Hallo zusammen, ich muss mir das gerade einfach mal von der Seele schreiben, weil ich absolut am Ende bin.
Meine Mutter ist 60 Jahre alt und trinkt seit vielen Jahren täglich Wein (meistens so ca. eine Flasche Wein am Tag als Schorle).
Schon früh in ihrem Leben hatte sie mit Autoimmunerkrankungen und Krebs zu kämpfen. Vor etwa 4 Jahren kamen starke Nerven- und Muskelschmerzen hinzu, man vermutete eine Autoimmunkrankheit. Vor 2,5 Jahren wurde dann eine Leberzirrhose diagnostiziert.
Vor zwei Jahren hat sie schon mal Bauchwasser (Aszites) und Ödeme entwickelt, das sich infiziert hat. sie wäre damals fast gestorben. Danach war sie in der Reha/Pflege und hat dort keinen Alk. getrunken. Danacv ging es ihr besser. Sie war nicht mehr so extrem Bettlägerig und konnte kleine Dinge wieder selber tun wie auf Toillete gehen oder etwas zu essen zubereiten.
Aber kaum war sie wieder zu Hause, hat sie erstmal angefangen täglich Alk. Wein zu trinke. Irgendwann wurde es wieder Wein mit Alk..
Wenn man sie auf ihr Alk. anspricht, gesteht sie sich das überhaupt nicht ein. Es wäre ja gar nicht so viel und ihre körperlichen Beschwerden kämen von Krankheiten.
Nun ist es wieder eskaliert: Sie hat extremes Wasser in Beinen und Bauch. Innere Blutung durch Varizen. Zu Hause hatte sie starke Kopfschmerzem, und jetzt ist sie im Krankenhaus. Dort hat sie plötzlich eine extreme Verwirrung entwickelt. Die Ärzte sagen, es kommt vom Alk.. Dazu kommt, dass sie total zittrig ist, kaum noch selber essen kann und nur noch im Bett liegt und schläft. Zwei Krampfadern in der Speiseröhre mussten auch direkt verödet werden.
Die Leber- bzw. Entgiftungswerte im Blut werden zwar angeblich minimal besser, aber ihr Zustand ist furchtbar.
Einen Arzt trifft man kaum an und wenn kriegt man keine konkrete Aussage.
Ich frage mich wie hoch ist ihre Lebenserwartung überhaupt noch in diesem dekompensierten Stadium?
Selbst wenn sie den Entzug übersteht, wenn sie zu Hause wieder trinkt, wird sie sterben. Aber wie soll sie es diesmal „durchziehen“, wenn sie sich das Problem nicht mal eingesteht?
Die Lebensqualität ist jetzt schon praktisch weg (Bettlägerigkeit, Schmerzen, Verwirrung). Meine Therapeutin hat sogar anklingen lassen, dass man über Themen wie assistierten Suizid nachdenken könnte, weil ihr Leidensdruck so hoch ist und sie hatte das vor 2 Jahren auch mal selber angesprochen und ich hatte sogar auch mal den Gedanken dass das ehrlicherweise mittlerweile sogar als eine Art Entlastung sein könnte, weil dieser Verfall einfach unerträglich mitanzusehen ist. Also eine Entlastung für sie und ihr Umfeld, wenn auch ich meine Mutter natürlich nicht verlieren möchte und es unfassbar schmerzhaft ist.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit einem Angehörigen gemacht, der die Leberzirrhose durch Alk. verharmlost? Wie geht man mit dieser Ohnmacht um, wenn man merkt, dass der Mensch sich buchstäblich zu Tode trinkt und man selbst machtlos ist?
• • 28.09.2026x 2#1
3 Antworten ↓
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Marc_Sky Mitglied
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Moin @Alice321
Deine Situation ist da wirklich besch...eiden miserabel, erstrecht das ansehen zu müssen. Ohne dir jegliche restliche Hoffnung nehmen zu wollen, nur wirst du selbst realistisch gesehen dadran leider nicht viel ändern können solange deine Mutter keine Einsicht und Willen hat auch nur ansatzweise etwas zu ändern. An sich bräuchte sie dringend psychologische Unterstützung da sich das anhört als ob sie ihren Lebenswillen auch schon irgendwie - aus welchen Gründen auch immer - verloren hat. Nur wird auch (oder gerade) das auch nicht helfen ohne Einsicht und eigenem Willen
Zitat von Alice321:
Ich frage mich wie hoch ist ihre Lebenserwartung überhaupt noch in diesem dekompensierten Stadium?
Ganz ehrlich? Ich selbst befürchte die ist in diesem Status wi edu ihn insggesamt beschreibst gering bzw auch nicht all zu lange
Zitat von Alice321:
Wie geht man mit dieser Ohnmacht um, wenn man merkt, dass der Mensch sich buchstäblich zu Tode trinkt und man selbst machtlos ist?
Schwer. Du kannst da nicht all zu viel machen - sie ändern zu wollen wird auch nicht funktionieren Das enzige was dir gerade nur bleibt ist jeden Tag mit ihr noch möglichst genießen (auch wenn es makaber klingt, aber erinnere dich und sie an die positiven Zeiten zusammen, an persönliche Glücksmomente mit ihr zusammen und rede mit ihr über eure guten Zeiten und bitte tue das auch für dich selbst, andernfalls wird es für dich später wirklich noch sehr sehr schmerzlich), ansonsten kannst du glaube ich die Situation erstmal nur so hinnehmen wie die ist (so leid es mir für dich dabei tut, ich kenne den Schmerz aus einer ähnlichen Situation)
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#2
A
Alk. Mutter Leberzirrhose Tod Sorgen
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Elly79 Mitglied
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Zitat von Alice321:
Hallo zusammen, ich muss mir das gerade einfach mal von der Seele schreiben, weil ich absolut am Ende bin. Meine Mutter ist 60 Jahre alt und trinkt ...
Ich kann dich sehr gut verstehen, mein Papa war auch Alk., er hat "nur" B. getrunken aber dass dann schon morgens. Er war mehrmals im Krankenhaus auf Entzug immer ohne Erfolg. Das Ende vom Lied erst ist dann mit 51 Jahren am Korsakow Syndrom erkrankt und hatte eine schwere Leberzirrhose. Im Krankenhaus sagte man uns, dass er die Nacht nicht überstehen wird. Ich habe noch nie in meinem Leben einen so gelben Menschen mit so einem krassen Kullerbauch gesehen (Papa war sehr, sehr schlank). Et hat es überlebt und noch 20 Jahre gelebt bis er dann letztendlich letztes Jahr mit 71 Jahren verstorben ist. Eine Leberzirrhose ist eine nicht so gute Ausgangslage aber man kann damit noch leben.
Einem suchtkranken Menschen zu helfen ist so schwer, man will ja auch nicht einen Menschen den man so liebt im Stich lassen. Wir haben Papa immer wieder zum Entzug gebracht und als dann der Kopf kaputt war knallhart verhindert, dass er an Alk. rankommt. Er hat dennoch die letzten 20 Jahre immer mal wieder gefragt nach B., also die Sucht besteht ein Leben lang.
Hast du jemanden in deinem Umfeld, der dir zuhört und dich ggf unterstützt? Manchmal ist es besser wenn eine Außenstehende Person etwas sagt, dass kratzt am Image.
Keine Ärzte die ansprechbar sind, ist ein furchtbarer Zustand für Angehörige. Leider sind die beschriebenen Symptome ziemlich ernst und deuten auf Organversagen hin. Alles was du tun kannst ist da sein. Hatt der Arzt eine Herzschwäche festgestellt und wenn ja wie schlimm? Hinterfrag das.