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Nordlicht49
Hallo an alle,

ich habe aktuelle ein leichtes Erschöpfungssyndrom und ängstliche Verstimmungen. Für eine Therapie bin ich seit 1,5 Jahren auf Warteliste und bin aktuell am schauen, ob ich schneller einen Termin bekomme. Ich habe schon 8 Psychologen abtelefoniert und warte noch auf 1 Rückmeldung. Das ist eine ziemliche Herausforderung.

Vor 3 Jahren bin ich in ein kleineres Büro in einer großen Spedition, wo ich seit 10 Jahren arbeite, gewechselt.
Eigentlich war es dort immer etwas ruhiger und entspannter als in dem Großraumbüro, wo ich ich vorher war.
Auch unter den Kollegen war nicht so ein Konkurrenzkampf.
Das hat sich in dem Büro wo ich arbeite zum Negativen entwickelt.
Wir haben ein hohes Auftragsaufkommen und die Stimmung ist durch den Stress schlechter geworden.
Ich arbeite 30 Stunden die Woche, weil ich mich um meine pflegebedürftige Mutter nebenbei kümmere.

Bei uns wurde ein stellvertretender Abteilungsleiter ins Büro gesetzt. Das hat den Grund meine andere Kollegin und meinen Kollegen zu beobachten, da die beiden angeblich nicht ihre Pausen stempeln und einfach früher gehen und das Büro leer sein soll, wenn es eigentlich noch besetzt sein sollte.
Das kann ich natürlich nicht beurteilen, da ich meistens um 15 Uhr Feierabend habe.
Mit unserem stellvertretenden Abteilungsleiter habe ich mich ganz gut verstanden. Bei ihm habe ich auch festgestellt, dass er sich verändert hat. Er ist zwischenmenschlich etwas abgekühlt und zieht nur noch sein Karriereding durch ohne auf die Belange der Angestellten einzugehen.
Er ist auch eine kleine Tratschtante und streut Gerüchte über meine jüngere Kollegin, die nicht wahr sind.
Nun fühlen sich alle anderen natürlich beobachtet und ich habe auch das Gefühl, dass er manche auf den Kieker hat.
Dann haben wir einen Mitarbeiter aus dem gewerblichen Bereich der ein toxisches Verhalten hat.
Am Donnerstag hat dieser Kollege mir einen Fehler unterstellt, den ich gar nicht gemacht habe.
Es war eine Auszubildende die etwas falsch gemacht. Nun war es nichts Dramatisches.
Die Art und Weise wie er solche Beschuldigungen ausspricht und pauschalisiert geht gar nicht.
Genauso habe ich ihm das in dem Moment gesagt und dass ich mir nichts unterstellen lasse, ich unterstelle ihm schließlich auch nichts.
Dieser Kollege soll wohl auch alle aus dem gewerblichen Bereich gegen das Büro aufhetzen.
Wir haben eine Frontenbildung. Vor Weihnachten ging es los.
Dieser Kollege diffamiert nicht nur mich auch die anderen im Büro und ebenso ein bis zwei Kollegen im gewerblichen Bereich.
Unser stellvertretender Chef schweigt sich mit meiner jüngeren Kollegin an und die Stimmung ist sehr eingefroren. Montag kommt unser andere Kollege wieder, der weiß noch gar nichts von der neuen Situation und der Kollege muss auch noch den Schreibtisch wechseln.
Meine Kollegin und mein Kollege haben seit ein paar Wochen nicht mehr so viel Motivation im Job durch diese Gegebenheiten.
Da ich hochsensibel bin, merke ich leider schnell, wenn irgendwas in der Luft liegt.
Am Montag habe ich auch ein Gespräch mit meinem Chef.
Dem habe ich schon von dem Vorfall mit dem Mitarbeiter aus dem gewerblichen Bereich am Telefon erzählt und der ist auf meiner Seite.
Mich begleitet nun seit ein paar Wochen ein unsicheres Gefühl ich habe auch schon 2mal bei der Arbeit geweint und nun häufiger wieder mit psychosomatischen Beschwerden zutun.
Ich mache seit November ein Online Programm (HelloBetter Burnout) das hilft mir ein wenig bei meinen Problemen.
In das jetzige Büro bin ich vor 3 Jahren aus gesundheitlichen Gründen versetzt worden, damals bin ich im alten Großraumbüro gemobbt worden und war das dritte Opfer von dieser Person die viele alte Kolleginnen rausgemobbt hat. Ich hatte Herzrhythmusstörungen und war kurz davor Betablocker nehmen zu müssen. Zu dem damaligen Zeitpunkt war ich 5 Wochen krank geschrieben und kurz vor einer Wiedereingliederung . Da bin ich dem Krankengeld gerade noch von der Schippe gesprungen.
Da möchte ich natürlich nicht wieder hin.
Wir haben übrigens keinen Betriebsrat, trotz 500 Mitarbeitern. Es gibt einen Betriebsarzt.

