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Hallo Forianer,

ich hoffe meine Grammatikfehler können ignoriert werden, da Deutsch nicht meine Muttersprache ist. Schreiben und etwas nach außen zu tragen fühlt sich gerade an wie eine Erleichterung, ich will so auch meinen Schmerz abladen.

Ich stamme aus Südasien und bin in einem gewalttätigen Familienumfeld aufgewachsen. Mein Biovater war Alk. und meine Mutter erlebte während der Schwangerschaft physischer Gewalt. Nach einigen Jahren trennte sich meine Mutter und heiratete einen psychisch kranken Mann (Bipolarer Störung), ich bin teilweise bei fremden Menschen (Da meine Eltern häufig verreist waren) und im katholischen Internat aufgewachsen, wo Bestrafungen auch alltäglich waren.

Kurzfassung: frühkindlicher Gewalt
Missbrauch und Bindungsstörungen
Dissoziative Störung
Komplexe Trauma

Seit circa 19 Jahren mache ich mit Unterbrechungen Traumatherapien und werde auch die nächsten Jahre Therapien machen, da es mit komplexe Trauma das Leben zu bewältigen (Das brauche ich wahrscheinlich nicht zu erwähnen) eine große Herausforderung bedeutet.

Ich bin wirklich müde und erschöpft, weniger körperlich, vielmehr emotional! Es hat nichts mit Passivität zu tun, es ist einfach eine Mischung aus Trauer und Lebensangst. Möchte mich glaube ich einfach nur verstanden fühlen.

Danke fürs aufnehmen!

Shanti

01.10.2022 10:50 • 02.10.2022 x 6 #1


21 Antworten ↓


Ich befürchte ich habe hier die Forenregeln nicht beachtet und kein Triggerwarnung eingesetzt. Bin ziemlich unkonzentriert heute...

01.10.2022 11:43 • #2



Komplexe Trauma-Gewalt in der Kindheit

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MaKaZen
Zitat von Shanti1981:
Ich bin wirklich müde und erschöpft, weniger körperlich, vielmehr emotional! Es hat nichts mit Passivität zu tun, es ist einfach eine Mischung aus Trauer und Lebensangst. Möchte mich glaube ich einfach nur verstanden fühlen.

Herzlich willkommen im Forum

Ich kann es nachempfinden, dass du erschöpft bist. Das Innere zerrt ganz schön an den Kräften und führt auch zu körperlicher Erschöpfung. Was belastet dich am stärksten?

01.10.2022 12:12 • x 2 #3


Hallo Shanti,

furchtbar, was Du durchleben musstest. Dass Du müde und erschöpft bist, kann ich total verstehen.

Schreib Dir ruhig alles von der Seele, wenn es Dir gut tut. Oft ist es schwierig, wenn man alles mit sich alleine ausmachen muss und manchmal hilft es ein wenig, wenn man sich mit Anderen austauschen kann.

Liebe Grüße an Dich.

01.10.2022 13:10 • x 3 #4


Zitat von MaKaZen:
Herzlich willkommen im Forum

Danke fürs willkommen heißen.. die Erschöpfung ist teilweise enorm, obwohl ich sagen muss, dass bei mir die mentale Erschöpfung stärker ausgeprägt ist und auch wie bei vielen Tagesform abhängig. Hoffe Dir geht es einigermaßen gut?


Zitat von MaKaZen:
Was belastet dich am stärksten

Da gibt es einige Einflüsse die mich belasten. Ganz konkret, finde ich es schwierig in der Realität zu bleiben. Das heißt nicht, dass ich an Psychosen leide, es sind viel mehr Ich-Anteile die unterschiedliche Motive und Gefühlszustände haben. Das zu erklären ist nicht einfach, ist häufig bei Menschen der Fall, die sehr früh, chronische schwere Traumatisierungen haben.

Schönen Abend.

01.10.2022 18:20 • x 2 #5


MaKaZen
Zitat von Shanti1981:
Da gibt es einige Einflüsse die mich belasten. Ganz konkret, finde ich es schwierig in der Realität zu bleiben. Das heißt nicht, dass ich an Psychosen leide, es sind viel mehr Ich-Anteile die unterschiedliche Motive und Gefühlszustände haben. Das zu erklären ist nicht einfach, ist häufig bei Menschen der Fall, die sehr früh, chronische schwere Traumatisierungen haben.

Ich weiss, was du meinst. Hab selbst Traumatherapie hinter mir. Hab lange Zeit mit diesen Anteilen gearbeitet und sie versucht zu integrieren. Leidest du unter den Spaltungen oder ist es mehr die Angst, dich in dieser Komplexität zu verlieren?

Hey, du schaffst das, irgendwann wirst du das alles verstehen und hinter dir lassen können.

01.10.2022 18:23 • x 1 #6


Zitat von Iro-Nie:
furchtbar, was Du durchleben musstest. Dass Du müde und erschöpft bist, kann ich total verstehen.

