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Angstgehweg
Hallo,

Ich muss mal wieder was niederschreiben, vielleicht findet sich ja wer wieder und kann mir den ein oder anderen Tipp geben.

Im Schnelldurchlauf meine Geschichte.
Vor mittlerweile 2 Jahren ist mein Vater plötzlich an einem Herzinfarkt verstorben und ich hatte mit Beruf und berufsbegleitendem Studium mächtig viel Stress. Diese Faktoren haben zu der Zeit zu, meiner Einschätzung nach, einem Burn Out mit Angst & Panikattacken geführt.
Die letzten 2 Jahre habe ich mich unglaublich mühsam zurückgekämpft, mein Leben umgestellt (mit regelmäßigem Sport, etc.), sodass ich es geschafft habe ohne jegliche Medikamente (außer natürliche Beruhigungsmittel) aus diesem Trott wieder heraus zu kommen.
Soweit eigentlich gut. Im September habe ich dann auch noch meinen Master abgeschlossen (Das wollte ich auch für meinen Vater machen, der da immer an mich geglaubt hat) und arbeite seit nunmehr 7 Monaten in einer neuen Firma.
Ich habe mir immer eingeredet, dass wenn ich das Studium abgeschlossen habe, die Zeit der Regeneration und Erholung beginnt.
In der Arbeit läuft es eigentlich richtig gut. Ich bin ein sehr zielstrebiger und motivierter Mensch (würde ich behaupten) und kann mich in die Arbeit richtig reinhängen. Das führt dazu, dass im Moment auch wirklich Erfolg auf Erfolg folgt und ich denke die Firma kann und will im Moment garnicht auf mich verzichten. Außerdem macht mir die Arbeit richtig Spaß, aber es wird immer mehr und immer stressiger. Erfolg geht in der Arbeit eben auch oftmals mit mehr Verantwortung und Stress einher.

Und genau da glaube ich ist mein Problem. Den in den letzten Wochen war mir in der Arbeit wieder ab und an schwindelig und zwar dann, wenn es stressiger wurde. Ich kenne das schon und bin mir ziemlich sicher, dass das mögliche Vorboten eines Rückfalls sind.
Ich versuche deshalb dem so gut es geht entgegen zu wirken, den ich fürchte mich davor, dass meine hart erarbeiteten Erfolge der letzten Zeit (Beruf & Gesundheit) möglicherweise wie ein Kartenhaus zusammenfallen könnten und ich wieder von vorne beginnen muss.
Ich merke eben das es nicht rund läuft, weil eben vereinzelt Symptome zurückkehren, ich am Wochenende oftmals einfach nicht abschalten kann, ich oftmals schnell gereizt bin und auch leichte depressive Phasen offensichtlich immer wieder anklopfen.
Ich habe in letzter Zeit versucht mit Quick Wins mal etwas zu erreichen. Dazu gehört ohne Ausnahmen eine Stunde Mittag zu machen. Mehr vom PC wegzukommen (ich sitze auch in der Arbeit vorm PC) und auch vermehrt bewusste Pausen einzulegen. Wichtig ist mir auch, dass in der Arbeit das keiner Wissen muss und soll. Ich bin halt auch einfach stolz wie gut ich in der Arbeit vorankomme und mein Ziel ist uneingeschränkt ein möglichst normales Leben zu führen. Dafür steh ich auch schwere Phasen mMn mit viel Disziplin und Hingabe durch.
Weiters versuche ich mir neue Hobbies zu suchen, wodurch ich mir z.B. mal einige Bücher gekauft habe und hoffe, dass ich die Lust am Lesen vermehrt finde.

