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Ich finde das gar nicht gut, wenn Therapeuten immer gleich Gefühle aufrufen wollen. Wenn einer weiß, was er da tut und wie er dann auch reagieren muss, ist es ok. Aber bei einem Klinikaufenthalt, der insgesamt mal grade 6-8 Wochen angelegt ist, und der kaum angefangen haben kann, wenn er jetzt auf 4 Wochen beschränkt wurde, halte ich das für ein riskantes Manöver.
Das kommt mir mehr inkompetent als kompetent vor. Sowas kann hinten los.
Man kann auch anders an seine Gefühle kommen, einfach, indem man mal Zeit mit sich selbst verbringt, alles weg, was mit anderen Menschen, Job, Haustiere, Terminplaner usw. zu tun hat. Am besten mal ein Schweigeretreat machen und mal entweder voll ins Internet eintauchen, nur Musik hören, Seiten durchforsten, hängen bleiben, wo es einen interessiert und warten, was kommt..... Aus der Tiefe des Körpers, der Organe, des Gehirns, aus den tieferen Hirnschichten kommen dann die Signale... Alles, was man machen muss, ist zuhören und auf die inneren Bilder warten, die hochkommen, und sie anschauen.
Es gibt da ganz verschiedene Mittel, wie man an sich selbst ran kommt..... Das Umfeld ändern, ein Coaching, ein gutes Buch, eine Typveränderung oder einfach nur raus in den Garten liegen und unter einen Apfelbaum sitzen und seine Katze kraulen und durch die Äste in die Wolke schauen.....Alles kann einem helfen, was eben die Sinne aktiviert oder mal die Nebenschauplätze abschaltet...
Und dann hilft nur noch Ehrlichkeit wie Ich hasse meinen Job. Mir ist meine Vaterrolle zu schwer. Ich habe Angst vorm Klimawandel und fühle mich ohnmächtig. Ich bin allein und einsam. Ich mag mich so wie ich bin nicht und die anderen tun es auch nicht...
Und wenn dann die ganzen Baustellen aufbrechen, muss man sich sortieren und überlegen, wie man es verändern kann und was es dafür braucht, dass man Veränderungen schaffen kann, wo will man hin und was will man nicht mehr.... Es gibt eine Menge Tricks und Übungen und Kniffe, die man machen kann, um genau da weiterzukommen.
Und ganz ehrlich: Die meisten Kliniken haben Wissen nicht, noch nicht. Ich kenne von vielen Kliniken den Inhalt, wie die therapeutisch arbeiten und das ist nicht das Neuste auf dem Markt.
Fazit:
Ich würde mir - wenn ich mir das leisten könnte oder es auf Krankenkasse bekommen kann - einen ambulanten Therapeuten suchen, der wirklich was auf Lager hat, der mich ernst nimmt und dem es ein Anliegen ist, mich wirklich weiter zu bringen. Und da denke ich, kann man echt mehr erreichen als in so eine Fließbandabfertigung in so einer Klinik.
Klinikaufenthalte sind - auch aufgrund der knappen Zeit - einfach nicht in der Lage, eine wirklich gute Therapie zu liefern. Sie kann einen Anfang machen, aber bei den meisten Menschen wird es nicht mehr sein.
Also wenn mich diese Ärzte da ärgern und mich zurückwerfen würden, dann würde ich mir jetzt anderswo gute Anregungen suchen, die mich ansprechen, wo ich mich abgeholt fühle, die mich positiv ansprechen und mir Kraft und Ideen bringen...
Ich finde solche Holzhammermethödchen eher verkehrt als richtig.
04.03.2023 12:08 •
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