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Hallo Jana.
Ich glaube du solltest deinen Neurologen Anrufen. Und wenn das nicht geht weil er zu hat oder so schau in ein Spital in deiner Nähe. Die kennen sich aus und können dir sicher weiter helfen.

21.07.2008 14:47 • #41


Gauloise


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Zitat von Christina:
Hallo Margit,

Psychotherapie ist aber auch nicht wirklich die Aufgabe des Psychiaters, sondern die eines (meist psychologischen) Psychotherapeuten. Dass Du beim Psychiater nur medikamentös eingestellt wirst, ist die Regel. Ein Skandal aber, dass er Dich seit Jahren mit Benzos behandelt. Ohne richtige Entgiftung wirst Du von denen kaum runterkommen, und versuch' es bloß nicht abrupt und auf eigene Faust! Such' Dir einen Arzt, bei dem Du die Benzos langsam ausschleichen kannst. Da wirst Du Geduld mitbringen müssen, wenn Du nicht ruckzuck (und unangenehmer) stationär entziehen willst. Und das AD würde ich erst absetzen, wenn der Benzo-Entzug durch ist und sich wieder eine gewisse Stabilität eingestellt hat.

Liebe Grüße
Christina


Hallo, liebe Christina,

wow: Du kennst Dich aber aus!
Weisst Du, ich denke, AUCH ein Psychiater müsste delegieren können! Er könnte mich ja medizinisch versorgen und mich trotzdem noch zusâtzlich zu einem Psychologen überweisen! DAS ärgert mich halt, weil ich SO die Medikamente doch NIE loswerde!
Nochmal zum Ausschleichen:
ich dachte, das geht NUR ganz, ganz langsam - wahrscheinlich auch unterschiedlich, je nach Halbwertzeit des Medikamentes.
Ich wusste nicht, dass es auch einenn stationären ruck-zuck-Entzug gibt? Wie verläuft denn sowas?

Ja, die AD setze ich erst anschliesssend ab, das ist klar.

Was halt blöd' ist: wenn ich bis jetzt weniger Benzos genommen habe, dann kriege ich Autoaggressionen und Suizidgedanken. Vernunftmässig mache ich das nicht, aber es ist sehr schwer, diesen Zustand auszuhalten. Wenn ich die Benzos absetzen will, dann brauche ich VORHER entweder eine Psychotherapie oder - wie ich es mir ausgesucht habe - eine Hypnotherapie.

Wie kommt Ihr anderen von den Benzos los? Seid Ihr in Psychotherapie?

Viele liebe Grüsse,
Margit

22.07.2008 09:54 • #42


Gauloise


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Zitat von Jana:
Hab mal eine Frage an euch. Ich hab ja schon geschrieben dass ich Paroxat und für Notfälle Alprazolam verschrieben bekommen hab. Nun hab ich das Problem dass ich mich nicht trau die ADs zu nehmen. Hab soviel Angst vor den Nebenwirkungen und dass die Panikattacken noch schlimmer werden. Weiß dann nicht was ich machen soll wenn ich allein bin. Hab dann gelesen dass man dann bei Notfällen ja die Alprazolam einnehmen könnte, aber die soll man ja bei Asthma nicht unbedingt nehmen. Busp hab ich auch noch, aber ich möchte nicht mehr als notwendig nehmen und schön langsam blick ich nicht mehr durch. Der Neurologe hat mir zwar alles erklärt, aber ich mach mich selbst so durcheinander


Liebe Jana,

das Problem kenne ich!
ich habe einige AD's nicht vertragen (vielleicht war es auch durch die gleichzeitige Einnahme von Alk. ), ich reagierte mit Panikattacken! Und ab dem Zeitpunkt lösten auch andere AD's Panikattacken aus!

Das Problem dabei war:
Du hast Angst, dass Du sie nicht verträgst- und dann sind die Panikattacken quasi vorprogrammiert!

Nach x Versuchen schickte mich mein Arzt dann ins Krankenhaus, damit ich die AD's per Infusion bekomme - dadurch, dass sie sofort ins Blut gelangen, kann man sofort erkennen, ob der Patient die AD's verträgt oder nicht.
Nun, ich reagierte dort anfangs mit leichten Angstgefühlen (Herzklopfen, etc.) und war mir sicher, dass ich die AD's nicht vertrage! Mein Arzt beruhigte mich und versicherte mir, nach spätestens 3 Tagen wären alle "Nebenwirkungen" vorbei - dann würde ich merken, dass ich die Medis DOCH vertrage!
Er hatte recht! Es war nur die Angst vor der Angst! Mittlerweile nehme ich die AD's seit 4 Jahren!!

Rede mit Deinem Neurologen und schildere ihm von Deiner Angst!
Frag' ihn, ob er eventl. bereit wäre, Dir im Krankenhaus die Medis zu verabreichen (allerdings dürfte das in Deutschland schwierig sein, weil bei Euch ja die Gesundheitsreform das wahrscheinlich garnicht zulässst).
Wenn Du ihm vertraust und er Dir zu diesen AD's rät - dann entspanne Dich vor der Einnahme und trinke bloss keinen Alk.!!
Lenke Dich ab, telefoniere oder triff Dich mit Freuden, geh' ins Kino, geh' schwimmen!
Sportliche Bewegung schûttet Glückshormone aus!!!

