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Zephyr

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Ja, das habe ich gemacht. Ich ging Einkaufen und genoss die Sonne und den leichten Wind. Etwas sportlich aktiv zu sein hilft für einen kurzen Moment. Und jetzt noch mal etwas trinken und dann in die Sonne im Garten. Eventuell brauche ich doch etwas mehr Vitamin D.

04.09.2019 14:24 • #21


Zephyr

Zephyr


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Nach der kurzen Pause habe ich mich dazu angetrieben, selber etwas zu kochen. Während dessen und danach war ich überreizt und bekam Kopfweh. Jetzt nach dem Essen bin ich müde und mein Kopf fühlt sich so an, als ob er Probleme mit der Reizverarbeitung hat. Ein Gefühl als sei alles Unwirklich, oder so ähnlich. Schwer zu beschreiben. Ich setze mich am PC, mein Kopf realisiert aber nicht, dass ICH am PC sitze, sondern ich das nur durch die Augen beobachte. Also eben so wie im Film. Die Vorstufe eines Overloads.

Fazit: Die heutigen Maßnahmen haben nichts an der Sache verbessert. Außer dass ich innerlich etwas getrieben bin, was aber kein Ersatz für einen vernünftigen Antrieb ist. Effektiv kann ich nur 6-8 Stunden des Tages nutzen. Definitiv zu wenig. Jetzt mache ich Pause - erstmal nichts tun, gar nichts.

04.09.2019 16:23 • #22


FEARtheREAPER


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Könnte von mir sein was du so schreibst.

04.09.2019 20:17 • #23


survivor3

survivor3


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Ich finde 6-8 Std am Tag effektives,produktives arbeiten ist doch gut.
Wer verlangt denn da mehr u warum?
In diese Zeit kann man doch genug reinpacken...

04.09.2019 20:26 • #24


Zephyr

Zephyr


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Nunja, es gibt gute und schlechte Tage. An guten geht einiges besser und hat mehr Energie und kann mehr ab. Heute war wohl so einer. Aber es gibt auch schlechte Tage, an denen nach 2-3 Stunden gar nichts bis zum nächsten Schlaf geht. 6-8 Stunden sind schon gut, wenn man mit den restlichen 8 Stunden auch noch was anfangen könnte. Denn selbst 6-8 Stunden sind schnell allein mit dem Haushalt vergangen. Zurzeit komme ich gerade so hin, dass ich genauso viel im Haushalt erledige, wie neues anfällt. Seit Monaten herrscht bei mir ein gleichbleibender Grad an Unsauberkeit/Unordentlichkeit, obwohl ich immer wieder sauber mache, aber nie fertig werde. Ich mache also alle paar Tage immer nur die Küche tadellos sauber, aber die restliche Wohnung schaffe ich dann nicht mehr ganz.

Ich finde es halt doof, dass ich in der restlichen Zeit nicht mehr mit mir anfangen kann. Das ist soviel Zeit, die ich gerne sinnvoll nutzen können würde.

Doch heute mal mal ein Tag, an welchem ich von 3 Uhr früh bis jetzt hochaktiv und semiproduktiv war. Im ersten Teil eher entspannt, doch ab spätem Vormittag dann eben zunehmend unter Stress. Ab Nachmittag war ich bei einem Stammtisch. An manchen Tagen geht das sehr gut, insbesondere wenn ich einen entsprechenden Stresspegel habe. Wie gesagt, vormittags war es Zeitstress, weil ich mich etwas verplant habe. Dabei muss ich meine Pläne kurzfristig umändern, um noch im Zeitplan bleiben zu können. Das war Machen und Denken parallel zu einander. Sprich während ich nachdachte, wie ich den Plan anpasse, führte ich den vorherigen Plan parallel dazu aus. Stress pur. Aber das hat mich wach gehalten.

