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Hallo!

Ich bin neu hier und möchte mich mal gerne vorstellen. Ich heiße Mathias, bin 35 Jahre alt, Biologe, komme aus Wien/Umgebung und leide seit meinem 6. Lebensjahr an Ängsten und Zwängen, die mal stärker, mal weniger ausgeprägt sind. Behandlung hatte ich leider selbstverschuldet keine, bis auf 4 Monate im Jahr 2007 (Anafranil, Saroten, Sertralin). Im Februar wurde das Ganze akut und endete in einer Psychose. Nehme jetzt Risperdal und Cipralex, besser wurde es aber kaum.

Ich freue mich auf ein gutes Miteinander im Forum.

Liebe Grüße, Mathias

20.07.2015 12:42 • 20.07.2015 x 2 #1


4 Antworten ↓


Oh, Neuzugang aus Österreich, schön! Willkommen im Forum! Ich wünsche dir einen guten Austausch mit anderen Betroffenen. Da hast du bestimmt schon Einiges durchgemacht, wenn du schon seit so früher Kindheit diese Probleme hast. Worin äußert sich bei dir die Psychose genau - falls du das näher ausführen magst? Psychotherapie machst du keine?
Ich selbst habe übrigens kaum Ängste und Zwänge (nur Spleens), aber eine Depression mit psychotischen Zügen und nehme dagegen Aripiprazol, auch ein Antipsychotikum. Hilft ganz gut. Anafranil, Saroten und Sertralin kenne ich auch, wobei mir Anafranil noch am ehesten geholfen hat. Das musste ich bloß wegen der Nebenwirkung (Austrocknung) absetzen.

20.07.2015 12:54 • #2



Bei Psychose Risperdal

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Hi Juwi!

Danke für deine nette Antwort.

Durchgemacht habe ich wahrscheinlich auch nicht mehr als manche anderen UserInnen hier. Allerdings wäre eine rechtzeitige geeignete Behandlung in der Kindheit hilfreich gewesen. Die Bachblüten allein haben wohl nicht gereicht. Ich habe mich im März endlich beim psychosozialen Dienst gemeldet. Status psychicus war wohl eher mies. Ich wusste weder Wochentag, Monat, Datum und wo ich genau bin. Die psychiatrischen Fragen konnte ich nicht bestehen. Ich saß nach vorne gebückt dort und habe die Ärztin nicht angesehen. Das Reden fiel mir sehr schwer und ich hatte keine klaren Gedanken mehr. Bis Aktuell ist es so, dass ich in meinem Hirn mit irgendwelchen Leuten plaudere, über Gott und die Welt. Ich rede auch einzelne Sätze laut und gestikuliere dazu. Im Supermarkt stehe ich öfter mal so 10 Minuten vor einem Regal, schau ins Lehre und bin gedanklich wo ganz anders. Beobachte aber gleichzeitig wirr die Umgebung, ohne etwas mit zu bekommen. Den schlimmsten Fall von Apathie bisher hatte ich vor etwa 3 Wochen. Saß mit paar Leuten im Lokal und habe gute 6 Stunden nichts mitgekriegt. Stattdessen war ich wie in einer Traumwelt versunken. Die Stimmen, die mir für mehrere Wochen Selbstmord einreden wollten sind mittlerweile wieder weg, worüber ich sehr froh bin. Ebenso mein Wahngerüst ist wieder leichter geworden, aber nicht weg. Ich fühle mich verfolgt. Die Wohnung ist verwanzt, vorm Haus steht ein Funkwagen vom Geheimdienst. Alle Leute wollen mich schädigen, Intrigen überall. Ich hoffe echt, es geht bald wieder bergauf.

Wünsche Dir jedenfalls baldige Besserung.

20.07.2015 13:28 • x 1 #3


Danke dir für die Antwort und die guten Wünsche

Was ist der psychosoziale Dienst? War das ein einmaliges Beratungsgespräch oder wird dir dort längerfristig geholfen?
Deine „Aussetzer“ klingen krass. In schweren Phasen meiner Depression kann es mir auch passieren, dass ich sozusagen erstarre, körperlich wie geistig, und auf Ansprache nicht richtig reagiere und auch nicht richtig reden kann. Und als ich damals stationär aufgenommen wurde, hatte ich ein totales Blackout – saß auf einmal auf der Station und wusste nicht, wie ich dorthin gelangt bin, d.h. wusste nichts mehr vom Aufnahmeprozedere. Aber den schlimmsten Fall, den du beschreibst, so etwas kenne ich nicht. Sechs Stunden Apathie, das stelle ich mir echt krass vor. Was haben denn deine Freunde/Bekannten dazu gesagt? Die müssen doch bemerkt haben, dass du gar nicht richtig anwesend bist? Hat dich jemand darauf angesprochen?
Auch deine Wahnvorstellungen sind Besorgnis erregend. Mir sagt man ja auch einen Verfolgungswahn nach ("alle haben etwas gegen mich, sie beobachten mich genau und verwenden alles, was sie sehen und hören, irgendwann gegen mich" usw.), aber deine Erfahrungen übersteigen meine .

Ich wünsche dir auch, dass es dir bald besser geht und du ein unbeschwertes Leben führen kannst. Ein Stück des Weges hast du ja schon geschafft, indem du die Selbstmordgedanken bzw. Stimmen los geworden bist und die Wahnideen weniger geworden sind. Das ist ja schon mal was! Den Rest des Weges schaffst du auch noch, wetten?

20.07.2015 16:16 • #4


Das ist ein Beratungsdienst, gibt's in ganz Österreich verstreut. Psychologische und soziale Beratung usw.

War drei mal dort. Nun soll ich mich um einen Therapieplatz (3 mal die Woche) umsehen. Wird die Krankenkasse übernehmen.
Ja, diese Apathie habe ich jetzt noch immer mal für ein paar Minuten, nur nicht so lang. Damals habe ich wohl in der Runde gesessen, scheinbar wach und bei seichten Themen mitgeredet und halbherzig gelacht. Es dürfte so der Eindruck entstanden sein, dass alles mit mir in Ordnung ist. In Wirklichkeit ging ich aber im Gedanken auf einer Wiese mit einer Bekannten spazieren, mit unseren Hunden. Es war so real, hätte ich die Hand ausgestreckt, ich hätte sie berühren können. Irgendwann hat jemand nach der Uhrzeit gefragt. Da wurde ich aus meiner Vertiefung gerissen und habe auf die Frage geantwortet. Dann haben sich alle mal gewundert und gefragt, was eigentlich die ganze Zeit mit mir los war. Alle haben mich angesehen und daraufhin bin ich panisch nach Hause gegangen. War ein sehr eigenartiges Erlebnis, wobei ich die Leute eigentlich auch nicht kenne und auch nicht mehr gesehen habe seit dem.

Danke jedenfalls für die aufmunternden Worte. Im Moment kann ich nicht arbeiten und geh kaum außer Haus. Hoffe die Therapie bringt was. Ohne meine Familie säße ich jedenfalls bereits auf der Straße.

lg

20.07.2015 17:23 • x 2 #5




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Dr. med. Andreas Schöpf