Alice321
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ich muss mir das gerade einfach mal von der Seele schreiben, weil ich absolut am Ende bin.
Meine Mutter ist 60 Jahre alt und trinkt seit vielen Jahren täglich Wein (meistens so ca. eine Flasche Wein am Tag als Schorle).
Schon früh in ihrem Leben hatte sie mit Autoimmunerkrankungen und Krebs zu kämpfen.
Vor etwa 4 Jahren kamen starke Nerven- und Muskelschmerzen hinzu, man vermutete eine Autoimmunkrankheit. Vor 2,5 Jahren wurde dann eine Leberzirrhose diagnostiziert.
Vor zwei Jahren hat sie schon mal Bauchwasser (Aszites) und Ödeme entwickelt, das sich infiziert hat. sie wäre damals fast gestorben. Danach war sie in der Reha/Pflege und hat dort keinen Alk. getrunken. Danacv ging es ihr besser. Sie war nicht mehr so extrem Bettlägerig und konnte kleine Dinge wieder selber tun wie auf Toillete gehen oder etwas zu essen zubereiten.
Aber kaum war sie wieder zu Hause, hat sie erstmal angefangen täglich Alk. Wein zu trinke. Irgendwann wurde es wieder Wein mit Alk..
Wenn man sie auf ihr Alk. anspricht, gesteht sie sich das überhaupt nicht ein. Es wäre ja gar nicht so viel und ihre körperlichen Beschwerden kämen von Krankheiten.
Nun ist es wieder eskaliert: Sie hat extremes Wasser in Beinen und Bauch. Innere Blutung durch Varizen. Zu Hause hatte sie starke Kopfschmerzem, und jetzt ist sie im Krankenhaus. Dort hat sie plötzlich eine extreme Verwirrung entwickelt. Die Ärzte sagen, es kommt vom Alk.. Dazu kommt, dass sie total zittrig ist, kaum noch selber essen kann und nur noch im Bett liegt und schläft. Zwei Krampfadern in der Speiseröhre mussten auch direkt verödet werden.
Die Leber- bzw. Entgiftungswerte im Blut werden zwar angeblich minimal besser, aber ihr Zustand ist furchtbar.
Einen Arzt trifft man kaum an und wenn kriegt man keine konkrete Aussage.
Ich frage mich wie hoch ist ihre Lebenserwartung überhaupt noch in diesem dekompensierten Stadium?
Selbst wenn sie den Entzug übersteht, wenn sie zu Hause wieder trinkt, wird sie sterben. Aber wie soll sie es diesmal „durchziehen“, wenn sie sich das Problem nicht mal eingesteht?
Die Lebensqualität ist jetzt schon praktisch weg (Bettlägerigkeit, Schmerzen, Verwirrung). Meine Therapeutin hat sogar anklingen lassen, dass man über Themen wie assistierten Suizid nachdenken könnte, weil ihr Leidensdruck so hoch ist und sie hatte das vor 2 Jahren auch mal selber angesprochen und ich hatte sogar auch mal den Gedanken dass das ehrlicherweise mittlerweile sogar als eine Art Entlastung sein könnte, weil dieser Verfall einfach unerträglich mitanzusehen ist.
Also eine Entlastung für sie und ihr Umfeld, wenn auch ich meine Mutter natürlich nicht verlieren möchte und es unfassbar schmerzhaft ist.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit einem Angehörigen gemacht, der die Leberzirrhose durch Alk. verharmlost? Wie geht man mit dieser Ohnmacht um, wenn man merkt, dass der Mensch sich buchstäblich zu Tode trinkt und man selbst machtlos ist?
• • 03.10.2026 x 6 #1
