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kama
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Hallo zusammen,

bei vielen Medikamenten wird als Nebenwirkung Gewichtszunahme angegeben.
Liegt es daran, dass man einen gesteigerten Apetit bekommt und einfach mehr isst oder kann man gar nichts dagegen machen und nimmt ganz automatisch zu, auch wenn man sich mit dem Essen zurückhält, weil es vielleicht anders verwertet wird?

Danke für eure Antworten und liebe Grüße

22.09.2016 #1


28 Antworten ↓
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Reenchen
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Zitat von Serthralinn:
Mm, also ich hab meine lebenslange Unruhe mit Escitalopram ganz gut im Griff. Notfalls etwas Opipramol hinzu.

Macht zwar auch ein bisschen lustlos, aber vermutlich wesentlich weniger als truxal

Bei mir geht es nicht um ständige Unruhe, sondern um situationsbedingte Reizüberflutung. Ich brachte mal den bildhaften Vergleich, einen Nichtschwimmer immer wieder ins tiefe Wasser zu den Schwimmern zurückschieben. So fühlt sich das an für mich - totale Überforderung in Alltagsdingen.
Nachher muß ich beispielsweise einen Brief aufgeben. Nicht, daß ich nicht wüßte wie das geht - aber ich muß raus, viele Menschen, hoher Blutdruck deshalb und dieses 'ich muß'. Wenn das reibungslos klappt und ich beim Autofahren nicht genötigt werde, ohne Hindernisse an den Briefkasten gelange und ich, wenn ich schonmal da bin vielleicht noch einen kleinen Einkauf erledigen kann, dann bin ich gut. Eine Stunde später zu Hause angekommen, bin ich total erschöpft - kann sein, daß ich mich für eine Stunde hinlege. Wenn das alles so läuft, dann brauche ich die Truxal nicht und erhole mich schnell.
Wenn ich aber schon auf dem Weg vom Haus zum Auto von einem nervigen gesprächsfreudigen Nachbarn abgefangen werde, der mir nur Unfug erzählt, beim Autofahren auf Idioten treffe, plötzlich auf dem Weg zum Briefkasten der Bürgersteig eingeengt ist, weil man über Nacht eine Baustelle dort errichtete, mal eben schnell was Einkaufen auch nicht geht, weil irgendwas mich aufhält und ich dann auf dem Weg nach Hause eventuell schon wieder einen gesprächsfreudigen Nachbarn treffe... dann lege ich mich vor Erschöpfungen ein Stündchen hin und komme nicht zur Ruhe. Es drehen sich die Gedanken um jedes einzelne Detail - mir ist elend, ich vergesse das Essen und nehme die Tianeurax nicht in der richtigen Zeit und dann schaukelt sich das hoch bis in die Nacht. Trotz Doxepin komme ich dann meist nicht ins Bett. Es kann sein, daß ich Doxi um 18 Uhr nehme und um 24 Uhr immer noch nicht im Bett bin, zwar müde bin - nicht aber zum Schlafen fähig.
Durch solche oder ähnliche Reizüberflutung kann ich nicht abschalten, meine Tagesregelmäßigkeit gerät durcheinander, ich finde keinen Anfang und kein Ende, bin gedanklich überhaupt nicht bei mir und finde den Ausschalter nicht. Das treibt mich dann mehrere Tage um und flaut nicht ab. Ich verdränge Termine, den Haushalt, kann nicht rausgehen. Habe ich dem nichts entgegenzusetzen, führt mich das in eine depressive Episode und davon hatte ich die letzen 3 Jahre nach dem Nervenzusammenbruch reichlich.
Truxal mildert das ab, wenn ich es brauche und zum Glück brauche ich das nicht jeden Tag. Ich glaube auch nicht, daß das mit mir jemals wieder anders wird, bin überhaupt nicht belastbar. Die Psychotherapie hat mir trotzdem sehr geholfen, denn sonst wäre ich nicht im Stande, mich überhaupt um mich zu kümmern. So habe ich mir meine Sicherheiten geschaffen, aber sie reichen nicht aus, wenn zuviel Außenreize auf mich einprasseln. Confused

22.09.2016 06:25 • #28


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Medikamente & Gewichtszunahme - liegt es an mehr Appetit?

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Reenchen
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Zitat von kama:
Zitat von Serthralinn:
Wenn es nur ums schlafen geht reicht Opipramol. Manchmal 25 mg, manchmal auch 200-300 mg.


Mit Escitalopram brauch ich sie aber eigentlich fast nie.


Bei mir geht es leider nicht nur ums schlafen, hab auch tagsüber jede Menge Symptome und bin sehr unruhig...


Dafür habe ich die Truxal. Die kann ich bei Bedarf eben auch tags nehmen, wenn ich innerlich sehr unruhig bin. Das ist bei mir situationsabhängig. Auf einer psychosomatischen Reha war es ganz schlimm mit mir. Ich kann fremde Orte und viele Menschen nicht ertragen und der Klinikchef wollte mich nach einer Woche schon nach Hause schicken, weil ich eigentlich nicht rehafähig war. Da hat er spontan Truxal eingestellt - es wurde besser, aber ich wurde trotzdem fast eine Woche früher Heim geschickt, weil auch das in der kurzen Zeit nicht richtig eingestellt werden kann. Seit dem nehme ich Truxal bei Bedarf und das geht ganz gut.

