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Hallo liebe Community,

wahrscheinlich komme ich nun mit einem der Top-Themen hier an und der Eine oder andere schlägt die Hände vor dem Kopf zusammen .

Da ich seit Beginn der Corona Krise vermehrt unter Angstzuständen (teilweise dauerhaft und heftig), Panikattacken, Angst vor Krankheiten (v.a. vor Psychosen o.ä.) zu tun habe, habe ich mich vor 3 Wochen dazu breitschlagen lassen endlich mal eine Antidepressiva zu nehmen. Habe mich 6 Jahre erfolgreich dagegen gewehrt und bin aber unter der aktuellen Situation zusammengebrochen und habe dann von meinem Neurologen das Medikament Escitalopram verschrieben bekommen.

Die Einnahme erfolgte vor genau 23 Tagen in Tropfenform:

1-2 Tag: 1 Tropfen = kaum Nebenwirkungen bzw. nur leicht eingebildete glaube ich
3. Tag: 2 Tropfen - Durchfall
4. Tag: 3 Tropfen - verstärkter Durchfall, leichte Übelkeit bei leerem Magen
5. Tag: 4 Tropfen - gleiche Symptome wie an Tag 4
6. Tag: 5 Tropfen - starke Angstzustände, starker Durchfall, Übelkeit
6-8. Tag: 5 Tropfen - Angstzustände am Morgen schlimm, gegen Nachmittag/Abend Besserung
8-12. Tag: 6 Tropfen - starke Übelkeit, Panikattacken, starker Durchfall (die ersten 2 Tage), danach Besserung der Angst- und Panik. Durchfall blieb
12.-17. Tag: 7 Tropfen - morgendlicher Durchfall, relativ angstfrei, wieder mehr ich selber, keine Panikattacken, guter Schlaf, weniger Zwangsgedanken
17-19. Tag: 8 Tropfen - außer Durchfall keine Nebenwirkungen mehr
20-22 Tag: 9 Tropfen - Horrortrip! Starke Übelkeit mit Brechreiz, verwirrt, Schwindel, Blutdruckschwankungen, Angstzustände. ironischerweise war der Durchfall aber weg
23. Tag: runter auf 8 Tropfen. bisher kein Durchfall, nur leichte Angstzustände, leichtes zittern

Woher kommt denn diese plötzliche Veränderung? Ich hatte mich auf den 7 Tropfen so wohl gefühlt und sogar wieder mehr raus gewagt, konnte normal arbeiten aus dem HomeOffice, hatte wieder positive Impulse und Gedanken an die Zukunft und wegen einem Tropfen kippt das dann alles? Eigentlich soll ich hoch auf 10 Tropfen.
Und eigentlich dachte ich die Nebenwirkungen sind vor allem in der Anfangszeit am schlimmsten. Wieso haut mich dann nur ein Tropfen mehr so um? Also nur psychosomatisch kann das ja glaube ich nicht sein - vor allem weil es mir ja eigentlich ganz gut ging unter den 7 Tropfen.

Habe heute Mittag zwar einen Termin beim Neurologen - aber habe wahnsinnige Angst davor, dass der bisherige Kampf des einschleichens nun umsonst war und ich das Medikament absetzen muss .

Kann es sein, dass 7 mg einfach meine Wohlfühldosis ist und/oder kommt es auch häufig vor, dass das Medikament dann urplötzlich nach 3 Wochen umschlägt ins Gegenteil .
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht?

Liebe Grüße,
Cinnamon

08.07.2020 10:12 • 17.07.2020 #1


16 Antworten ↓


Änäynis
Mahlzeit,
Ich kann mir gut vorstellen dass diese 7 tropfen genau auf dich angepasst wären und alles drüber zu viel ist, da es dir nicht hilft und sich anderweitig bemerkbar macht.
Antidepressiva brauchen eine weile bis sie einen gewissen spiegel im blut aufgebaut haben.
Bei Neuroleptika (Psychosemedi) tastet man sich so lange an die dosis an bis man das gewünschte wirkspektrum erreicht hat.

