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Hallo, dieses ist mein erster Post hier.
Wie schon im Betreff steht, habe ich mein vor 15 Jahren verordnetes Venlafaxin entgültig abgesetzt. Bekommen habe ich es wegen Depression ( mittelgradig), Panikattacken und AD(H)S. Es hat mir wirklich sehr geholfen.
Ich hatte glaube ich von 2005-2008 150mg eingenommen, dann nach Besserung wurde es Reduziert auf 75mg. Diese Menge habe ich dann die letzten 12 Jahre eingenommen. Bei einem Facharzt war ich zwischenzeitlich dann nicht mehr. Weil ich dachte, dass Medi hilft, dann lasse ich es mal so weiter laufen. Mein Alter Hausarzt meine wenn es hilft nimm es weiter.
Dann kam die Zeit meines Outings Ich bin Transgender Frau zu Mann und je mehr Schritte ich zur Angleichung hinter mir hatte, desto mehr war auch der Wunsch, es ohne Venlafaxin zu probieren. So habe ich es dann in Absprache meines Neuen Hausarztes, dann in Angriff genommen es auszuschleichen. Von 75mg- 60mg- 45mg- 37,5mg- 18,75mg-~9mg und schließlich 4mg und dann ganz weg gelassen. Das Ausschleichen hat ca. 6 Monate in Anspruch genommen. Wirklich Probleme mit Schweißausbrüchen und Schlafstörungen hatte ich bei 45mg-37,mg und nochmal von 9mg- 4mg. Seit gut vier Wochen ist es komplett weg. Freue ich sehr darüber und mir gehts gut soweit. Allerdings verspüre ich mehr und mehr eine Bewegungsneigung. Werde hibbelig wenn ich, mich wenig bewegt hab. Ich gehe jetzt jeden Tag ca. 5 km mit dem Hund in den Wald. Genieße dabei wie Ruhe. Wo ich aber wirklich Probleme ha ist, dass ich irgendwie nur noch mit halben Ohr zuhöre.
z.B Ich hab meine nächste OP im September, wurde angerufen mir wurde das Datum gesagt und ich habe es mir notiert. Nach gut zwei Stunden denke ich mir, ist das jetzt der Anreisetermin oder der Termin wann die OP ist Da hat mich echt fertig gemacht. Ich höre jemanden etwas sagen und bekomme nur die hälfte mit. Hatte ich vor dem entgültigen Absetzen nicht.
Hat jemand die gleiche Erfahrung nach dem Absetzten es Venlafaxin gemacht? Sind es vielleicht die Ganzen Gehirnprozesse, welche sich erst wieder umstellen müssen? Oder kann es evtl. auch sein, dass es vom AD(H)S kommt?
Sorry für den langen Text

27.08.2020 10:12 • 24.08.2025 x 1 #1


6 Antworten ↓


Habe zwar keine Erfahrungen bezüglich des Absetzens, aber ich möchte dir mitteilen, dass ich sehr beeindruckt bin! Ich selbst nehme Venlafaxin (mittlerweile 150mg) und spiele schon seit Monaten mit dem Gedanken es abzusetzen. Noch fehlt mir allerdings der Mut dazu.
Ich freue mich für dich und wünsche dir weiterhin alles Gute!

A


Nach 15 Jahren Venlafaxin abgesetzt

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Danke für deine Antwort Ich hatte einfach, dass Gefühl, dass ich es nicht mehr benötige. Heute war allerdings so ein Tag, dass ich wirklich überlegt habe, ob ich es mir wieder verschreiben sollte. Hatte wieder Panikattacken und auch überlange Zeit innere Unruhe. Ich denke, dass es wirklich damit zusammenhängt, dass sich mein Körper umstellen muss. Auch weil Momentan wirklich viel zusammen kommt. Meine letzte OP, habe jetzt mal meinen ersten Urlaub in diesem Jahr und dann das Absetzen.

