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201310.08




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Castro hat geschrieben:
Wie ist das mit den angstlösenden Medis? Kann man die auch längere Zeit nehmen?


Welche meinst du denn damit? Wenn du Benzos meinst z.B. Tavor, Alprazolam u.ä., die machen bei ununterbrochenem Dauergebrauch süchtig. Die kann man auch ein Leben Lang nehmen, wenn es z.B. nicht mehr 1 Mal die Woche vorkommt oder in einer Woche 3-4 Mal, dafür dann wieder einige Wochen nicht etc. Man darf nur nicht den Fehler machen, zu oft darauf zurückzugreifen.

Castro hat geschrieben:
Kann man angstlösende/ stimmungsaufhellende Medikament auch nehmen ohne gleichzeitig eine Psychotherapie zu machen ?


Klar kann man ADs auch ohne Therapie nehmen. Ich nehme seit 15 Jahren welche, wobei ich vor 4 Jahren in einer Reha von 8 Wochen war und ein Jahr später eine ambulante Therapie von 50 Sitzungen hatte. Diese Therapie ist seit einem Jahr zu Ende und ich nehme weiterhin mein Doxepin, aber nicht wegen Angst, sondern wegen Schlafstörungen. Aber nur ADs ohne es jemals mit einer Therapie zu versuchen ist keine so gute Idee. Die Wirkung von Medikamenten lässt erfahrungsgemäß nach ein paar Jahren, manchmal sogar schon früher, nach und dann muss man wechseln und es ist immer fraglich, ob man etwas anderes vertägt, ob das überhaupt anschlägt usw.

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  10.08.2013 19:01  
Gerade die ach so bösen Benzodiazepine kann man ein Leben lang nehmen, die Wahrscheinlichkeit von organischen Schädigungen geht gegen Null. Bei AD und erst Recht bei Neuroleptika wie z.B. Atosil sieht es schon anders aus. Hier wären regelmäßige Kontrollen des Blutbildes angesagt ( Leberwerte !). Wird aber von vielen Ärzten leider gern übersehen. Natürlich nicht bei Privatpatienten, denn da kann man diese Untersuchungen ja gesondert abrechnen.

Bei Benzodiazepinen sind sie nicht notwendig, weil von diesen Wirkstoffen keine Gefahr ausgeht. Ich denke natürlich an den bestimmungsgemäßen Gebrauch im Rahmen therapeutischer Dosierungen.

Aber Frau Schlaflos hat Recht, nimmt man sie zu oft kann die Wirkung nachlassen.

Allerdings kann man sich auf diesen Nachteil einstellen und entsprechend mit dem Medikament umgehen.

Ich lasse mir mein Diazepam von niemandem verbieten, basta.

Danke1xDanke


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  10.08.2013 22:44  
Ich las irgendwo dass angstlösende Medis nur vorübergehend und nur als Begleitung bei einer gleichzeitigen Therapie verabreicht werden würden. Das kam mir irgendwie "komisch" vor. Meine (Haus) Ärztin ist der Meinung , wenn es gegen etwas Medis gibt , solle man die auch nehmen. Nun werfe ich nicht gleich wegen jedem querhängendem Furz Medis ab.Danke für Eure klaren Antworten Kater Carlo und Schlaflose. :kichern:



  11.08.2013 07:58  
@Castro: Ich könnte mir vorstellen, dass Du durchaus verantwortungsbewußt und überlegt mit Medikamenten umgehst.

Vor diesem Hintergrund kann ein Benzodiazepin einem Angstler dass Leben enorm erleichtern und sich zu einem sehr wertvollem Arneimittel für einen persönlich entwickeln.

Allerdings behandelt man mit jedem Medi nur die Symptome, nicht die Ursache. Deshalb ist der Gedanke, Medis nur für den Übergang zu nehmen, grundsätzlich auch richtig. Eine Psychotherapie kann die Ursachen für Ängste beseitigen, so dass dann eines schönen Tages keine Medikamente mehr erforderlich sind.

Leider ist dies teilweise nur eine schöne, akademische Theorie. Oft beseitigt auch die PT die Ängste nicht oder nur teilweise.

