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Hallo,
habe gerstern Zyprexa verschrieben bekommen, soll abends 5mg nehmen.
hat jemand von euch erfahrungen mit dem medi gemacht?
nebenwirkungen?
lg montana

31.10.2009 10:14 • 08.01.2010 #1


2 Antworten ↓


Christina
Hallo Montana,

lass' lieber die Finger von dem Zeug! Das ist kein Schlafmittel, kein Beruhigungsmittel, kein Antidepressivum, sondern ein hochpotentes Neuroleptikum. Es ist kein Medikament gegen Angsterkrankungen, auch wenn es gegen diverse Symptome sehr gut helfen kann. Es gibt für Angstpatienten aber Unmengen anderer Medikamente, deren Einnahme mit wesentlich weniger Risiken verbunden ist. Typisch für Zyprexa sind irre Gewichtszunahmen (da kommen schon mal 30 kg in 3 Monaten zusammen), bei längerer Einnahme Diabetes und es besteht zumindest die Gefahr, Spätdyskinesien zu entwickeln. Und guckst du hier:
Zitat:
Zyprexa-Skandal

Seit dem Jahr 2005 hat der Zyprexa-Hersteller Eli Lilly in etwa 28.500 Fällen insgesamt 1,2 Milliarden Dollar außergerichtliche Entschädigungszahlungen geleistet (Stand Februar 2007). Hintergrund waren Nebenwirkungen, wie zum Teil extreme Gewichtszunahme und Diabetes, die dem Hersteller zwar bekannt waren, in der öffentlichen Darstellung jedoch verschwiegen oder heruntergespielt wurden. Darüber hinaus war das Medikament illegal für Patientengruppen vermarktet worden, für die es keine Indikation besitzt.

Im Dezember 2006 gelangten einige hundert interne Dokumente an die Öffentlichkeit, die diese Praktiken im Detail dokumentieren. Zunächst berichtete die New York Times in mehreren Titelgeschichten über die illegalen Vermarktungspraktiken. Später gelangten die Dokumente mit Hilfe des Anonymisierungsdienstes Tor auch in das Internet und können von verschiedenen Servern außerhalb der USA heruntergeladen werden.

Die Anwaltskanzlei Hersh and Hersh aus San Francisco, die etwa 400 Kläger gegen Eli Lilly vertritt, warf dem Pharmaunternehmen vor, es habe bis zum Jahr 2003 "potentiell mit Zyprexa behandelten Patienten in betrügerischer Weise wichtige Informationen vorenthalten". Eli Lilly habe Ärzte und Patienten wider besseres Wissen nicht davor gewarnt, dass Zyprexa zu schädlichen und unter Umständen sogar tödlichen Nebenwirkungen durch Gewichtszunahme und Diabetes führen könne.

Um die durch den Zyprexa-Skandal in den USA zurückgehenden Zyprexa-Einnahmen auszugleichen, verteuerte das Unternehmen sein Produkt Zyprexa in Deutschland ab Mai 2007.

(Quelle)

Auch Zyprexa hat seine Einsatzberechtigung - wenn die vielen anderen einsetzbaren Medikamente nicht geholfen haben oder nicht geeignet sind.

Liebe Grüße
Christina

31.10.2009 20:53 • #2


Bei mir wurde es auf der ersten Reha eingesetzt da die Therapeutin versehentlich meine Traumata "hoch geholt" hat, alle Bilder, Filme und Alpträume waren wieder da.
Zyprexa hat ungemein beruhigt was ein wahnsinnig tolles Gefühl war und ich konnte super einschlafen, hielt aber alles nur für 3 Tage an. Erst 2,5 mg, dann 5 mg.
Nach 4 Wochen hatte ich es dann selbst ausgeschlichen weil ich extrem an Gewicht zunahm, vor allem Wassermassen (Gesicht, Beine, Hüfte). Sucht nach Kohlehydrate ohne Ende, nachts stand ich auf und kochte mir Grießsuppen. War noch nie ein Süßmaul aber hier hatte ich die Schränke voll mit Marmeladen, Süßigkeiten, ect.
Mein rechtes Bein war nachts immer sehr schwer und bekam in diesem Bein innerlich komische Gefühle und unwillkürliche Zuckungen. Dann fing es an mit dem Fuß; der krampfte sich unwillkürlich zusammen (kein Schmerz, kein normaler Fußkrampf), als wenn die Zehen sich einziehen wollen. Teilweise so schlimme Gefühle dass ich mir am liebsten das Bein abgehackt hätte.

Die Einnahme war vor ca. 8 Monaten, das mit dem rechten Bein habe ich noch immer ab und zu.

Ich würde das Zeugs nie wieder einnehmen.

Wir sollten uns alle bewusst sein dass die Psychopharmaka und Neuroleptika noch garnicht durchforscht sind. Diese Medikamente wirken in irgendeiner gewünschten Form und deshalb werden diese auf den Markt geschmissen. Die Pharmaindustrie & Co. wissen selbst nicht warum diese Medikamente irgendwo wirken und genauso wenig weiß man über die Langzeitfolgen.

Solange unser Nervensystem nicht verstanden wird und beherrscht werden kann, solange wird es Überraschungen mit den Medikamenten geben. Deshalb immer abwägen, in jedem Fall die Diagnosen sichern und ob eine Diagnose gesichert ist, weiß der Betroffene am besten. Wir Paniker wissen doch schon mehr als viele Hausärzte.....

LG
Shaliah

08.01.2010 03:02 • #3




Dr. med. Andreas Schöpf