Hallo Liebeslied,
auch ich habe im Mai diesen Jahres eine Trennung hinter mich gebracht. Ich hatte vorher nur Kurzzeitbeziehungen und/oder Affären. Das war die erste Beziehung in meinem Leben, deren Ende mir wirklich brutal wehgetan hat. Viel mehr wehgetan hat es, dass mich mein Ex nach zwei Wochen eiskalt mit einer gemeinsamen Bekannten ersetzt hat, aber das ist nicht das Thema.
Wenn ich dir jetzt sage, dass es nach diesem halben Jahr manchmal noch immer furchtbar wehtut, und das obwohl meine Ex-Beziehung schon länger nicht mehr das war, was ich mir gewünscht hätte, dann fühl' dich bitte keineswegs entmutigt! Ich musste nämlich auch erst lernen, dass dieser Schmerz notwendig ist und dass es völlig in Ordnung und natürlich ist, dass er da ist. Man muss sich das Trauern "erlauben", das ist ganz wichtig.
Ich hab' auch gedacht, "das war's". Ich kann nie wieder jemand anderen so lieben. Ich kann nie wieder andere Männer auf diese Weise wahrnehmen. Ich werde auf ewig unglücklich und einsam bleiben.
Und keine drei Monate später fand ich mich auf einmal in einer Affäre/Romanze mit einem hinreißenden, 5 Jahre jüngerem Mann wieder. Das ist einfach so passiert, aus einer Laune heraus, ohne, dass ich damit gerechnet oder es sogar geplant hätte. Ich fühlte mich auf einmal wieder richtig lebendig. Ich konnte gar nicht anders, als diese Momente zu genießen.
Ist nur ein Beispiel und soll nicht bedeuten, dass nur ein anderer Mann dich wieder glücklich machen wird. Das stimmt nicht. Ich hab' diesen Mann auch nur deshalb angezogen, weil ich diesen einen besagten Abend einfach mal gute Laune hatte und über absolut nichts nachgedacht habe.
Es soll sagen: Das Leben passiert einfach. Und es wird auch dir wieder passieren. Für diese Gedanken bist du jedoch noch gar nicht richtig aufnahmefähig und das ist auch in Ordnung so. Ich komme selber erst langsam wieder auf die Füße, das Ganze dauert einfach. Und ich merke, dass ich für eine neue, feste Beziehung noch gar nicht richtig offen bin. Stattdessen lerne ich mich jetzt neu kennen und versuche, weitgehend für eine Weile mit mir selbst zurechtzukommen. Ich weiß, das will man in diesen Situationen nicht hören, aber leeeiider leider ist auch das wichtig.

Wie bereits gesagt: Erlaub' dir deinen Kummer! Es gibt keine Richtlinien, kein "richtig" und kein "falsch". Wir Menschen sind (bis auf wenige Ausnahmen vielleicht) nicht aus Stein. Manche Leute verlassen unser Leben schleichend, andere reißen sich praktisch raus. Und das macht es eben schwer: Liebgewonnene Gewohnheiten gibt es nicht mehr, man muss sich neu ordnen. Und das geht nicht von heute auf morgen.
Eins kann ich dir mit Sicherheit sagen: Es geht mir heute um Längen(!) besser als noch im Sommer. Und ich hab' mich wirklich für den schlimmsten, hartnäckigsten Fall ever gehalten.

Es dauert, es gibt Rückschläge, aber es geht stetig voran.
Ich treffe mich gelegentlich noch mit besagtem Mann, ich dreh' mir an guten Tagen wieder meinen Hals nach anderen Männern um, an anderen guten Tagen bin ich einfach froh darüber, allein in meiner wunderhübschen Wohnung zu sein und irgendwas für mich zu tun, was mir gerade Spaß macht.
Und dann fühl' ich mich von Zeit zu Zeit auch einfach fürchterlich mies. Gerade jetzt vor den Feiertagen, wo es sich alle anderen mit ihren Familien/Partnern gemütlich machen. Das IST einfach hart, ich glaube, die wenigsten würden das problemlos wegstecken. Da ich aber mittlerweile gemerkt habe, dass alle aufgesetzten Maßnahmen gegen die Trauer eh nichts bringen, lass ich diese Momente einfach zu. Sie gehen mittlerweile nämlich auch sehr schnell wieder vorbei.