Eigentlich war ja geplant, dass ich vormittags noch mal so 2-3 Stunden Schlafe, um am Stammtisch fitt zu sein. Dieser Plan fiel aber komplett ins Wasser. Und ja, im Stammtisch selbst stand ich so und so unter latentem Dauerstress, da eine jede Konversation in einer Gruppe mit Menschen ein gewisses Maß an Stress für mich bedeutet. Auch wenn man es mir nicht anmerkt und ich es selbst nicht wahrnehme. Es belastet doch und zieht auch immer eine Menge an Energie. Doch durch das Stresslevel kann ich wach und aktiv bleiben.

Erst wenn ich dann raus bin, nehme ich wahr, wie sehr mein Energielevel eigentlich gefallen ist. Dann bricht man schnell zusammen. Aber selbst das bleibt heute irgendwie bis jetzt aus. Ich bin immer noch äußerst geladen, oder wie man das auch benennen möge. Aber ebenso ziemlich verloren. Sprich, der Antrieb ist komplett hinüber. Zuhause angekommen machte ich routinemäßig den PC an und dann war er an und ich saß nur da und wusste gar nicht, was ich nun machen will, soll, kann oder "darf". Ich musste nachdenken, was möglich sei.

Film schauen? Ne, davon will ich ja wieder weg kommen. Youtube? Da gibt es eh nur noch Schrott, und was kein Schrott ist, habe ich schon gesehen oder ist eher immer das selbe. Chatten? Habe ich so gar keinen Antrieb für und meine Energie ist ja eh eigentlich im Keller, nur mein Stresslevel hält mich aktiv. Ein Chat würde mich momentan wahrscheinlich komplett überfordern, zumal Smalltalk ja äußerst stressig ist und viel Energie raubt und das hatte ich heute schon viel zu viel für einen Autisten. Obgleich man mir das kaum anmerkt, da ich lernte, wie zu reagieren ist. Aber genau das ist ja da energiefressende daran - immer mit dem Kopf dabei sein und nachdenken, während man alles auffassen muss. Ebenso die Notwendigkeit, alles, was man nicht verstand, so nach außen zu tragen, als hätte man es verstanden.

Schreiben? Worüber? Es scheint ja auch sinnlos zu sein, überhaupt etwas zu schreiben, weil entweder ist es immer das gleiche, oder es ist einfach nicht interessant genug.

Aber wie gesagt, heute war ein richtiger Ausnahmetag. Dank sei dem Stress. Aber a) geht das nicht immer und b) je länger ich das so machen würde, desto heftiger wird die Quittung dafür Man kann nicht nur nehmen, irgendwann holt sich das der Körper und die Psyche zurück. Die Folge davon, ich ticke halt aus. Manchen dürfte schon bekannt sein, wie ich dann bin. Einfach gesagt, die Emotionen übernehmen dann die Oberhand. Früher waren es eben häufige Depressionen und kurze aber heftige Wutausbrüche. Heute kompensiere ich das mehr via Schreiben, wobei ich entweder sehr traurig/melancholisch bin oder neuerdings mit stetig wachsendem Selbstbewusstsein auch authoritär.

Alles sucht sich halt immer irgendwo einen Ausgleich.

So gesehen mögen 6-8 Stunden Produktivität gut erscheinen - wobei das im Mittel schon überdurchschnittlich ist - aber in Wirklichkeit ist es das nicht, wenn in der restlichen Zeit eben gar nichts mehr geht. Im Gefühl und der Auswirkung hat es Ähnlichkeit zu einer Depression, wie ich sie kenne. Doch ohne Emotionalität. Emotionalität kommt eher erst dann auf, wenn das zum Problem wird, wenn man unter Stress gerät und man weiß, es nicht zu packen, selbst wenn man will. Dann kommt eben Verzweiflung oder Wut auf.

Vielleicht denke ich in der Sache auch einfach nur zu viel. Dennoch, es ist für mich ein Problem, wie es akut ist und weit über 10 Jahre im Generellen war. Ich fühle mich, als würde ich irgendwo an einem Gummiband festhängen. Ich schaffe zwar durchaus Dinge, und kann mich immer wieder in allem regenerieren, aber ich werde immer wieder zum Status Quo zurückgezogen.

