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3

D

Desdemona
Mitglied

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Liebe Forumsmitglieder,
ich bin 49 Jahre alt und mein Vater ist sehr autoritär und kommandiert mich ständig herum. Er zupft an meiner Kleidung und an meinen Haaren und will Dinge in meiner Wohnung verändern, weil ich es nötig habe, ständig korrigiert zu werden, wie er findet. Wenn ich meine Meinung sagen will, erwidert er mit Betonung "Sei still!". Er erwartet von mir, dass ich alles mache, was er will und lässt sich nichts von mir sagen. Er geht mir mit seinem extrem patriarchalen Verhalten so sehr auf die Nerven, ich ertrage es nicht und ich habe den Kontakt zu ihm für immer abgebrochen! Aufgrund seiner Erziehung leide ich an sozialer Phobie und habe keine sozialen Kontakte außer der Eingliederungshilfe.

Die Eingliederungshilfe fragt mich immer, ob ich denn wieder Kontakt zu meinem Vater aufgenommen hätte und das macht mich richtig wütend und ich kann nachts nicht schlafen, weil diese Eingliederungshilfe allen Ernstes von mir verlangt, dass ich zu diesem aggressiven Vater, der mich psychisch krank gemacht hat, Kontakt aufnehmen soll.

Ich bin total sauer auf sie und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.

08.08.2026 x 2 #1


4 Antworten ↓

Gaulin
@Desdemona für was ist die Eingliederungshilfe? Für deinen Job? Warum spielt dein Vater dabei eine Rolle?

#2


A


Eingliederungshilfe und Kontaktabbruch zum autoritären Vater

x 3


Rogue
Hallo Desdemona,

es tut mir sehr leid, dass du von deinem Vater so viele ertragen musstest und finde es super stark von dir, dass du den Kontakt abgebrochen hast! Sehr, sehr gut gemacht, wirklich, ich weiß aus persönlicher Erfahrung, wie viel Kraft und Stärke das kostet! Bleib' dabei und lass' dir dir da nichts einreden!

Der Eingliederungshilfe gegenüber würde ich sehr deutlich formulieren, dass du diese Art von Vorschlägen künftig nicht mehr wünscht und dass man das künftig bitte unterlassen soll. Ich würde klar sagen, dass das für dich eine wichtige persönliche Grenze ist, die man bitte respektieren möge. Ich würde das auch in deiner Akte notieren lassen, falls mal eine Vertretung kommt.
Ich hatte mal eine ähnliche Situation mit einer ambulanten psychiatrischen Pflege. Da gab es eine ganz ähnliche Situation, ich habe das der betreffenden Pflegekraft mehrfach gesagt. Als sie damit nicht aufgehört hat, habe ich im Büro angerufen und das erzählt. Es wurde in der Akte notiert und künftig respektiert. (Kurze Zeit später habe ich eh eine neue Betreuung bekommen, da diese Person den Pflegedienst sowieso verlassen hat.)

Du musst das nicht aushalten, im Endeffekt bist du "Kunde" bei der Eingliederungshilfe, die bekommen Geld dafür.
Wenn eine für dich wichtige Grenze wiederholt missachtet wird, musst du das nicht aushalten.

Therapeutisch kann das für dich ein weiterer ganz wichtiger Schritt sein: zu erkennen, dass du heute kein kleines, von den Eltern abhängiges Kind mehr bist, sondern eine erwachsene Person, die ihre Grenzen haben und verteidigen darf. Aushalten gehört der Vergangenheit an, in der Gegenwart hast du eine Stimme, die andere Menschen zu respektieren haben.
Die Eingliederungshilfe soll dir helfen und dich nicht zusätzlich belasten.
Und schon gar nicht soll sie dafür sorgen, dass du wichtige gesunde Schritte wieder rückgängig machst.

Alles Gute für dich! LG

#3


D
Vielen Dank für deine Antwort, Rogue, das hilft mir sehr. Ich werde es mit der Eingliederungshilfe so besprechen.
Wobei, das letzte Mal, als ich sie freundlich kritisiert habe, war sie total verärgert über meine Kritik.

x 1 #4


Rogue
Zitat von Desdemona:
Vielen Dank für deine Antwort, Rogue, das hilft mir sehr.

Sehr gerne!

Zitat von Desdemona:
das letzte Mal, als ich sie freundlich kritisiert habe, war sie total verärgert über meine Kritik.

Solche Situationen habe ich mit ambulanten Pflegekräften auch schon erlebt, es ist immer schade, wenn solche Sachen passieren, aber du bist damit nicht alleine, das passiert anderen auch, das liegt nicht an dir, sondern an der entsprechenden Pflege- oder Unterstützungsperson.
Manche behandeln ihre Klienten wie kleine unmündige Kinder, die nicht wissen, was gut für sie ist, und das muss man sich absolut nicht bieten lassen.
Ich habe auch lange gebraucht, mich in solchen Situationen irgendwann mal zu wehren, das fällt einem ja nicht leicht.

Und ich konnte dann irgendwann erleben, dass es halt auch anders geht, dass dieser Umgang mit Klienten eben nicht normal ist und dass gegenseitiger Respekt in einer Betreuungs- und Unterstützungs-Situation ganz wichtig ist.
Und dass für sich und seine Grenzen einzustehen ein großer Schritt in die richtige Richtung ist.

Du bist auf dem Weg der Heilung und machst schon ganz viel sehr richtig, mach' weiter so! Du bist stark, setz' dich weiter für dich ein, das ist genau der richtige Weg! Alles Liebe!

LG

#5





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