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schnapper

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Und was ist nun derGrund für den eitrag und die Wut? Bestimmte aktuell Anlässe oder Personen? Das kommt ja jezzt irgendwie aus dem nichts.

Bis du als Kind enn auch gut umsorgt worden? Also Umarmung, Zuspruch...?

31.07.2019 21:57 • #41


Mindhead

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Zitat von schnapper:
Und was ist nun derGrund für den eitrag und die Wut? Bestimmte aktuell Anlässe oder Personen? Das kommt ja jezzt irgendwie aus dem nichts.Bis du als Kind enn auch gut umsorgt worden? Also Umarmung, Zuspruch...?


Ja, jemand der mal wieder generalisiert hat. Nicht hier im Forum, wo anders und das hat mich so aufgeregt.

Ja bin ich meine Eltern haben aber auch akzeptiert, wenn ich nicht umarmt werden wollte und auch anderen gesagt, dass wenn ich nicht will, will ich nicht.
Ich bin gut umsorgt worden und erzogen worden. Ich habe eine gute Familie und würde mir keine andere wünschen.

01.08.2019 07:51 • #42


schnapper

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OK, dann ist unbewusste Traumatisierung durch Vernachlässigung und zu wenig emotionaler Nähe wohl nicht gegeben.

Was für Generalisierung denn konkret? Ich finde ein Stück weit sind Generalusierungen normal. Sofern denn im Hinterkopf bleibt und auch rüberkommt, dass man nun nicht wirklich alles absolut gleich über einen Kamm schert.

01.08.2019 08:25 • x 1 #43


Mindhead

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Zitat von schnapper:
OK, dann ist unbewusste Traumatisierung durch Vernachlässigung und zu wenig emotionaler Nähe wohl nicht gegeben.Was für Generalisierung denn konkret? Ich finde ein Stück weit sind Generalusierungen normal. Sofern denn im Hinterkopf bleibt und auch rüberkommt, dass man nun nicht wirklich alles absolut gleich über einen Kamm schert.


Definitiv nicht. Meine Familie hat mich kein bisschen traumatisiert. Da bin ich auch sehr dankbar für.

Natürlich geht es ein Stück weit. Aber wenn man das nur tut, ist das auch echt nicht mehr witzig.
Ich kenne eine Person und die weiß eben von meiner Traumatisierung. Ist ja erstmal auch okay. Allerdings sagt sie bei jedem Verhalten von mir, welches für sie nicht ganz der "Norm" entspricht direkt "Ah, deine ptbs kommt wieder zum Vorschein".
Und da kann ich erklären was ich will, es geht nicht in ihr Kopf rein, dass eben nicht alles nur auf eine ptbs zurück zu führen ist. Ich habe mittlerweile schon nicht mal mehr Lust überhaupt mit ihr zu schreiben, weil ich schon weiß, dass das kommt. Das habe ich ihr auch schon gesagt, aber das kümmert sie nicht und sogar da kommt sie wieder mit einer Theorie an, wie das denn als Folge der Traumatisierung entstanden sein könne.

01.08.2019 09:17 • #44


silverleaf

silverleaf


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Liebe Mindhead,

ich kann Dich und Deine Wut sooo gut verstehen! Es tut mir sehr leid, dass diese Person so mit der Thematik umgeht. Eigentlich freut man sich ja, wenn jemand grundsätzlich Verständnis für psychische Probleme aufbringt und diese berücksichtigt, aber diese Übergeneralisierung dreht den Spieß wieder um und zeigt dann leider doch, wie wenig manche Menschen von der Komplexität der Psyche verstehen. Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie manche Menschen auf mich reagieren, wenn sie von bestimmten Diagnosen und/oder Symptomen erfahren. Einige Leute überraschen einen positiv und reagieren ganz toll, zeigen Interesse, versuchen, zu akzeptieren, ohne dabei vorzugeben, alles zu verstehen oder noch besser: alles besser zu wissen, weil sie "da mal einen Artikel gelesen haben" oder "die Tochter eines Freundes eines Cousins dritten Grades das ja auch hat, und bei der..."
Da sind mir die Menschen, die einfach sagen "da kann ich nichts mit anfangen" fast noch lieber.

Man erarbeitet sich in der Therapie hart, Vertrauen aufzubauen und sich auch mal zu öffnen, Leuten etwas von seiner Erkrankung zu erzählen, und dann kommt so eine Reaktion und man überlegt es sich danach wieder 100x, anderen Menschen dieses Vertrauen entgegenzubringen.

Das Schubladendenken mancher Leute ist so erschreckend ausgeprägt, und, genau wie Du geschrieben hast, wird plötzlich jedes Verhalten auf Deine Symptomatik geschoben und pathologisiert, es ist nervtötend und man möchte nur noch schreien, dass man NICHT seine Erkrankung ist und durch die Diagnose(n) nicht gleichzeitig sein logisches Denkvermögen an der Rezeption abgegeben hat .

Was das Ammoniak angeht: Das kannst Du auch bei Amazon oder bei online-Apotheken bestellen. Ich finde, dass es wirklich gut wirkt. Kleiner Tipp: Besorge Dir zusätzlich einen Plastikbecher, das funktioniert besser als irgendwelche kleinen Röhrchen: Ampulle zerbrechen, in den Becher werfen, Hand drüber halten und den Becher damit abdecken, schütteln, dann den Becher dicht unter die Nase führen, Hand wegnehmen und tief einatmen. Beendet jede Dissoziation/Depersonalisation/Derealisation zuverlässig . Im Idealfall überlegst Du Dir eine geistige Aufgabe für direkt danach, um die erschreckte aufgeweckte Aufmerksamkeit zu kanalisieren, zum Beispiel "wie viele grüne Dinge kann ich um mich herum sehen?" oder so ähnlich, vernüpft mit Einbeziehung der Sinne erdet einen das ziemlich gut, finde ich.