Ich glaube mein Problem ist oftmals, dass ich alles mit übermäßigem Einsatz mache. Ich bin in der Arbeit bei so gut wie jeder Arbeit total angespannt, weil ich mir selbst einen Druck mache und das Beste heraus holen will. Das heißt aber auch, ich kann auch nicht bei vermeintlich leichten Aufgaben locker und entspannt reingehen, sondern ich hetze mich vom einen zum anderen. Dazu kommt glaube ich auch noch das ich mir mittlerweile sehnlichst eine Freundin wünsche. Auch ich bin nicht mehr der Jüngste und die Zeiten wo One Night Stands bzw. Abenteuer, sowie viel fort gehen auch nicht mehr den Reiz haben. Beruflich läuft eigentlich alles so gut, aber das private hinkt hinterher und das kann und will ich auch nicht erzwingen. Aufmerksame Leser werden hier herauslesen, dass ich grob ungeduldig bin. Ich möchte immer alles so schnell wie möglich schaffen, damit ich mich für neue Aufgaben rüsten kann. Dies führt aber sicher dazu, dass ich nie richtig aus diesem Burn Out rauskomme. Ich glaube irgendwie auch, dass mir die jetzigen größeren Ziele (wie eben z.B. eine Freundin) die nötige Ruhe geben, weil ich dann das wichtigste erreicht habe. Aber eigentlich weiß ich auch, dass ich mich hier nur selbst belüge, denn es wird immer große Ziele geben, die ich gern verfolgen möchte.
Dies führt eben auch verstärkt dazu, dass vermeintlich kurze Stressphasen schon ausreichen um mich komplett aus der Bahn zu werfen (Sei es mit Symptomen, sei es mit depressiver Stimmung, sei es mit in Frage stellen von gewissen Sachen, etc.). Aber ich hasse es, dass ich immer so anfällig auf kleinste Abweichungen bin und eben eine schlechte Widerstandskraft dagegen habe.

Lange Rede kurzer Sinn. Wie schaffe ich es, dass ich nicht alles mit der Brechstange hinbekommen will. Wie schaffe ich es auch, dass ich mich auf ein Wochenende freue. Wie schaffe ich es auch in der Arbeit mal "abschalten" zu können. (Zumindest in der Mittagspause) Ich bin immer innerlich so angespannt und über kurz oder lang kann das erneut nicht gut gehen.
Wie kommt man zur Ruhe? Irgendwie klingt der Satz so einfach, aber er ist eines der schwersten Dinge, wenn man es nicht durchführen kann.

Danke schon mal für die Antworten.

14.01.2017 15:09 • 06.03.2017 #1


11 Antworten ↓


Icefalki
Naja, wenn du mal rausgefunden hast, wem du was beweisen willst/musst, würdest du einen grossen Schritt weiter machen.

Überlege dir, ich musste das auch tun, warum es so fürchterlich wichtig ist, so extrem erfolgreich sein zu müssen. Dem Bessersein dermassen nachzuhecheln, dass die Luft zum Atmen nicht mehr reicht.

Du kannst Techniken anwenden, so viel du willst, wird alles nichts nützen, wenn du dir über dich selbst nicht im Klaren bist.

Welche Angst steckt hinter deinem EXTREMEN Streben?

14.01.2017 15:32 • x 1 #2



Rückfall Gefahr Burn Out - kann mir wer Tipps geben?

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Angstgehweg
Zitat von Icefalki:
Naja, wenn du mal rausgefunden hast, wem du was beweisen willst/musst, würdest du einen grossen Schritt weiter machen.

Überlege dir, ich musste das auch tun, warum es so fürchterlich wichtig ist, so extrem erfolgreich sein zu müssen. Dem Bessersein dermassen nachzuhecheln, dass die Luft zum Atmen nicht mehr reicht.

Du kannst Techniken anwenden, so viel du willst, wird alles nichts nützen, wenn du dir über dich selbst nicht im Klaren bist.

Welche Angst steckt hinter deinem EXTREMEN Streben?


Danke für Deine Einschätzung.

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich habe halt immer das Verlangen kontinuierlich weiterzukommen. Ich sehe da aber irgendwie nicht das Verwerfliche dran, sondern eigentlich richtig. Man soll ja weiterkommen. Offensichtlich betreibe ich es aber zu extrem und mir ist auch trotz möglicher Klarheit was das Problem ist nicht klar, wie ich das lösen soll.

14.01.2017 15:57 • #3


Icefalki
Natürlich ist Streben nicht verwerflich. Aber dann macht es Spaß und man kann Eusstress dazu sagen, Disstress ist negativ und führt zum Burnout.

Wenn es dir gut gehen würde, müsstest du nicht hier schreiben. Dann wäre ja alles paletti.

Drum setz ich ruhig mit der Frage auseinander, warum dich dein Streben so kaputt macht. Ganz pragmatisch, lass es doch einfach sein.

Was passiert, wenn du diesen Satz liest? Es einfach sein zu lassen?

14.01.2017 16:08 • #4


Angstgehweg
Zitat von Icefalki:
Natürlich ist Streben nicht verwerflich. Aber dann macht es Spaß und man kann Eusstress dazu sagen, Disstress ist negativ und führt zum Burnout.

Wenn es dir gut gehen würde, müsstest du nicht hier schreiben. Dann wäre ja alles paletti.

