Hallo,
ich weiß nicht ob das der richtige Bereich ist dafür und hab auch mal ein bisschen gelesen, was ihr so schreibt und komme mir ein wenig blöd vor mit meinem "kleineren" Problem zu fragen, aber ich hab bei so einer Präventionsschulung mal gelernt, dass die Leute, die sich um die ganzen schlimmen Probleme kümmern, auch mal ganz froh sind wenn es mal nicht so schlimm ist, also frag ich einfach mal.
Es ist auch alles irgendwie sehr lang geworden, ich hab die ganze Nacht durchgeschrieben und hab wahrscheinlich viel zu viele Details erzählt.
Ich war im Mai, Juni, August und im September (gestern) insgesamt vier mal bei der psychologischen Beratung der Hochschule, wo ich studiere, und die Beraterin, bei der ich war, hat mir jetzt gesagt sie sehe keinen Bedarf dafür, dass ich nochmal kommen muss, weil mein Leidensdruck nicht so groß sei und ich ja funktioniere. Ich habe letztes Jahr eine (für mich) sehr negative Erfahrung gehabt (mehr dazu unten) und die Beraterin sagte mir im Prinzip nur es werde nie wieder wie vorher und es braucht Zeit. Aber das ist jetzt schon fast ein ganzes Jahr her und ich möchte irgendwas tun können außer zu warten bis es sich irgendwie magisch von alleine löst. Ich bin so wütend die ganze Zeit, weil es immer noch mein Leben beeinflusst und will das einfach nicht mehr.
Ich hatte nie viele Freunde, bin in der Schule auch gemobbt worden und hab mich auch in der Oberstufe wo es dann besser war immer noch ein bisschen als Außenseiterin gefühlt. Aber ich hatte schon meine 2-3 Freund*innen und alles war soweit gut, die haben mich dann auch in ihre Freundeskreise aufgenommen und hab mich da mehr oder weniger wohl gefühlt.
Durch die Uni wenn dann alle quer durch Deutschland verstreut werden lebt sich das dann leider auseinander und ich hasse das zu schreiben, ich hab auch kein social media und so, ich sehe Menschen am liebsten persönlich. Meine beste Freundin ist 500km weit weg gezogen und gab dann keinen Kontakt mehr.
Neue Freunde finden ist ja aber was, was viele irgendwann in ihrem Leben mal machen müssen und ich hab auch schon öfter die Schule gewechselt und kannte das schon. Ich habe dann beim Hochschulsport eine andere Studentin kennengelernt, mit der ich mich angefreundet habe. Das ging richtig schnell, wir haben uns auf Anhieb so gut verstanden und waren auch zusammen im Urlaub und haben uns quasi jeden Tag gesehen und sehr viel Zeit miteinander verbracht.
Sie hatte voll viele Probleme so mit ihrem Studium, dass sie da voll unsicher war ob sie das schafft und ihre Eltern haben sie unter Druck gesetzt und sie wäre ja nichts wert wenn sie es nicht schafft und dann hatte sie noch eine Fernbeziehung mit einem, der Krebs hatte, wo nicht so ganz klar war, ob er das überlebt, was sie echt fertig gemacht hat. Aber das war ok für mich, ich war dann halt für sie da, hab sie aufgebaut, sie wertgeschätzt, ihr gesagt, dass es egal ist ob sie ihr Studium schafft, weil sie so oder so ein toller Mensch ist usw. Sie war richtig dankbar und hat immer gesagt, dass ich eine so tolle Freundin bin und mich mit Komplimenten überhäuft, an die ich noch nie in meinem Leben vorher auch nur gedacht habe.
Wir haben so 8-10 Wochen oder so verbracht wo wir uns fast jeden Tag gesehen haben manchmal stundenlang, ich hab fast bei ihr gewohnt teilweise, weil ich so oft und lange da war. Freundschaft aufbauen im Zeitraffer quasi, eigentlich dauert sowas ja viel länger, bis man so eine tiefe Verbindung zueinander hat, also war bei mir zumindest bisher so. Sie hat mir so richtig krasse private Sachen erzählt von sich was sie alles erlebt hat und so und ich hab dann natürlich auch ein paar meiner Sorgen bei ihr gelassen auch wenn sie da deutlich mehr hatte als ich, war aber auch immer ok für mich, hab mich da nie ausgenutzt gefühlt oder so, war immer gerne für sie da.
Ich hab in der Zeit bzw etwas früher noch zwei andere Freundinnen gefunden, die ich ihr auch beide mal vorgestellt habe, die eine davon, ich nenne sie mal L, hat sich auch richtig gut mit ihr verstanden und wir waren danach auch noch einmal zu dritt essen und ich fand's richtig schön mit beiden zusammen was zu machen.
