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Liebe Silke
Vielen Dank. Ja ich habe es mir wirklich nicht ausgesucht. Du ahnst vieleicht gar nicht wie selbstverständlich viele Menschen alles so hinehmen. Wenn Du z.B. auf der Strasse gelegen und geschlafen hast im Winter weil ein die Wohnheime überfüllt waren weißt Du später erst wie sehr ein warmes Bett und ein Dach über dem Kopf doch wertvoll sind.
Wer das nicht mitgemacht hat versucht es sich vorzustellen ,es ist schlimmer
Oder wenn Du betteln mußt um was zu Essen zu bekommen. Und kaum einer gibt was , weil sie denken es wird für Alk mißbraucht. Ist schon schlimm. Man kommt sich erniedrigt wertlos und minderwertig vor. So mach dummen Spruch bekommt man dann auch noch gedrückt.
Manch einem eingebildeteten Lackaffen hätte ich dieses Leben mal gewünscht. Nur für 2 Wochen
Na ja. Es ist geschafft und überstanden und es gibt noch schlimmere Schiksale als das meine gewesen ist. Ich wollte damit eben nur zum Ausdruck bringen das sich viel zu wenige Gedanken darüber machen warum so manch einer auf der Strasse sitzt. das sind bei weitem nicht alles Knastbrüder die kein zu Hause haben. Auch eines von vielen Vorurteilen.
Das schwierigste war ja nicht der Absturz , sondern das Aufraffen und die Kraft zu entwickeln durch die Therapien und Nachsorgewohngemeinschaften zu kommen und an sich was zu ändern was mit viel unangenehmen Kritiken und Tränen zu tun hatte
Doch letztendlich hat es sich gelohnt. Nur sieht man das in einer solchen Situation selber nicht
Doch das war nötig um die Tränen hoch und vor allem rauskommen zu lassen. Es war als heulte ich mein ganzes leben aus dem Leib. Und ich dachte jetzt ist die Gruppe auch noch gegen mich. War aber nicht so. Sie haben mich nur so fertig gemacht damit die Dämme e n d l i c h einmal brechen bei mir Dickschädel und die Tränen kommen konnten. Denn das war Erleichterung und Grundlage dafür Gefühle ohne Scham zulassen zu können. Erst dann war ich Therapiefähig.
Es war wunderschön als sich die Gruppe von 11 leuten sich danach rührend um mich kümmerte und mich trösteten als ich weinte . manche weinten selber und entschuldigten sich das sie mir so weh getan hatten, doch sie wollten nur helfen
Es tut gut von 11 menschenum einen herum in den Arm genommenzu werden und gedrückt und Mut zugesproche zu bekommen. Erst weinte ich aus Schmerz und verzweiflung über das was geschehen war, dann über die böse Kritig die mich zum weinen brachte und ich verfluchte die Gruppe samt Therapeut und Co-Therapeuten und dann weinte ich vor dankbarkeit das mich die Gruppe tröstete und es vielen so nahe ging das sie selber weinen mußte weil sie mir so ungern weh getan hatten um mich zum weinen zu bringen.
Diese ehrlichen Gefühle , die Geborgenheit in diesem Moment , die Augen in die ich sah und die Tränen darin die aufrecht und nicht gespielt waren , sie werden mir nie wieder aus dem Kopf gehen ........... Nach all dem Erlebten. Nun hatte ich Vertrauen und konnte mich in der Therapie auch fallen lassen ohne Scham oder Peinlichen Gefühlen.
Wie Du siehst, hat es bis heute geholfen.
Mit ein paar Tränen im Knopfloch . Danke für die lieben Wünsche ...schnief ....