Pfeil rechts
12

Hallo zusammen,
mittlerweile habe ich zwei stationäre Aufenthalte und einiges an Antidepressiva hinter mir, bin noch immer in der PIA in Behandlung und trotzdem geht es mir schlecht und ich bin verzweifelt und hoffnungslos. Den Glauben an Antidepressiva habe ich verloren, gibt es hier jemandem dem durch andere Medikamente geholfen würde? Es würde mir schon helfen wenn die Symptome ein bisschen gelindert würden. Lg

10.10.2020 13:12 • 07.11.2020 #1


28 Antworten ↓


Antidepressiva brauchen schon eine weile bis sie zu wirken. Das geht nicht von heute auf morgen.

10.10.2020 13:25 • #2



Was tun wenn Antidepressiva nicht helfen?

x 3


Zitat von Karl Hoffmeister:
Antidepressiva brauchen schon eine weile bis sie zu wirken. Das geht nicht von heute auf morgen.

Hallo Karl , das weiss ich natürlich aber nach so einigen Versuchen mit unterschiedlichen ADs über einen längeren Zeitraum verlässt mich die Hoffnung

10.10.2020 13:33 • #3


In welcher weise sollen sie denn bei dir wirken.

10.10.2020 13:38 • #4


Wambologie
Zitat von ilka29b:
Hallo zusammen, mittlerweile habe ich zwei stationäre Aufenthalte und einiges an Antidepressiva hinter mir, bin noch immer in der PIA in Behandlung und trotzdem geht es mir schlecht und ich bin verzweifelt und hoffnungslos. Den Glauben an Antidepressiva habe ich verloren, gibt es hier jemandem dem durch andere Medikamente geholfen würde? Es würde mir schon helfen wenn die Symptome ein bisschen gelindert würden. Lg


Hallo Ilka.

Bist du derzeit in einer Psychotherapie?

Prinzipiell gäbe es weitere Behandlungsmethoden.

Es gäbe noch Lithium, welches man in der Praxis dann einsetzt, wenn Antidepressiva versagt haben.

Eine Alternative wäre die Elektrokonvulsionstherapie, welche ich persönlich Lithium vorziehen würde aufgrund der Nebenwirkungen.

Die Elektrokonvulsionstherapie wird ca. 2 mal Pro Woche und insgesamt 6-8 mal durchführt, wobei das nur ein Richtwert ist. Manchen reichen auch nur wenige Sitzungen

Während einer Elektrokonvulsionstherapie, wirst du kurzzeitig in Narkose gelegt und es werden 2 Elektroden seitlich am Kopf befestigt. Während du schläfst wird dann gezielt Strom abgegeben. Der Strom wird ca 30 Sekunden gehalten und dann ist die Sitzung beendet und du wirst wieder aufgeweckt.

Der Strom funktioniert dabei als eine Art Reset-Knopf. Die Neurotransmitter werden dabei zurückgesetzt, sodass wieder alles im Gleichgewicht ist.

Diese Methode ist Nebenwirkungsarm. Du kannst nach der jeweiligen Sitzung wieder ganz normal nach Hause etc. Lediglich Erinnerungslücken können hierbei entstehen. Diese sind selten persistent, oft aber reversibel. Es kommt hierbei allerdings noch das Risiko bei der Narkose hinzu. Du solltest deshalb nicht schwer Herzkrank sein.

Die Elektrokonvulsionstherapie hilft bei einigen, teils auch schweren psychischen Erkrankungen wie z.B. Shizophrenie, schwere Depressionen und bei bipolaren Störungen.

Die Erfolgsaussichten betragen dabei über 90%.

An sonsten wüsste ich leider keine Therapien mehr, die dir helfen könnten. Vielleicht kannst du es ja mal bei einem Heilpraktiker versuchen, wenn dir Lithium und Elektrokonvulsionstherapie nicht zusagen.

Gruß

10.10.2020 13:49 • x 3 #5


Zitat von Karl Hoffmeister:
In welcher weise sollen sie denn bei dir wirken.

Ich hatte gehofft, daß sie mir ein wenig die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit nehmen würden, stimmungsaufhellend nennt man das wohl

10.10.2020 14:24 • #6


Wer auf seine Hoffnung baut, muss auch damit rechnen, dass er enttäuscht wird. Positives denken ist in der regel ein guter freund der einen nicht in Verzweiflung fallen lässt. Einige Sachen im Leben kann man mal nicht ändern und man muss sie akzeptieren und damit leben.

10.10.2020 14:39 • x 1 #7


Wambologie
Zitat von ilka29b:
Ich hatte gehofft, daß sie mir ein wenig die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit nehmen würden, stimmungsaufhellend nennt man das wohl


Stimmungsaufhellend wirken sie wohl, deine Probleme können sie nicht für dich in den Griff bekommen.