Ich wohne auf dem Land und Jobangebote gibt es in der nächsten Kleinstadt.
Mein Ziel ist eine andere Branche. Die Logistik ist ein Termingeschäft und es wird immer verrückter. Durch meine Erschöpfung fällt es mir sehr schwer, Energie in Bewerbungen zu setzen.
Eine Option für mich ist noch eine Krankschreibung zu Liebe meiner Gesundheit.
Mir liegt auch eine Überweisung mit Code für eine Psychotherapie vor. Bei der 116117 habe ich schon angerufen. Die nächsten 5 Wochen gibt es keinen freien Termin in meiner Nähe. Ich soll es nächste Woche noch mal probieren.
Mitte Februar habe ich einen Termin zum Kennenlern-Gespräch bei einer Psychologin. Immerhin ein kleiner Lichtblick.
Ansonsten mache ich für mich noch Meditation, Spaziergänge, schöne Musik hören und malen, zeichnen oder ein Buch lesen zum Runter kommen.
Am Schlimmsten ist meine Angst vor unangenehmen Situationen am Arbeitsplatz, wie z. B. meine Arbeit nicht zu schaffen oder dass ich angeschrien werde oder Ähnliches.
Wenn es wieder hochkommt, dann mache ich Atemübungen mit zählen und meistens wird es dann besser.

Seit Ende Oktober nehme ich übrigens hochdosiertes Johanniskraut, welches mir mein Hausarzt verschrieben hat, das hilft mir gegen Winterdepressionen.

Erstmal versuche ich weiter zu arbeiten. Meine Kollegin, meinen Kollegen und unseren richtigen Chef also den Hauptabteilungsleiter mag ich nämlich.
Sonst kann ich immer noch die Konsequenzen ziehen.

Habt ihr auch solche Erfahrungen am Arbeitsplatz gemacht?

Wie geht ihr mit Ängsten und Stress bei der Arbeit um?

Ich freue mich über eure Erfahrungen.

LG Nordlicht

13.01.2024 13:42 • 13.01.2024 #1


2 Antworten ↓


N
Zitat von Nordlicht49:
1,5 Jahren auf Warteliste und bin aktuell am schauen, ob ich schneller einen Termin bekomme. Ich habe schon 8 Psychologen abtelefoniert und warte noch auf 1 Rückmeldung. Das ist eine ziemliche Herausforderung.


Erstmal ist es super toll, dass du diesen Schritt schon gewagt hast!

Zitat von Nordlicht49:
Er ist auch eine kleine Tratschtante und streut Gerüchte über meine jüngere Kollegin, die nicht wahr sind.


Ich hab mir diesen Satz mal rausgepickt, aber antworte jz. allgemein auf den ganzen Post. Solche Leute triffst du leider überall. Ich war mal in einem FSJ und die Arroganz mancher Leute ist unglaublich. Ich habe selber schon erwischt (war auf Toilette in unmittelbarer Nähe) wie über mich abgelästert wurde, wegen einer KLEINIGKEIT. Das sind hoch unzufriedene Menschen. Vergiss nie, dass es nichts mit dir zu tun hat. Es ist eig. super lächerlich! (Die Olle hatte mir sogar noch zum Geburtstag gratuliert, ahaha, miese Heuchlerin. ) Ich denke, ein Jobwechsel ist die Lösung. Lass dich nicht kaputtmachen.


Zitat von Nordlicht49:
Mitte Februar habe ich einen Termin zum Kennenlern-Gespräch bei einer Psychologin. Immerhin ein kleiner Lichtblick.


Super! Viel Glück!

13.01.2024 21:01 • x 1 #2


Nordlicht49
@Ninalein
Hallo Ninalein,

vielen Dank für dein Feedback.
Ja, das kann ich nur bestätigen diese giftigen (toxischen) Menschen gibt es leider überall.
Was für eine falsche Person bei deinem FSJ, sehr beschämend für diese Frau.
Unser Sohn macht gerade Bundesfreiwilligendienst für sein Lehramt, das ist auch kein Pappenstiel.

An meinem Arbeitsplatz ist es nicht nur dieses eine Problem. Auch das Arbeitspensum und der Druck haben im letzten halben Jahr stark zugenommen und das Klima im Büro ist angespannt geworden.
Ich werde das mal beobachten. Parallel registriere ich mich in den bekannten Jobbörsen im Internet.

Jetzt versuche ich das Wochenende zu genießen und mich mit Dingen zu beschäftigen, die mir Spaß machen.
Ich versuche es jedenfalls...

GLG Nordlicht

13.01.2024 23:00 • x 1 #3