Und selbst wenn es mal scheint, dass es vorwärts geht, kommen von außen die nächsten Probleme heran, die mich wieder zurückwerfen.

Akut scheint sich in mir auch irgendetwas zu verändern. Schon vor ein paar Monaten war ich der Ansicht, mein Geschmacksinn sei irgendwie komisch. Aber schenkte dem wenig Beachtung. Kann ja mal sein, dass ich z.B. falsch gewürzt habe. Aber ne, heute bin ich mir ziemlich sicher, irgendetwas ist das faul. Auf der einen Seite schmecke ich Dinge, die vorher nie da waren, auf der anderen Seite schmecke ich manches gar nicht mehr.

Das ist aber ein ganz anderes Thema jetzt. Dennoch spiel auch all das eine Rolle, wenn es um Energie und Antrieb geht. Sich sinnvolle Gedanken machen ist auch produktive Arbeit. Diesen Dingen nachgehen zu wollen, ist ebenso etwas, was Antrieb braucht.

Mir ist bewusst, dass nicht alles auf einmal geht. Aber ich weniger am Tag machen kann, als ich eigentlich könnte, staut sich immer mehr an, was ich machen muss. Unter meinem aktuellen Zustand leidet ja ebenso meine Planungs- und Organisationsfähigkeit sehr. Insbesondere in der Organisation war ich noch nie so super gut, aber ich habe das über die Jahre immer mehr und immer besser aufgebaut. Doch akut bricht das sehr stark in sich wieder zusammen. Teils weis ich nicht mehr, wo ich anfangen soll, und um ein sauberes ToDo Konzept zu führen fehlt es an Antrieb. Ich kann viel anfangen, aber kaum noch was zu Ende führen.

Sicher können nun manche sagen, es sei ja gut, was ich so schaffe, und eben 6-8 Stunden Produktivität seien auch gut. Doch wie gesagt, das ist es nicht. Denn dabei wird leider ebenso nicht gesehen, dass das alles teils nur möglich ist, weil ich immer an meine Grenzen gehe und oft darüber hinaus. Tipps, wie sich mehr Erholung zu können, oder mehr Pausen einzulegen, sind zwar gut gemeint, und funktionieren sicher für so einige Menschen sehr gut, aber für mich nicht. Als HSP und Autist muss ich im Alltag viel mehr Leistung aufbringen bzw. Energie investieren, um das selbe wie des eines anderen zu schaffen. Denn wie gesagt, ich muss viel mehr Reize verarbeiten und in einer dynamischen Konversation viel mehr denken als andere, um das selbe Resultat erzielen zu können.

Manche geben dann den Tipp, einfach weniger denken zu sollen oder lockerer sein zu sollen. Tja, eigentlich bin ich super locker. Aber wenn ich in einer Konversation nicht stetig denke, sprich bewusst mit dem Kopf alles bedenke, werde ich mir kaum Freunde machen. Nicht, weil ich dann ein bitterernster und böser Mensch sei, sondern weil ich dann ganz simpel nichts sage und nur zuhöre. Und wenn ich was sage, sehr direkt, ohne zu bedenken, wie es auf das Gegenüber wirken könnte.

Zudem hat jede Münze zwei Seiten. Die andere Seite ist, dass ich endlos plaudere und gar nicht kein Gramm weit wahrnehme, was das Gegenüber mir mitteilen will.

Damit will ich letztendlich ausdrücken, dass sich vieles immer so leicht sagt, oder gewisse Dinge für andere als gut erscheinen, es in Wirklichkeit aber selten so ist. Streng genommen bin ich nicht mal hier und jetzt wirklich Ich. Beispielsweise unterdrücke ich Gefühle, bedenke ein wenig was ich und wie ich es sage, und ich versuche generell auf andere extrem wirkende Verhaltensmuster gänzlich zu vermeiden, insbesondere im Bereich der Emotio. Würde man mich fragen, ob ich ehrlich bin, müsste ich ehrlicherweise mit einem Nein antworten, da ich zwar vieles beschreibe und berichte, aber dabei nie die Wirklichkeit verbildliche bzw es nicht kann, selbst wenn ich es versuche.

