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Hallo zusammen!

Ich erläutere mal meinen Ist-Zustand: weiblich, Anfang 20, schon immer untergewichtig (in erster Linie vermutlich genetisch bedingt, BMI 15,5). Leide seit einigen Jahren stark an Angststörungen und Panikattacken bis hin zu Agoraphobie, wegen der ich jetzt gerade zum Beispiel wieder einige Wochen nicht draußen war (wohne bei Eltern). Ich habe schon mein Leben lang mit Bauchbeschwerden zu kämpfen, d.h. als Kind Bauchweh und seit vielen Jahren sehr starke Anspannung im Bauch, sodass mir übel wird und ich nichts essen kann. Die Anspannung entsteht in aller Regel durch Stress wie beispielsweise zur Zeit dadurch, dass ich keine Tagesstruktur (keine Arbeit, Beschäftigung) habe. Bore-Out, würde ich mal behaupten. Mein Bauch wurde immer mal wieder durchgecheckt und es ist organisch soweit alles okay. Wenn ich entspannt bin, kann ich in aller Regel auch normal und so ziemlich alles essen (nur nicht so viel auf einmal, wahrscheinlich ist mein Magen in der letzten Zeit geschrumpft). Wenn ich allerdings weiß, dass ich wie z.B. in den letzten Tagen eigentlich (aufgrund der Hitze bestenfalls morgens) das Haus verlassen müsste, um einige Erledigungen zu machen, spannt sich mein Bauch Sekunden nach dem morgentlichen Aufwachen so stark an, dass ich nichts herunterbekomme. Ich habe Angst, dass mein Magen gleich wieder alles herausbefördert. Aber aufgrund des Untergewichts (da wird einem ja immer auch von Ärzten gesagt, dass man aufpassen soll und man sei ja so schwach) habe ich dann wiederum Angst, das Haus zu verlassen, weil ich ja keine Energie zu mir genommen habe. Und wenn ich die Situationen meide und dadurch noch weniger aktiv bin, fühle ich mich schlecht, mache mir Vorwürfe und habe dann keinen Appetit.
Wenn ich mal etwas gegessen habe und dann raus gehen soll, habe ich Angst, mich zu übergeben, weil ein Bauch so dermaßen angespannt ist. Ich bin so stark auf diese unangenehme Empfindung konzentriert, dass ich mich überhaupt nicht entspannen kann. Und selbst wenn das klappt, ist man ja bekannterweise nach einer Panikattacke völlig geschwächt. Das ist besonders dann ungünstig, wenn man sowieso schon keine Reserven hat. Bin übrigens nicht magersüchtig. Ich möchte sehr gerne zunehmen, blockiere mich aber dabei selbst.

Hat jemand effektive Methoden, um seinen Fokus umzulenken und sich den wirklich wichtigen Dingen (zunehmen, aktiv werden) zu widmen? Ich stand nämlich vor einer halben Stunde in der Tür. Es geht ein Wind, 23 Grad, eine halbe Banane im Magen. Und trotzdem habe ich abgebrochen und mich nicht getraut. Ich kann diesen Zustand langsam nicht mehr ertragen. Das ist doch kein lebenswertes Leben mehr. Bin übrigens in Therapie, bin da allerdings die letzten Male aufgrund meiner Angst, mich im Bus zu übergeben, nicht mehr hingegangen. Außerdem wird mir meine Therapeutin immer unsympathischer, weil sie mich in die Klinik schicken will. Ich möchte da aber gerne ohne Klinikaufenthalt raus, vor allem, weil's ja Zuhause noch mal eine völlig andere Situation ist.

Grüße und danke im Voraus für eure Tipps und Erfahrungen!

Lina

22.06.2017 09:07 • 12.10.2017 #1


8 Antworten ↓


Hi, ich bin auch untergewichtig seit meiner kindheit. Wenn ich mich wohlfühle esse ich sehr gern. Wenn ich in einer depressiven Angstphase bin habe ich keinen appetit, mein Hals ist zugeschnürt, ich habe Bauchschmerzen und mir ist dauerübel.