Ja, das erzeugt Stress und innere Unruhe. Kann ich mir gut vorstellen! Sind deine Panikattacken von heute mittlerweile abgeklungen?
In Angstsituationen ist dein Körper im Überlebensmodus, da ist es logisch, dass du dich wieder nach Venlafaxin sehnst. Aber ich bin mir sicher, dass du es schaffst dir deinen bereits geschafften Weg vor Augen zu halten und stolz auf dich zu sein.

Ja sind abgeklungen, leichte Unruhe noch da.. Hab schonmal Lavendel Duft neben mein Bett gestellt, dass hilft etwas

@SpyCunningham Erst einmal vielen Dank für deine offenen Worte.
Es sind ja einige Jahre nun vergangen und ich hoffe Dir geht es mit den ganzen OP‘s nun wieder gut und alles ist so geworden wie Du es dir gewünscht hast.
Ich nehme auch seit bestimmt 10 Jahren Velafaxin und habe zwischen durch mal von 225 mg auf weniger umgestellt, dann mal wieder erhöht und bin nun länger bei 150 mg.
Da ich nicht wirklich weiß ob es überhaupt noch richtig wirkt, würde ich auch gern reduzieren und es ausschleichen lassen. Natürlich habe ich aber auch Angst das ich dann doch Entzugserscheinigungen bekomme und wieder von vorne damit anfangen muss.
Ich habe halt die Hoffnung wenn ich es ausschleiche das evtl. meine Schlafstörung auch aufhören. Es wäre einfach zu schön wenn es so wäre.
Das Du es geschafft hast macht mir Mut und denke ich werde es angehen…

Liebe Grüße
Henry

Hallo Henry,
Ich nehme seit 2011 Venlafaxin, angefangen mit 75mg, dann in Klinik wg. starker Angstzustände aufdosiert, schließlich über Jahre 150 mg. Da meine Beschwerden (morgendliches Aufwachen wie mit anhaltender Schrecksekunde auf der Autobahn, negative Gedanken und Co.) auch mit Venlafaxin nicht weg gegangen sind, habe ich die Nase voll von dem Psychopharmakum und von Psychiatern. Kein Psychiater hat von den drohenden Absetzproblemen gewarnt, die auftauchen können, wenn man das Zeug absetzen will. Psychiater haben schnell eine Diagnose, zücken den Rezeptblock und gut ist.
Letztes Jahr habe ich begonnen, die 150 mg durch schrittweises Entfernen der 12, 5 mg -Kügelchen aus den Retard-Kapseln zu reduzieren. Gaaaanz langsam. Seit 3-4 Wochen bin ich bei 50 mg. Dieser Schritt macht mir bisher die meisten Probleme (Unruhe, Angstgefühle, blöde Gedanken,...).
Aber ich bin wild entschlossen und werde das durchziehen und aushalten, weil ich mir sage: Das ist das beste, was ich für meine Leber tun kann, und dafür lohnt es sich, die Absetzsymptome - bei mir auch Schmerzen - zu ertragen. Es hilft mir zu sagen, dass es früher oder später vorbei geht.
Manchmal schleppe ich mich durch den Tag, aber irgendwann geht es wieder besser und ich sage mir, Du schaffst das. Ich muss nur noch eine Darreichungsform finden, die viel kleinere Reduzierungsschritte erlaubt.
Man sollte sich nicht beirren lassen und auch Absetzerscheinungen nicht mit Wiederkommen der Depression o.a. verwechseln!
Vielmehr kann man sich kritisch mit seinen eigenen Gedanken auseinandersetzen, denn nur unsere Gedanken verursachen unsere Gefühle, sonst nichts.
Habe Mut, sei stark, marschiere zuversichtlich durch die schwere Zeit. Es lohnt sich! Die Leber wird es danken!
Liebe Grüße
Anni





Dr. med. Andreas Schöpf
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