Drum setz ich ruhig mit der Frage auseinander, warum dich dein Streben so kaputt macht. Ganz pragmatisch, lass es doch einfach sein.

Was passiert, wenn du diesen Satz liest? Es einfach sein zu lassen?


Ich glaube ich hätte kein Problem damit. Aber wie lässt man das sein? Im Grunde nur, indem ich meinen Job aufgebe, oder? Aber das ist eine meiner größten Ängste, nämlich kein normales Leben mehr führen zu können. Ich möchte arbeiten gehen, ich möchte eine Familie, ich möchte mich mit Freunden ganz normal treffen können, ich möchte auf und abs...jedoch möchte ich nicht 2 Wochen lang Stress haben und dafür 1,5 Jahre leiden müssen.
Ich war auch leider erstaunt, wie schnell es wieder bergab geht mit mir ... Letzte Woche habe ich dieses Thema eröffnet und am Wochenende war ich schon wieder kurz vor einer Panikattacke. Hatte Schwindel, Schwäche und Übelkeit....wie schon so oft zuvor. Was mache ich jetzt nur? Muss ich mich jetzt schon wieder damit abfinden, dass ich es "übersehen" hab und nicht mehr zu retten bin?
Im Grunde habe ich sofort viele Gegenmaßnahmen eingeleitet, als ich gemerkt habe das es zuviel wird. Und trotzdem scheint es schon zu spät zu sein...

Was soll ich nur machen? In Frührente gehen? Das schaffe ich nicht mich damit abzufinden. Da würde ich wohl einen anderen Ausweg vorziehen. Mich unter Umständen wieder 2 Jahre zurückkämpfen müssen. So wie ich mich kenne mache ich das auch, aber was dann. Ein Tag Stress und es geht von vorne los? Es scheint egal zu sein was ich mache, offensichtlich kommt man da auf Dauer nicht mehr raus...

16.01.2017 20:42 • #5


Icefalki
Nee, das hat alles mit der inneren Einstellung zu tun. Du kannst arbeiten bist du umfällst und kannst glücklich sein.

Bei dir liegt es an der inneren Anspannung. Stress. Dieses Müssen.

Versuch mal rauszufinden, was dich so belastet. Oder warum du meinst, täglich dein Bestes geben zu müssen. Was steckt da dahinter?

Bei mir war es, weil ich durch Leistung Anerkennung bekommen habe. Hab das verwechselt mit Liebe. Und natürlich dahinter die Angst zu versagen. Klingt jetzt recht einfach, aber glaub mir, ich hab ewig gebraucht, dieses Zusammenhänge zu begreifen.

Und gut war nie gut genug.

Vielleicht ist das eine Richtung in die du denken kannst. Musst immer bissle quer denken. Hinter unserer Fassade versteckt sich sehr viel.

16.01.2017 20:53 • x 1 #6


Angstgehweg
Zitat von Icefalki:
Nee, das hat alles mit der inneren Einstellung zu tun. Du kannst arbeiten bist du umfällst und kannst glücklich sein.

Bei dir liegt es an der inneren Anspannung. Stress. Dieses Müssen.

Versuch mal rauszufinden, was dich so belastet. Oder warum du meinst, täglich dein Bestes geben zu müssen. Was steckt da dahinter?

Bei mir war es, weil ich durch Leistung Anerkennung bekommen habe. Hab das verwechselt mit Liebe. Und natürlich dahinter die Angst zu versagen. Klingt jetzt recht einfach, aber glaub mir, ich hab ewig gebraucht, dieses Zusammenhänge zu begreifen.

Und gut war nie gut genug.

Vielleicht ist das eine Richtung in die du denken kannst. Musst immer bissle quer denken. Hinter unserer Fassade versteckt sich sehr viel.


Danke für Deine Antwort!

Vielleicht ist es bei mir sehr ähnlich. Der Tod meines Vaters hat halt damals ein rießiges Loch in mein Herz und meiner Seele gerissen. Meine Familie (also meine Mutter und mein Bruder) stehen trotzdem immer hinter mir und das weiß ich auch sehr zu schätzen. Aber vl hast Du wirklich recht. Ich fühle mich manchmal allein und auch manchmal sogar von allen hintergangen. Würde auch erklären, warum ich so extrem eine Freundin erzwingen möchte... alles spielt so verrückt und der Weg es zu verstehen ist einfach nur schwierig. Dann auch noch diese ganze Symptome... oftmals sitze ich beim Arzt und er sagt mir wieder einmal das er nichts finden kann. Und ich reagiere enttäuscht. Die meisten Ärzte fragen dann, warum mich das nicht freut, das an sich nichts ist. Und sogut wie niemand kann es verstehen wie schwer diese ständige Suche ist... Ich bin echt froh über dieses Forum, wo man ab und an zumindest sich sowas von der Seele schreiben kann. Helfen kann man sich meist ja leider nur selbst.

