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Hallo Zusammen,
mein Tochter muss leider bei getrennten Eltern aufwachsen. Ich denke wir bekommen das ziemlich gut hin. Sie macht das toll und wir bekommen auch von Kita und Ärzten positives Feedback.
Aber ich selber habe damit sehr zu kämpfen. Sie kann mich mit Sätzen "ich will zu meinem Papa" oder "ich hab jetzt noch eine Mama" so wahnsinnig mit ihren 7 Jahren verletzten. Ich bin dann auch so wütend auf sie. Nur wir können das gar nicht klären, weil man sich ja so gar nicht auf Augenhöhe befindet. Oh man es zerreißt mich. Kennt das jemand und wie geht ihr damit um?

25.06.2020 23:10 • 30.06.2020 #1


17 Antworten ↓


Hey wieso verletzt Dich das und Du bist wütend auf Sie ? Sie ist ein Kind und Kinder sagen die Wahrheit. Ich würde mit Ihrem Vater sprechen das Du die Mutter bist und die neue Freundin nicht die Mutter ist. Und das würde ich der kleinen auch sagen. Ich würde mich mit ihr hinsetzen und das ihr ganz lieb und ruhig erklären. Sie muss das ja auch alles noch verarbeiten. Das Du verletzt bist kann ich sehr gut verstehen. Wäre ich auch.

Denk bitt immer dran die kleine kann nichts dafür. Und wenn jemand was dafür kann dann der Papa und oder die Freundin und das würde ich mir persönlich verbitten. Du bist die Mama und sie hat eine Mama die anderen kann sein was sie wollen Tante shoushou oder wie auch immer aber die Mama bleibst nur Du

Fühl dich mal gedrückt <3

26.06.2020 10:35 • x 2 #2




Icefalki
Sei doch froh, dass alles so gut funktioniert. Für deine Tochter sollte das Wichtigste sein, dass die mit eurer Trennung gut klar kommt, egal was sie sagt. Und Tatsache bleibt, ihr habt euch getrennt, sie dagegen steckt dazwischen.

Liebe sie einfach, egal was sie sagt, sie ist dein Kind.

26.06.2020 12:42 • x 2 #3


soleil
Zitat von Julischka85:
Sie kann mich mit Sätzen "ich will zu meinem Papa" oder "ich hab jetzt noch eine Mama" so wahnsinnig mit ihren 7 Jahren verletzten

In welchen Situationen sagt sie das denn?

26.06.2020 12:50 • #4


Zitat von soleil:
In welchen Situationen sagt sie das denn?


Da hatte es sich hochgeschaukelt. Also oft in Diskussionsmomenten oder bei Müdigkeit. Manchmal aber einfach in Situationen wo wir uns ganz lieb unterhalten und dann boom...einfach so aus dem Nichts.
Die Angst sie zu verlieren ist glaube ich einfach so gross, dass man a viel zu empfindlich ist und b sowas nicht einfach wegschlucken kann.

27.06.2020 04:42 • #5


Calima
Zitat von Julischka85:
Manchmal aber einfach in Situationen wo wir uns ganz lieb unterhalten und dann boom...einfach so aus dem Nichts.


Das ist ein Test. Oder vielmehr eine für dein Kind enorm wichtige Frage nach der Sicherheit deiner Liebe. Sie ist durch die Trennung mit der Tatsache konfrontiert worden, dass das, was bis dahin sicheres, normales, vertrautes Leben war, plötzlich verschwinden kann.

Wenn deine Tochter in einer kuschligen, liebevollen Situation verkündet, sie wolle lieber beim Papa sein oder habe eine zweite Mama, geht es um zwei Dinge: Zum einen die Sicherheit, dass sie auch dann von dir geliebt wird, wenn sie dir Dinge sagt, die nicht "lieb" sind. Zum anderen um deine Erlaubnis, auch die andere Seite ihrer Familie lieben zu dürfen.

Es ist anzunehmen, dass sie spürt, dass du mit manchen Dingen nicht ganz glücklich bist. Zum Beispiel eben mit dem Umstand, dass ihr Papa eine neue Frau hat, die sie nett findet. Und daraus entsteht die große Angst, dass sie deine Liebe verliert, wenn sie diese Frau gerne mag.

Das kann sie aber so nicht formulieren. Deswegen bleibt ihr nur, auszuprobieren, wie du darauf reagierst. Wenn du wütend oder traurig bist, verbietest du ihr ohne das auszusprechen, auch bei ihrem Papa und seiner Freundin glücklich zu sein und lieben zu dürfen.

