@Nemony
Genau! Es geht um Dich und um Deine Geschichte! Und ich verstehe sie nur zu gut.
Ich werde hier auch nicht mehr zu meinen Sachen schreiben, ich wollte nur den Hintergrund erklären, dass ich weiß, wovon ich spreche.
Und es ist nicht Sinn der Sache, Menschen nur zur körperlichen Gesundheit verhelfen, aber gleichzeitig die psychische kaputt zu machen. Und dafür haben in der Medizin noch immer alle die Augen und die Ohren verschlossen und vor allem das Herz.
Ich kann auch was sagen, wo ich beruflich herkomme:
Ich bin Juristin. Das mache ich beruflich nicht mehr, sondern habe gewechselt. Mein ganzer Freundeskreis bestand aus Juristen. Und natürlich haben auch wir solche Fragen diskutiert, als Juristen, als Rechtsanwälte, aber auch als Mensch.
Und wenn man jünger, dann ist man eher auf der Seite, dass man Ärzte, Kliniken usw verschonen möchte. Und dann sammelt man Lebenserfahrung und sieht, wie die Medizin zu einem Dienstleister wird, der die Patienten als Nutzvieh sieht und sein Personal ausbeutet. Dann setzt man erst auf Vernunft und denkt, dass die das doch noch halbwegs vernünftig handhaben werden. Und dann erlebt man immer mehr, wie alles dem Profit geopfert wird, wie Ärzte jedes Jahr arroganter wurden und die Pflege immer mehr merkt, wie sehr sie gebraucht wird, und auch immer giftiger wird.
Und das sage ich jetzt als Juristin:
Die Patienten haben keine andere Chance mehr, für sich zu sorgen, als zu klagen und sich zu wehren, denn nur dort, wo die Fehler den Betreibern viel Geld kosten, wird sich was ändern.
Ich kenne Insider in guten Krankenhäusern, die noch empfehlenswert sind, und die haben mir unter vorgehaltener Hand erklärt, dass man ja möglichst den Operationen aus dem Weg gehen soll, wo es nicht wirklich sein müssen, weil sie mittlerweile so viele ganz schlimme unnötige Operationen bei Patienten sehen, dass sie selbst Angst vor Krankenhäusern bekommen haben. Diese Infos kommen von sehr seriösen, anständigen, guten Leuten, die sicher sehr vernünftig sind.
Die Patienten beschweren sich nicht zu Unrecht. Ich bekomme das an so vielen Stellen mit. Deshalb hat ja auch die Politik die Patientenrechte so sehr gestärkt. So ein kleine fachlich unkundiger Patient, der noch dazu krank oder schwerkrank ist, hat gegen die Medizinbranche und Ärzte und Kliniken kaum eine Chance, wenn was schief läuft. Und genau deshalb brauchen die die Unterstützung und nicht die Kliniken. Und auch ich habe versucht, mit einer Klinik ohne Anwalt einen Weg aus der Sackgasse zu finden. Vergiss' es. Die haben sofort ihre Juristen drauf angesetzt und ihre Position gesichert. Es war nicht mit ihnen zu reden, die schauen dann nur noch, dass die ganze Sache bis zum Ablauf der Verjährungsfrist hinziehen können. Und dann sind sie aus dem Schneider und der Patient ist erst recht im Mist drin. Dann steht man allein.
Und ich denke, dass die, die an der Basis in der Pflege arbeiten, wenig Ahnung davon haben, wie in der oberen Etage Monopoly gespielt wird, wie sich Ärzte zur Wehr setzen, wenn sie Mist gebaut haben. Es gibt ein Medizinerforum, wo die meinen, sie seien unter sich, dabei kann jeder reinklicken. Da kann man was hören und lesen. Diese ganzen junge Generation dort will nur noch Karriere machen, viel Geld, möglichst in die Schweiz und ein gut Privatleben. Patienten sind nur Nutzvieh. Denen ist alles wichtiger als der Patient.
Und dann braucht man sich nicht wundern, dass das Ergebnis so aussieht.
Aber Du hast Recht:
Es gibt auch gute und nette Ärzte, Pfleger, MTAs und so weiter. Und man braucht Medizin immer wieder, es geht darum, dass man mit diesen Traumafolgestörungen fertig wird und deshalb ist es wichtig, dass man sich klar macht, dass man ordentlich was abbekommen hat, dass man traumatisiert ist und dass man sich geduldig auf die Suche macht, bis man jemand findet, der einem einfühlsam hilft.
Dass das Thema bald viele Therapeuten drauf haben werden, das kommt. Es gibt zur Zeit ganz viele Bestrebungen, neue Fortbildungen zu machen. Es sind Traumatherapeuten der obersten Liga, die sagen, dass man diese übergriffige und ruppige Medizin nicht mehr dulden darf, weil die psychischen Schäden so extrem sind, die nachkommen.