16.01.2017 21:03 • #7


Angstgehweg
Hallo mal wieder...

Ich bräuchte wieder einmal Euren Rat...vielleicht kann mir ja wer helfen.

Leider bin ich wieder mittendrin in meiner Leidenskarriere. Egal was ich auch in letzter Zeit unternommen habe, ich hab es nicht mehr abfangen können und muss mich dem Wohl oder Übel wieder stellen. Der einzige Unterschied ist, dass ich keine Panikattacken mehr habe und auch der Meinung bin, dass ich nicht krank sein kann. Der sinnvollste Verdacht liegt im Moment darin, dass ich in einem stillen Burnout stecke, da die möglichen Symptome (Unfähigkeit mich zu entspannen, Magen-Darm Probleme, Konzentrationsstörungen, Depressive Phasen, Übelkeit, Hitzewallungen, Verspannungen, etc.) am ehesten darauf zu schließen sind
Was ich seitdem gemacht habe ist folgendes:
- Wieder verstärkt Sport (Obwohl das hab ich vorher auch nie aufgehört, aber vor allem in den kalten Tagen etwas weniger)
- Erneut eine Psychotherapie begonnen
- In der Arbeit zurückgesteckt (weniger bis keine Überstunden mehr, jeden Tag die volle Stunde Mittag, bewusste Pausen, langsamer arbeiten, etc.)
- Alle privaten To Dos zur Zeit auf Eis gelegt, damit ich mich stets entspannen kann
- Versuchen mit einem Lächeln und Positiv durch die Welt zu gehen, auch wenn es oftmals sehr sehr schwierig ist.
- Versuche mich bewusst zu entspannen, der Erfolg bleibt aber eher noch aus (z.B. nur auf der Couch liegen, wandern, mit Freunde treffen, etc.)

Leider scheint es aber nicht besser zu werden, sondern immer schlimmer.
Zur Zeit hab ich wieder mal mit einem neuen Symptom zu kämpfen (bin ja eigentlich erstaunt wie es mein Körper schafft immer wieder etwas neues zu "erfinden") und zwar habe ich durchgehend eine Hitze im oberen Rücken (Ich denke es geht von den Nerven aus) und die letzten 2-3 Tage habe ich regelmäßig so eine Art Hitzeanfälle die sich durch den ganzen Körper ziehen, ich fühle mich schwach und ich schwitze, als wäre ich einen 5km Sprint gelaufen (Wurde auch heute in der Nacht wach davon) und das ist halt extrem unangenehm und anstrengend.
Hat das von Euch auch schon mal wer gehabt? Gibts irgendwas was man dagegen tun kann?
Natürlich hab ich schon überlegt zum Arzt zu gehen, aber der findet ohnehin nie was (hatte auch gerade erst vor 3 Wochen eine Gesundenuntersuchung --> alles ok) und meistens vergehen die Symptome nach so 5-7 Tagen von alleine.

Kann es den echt sein, dass ich gegen solche Symptome nichts machen kann und ich Tag für Tag leiden muss?
Auffällig ist auch das Symptome meistens am FR Nachmittag (sobald ich Zeit habe zu entspannen) beginnen. --> Deutet auch wieder auf ein stilles Burnout hin

Außerdem frage ich mich was ich von z.B. diesem Symptom halten soll. Ist das ein Versuch des Körpers sich zu erholen oder ein Warnzeichen, das mir sagen soll ich mache etwas falsch? Bewege ich mich vom drohenden Burnout weg oder mit großen Schritten darauf zu? Sind meine Maßnahmen hilfreich oder machen die vielleicht alles schlimmer und ich investiere viel Energie in meinen eigenen Untergang? Was könnte ich falsch machen? Ich möchte stets versuchen ein normales Leben zu führen. (Dazu gehört in die Arbeit zu gehen und auf nichts zu verzichten) Was kann ich den noch versuchen? Ich bin bereit alles zu tun um es wieder hinzukriegen. Ich will nicht aufgeben, aber mir fehlen mittlerweile auch einfach die Ansätze, den es scheint nichts etwas zu bringen.