08.07.2020 11:04 • x 1 #2



Probleme mit Antidepressiva oder nur Einbildung

x 3


Isabel1990
Hallo.
Ich nehme jetzt seit Dienstag früh 5mg escitalopram wegen meiner Angst.
Ich weiß nicht warum aber ich hab bissl Angst vor dieser Tablette.
Auf jeden Fall habe ich jetzt mit Übelkeit und Schwindel zu kämpfen.
Kann das am Anfang kommen?

16.07.2020 15:53 • #3


Ja das kommt hâufig am Anfang vor, normalerweise geht es mit der Zeit wieder weg. Liebe Grüße

16.07.2020 15:57 • x 1 #4


Ina2509
Zitat von Isabel1990:
Hallo. Ich nehme jetzt seit Dienstag früh 5mg escitalopram wegen meiner Angst.Ich weiß nicht warum aber ich hab bissl Angst vor dieser Tablette.Auf jeden Fall habe ich jetzt mit Übelkeit und Schwindel zu kämpfen.Kann das am Anfang kommen?



Ja das ist ganz normal, ich hatte am Anfang alle Nebenwirkungen mitgenommen aber nach 6-8 Wochen ist alles verstanden.

16.07.2020 15:58 • x 2 #5


Hallo,

also mittlerweile war ich beim Arzt und er hatte gemeint, dass ich auf jeden Fall auf die 10 mg hoch soll. Hänge jetzt seit 5 Tagen wieder auf den 9 Tropfen. Habe heute seit langem mal wieder ohne Angst das Haus verlassen weiter weg (3 KM) und war entspannt einkaufen (vor 5 Wochen absolut undenkbar). Auch mein Umfeld merkt eindeutige positive Veränderungen und auch mein Therapeut (der eigentlich kein Freund von ADs bei Angsterkrankungen ist) merkt eine positive Veränderung.... muss wohl nur noch bei mir ankommen.

@isabel1990
Also Schwindel und Übelkeit kann von dem Escitalopram kommen. Ich hatte das auch extrem am Anfang und ich bin ja ziemlich soft mit den Tropfen eingestiegen- also habe ja nur mit einem Tropfen angefangen.
Was macht dir denn ganz besonders Angst an der Tablette?
Vielleicht kann ich dir als absoluter Angsthase, Hypochonder und Emetophobie-Kranke etwas die Angst nehmen . Habs ja auch bis jetzt geschafft.

16.07.2020 16:03 • #6


Isabel1990
Zitat von Cinnemon:
Hallo,also mittlerweile war ich beim Arzt und er hatte gemeint, dass ich auf jeden Fall auf die 10 mg hoch soll. Hänge jetzt seit 5 Tagen wieder auf den 9 Tropfen. Habe heute seit langem mal wieder ohne Angst das Haus verlassen weiter weg (3 KM) und war entspannt einkaufen (vor 5 Wochen absolut undenkbar). Auch mein Umfeld merkt eindeutige positive Veränderungen und auch mein Therapeut (der eigentlich kein Freund von ADs bei Angsterkrankungen ist) merkt eine positive Veränderung.... muss wohl nur noch bei mir ankommen. @isabel1990 Also Schwindel und Übelkeit kann von dem Escitalopram kommen. Ich hatte das auch extrem am Anfang und ich bin ja ziemlich soft mit den Tropfen eingestiegen- also habe ja nur mit einem Tropfen angefangen. Was macht dir denn ganz besonders Angst an der Tablette? Vielleicht kann ich dir als absoluter Angsthase, Hypochonder und Emetophobie-Kranke etwas die Angst nehmen . Habs ja auch bis jetzt geschafft.


Naja, ich habe Angst vor den ganzen Nebenwirkung. Die Ärztin meinte aber das sie sehr verträglich sind.
Ich bin ein sehr ängstlicher Typ was Tabletten angeht, gerade wenn sie neu sind. Weil ich ja nicht weiß wie mein Körper drauf reagiert.
Bist du mittlerweile zufrieden damit? Ich möchte einfach nur wieder normal Leben und hoffe das die Tabletten mir helfen und meine Angst besser wird.
Wie lange dauert es bis sie hilft?