Dann irgendwann hat sie mich mal zu so einer Party mitgenommen von ihrer Tanzgruppe, da ist irgendwie einer ins Ausland und hat ne Abschiedsfeier gemacht und sie wollte nicht alleine dahin und hat dann mich und die L eingeladen mitzukommen. Ich also da mit L hin und wir beide kannten natürlich niemanden außer die, die uns eingeladen hat, ich nenne sie hier N. Ich bin absolut kein Partytier, ich trinke auch keinen Alk., mag keine laute Musik und hab dann nur ein bisschen zugeguckt wie die anderen alle getanzt und gelacht haben und hab den positiven Vibe genossen. L ist da bisschen aktiver, die hat auch mitgetanzt und sich mit Leuten unterhalten und irgendwann sind wir zwei dann auf dem Balkon gelandet und haben halt bisschen gequatscht bis sie nach Hause musste. Ich hab ihr dann tschüss gesagt, das war so ne Stunde maximal anderthalb bevor der letzte Bus zurück fuhr. Ich hab mir gedacht ich chille einfach noch die letzte Stunde gemütlich auf dem Balkon, schau mir die Sterne an und warte darauf, dass ich mit N zusammen nach Hause fahren kann, wir mussten den gleichen Bus nehmen. Sie kam dann zwischendurch zu mir und hat gefragt ob alles ok ist und hat sich auch mal kurz neben mich gesetzt und ich sagte so ja alles gut und dann ist sie auch weiter tanzen gegangen. Am Ende sind wir dann zusammen mit dem Bus bis zum Zentrum, wo unsere Wege sich dann getrennt haben und haben uns direkt für den nächsten Tag wieder verabredet.
Ja und dann ging irgendwie alles schief. Ich weiß nicht mehr genau wie es anfing, ich glaube wir haben uns über eine Sportbekanntschaft von mir unterhalten, wo ich sagte ich wäre auch gerne mit der befreundet, auf jeden Fall fing sie dann an mein Auftreten und mein Verhalten auf der gestrigen Party zu kritisieren. Sie sagte so wie ich mich da verhalten habe "traurig und schmollend" in der Ecke sitzend würde ich ja nie Freunde finden, man würde ja nur aus Mitleid mit mir reden, ich hätte null Ausstrahlung und niemand würde mich je ansprechen wollen und wie ich überhaupt ausgesehen hätte, die Haare nicht richtig gekämmt und die wären eh zu dünn, um sie so lang zu haben, eine kürzere Frisur wär ja viel besser und ich weiß nicht, was sie mir noch alles an den Kopf geworfen hat. Sie wäre ja da gewesen, um zu tanzen und nicht, um mich auf dem Balkon bespaßen zu müssen.
Ich weiß auch nicht wo meine Selbstachtung an dem Tag geblieben ist, aber ich habe ihr da leider keine Grenze gesetzt, sondern ihre "Kritik" mit ihr diskutiert, dass ich halt keine Partys mag und da niemanden kenne und nur für sie und L mit dahin bin, weil die mich dabeihaben wollten. Dass das voll ok für mich war auf dem Balkon zu sitzen, die Sterne anzugucken und auf den Bus zu warten, nachdem L nach Hause ist, dass sie da keine Verpflichtung haben muss, mich zu bespaßen oder so. Das fand sie dann zwar ok, aber meinte immer noch ich würde dann ja nie Freunde finden.
Wir haben da über ne Stunde diskutiert, ist schon was her, kriege das nicht mehr in der richtigen Reihenfolge zusammen, aber irgendwann war da dann auch mal Thema, dass ich mich noch nie mit L zu zweit getroffen habe außer zum Sport und dann meinte sie so "hah, das wird auch nie passieren" mit so einem herablassenden Lachen als sei ich die dämlichste Person auf der Welt, dass ich das nicht schon längst selbst erkannt hätte. Ich habe das dann direkt rationalisiert, dass L sehr viele andere Freunde hat und sie sich jede Woche Zeit für Sport mit mir nimmt und dass sie explizit zu mir gesagt hat, dass wir Freundinnen sind und dass es bestimmt auch nicht daran liegt, dass meine Haare zu lang sind, dass wir uns noch nicht woanders zu zweit getroffen haben. Das hat sie dann wieder mit so einem herablassenden "Wenn du meinst" kommentiert.
Das war alles so richtig boshaft irgendwie, so von oben herab und so geringschätzend, das hat mich so vollkommen überrannt, weil ich damit absolut nicht gerechnet habe. Ich habe sie bis dahin nur als liebenswerten, wertschätzenden Menschen kennengelernt, die mir nur Komplimente gemacht hat, dass ich die tollste Freundin überhaupt bin und sie so dankbar ist und mich so lieb hat und alles. Und dann so eine 180° Wende und sie behandelt mich wie das letzte Stück Dreck auf Erden, macht alles an mir nieder von meinem Verhalten bis hin zu meinem Aussehen, dass ich ja so abgrundtief hässlich und abstoßend und bemitleidenswert wäre und darüber hinaus noch so dämlich, dass ich das nicht selbst sehe. Wie könnte denn überhaupt jemals jemand mit mir befreundet sein wollen?