Danke @Iro-Nie für Deine netten Worte. Ich glaube, Wir alle versuchen im Leben gut durchzukommen. Mir geht es zwar viel besser als vor einigen Jahren.. aber es gibt eben neurobiologische Veränderungen die man nicht wegtherapieren kann, man kann aber lernen gut mit sich umzugehen und mit viel Stabilisierungstechniken im Alltag zurechtzukommen. Wie geht es Dir?

01.10.2022 18:25 • x 1 #7


Zitat von MaKaZen:
Leidest du unter den Spaltungen oder ist es mehr die Angst, dich in dieser Komplexität zu verlieren?

Da hast Du auch einiges hinter Dir.. dann kennst Du Dich mit dissoziativen Zuständen aus! Ich habe 2 Persönlichkeiten die schwierig zu integrieren sind.. es gibt Triggerzustände die schwer auszuhalten sind. Später werde ich dazu noch was sagen können. Hast Du evtl eine Ego State Therapie gemacht? Aber da gibt es ja einige Herangehensweisen.

01.10.2022 18:29 • x 1 #8


MaKaZen
Zitat von Shanti1981:
aber es gibt eben neurobiologische Veränderungen die man nicht wegtherapieren kann

Shanti, wer sagt so was Das ist kompletter Unsinn.

Dein Gehirn ist dein ganzes Leben lang neuro-plastisch. Du bist in der Lage, deine Gedanken, dein Einstellung, dein Haltung, etc. zu verändern. Mir ist bewusst, dass deine Themen sehr tief sitzen und dass dich dein System schützen will. Es ist viel mehr möglich, als was du annimmst.

01.10.2022 18:30 • x 2 #9


MaKaZen
Zitat von Shanti1981:
Hast Du evtl eine Ego State Therapie gemacht?

Ja, ich hab viel mit der inneren Bühne gearbeitet.

01.10.2022 18:31 • #10


Zitat von MaKaZen:
Mir ist bewusst, dass eine Themen sehr tief sitzen und dass dich dein System schützen will. Es ist viel mehr möglich, als was du annimmst.

Natürlich bleibt das Gehirn neuroplastisch, ich habe ein sehr veralteten Artikel gelesen, dass frühkindliche, damit meine ich auch Prä-natale tatsächlich Spuren hinterlassen kann. Aber das ist eine sehr oberflächliche Aussage, das ist mir bewusst. Muss wohl aktuellere Studien lesen .

01.10.2022 18:38 • x 2 #11


MaKaZen
@Shanti1981
Hey Shanti

Magst du von einem schwierigen Ich-Anteil erzählen? Lass dir Zeit, nichts muss, alles darf

01.10.2022 18:51 • x 1 #12


MaKaZen
Zitat von Shanti1981:
Natürlich bleibt das Gehirn neuroplastisch, ich habe ein sehr veralteten Artikel gelesen, dass frühkindliche, damit meine ich auch Prä-natale tatsächlich Spuren hinterlassen kann. Aber das ist eine sehr oberflächliche Aussage, das ist mir bewusst. Muss wohl aktuellere Studien lesen

Ich hab das Lehrbuch für 'Pränatale Psychologie' bei mir. Echt aufschlussreich und ein Thema, was imho zu stark missachtet wird.

01.10.2022 18:53 • x 1 #13


Spaceman
Hi @Shanti1981 und herzlich willkommen hier!

Zitat von Shanti1981:
Muss wohl aktuellere Studien lesen


Studien sagen nichts über die eigene Situation aus! Studien zeigen einen statistischen Durchschnitt auf, der viel, wenig oder gar nichts mit Dir zu tun haben mag.

Ich bin auch ein hochgradig wissenschaftsorientierter Mensch, für den systematische Studien das A und O sind. Aber solche Studien können niemals die eigene Situation erfassen. Lese weniger Studien, sondern die zahlreichen Geschichten hier im Forum. Lese, wie andere Betroffene einen Weg aus dem Dilemma fanden.

Wir alle sind zuweilen müde von dem täglichen Kampf, aber das heißt nicht, dass wir aufgeben,

Ich wünsche Dir viel Glück bei der Aufarbeitung dessen, was Dir geschehen ist.

01.10.2022 23:15 • x 4 #14


Coru
Ich hab es aber auch so in der Klinik gelernt, dass gerade bei frühkindlichen Traumasisierungen sich Verbindungen im Gehirn verändern die auch nicht geändert werden können. Bei komplexen Traumasisierungen ist eine Heilung nicht möglich. Es geht darum zu lernen damit zu leben. Es ist sicher möglich damit gut zu leben und noch einiges zu erreichen.