Danke für eure Nachrichten.

16.07.2020 18:07 • x 1 #7


Jante
Escitalompram,

das nehme ich seit einigen Wochen. Aber Nebenwirkungen hatte ich kaum. Mit täglich 5 mg auch eher unwahrscheinlich. Vielleicht ein schnellerer Herzschlag, aber dass kann ich nicht mal mit Gewissheit sagen, weil ich den eh öfter hatte wegen meiner Angststörung. Also es müssen nicht zwangsläufig Nebenwirkungen auftreten.

Aber eine spürbare Besserung ist auch nicht eingetreten bisher.

16.07.2020 18:25 • #8


Zitat von Isabel1990:
Naja, ich habe Angst vor den ganzen Nebenwirkung. Die Ärztin meinte aber das sie sehr verträglich sind.Ich bin ein sehr ängstlicher Typ was Tabletten angeht, gerade wenn sie neu sind. Weil ich ja nicht weiß wie mein Körper drauf reagiert. Bist du mittlerweile zufrieden damit? Ich möchte einfach nur wieder normal Leben und hoffe das die Tabletten mir helfen und meine Angst besser wird. Wie lange dauert es bis sie hilft?Danke für eure Nachrichten.



Also die Angst kann ich komplett nachvollziehen. Ich habe mich jahrelang gegen antidepressiva gewehrt, mit Händen und Füßen.... ich habe sogar eine stationäre Behandlung vor 2 Jahren abgebrochen deswegen (weil die mir Medikamente geben wollten)... ich habe Antidepressiva verflucht. Als Corona dann kam wurden meine Ängste so schlimm, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte, ich war isoliert im HomeOffice, hatte viel Zeit zum grübeln usw.... da ich u.a. an Emetophobie leide (Angst vor dem Erbrechen), kam es eigentlich bis Corona niemals für mich in Frage ein Medikament zu nehmen welches ausgerechnet noch Übelkeit hervorruft.
Zuerst ließ ich mich mit Engelszunge vom Neurologen für Opipramol überreden. Der Schuss ging nach hinten los, fühlte mich 2 Wochen wie benebelt, betrunken und einfach abwesend, die Ängste wurden dadurch noch schlimmer.... und dann nach 1,5 Stunden weinen und heulen dann ließ ich mich auf Escitalopram ein. Es gab ja auch keinen anderen Ausweg mehr. Ich konnte nichtmal mehr alleine Zuhause sein .....
Und dann begann ich mit den Tropfen (s. Oben im Text)..... ganz langsam und trotz der mega, mega einschleichenden Dosis erwischte es mich volle Kanne:
- Übelkeit (ohne Erbrechen)
- starker Durchfall
- Schwindel
- Zunahme der Angst und Panik - richtig heftig! Aber DAS IST NORMAL! Also auch wenn das kommt - das geht vorbei! Ich hatte mich zum Glück darüber informiert und als es tatsächlich schlimmer wurde und ich nicht mehr still sitzen konnte vor lauter Angst und übelste Panikattacken hatte wusste ich (das muss jetzt so sein, das Medikament wirkt)....

Ob das Medikament wirkt oder nicht kann ich dir nicht zu 100% sagen... aber ich hatte seit 2 Wochen keine übele Panikattacke mehr, ich überwinde meine Angst mehr, ich halte sie besser aus und kann negative Gedanken schneller beiseite legen. Das ist mein Fazit nach 5 Wochen und mittlerweile 9 Tropfen.
Mein Neurologe, mein Umfeld und mein Therapeut sind damit äußerst zufrieden! Denn ich bin noch nicht bei 10 mg angekommen... und somit würde ich sagen: es hilft auf jeden Fall. Aber bei Angsterkrankungen ist das Medikament ja nur ein kleines Puzzle vom großen Ganzen. Das Medikament hilft ja im besten Fall auch nur die Angst zu dämmen... die Hauptarbeit fängt im Kopf an. Ich mache eine Therapie, bin auf der Warteliste für eine Klinik und ich lese derzeit unglaublich viele Bücher zu dem Thema und das alles in Kombination mit dem Medikament hilft dann glaube ich schon.