Warum mache ich das nicht?
a) Dabei ist es unvermeidbar vom Thema abzuschreifen.
b) Die Erfahrung zeigte, dass ich damit früher oder später verbannt werde.
c) Damit werde ich seelisch zu angreifbar und meine Seele ist eh schon ziemlich kaputt und vernarbt.
d) Die Wahrnehmung eigener Gefühle ist mir viel zu intensiv. (HSP)
e) Ich kann jemanden nicht etwas verbildlichen, was jener selbst nicht kennt.
usw.

Es gibt viele Gründe dafür.

Aber auf die Frage, ob ich es gerne tun können würde, gibt es ein klares Ja. Aber ich kann es nicht, und daher weiß ich auch nicht, was ich noch zum eigentlichen Thema sagen soll. Ich weiß nur, dass ich offenbar von Tag zu Tag immer weniger Kraft habe. Ich denke oft an Aufgeben, weil ich keine Lösung finde. Trotz jener Gedanken, gilt meine Regel, dass ich nie aufgeben werde. Es wird halt nur nicht leichter. Insbesondere dann nicht, wenn eben der Antrieb nicht richtig läuft und die Energie viel zu knapp ist. Tja. Nach außen hin vermittle ich aber gut dass Bild, dass es okay ist und ich normal innerhalb der gesellschaftlich normalen Abnormalität bin.

Wobei diesmal bin ich mal wieder ganz mir selbst treu geblieben und kümmerte mich nicht darum, dass das nun viel zu viel Text für andere ist. Von daher, wer bis hier hin kam: Herzlich Willkommen in meiner Welt.

07.09.2019 21:21 • #25


Zephyr

Zephyr


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Hmm, auch in diesem Thema fehlt der Fluss. Zugegeben liegt es mir auch nicht, eine komplexe Thematik in viele einzel Thematiken splitten zu müssen. Von daher gebe ich das hier auch auf. Wie schon viele Threads zuvor. Ich weiß nicht woran es liegt, denn die Probleme sind zwar ernst, aber scheinbar fällt es schwer, das nachvollziehen zu können. Oder es liegt an mir, dass ich halt in allem immer ziemlich rational unterwegs bin. Ich weiß es nicht.

Egal, ich werde jetzt gewiss nur noch im Tagebuch schreiben. Sehe eben keinen Sinn darin, für jede Sache einen neuen Thread aufzumachen, wobei ich ja eh weiß, dass der mit einer Ausnahme schnell untergeht. Dabei wirkt es wohl sogar so, als sei ich ehaus Stahl gebaut oder so. Bin ich nicht. Wie auch immer, das führt alles zu keinem Ziel. Dennoch danke für die Tipps hier. Bringen akut halt nur nichts, wohl weil das einfach nicht die Ursache ist.

08.09.2019 02:14 • #26


Bernie1970

Bernie1970


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Hi Zephyr,

hört sich an nach Mangel an Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin.

Das Mittel der Wahl ist die Aminosäure Tyrosin. Vorsicht bei Kombination mit SSRI, Blutdruckproblemen, bipolarer Störung, Hashimoto, SD-Überfunktion, etc. Im Zweifel mit Deinem Doc reden.

08.09.2019 05:37 • x 1 #27


Veritas

Veritas


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Vermutung:
Deine Texte sind tw. seeehr lang, das könnte einige Leute abschrecken.

08.09.2019 09:42 • x 1 #28


Zephyr

Zephyr


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Zitat von Bernie1970:
hört sich an nach Mangel an Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin.

Daran habe ich noch nicht gedacht. Aber ja, das würde gut dazu passen. Stress verbessert die Lage. Aber auch in und nach Paniksituationen ist es besser. Dabei wird Noradrenalin und Adrenalin freigesetzt.

