App im Playstore
Pfeil rechts
3

BID-Patient

BID-Patient
Mitglied

Beiträge:
9
Themen:
4
Danke erhalten:
1
Mitglied seit:
Titel: Ich wünsche mir, schwerer behindert zu sein – ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll
Hallo zusammen,
ich bin 31 Jahre alt und habe von Geburt an eine neurologische Behinderung.
Schon als Kind hatte ich immer wieder das Bedürfnis, im Rollstuhl sitzen zu wollen, obwohl ich damals noch nicht unbedingt darauf angewiesen war. Lange Zeit dachte ich, dass ich möglicherweise unter BID (Body Integrity Dysphoria) leide.
Seit etwa zehn Jahren sitze ich nun im Rollstuhl. Über längere Zeit habe ich meine Entscheidung, mich freiwillig in den Rollstuhl zu setzen, mehr oder weniger mit Schmerzen begründet. Erst im Rahmen einer Psychotherapie habe ich angefangen, mich intensiver mit den eigentlichen Hintergründen auseinanderzusetzen.
Dabei bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass bei mir möglicherweise nicht BID im Vordergrund steht, sondern vielmehr ein starkes Bedürfnis nach Zuneigung, Geborgenheit und Aufmerksamkeit sowie Schwierigkeiten im Umgang mit Verlust und emotionalen Bedürfnissen. Ich habe zunehmend den Eindruck, dass mein Leben im Rollstuhl für mich eine Art Möglichkeit geworden ist, diese Bedürfnisse zu kompensieren.
Das Schwierige daran ist: Mit meinem heutigen Leben bin ich grundsätzlich zufrieden. Ich habe nicht das Bedürfnis, wieder mit dem Laufen anzufangen oder meinen Rollstuhl aufzugeben. Im Gegenteil: Ich kann mir mein Leben ohne Rollstuhl kaum noch vorstellen.
Gleichzeitig habe ich aber ein weiteres Bedürfnis, über das ich nur schwer sprechen kann: Ich wünsche mir, noch schwerer behindert zu sein und im Alltag stärker auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen zu sein.
Mich beschäftigt beispielsweise der Gedanke, einmal gefüttert zu werden, beim Zubettgehen Hilfe zu benötigen oder eine Zeit lang eine Rund-um-die-Uhr-Assistenz zu erleben. Ich würde gerne erfahren, wie es sich anfühlt, wenn andere Menschen einen großen Teil der alltäglichen Versorgung übernehmen und man selbst viel weniger selbstständig ist.
Mir geht es dabei nicht unbedingt um sexuelle Dinge, sondern um die Erfahrung von Fürsorge, Abhängigkeit, Geborgenheit und dem Gefühl, dass jemand für mich da ist.
Ich weiß allerdings nicht, wie ich mit diesen Wünschen umgehen soll. Einerseits möchte ich sie besser verstehen und herausfinden, was wirklich dahintersteckt. Andererseits frage ich mich, ob und wie ich solche Erfahrungen auf eine verantwortungsvolle Weise ausprobieren könnte, ohne meine Gesundheit zu gefährden oder meine Behinderung absichtlich zu verschlimmern.
Deshalb würde mich interessieren:
Kennt jemand ähnliche Gedanken oder Bedürfnisse?
Wie kann ich herausfinden, welche emotionalen Bedürfnisse hinter meinem Wunsch nach stärkerer Abhängigkeit stecken?
Gibt es Möglichkeiten, solche Erfahrungen in einem geschützten Rahmen auszuprobieren, beispielsweise durch ein nicht sexuelles Pflege- oder Assistenzrollenspiel?
Sollte ich diese Wünsche gezielt in meiner Psychotherapie ansprechen, und wie kann ich das am besten tun?
Ich möchte mich selbst besser verstehen und einen Weg finden, mit diesen Bedürfnissen umzugehen. Ich erwarte keine fertigen Lösungen, sondern würde mich über ehrliche Erfahrungen, Gedanken und Anregungen sehr freuen.
Vielen Dank fürs Lesen.

• • 16.10.2026 #1


3 Antworten ↓

Schlaflose
Zitat von BID-Patient:
Mich beschäftigt beispielsweise der Gedanke, einmal gefüttert zu werden, beim Zubettgehen Hilfe zu benötigen oder eine Zeit lang eine Rund-um-die-Uhr-Assistenz zu erleben. Ich würde gerne erfahren, wie es sich anfühlt, wenn andere Menschen einen großen Teil der alltäglichen Versorgung übernehmen und man selbst viel weniger selbstständig ist.

Wie wahrscheinlich ist denn im Rahmen deiner Erkrankung, dass es wirklich mal dazu kommt, solch eine Rundumbetreuung zu brauchen? Vielleicht will deine Psyche dich darauf vorbereiten, um später, falls es dazu kommt, das zu ertragen.
Für mich und wahrscheinlich für die meisten anderen Menschen wäre es eine Horrorverstellung durch einen Unfall oder im Alter im Rollstuhl zu sitzen und komplett von anderen abhängig zu sein. Aber wenn man von Geburt an an einer Erkrankung leidet, die dazu führt, dass es so wird, muss man Strategien entwickeln, um sich damit zu arrangieren.

• x 1 #2


A


Wie soll ich weiter vorgehen?

x 3


BID-Patient
Tatsächlich ist das eher unwahrscheinlich, es ist zwar bei dem Krankheitsbild durchaus möglich aber die Krankheit ist nicht fortschreitend ich habe eine vergleichswwise schwache Auswirkung

• #3


Schlaflose
Zitat von BID-Patient:
Tatsächlich ist das eher unwahrscheinlich, es ist zwar bei dem Krankheitsbild durchaus möglich aber die Krankheit ist nicht fortschreitend ich habe eine vergleichswwise schwache Auswirkung

Dann fällt mir nur noch das Münchhausen-Syndrom ein. Auf jeden Fall solltest du das im Rahmen deiner Psychotherapie thematisieren.

• x 2 #4





App im Playstore