Ich bin sonst eine sehr zuverlässige Person und das hat mich alles so getroffen, dass ich völlig die Zeit vergessen habe. Ich war noch mit L zum Sport verabredet im Verein, also da hab ich sie auch kennengelernt, da trainierten wir zu der Zeit immer ne Stunde vor dem Jugendtraining. Und danach leite ich das Jugendtraining, dafür war ich dann auch schon zu spät. Ich hab dann noch einen anderen Trainer gefragt, der zum Glück Zeit hatte und hab mich bei L entschuldigt und bin dann erst zum Erwachsenentraining abends zum Verein gekommen. Da war L dann auch, also wir haben immer erst ne Stunde zu zweit trainiert, weil wir uns halt so gut verstanden haben, dann hab ich das Jugendtraining geleitet, während sie zuhause was gegessen hat und dann beim Erwachsenentraining haben halt alle mit allen gespielt und so. Ich habe mich dann noch persönlich bei ihr entschuldigt und hab ihr aber nur gesagt, dass ich bei N war und wir die Zeit vergessen haben. Ich hab mich gar nicht getraut darüber zu sprechen, was da passiert ist.
Wir hatten uns ja jeden Tag gesehen, also N und ich, wir waren bei 16 Tagen in Folge, und ich hab sie dann am Tag danach auch wieder gefragt ob sie Zeit hat. Da meinte sie nein. Zwei Tage drauf hab ich glaub ich nichts gesagt, aber von ihr kam auch nix und vorher war sie immer so bei jeder Verabschiedung "kommst du morgen wieder?" wie so ein kleines Mädchen und dann hat sie immer gestrahlt wenn ich ja gesagt habe. Drei Tage drauf hab ich es dann nicht mehr ausgehalten, ich musste mal mit ihr darüber reden, was sie mir da gesagt hatte, denn mir war ja inzwischen schon klar, dass das nicht in Ordnung von ihr war. Da hatte sie dann erst auch keine Zeit, bis ich ihr gesagt habe ich habe da ein ganz dringendes Bedürfnis das mit ihr zu besprechen, dann hatte sie erst Angst vor mir und ich hab ihr gesagt sie muss keine Angst haben, ich mag sie doch. Dann hat sie zugestimmt mich zu sehen. Ich habe das dann ganz sanft und behutsam angesprochen, dass ich ihre Gedanken nicht verstehe warum sie das gesagt hat, ich hab nichtmal gesagt, dass ich das nicht ok fand, nur, dass ich sie gerne verstehen würde. Sie sagte dann nur sie möchte Freunde bleiben, aber keine Beziehung und ich so ja ist doch voll ok. Dann war sie emotional zu erschöpft, um da weiter drüber zu sprechen. Ich bin dann zum Sport und sie nach Hause.
Am nächsten Tag schreibt sie mir ich würde sie ja nicht verstehen und sie brauche das in ihrem Leben grad nicht, sie würde den Kontakt abbrechen bis sie wieder bereit sei mich zu sehen. Ich hab mich selbst nur noch mehr erniedrigt und hab mich noch dafür entschuldigt, sie mit meinen Gefühlen belastet zu haben, da sagte sie noch ja war schon ok und sie fand es gut, dass ich das angesprochen habe, aber sie könne nicht damit umgehen, dass sie mich so verletzt hat. Ja ok, also habe ich ihren Wunsch nach Kontaktabbruch respektiert, ihren Chat archiviert, damit ich nicht in Versuchung gerate ihr zu schreiben und dann hab ich mich in mein Bett gelegt und ein paar Stunden geheult. Ich dachte ich sehe sie Wochen, vll Monate oder Jahre, nicht wieder.
Am gleichen Tag noch vor 20 Uhr, also keine 12 Stunden, nachdem sie den Kontaktabbruch wollte, schreibt sie mir direkt wieder. Ihr Freund habe sie eingeladen vorbeizukommen und sie sei ja so glücklich. Sie könne dann aber nicht mehr zum Tanzkurs kommen deswegen. Also wir hatten uns für so einen Anfängertanzkurs angemeldet, weil sie ja tanzen kann und ich nicht und ich wollte es auch mal lernen. Der Tanzkurs war mir in dem Moment völlig egal und ich hatte den mental eh schon abgebrochen, weil ich ja davon ausgegangen war sie mindestens ein paar Wochen nicht mehr zu sehen.
Ich habe ihr geschrieben, dass das ok ist und ich mich für sie freue und dann nur ganz vorsichtig noch gefragt ob wir uns noch kurz für 10 Minuten sehen können bevor sie fliegt. Da meinte sie da muss sie mal gucken, sie hätte ja noch viel zu tun. Fand ich ein bisschen kaltherzig, also vor einem Flug in vier Tagen noch 10 Minuten für die beste Freundin zu finden, um kurz tschüss zu sagen, bevor man vier Wochen weg ist, das wär für mich das Mindeste. Also wir wohnen nur 20 Minuten Fußweg auseinander und ich würde ja auch zu ihr kommen und alles.