Unter diesem Gesichtspunkt komme ich auf die Überlegung Deiner, offensichtlich sehr guten, Ärztin zurück : Warum soll man sein Leben mit Beschwerden belasten, wenn es Medis dagegen gibt ? Kaum ein anderes Arzeimittel ist gegen Angstzustände so effektiv wie ein Benzodiazepin.

Viele User wären mit meinem Ausführungen sicher nicht einverstanden, sie sehen in Benzodiazepinen das reinste Teufelszeug. Ich gebe gebe hier nur meine ganz persönlichen Erfahrungen wieder, und dass ist ja auch Sinn des Forums. Und bringt Dich vielleicht ein Stück weiter.

Danke1xDanke


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  11.08.2013 11:16  
Zitat:
Allerdings behandelt man mit jedem Medi nur die Symptome, nicht die Ursache

Das habe ich vermutet. :D Meine Ursachen kenne ich und zu einer Therapie habe ich einfach keine Lust (mehr) (Liest sich evtl. blöde). Bei mir ist auch mal tagelang Ruhe. Dann immer so ein Mix von Depri, Angst, Unruhe, mal mehr mal weniger. Bei mir wurde vor einem Jahr Bluthochdruck festgestellt, das löste die neuen Angst Attacken aus. Der Blutdruck ist mittlerweile gut eingestellt, die Angst/Unruhe blieb, leider. Ich habe jetzt meine Mirtazapin Dosis von 30 mg auf 45 mg erhöht. Mal sehen ob das Besserung bringt. Nochmals Danke, Kater Carlo. Hat mir echt geholfen, Dein Beitrag. :daum



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Aachen
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  10.09.2013 12:33  
Ich weiss auch nicht mehr weiter mit der Unruhe.
Panik habe nicht mehr aber diese herzrassen und zittern macht mich fertig.
Gleich Therapie und Apotheke, probiere mit Adrian Hopfen, dazu meine medikamente, cipralex 10 morgens und dominal 40 zum schlafen.....
Atosil tropfen habe da-nehme aber nicht-habe Angst wegen Leber .....



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  25.09.2013 15:38  
Wegen Atosil.
Ich habe über Monate Atosil 25 bis 50 mg genommen.
Und vor einer Weile habe ich wieder mit Atosil angefangen.
Meine Leberwerte sind top.

Heute sagte mein Psychiater zu Atosil, dass es eher ein Beruhigungsmittel, als ein Neuroleptikum sei.
Ich nehme morgens 25 mg Atosil und 0,5 mg Tavor.
Nachmittags 0,5 mg Tavor und 75 mg Clomipramin.
Abends 120 mg Zeldox.

Das Zeldox nehme ich nicht wegen der Angststörung sondern wegen einer psychischen Krankheit.

Heute habe ich mit meinem Psychiater vereinbart, dass ich jeden Tag 1 mg Tavor wegen meiner Dauerangst nehmen darf. Tavor ist bei mir das einzige Mittel, was gegen die Angst hilft.

Atosil beruhigt mich wohl aber nimmt mir nicht die Angst.



  25.09.2013 18:13  
Atosil ist ein Neuroleptikum. Dies sind sehr stark wirksame Psychopharmaka, die speziell gegen schwere Erkrankungen wie Schizophrenie, Psychosen, Wahnvorstellungen eingesetzt wurden - bei uns Angstlern also völlig fehlt am Platze sind. Allerdings ist Atosil ein schwachwirksames Neuroleptikum mit einer ausgeprägt sedierenden Wirkung - es beruhigt. Kann von daher auch für einen Angsthasen hilfreich sein. Aber Ängste lösen kann es eindeutig nicht. Das kann nur ein Benzo, Tavor übrigends sehr gut.



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  25.09.2013 18:17  
Hallo Kater Carlo.

Meine Hauptdiagnose ist schizoaffektiv. Also ich bekomme eh schon NLs.
Das Atosil ist wirklich gut verträglich.

Die Angststörung habe ich leider seit 1 Jahr zusätzlich.
Meine Grunderkrankung bereitet mir gar keine Probleme, weil ich ja die NLs nehme.



  25.09.2013 18:23  
Gegen die zusätzliche Angststörung hilft Dir nur Tavor oder ähnliches. Nimm sie, solange Du sie brauchst. Basta. :daumen:


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