Zitat von Veritas:
Deine Texte sind tw. seeehr lang, das könnte einige Leute abschrecken.

Ja, das stimmt.

08.09.2019 15:52 • x 1 #29


Zephyr

Zephyr


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Ich habe mich hier: https://dukannstes.blogspot.com/2016/04...ichen.html mal darüber schlauer gemacht. Ich werde es in Kombination mit einer besseren Ernährung versuchen.

08.09.2019 16:32 • x 1 #30


Zephyr

Zephyr


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Ich habe mir das L-Pyrosin nun in Pulverform bestellt. Leider fand ich es nicht im lokalen Einzelhandel. Ich bin gespannt, ob und in welcher Art es genau wirken wird. Irritierend dabei sind die die Empfehlungen bzgl. Dosierung. Während auf der einen Seite davon gesprochen wird, man solle zwischen 500 - 1500 mg verwenden, heißt es an anderer Stelle, dass eine Wirkung erst ab 100 - 150 mg pro kg Körpergewicht nachgewiesen ist.

09.09.2019 19:35 • #31


Bernie1970

Bernie1970


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Hi Zephyr,

fange mit einer einmaligen Dosis von 500 mg am Morgen an und schau, wie Dein Tag läuft. Wenn irgendwas auffällig schlechter ist oder Du sehr nervös wirst, halbiere die Menge erst mal!
Falls der Tag normal oder gar besser läuft, steigere die Menge auf maximal 3x 500mg.
Falls es Dir irgendwie nicht gut tut, setze es ab und probiere stattdessen Phenylalanin (gleiche Menge, gleiche Prozedur).
Zusätzlich wäre ein gutes Omega3 Fischöl anzuraten (Ca. 600 mg DHA/EPA insg täglich).
SAM-e, cirka 1000mg täglich und GABA (bis zu 1500mg täglich). Kriegst Du gut und günstig bei holländischen Anbieter.
Wichtig wäre auch, parallel von einem Hormonfachmann Deine Schilddrüse untersuchen und ggfs therapieren zu lassen.
Wenn möglich auf Kaffee und Koffein überhaupt unbedingt verzichten. Gutes Eiweiß zuführen.

10.09.2019 06:07 • x 1 #32


Zephyr

Zephyr


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Danke für die Info. Vorerst bleibe ich erst mal bei der einen Sache. Kostet alles auch Geld. Wenn es einen positiven Effekt hat, bleibe ich dabei und kann ja das andere genannte ausprobieren. Bzgl. Omega3 bräuchte ich aber eine andere Quelle. Ich konsumiere kein Öl mehr, da es träge und müde macht. Ich versuche auf 80 % KH, 10 % Fett und 10 % Eiweiß zu kommen. KH sind ein effektiverer Energieträger als Fette. Will daher jeden Tag ein Obst essen.

Nebenbei hörte ich, dass man für Pyrosin Selen und Jod benötige. Eventuell würde ich das als nächstes supplementieren. Ansonsten plante ich es, Vitamin D3 und K2 zu supplementieren, um zu testen, ob das einen positiven Effekt hat. Empfohlen werden da um die 4000 IE pro Tag.

10.09.2019 06:29 • #33


Bernie1970

Bernie1970


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Servus Zephyr,

merci für die Rückmeldung. Du schreibst andauernd von Pyrosin? Du meinst sicher Tyrosin (L-Tyrosin)?

Omega3 gibt es auch als Algenöl, alternativ. Z.B. beim Hersteller Norsan. Und ja, Selen und Jod sind wichtige Ergänzungen. Aber wie gesagt, achte auf Deine Schilddrüse! Ich nehme derzeit den Super-Selenium-Complex von Life Extension - schlägt sich sehr bald im Blutspiegel nieder. D3 und K2 nehme ich sowieso als Veggie, und zwar in liposomaler Form (sehr hochwirksam ist das K2D3 Liposomal von Perfect Health Solution), nicht billig aber extrem ergiebig.

