dass das kein Problem ist, da er ja zur Not immernoch die Handbremse hat und ich ja auch gut auf Worte und Ratschläge höre, wenn er mir was sagt. Es gibt wohl Fahrschüler, die kaum reagieren.

Ich bin total glücklich aus der Fahrschule raus aber nun denk ich schon wieder über Mittwoch nach, denn das ist dann doch ein wenig anders. Erstens fährt es sich mit nem Diesel leichter an und daher hatte ich heute auch keinerlei Probleme aber mein Auto ist halt ein Benziner, da ist wieder Kupplung-Gas-Spiel gefragt. Oh man. Ich hasse das.

11.09.2010 18:40 • #3


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Siehst du, Alles halb so wild.
Und so lässig wie heute machst du das auch am Mittwoch.
Auto fahren an sich kannst du doch scheinbar gut, das verlernt man wohl auch nie richtig. Bloß an deinen neuen Wagen musst du dich noch gewöhnen, und das wird besser je öfter du damit fährst.

Is doch total klasse, endlich hast du was Eigenes, was sich da für Möglichkeiten ergeben!
Mit nem Auto ist man doch ziemlich ungebunden und spontan.
Ich vermiss das oft. Ich seh zu schlecht für einen Führerschein und muss entweder die Öffentlichen nehmen (was nach 22:00 für mich der reinste Horror ist) oder bei Anderen betteln ob sie mich mitnehmen. Und im Gegenzug kann ich aber nie mal aushelfen oder Jemanden mitnehmen. Find ich oft schade.

Also genieß deine neu gewonnene Freiheit mit dem neuen Auto

11.09.2010 20:20 • #4


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Hallo Pilongo,

so, nun ist auch der Mittwoch gut gelaufen. Hatte vorher tierisch Angst und hab vorsorglich mal eine Imodium eingenommen. Mein Fahrlehrer hat zur Sicherheit mal das Fahrschulschild oben auf mein Auto gemacht. Fand ich auch etwas beruhigender.Als ich dann in meinem Auto drin saß, war die Angst total weg. Ich bin losgefahren mit meinem Fahrlehrer, als wenn es ein Fahrschulauto wäre (von dem Sicherheitsgefühl her). Sind durch viele, enge, verwinkelte Gässchen gefahren (was man ja auch können muss später). Dann sollte ich auf einem AOK-Parkplatz einparken und als ich in der Parklücke drin stand, meinte mein Fahrlehrer, warte mal kurz hier, ich muss mal schnell was abgeben.. *lach* Musst ich ja schon lachen. Naja wenns aufm Weg liegt, gelle?

Ja und dann haben wir nochmal Berganfahren geübt und solche Sachen. Und sind mal meinen Discoweg abgefahren, weil da auch ein Berg ist mit Ampel und vor sowas hat man als Neuling schon Schiss, dass man dann dort nicht wegkkommt .. aber dank seiner Hilfe und Anleitung ging das super. Auf der Rückfahrt vom Discoweg war ein Unfall und die zweispurige Straße wurde zur einspurigen und die fahren da echt wie die Chaoten, sodass ich echt Angst hatte, dass mir einer reinknallt. Man ey. Das ist nischt für meine Nerven.

Aber ansonsten hat er mich viel gelobt und meinte auch, die Grundkenntnisse sind vorhanden, nur die Routine fehlt. Und ich fand mich selber auch sehr gut.. War richtig stolz auf mich und das, obwohl ich mir immer nix zutraue. Ich find mich oft zu allem zu unfähig und blöd und staune dann über manches was ich so hinkriege. Das muss ich mir unbedingt abgewöhnen.

Wir wollen jetzt noch ein paar Übungsfahrten mit meinem Auto machen, bis ich mich sicher fühle und er mir grünes Licht gibt.

Das ist schon schade, dass du kein Autofahren darfst.. Hast du denn sooooo schlechte Augen, dass selbst mit Brille Autofahren unmöglich ist?

Ja das mit den Öffentlichen ist hier nicht anders. Besonders in meine Wohngegend fährt ab ner gewissen Zeit gar nix mehr, weil hier kaum einer Bahn fährt.. Außer ich halt bislang. Ich kenn das..