Ich nehme an, dass deine Depression nicht einfach ohne Grund erschienen ist. Den Grund solltest du anpacken, dann wird auch die Depression besser oder sie verschwindet.

Wenn sich der Grund für deine Depression nicht beheben lässt, musst Du dich ändern bzw. damit Leben lernen. Unter anderem dafür ist die Psychotherapie da.

Die Medikamente sollen eigentlich nur eine Unterstützung zur Überbrückung der ersten Zeit darstellen, auch wenn das oft anders gehandhabt wird seitens der Ärzte.

Gruß

10.10.2020 14:46 • x 1 #8


Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung entstehen sehr schnell, wenn man sich anderen Menschen annimmt und keine eigene Meinung hat. Kein Mensch ist so wie er selbst und das denken schon gar nicht. Denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

10.10.2020 14:58 • #9


Orangia
Zitat von Wambologie:
Stimmungsaufhellend wirken sie wohl, deine Probleme können sie nicht für dich in den Griff bekommen.Ich nehme an, dass deine Depression nicht einfach ohne Grund erschienen ist. Den Grund solltest du anpacken, dann wird auch die Depression besser oder sie verschwindet.Wenn sich der Grund für deine Depression nicht beheben lässt, musst Du dich ändern bzw. damit Leben lernen. Unter anderem dafür ist die Psychotherapie da.Die Medikamente sollen eigentlich nur eine Unterstützung zur Überbrückung der ersten Zeit darstellen, auch wenn das oft anders gehandhabt wird seitens der Ärzte. Gruß

Und warum empfiehlst du ihr dann die Elektrokonvulsionstherapie ?
Das ist nun wirklich der allerletzte Versuch.
Mir (bipolare Störung) wurde die EKT auch empfohlen, nur gab es keine Klinik in näherer Umgebung, die das angeboten hat, oder es eben inzwischen nicht mehr macht. Bin froh, dass ich das nicht gemacht habe, war ohnehin sehr skeptisch.

10.10.2020 15:37 • #10


AntiAD
Die Elektoschocktherapie ist wirklich wieder im Kommen. Für mich wäre das nichts, aber muss jeder für sich selbst beurteilen.

Alternativen zu pp wären zb eine Ernährungsumstellung, eine Therapie, Achtsamkeitsübungen oder sich verlieben bzw neu in den Partner verlieben.

10.10.2020 17:30 • #11


Wambologie
Zitat von Orangia:
Und warum empfiehlst du ihr dann die Elektrokonvulsionstherapie ?Das ist nun wirklich der allerletzte Versuch.Mir (bipolare Störung) wurde die EKT auch empfohlen, nur gab es keine Klinik in näherer Umgebung, die das angeboten hat, oder es eben inzwischen nicht mehr macht. Bin froh, dass ich das nicht gemacht habe, war ohnehin sehr skeptisch.


Hi Orangia.

Es ist so, dass Ilka geschrieben hat, dass sie bereits 2 Aufenthalte in einer Klinik hatte und bereits einige Medikamente ausprobiert hat.

Sie wollte wissen, was es sonst noch für Alternative Möglichkeiten gibt. Sie möchte also wissen, was nicht als konventionelle Therapie angeboten wird, weil sie das ja bereits ausgeschöpft hat. So habe ich das aus dem Kontext gelesen und deshalb auch EKT und Lithium empfohlen, welche so oder so in ihrer aktuellen Situation der nächste Schritt gewesen wären.

Ich kann auch verstehen, wie sich das anhört mit den Elektroschocks. Zum einen bekommt man davon aber nichts mit und zum anderen gibt der Erfolg der Therapie den Ärzten recht, die das täglich anwenden.

Desweiteren kommt hinzu, dass sie dann gar keine Medikamente mehr nehmen muss und die Depression erstmal weg ist. Sie kann sich dann also in Ruhe nebenbei in Psychotherapie begeben um das Grundproblem zu beheben.

Das wäre meiner Meinung nach eine optimale Lösung, für ein Problem, welches nunmal bisher nicht gelöst werden konnte.

Letztendlich ist es ihre Entscheidung und ich gebe ihr nur das nötige mit auf den Weg, damit sie für dich die richtige Entscheidung treffen kann in Absprache mit ihren Ärzten.

