Zitat von Kruemel_68: Letztendlich habe ich ja keine andere Wahl - aufgeben ist keine Option. Denn meine Arbeit macht mir Spaß und tut mir gut. Deswegen kämpfe ich mich immer wieder durch.
Hm. Da lese ich immer noch Druck heraus.
Und kämpfen? hm.
Ja es scheint noch ein Kampf zu sein. Darum wer das Sagen hat wahrscheinlich.
Ich weiß nicht, würde das nicht zu einer Spaltung führen? Ein Teil soll weg, der Teil der Probleme macht.
Ich weiß nicht, ob das richtig ist, dass man den inneren Kritiker verbannt, sollte man ihn nicht besser davon überzeugen für einen zu arbeiten und nicht gegen einen? Dann wird er mit der Zeit lernen milder zu sein, nachsichtiger.
Wie gut steckst du Kritik weg?
Und was genau gibt dir dein Job?
Ich habe mir jetzt auch deinen anderen Thread durch gelesen. Du hast meiner Meinung nach auch schon wirklich viel erkannt.
Ich frage mich ob es noch an perfektionistischem Denken liegt. Was sagt deine innere Stimme wenn du Fehler machst? Kannst du dich dann dennoch mögen?
Oder hasst du dich und deinen Körper, weil du diese Symptome nicht endlich in den Griff bekommst?
Will da evtl auch noch etwas betrauert werden?
Was sind das denn für Situationen die dich aus der Bahn werfen?
Ich sehe es ja so, dass von Aussen kommen kann was will, wenn wir es nicht hereinlassen, tangiert es uns nicht. Das wäre das Ziel für mich.
🙂 In sich ruhen, ich entscheide wie es mir geht.
Selbstregulation bedeute ja glaube ich, zu dem inneren Tumult Kontakt aufzunehmen, zuzuhören, zu verstehen und zu beruhigen. Nicht weg drücken und verdrücken, passt auch wieder zum Blasendruck, den man sich ja auch gelegentlich verdrücken muss.
Mein schlimmstes Erlebnis war als ich einmal mit der Auto Fähre fahren musste. Erst eine lange Autoschlange davor. Da musste ich schon dringend und es hieß warten. Rechts und links nur Rasen und Wasser und dann alles voller Autos. Absolut keine Chance, auch mit dem Auto kam man da nicht mehr zurück. Der Hunde musste auch, den konnten wir einfach raus lassen.
Dann die Fahrt auf der Fähre
😵 das Geschaukel, das Geplätscher von Wasser. Es war wie Folter. Aber ich habe es durchgehalten.
Heute will ich manchmal nicht auf die Toilette weil ich in etwas spannendem vertieft bin, oder die Situation so schön finde und weiß dass ich diese Atmosphäre verliere wenn ich sie durch einen Toilettengang verlasse.
Zitat von Kruemel_68: Was ich auch gemacht habe: ich habe mir auf den Wegen, die ich tagtäglich nutze, ein "Toilettennetz" aufgebaut.
Ich weiß nicht, ob man diesen Symptomen dadurch nicht erst ihre Berechtigung gibt, wenn man sich danach ausrichtet.
Wer entscheidet? Wer gibt vor worauf der Fokus gerichtet wird und was Priorität hat?
Das könnte auch eine Möglichkeit sein, sich seine Prioritäten anzuschauen. Selbst wenn man meint, man hat sich bisher immer zu sehr nach anderen gerichtet, stimmt dies ja meistens nicht. Es sah so aus, als wenn man es anderen nur Recht machen will, in Wirklichkeit war es auch nur zum Eigennutz. Evtl das man Konflikte vermeidet oder als liebenswert, aufopferungsvoll usw erscheint.
Ich denke daher es könnte wieder in die gleiche Richtung gehen, wenn man sich selbst als wichtigste Priorität sieht. Selbstlosigkeit finde ich selbst auch schwer zu erreichen.
Nach etwas ausrichten, das höher ist als man selbst. Das nennt sich in der Psychologie Selbst-Transzendenz.
Momentan sind hingegen die Toiletten Priorität Nr. 1
🙃Die Toiletten und man selbst.
Würde sich vielleicht lohnen darüber nachzudenken.
Es soll nicht bedeuten sich zu vernachlässigen, seine Bedürfnisse zu missachten usw. Eher ist Selbst-Transzendenz etwas dass uns mit Sinnhaftigkeit erfüllt. Das kommt von Victor Frankl fällt mir gerade ein. Der Begründer der Logotherapie.
"Selbsttranszendenz ist ein zentraler Begriff aus der von Viktor Frankl begründeten Existenzanalyse und Logotherapie. Sie beschreibt das grundlegende Merkmal des Menschseins, über sich selbst hinaus auf etwas oder jemanden ausgerichtet zu sein.
Die Kernaussagen nach Viktor Frankl
• Richtung statt Selbstbezug: Der Mensch wird erst dann ganz er selbst, wenn er aus sich heraustritt und sich einer Aufgabe, einer Sache oder einem anderen Menschen widmet.
• Umkehrung der Fragestellung: Frankl kritisierte das reine Streben nach Selbstverwirklichung als leer, wenn es nur um das eigene Ego geht. Er formulierte den berühmten Satz: „Es kommt nicht darauf an, was wir vom Leben zu erwarten haben, sondern vielmehr darauf, was das Leben von uns erwartet.“
• Die Grundhaltung des Gewissens: Das Gewissen dient laut Frankl als Organ, um in jeder konkreten Lebenslage zu spüren, welcher Sinn oder welche Forderung des Guten jetzt ansteht.
• Wege zur Selbsttranszendenz: Nach Frankl lässt sich Sinn im Leben auf drei Hauptwegen verwirklichen:
1. Durch das Schaffen eines Werkes oder das Vollbringen einer Tat (z. B. Arbeit, Kunst, Projekt).
2. Durch das Erleben von Natur, Kunst oder das Erfahren von Liebe zu einem anderen Menschen.
3. Durch die Haltung, die der Mensch dem unvermeidbaren Leiden gegenüber einnimmt."
Damit lässt sich auch vieles an Ängsten bewältigen. Weil man wirklich wie beschrieben, aus sich selbst heraus tritt. Mir hat das bisher doch mehr geholfen, als mir bewusst war.
Einfach das Ganze zu sehen. Nicht nur die Angst. Nein das Leben ansich. Schnell anknüpfen kann ich immer an der Natur. Sie begleitet uns auf allen Wegen. Sie ist immer da und strahlt Ruhe aus, egal was für ein Horror in unseren Gedanken herrscht. Sie bleibt davon völlig unbeeindruckt.
Hinzu helfen auch menschliche Begegnungen. Wenn man nicht an jemand total falsches gerät. Aber fast jeder versucht doch irgendwie sein Bestes zu geben. Selbst wenn es oft mehr Show oder Unsicherheit ist.
Begegnungen zu genießen, neugierig zu sein wer ist da, was denkt er, hat mir einiges an sozialen Ängsten genommen. Ich habe dann auch Freude daran die Begegnung schön zu gestalten. Nicht damit es auf mich zurück fällt, ich darauf Stolz sein kann, sondern weil ich das als eine schöne Aufgabe ansehe und unsere Welt so viel schöner wäre wenn das jedem wichtig wäre.
Prioritätensetzung anhand der eigenen Werte. Auf Platz Nr 1 sollte nicht Ich stehen. Auch nicht der Job o.ä.
Finde interessant wie sich die Toiletten auf Platz 1 geschoben haben.
Was könnte, was sollte wichtiger sein?