Tags drauf ruft sie mich auf einmal an und fängt ohne hallo zu sagen an über eine Kommilitonin von der Uni zu ranten, mit der sie zusammen ein Projekt macht, dass sie mit der nicht zusammenarbeiten kann. Ich war einfach nur verwirrt ob wir jetzt wieder normal befreundet sind oder was das sein soll und hab ihr mechanisch Zuspruch gegeben, dann hat sie auch schon wieder aufgelegt. Naja, sie hat mich dann noch nen Tag später kurz an der Uni besucht und tschüss gesagt, das war nett von ihr. Sie ließ mich dann aber super verwirrt zurück, weil ich nicht wusste, ob sie jetzt noch Kontaktsperre wollte oder nicht und überhaupt. Am Tag vor dem Flug schreibt sie mir nochmal, dass noch ein Sojaghurt in ihrem Kühlschrank steht, der von mir ist, der würde in den vier Wochen ihrer Abwesenheit ablaufen. Den hat sie mir dann zu mir nach Hause vorbeigebracht und dann ist ihr aufgefallen, dass ich sie super vorsichtig und zurückhaltend behandelt habe und hat gefragt was los ist. Da hab ich ihr gesagt, dass ich verwirrt bin ob sie Kontakt möchte oder nicht und ich ihren Wunsch ja respektieren will und so. Sie sagte wir können wieder Kontakt haben, ihr Wunsch sei aufgehoben.
Ja, dann ist sie also ins Flugzeug und war weg. Obwohl ich schreiben hasse, weil ich das so unpersönlich finde, haben wir dann in der Zeit auch geschrieben, sie hat mir erzählt, dass alles supertoll ist, die Eltern von ihrem Freund würden ihr Struktur geben und es sei so schön ihn zu sehen usw. Sie war dann so 4-5 Tage da, da hat sie auch mal gefragt wie es mir geht und ich hab halt erzählt, dass ich an dem Tag drei Einheiten Sport hatte, einmal mit zweien, die ich beim Sport auch kennengelernt hatte und die ich einfach super sympathisch fand, G und V, zwei beste Freundinnen, die eine so schöne Freundschaft zueinander haben, dass mir immer das Herz aufging, wenn ich die beiden miteinander sah, dann hatte ich ne Einheit mit V zusammen in ner anderen Sportart und als letztes noch eine Einheit wo ich die Trainerin war. Jetzt war V an dem Tag aber nicht da, also hab ich G gefragt ob sie die zweite Einheit mit mir machen möchte und sie die andere Sportart mal ausprobieren will. Sie hatte paar Tage zuvor zugesagt. Dann hat sie aber während der ersten Einheit erzählt, dass ihr Chef von ihrem Kellneraushilfsjob sie kurzfristug gefragt hat ob sie einspringen kann und auch wenn sie das arbeitsrechtlich nicht muss wollte sie es trotzdem machen, weil sie da grad neu ist und keinen Stress will und so. Ich hab ihr gesagt ja klar ist ok. Also hatte ich für die zweite Einheit keine Trainingspartnerin mehr und konnte ja aber nicht nach Hause, weil ich danach noch als Trainerin ran musste. Da hat N mich grad angeschrieben und ich hab ihr halt gesagt ja ist bisschen langweilig grade und schade, dass G zur Arbeit musste.
Und wie aus dem Nichts schreibt sie dann auf einmal ohh du Arme kannst selbst nix mit dir anfangen, selbst Schuld wenn du keine Party starten kannst so richtig sarkastisch abwertend. Ich hab sie gefragt woher das jetzt kommt und sie so sie weiß auch nicht sie sei emotional unausgeglichen. Ob es mir denn gut ginge. Ich so ja alles gut, ich hab ja schon eine Einheit mit G trainiert und allein, dass ich sie überhaupt gesehen habe, hat meinen Tag bereichert, also alles gut, dass ich jetzt mal kurz ein bisschen Pause habe. Da hat N dann geantwortet, dass G nach einer tollen Person klingt und ich ja sie ist einfach wunderbar ich mag sie total - und dann hab ich den "Fehler" gemacht noch zu schreiben "aber ich hab das Gefühl ich mag sie mehr als sie mich" und N dann so "woran das wohl liegen mag. "
Also an dem Punkt hat's mir dann auch gereicht. Ich hab dann nur sarkastisch zurückgeschrieben, was sie damit sagen will, ob es daran liege, dass ich ja so hässlich und ohne Strahlkraft sei, dass G mich ja auf keinen Fall irgendwie mögen könnte und N fing dann an mir irgendwelche Beauty-Tipps zu geben und hat mir so Videos geschickt wie verbessere ich mein Charisma und sowas, aber sie habe da auch gar keinen Nerv für mir zu helfen, weil ihr Freund grade vll stirbt, da habe ich das Gespräch beendet.
Das war also das zweite Mal, dass sie mich auf mehr oder weniger die gleiche Art niedergemacht hat. Ich hab den restlichen Tag nur noch geheult, hab kaum geschlafen, dann hab ich ihr am nächsten Morgen geschrieben sie soll sich um ihren Freund kümmern und darum, dass es ihr besser geht und dass ich schon klarkomme und sie mir nicht helfen soll. Da hat sie sich bei mir bedankt was für eine tolle und verständnisvolle Freundin ich doch sei und hat erzählt, dass die Eltern von ihrem Freund in Wahrheit total schrecklich sind und sie schlecht behandeln und so und sie habe aber jetzt mit denen gesprochen und zumindest die Mutter habe das verstanden und jetzt läuft das besser und ich hab sie gelobt, dass sie für sich eingestanden ist und habe es gleichzeitig für mich selbst nicht getan, sondern alles, was sie mir wieder geschrieben hat, einfach geschluckt.