Ich will mich natürlich nicht in Deine Ernährung einmischen. Bin selber Vegetarier mit Tendenz zum Veganer und habe sehr lange mit ca. 10% Eiweiß gelebt. Habe mich 15 Jahre lang mit Ernährung, insbesondere der Eiweißthematik auseinander gesetzt. Aber leider ist es nun mal so, dass tierische Eiweißquellen idR ein vollständiges Spektrum an Aminosäuren eher zur Verfügung stellen als zum Beispiel Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Getreide, Nüsse etc. Ein gutes, bezahlbares Aminosäurenpräparat ist Amino Gram Forte (von Douglas). Hiervon jeweils 1-2 Stück und Du kannst bei Deiner niedrigen Eiweißzufuhr bleiben. Ist wahrscheinlich auch günstiger, denn hochwertiges Fleisch oder Fisch bzw. Bio-Hüttenkäse bzw. -quark sind auch nicht gerade billig.

Was die Effizienz als Energielieferant angeht, stimme ich Dir voll zu! Die Dänen verboten z.B. in den Kriegsjahren die Produktion von Fleisch, um die Ernährung im Land sicher zu stellen. Hat funktioniert...! Darüber sollten wir uns heute auch schön langsam mal Gedanken machen.

Fakt ist aber, dass besonders bei Problemen mit den Neurotransmittern einige essentielle Aminosäuren sehr, sehr wichtig sind, um wieder in die Gänge zu kommen. Leider interessiert diese Tatsache nur ganz wenige Therapeuten. Überlege Dir, ob Du es nicht für einige Wochen mit etwas mehr Eiweiß probieren willst. Sobald die Hormonspeicher wieder voll sind, kann man idR wieder auf niedrigere Eiweißraten zurückschalten. Aber wie gesagt - nur meine Meinung. Du kennst Dich ja selber am besten.

Ach ja, wegen der Tyrosin-Dosierung: Wenn Du das Gefühl hast, dass es gut für Dich ist, kannst Du bei normalem Körpergewicht auf bis zu maximal 5000mg pro Tag gehen. Aber bitte langsam (!) steigern und Nachmittags die letzte, niedrigere Ration nehmen. Nicht zu rasch hoch dosieren, sondern langsam raufgehen und auf Deinen Zustand achten. Wenn Du zu nervös wirst, wieder reduzieren.

Hoffe, dass es funzt!

10.09.2019 09:43 • x 1 #34


Zephyr

Zephyr


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Servus Bernie,

natürlich meine ich Tyrosin. Keine Ahnung, wie ich auf das P kam.

Wie gesagt, will ich mich an diese Thematik erstmal herantasten. Es soll ja auch nur soviel, wie nötig sein.

Ich denke, meine Eiweißspeicher sind immo ziemlich voll. Darüber hinaus bin ich der Ansicht, dass der menschliche Organismus sehr gut darauf ausgelegt ist, pflanzliche Eiweiße gut verwerten zu können. Immerhin sollte die Basisernährung des Menschen ja deutlich pflanzlich sein. Generell spricht aber bei mir nichts dagegen, gelegentlich mal Fleisch und Eier zu essen. Nur Milch ist tabu.

Nun denn, einfach mal abwarten. Deine ganzen Infos behalte ich im Hinterkopf bzw. lese diese hier einfach nach, falls ich den nächsten Schritt machen will.

Bzgl. Schilddrüse vertraue ich meinem Körper, dass sich das schon richtig einpendelt. Auch wenn es viele Kritiker gibt, die meinen, es sei Humbug, habe ich schon vieles ganz ohne Medikamente und Co. besiegt. Seien es unzählige Allergien oder meine Sehschärfe zu verbessern bzw. auf gutem Niveau zu halten. Ich würde nie zur Brille greifen, weil das auf Dauer die Sehschärfe nur schlechter macht. Es gibt vieles, was ich gut im Griff habe, weil ich darauf vertraue, dass es eben auch ohne externe Mittel geht.