Dass dich das eifersüchtig macht, ist gut nachzuvollziehen. Aber das muss es nicht, denn es geht nicht darum, dich gegen die andere Seite der Familie eintauschen zu wollen, sondern nur darum, in beiden Häfen sicher, geliebt und auch liebend sein zu dürfen.

27.06.2020 14:56 • x 5 #6


Das klingt ganz schön plausibel. Ich muss das mal auf mich wirken lassen.
Es ist wirklich schwer meine Emotionen der anderen Seite gegenüber vor meiner Kleinen zu verheimlichen. Ich mach das wohl sehr gut wurde mir schon oft gesagt, aber innerlich...Ich vermute die kann das spüren. So ein mist.

29.06.2020 01:14 • x 1 #7


Du bist ne gute Mama und das kann Dir keiner nehmen. Und sage Dir immer Ich bin die Mama ! Keine andere. Du hast ne tolle Einstellung. Lass Dich nicht Stressen.

29.06.2020 07:19 • #8


ichbinMel
Zitat von Jules80:
Denk bitt immer dran die kleine kann nichts dafür. Und wenn jemand was dafür kann dann der Papa und oder die Freundin und das würde ich mir persönlich verbitten. Du bist die Mama und sie hat eine Mama die anderen kann sein was sie wollen Tante shoushou oder wie auch immer aber die Mama bleibst nur Du

Das seh ich komplett anders .Die Freundin kann überhaupt nix dafür .Die einzigen die was dafür können sind Mama und Papa denn die haben das" eine Familie sein" gegen die Wand gefahren .So einfach ist das .Und ich würde einen Teufel tun und die Freundin schlecht reden oder das nicht ernst zu nehmen ,denn man kann ja selber auch in die Situation kommen ,das man einen neuen Partner an der Seite hat da möchte man ja auch das das eigene Kind den neuen Partner akzeptiert ,oder nicht ? Das das Kind nur eine Mutter hat wird es wissen aber die Freundin des Vaters kann eine Freundin sein .Solange an dem Kind keiner rum manipuliert und negatives falsches Zeug redet ist alles ok .Und aufs Kind wütend sein versteh ich absolut nicht ...denn das Kind ist ja die leidtragende Person .Ihr seid erwachsen --und wenn die Erwachsenen sich mal vernünftig austauschen dann wirds dem Kind auch gut gehn .Klar ärgert man sich manchmal über den Expartner oder dem neuen Lebenspartner ,aber dann klärt man das direkt und gut ist .
Keiner will jemanden die Mutterrolle wegnehmen .Man sollte zusammen halten des Kindes wegen und nicht gegeneinander arbeiten .Das kann sehr gut funktionieren --wenn jeder mitmacht .

29.06.2020 07:40 • x 4 #9


Ich hab nie was gegen die Freundin gesagt um gottes Willen. Nur das Sie dran denken soll das Sie die mutter ist und sonst keine. Sauer sein auf keinen Fall da bin ich ganz Deiner Meinung.

29.06.2020 08:01 • #10


ichbinMel
Zitat von Jules80:
Nur das Sie dran denken soll das Sie die mutter ist und sonst keine.

Wer soll daran denken ? Die Mutter ? Die weiss doch das sie die Mutter ist .Ich kann auch verstehen das man eifersüchtig ist auf die Freundin ,weil diese auch eine Art Beziehung zum eigenen Kind führt ( wenns ne gute Freundin ist ) .Aber die kleine ist bzw lebt bei der Mutter und geht den Papa besuchen oder ? Ist doch alles ok .Wenn man kein Problem draus macht wirds keine geben .Bei meinen Kindern war der Papa damals auch mit seiner Freundin bei mir wenn Geburtstage waren oder Weihnachten--wir waren uns auch nicht immer einig ,aber alles wurde geklärt ( manchmal auch mit Krach ) so das meine Kids nichts mitbekommen haben .Für die Kinder ist das toll wenn sich alle verstehen deswegen würde ich auch versuchen einen Draht zu der Freundin zu kriegen ( zum Wohle des Kindes) .

29.06.2020 08:10 • x 3 #11


Calima
Zitat von Jules80:
Nur das Sie dran denken soll das Sie die mutter ist und sonst keine.