Dann habe ich total die Selbstzweifel bekommen, dass ich vll wirklich so wertlos bin, dass einfach niemand mit mir befreundet sein möchte, wenn ja sogar meine beste Freundin sowas zweimal zu mir sagt. Ich habe dann alle meine bisherigen Freundschaften reflektiert, welche davon überhaupt so richtig tiefe Freundschaften waren und habe nur zwei gefunden, die eine ist zerbrochen und die andere 500km weit weg gezogen und der Kontakt eingeschlafen. Das war der tiefste Punkt in meinem Leben, glaub das waren zwei Tage und es wurde immer schlimmer, meine Gedanken immer negativer.
Trigger
Ich lag dann die ganze Nacht weinend und in Selbstzweifeln versinkend wach, bis ich zu dem Schluss gekommen bin, dass das Leben so total sinnlos ist und ich es auch gleich beenden könnte. Dass ich diesen Gedanken bekommen habe hat mich dann so erschreckt, dass ich sofort aufgestanden bin und die Nummer der Telefonseelsorge rausgesucht habe. Ich habe auf einmal so ein Feuer in mir gespürt weiterleben zu wollen. Ich habe mir gedacht ich muss mich auf die sozialen Kontakte konzentrieren, die wirklich echt sind. Meine Familie und meine Schulfreundin, die 500km weit weg gezogen ist, die waren immer da früher. Ich bin noch am selben Tag zu meinen Eltern gefahren und hab meiner Schulfreundin geschrieben ob wir uns nochmal sehen können. Die Telefonseelsorge habe ich nicht mehr angerufen, das war dann nicht mehr nötig.
Ne Woche später habe ich meiner Schwester von N erzählt, aber erstmal nur wie wir uns kennengelernt haben und dass wir gute Freundinnen geworden sind, also die Geschichte noch ohne die Party und was danach passiert ist. Sie hat sich so für mich gefreut, dass ich eine so tolle Freundin gefunden hatte, dass ich das dann irgendwie nicht übers Herz gebracht habe, das direkt wieder zu zerstören. Ich bin ab da jede Woche zu meinen Eltern und hab auch meine Schulfreundin nochmal besucht, die inzwischen wieder etwas näher als 500km wohnt, sie hat die Uni gewechselt.
Mit N habe ich weiter alle 1-2 Tage geschrieben und hab sie erzählen lassen, was so los ist, ihr Freund hat sie genervt, dann war er wieder toll, Krebs ist sch., der Vater ist sch., ich hab ihr zugehört bzw gelesen und sie unterstützt. Sie hat tatsächlich nochmal gefragt ob ich drüber reden möchte was sie da zu mir gesagt hatte und ich hab ihr gesagt machen wir wenn du zurück bist, kümmer dich jetzt nur um dich. Ich hab so viel Rücksicht auf ihre Situation genommen, also sie hatte es ja auch schwer. Trotzdem hätte ich mich rückblickend nicht so behandeln lassen sollen. Sie hat noch mehrmals geschrieben wie schön es ist, dass ich ihr zuhöre und wie toll ich sie unterstütze und was ich für eine gute Freundin bin usw, inzwischen weiß ich, dass man sowas auch lovebombing nennt.
Dann kam sie wieder zurück und hat nach der Landung geschrieben sie freue sich darauf unsere Freundschaft persönlich (statt schriftlich) fortzusetzen. Ich hab dann direkt gefragt wann sie Zeit hat, da sagte sie sie kommt erstmal zuhause an und meldet sich dann. Ist ja ok. Also hab ich gewartet. An dem Tag kam nix mehr, am nächsten dann auch nicht. Abends hab ich dann mit L trainiert und sie meinte so hey N ist ja wieder zurück und ich so ja ich weiß. L hatte dann Lust N zu sehen und hat mir vorgeschlagen, dass wir beide ja zu ihr (also L) zum essen vorbeikommen könnten. Ich wollte mich eigentlich erstmal allein mit N treffen, um vll auch mit ihr zu besprechen, was sie mir jetzt schon 2x gesagt hat und dass mich das sehr trifft und ich das nicht möchte, dass sie sowas sagt und warum sie so denkt und so. Aber ich hab mich nicht getraut das zu sagen. N hat dann auch direkt zugesagt und ich war ein bisschen eifersüchtig, dass sie wenn L sie fragt direkt Zeit hat und als ich sie gefragt habe meldet sie sich zwei Tage nicht, obwohl sie ja meine beste Freundin war und L nur über mich kannte und die auch erst 3x gesehen hatte.
