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-juli

-juli
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Hey,

vielleicht finden sich ja hier andere Betroffene, die mir ein paar Tipps geben können. (:

Eine Freundin von mir hat höchstwahrscheinlich eine Somatisierungsstörung bzw. Reizmagen/ Reizdarm zusammenhängend damit.

Sie hat jetzt einen echt langen Diagnoseweg hinter sich und es wurde dabei nicht wirklich was gefunden… Sie hatte mehrere Magen- und Darmspieglungen und viele Ultraschalluntersuchungen, zwei MRTs vom Bauchraum und diverse Blutuntersuchungen, auch Autoimmunerkrankungen und seltenere Infektionen wurden ausgeschlossen. Mir fällt jetzt nicht alles ein, was gemacht wurde.

Nun hatte sie die nächste Darmspieglung/ Magenspieglung, weil sie angab, dass sie Blut im Stuhl hätte und Ibuprofen regelmäßig in zu hohen Dosierungen einnimmt. Das Einzige, was im Verlauf bei ihr festgestellt wurde, ist eine Adenomyose, deshalb auch immer der Schmerzmittelübergebrauch. Diese wurde per Bauchspiegelung festgestellt. Sie wollte die Behandlung dieser aber nicht wirklich angehen, da sie der Meinung war, dass sie eine andere, gefährliche Krankheit (auf Magen oder Darm bezogen) habe, die die Symptome verursacht. Sie war immer wieder der Meinung, dass sie Morbus Chron haben müsste, aber man hat in all den Jahren nie was gesehen. Weder in den Spieglungen an sich noch histologisch.

Im Verlauf haben mehrere Ärzt*innen auch funktionelle Störungen in den Raum gestellt, bei der Diagnose einer Somatisierungsstörung fühlte sich meine Freundin missverstanden und wollte nichts davon wissen.

Mir ist mit der Zeit aufgefallen, dass sie körperliche Signale echt stark überinterpretiert und darin sehr schnell ihr Ende sieht. Irgendwie haben sich alle Themen, außer ihre Gesundheit, verloren. Das finde ich ziemlich schade und habe auch immer wieder versucht, es anzusprechen.

Mir ist auch aufgefallen, dass die gesundheitlichen Krisen immer dann kommen, wenn sie besonders viel Stress hat oder große Veränderungen in ihrem Leben anstehen. Ich habe ihr gesagt, dass ich ihr glaube, dass sie unter ihren Beschwerden leidet, aber darüber nachdenken sollte, eine Therapie zu machen, um einen Umgang mit den Symptomen zu finden. Außerdem trägt ihr Verhalten unwahrscheinlich zu den Symptomen bei, sie hatte in der Vergangenheit eine Essstörung und hat bis heute Probleme damit, die sie aber nicht sehen möchte. Sie macht übermäßig Sport und isst viel zu wenig, klagt ständig über Bauchweh und Übelkeit. Das könnte aber genauso gut vom Essenverhalten ausgelöst werden.

Sie ist immer noch der festen Überzeugung, dass sie eine weitere organische Erkrankung hätte, fixiert sich dabei immer noch arg auf eine CED und das belastet unsere Freundschaft zunehmend. Ich versuche, mich davon zu distanzieren und bin inzwischen etwas genervt davon, dass jedes Symptom überinterpretiert und detailliert bei mir landet und gleichzeitig weiß ich, dass das eine Erkrankung ist und sie sich dessen vermutlich noch nicht bewusst ist. Parallel sagt sie wieder, dass es einfach nicht der richtige Zeitpunkt für die Spieglungen war, obwohl sie aktive Beschwerden hat, man also eine körperliche Sache wohl gesehen hätte.

Wir hatten früher auch viele andere Themen, aber sie hat vor kurzem ein Praktikum angefangen und seitdem ist es ganz schlimm. Sie studiert zusätzlich noch einen Gesundheitsberuf, wodurch sie das Ganze noch weiter verstärkt und erzählt auch da von ihren Themen.

Wie geht ihr als Angehörige oder Selbstbetroffene damit um? Was hat euch geholfen, was war eher weniger hilfreich?

Ich würde den Kontakt gerne halten, aber das mit den Krankheiten triggert mich. Grade auch dadurch, dass ich auch körperlich chronisch krank bin und weiß, wie es ist, wenn man nicht ernst genommen wird und sie ihre Ärzt*innen immer wieder so darstellt, als würde man sie nicht untersuchen, was aber nicht der Fall ist.

Falls ihr Ideen habt, freue ich mich über Rückmeldungen. (:

• • 10.09.2026 x 1 #1


12 Antworten ↓

Sonja77
Kann es sein das deine Freundin an der Hypochondrischen Störung leidet?