Escitalopram gehört tatsächlich zu den gut verträglichen Medikamenten - ich kenne viele wo es nehmen, Nebenwirkungen sind vor allem die ersten 3-6 Wochen da und flauen dann ab. In dieser Zeit heißt es durchhalten und ich kann dir wirklich sagen, die Nebenwirkungen hören auf. Und ich bin wirklich ein absoluter Ober-Angsthase.

16.07.2020 18:27 • x 1 #9


Isabel1990
Zitat von Cinnemon:
Also die Angst kann ich komplett nachvollziehen. Ich habe mich jahrelang gegen antidepressiva gewehrt, mit Händen und Füßen.... ich habe sogar eine stationäre Behandlung vor 2 Jahren abgebrochen deswegen (weil die mir Medikamente geben wollten)... ich habe Antidepressiva verflucht. Als Corona dann kam wurden meine Ängste so schlimm, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte, ich war isoliert im HomeOffice, hatte viel Zeit zum grübeln usw.... da ich u.a. an Emetophobie leide (Angst vor dem Erbrechen), kam es eigentlich bis Corona niemals für mich in Frage ein Medikament zu nehmen welches ausgerechnet noch Übelkeit hervorruft. Zuerst ließ ich mich mit Engelszunge vom Neurologen für Opipramol überreden. Der Schuss ging nach hinten los, fühlte mich 2 Wochen wie benebelt, betrunken und einfach abwesend, die Ängste wurden dadurch noch schlimmer.... und dann nach 1,5 Stunden weinen und heulen dann ließ ich mich auf Escitalopram ein. Es gab ja auch keinen anderen Ausweg mehr. Ich konnte nichtmal mehr alleine Zuhause sein ..... Und dann begann ich mit den Tropfen (s. Oben im Text)..... ganz langsam und trotz der mega, mega einschleichenden Dosis erwischte es mich volle Kanne: - Übelkeit (ohne Erbrechen) - starker Durchfall - Schwindel - Zunahme der Angst und Panik - richtig heftig! Aber DAS IST NORMAL! Also auch wenn das kommt - das geht vorbei! Ich hatte mich zum Glück darüber informiert und als es tatsächlich schlimmer wurde und ich nicht mehr still sitzen konnte vor lauter Angst und übelste Panikattacken hatte wusste ich (das muss jetzt so sein, das Medikament wirkt).... Ob das Medikament wirkt oder nicht kann ich dir nicht zu 100% sagen... aber ich hatte seit 2 Wochen keine übele Panikattacke mehr, ich überwinde meine Angst mehr, ich halte sie besser aus und kann negative Gedanken schneller beiseite legen. Das ist mein Fazit nach 5 Wochen und mittlerweile 9 Tropfen. Mein Neurologe, mein Umfeld und mein Therapeut sind damit äußerst zufrieden! Denn ich bin noch nicht bei 10 mg angekommen... und somit würde ich sagen: es hilft auf jeden Fall. Aber bei Angsterkrankungen ist das Medikament ja nur ein kleines Puzzle vom großen Ganzen. Das Medikament hilft ja im besten Fall auch nur die Angst zu dämmen... die Hauptarbeit fängt im Kopf an. Ich mache eine Therapie, bin auf der Warteliste für eine Klinik und ich lese derzeit unglaublich viele Bücher zu dem Thema und das alles in Kombination mit dem Medikament hilft dann glaube ich schon. Escitalopram gehört tatsächlich zu den gut verträglichen Medikamenten - ich kenne viele wo es nehmen, Nebenwirkungen sind vor allem die ersten 3-6 Wochen da und flauen dann ab. In dieser Zeit heißt es durchhalten und ich kann dir wirklich sagen, die Nebenwirkungen hören auf. Und ich bin wirklich ein absoluter Ober-Angsthase.


