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Roxana_87
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Hallo zusammen!
Ich möchte hier mein Problem schildern und hoffe, dass es vielleicht Menschen gibt, denen es ähnlich geht.
Ich habe seit einiger Zeit große Angst davor, unterwegs plötzlich dringend auf die Toilette zu müssen und keine in der Nähe zu haben.
Das Komische daran ist, dass ich zu Hause überhaupt keine Probleme habe. Ich kann ganz normal meinen Alltag verbringen und habe weder ständig Bauchschmerzen noch Durchfall.
Sobald ich aber irgendwo hinfahren möchte, zum Beispiel einkaufen, einen Ausflug machen oder eine längere Autofahrt unternehmen, beginnt mein Kopf zu arbeiten. Ich denke ständig darüber nach, ob es dort eine Toilette gibt, was passiert, wenn ich plötzlich muss, oder ob ich es rechtzeitig schaffe.
Manchmal beginnt die Angst schon vor der Abfahrt. Wenn ich dann unterwegs bin und merke, dass ich vielleicht aufs WC muss, steigere ich mich so hinein, dass ich tatsächlich Bauchschmerzen und starken Stuhldrang bekomme. Sobald ich aber auf der Toilette sitze, ist das Gefühl oft plötzlich verschwunden und ich muss gar nicht mehr.
Besonders auffällig ist, dass meine Angst sofort nachlässt, wenn ich weiß, dass eine Toilette in der Nähe ist. Erst kürzlich war ich beim Einkaufen anfangs sehr nervös. Sobald ich wusste, wo die Toilette ist, konnte ich wieder ganz normal einkaufen und habe teilweise überhaupt nicht mehr daran gedacht.
Ich weiß mittlerweile selbst, dass mein Kopf dabei eine große Rolle spielt. Trotzdem schaffe ich es nicht, diese Gedanken einfach abzustellen.
Das Schlimmste daran ist, dass ich eigentlich gerne etwas unternehmen möchte, mich aber durch diese Angst selbst einschränke. Ich bin manchmal schon vor einem Ausflug so erschöpft vom vielen Nachdenken, dass ich am liebsten gar nicht mehr mitfahren möchte.
Auch meine Beziehung leidet darunter, weil andere Menschen oft nicht verstehen, wie anstrengend diese ständige Angst und das Gedankenkarussell sind. Es ist nicht so, dass ich nichts unternehmen möchte, sondern dass mich diese Angst unglaublich viel Kraft kostet.
Ich möchte unbedingt wieder spontan irgendwo hinfahren können, ohne ständig Toiletten im Kopf zu haben und meinen ganzen Tag danach auszurichten.
Meine Fragen an euch:
Kennt jemand genau diese Angst vor plötzlichem Stuhldrang, obwohl zu Hause alles normal ist?
Habt ihr auch das Gefühl, dass der Stuhldrang durch die Angst entsteht und verschwindet, sobald ihr euch sicher fühlt?
Hat jemand diese Angst überwunden oder zumindest deutlich verbessern können?
Welche Übungen, Therapien oder Strategien haben euch wirklich geholfen?
Ich würde mich sehr über einen Austausch mit Menschen freuen, die das nachvollziehen können.
Mein größter Wunsch ist es, wieder ganz normal leben und etwas unternehmen zu können, ohne dass sich ständig alles um die nächste Toilette dreht.

• • 25.10.2026 x 2 #1


12 Antworten ↓

Karimma
Ich habe das Problem auch, aber leider keine Lösung für dich. Aber du bist nicht allein.

• x 1 #2


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Angst vor Orten ohne Wc, Durchfall

x 3


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@Karimma ok ich suche weiter.... und falls du was weisst meld dich

• #3


Kruemel_68
@Roxana_87 Ich habe genau die gleiche Angst und arbeite jetzt seit 2019 daran und ich muss sagen, es ist wirklich schwierig. Hier kannst Du mal meinen "Werdegang" durchlesen.

erfolgserlebnisse-f59/mein-tipp-koerper-psychotherapie-bei-somatoformer-stoerung-t106750.html

Meine Empfehlung ist nach wie vor, diese spezielle Problematik nicht verhaltenstherapeutisch, sondern körpertherapeutisch anzugehen. Es ist extrem wichtig einen Weg zu finden, das vegetative Nervensystem zu beruhigen und Methoden zu erlernen, mit denen ich die Angst zurückfahren kann, so lange sie noch nicht entgleist ist.