Ich frag dich das deshalb weil ich selbst eine Somatoforme Schmerzstörung habe jedoch bei den Schmerzen nie an eine schlimme gar tödliche Krankheit gedacht hab und auch hab ich nicht daran gezweifelt als mir die Ärzte diese Störung diagnostizieren

Es kann natürlich sein das sie solch eine Störung hat die sich bei ihr auf den Magen darmtrakt konzentriert
Bei mir war es viele Jahre der Unterleib und auch heute noch hab ich wenn ich unter starkem Stress stehe sehr starke unterleibsschmerzen jedoch weis ich ja woher es kommt von daher gebe ich dem ganzen kein Gewicht

Aber bei ihr würde ich sagen das es sich sehr stark nach einer Hypochondrie anhört auch die Anzahl der Untersuchungen lassen darauf schließen denn im normal Fall lässt man etwas untersuchen einmalig und gut ist
Wenn ich aber lese was sie alles mehrmals hat machen lassen so ist das sehr deutlich in einem Rahmen der das gesunde überschreitet

Ich wünsche ihr alles Gute 👍 und ich würde ganz dringend zu einer Therapie raten denn desto länger sie damit rumrennt desto schwerer wird es diesen Mist wieder los zu werden

• x 1 #2


A


Wie als Angehörige*r mit Somatisierungsstörung umgehen?

x 3


-juli
@Sonja77 das hatte ich auch schon mal überlegt, weil ich mich momentan da so ein bisschen reinlese und auch, wenn ich natürlich kein Fachpersonal bin, würde das eher passen bzw. es können ja auch mehrere Sachen zusammenkommen. Grade auch, weil sie an so schlimmen Krankheiten festhält, nachdem bewiesen wurde, dass sie nicht vorliegen und ihr das Ergebnis null Erleichterung bringt…

Danke dir, ich hoffe auch, dass sie zur Einsicht kommt. Ihre Familie ist inzwischen auch komplett überfordert, aber vielleicht waren die Untersuchungen heute endlich mal ein Startschuss, auch mal die Psyche zu beachten.

Jetzt geht sie auch davon aus, dass ihre Beschwerden alle von der Adenomyose kommen… Das kann viele Beschwerden machen, geht mir mit Endo nicht anders, aber ich denke, dass da auch viel auf psychischer Ebene los ist. Und wie du schreibst, wenn man weiß, woher die Beschwerden kommen, bringt das ja oft auch eine Art Erleichterung mit sich. Sie hat heute nach der Untersuchung auch den Arzt sehr abgewertet, obwohl sie vor den Untersuchungen ohne Befund sehr davon überzeugt war, wie sehr sie ernst genommen wurde.

Ich hoffe jedenfalls, dass sie sich dessen bewusst wird. Es kostet sie ja auch so viel Lebensqualität.

• x 1 #3


Sonja77
Eine Somatisierungsstörung ist auch ein Mist
Wie gesagt eben auch Somatoforme Schmerzstörung genannt
Hab ich 2018 diagnostiziert bekommen
Oder Anfang 2019 nachdem ich wirklich lange mit sehr extrem starken Schmerzen herumlief und die 24/7hatte
Da hab ich das alles einmal untersuchen lassen jedoch nicht in so einem Ausmaß wie deine Freundin sondern einfach einmal die Untersuchungen die meine HA für nötig gehalten hatte und nachdem dabei absolut nichts rauskam war es für mich auch keine Frage daran zu glauben das es bei mir von der Psyche gekommen war auch weil bei mir der Unterleib halt perfekt passt zu dem was ich in der Vergangenheit erleben musste
Aber wie gesagt an eine schlimme gar tödliche Krankheit hatte ich zu keinem Zeitpunkt gedacht

Deswegen gehe ich bei dir davon aus das im Vordergrund wohl die Hypochondrie steht und dann die somatische Störung
Beides geht oft Hand in Hand bei vielen

Da kann wirklich nur eine Therapie helfen denn eine Hypochondrie bekommt man alleine unmöglich in den Griff

• x 1 #4


Sunny2808
Ich hatte keine schmerzen.
Auch eher immer Angst vor verschiedenen Krankheiten.
Eine Somatisierungsstörung ist nicht zwangsläufig eine schmerzstörung

• x 1 #5


-juli
@Sonja77 Ich hoffe auch, dass sie sich Hilfe sucht. Im Moment schwankt sie sehr stark hin und her. Ich glaube auch nicht, dass sie ohne Hilfe da rauskommt. Es geht ja auch schon seit vier Jahren so, aber anfangs wurde ich nicht so doll miteinbezogen.

• x 1 #6


-juli
@Sunny2808 vielen Dank für die Ergänzung!

• x 1 #7


P
Weiß deine Freundin, dass der Darm durch zuviel Ibu platzen/reißen kann? Ibu kann (wenn zu viel/oft) den Darm wirklich extremst schädigen, bis hin zur Lebensgefahr.
Du fragst dich, wie du kontakttechnisch mit ihr umgehen könntest. Das kannst natürlich nur du selbst beantworten, aber ich würde ihr auf ihre Sorgen das o.g. mal erzählen, in der Hoffnung, sie lässt dieses selbstzerstörerische Verhalten sein und ihr Problem mildert sich im Zuge dessen stark.
Und wenn sie das nicht einsieht, würde ich sie bitten, mich von ihren zum großen Teil selbst verursachten Problemen zu verschonen.