Ich bin zu meiner Ärztin und habe gesagt das ich so nicht mehr kann. Ich möchte die Angst einfach besiegen und somit hat die mir das Medikament verschrieben.
Eine Therapie habe ich auch gemacht, bzw mache ich noch. War nur schon länger nicht mehr da, weil es mir null hilft, außer das ich nach Arbeit noch mehr Stress habe..

Ich soll jetzt 4 Wochen lang die 5mg nehmen und danach auf 10 erhöhen und dann mal sehen wie es wird.
Mich machen nur diese Nebenwirkung verrückt, weil ich eh schon vor allem Angst habe und gerade Schwindel ist die Katastrophe und ich bekomme Panik, gerade beim Auto fahren.

Ich danke dir sehr das du mir das so schön erklärt hast.
Somit weiß ich das ich nicht alleine mit dieser Angst bin

16.07.2020 20:13 • #10


Isabel1990
Hallo @Cinnemon
Ich hatte heute die 2 schlimmsten Panikattacken meines Lebens..
Und das während der Autofahrt, musste anhalten.
Jetzt fühle ich mich immer noch komisch und sehr schwach.
Kommt also auch von der Tablette? Liebe Grüße

17.07.2020 16:43 • #11


@isabel1990

Alles gut! Tief durchatmen.
Also es kommt nicht nur von der Tablette. Alles kommt von der Angsterkrankung ABER die Symptome davon werden am Anfang durch Escitalopram manchmal verstärkt - so war es bei mir auch! Hatte noch nie so schlimme Zustände wie am Anfang der Einnahme.
Jede Panikattacke ist auch für den Körper eine Höchstleistung - als wärst du einen Marathon gelaufen.... daher kommt jetzt die Müdigkeit.

Es ist normal, dass die Angst am Anfang zunimmt. Und da du ja eh Angst vor der Einnahme hast, wird fas alles noch verstärkt,..

Also wir halten fest:
1. Angsterkrankung
2. Escitalopram (Erstverschlechterung NORMAL)
3. Angst vor der Einnahme

Ergibt: heftige Panikattacken!

17.07.2020 17:08 • #12


Isabel1990
Zitat von Cinnemon:
@isabel1990 Alles gut! Tief durchatmen. Also es kommt nicht nur von der Tablette. Alles kommt von der Angsterkrankung ABER die Symptome davon werden am Anfang durch Escitalopram manchmal verstärkt - so war es bei mir auch! Hatte noch nie so schlimme Zustände wie am Anfang der Einnahme. Jede Panikattacke ist auch für den Körper eine Höchstleistung - als wärst du einen Marathon gelaufen.... daher kommt jetzt die Müdigkeit. Es ist normal, dass die Angst am Anfang zunimmt. Und da du ja eh Angst vor der Einnahme hast, wird fas alles noch verstärkt,.. Also wir halten fest: 1. Angsterkrankung 2. Escitalopram (Erstverschlechterung NORMAL) 3. Angst vor der EinnahmeErgibt: heftige Panikattacken!


Ich hatte es noch nie so schlimm wie heute.
Und ich konnte einige Attacken durch das Atmen wieder weg bekommen, sonst wären es sicher noch mehr gewesen.

Bin froh das jetzt Wochenende ist und ich bissl Pause hab.

Also kann es passieren das ich jetzt die nächsten Tage auch PA bekomme?
Ich versuche natürlich mich abzulenken und nicht dran zu denken.

Mir macht das alles bissl Angst und ich fühle mich unwohl. Hoffe das vergeht wieder.