Was ich auch gemacht habe: ich habe mir auf den Wegen, die ich tagtäglich nutze, ein "Toilettennetz" aufgebaut. Das sind Tankstellen, Supermärkte, Baumärkte, Gartencenter oder auch einfach gut abgeschirmte Gebüsche, die ich im Notfall schnell und unkompliziert nutzen kann. Ich habe dann trainiert, von Rettungspunkt zu Rettungspunkt durchzuhalten. Und wenn ich unterwegs bin, kann ich immer entscheiden, ob ich einen Punkte jetzt nutze oder ob ich es bis zum nächsten schaffe. Daher bin ich auch am liebsten allein unterwegs, dann muss ich es niemandem erklären. Eine Fahrgemeinschaft zur Arbeit wäre daher z.B. nichts für mich. Ich fahre zu Terminen dann auch u.U. einen längeren Weg, damit ich meine Punkte nutzen kann. Spaziergänge mache ich z.B. fast nur im Wald, weil ich mich dort sicherer fühle.

Das hat mir im Laufe der Zeit so viel Sicherheit gegeben, dass ich mich in meinem gewohnten Umfeld mittlerweile ganz gut bewegen kann.

So muss ich mich mit der Angst dann "nur" noch auseinandersetzen, wenn ich in unbekannte Gegenden fahre, z.B. in Urlaub.

Außerdem habe ich in meinem Auto immer eine "Notfalltasche" mit Toilettenpapier, Inkontinenzhöschen, Feuchttücher, ein Waschlappen, Handtücher, Wechselunterwäsche und eine leere Plastikdose, die ich zur Not auch als Toilette nutzen könnte.

Es ist wirklich unglaublich anstrengend, wenn man unterwegs unweigerlich ständig nach Möglichkeiten scannt, die man nutzen könnte. Entspanntes Bummeln oder Spazierengehen ist fast unmöglich. Man steht ständig unter Strom, was das Ganze natürlich wieder verschlimmert.

• x 2 #4


Flousen
Die Welt ist eine große Toilette. Mit diesem Gedanken bin ich damals an die Sache ran gegangen. Habe mir sicherheitshalber Papier eingepackt falls ich mal muss. Bau dir ein Sicherheits Netzwerk auf, zumindest erstmal um deinen Kopf zu beruhigen.

• #5


CosmicPancake
Zitat von Flousen:
Die Welt ist eine große Toilette. Mit diesem Gedanken bin ich damals an die Sache ran gegangen. Habe mir sicherheitshalber Papier eingepackt falls ...

Ich würde hier ergänzen, dass man sich theoretisch sowas hier ins Auto legen kann, für den absoluten Notfall.
https://amzn.eu/d/0bn7Z5k6

• #6


Kruemel_68
Zitat von CosmicPancake:
Ich würde hier ergänzen, dass man sich theoretisch sowas hier ins Auto legen kann, für den absoluten Notfall.

Trotzdem brauchst du im Fall des Falles einen Sichtschutz. Das ist das Problem bei Durchfall. Du kannst dich ja nicht einfach an den Straßenrand damit setzen.