10.09.2019 10:16 • x 1 #35


Butterfly_

Butterfly_


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Oh man, ich kann dich so gut verstehen, Zephyr!
Ich zähle nach dem Aufstehen auch oft schon immer die Stunden bis ich wieder ins Bett zum erholsamen Schlaf darf..
Und dieses Gefühl, nicht wirklich da zu sein..sehr unangenehm, zumal man nichts dagegen tun kann..
Ich komm mir mit meinen 31 Jahren oft vor wie eine alte Frau, weil ich es nach der Arbeit (Teilzeit) oft nicht mal mehr den Haushalt schaffe (kochen muss jedoch noch gehen).
Bei mir schiebe ich es auf mein Hashimoto, also meine Schilddrüsenerkrankung.
Bei dir musste ich auch sofort daran denken, hast du das mal checken lassen?

10.09.2019 11:09 • x 1 #36


Karamia

Karamia


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Sei willkommen! Für mich klingt deine Geschichte so, als wärst du auf dem besten Weg in ein Burnout. Ich rede da aus Erfahrung. Auch ich hatte vor 10 Jahren genau die gleichen Wahrnehmungen mir gegenüber. Hatte einen unglaublichen Stress im Job, hab immer funktioniert, immer alles geschafft. Könnte dann nach Monaten trotz extremer Übermüdung nicht mehr schlafen. Nur noch so ein Wachschlafen, in dem ich quasi weitergearbeitet habe. Ich habe mich immer, so als wäre ich außerhalb meines Körpers, von oben beobachtet und mir gesagt: wow, was ich alles schaffe! Aber es wurde immer ärger, ich war nie mehr bei mir. Irgendwann habe ich dann gekündigt, weil ich nicht mehr könnte. Danach kam eine Krebsvorstufe dazu und ich hatte Todesängste. Aber alles überstanden. Danach kraftlos. Und dann kam das Burnout mit Panikattacken und die komplette Derealisation. Therapien nichts gebracht. Medikamente nehme ich keine, weil ich eine Abneigung gegen jegliche Chemie habe. Ja und auch mich lenken Filme gerade noch ab. Ich bin auch so ein HPS-Mensch. So wie du schreibst, leidest du auch unter Zwängen und Zwangsgedanken und jedes Geräusch erschreckt mich. Und Menschen auch. Ich kann dir leider keine Tipps geben, außer:
Pass auf auf dich!
Noch kannst du sehr viel. Stoppe jetzt mal, weil 6-8 Stunden sind absolut genug!

Ich bin seit einem Jahr total an meine Wohnung gefesselt. Kann nur mehr in Begleitung raus. Und das auch nicht immer!

10.09.2019 11:16 • x 1 #37


Zephyr

Zephyr


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Danke euch beiden für die Antworten.

Bzgl. der Schilddrüse sage ich es mal direkt: Wenn ich zum Arzt gehe, wird doch immer etwas gefunden, was nicht passt, oder es wird gar nichts gefunden und es auf die Psyche geschoben. Mein Vertrauen in Ärzte ist mittelmäßig. Insbesondere, weil die nur Kohle von der KK bekommen, wenn sie etwas behandeln/verschreiben. Leider ein Problem des Gesundheitssystems, nicht der Ärzteschaft.

Nebenbei, wenn was mit der Schilddrüse wäre, wäre das ja chronisch. Bei mir ist es das nicht. Es ist eher phasenweise. Heute z.B. habe ich nach 8 immer noch viel Antrieb und komme heute dadurch sehr weit. Kompletter Haushaltsputz - viel Bewegung.

An Burnout dachte ich auch schon. Aber sehe dabei die Symptome nicht erfüllt. Ich zwinge mich ja auch nicht zu etwas, wenn es nicht geht. Wenn es nicht geht, schiebe ich es auf, bis es wieder geht. Zudem mache ich immer kleinere Pausen.

Letztendlich versuche ich mir nicht etwas einzureden, was nicht ist. Burnout ist ja sehr gravierend, so was ich davon lese. Es wird immer versucht, mehr zu leisten, um fehlende Leistungsfähigkeit zu kompensieren. Bis es eben kracht. Aber wie gesagt, das sehe ich bei mir nicht.