17.07.2020 17:25 • #13


Zitat von Isabel1990:
Ich hatte es noch nie so schlimm wie heute.Und ich konnte einige Attacken durch das Atmen wieder weg bekommen, sonst wären es sicher noch mehr gewesen.Bin froh das jetzt Wochenende ist und ich bissl Pause hab.Also kann es passieren das ich jetzt die nächsten Tage auch PA bekomme? Ich versuche natürlich mich abzulenken und nicht dran zu denken.Mir macht das alles bissl Angst und ich fühle mich unwohl. Hoffe das vergeht wieder.


Was PAs angeht bin ich ebenfalls sehr geübt, allerdings hatte ich genauso wie du (ich glaube es war am 5 oder 6 Tag bei 5 oder 6 Tropfen) an einem Tag eine solch heftige Panikattacke im Laden, alles drehte sich, mir wurde schwarz vor Augen, mir war übel bis zum Himmel.... es war die schlimmste PA meines Lebens. Ich zitterte und sogar meine Lippen waren taub, mein Kiefer verspannt, ich konnte nicht mal mehr trinken.... Zuhause habe ich dann geweint und wollte ins Krankenhaus.... bin wie eine Käfer auf dem Rücken gelegen und habe nach meiner Mama gerufen (ich bin 30!) und tatsächlich musste meine Mama sich dann um mich kümmern wie um ein Kleinkind.
Also JA es kann tatsächlich (und es wird wahrscheinlich) von der Escitalopram kommen UND das hat auch einen Hintergrund:
Ich bin wirklich kein Experte auf dem Gebiet aber versuche es mal Laienhaft zu erklären....
Das Serotonin im Körper soll ja nicht wieder so schnell verarbeitet werden (wie es zB bei Depressionen und anderen psychischen Störungen eben leider passiert), das Escitalopram verstopft dann sozusagen den Ausgang und gibt das Serotonin zurück - damit es weiter verarbeitet wird und länger im Körper bleibt..... sooooo jetzt am Anfang signalisiert das Escitalopram dem Körper und dem Serotonin aber aber: Hey... wir haben genug Serotonin - wir können runterfahren.... UND d.h. jetzt wird noch weniger Serotonin produziert, der Ausgang ist noch lange nicht durch das Escitalopram verstopft (das dauert ja Wochen und Monate).... und da hat man den Salat.... es wird noch weniger Serotonin produziert (obwohl man ja eh mehr bräuchte) und es wird noch genauso schnell verstoffwechselt wie davor... daraus resultiert:
Es geht einem noch schlechter wie davor! Dieser Effekt ist allerdings (leider) normal...es trifft nicht jeden - aber gerade Angsthasen wie wir - die ja eh nur darauf warten das a) etwas schlimmes passiert an Nebenwirkungen und b) endlich sofort angstfrei sein wollen .... wir leiden darunter extrem. Deswegen bekommen Panik- und Angstpatienten auch am Anfang nur die kleine Dosis von 5 mg- genau wegen dem Effekt.

Also - lass es dir nächsten Tage ganz ruhig angehen, versuche vielleicht Eck abzuspannen draußen im Garten auf dem Balkon oder in der Natur, mach dir keine Termine und keinen Druck und wenn du eben mal Zuhause bleibst, dann ist es so... das ändert sich.

Ich war heute auch wieder einkaufen ALLEINE ohne Angst.
Die erstverschlimmerung hat bei mir nach ca. 1,5 Wochen aufgehört. Aber ich habe nach dem einen schlimmen Tag auch nix mehr groß gemacht und nur entspannt und viel TV geschaut, lag viel in der Sonne, Hörbücher, Bücher gelesen... usw.

17.07.2020 17:37 • x 1 #14


Angor
Ich nehme seit 2 Jahren wegen meiner Angsstörung Escitalopram 10 mg und komme gut zurecht.

17.07.2020 17:44 • x 2 #15


Hallo. Nehme zur zeit sertralin. Hab aber das gefühl, dass die gar nicht wirken bzw. Mehr Nebenwirkungen hervorrufen. Irgendwie pusht das Medikament die Ängste.