Dann haben wir uns am Dienstag zu dritt bei L zuhause getroffen und ich kannte mich in ihrer Wohnung halt nicht aus und hab gefragt wo die Toilette ist und hab ihr gesagt, dass sie ihr Wohnzimmer toll eingerichtet hat und so und N hat ganz überrascht gefragt ob ich noch nie zuhause bei L war. Da hab ich gedacht ja offensichtlich nicht wenn ich mich noch nie außerhalb des Sports mit ihr getroffen habe, dafür hast du mich ja entsprechend beleidigt. Der ganze Abend war dann irgendwie komisch, N war zwar freundlich mir gegenüber, aber auch irgendwie kühler als sonst, ich hab mich aber super mit L verstanden und insgesamt war es ein schöner Abend. Irgendwann hatte dann der Freund von N angerufen und sie hat Videotelefonie gemacht und meinte so hey möchtest du Anna (also das bin ich) kennenlernen und dann hab ich ihren Freund kennengelernt. Dann hat sie sich mit L für Sonntag zum Sport verabredet, da wo ich immer mit V spiele. Fand ich eigentlich cool, weil ich dann gleich drei Leute, die ich mag, zusammen habe (N, L und V). Naja, dann sind wir zusammen mit dem Bus nach Hause und wir haben noch über so einen Film gesprochen, den wir mal zusammen gucken wollten und dann hab ich kurz vor der Verabschiedung gefragt wann wir uns das nächste Mal sehen. Es war Dienstagabend. Sie hat kurz überlegt und meinte dann "ich glaube am Sonntag".
Ich dachte das ja wohl nicht ihr Ernst. Das sind fünf Tage. Und dann sehen wir uns "zufällig", weil ich mit V und sie mit L verabredet ist und wir in der gleichen Halle jeweils zu zweit spielen? Wie wäre es denn mit einer Verabredung zu zweit, vll morgen oder übermorgen? Wir haben uns wochenlang nicht gesehen. Und dann dieses Gefühl in mir, dass sie bei dem Essen so seltsam distanziert gewesen war. Ich war auf jeden Fall wieder fertig mit den Nerven und dachte vll will sie ja nicht mehr mit mir befreundet sein und stößt mich weg mit den Beleidigungen, aber warum stellt sie mich dann ausgerechnet jetzt ihrem Freund vor, wenn ich eh bald nicht mehr ihre Freundin bin?
Ich hab ihr dann am nächsten Tag geschrieben ich möchte mit ihr reden wann sie Zeit habe. Da hat sie gesagt sie kann mir nicht helfen ich solle mich an jemand anders wenden. Ich so ja ich will nicht schlecht über dich reden, in der Annahme, dass sie schon weiß, warum ich mit ihr reden möchte. Hat sie gesagt das sei ok.
Also habe ich erst L geschrieben ob ich mit ihr sprechen kann, dann hat sie mich angerufen und ich hab ihr alles erzählt. Ihr war auch aufgefallen, dass N distanzierter war als bei den anderen Treffen, wo sie mit dabei war. Sie meinte dann direkt ich soll abends zu ihr kommen, dann könnten wir nochmal in Ruhe reden. Dann hab ich meine Schwester angerufen und ihr auch alles erzählt und sie hat sich richtig aufgeregt und hat sehr klare Worte gefunden, dass N mich nicht so behandeln darf. Abends bin ich zu L gefahren und sie hat das gleiche nur sanfter gesagt. Und dass ich gut so sei wie ich bin. N hat mich dann gefragt wie es gelaufen ist und ich hab ihr geschrieben ja L und meine Schwester meinten beide wir müssen darüber reden wie du mich verletzt hast. Da hat sie so gesagt wie ich hab dich verletzt sag das doch, das doch voll unfair wenn du mir das nicht sagst, worum geht es denn? Ich dachte so willst du mich verarschen, ich hab doch gesagt lass uns drüber reden wenn du zurück bist und du musst das doch gemerkt haben, dass das nicht cool von dir war. Geschrieben hab ich nur ja lass drüber reden wann hast Zeit, ich hab da extra Rücksicht auf dich genommen, solange du bei deinem Freund warst.
Sie hatte dann direkt am nächsten Tag Zeit und ich hab ihr sehr sanft und vorsichtig und sehr respektvoll dargelegt, dass mich ihre "Kritik" an meiner Person sehr verletzt hat und ich das Gefühl habe sie halte mich für ein wertloses Stück Dreck und wolle gar nicht mehr mit mir befreundet sein. Da hat sie was gesagt von wegen sie habe Angst gehabt ich könnte einsam sein und wenn sie Angst hat wird sie wütend. Es täte ihr Leid, sie wollte mich nicht verletzen. Dann war sie auch wieder sehr schnell emotional erschöpft, was ich natürlich respektiert habe und ihr sagte ok lass später weiterreden.
Danach haben wir uns nie wieder gesehen. Sie war über die nächsten drei Wochen hinweg nicht in der Lage sich noch einmal mit mir zu treffen. Ich habe mehrmals vorsichtig nachgefragt und ihr gesagt, dass mich das wirklich sehr beschäftigt und ich sie ganz sanft behandeln werde, alle ihre Grenzen respektiere, wir jederzeit aufhören können wenn es ihr zu anstrengend wird, sie keine Angst vor mir haben muss, dass ich sie nur als Freundin behalten möchte usw.