LG Silver

18.08.2019 23:51 • x 1 #45


Mindhead

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@silverleaf
Danke für deine Antwort! Es tut gut zu lesen, dass jemand wirklich versteht, was ich meine

Ich finde auch, dass man einfach ehrlich sagen soll, wenn man mit der Thematik zum Beispiel nicht so vertraut ist. Das ist mir auch viel lieber und dann erkläre ich gerne. Wir sind immer noch Individuen und keiner von uns ist so wie der andere.
Nicht umsonst, ist es nicht immer einfach bestimmte Diagnosen zu stellen.

Ich weiß auch nicht, weshalb man heutzutage jedes Verhalten/Symptom pathologisieren muss. Deshalb werden auch so unglaublich viele Kindern zum Arzt geschleppt, nur weil sie sehr aktiv sind. Da denke ich mir auch, hey, es sind Kinder!
Seid froh, dass sie aktiv sind. Es scheint, als würde die Gesellschaft sich auf die Erwachsenen ausruhen und Kinder nicht mehr Kinder sein lassen -so als Beispiel. Damit möchte ich nicht sagen, dass manches durchaus pathologisch ist, aber eben nicht alles.
Und so ist auch nicht alles, das pathologisch ist, nur einer Krankheit zu zu ordnen.

Danke für den Tipp mit dem Ammoniak! Das werde ich mir merken, wenn ich mir mal was aus der Apotheke hole.
Ich wehre mich irgendwie immer noch gegen Ammoniak, weil ich mir immer denke "eigentlich ist es doch gar nicht so schlimm, bei anderen ist es bestimmt viel schlimmer" etc.
Dieses Denken ist bei mir immer sehr präsent vorhanden. Auch ein Grund, weshalb ich so lange gewartet habe mir überhaupt Hilfe zu suchen.

Liebe Grüße

20.08.2019 09:13 • x 1 #46


Mindhead

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Geschrieben von mir am 23.05.2019

Ich weiß noch genau, wie wir uns kennengelernt haben. Wie du auf mich wartetest, als die anderen kamen. Du wusstest, dass ich geflüchtet war, alleine da stand und versuchte irgendwie zu leben, ohne wortwörtlich unterzugehen.
Es machte dir nichts aus als ich nicht wollte, dass du mich ansprachst. Es war dir egal, als du anfingst und mir später alles nahmst.
Ich wusste nicht, was du machtest, konnte es nicht verstehen, nicht verkraften.
Ich wusste nur, dass ich nicht wollte, dass du jeden Tag wieder kamst. Dass du langsam mit jeder weiteren Minute mir meine Gedanken nahmst.
Du formtest sie um, liest mich Sachen glauben und mich vergehen, ohne auch nur wirklich hin zu sehen.
[...]


Das ist der Anfang eines Briefes, den ich verfasst habe und niemanden gezeigt habe. Aber vielleicht ist es okay, wenigstens den Anfang irgendwie andere lesen zu lassen? Vielleicht ist es okay, zu zeigen, dass vielleicht etwas passiert ist in meinem Leben? Auch, wenn ich insgeheim nichts dazu sagen darf? Aber es ist nur ein bisschen. Und nichts genaues. Vielleicht darf ich das also doch...

11.09.2019 14:12 • #47


Jochanan

Jochanan


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Ich finde es sehr mutig von dir, dass du den Brief hier zeigst. Ich hoffe, du kannst es verkraften.

11.09.2019 14:14 • #48


Mindhead

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Danke. Es ist zwar "nur" der Anfang des Briefes, aber trotzdem eine sehr große Herausforderung das hier zu präsentieren.

11.09.2019 15:23 • x 1 #49


Mindhead

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Es ist irgendwie schwierig, wenn andauernd Leute verurteilen was man tut.
Ja, wir Menschen meinen zu wissen, was besser für einen ist oder wenn sie dir sagen, sie verstehen nicht wie du handelst.

Schon mal daran gedacht, dass wir doch tatsächlich individuelle Menschen sind?
Wir verschieden sind?

Etwas was dir gut tut, tut mir vielleicht nicht gut.
Etwas das dir nicht gut tut, tut mir vielleicht gut.

Die Welt ist nicht nur eine Sichtweise.
Nicht nur eine Denkweise.
Sie ist komplex. Verdammt komplex.

Tatsächlich tut es weh, wenn Leute anfangen zu verurteilen und bestimmte Sache sagen, die man angeblich ja nicht machen sollte, weil man doch traumatisiert ist.
Da fühle ich mich, als dürfte es mir nicht gehen, wie es mir geht auf Grund dessen, was ich erlebt habe.
Aber dafür kann ich zb andere Sachen nicht, wo andere dann meinen hä? Weshalb nicht? Das hast doch nichts damit zu tun?

Die Welt funktioniert nun mal nicht wie Mathematik.

Und es tut weh.
Okay?
Weil ich dann auch noch von diesen Personen das Gefühl bekomme, nicht sein zu dürfen wer ich bin.

Danke... Für nichts.

Vor 1 Stunde • #50


schnapper

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Klingt ja nicht erbauend. Niemand der einen mag wie man ist

Vor 9 Minuten • #51


Mindhead

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Zitat von schnapper:
Klingt ja nicht erbauend. Niemand der einen mag wie man ist


Allerdings...

Gerade eben • #52


Jochanan

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Ich hab dich lieb so wie du bist liebe Mindhead. Kann gut sein, dass ich mal in's Fettnäpfchen trette, aber nie beabsichtigt.

Gerade eben • #53




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