17.07.2020 17:56 • #16


Isabel1990
Zitat von Cinnemon:
Was PAs angeht bin ich ebenfalls sehr geübt, allerdings hatte ich genauso wie du (ich glaube es war am 5 oder 6 Tag bei 5 oder 6 Tropfen) an einem Tag eine solch heftige Panikattacke im Laden, alles drehte sich, mir wurde schwarz vor Augen, mir war übel bis zum Himmel.... es war die schlimmste PA meines Lebens. Ich zitterte und sogar meine Lippen waren taub, mein Kiefer verspannt, ich konnte nicht mal mehr trinken.... Zuhause habe ich dann geweint und wollte ins Krankenhaus.... bin wie eine Käfer auf dem Rücken gelegen und habe nach meiner Mama gerufen (ich bin 30!) und tatsächlich musste meine Mama sich dann um mich kümmern wie um ein Kleinkind. Also JA es kann tatsächlich (und es wird wahrscheinlich) von der Escitalopram kommen UND das hat auch einen Hintergrund: Ich bin wirklich kein Experte auf dem Gebiet aber versuche es mal Laienhaft zu erklären.... Das Serotonin im Körper soll ja nicht wieder so schnell verarbeitet werden (wie es zB bei Depressionen und anderen psychischen Störungen eben leider passiert), das Escitalopram verstopft dann sozusagen den Ausgang und gibt das Serotonin zurück - damit es weiter verarbeitet wird und länger im Körper bleibt..... sooooo jetzt am Anfang signalisiert das Escitalopram dem Körper und dem Serotonin aber aber: Hey... wir haben genug Serotonin - wir können runterfahren.... UND d.h. jetzt wird noch weniger Serotonin produziert, der Ausgang ist noch lange nicht durch das Escitalopram verstopft (das dauert ja Wochen und Monate).... und da hat man den Salat.... es wird noch weniger Serotonin produziert (obwohl man ja eh mehr bräuchte) und es wird noch genauso schnell verstoffwechselt wie davor... daraus resultiert: Es geht einem noch schlechter wie davor! Dieser Effekt ist allerdings (leider) normal...es trifft nicht jeden - aber gerade Angsthasen wie wir - die ja eh nur darauf warten das a) etwas schlimmes passiert an Nebenwirkungen und b) endlich sofort angstfrei sein wollen .... wir leiden darunter extrem. Deswegen bekommen Panik- und Angstpatienten auch am Anfang nur die kleine Dosis von 5 mg- genau wegen dem Effekt. Also - lass es dir nächsten Tage ganz ruhig angehen, versuche vielleicht Eck abzuspannen draußen im Garten auf dem Balkon oder in der Natur, mach dir keine Termine und keinen Druck und wenn du eben mal Zuhause bleibst, dann ist es so... das ändert sich. Ich war heute auch wieder einkaufen ALLEINE ohne Angst. Die erstverschlimmerung hat bei mir nach ca. 1,5 Wochen aufgehört. Aber ich habe nach dem einen schlimmen Tag auch nix mehr groß gemacht und nur entspannt und viel TV geschaut, lag viel in der Sonne, Hörbücher, Bücher gelesen... usw.


Bei mir war es heute auch so, bei der ersten wurde mir mega komisch, schwindelig und ich hab kaum noch was gesehen, herzrasen und alles hat gezittert.
Bei der zweiten dann ein leeres Gefühl in der Brust und ich dachte ich sterbe jetzt. Hab übel angefangen zu heulen..Hab währenddessen mit meiner Schwester telefoniert, sie hat mich beruhigt. Alleine hätte ich das nicht überstanden.
Habe heute 2 Stunden von Arbeit nach Hause gebraucht.

Ich bleibe das Wochenende daheim und mache ganz ruhig, Zeit mit der Familie verbringen und bissl ablenken.
Ich hoffe nur das ich Montag wieder auf Arbeit kann und es nicht wieder so schlimm wird. Davor habe ich schon Angst.

Ich danke dir für deine super Erklärung! DANKE

17.07.2020 18:29 • #17



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Dr. med. Andreas Schöpf