• #7


MariaManchester
So hat damals tatsächlich meine Angststörung angefangen. Ich hatte panische Angst mit den Öffis zu fahren, weil ich dachte ich muss mir vor allen in die Hose machen, wenn ich's nicht rechtzeitig aus der Bahn schaffe. Irgendwann hatte ich das überall sobald ich draußen war.
Es wurde so schlimm, dass ich kaum noch was gegessen habe wenn ich unterwegs war. Denn wenn nix im Körper ist, kann auch nichts raus kommen.
Mein Verhaltenstherapeut damals meinte, ich solle mir einfach mal vorstellen, wie es wäre vor allen in die Hose zu machen. Und ob dieser Gedanke denn so furchtbar wäre. Kurzum: Hat mir gar nichts gebracht, ich fand den Tipp sch. 🤣
Ich habe zuerst angefangen, mir auf meinen üblichen Strecken zu überlegen wo überall ein Klo ist. Nur als Notfallplan. Das hat den ersten Druck genommen.
Aber irgendwann kam für mich der Punkt, als mal der Zug mitten auf der Strecke anhalten musste, dass ich gesagt habe: sch. drauf. (Unbeabsichtigtes Wortspiel).
Ich dachte wenn ich mir jetzt hier in die Hosen mache, dann ist's jetzt auch egal. Gibt schlimmeres. Ich sehe diese Menschen hier wahrscheinlich nie wieder.
Und in dem Moment hat sich bei mir irgendein Schalter umgelegt.
Ich hab immer noch eine Angststörung aber ich hatte nie wieder Probleme mit solchen Gedanken.
Ich wünsche dir alles Liebe.

• #8


CosmicPancake
Zitat von Kruemel_68:
Trotzdem brauchst du im Fall des Falles einen Sichtschutz. Das ist das Problem bei Durchfall. Du kannst dich ja nicht einfach an den Straßenrand ...

Das kannst du ja ins Auto stellen, wenn es sein muss. Vordersitze ganz nach vorne und hinten im Fußraum (oder andersrum). Je nach Fahrzeug, geht es vielleicht sogar im Kofferraum. Oder ein Busch in der Nähe. Wenn man in bebautem Gebiet ist, dann kann man ja ohnehin überall nach einer echten Toilette fragen. In der Regel sind die Menschen da hilfsbereit.

• #9


Kruemel_68
Zitat von CosmicPancake:
Wenn man in bebautem Gebiet ist, dann kann man ja ohnehin überall nach einer echten Toilette fragen.

Bebauten Gebiet und Wohnsiedlungen sind das Schlimmste überhaupt. Mal ganz ehrlich - würdest du bei wildfremden Menschen klingeln und fragen, ob du dort auf Klo gehen kannst? Und selbst in den meisten Einzelhandelsgeschäften wirst du heutzutage nicht mehr aufs Klo gelassen. Glaub mir, ich habe da jahrelange Erfahrung.

Und mal davon ab - bei mir ist dann einfach nicht genug Zeit. Es ist ja nicht so, dass ich mich dann noch groß entscheiden könnte. Das kommt innerhalb von Sekunden und dann muss ich SOFORT. Von Null auf Hundert.

• x 1 #10


Gaulin
Zitat von MariaManchester:
Mein Verhaltenstherapeut damals meinte, ich solle mir einfach mal vorstellen, wie es wäre vor allen in die Hose zu machen. Und ob dieser Gedanke denn so furchtbar wäre. Kurzum: Hat mir gar nichts gebracht, ich fand den Tipp sch.

Der Gedanke ist nicht zuende gedacht. Es geht primär um Scham. In der Vorstellung ist es ganz furchtbar sich so zu blamieren vor anderen Leuten. Gedanke zuende... Aber nun denke mal weiter:
Was passiert jetzt? Bis wohin geht es? Denken die Leute tatsächlich so schlimm darüber, wie du es dir ausmalst? Was würdest du denken, wenn du jemanden in dieser Situation erlebst? Was denkst du? Was fühlst du? Was machst du daraus? Schadest du dieser betroffenen Person dann oder denkst du evtl garnicht mehr lange darüber nach? Usw...

• #11


Kruemel_68
Zitat von Gaulin:
Es geht primär um Scham.

Bei mir geht es nicht um Scham.

• x 1 #12


Gaulin
Zitat von Kruemel_68:
Bei mir geht es nicht um Scham.

Um was geht es bei dir?

• #13


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