10.09.2019 13:17 • #38


Karamia

Karamia


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Stimmt, Schilddrüse muss nicht sein. Weil dann würdest du dich immer schlecht fühlen. Ich verstehe auch, dass du nicht zu Ärzten gehen kannst. Das ist ein langer Weg, den hast du wahrscheinlich schon erledigt. Wie ich seinerzeit auch.

Darf ich dich was fragen?
Arbeitest du? Von zu Hause aus?
Hast du einen Partner?
Oder bist du auf dich selbst gestellt?
Schläfst du gut?
Weil du schreibst, dass deine Energie im Laufe des Tages nachlässt. Ist das nicht etwas Normales?
Wir sind nicht alle gleich gut geschaffen für diese Leistungsgesellschaft mit dem noch hinzugefügten
Selbstoptimierungswahn!

Alles, was du beschreibst, kenn ich nur zu gut von früher! Interessant, und das ist gleich mit mir seinerzeit, dass du den Stress brauchst, und zugleich ihn verabscheust. Und klar, die Stresshormone fluten unseren Körper und wenn wir uns mal daraufeingestellt haben, passiert das täglich immer um die gleiche Zeit.
Merkst du diese Zeitgebundenheit auch?

10.09.2019 14:39 • #39


Zephyr

Zephyr


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Zitat von Karamia:
Darf ich dich was fragen?
Arbeitest du? Von zu Hause aus?
Hast du einen Partner?
Oder bist du auf dich selbst gestellt?
Schläfst du gut?
Weil du schreibst, dass deine Energie im Laufe des Tages nachlässt. Ist das nicht etwas Normales?


Sicher doch.
Ja. Ja.
Leider nein.
Ja, ich bin auf mich gestellt.
Ja, sehr gut.
Ein gewisser Leistungsabfall ist gewiss normal.
Aber vergleiche ich mich mit anderen, die einen ähnlichen oder identischen Tagesablauf haben, falle ich deutlich aus der Reihe. Als Beispiel zu meiner FOS-Zeit. Im ersten Jahr war zwei Wochen Schule, zwei Wochen Ausbildung im Wechsel. Insbesondere in den Wochen der Ausbildung war ich um 16 Uhr so schläfrig, dass ich teilweise nur mit einem offenen Auge jene ca. 20 km Strecke mit dem Auto nach Hause fahren konnte. Zuhause angekommen dauerte es kein 5 Minuten und ich schlief. Verglichen mit anderen war das schon sehr anders. Manch andere schienen danach sogar noch so fit gewesen zu sein, um feiern zu können.

Dies begleitet mich letztendlich schon Jahre. Ebenso in der vorangegangenen Schule. Bis zur kleinen Pause 10:15 Uhr ging es, danach war ich schon müde. Den Nachmittagsunterricht schwänzte ich oft, weil ich eben viel zu müde war, um noch was aufnehmen zu können. Mit müde meine ich damit letztendlich, dass ich schon Mühe habe, mich wach zu halten.

Zitat von Karamia:
Merkst du diese Zeitgebundenheit auch?

Eher nicht. Ich weiß nur, dass ich vermutlich einen Grundrhythmus von 19-21h habe. Daher verschiebt sich mein Tagesrhythmus stetig nach hinten. Zudem bin ich eben nach dem Aufstehen am aktivsten. Wenige Stunden vor dem Schlafen gehen bin ich hingegen eher kreativ.

Aber an Tagen, wie heute, kann ich wohl durch das viele Bewegen mal etwas länger was machen. Nach nun gut 10 Stunden merke ich aber nun doch, dass Ruhe nötig ist. Aber hey, nach 10 Stunden ist es ideal. Wenn ich Abends dann noch ein wenig fitter werde, kann ich mich den Büroarbeiten widmen. Wie gesagt, ist es heute aber ein erstaunlich guter Tag.

10.09.2019 14:58 • #40




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