Gruß

10.10.2020 18:57 • x 1 #12


Liebe liebe Ilka,
das Gefühl der Verzweiflung und Aussichtslosigkeit ist erst einmal eine typische Reaktion auf die seelische, sehr anstrengende Krise. In dieser Zeit ist es wichtig, dass Du trotzdem daran glaubst, dass Du ein ganz normaler Mensch (am liebsten würde ich schreiben: ein Menschenkind oder Menschenwesen) bist und ganz fest daran glaubst, dass Du auch wieder glücklich werden kannst und auch wieder glücklich werden wirst. Ich kenne Deine Diagnose nicht und die Therapien und Medikamente, die du bekommen hast und von denen Du glaubst, dass sie Dir nicht helfen. Bei jedem Menschen wirken sie anders, denn jede/r ist anders. In jeder/m liegt Kraft und genau betrachtet sind sogar Depressionen Ausdruck großer Lebenskraft. Sie ist nur leider gegen einen selbst gerichtet statt nach außen in die Welt (am liebsten würden ich schreiben: in die schöne Welt). Wenn Du fest daran glaubst, dass Du langsam wieder fröhlicher, selbstsicherer, leichter und stabiler wirst, wird es auch so kommen. Nicht sofort, es geht langsam. Dabei können Foren wie dieses helfen, Gespräche mit anderen, Therapiegespräche, auch Bewegung und Sport, Musik (Musik kann sehr heilsam und wohltuend wirken, nicht Rammstein oder Techno aber gute Musik mit Seele und Gefühl, die zu Dir passt und die Dir gefällt), auch kreative Tätigkeiten helfen auf diesem Weg, zum Beispiel Tagebuchschreiben, Zeichnen, Stricken, Modellieren, einfach alles. Was meiner Erfahrung nach nicht hilft, sogar schadet, ist das Verharren in einer Art Starre, Rückzug und Gedanken wie: keiner hilft mir, keiner versteht mich, allen anderen geht es gut, mir nicht, alle haben Glück, ich nicht, alle gehen leicht durchs Leben, ich krieche mit letzter Kraft von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde. Das darfst Du nicht zulassen. Du musst Dich bewegen. Hilfen von außen, dazu gehören Therapien und Medikamente, können Dich dabei unterstützen. Die Chefin in Deinem Leben bist Du und indem Du an Dich glaubst (auch wenn es zunächst kaum zu glauben ist) kommst Du langsam wieder aus dem dunklen Tal ...
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig Verständnis geben und etwas Mut machen, ich habe es selber erlebt und weiß, wie schwer es ist.
Mitfühlende Grüße von mir

10.10.2020 21:51 • x 1 #13


Zitat von Fauda:
Liebe liebe Ilka,das Gefühl der Verzweiflung und Aussichtslosigkeit ist erst einmal eine typische Reaktion auf die seelische, sehr anstrengende Krise. In dieser Zeit ist es wichtig, dass Du trotzdem daran glaubst, dass Du ein ganz normaler Mensch (am liebsten würde ich schreiben: ein Menschenkind oder Menschenwesen) bist und ganz fest daran glaubst, dass Du auch wieder glücklich werden kannst und auch wieder glücklich werden wirst. Ich kenne Deine Diagnose nicht und die Therapien und Medikamente, die du bekommen hast und von denen Du glaubst, dass sie Dir nicht helfen. Bei jedem Menschen wirken sie ...

Liebe Fauda, vielen,vielen Dank für deine liebe und so wichtige Antwort.
Ich fühlte mich sehr ertappt, denn genau so negativ denke ich leider im Moment, jeder deiner negativen Gedankensätze konnte von mir stammen. Ich fühle mich so, als hätte ich nach all der Zeit keine Kraft mehr , mit positiven Gedanken dagegen zu steuern bzw. mich aufzuraffen und etwas schönes zu Unternehmen, da mir im Moment auch nichts Freude bereitet. Am liebsten würde ich mich zusammenrollen und einfach liegen bleiben.
Liebe Grüße
Ilka

11.10.2020 09:50 • #14


Also ganz ehrlich, diese ganzen "man muss das eben akzeptieren / wer hofft, kann auch enttäuscht werden" - Phrasen finde ich nicht sonderlich ermutigend!

Wie genau würest du denn deinen Alltag beschreiben? Ist es einfach, dass du grundlos niederschmetternde Gedanken hast, einen Stein im Magen, nicht hochkommst, Weindrang, fühlst du dich komplette leer etc.?

Bei mir hat es auch länger gedauert, die richtige Medikation zzu finden, das Ganze ist halt eine sehr mühsame trial-and-error-Sache. Ich hab jetzt natürlich keine Ahnung, was du schon alles genommen hast.