Kennt das wer? Kann mir wer Tipps geben was ich tun soll? Ich weiß einfach nicht mehr weiter... muss ich den tatsächlich für immer damit leben? Ich weiß nicht wie lange ich noch durchhalten kann.
Vielleicht hab ich auch einfach mal wieder was niederschreiben müssen. Ich weiß es nicht. Ich bin wohl schon ziemlich verzweifelt. Sorry

05.03.2017 16:06 • #8


Icefalki
Nun, bist eben von einer Angst in die andere gerutscht. Die Angst bleibt dir aber. Hast sie jetzt verlagert. Was ich sehr gut finde, dass du wieder mit der Therapie begonnen hast.

Und zur Gesundung. Es ist ein langer Weg, aber sehr lohnenswert. Zu begreifen, zu verstehen, warum man sein normales Leben nicht mehr haben kann, bedeutet, dass das normale Leben vorher in die Krankheit geführt hat. Ist doch logisch.

Es sind nicht die Umstände, sondern die Bewertung, der Umstände. Deine ureigenste Sicht, zusammenhängend mit den dazugehörenden Gefühle haben dich krank gemacht. Um das zu verstehen, muss du dich selbst verstehen. Da wir das nicht tun, kommt eben die Unsicherheit, und die macht Angst.

Du das Vertrauen in dich selbst verloren, wieviel war vorher überhaupt da? Streben nach Erfolg könnte ja auch bedeuten, es jemanden zeigen müssen, besser als andere sein. Stellt sich die Frage, warum mach ich das? Was ist mein Antriebe Dabei?

Finanzielle Sicherheit, Anerkennung, Macht? Eine Partnerin zu beeindrucken, bzw. damit eine zu bekommen?

Frag dich das alles. Und frage dich, warum hab ich ANGST?
Deine Symptome sind wahrscheinlich Verspannungen. Kennt hier jeder. Und eines noch. Geduld und die Annahme deiner Problematik.

Du bist ein jämmerliches, deprimiertes, verzweifeltes Angstbündel. Fakt. So hat mein Schritt in die richtige Richtung begonnen. Ok, jämmerlich hab ich um des Nachdrucks der Problematik geschrieben.

Aber das ist dein Zustand. Frag dich mal warum?

05.03.2017 17:23 • x 2 #9


Angstgehweg
Danke für Deine Einschätzung.

Aber was soll das für eine Angst sein? Ich wüsste einfach nicht was... ich meine mit normalen Leben viel mehr ein Leben wo es mir nicht ständig schlecht geht. Ein normales Leben wo die Arbeit genau so dazu gehört wie auf und abs... aber das ist bei mir nicht möglich, den bei mir reicht der kleinste Vorfall, der gegen mein Hirn arbeitet und ich versinke in diesem Loch und ich versuche wehemment, seit 2,5 Jahren zu erkennen was es ist, doch ich kann es nicht erkennen.

Ich habe keine finanziellen Engpässe, brauche glaube ich auch nicht viel Anerkennung (zumindest nicht soviel das es krankhaft sein könnte), Macht sowieso nicht, Partnerin ist gewünscht, aber muss und will ich nicht erzwingen. Das einzige was ich mit dem Druck den ich mir selbst gebe erreichen will, ist ein Familienleben wie ich es erhalten habe bis mein Vater verstorben ist. Aber was kann daran verwerflich sein? Ich verstehe es nicht.

Mein größtes Problem ist auch, dass ich Tag für Tag versuche dagegen anzukämpfen und alles in die Waagschale werfe damit ich wieder in die Spur finde, aber es scheint nichts zu helfen. Ich raube mir selbst Energie und Zeit und offensichtlich komme ich keinen Schritt weiter. Im Gegenteil: Ich habe eher das Gefühl das es von Tag zu Tag schlimmer wird. Dazu kommt das ich mich Hilfesuchend an andere wende (Therapeut, Freunde, Familie, Ärzte, etc.) und mir will zwar, aber kann offensichtlich keiner helfen.
Da wundert es mich auch nicht, dass sich ab und an bei mir die Resignation breit macht und ich depressive Phasen habe.
Vielleicht ist es mir auch einfach nicht gegönnt, dass ich ein normales Leben führen kann. Da kann es schon sein, dass ich ein jämmerliches, deprimiertes und verzweifeltes Angstbündel bin. Irgendwann verlassen mich aber auch die Kräfte...