Auch das ist Konkurrenzdenken und schlecht fürs Kind. Das Mädchen weiß ganz genau, wer seine Eltern sind. Aber es ist ein Kind und in seinem Herzen ist Platz für die Liebe zu mehreren Menschen.

Ich verstehe @Julischka85 gut, denn auch ihre Welt ist zerbrochen und nun muss sie zusehen, wie ihr Partner und ihr Kind genau die Familie leben, die sie selbst im Moment nicht mehr haben kann. Das tut weh und macht Angst, nach der Liebe des Partners auch die Ihrer Tochter zu verlieren.

Da ist es schwer, das Kind liebevoll dabei zu unterstützen, in der zweiten Familie glücklich sein zu dürfen. Aber genau das ist jetzt ihre Aufgabe - und genau das wird die Bindung ihrer Tochter zu ihr auch stärken, weil das Kind sich mit seinen Gefühlen von ihr angenommen fühlen kann.

Das Beste, das passieren kann ist, wenn die Liebe des Kindes keine Entscheidungen treffen muss. Das würde großen Schaden in der kleinen Seele anrichten, denn es würde Urvertrauen und Geborgenheit zerstören. Die Abwehr der Mutter bringt das Kind in einen starken Loyalitätskonflikt.

Wenn der nicht stattfinden muss, passiert nur eines: Das Mädchen erlebt uneingeschränkte Liebe, die nicht an Bedingungen geknüpft ist. Eine wunderbare und elementare Erfahrung! Die Mama wird dadurch nicht unwichtiger, sondern bleibt die Basis genau dieser uneingeschränkten Liebe.

Der Schmerz der Mutter wird vergehen. Der des Kindes aber nie mehr, wenn es jetzt diesen Schmerz teilen muss, statt über den eigenen hinweg getröstet und liebevoll getragen zu werden.

29.06.2020 08:40 • x 1 #12


Zitat von ichbinMel:
Das seh ich komplett anders .Die Freundin kann überhaupt nix dafür .Die einzigen die was dafür können sind Mama und Papa denn die haben das" eine Familie sein" gegen die Wand gefahren .So einfach ist das .Und ich würde einen Teufel tun und die Freundin schlecht reden oder das nicht ernst zu nehmen ,denn man kann ja selber auch in die Situation kommen ,das man einen neuen Partner an der Seite hat da möchte man ja auch das das eigene Kind den neuen Partner akzeptiert ,oder nicht ? Das das Kind nur eine Mutter hat wird es wissen aber die Freundin des Vaters kann eine Freundin sein .Solange an dem Kind keiner rum manipuliert und negatives falsches Zeug redet ist alles ok .Und aufs Kind wütend sein versteh ich absolut nicht ...denn das Kind ist ja die leidtragende Person .Ihr seid erwachsen --und wenn die Erwachsenen sich mal vernünftig austauschen dann wirds dem Kind auch gut gehn .Klar ärgert man sich manchmal über den Expartner oder dem neuen Lebenspartner ,aber dann klärt man das direkt und gut ist .Keiner will jemanden die Mutterrolle wegnehmen .Man sollte zusammen halten des Kindes wegen und nicht gegeneinander arbeiten .Das kann sehr gut funktionieren --wenn jeder mitmacht .

Sind das deine eigenen Erfahrungen?

29.06.2020 22:54 • #13


Zitat von ichbinMel:
Wer soll daran denken ? Die Mutter ? Die weiss doch das sie die Mutter ist .Ich kann auch verstehen das man eifersüchtig ist auf die Freundin ,weil diese auch eine Art Beziehung zum eigenen Kind führt ( wenns ne gute Freundin ist ) .Aber die kleine ist bzw lebt bei der Mutter und geht den Papa besuchen oder ? Ist doch alles ok .Wenn man kein Problem draus macht wirds keine geben .Bei meinen Kindern war der Papa damals auch mit seiner Freundin bei mir wenn Geburtstage waren oder Weihnachten--wir waren uns auch nicht immer einig ,aber alles wurde geklärt ( manchmal auch mit Krach ) so das meine Kids nichts mitbekommen haben .Für die Kinder ist das toll wenn sich alle verstehen deswegen würde ich auch versuchen einen Draht zu der Freundin zu kriegen ( zum Wohle des Kindes) .


sie lebt bei uns beiden. 50:50. Die Freundin verbringt genauso viel Zeit mit meiner Kleinen wie ich. Haben deine Kids schon mal von der anderen Mama gesprochen?

