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M
Zitat von Alice321:
Welcher Begriff wäre für dich passend ?

Auch wenn´s haarspalterisch anmuten mag, finde ich persönlich Alk. am treffendsten. Suchten entwickelt man aktiv, wobei der Alk. unterstellt wird, dass man sie quasi "mitbringt". Die Abhängigkeit hingegen hört sich ebenfalls zu stark nach Opfer an... zwinkern Ist aber übrigens nur meine Meinung, die auch in meiner SH-Gruppe nicht von allen geteilt wird.

• x 3 #21


Raffa1974
Zitat von Alice321:
Ich bin 22 Jahre alt. Ich denke das ist ein Alter in dem man diese Dinge noch aufarbeiten darf. Einfach "nach vorne blicken" ist leider ...

Natürlich darfst du traurig sein, und natürlich ist es so, dass alle Beteiligten leiden, auch die Angehörigen. Alk. zerstört Menschen, aber auch ganze Familien. Jeder Schmerz darüber darf natürlich sein

• x 2 #22


A


Alk. Mutter Leberzirrhose Tod Sorgen

x 3


Sonnenzauber
Ich kann nur die andere Seite aufzeigen, ich bin selber abhängig von nicht wenigen Medikamenten. Und die Angehörigen gerade meine Mama fühlen sich sehr hilflos, verzweifelt und ausgeliefert. Vielleicht hilft dir das etwas 😊

• x 2 #23


Cornelie
Zitat von Alice321:
Ich bin 22 Jahre alt. Ich denke das ist ein Alter in dem man diese Dinge noch aufarbeiten darf. Einfach "nach vorne blicken" ist leider ...

Ich wünsche dir das du es aufarbeiten kannst.
Das du es akzeptieren kannst und das du lernst damit gut zu leben.
Aber es wird immer ein Teil deiner Geschichte sein, er sollte nur nicht zu den wichtigsten gehören

• x 2 #24


boomerine
Du bist jetzt in dem Alter, wie ich damaliger Zeit.
Als es bei meiner Mama diagnostiziert wurde.
Meine Mama hat getrunken, weil es für sie ein Trost war, wenn mein Vater wieder unterwegs war
Mein Vater war ein notorischer Fremdgänger.
Heute im Nachhinein.
Bewusst wurde es mir als ich ca
15 Jahre alt war.
Es begann schleichend, vorher nur der Wein.
Wenn mein Vater abends unterwegs war. Ware seine Worte zu uns Kinder
plus Schlüssel zum Keller hol zwei Flaschen für Mama rauf.
Zusätzlich kaufte auch Mama ihren Wein.
Wiegesagt das obligatorische, sie hoffte, das er zurück kehrt, er reichte dann irgendwann die Scheidung ein und speiste sie billigst ab
Das war dann der endgültige Fall
Wir 3 Kinder hatten keine Chance.
Sie hob ihn nach wie vor in den Himmel, obwohl sie die eheliche Wohnung verlassen musste.
Sie zog nach nebenan
Die harten Getränke kamen.
Sie stürzte mehrfach.
Sie hat alleine gelebt
Ich war außerhalb ( ebenso meine Geschwister) von München in der Lehre.
Wie die Arbeitszeiten in der Gastronomie sind, brauch ich nicht schreiben.
Ich sah meine Mama alle 3 - 4 Wochen.
Es zog sich.
Ein KH Aufenthalt nach dem andern folgte.
Wir sahen sie nicht mehr regelmäßig.
Wir haben auf sie eingeredet.
Nix hat geholfen.
Irgendwann kam dann die Diagnose
Leberzerose.
Anfangsstadium, wenn ihr Mutter jetzt aufhört dann kann sie es noch schaffe.....
Die Augen bekamen den ersten Gelbstich und die Hautfarbe verfärbt sich.
Mittlerweile hatte ich ein Auto und bin mit meinen ersten Mann zusammen gezogen, ziemlich nahe bei ihr.
Mein Vater stand immer noch erster Stelle
Umgekehrt das Gegenteil.
Sie musste wieder ins Krankenhaus, das war dann das Ende.
Ich werde den Dienstag nicht vergessen, im Fernseher lief der Millionenbauer, ich war unruhig, so fuhr ich gegen 22Uhr nochmal zu ihr.
Sie lag im Bett und schlief wurde nebenbei noch abgesaugt.
Ich redete mit ihr, die Vergangenheit war näher als die Gegenwart aber immer wieder so zwischendrin kommt Papa noch ?
Ich weiß es nicht.
Irgendwann kam die Schwester rein und sagte, daß kann dauern heute nicht mehr.
Ich fuhr nachhause, wir machten uns fertig, wollten ins Bett gehen, kam der Anruf, ihre Mutter ist verstorben.
Hätte ich nicht noch warten können ?
Mein Vorwurf an mich.
Und an Sie, wegen ihm.....
War er das wert ?

• x 4 #25


Alice321
@moo ja ich verstehe was du meinst.
Ist wahrscheinlich auch Situationsabhängig wie jemand das für sich nennen möchte.

• x 2 #26


Alice321
@boomerine oh man das tut mir unendlich leid zu hören...
Danke für das Teilen.
Auch wenn es super traurig ist hilft es mir etwas zu wissen, dass etliche andere ähnliche Sachen erlebt haben und ich damit nicht alleine bin.

Wir scheinen da echt viele Parallelen in der Geschichte zu haben. Mein Vater ist auch sehr viel fremd gegangen früher und hat sie mit allem alleine gelassen.


Sie sind zwar immer zusammen geblieben, aber ich denke eine Trennung wäre für alle besser gewesen.
Es kamen dann immer so Sätze wie "wir bleiben nur für die Kinder zusammen" etc. Man hatte als Kind das Gefühl eine einzige Belastung zu sein und nicht das gemeinsame Liebesobjekt. Wodurch vielleicht diese Schuldgefühle kommen, an ihrem Leid Mit Verantwortlich zu sein.
Aber es hat sich nunmal niemand ausgesucht geboren zu werden...

Meine mum hat auch diese Verwirrtheitszustände und redet super viel über die Vergangenheit bzw. vermischt diese Dinge zum Teil mit der Gegenwart. Total gruselig irgendwie.

Dass du nicht länger geblieben bist, ist glaube ich nicht mal entscheidend. Du bist immerhin überhaupt so kurz davor bei ihr gewesen und das ist unglaublich viel wert!
Ich denke sie war wohl emotional abhängig von deinem Vater und hat den Schmerz und die Verzweiflung mit Alk. betäubt.

Konntest du das alles in deine Realität integrieren und mittlerweile hinter dir lassen im Sinne davon dass es dich nicht mehr aktiv belastet?

• x 2 #27


boomerine
Nachdem jetzt fast 40 Jahre vergangen sind, ich hab es verstanden und auch wieder nicht.
Nachdem mein Vater vor 2 Jahren auch verstorben ist und seine fast letzten Worte : er hat den größten Fehler begangen was unsere Mama anging, stimmte mich irgendwie gut.
Er hat es eingesehen, bevor er ging.
Es ist schade, daß es so endete.
Tut aber nicht mehr so weh.
Mama hat ihn geliebt, bis zu Schluß, nur von der Liebe hätten wir Kinder auch etwas gebraucht.
Wir sind alle 3 irgendwie gebrannt.

• x 1 #28





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