Ich werde weiter berichten, wie meine nächsten Autofahrten so von statten gingen. Kann ja nur besser werden..

DANKE NOCHMAL FÜR DEINE LIEBEN ZEILEN

17.09.2010 09:11 • #5


P
Hurra, da siehst du mal!
Trau dir mehr zu, dann geht's meistens auch besser. War bei meiner Mum nicht anders. Als sie noch unsicher war -obwohl sie eigentlich genug Routine hatte- hat sie oft den Motor abgewürgt beim Anfahren, das fand sie immer total peinlich.
Aber je mehr sie sich zugetraut hat desto besser wurde es.
Meistens entscheidet die innere Einstellung ob etwas gelingt oder nicht.

Ich freu mich jedenfalls für dich mit!

Leider hilft bei mir die Brille auch nix mehr, ich hab seit meinem sechsten Lebensjahr schon Probleme mit den Augen, und nach 15 Jahren Krankheit mit schweren Medikamenten und vielen Oerationen ist einfach viel Zellmaterial unwiderbringlich zerstört. Ich sehe links noch etwa 10% von der normalen Sehkraft, links sind es stark schwankend und je nach Tagesverfassung so 40-60%. Damit würde ich nicht einmal fahren wollen selbst wenn ich es dürfte, ich kann schon beim Straßeüberqueren Geschwindigkeiten bloß ganz schlecht einschätzen.
Nee, dann fahr ich lieber sicher mit den Öffentlichen oder ab und zu bei Anderen mit.

Berichte jedenfalls weiter wie's dir geht, und Gratulation zu dem netten Fahrlehrer!

Liebe Grüße,
Bianca

19.09.2010 14:22 • #6


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Sooo gestern hatte ich wieder eine Fahrstunde..

Lief alles super.. mein Fahrlehrer meinte, ich kann ruhig das Selbstbewusstsein zum Fahren haben, er habe sich sehr sicher in meinem Auto gefühlt. Diesmal war auch kein Fahrschulschild mehr auf dem Auto

Jetzt wollen wir nur noch am Montag eine reine Einpark-Session machen 1,5 Stunden lang. Juhuu. Denn den Mist kann ich nach wie vor nicht richtig. Lag aber daran, weil mein damaliger Fahrlehrer das selten mit mir geübt hat.

Gestern, als ich dann wieder zuhause war von der Fahrstunde, hat es mir total in den Fingern gekribbelt, selber mal ne Runde zu drehen. Ausparken kann ich ja

Hab dann meine Mum angerufen und sie hat mir Mut gemacht und meinte los komm in den Garten raus wir sind grad draußen. Und ich mich schnell angezogen, mit zittrigen Beinen ins Auto, langsam ausgeparkt und los ging meine erste Single-Fahrt. Ich war so glücklich. Alle Angst wie weggeflogen.. Bin dann raus in den Garten zu meinen Eltern und meine Mutter ist dann in meinem Auto mit mir wieder heimgefahren später. Sie ist auch stolz auf mich und alle Tränen von vor ein paar Wochen sind getrocknet.. freu

Und eben hab ich mich sogar getraut, eine Nachtfahrt zu machen. Denn im dunkeln sieht man ja bissl schlechter. Hab sogar getankt noch aufm Weg hihi..

Nun fehlt nur noch die Routine fürs einnparken und dann bin ich völlig selbstständig ..


DANKE FÜRS MUTMACHEN NOCHMAL BIANCA

22.09.2010 20:31 • #7


P
Ey super!
Das freut mich richtig für dich. Und auch toll dass deine Mom und der Fahrlehrer dich so lieb unterstützen. Siehst du, der Mut hat sich richtig gelohnt.
Nur weiter so, dann fährst du bald alleine in den Urlaub, Freunde besuchen quer durch Deutschland, und ganz wichtig: Endlich keine Einkaufstüten mehr Heim schleppen sondern bequem mit dem Auto fahren.
Hach, das vemriss ich jedes Mal wenn mein Freund wieder meint nen Kasten Wasser kaufen zu müssen den ich dann mit Heim tragen helfen darf

22.09.2010 21:08 • #8





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