29.06.2020 22:57 • x 1 #14


ichbinMel
Zitat von Julischka85:
Sind das deine eigenen Erfahrungen?

Das sind meine eigenen Erfahrungen die ich selbst gemacht habe mit meinen Kindern .50:50 hatte ich nicht aber ich hab damals dem Vater meiner Kinder versprochen das er die Kinder sehen kann wenn er möchte also keine warterei aufs Wochenende denn man ist ja nicht nur am Wochenende Papa.Meine Kinder waren damals jünger als 7 sind quasi so groß geworden und als sie in dem alter waren, wussten sie,das es nur eine Mama gibt nämlich mich .Die Freundin vom Papa kann die Freundin der Kinder werden ,aber leicht ist das alles nicht .Aber machbar .Egal wie schwer es war hab ich immer wie ein Fels in der Brandung vor meinen Kindern gestanden .

29.06.2020 23:07 • x 1 #15


Wir gesagt iCh bin nicht ihr Mittelpunkt, im Gegensatz zu deinen Erfahrungen. Wir sind seit 3 Jahren getrennt und meine Kleine wächst ebenfalls mit der Situation auf. Sie macht das ganz toll. Aber die Freundin ist eben im gleichen Umfang in ihrem Leben wie ich. Wenn dein Kind zu dir sagt sie hat noch eine zweite Mami, reißt dir das den Boden weg. Da kannst du noch so taff und stabil sein.

30.06.2020 08:37 • x 1 #16


Abendschein
Zitat von Julischka85:
Hallo Zusammen,mein Tochter muss leider bei getrennten Eltern aufwachsen. Ich denke wir bekommen das ziemlich gut hin. Sie macht das toll und wir bekommen auch von Kita und Ärzten positives Feedback. Aber ich selber habe damit sehr zu kämpfen. Sie kann mich mit Sätzen "ich will zu meinem Papa" oder "ich hab jetzt noch eine Mama" so wahnsinnig mit ihren 7 Jahren verletzten. Ich bin dann auch so wütend auf sie. Nur wir können das gar nicht klären, weil man sich ja so gar nicht auf Augenhöhe befindet. Oh man es zerreißt mich. Kennt das jemand und wie geht ihr damit um?

Hallo @Julischka85 ich kenne das was Du schreibst nicht, ich habe keine Kinder. Ich kann Dich verstehen, das
Du verletzt bist, aber nicht Dein eigenes Kind verletzt Dich. Ich glaube das Kinder in dem Alter nicht bewußt verletzen können.
Wichtig wäre es zu klären und zu erklären, das es nur eine einzige Mama gibt und das bist Du. Die Freundin Deines
Mannes oder ex Mannes, ist nicht ihre Mama. Das müßte ganz klar zu trennen sein und auch zu erklären. Wütend brauchst Du
nicht zu sein, auf Deine Tochter, sie ist 7 Jahre alt, sie ist ein Kind. Es wäre wichtig das zu klären, aber nicht mit dem Kind, sondern mit den Erwachsenen.

30.06.2020 09:22 • x 1 #17


Calima
Zitat von Julischka85:
Wenn dein Kind zu dir sagt sie hat noch eine zweite Mami, reißt dir das den Boden weg.


Aber was ist so schlimm daran? Ich habe mit beiden Situationen gelebt: Meine Tochter aus erster Ehe hatte häufige und regelmäßige Kontakte mit ihrem Vater und dessen zweiter Frau. Als ich ein Jahr beruflich ins Ausland ging, lebte sie für diese Zeit ganz dort. Sie war damals 3 und ihre persönliche "Sprachregelung" war "Mami" für mich und "Mama" für die Partnerin ihres Vaters.

Als sie das zum ersten Mal in meinem Beisein sagte, hat es mich auch gerissen. Immerhin hatte ich sie geboren. Aber ich bin ein Kind der 1970-er Jahre und Freiheit und unkonventionelle Lebensformen waren immer auch meine Lebensmaxime. Also hab' ich mir auf die Füße getreten und mir klargemacht, dass mein Kind nicht mein Besitz ist und ein Recht darauf hat, zu lieben, wen es lieben möchte, ohne dass ich ihm das versaue. Letzten Endes kann ja auch allen Beteiligten nichts Besseres passieren, als dass das Kind glücklich in diesem Leben, das es nicht zu verantworten hat, wird.