Daraus entwickeln sich wiederrum Ängste abzunehmen, oder zusammen zu brechen. Wenn ich dann was esse, habe ich Angst es wieder auszukotzen. Emetophobie.

Das ist ein Teufelskreis der nur aus stress und druck besteht. Schwierige Situation.

Versuche mal den Druck von dir wegzunehmen. Iss viele kleine Mahlzeiten. Trink zuckerhaltige Getränke. Nimm Dextroenergy mit auf den Weg. Es ist egal wann du isst und was du isst, hauptsache irgendwas.
Und dann pack den Grund für deine Anspannung an der Wurzel.

Iss was und danach gehst du einer Runde spazieren, am besten nimmst du noch jemanden mit. Und dann schau was passiert. Du wirst zu 100 prozent nicht zusammen brechen. Das muss dein Kopf sich merken.

23.06.2017 12:30 • x 1 #2



Teufelskreis Angst, Anpannung, Untergewicht

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Hallo Lina,

dein Beitrag hätte auch von mir sein können. Mir geht es exakt genau wie dir. Im Moment habe ich eine Therapie begonnen in der Hoffnung dann wenigstens wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können.
Deine Ängste gehen aber aber auch schon in die Richtung Emetophobie?
Als Jugendliche hatte ich deshalb einen BMI von 11 und hätte es fast nicht überlegt. Niemand hat damals die Angst die ich habe verstanden. Ich habe deshalb sehr sehr lang keine Therapie mehr gemacht - aus Angst wieder nicht verstanden zu werden - diese Entscheidung hat alles noch viel schlimmer gemacht. Bleib unbedingt dran was deine Therapie angeht, auch wenn es schwer fällt!

23.06.2017 18:58 • x 1 #3


Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte JeMiTa und enana! Es ist ja schon mal ein wenig beruhigend zu wissen, dass man nicht alleine ist.

Emetophobie ist bei mir sicherlich auch Bestandteil der Angsterkrankung. Allerdings habe ich, als ich meiner Therapeutin von dieser Angst zu erbrechen erzählt habe, nur gesagt bekommen: "Dann kotzen Sie sich halt aus und dann geht's normal weiter." Und solche Aussagen finde ich überhaupt nicht hilfreich. Habt ihr da auch mal solche Erfahrungen gemacht, ob privat oder bei Ärzten?

Ich habe heute versucht, mal (in Begleitung) rauszugehen. Es war auch nach dem Essen. Als es dann zur Sache ging, war ich so angespannt, dass ich kaum fünf Minuten draußen ausgehalten habe, weil mein Bauch so dermaßen angespannt war, dass ich an nichts anderes denken konnte. Ich habe dann immer einen Fluchtreflex und oft geht es mir auch schnell besser, wenn ich wieder zu Hause bin. Ich fühle mich dann einfach so hilflos, wenn ich draußen unterwegs bin und es mir schlecht geht (und das ist ja immer der Fall, wenn ich draußen bin). Ich sperre mich durch die Angst gewissermaßen zu Hause ein.

Wie sieht euer Tag grundsätzlich aus und wie lebt ihr mit diesen Problemen? Weil mein Leben ist sehr stark eingeschränkt durch diese Angsterkrankung und es wird natürlich immer schlimmer, je länger ich in diesem Zustand bleibe und je weniger ich mich überwinde und den Herausforderungen stelle.

24.06.2017 17:53 • #4


Zitat von Lina123:
Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte JeMiTa und enana! Es ist ja schon mal ein wenig beruhigend zu wissen, dass man nicht alleine ist.

Emetophobie ist bei mir sicherlich auch Bestandteil der Angsterkrankung. Allerdings habe ich, als ich meiner Therapeutin von dieser Angst zu erbrechen erzählt habe, nur gesagt bekommen: "Dann kotzen Sie sich halt aus und dann geht's normal weiter." Und solche Aussagen finde ich überhaupt nicht hilfreich. Habt ihr da auch mal solche Erfahrungen gemacht, ob privat oder bei Ärzten?