• x 1 #8


M
Es ist wirklich sehr individuell. Für mich macht es einen gehörigen Unterschied, ob jemand erkennt, dass er eine psychische Erkrankung hat, sich behandeln lässt und einfach nicht aus seiner Haut kann. Oder ob die Person wie deine Freundin es überhaupt nicht sieht und nichts dagegen tut. Ich kenne beides und habe für mich bei letzterem entschieden, dass ich ihr einfühlsam, aber deutlich sage, was ich dazu denke. Eine Bekannte hat daraufhin gesagt, dass das nicht so wäre und daraufhin habe ich mich emotional abgegrenzt. Ich habe aufgehört ihr helfen zu wollen. Ich höre mir ihre Themen an, weil sie eigentlich niemanden hat, außer mich. Frage mal was dazu, rate oder recherchiere mal was und drücke ihr mein Mitgefühl aus. Aber allein der Switch in meinem Mindset hilft mir total, dass mich das nicht zermürbt. Und man muss dazu sagen, es ist so stark, dass jeder der sie und ihren Lebensstil nur ansatzweise kennt, die psychische Erkrankung dahinter erkennt.
Vielleicht macht das, was ich ihr sagte irgendwann mal klick und sie kann es selbst sehen. Dann werde ich wieder voll da sein, ihr helfen alles zu organisieren usw.

• x 1 #9


-juli
@Pauline333 danke dir für den Rat! Ja, das weiß sie und sie hat auch andere Optionen vorgeschlagen bekommen, was die Schmerzen betrifft. Sie möchte jedoch kein Metamizol einnehmen, weil sie denkt, dass sie eine unfassbar seltene Nebenwirkung davon gehabt hätte, die Veränderungen im Blutbild auslöst, obwohl es dafür nie eine Evidenz gab. In dem Blutbild, auf das sie sich bezieht, gab es minimalste Veränderungen, die aber keine weitere Relevanz hatten und sie ist der Meinung, dass ihre Hausärztin das nicht ernst nehmen würde.

Ich persönlich denke, dass die paar entzündeten Stellen, die man gesehen hat, auch von den Ibu kommen könnten.

Ich werde nochmal mit ihr ins Gespräch gehen und wenn sich nichts bessert, werde ich den Kontakt auf lange Sicht stark reduzieren oder beenden müssen, weil mir das nicht gut tut.

• x 1 #10


-juli
@Mitgefühl danke dir für deine Perspektive! Genau. Man möchte ja eigentlich helfen, aber kann es nicht. Ich habe ihr auch gestern gesagt, dass sie besser darauf verzichten sollte, ihre ganzen Befunde mit der KI zu analysieren, weil die KI sie nur in ihrer Sichtweise bestätigt und es das noch schlimmer macht. Das hat ihr zwar nicht gefallen, aber ich habe inzwischen gemerkt, dass sie keine Hilfe im klassischen Sinn möchte und ich mich da distanzieren muss.

• x 1 #11


S
@-juli
Ja das ist leider so, wenn die Freundin keine Einsicht zeigt kannst du dich nur abgrenzen, es geht ja auch um deine Gesundheit. Die Freundin muss selbst drauf kommen, dass sie auf dem Holzweg ist. Mit einer Psychotherapie und Entspannungsmethoden könnte sie ihre Symptome in den Griff bzw. zumindest auf ein erträgliches Level bekommen. Ich habe auch immer mal wieder Stress mit Reizmagen/darm. Mir hilft dann vor allem Tiefenentspannung so oft wie möglich, da beruhigen sich auch Magen/Darm und ich erkenne dann eindeutig die Datenautobahn zwischen Kopf/Bauch, Bauch/Kopf. Klappt es mit der Entspannung mal gar nicht helfen auch vorübergehend Medikamente um den Teufelskreis zu durchbrechen.

• x 1 #12


-juli
@silberauge danke dir für die Antwort! Aktuell steckt sie leider fest und da ich sie (ihrer Meinung nach) nicht mehr so ernst nehme (bin nicht mehr auf die detaillierten Beschreibungen eingegangen), redet sie auch nicht mehr so ausführlich mit mir über körperliche Probleme. Sie möchte nur mit Leuten reden, die sie darin bestärken, dass es organisch sein muss.

Sie hat die letzten Untersuchungen auf ihrer Arbeit durchführen lassen. Sie macht ein Praktikum im Krankenhaus und hat ihre Kollegen sehr in ihre Symptome miteinbezogen und diese haben sie dann über die Notaufnahme an die Untersuchungen kommen lassen, weil ihre Hausärztin keine weiteren Untersuchungen mehr veranlassen wollte. Heute hat sie erfahren, dass auch die Gewebeproben unauffällig waren und das hat Unmut bei ihr ausgelöst. Und heute hatte sie wieder Darmbeschwerden und hat wieder in dieser Notaufnahme starke Schmerzmittel bekommen. Ich hoffe, dass sie einen anderen Umgang damit findet, das kann keine dauerhafte Lösung sein…

Ich hoffe auf jeden Fall, dass sie irgendwann zur Einsicht kommt und das Ganze irgendwann weniger Raum einnimmt.

• x 1 #13


A


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