Wenn Du unruhig wirst:
- BEWEGEN!!! (Stichwort: Glückshormone!)

Wenn das nicht hilft:
- geh duschen
- Versuche folgende Atemübung:
1-4-2 (Schnell einatmen, 4 Sekunden Atem anhalten, 2 Sekunden ausatmen).

Bei Panikkattacke: Zuckerwasser trinken!


****
Zum Alprazolam:
das ist eigentlich ein richtig gutes Benzo (hilft MIR jedenfalls so gut wie kein anderes).
Ob es bei Asthma nicht eingenommen werden darf, weiss ich nicht, aber das kannst Du Deinen Arzt, aber auch in jeder Apotheke erfragen!!

Melde Dich beim Neurologen - und wenn Du Dich vor seine Praxistür sitzt!

Und wenn alles nichts hilft und Du nicht mehr weiterweisst: entweder versuchst Du hier im Forum jemanden zum Quatschen zu finden oder Du gehst wirklich gleich in das nâchste Krankenhaus/ oder rufst Notarzt, etc.

Viele liebe Grüsse,
Margit

Und immer daran denken:
Du wirst nicht sterben - es geht immer wieder vorbei!

22.07.2008 10:24 • #43


Christina

Christina


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Zitat von Gauloise:
Nochmal zum Ausschleichen:
ich dachte, das geht NUR ganz, ganz langsam - wahrscheinlich auch unterschiedlich, je nach Halbwertzeit des Medikamentes.
Ich wusste nicht, dass es auch einenn stationären ruck-zuck-Entzug gibt? Wie verläuft denn sowas?
Der stationäre Entzug ist sogar eher die Regel. Dabei wird man meist von dem Benzo, das man nimmt, auf Diazepam umgestellt (dafür gibt es eine Umrechnungstabelle). Diazepam hat eine sehr lange Halbwertzeit, so dass der Gesamtspiegel langsamer sinkt. Außerdem ist es in flüssiger Form verfügbar, so dass man feiner dosieren und ggf. einen sog. verdeckten Entzug machen kann. Dieser Teil des Entzugs wäre ambulant aber auch so zu empfehlen, nur dann eben viel langsamer als stationär. Wie lange es stationär dauert, hängt natürlich von der Dosis ab. Du dürftest Dich im therapeutischen Niedrigdosisbereich bewegen, deshalb würde es wohl recht schnell gehen - u.U. zwei, drei Wochen. Grundsätzlich kann man den Entzug offen oder verdeckt machen. Offen bedeutet, dass Du weißt, wann das Benzo um wieviel reduziert wird und wann Du gar nichts mehr bekommst. Das hat den Nachteil, dass man mitunter auf Entzugserscheinungen wartet oder sie sich einredet. Beim verdeckten Entzug kommt das Diazepam in einen Fruchtsaft, den man bei der Medikamentenausgabe dann trinkt. In vielen Kliniken finden Alk. und Benzoentgiftungen auf einer Station statt, oft mit besonderen Ausgangs- und Kontaktregeln zumindest am Anfang. Und der Sinn eines stationären Entzugs liegt ganz einfach darin, dass bei schneller Dosisreduktion oder gar völligem Absetzen sowohl bei Alk. als auch bei Benzos Krampfanfälle auftreten können, und die müssen nicht ganz ungefährlich bleiben. Da werden stationär die körperlichen Entzugserscheinungen doch besser registriert, um ggf. frühzeitig gegensteuern zu können bzw. im Ernstfall sofort helfen zu können. Der Riesennachteil eines stationären Entzugs ist, dass Dein Problem, das überhaupt erst zur Abhängigkeit geführt hat, damit ja noch nicht gelöst ist, ja nicht einmal berührt wird in der kurzen Zeit. Du verlässt die Klinik mit einer Krücke weniger, ohne Alternativen dafür zu haben. Selbst wenn Du unmittelbar eine ambulante Therapie anschließen kannst, könnte das sehr schwierig werden. M.E. ist eine stationäre Entgiftung dann sinnvoll, wenn es sofort danach z.B. in eine psychosomatische Klinik gehen soll - zumal dort meist akut Abhängige gar nicht aufgenommen werden.