Was denn das für eine saudumme Antwort Ehrlich gesagt habe ich es bis jetzt noch keinem erzählt. Gerade aus der Angst, weil die meisten es überhaupt nicht verstehen können.

Zitat von Lina123:

Ich habe heute versucht, mal (in Begleitung) rauszugehen. Es war auch nach dem Essen. Als es dann zur Sache ging, war ich so angespannt, dass ich kaum fünf Minuten draußen ausgehalten habe, weil mein Bauch so dermaßen angespannt war, dass ich an nichts anderes denken konnte. Ich habe dann immer einen Fluchtreflex und oft geht es mir auch schnell besser, wenn ich wieder zu Hause bin. Ich fühle mich dann einfach so hilflos, wenn ich draußen unterwegs bin und es mir schlecht geht (und das ist ja immer der Fall, wenn ich draußen bin). Ich sperre mich durch die Angst gewissermaßen zu Hause ein.

Wie sieht euer Tag grundsätzlich aus und wie lebt ihr mit diesen Problemen? Weil mein Leben ist sehr stark eingeschränkt durch diese Angsterkrankung und es wird natürlich immer schlimmer, je länger ich in diesem Zustand bleibe und je weniger ich mich überwinde und den Herausforderungen stelle.


Ich kenne diese Gefühle.Sobald ich raus muss fängt mein Magen an zu drücken. Übelkeit habe ich mittlerweile immer Wenn ich raus muss, z.B. zur Arbeit kann ich gar nichts essen. Jedes abnormale Gefühl in mir löst Panik aus. Es gibt Tage da habe ich selbst vor Hungergefühl Angst. Arbeiten kann ich gerade gar nicht - auch die Angst mich irgendwo mit einem Virus anzustecken spielt eine große Rolle. Ansonsten versuche ich den Alltag zu meistern. Ich habe Familie, da muss ich zwangsläufig einige Pflichten einfach bewerkstelligen.

24.06.2017 19:26 • #5


Also das mit dem "dann kotzen sie sich einfach aus" kenne ich gut. Das ist einfach eine dämliche antwort. Aber leute die es nicht haben, können die angst nun mal nicht nachvollziehen.

Also wenn ich total angespannt bin, dann zieht sich mein magen zusammen und drückt, so als wäre mir schlecht. Meine Kehle schnürt sich zu und ich bringe kein bissen runter.

Versuche irgendwie mein alltag aufrecht zu erhalten.

24.06.2017 23:50 • #6


Hallo
Das mit dem Untergewicht kenne ich nur zu gut. Bei mir wurde vor 10 Jahren ein Vitamin B12 Mangel festgestellt als ich zum ersten mal mit PA zutun hatte. Bekam dann 10 Jahre B12 gespritzt. Mir ging es von Tag zu Tag besser. Meine PA wurden weniger und ich nahm auch zu. Seit Dezember letzten Jahres bekomme ich keine Spritzen mehr da meine Werte so gut waren. Was soll ich sagen seit März ging es dann wieder los PA und ich war ohne Appetit und hab wieder abgenommen . Gott sei dank hab ich eine Ärztin die sich wirklich Zeit nimmt und mich und meine ängste und sorgen ernst nimmt. Jetzt wird nach märz nochmal ein Blutbild gemacht um zusehen ob ich wieder Spritzen brauche

26.06.2017 16:48 • #7


Frozen93
Hallo bist du noch aktiv ? Mir geht es nämlich genauso und mich würde interessieren ob du es besiegt hast oder es dir wieder gut geht

12.10.2017 11:53 • #8


Hallo...ich habe einen Essplan bekommen den hatte ich damals schon als ich die Magersucht hatte heisst viel Fett Kakao im Tetrspack Schokolade alles wo Viel Fett drin ist. Es dauert bin jetzt bei 56 kg aber es geht bergauf

12.10.2017 12:19 • #9




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