Als ich meinen jetzigen Mann kennenlernte, gab es auf seiner Seite zwei Söhne, die damals 9 und 11 Jahre alt waren. Sie lebten - ähnlich wie bei dir - zu ziemlich gleichen Teilen bei ihrer Mutter und bei uns. Sie vermieden in den ersten Wochen jede Anrede, obwohl wir ihnen gesagt hatten, dass sie mich nennen könnten, wie sie möchten. Wenn mein Mann mit ihnen über mich sprach, nannte er mich immer beim Vornamen.

Da ich nicht der Trennungsgrund war, gab es von Seiten der Mutter keine direkten Ressentiments mir gegenüber, aber sie hat die Trennung nie wirklich verwunden und auch nie mehr einen neuen Partner gehabt, bis sie vor 6 Jahren starb. Daraus schließe ich, dass es dennoch schwer für sie gewesen sein muss, unser Familienleben zu erleben. Wenn sie nicht darauf angewiesen gewesen wäre zu arbeiten und wenn mein Mann nicht so nachdrücklich auf das Zusammenleben mit seinen Söhnen bestanden hätte, hätte sie es sicher gern vermieden.

Dementsprechend schwer taten sich die Jungs, bei uns anzukommen und sich zwischen den Familienteilen zu bewegen. Es hat mir oft das Herz zerrissen, wie verzweifelt sie in dem Bestreben, loyal ihrer Mutter gegenüber zu sein und sich bei uns wohlfühlen zu dürfen, gerungen und gerudert haben. Wir haben nie Druck aufgebaut, aber viel mit ihnen über die Situation gesprochen. Zudem haben sie mitbekommen, wie locker und entspannt das bei meiner Tochter mit ihren beiden Familien lief.

Ihr Mutter zeigte leider wenig Verständnis dafür, dass sich die Jungs aufrieben und bestrafte sie wohl oft mit Liebesentzug in Form von nicht mehr mit ihnen Reden, wenn sie fröhlich von einem Aufenthalt bei uns zurückkamen oder sie verbot ihnen von ihren Erlebnissen bei uns zu erzählen oder weinte, wenn sie es taten. Sie bestand immer darauf, dass ihre Söhne an Weihnachten und ihren Geburtstagen bei ihr waren, was für meinen Mann nicht einfach war, was er aber akzeptierte, um nicht noch mehr Druck auf die beiden auszuüben.

Nach etwa einem halben Jahr nannten mich die Jungs dann beim Vornamen, was ich als große Erleichterung gegenüber der vorhergehenden Namenlosigkeit wahrnahm. Als der Ältere 13 wurde, weigerte er sich, überhaupt noch bei seiner Mutter zu wohnen. Alle Vermittlungsversuche scheiterten und er lief schließlich sogar weg, um klarzumachen, dass er es ernst meinte. Für den Jüngeren war das eine Katastrophe, und nur, weil der große Bruder das verstand, war er ein paar Monate später zumindest wieder bereit, seine Mutter zu besuchen. Sein Lebensmittelpunkt blieb aber bei uns. Ab dem Moment des Einzugs nannte er mich "Mom" - von einem Augenblick auf den anderen und ab da mit völliger Selbstverständlichkeit und absoluter Konsequenz. Das übernahm sein Bruder nach kurzer Zeit ebenfalls.

Interessanterweise wurde das dann für ein paar Wochen zu einem Thema für meine Tochter, die für sich klarkriegen musste, dass sie nicht mehr den Alleinanspruch darauf hatte, mich als ihre Mutter zu bezeichnen. Das gab sich aber glücklicherweise recht schnell und trübte auch die gute Beziehung zwischen den Dreien nicht nachhaltig. Ihr "Mami" hat sie aber beibehalten - bis heute mit fast 38 .

Warum ich das erzähle? Weil es um die Kinder geht, und weil ich erfahren habe, was es in Kinderseelen anrichtet, wenn sie in Loayalitätskonflikte gebracht werden, weil Erwachsene sie nicht einfach lieben lassen. Gleichzeitig bin ich dankbar, dass meiner Tochter das erspart blieb, auch wenn es mich zu Anfang einiges an Überwindung gekostet hat.

Ach ja: Auch das verlief bei weitem nicht immer reibungslos. Meine Tochter kündigte immer wieder mal an, zu ihrem Vater zu ziehen, wenn wir Streit miteinander hatten. Als sie irgendwann verstand, dass sie das tatsächlich auch tun dürfte, hörte sie damit auf.

30.06.2020 12:12 • x 2 #18



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