Zitat von Gauloise:
Was halt blöd' ist: wenn ich bis jetzt weniger Benzos genommen habe, dann kriege ich Autoaggressionen und Suizidgedanken. Vernunftmässig mache ich das nicht, aber es ist sehr schwer, diesen Zustand auszuhalten. Wenn ich die Benzos absetzen will, dann brauche ich VORHER entweder eine Psychotherapie oder - wie ich es mir ausgesucht habe - eine Hypnotherapie.
Vielleicht weniger vorher, begleitend aber auf alle Fälle. Die Autoaggressionen und Suizidgedanken können außerdem direkt mit der Reduktion der Benzos zusammenhängen und nicht unbedingt mit Deiner grundsätzlichen psychischen Verfassung. Daher muss es nicht so sein, dass Du durch Psychotherapie vorher irgendetwas an Entzugssymptomen vermeiden könntest. Aber es ist einfach wichtig, dass Du in der Zeit eine kompetente Begleitung hast, um mit diesen Zuständen dann umzugehen und um den möglichen Suchtdruck auszuhalten. Schrecklich, klingt nach Junkie... Trotzdem musst Du damit rechnen, nicht nur Deine Benzos zu brauchen, sondern auch ein gewisses Verlangen nach Alk. als Ersatz zu entwickeln. Übrigens mitunter auch noch lange nach dem rein körperlichen Entzug.

Zitat von Gauloise:
Wie kommt Ihr anderen von den Benzos los? Seid Ihr in Psychotherapie?
Heute kann ich sagen, dass ich eine bessere Ärztin habe, die mir Benzos nie und nimmer über einen längeren Zeitraum verschreiben würde. Vor 18 Jahren wurden sie mir von einer anderen Ärztin mal mit der Versicherung verschrieben, dass es moderne Anxiolytika seien, die überhaupt nicht abhängig machen... Was mich damals vor einer Abhängigkeit bewahrt hat, war das Lesen des BPZ und meine Angst. Da stand nämlich ausdrücklich etwas von "primärem Abhängigkeitspotential", deshalb habe ich sie nur sehr kurzfristig genommen. Und ja, damals habe ich sofort eine Psychotherapie begonnen.

Liebe Grüße
Christina

23.07.2008 20:20 • #44


Gauloise


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Liebe Christina,

ich danke Dir ganz, ganz herzlich für diese ausführliche Erklärung! Da kann ich nur noch mit den Ohren schlackern, was Du alles weisst - UND wie Du das vermitteln kannst

Weniger erfreulich ist, dass es so schwierig ist, von dem Zeug loszukommen! Und mein Psychiater macht sich überhaupt keine Gedanken darüber!

Zitat von Christina:
Die Autoaggressionen und Suizidgedanken können außerdem direkt mit der Reduktion der Benzos zusammenhängen ... Trotzdem musst Du damit rechnen, nicht nur Deine Benzos zu brauchen, sondern auch ein gewisses Verlangen nach Alk. als Ersatz zu entwickeln. Übrigens mitunter auch noch lange nach dem rein körperlichen Entzug.

Najaaaaa, ich bin schon ein "Suchtbolzen". Habe mir als Jugendliche Tranquilizer und solche Medis zum Betäuben besorgt! Und später habe ich verdammt viel Alk. getrunken - je nachdem, wie stark die Depressionen waren.....
Ich kann also unmöglich sagen, was jetzt Entzug und was "Krankheit" ist - aber ich sehe sehr wohl, dass es nicht einfach wird......

Herzlichen Dank und liebe Grüsse
Margit

25.07.2008 20:54 • #45


gedenkstört


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Hi ihr Angsthasen

Ich nehme seit bald einem Jahr Sertralin ein. Ich hab mit 200mg angefangen... Ich hab so heftige Schlafstörungen gehabt, dass ich bald wahnsinnig wurde, da ich nicht mehr schlafen konnte.

Ich hab dann lange gebraucht und vertrage sie jetzt sehr gut. Allerdings hab ich die Dosis wieder auf 50mg verringert, da ich einfach keine Tabletten nehmen will.

Tja, jetzt gings mir sooo schlecht, ich war übelst depressiv und dachte an alles. Außerdem musste ich ständig wieder Puls kontrollieren und auf meine Atmung achten. Jetzt nehme ich 150mg und wenn es nicht bald aufhört mit den Symptomen, dann muss ich hoffen, dass es mit 200mg geht! Wenn nicht, dann bin ich verloren oder so.

Insgesamt bin ich mit dem Medikament sehr zufrieden. Bis auf die Nebenwirkungen und die Eingewöhnungsphase...

11.08.2008 00:27 • #46


Lela


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Nehme auch Sertralin,habe die gleiche Nebenwirkung,nämlich Schlafstörungen.Meine Ärztin hat mir 100 mg verordnet,nehme jetzt auch nur mehr die Hälfte.Mal sehen wie es weitergeht,habe wieder so eine Horrornacht hinter mehr und dementsprechend geht es mir dann den ganzen Tag.lg Lela

11.08.2008 13:07 • #47


Tosh

Tosh


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20 mg Paroxat seit Oktober 2004. Ich meine, dass es meine Grübelei etwas eindämmt, in schlimmen Phasen hilft es aber kein Stück. Hatte ein paar Monate die doppelte Dosis genommen, nun aber wieder runtergefahren, weil ich nicht den Eindruck hatte, dass es großartig was ändert (außer das Brustkrebsrisiko um das 10fache zu steigern).

26.08.2008 22:27 • #48



Dr. med. Andreas Schöpf


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