06.03.2017 21:04 • #10


Icefalki
Lieber Angstgehweg, hast mich ein bisschen falsch verstanden bzw. Ich hab ein bisschen provoziert. Ich habe dir meine Empfindungen von damals geschrieben.

Habs nochmals nachgelesen. Dein Einbruch kam nach dem Tod deines Vaters. Er war dein Vorbild, er hat an dich geglaubt. Du hast noch den Master drangehängt, um ihm irgendwie noch ein Geschenk zu machen.

Reine Assoziation: Wenn das Vorbild weggebrochen ist, derjenige fehlt, dem du beweisen möchtest, was in dir steckt, fehlt dir dieser Teil. Und weil der Teil durch Krankheit weggebrochen ist ist, fühlst du dich quasi auch Krank? Versuchst verzweifelt das Loch mit Normalität, Wunsch nach Familie, Arbeit etc..Zu füllen?

Ich rate nur.

Ich rate weiter. Lohnt sich das alles, wenn keiner deine Bemühungen wohlwollend anerkennt?

06.03.2017 22:54 • x 1 #11


Angstgehweg
Liebe Icefalki,

Danke für Deine erneute Antwort. Finde ich unendlich nett von Dir das Du Dich zu so vielen Themen äußerst.
Ich bin ja sogar der Meinung das viel wahres im jämmerlichen, deprimierten und verzweifelten Angstbündel steckt. Die große Angst die sich entwickelt hat ist sicher, dass ich es nie wieder richten kann bzw. es nie wieder kampflose Wochen gibt. Ich kann mich nämlich nur mehr wage an die "normalen" Tage erinnern und ärgere mich gleichzeitig, dass ich diese damals nicht zu schätzen gewusst und als selbstverständlich erachtet habe. Aber erst wenn man krank ist, weiß man was man hatte und sehnt sich alte Tage herbei. Und heute? Heute dreht sich seit der Fahrt in die Arbeit das Gedankenkarussell nur um dieses eine Thema...und das obwohl ich mich gar nicht damit beschäftigen will eigentlich. Wieder einmal habe ich nichts anderes getan nach der Arbeit, als Lösungen zu suchen die mir offensichtlich ohnehin verwehrt bleiben. Einziger Unterschied zu sonst, dass ich heute mal wieder komplett aufgelöst bin. Da wären wir wieder beim jämmerlichen, deprimierten und verzweifelten Angstbündel. Vielleicht bin ich auch das einfach nicht gewohnt, den normalerweise habe ich auf fast alles eine Antwort, nur jetzt suche ich die Antwort schon seit 2,5 Jahren und sie scheint immer noch unendlich weit entfernt zu sein.
Ich will auch nicht meine Freunde oder Familie damit schon wieder konfrontieren, denn es kostet ohnehin nur unendlich viel Kraft, die ich schon gar nicht mehr habe.

Naja auch meine Mutter und mein Bruder haben an mich geglaubt und mit mir meinen Erfolg geteilt. (Auch wenn bei der Sponsion unsere Gedanken wohl eher bei meinem Vater waren) Den Master als Geschenk abzuschließen, war in Wirklichkeit mehr ein Weg für mich, um für mich eine Art Schlussstrich an jenem zu ziehen, was ich ohnehin nicht verhindern konnte.
Die Assoziation ist interessant...werde ich morgen mal mit meinem Psychotherapeuten besprechen... krank (körperlich) fühle ich mich eigentlich nicht mehr. Ich nenne es immer die Phase 1, in der ich auch noch an Panikattacken litt. Seit dem erneuten Beginn, also Phase 2, fühl ich mich "nur" mehr seelisch krank, auch wenn regelmäßig heftige Symptome auftreten. Der Schlüssel liegt aber klar in der Seele, nur kann ich ihn nicht finden. Das verzweifelte füllen mit Normalität, Familie, Arbeit kann ich glaub ich aber unterschreiben. Nichts ist mehr wie es war und vielleicht kann ich nach wie vor nicht damit umgehen.

Und ja, ich denke schon das sich die Bemühungen lohnen, den ich mache es für die, die mir wichtig sind (Familie und beste Freunde). Ohne die wäre ich nämlich ins Bodenlose gestürzt. Ich bin ohnehin wohl eher ein Typ der es allen recht machen will, glaube aber nicht, dass das damit zusammenhängt. Unglaublich was der eigene Kopf und die Gedanken mit einem machen können...

06.03.2017 23:32 • #12



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