02.10.2022 09:24 • #15


Lina60
Liebe @Shanti1981 erst einmal ist es erfreulich, dass sich Dein Zustand mit den Jahren und Therapien verbesserte. Ich weiss nicht, wie weit frühkindliche Gehirnprägungen statt finden, doch ich tendiere dazu zu glauben, dass das Gehirn wirklich immer ( wenn nicht sehr gravierend wie z.B. durch Unfälle havariert ist) flexibel ist. Auf dieser Annahme beruht ja ua. auch die Pharmamedizin.

Doch grundsätzlich stimme ich mit @Coru überein, dass gehäufte Traumata mit Missbrauch wie sie in dysfunktionalen Familien noch und noch vorkommen, die betreffenden Menschen ein Leben lang tangieren, und dass das beste und vielleicht einzige was man dagegen machen kann, ist, lernen damit um zu gehen. Damit ist schon viel geholfen, die Lebensqualität verbessert.

Ich verstehe Dich sehr gut, dass Du zur Zeit erschöpft bist vom vielen Versuchen ( erlebte ich selbst phasenhaft auch), aber dann gewähre Dir eine Pause, wenn Du kannst. Und vergiss nie, dass sich Dein Zustand schon gebessert hat !

02.10.2022 09:38 • x 1 #16


Ich muss schon schmunzeln, dass „neurobiologische Veränderungen durch frühkindliche Traumatisierungen“ als Unisnn abgetan wird. Ich werde hier sicher keine Studien zitieren, aber es gibt genug Hinweise dafür, dass das autonome Nervensystem stark beeinträchtigt wird.

Ich verstehe jetzt nicht so ganz wieso hier angenommen wird, nur weil ich diese Aussage gemacht habe, mich selbst einschränke und die Möglichkeiten deshalb nicht ausgeschöpft wird? Ich lese keine Studien(Dazu reicht auch meine geistige Kapazität leider nichts aus) und denke mir „Hmmm also es nützt eh nichts also werde ich gleich aufgeben“. Niemand hat das behauptet! Bitte nichts hineininterpretieren, und meinen man müsse Jemanden belehren!

.....................

Vielen Dank @Coru und @Lina60! Und auch fürs Willkommen heißen! Damit seid Ihr nicht gemeint!

Ich werde mich erstmal verabschieden! Alles Gute!

02.10.2022 09:54 • x 1 #17

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blue1979
Wiso wieder verabschieden? Das Thema ist spannend aber es gibt kaum neue Lösungsansätze in der Wissenschaft.

Es gibt Studien, die aufzeigen, dass bei frühkindlichen Traumata der Hippocampus und Amygdala anders vernetzt sind und auch der Gehirnstoffwechsel seit Kindheit etwas anders ist oder auf Stress schneller reagiert. Sogar auf MRT Bildern kann man wohl die Grösse des Hippocampus bei kPBTS (bzw. die kleinere Entwicklung) nachweisen.
Und da ist bei mir auch die Grenze zum neuroplastischen Modell erreicht, wo ich mit neuem Verhalten, Lernmodellen etc. zwar kleinere Sprünge machen kann aber keine grossartigen Veränderung meiner Stressachse und Ausschüttung von Stresshormonen erreichen werde. Ich werde wohl immer anfällig vom autonomen Nervensystem für bestimmte Trigger und Anstattacken sein aber am Umgang kann ich arbeiten. Deb Dana hat einige gute Ansätze in Polyvagaltheorie heraus gearbeitet aber für mich sind die Bücher zu komplex gewesen.

Dir alles Gute !

02.10.2022 12:24 • x 1 #18


Zitat von blue1979:
Wiso wieder verabschieden?



Mich ärgert es, wenn man meint, mich über schwere Traumatisierungen und Folgen aufklären zu müssen obwohl ich nicht danach frage. Sobald man über die vielfältigen Folgen chronische Traumatas spricht meinen einige gleich 0815 Lebensweisheiten geben zu müssen, damit meine Ich so Aussagen wie, Du bist ein Individuum, Studien sagen nichts über deine eingenen Lebenssituation aus. Ach ne? Das weiß ich nicht...! Ich würde mir wirklich wünschen, dass man Menschen mit KPtsd nicht als defizitär ansehen, stattdessen erstmal mit respektvollem Distanz begegnen. Ja wir leben in der Realität und dies hier ist ein Forum und jeder hat seine eigene Geisteshaltung und darf sich äußern wie er/Sie möchte (Mit Einschränkungen).

Ich sollte es besser wissen, es gibt ja spezielle K-PTSD Foren...


Trotzdem bedanke ich mich blue1979 für Deine Ansichten und die Empfehlung v. Deb Dana.. (Ich habe das Hörbuch!)

Dir auch alles Gute! Ich verabschiede mich...mein Profil wird gelöscht.

02.10.2022 18:59 • #19


MaKaZen
@Shanti1981

Wie oft willst du dich noch verabschieden?

02.10.2022 19:00 • #20



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