Wichtig ist, dass du einen guten Psychiater hast, der das mit dir durchsteht, bis die richtig Dosis und Medikation gefunden wurde. Zusätzlich Psychotherapie hilft auch -

Hat dein Arzt z.B. versucht, AD mit einer kleinen Dosis Neuroleptikum zu kombinieren? Ich hab super auf Velnafaxin mit einer Prise Seroquel angesprochen! Venla stimuliert und nimmt diese Hoffnungslosigkeit, Seroquel hat dieses namenlose Unbehagen weggenommen.

Sprcih auf alle Fälle nochmal mit deinem Arzt!

12.10.2020 11:08 • x 1 #15


Zitat von Johnny83:
Also ganz ehrlich, diese ganzen "man muss das eben akzeptieren / wer hofft, kann auch enttäuscht werden" - Phrasen finde ich nicht sonderlich ermutigend!Wie genau würest du denn deinen Alltag beschreiben? Ist es einfach, dass du grundlos niederschmetternde Gedanken hast, einen Stein im Magen, nicht hochkommst, Weindrang, fühlst du dich komplette leer etc.?Bei mir hat es auch länger gedauert, die richtige Medikation zzu finden, das Ganze ist halt eine sehr mühsame trial-and-error-Sache. Ich hab jetzt natürlich keine Ahnung, was du schon alles genommen hast. Wichtig ist, dass du einen guten Psychiater hast, der das mit dir durchsteht, bis die richtig Dosis und Medikation gefunden wurde. Zusätzlich Psychotherapie hilft auch - Hat dein Arzt z.B. versucht, AD mit einer kleinen Dosis Neuroleptikum zu kombinieren? Ich hab super auf Velnafaxin mit einer Prise Seroquel angesprochen! Venla stimuliert und nimmt diese Hoffnungslosigkeit, Seroquel hat dieses namenlose Unbehagen weggenommen. Sprcih auf alle Fälle nochmal mit deinem Arzt!

Hallo Johnny, ja, ich fühle mich leer, weine viel und bin verzweifelt. Ich nehme auch Venlafaxin, bei 150 ist bei mir der Blutdruck so hoch gegangen, dass ich wieder runter musste auf 112,50. Seroquel nehme ich manchmal zum Einschlafen, da hauen mich 25 mg schon total um. Außerdem hatte ich schon Citalopram und Sertralin, alles ohne Besserung. Zur Therapie gehe ich auch weiterhin.

12.10.2020 14:14 • #16


Moi, du Arme! Ja, das kenne ich gut, einfach schrecklich! Erstmal fühl dich umarmt. Und als zweites, es gibt so viele verschiedene ADs, also ich schätze, du bist noch lang nicht "austherapiert".
Hast du einen Psychiater, der sich Zeit nimmt für dich, und der dich vor allem e r n s t nimmt? Wie lange leidest du generell schon an deinen Depris, sind die jetzt relativ neu aufgetreten?
Meiner sagt immer, die Wirkungsweise der ADs ist, so blöd das klingen mag, nicht restlos erforscht. bei den einen wirkt das eine Zeug, bei anderen wieder was anderes. Auch kommt vor, dass es einem grad in der ersten Zeit paradoxerweise schlechter geht als vorher.

Du bist doch noch jung! Jetzt nicht aufgeben, einfach dranbleiben, und irgendeine Therapie wird dann Linderung bringen! Kommt vielleicht eine Reha in frage? Auf der Psychosomatik? Da habe ich von Leuten, die seinerzeit mit mir gemeinsam in der Klink waren, und die ADs in einer Hammerdosis nehmen mussten, nur das allerbeste gehört!

12.10.2020 17:39 • #17


Zitat von Johnny83:
. Und als zweites, es gibt so viele verschiedene ADs, also ich schätze, du bist noch lang nicht "austherapiert".

Hallo Johnny, war gestern bei der Psychiaterin, jetzt wird Venlafaxin ausgeschlichen und nächste Woche mit Duloxetin gestartet. Ich wünsche mir so sehr, dass es was bringt. LG

15.10.2020 14:47 • #18


Ah, habs grad gegoogelt, das ist ja auch ein Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, das klingt ja fein. Ich drücke dir alle Daumen ganz fest, dass diesmal "dein" Wirkstoff gefunden wurde! Lass mal hören, wie es dir geht damit, ja? Hug, Johanna

15.10.2020 14:56 • x 1 #19


Hallo Ilka,
wie geht es dir denn mittlerweile? Wie schaut es aus mit den neuen Medis, ich hoffe sehr, dass diese eine Wirkung zeigen, und es dir besser geht! Der ganze Corona-Mist um uns herum macht den Alltag natürlich auch nicht leichter, gell...

07.11.2020 12:08 • #20



x 4


Pfeil rechts


Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. med. Andreas Schöpf