Medizin wird immer invasiver, immer mehr ist machbar. Aber der Körper und das Körpergedächtnis verzeiht nichts. Die Forschungen zum implizierten Körpergedächtnis und zur Abspeicherung und Wiederbelebung von traumatischen Körpererfahrungen läuft auf Hochtouren. Renommierte Forscher sprechen schon von der Medizin für morgen. Warum? Weil man versteht, dass man nicht den Körper von der Psyche trennen kann. Das ist eine Einheit. Die Medin hat das künstlich getrennt, in verschiedene medizinische Fachrichtungen und jetzt merkt man, dass das nicht funktioniert.
Ich glaube, die ganzen neuen Erkenntnisse aus der Traumaforschung werden die komplette Medizin, so wie wir sie heute kennen, mit den gegebenen Strukturen völlig auflösen und neu gliedern. Alles Andere macht gar keinen Sinn mehr. Und die meisten Ärzte und Verantwortlichen wissen davon noch gar nichts.
Das ist ein Pardigmenwechsel, der da ansteht, weil das Körpergedächtnis so unglaublich großen Einfluss auf uns hat. Und genau in dieses greift die Medizin so schlimm ein, dass nach der Heilung die Krankheit wartet. Jeder, der sich da auskennt, sieht das heute so.
Natürlich kann man mich als dumme, frustrierte Patientin abtun. Das wird aber an den Fakten nichts ändern.
Ich habe mit meinem früheren Traumatherapeuten auch besprochen, dass ich keine Lust mehr habe auf diese endlosen Therapien und dass ich eh niemanden finden werde, der es kann. Dann hat er zu mir gesagt:
"Sie sollen sich einen Traumatherapeuten suchen! Sie werden es nie allein schaffen! Das, was Sie erlebt haben, das wird Sie einholen. Sie sind schwerkrank und Sie brauchen die Traumatherapien. Da führt kein Weg dran vorbei. Und wenn Sie es nicht machen, dann wird irgendwann Ihr Körper sich wehren. Das sind dann die Leute, die Krebs kriegen, oder andere schwere chronische Erkrankungen.".
Wir kommen alle an diesen Erkenntnissen nicht vorbei. Und ich bin keine hysterische Kuh, die einfach nur auf Ärzte und sonstiges medizinisches Personal eindrischt. Und ich kenne auch deren Sitiuation. Da sieht es gar nicht rosig aus, viele sind selbst traumatisiert und kämpfen sich irgendwie durch den Berufsalltag, so lange es halt geht. Dass die Pflege attraktiver sein muss, damit die Leute wenigstens noch bleiben, ist auch klar.
Aber eine ruppige, unmenschliche Medizin können wir uns unter gar keinem Gesichtspunkt leisten.
Und ja: Ich bin ganz klar der Meinung, dass alle, die im medizinischen Bereich arbeiten - mit wenigen Ausnahmen - sich ihrer Verantwortung überhaupt nicht bewusst sind. Es wird auch in der Ausbildung dieser Berufsgruppen kein Wert darauf gelegt, dass sie das lernen.
Wenn ich da an die Juristen-Ausbildung denke, wie oft wir gesagt bekommen haben, welche Verantwortung wir tragen und dass wir in der Haftung sind, wenn wir was falsch machen. Es gibt Staatsanwälte, die extra für die Verfolgung von Juristen zuständig sind. So hart wird mit anderen Berufsgruppen verfahren. Warum sollen immer die, die in der Medizin arbeiten, geschont werden? Andere Berufsgruppen müssen auch für das gerade stehen, was sie versemmelt haben. Da gibt es nie irgendwo Pardon. Warum soll woanders was anderes gelten?
So und jetzt bin ich hier fertig. Ich habe einen eigenen Thread und wenn jemand von mir was Hilfreiches sucht, dann kann er dort schauen.
Ich wünsche Dir und Deinem Kind, dass Ihr bald Unterstützung habt und ich habe das Neurofeedback hier ja eingeführt. Das ist vielleicht eine Möglichkeit für Dich, dass Du was tun kannst. Aber kümmere Dich schnell drum, da gibt es immer Gerangel um Rezepte und vor allem um Therapieplätze bei den Ergotherapeuten.
Wenn Du Fragen hast, kannst Du mich gerne fragen.

Alles Liebe für Dich und Dein Kindchen!
Kosmos
PS Ich war auch mal naiv und habe dran geglaubt, dass man in der Medizin doch halbwegs aufgehoben ist. Leider war das ein Trugschluss. Und sicher gibt es gute, liebe Menschen da, die ernsthaft helfen wollen. Aber die sind nur ein Faktor von vielen dort.