21.09.2016 20:52 • #23


Zum Beitrag im Thema ↓


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Zitat von kama:
Hallo zusammen,

bei vielen Medikamenten wird als Nebenwirkung Gewichtszunahme angegeben.
Liegt es daran, dass man einen gesteigerten Apetit bekommt und einfach mehr isst oder kann man gar nichts dagegen machen und nimmt ganz automatisch zu, auch wenn man sich mit dem Essen zurückhält, weil es vielleicht anders verwertet wird?

Danke für eure Antworten und liebe Grüße

Vor allem Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, aber auch andere Stoffgruppenmedikamente mit Wirkung auf Neurotransmitter (Adrenalin, Dopamin, Noradrenalin) greifen stofflich in den Hypothalamus ein, wo Hunger und Sättigung gesteuert werden. Die Gewichtszunahme ist dann natürlich extremer, wenn eine Depression vorliegt, in der der Antrieb stark herabgesetzt ist. Dann kann man auch schlecht mit Bewegung und Training dem Gewicht entgegenwirken, weil man auch irgendwie ganz andere Probleme hat.

x 1 #2


betty2003
Ich habe aber gelesen, dass SSRI eher weniger zu eine Gewichtszunahme verursachen, da dieses Medikament den Verdauungstrakt belasten kann.

#3


S
Ist vom SSRI abhängig

Fluoxetin am wenigsten
Fluvoxamin und sertralin nur leicht
Escitalopram und Citalopram etwas mehr
Paroxetin am meisten

#4


betty2003
Danke für den Hinweis Smile

#5


K
Zitat von Serthralinn:
Ist vom SSRI abhängig

Fluoxetin am wenigsten
Fluvoxamin und sertralin nur leicht
Escitalopram und Citalopram etwas mehr
Paroxetin am meisten



Ich fange am Wochenende mit Doxepin an, hat FA zufällig jemand Erfahrung?

#6


R
Zitat von kama:
Zitat von Serthralinn:
Ist vom SSRI abhängig

Fluoxetin am wenigsten
Fluvoxamin und sertralin nur leicht
Escitalopram und Citalopram etwas mehr
Paroxetin am meisten



Ich fange am Wochenende mit Doxepin an, hat FA zufällig jemand Erfahrung?

Ich nehme Doxepin jetzt fast 3 Jahre und dadurch habe ich kein Gewicht zugenommen. Bei mir war der Übeltäter Venlafaxin.

x 1 #7


S
Ist aber eher ein Schlafmittel, oder?

#8


K
Zitat von Serthralinn:
Ist aber eher ein Schlafmittel, oder?


Es wirkt beruhigend, ich soll es abends vorm schlafen nehmen...mal schauen wie ich mich dann tagsüber fühle

#9


igel
Ist ein trizyklisches AD. Angstlösend, beruhigend. Macht in höheren Dosierungen müde, kann man auch als Schlafmittel einsetzen.

x 1 #10


R
Zitat von kama:
Zitat von Serthralinn:
Ist aber eher ein Schlafmittel, oder?


Es wirkt beruhigend, ich soll es abends vorm schlafen nehmen...mal schauen wie ich mich dann tagsüber fühle

Laß am Besten zwischen Einnahme und Aufstehen 12 Stunden vergehen, dann sollte morgens auch gut sein und dich nicht müde ins Kissen drücken. Falls du auch Auto fährst früh.

x 1 #11


igel
Ja, guter Tipp. Bei vielen führt es am nächsten Morgen zu Konzentrationsstörungen.

x 1 #12


S
Wäre nicht Opipramol eine sanftere Alternative

#13


igel
Eigentlich ja......

#14


K
Zitat von Serthralinn:
Wäre nicht Opipramol eine sanftere Alternative


Ich kenne mich da leider noch nicht wirklich aus, ist mein erstes AD, nachdem ich mich jetzt fast 3 Jahre ohne rumgequält habe, mal schauen, obs was bringt...

#15


R
Es kommt darauf an, ob das Schlafmittel wirklich ausschalten soll oder ob eine "Schlafgehblockade" behoben werden soll. Ich nehme Doxepin 50 und die reicht bei mir manchmal nicht, dann muß ich mit einer Truxal 15 oder 30 nachhelfen. Wenn ich kein Schlafmittel nehme, dann bin ich so aufgerührt, daß ich durchmache. Dann haut es mich irgendwann um.
In meinem Fall ist es leider notwendig, daß ich die Medis nehme, um überhaupt einen geregelten Tag zu haben. Bis jetzt geht es gut damit. Ich habe auch keine Nebenwirkungen.

x 1 #16


igel
Ausprobieren, abwarten.

#17

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S
Wenn es nur ums schlafen geht reicht Opipramol. Manchmal 25 mg, manchmal auch 200-300 mg.


Mit Escitalopram brauch ich sie aber eigentlich fast nie.

#18


K
Zitat von Serthralinn:
Wenn es nur ums schlafen geht reicht Opipramol. Manchmal 25 mg, manchmal auch 200-300 mg.


Mit Escitalopram brauch ich sie aber eigentlich fast nie.


Bei mir geht es leider nicht nur ums schlafen, hab auch tagsüber jede Menge Symptome und bin sehr unruhig...

#19


igel
Ja, aber Doxepin hat eine lange Halbwertszeit, eine abendliche Einmalgabe ist nicht schlecht. Es wirkt auch noch am nächsten Tag.

x 1 #20


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Dr. med. Andreas Schöpf
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