Ich konnte dann einfach nicht mehr. Es hat mich so fertig gemacht, ich wollte einfach nur irgendein Zeichen von Wertschätzung von ihr haben. Also habe ich sie gefragt, ob ich mich von ihr verabschieden darf. 30 Sekunden danke für die schöne Zeit und tschüss und wenn sie möchte vll noch eine Umarmung, aber ist auch ok ohne. Ich würde nichts negatives sagen, ich würde sie nur gerne positiv in Erinnerung behalten wollen.
Konnte sie auch nicht. Ich würde sie ja nicht verstehen und wenn die Zeit reif wäre würden wir wieder zueinander finden, sie wolle mir nicht lebwohl sagen. Ich hab ihr gesagt ich weiß nicht ob ich sie wenn ich sie einmal komplett losgelassen habe jemals wieder so nah ranlassen könnte, ich hätte vll Angst davor. Da meinte sie sie wolle es auch gar nicht mehr so nah. Na toll, jetzt sagt sie mir also fast schon offen, dass sie nicht mehr mit mir befreundet sein möchte oder was soll das heißen? Also habe ich ihr geschrieben ich kann das alles nicht mehr und ich muss mich selbst schützen und wenn sie die Freundschaft jemals wieder neu aufbauen möchte soll sie L fragen ob ich bereit dazu bin, wobei ich L noch fragen muss ob das ok für sie ist, sie würde ihr nochmal schreiben. Dann habe ich ihr noch voll die süße Dankesnachricht geschrieben wie sie mein Leben bereichert hat und wie gern ich sie als Freundin hatte und dass sie immer ein Teil von mir bleibt und so, was sie gar nicht verdient hatte, aber ich habe es komplett positiv gehalten und ihr keine Vorwürfe gemacht oder so. L war einverstanden und hat ihr geschrieben sie solle mir nicht mehr schreiben, sondern es wenn über sie versuchen.
Ich hab das dann alles noch meiner Mama und meiner Schwester erzählt und einer Arbeitskollegin, die so im Alter meiner Mama ist, die meinten alle drei sie würde sich niemals bei mir melden. L meinte das später auch mal, dass das ja anstrengend sei eine Freundschaft neu aufzubauen und das könnte N nicht. Ich wusste es eigentlich auch schon, aber hatte immer noch die Hoffnung ich wäre ihr so wichtig, dass sie sich vll doch wieder melden würde und bereit dazu wäre, mal vernünftig über alles zu reden.
In den folgenden Wochen habe ich viel Zeit mit meiner Familie verbracht, bin zu meiner alten Schulfreundin gefahren, hab mit L gesprochen, hab mir immer wieder Mantras aufgesagt, dass ich ein guter und wertvoller Mensch bin und dass N mein Leben nicht definieren wird und langsam wurde es immer besser, auch wenn ich mich immer wieder gefragt habe warum sie nicht mit mir reden kann und warum sie mit mir befreundet war wenn sie mich für so wertlos hält usw.
Nachdem sie sich drei Monate lang nicht gemeldet hat bin ich in den Park gegangen, wo sie immer gerne Zeit verbracht hat und wo wir uns auch öfter getroffen haben, zu einer Uhrzeit, wo sie sicher nicht da sein würde. Dort habe ich in Gedanken Abschied von ihr genommen. Ich habe akzeptiert, dass ich sie nie wieder sehen werde.
Mittlerweile habe ich eher Angst ihr nochmal zu begegnen.
Okay, da sollte die Geschichte eigentlich enden. Ich hatte eine im Endeffekt toxische Freundschaft, von der ich mich irgendwann lösen konnte. Ich war stolz auf mich, das geschafft zu haben.
Aber das, was sie gesagt hatte, ließ mich einfach nicht mehr los. Die Freundschaft mit L vertiefte sich, wir trafen uns dann irgendwann auch zu zweit einfach nur so zum Zeit verbringen. Dann hatte ich noch die andere Freundin, die ich N auch mal vorgestellt hatte, sie heißt S. Und meine alte Schulfreundin, aber das ist dann auch wieder eingeschlafen, wir leben jetzt halt zwei verschiedene Leben in zwei verschiedenen Städten. G und V hatten irgendwann wegen der Uni keine Zeit mehr für Sport und weil wir nicht das gleiche studieren, sehe ich sie jetzt gar nicht mehr. Ich hatte also nur noch zwei sichere Kontakte, L und S. Bei allen anderen fühlte ich mich auf einmal mega unsicher und fing an alles zu hinterfragen, mögen die mich überhaupt, ist das ok wie ich mich verhalte, ist es total lächerlich wenn ich mit ihnen befreundet sein möchte?
Ich war nie die sicherste Person der Welt, aber ich bin zum Beispiel Trainerin und kann vor einer Gruppe von 20 Erwachsenen ein Training anleiten, ich kann auch ein Referat oder Seminar vor einer Gruppe halten, selbstbewusst in meine Fähigkeiten. Ich weiß auch, dass ich eine liebenswerte verständnisvolle sehr loyale Freundin bin. Aber trotzdem fing ich an mich irgendwie wertlos zu fühlen, bekam nicht genug externe Bestätigung. Nur zwei Freundinnen? Was bin ich für eine Verliererin. Ich glaube ich wollte mir irgendwie selbst beweisen, dass N unrecht hatte mit dem Satz "Du wirst nie Freunde finden" - je mehr Freunde ich hätte, desto höher wäre mein Wert. Aber ich fand keine Freunde. Okay, also eine hab ich noch gefunden, ich habe jetzt drei. Aber sind drei genug? Und verbringe ich genug Zeit mit ihnen? Sind die Freundschaften auch tief genug? Bin ich wertvoll genug, damit sie tiefer werden oder damit ich mehr Freundinnen finde?
Jetzt laufe ich monatelang so rum, L ist im Auslandssemester, S arbeitet total viel und hat nen Freund und nur 1x die Woche Zeit für mich und die dritte Freundin ist noch ganz frisch, die sehe ich zwar 3x die Woche, aber bei ihr bin ich mir immer noch unsicher ob ihr nicht irgendwann doch auffällt, dass ich eigentlich ein wertloses Stück Dreck bin, mit dem sie gar nicht befreundet sein möchte. Oder dann auch so Zweifel an den eigentlich sicheren Freundschaften, also kurz bevor L weg ist hat sie mal erzählt, dass eine Freundin von ihr sechs Stunden bei ihr zu Besuch war und ich denke direkt so ja ich noch nie, wir treffen uns immer für maximal zwei Stunden, bin ich mehr nicht wert? Dabei sollte ich mich ja nicht mit anderen Freundschaften messen und ich sehe sie ja auch vll öfter als die andere Freundin, die vll von weiter weg kommt usw. Oder ich habe S letzte Woche gefragt ob sie mal was zusammen essen möchte, da sagte sie sie hat schon eine Freundin zum essen, ich sei ihre Sportfreundin. Da hab ich mich auch so reduziert gefühlt, obwohl sie zb auch geholfen hat mein Zimmer zu streichen und sie hat mich auch schon auf mehrere Partys eingeladen (bin immer hin und sie hatte nie ein Problem damit, dass ich da etwas ruhiger bin). Also ich weiß ja, dass ich wertvoll bin und Mantra Mantra sage es mir immer wieder, aber das Gefühl kommt trotzdem immer wieder zurück.
Jetzt denke ich mir es gibt irgendwie 140 Jahre oder so an psychologischer Forschung, da muss es doch irgendeine Methode geben, die dabei helfen kann. Ich finde die Antwort der psychologischen Beraterin das werde nie wieder so wie früher und es brauche einfach Zeit so unbefriedigend.
Sie sagte ich sei rational sehr stark, weil ich ihr erzählt habe, ich weiß, dass ich wertvoll und gut bin und N mir das nicht wegnehmen können soll. Ich hab so Statistiken gelesen von wegen 42% der Gen Z fühlen sich einsam und es gibt das friendship paradox, so ein statistischer Effekt, dass andere die man kennt immer mehr Freunde haben als man selbst, weil Leute mit vielen Freunden einfach bei mehr Leuten bekannt sind. Ich bin nicht die Einzige, die keine 10 Freundinnen hat oder die sich unsicher damit ist, ob sie den Anschluss in einer neuen Umgebung findet usw. Das weiß ich alles. Aber das ändert ja nicht meine Gefühlswelt, ich liege ja trotzdem nachts wach und werde den Gedanken nicht los niemals richtige Freunde zu finden, die Zeit für mich haben usw.
Mir ist auch klar, dass super offene extrovertierte Partylöwen, die alles und jeden anquatschen, rein statistisch eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, Freunde zu finden. Deshalb fange ich aber nicht an zu saufen und quatsche jeden an. Das bin ich nicht. Ich schneide mir auch nicht die Haare ab, nur weil N findet, das würde mir besser stehen. Andere sehen das auch anders, andere haben mir auch schon gesagt die mögen meine Frisur. Überhaupt kann ja jede aussehen wie sie möchte. Inhaltlich stehe ich also eigentlich auch über ihrer Kritik. Aber diese sarkastische Boshaftigkeit mit welcher Überzeugung sie das gesagt hat, dass ich nie Freunde finden würde und dass das nie passieren würde und woran das wohl liegen mag, das lässt mich einfach nicht mehr los, irgendwie habe ich Angst davor es könnte wahr sein und mein Leben ist wirklich wertlos und das möchte ich nicht. Es ist ein ständiger Kampf zwischen hoffnungsloser Verzweiflung und lodernder Wut, dass ich mir das nicht gefallen lasse.
Ich hab da einfach keine Lust mehr drauf und möchte wieder ein normales Leben führen. Ich hatte vorher auch kein Problem damit tagelang allein zu sein oder nicht viele Freunde zu haben.