App im Playstore
Pfeil rechts
48

A

Anna28
Mitglied

Beiträge:
7
Themen:
1
Danke erhalten:
12
Mitglied seit:
Hallo,

ich weiß nicht ob das der richtige Bereich ist dafür und hab auch mal ein bisschen gelesen, was ihr so schreibt und komme mir ein wenig blöd vor mit meinem "kleineren" Problem zu fragen, aber ich hab bei so einer Präventionsschulung mal gelernt, dass die Leute, die sich um die ganzen schlimmen Probleme kümmern, auch mal ganz froh sind wenn es mal nicht so schlimm ist, also frag ich einfach mal.

Es ist auch alles irgendwie sehr lang geworden, ich hab die ganze Nacht durchgeschrieben und hab wahrscheinlich viel zu viele Details erzählt.

Ich war im Mai, Juni, August und im September (gestern) insgesamt vier mal bei der psychologischen Beratung der Hochschule, wo ich studiere, und die Beraterin, bei der ich war, hat mir jetzt gesagt sie sehe keinen Bedarf dafür, dass ich nochmal kommen muss, weil mein Leidensdruck nicht so groß sei und ich ja funktioniere. Ich habe letztes Jahr eine (für mich) sehr negative Erfahrung gehabt (mehr dazu unten) und die Beraterin sagte mir im Prinzip nur es werde nie wieder wie vorher und es braucht Zeit. Aber das ist jetzt schon fast ein ganzes Jahr her und ich möchte irgendwas tun können außer zu warten bis es sich irgendwie magisch von alleine löst. Ich bin so wütend die ganze Zeit, weil es immer noch mein Leben beeinflusst und will das einfach nicht mehr.

Ich hatte nie viele Freunde, bin in der Schule auch gemobbt worden und hab mich auch in der Oberstufe wo es dann besser war immer noch ein bisschen als Außenseiterin gefühlt. Aber ich hatte schon meine 2-3 Freund*innen und alles war soweit gut, die haben mich dann auch in ihre Freundeskreise aufgenommen und hab mich da mehr oder weniger wohl gefühlt.

Durch die Uni wenn dann alle quer durch Deutschland verstreut werden lebt sich das dann leider auseinander und ich hasse das zu schreiben, ich hab auch kein social media und so, ich sehe Menschen am liebsten persönlich. Meine beste Freundin ist 500km weit weg gezogen und gab dann keinen Kontakt mehr.

Neue Freunde finden ist ja aber was, was viele irgendwann in ihrem Leben mal machen müssen und ich hab auch schon öfter die Schule gewechselt und kannte das schon. Ich habe dann beim Hochschulsport eine andere Studentin kennengelernt, mit der ich mich angefreundet habe. Das ging richtig schnell, wir haben uns auf Anhieb so gut verstanden und waren auch zusammen im Urlaub und haben uns quasi jeden Tag gesehen und sehr viel Zeit miteinander verbracht.

Sie hatte voll viele Probleme so mit ihrem Studium, dass sie da voll unsicher war ob sie das schafft und ihre Eltern haben sie unter Druck gesetzt und sie wäre ja nichts wert wenn sie es nicht schafft und dann hatte sie noch eine Fernbeziehung mit einem, der Krebs hatte, wo nicht so ganz klar war, ob er das überlebt, was sie echt fertig gemacht hat. Aber das war ok für mich, ich war dann halt für sie da, hab sie aufgebaut, sie wertgeschätzt, ihr gesagt, dass es egal ist ob sie ihr Studium schafft, weil sie so oder so ein toller Mensch ist usw. Sie war richtig dankbar und hat immer gesagt, dass ich eine so tolle Freundin bin und mich mit Komplimenten überhäuft, an die ich noch nie in meinem Leben vorher auch nur gedacht habe.

Wir haben so 8-10 Wochen oder so verbracht wo wir uns fast jeden Tag gesehen haben manchmal stundenlang, ich hab fast bei ihr gewohnt teilweise, weil ich so oft und lange da war. Freundschaft aufbauen im Zeitraffer quasi, eigentlich dauert sowas ja viel länger, bis man so eine tiefe Verbindung zueinander hat, also war bei mir zumindest bisher so. Sie hat mir so richtig krasse private Sachen erzählt von sich was sie alles erlebt hat und so und ich hab dann natürlich auch ein paar meiner Sorgen bei ihr gelassen auch wenn sie da deutlich mehr hatte als ich, war aber auch immer ok für mich, hab mich da nie ausgenutzt gefühlt oder so, war immer gerne für sie da.

Ich hab in der Zeit bzw etwas früher noch zwei andere Freundinnen gefunden, die ich ihr auch beide mal vorgestellt habe, die eine davon, ich nenne sie mal L, hat sich auch richtig gut mit ihr verstanden und wir waren danach auch noch einmal zu dritt essen und ich fand's richtig schön mit beiden zusammen was zu machen.

Dann irgendwann hat sie mich mal zu so einer Party mitgenommen von ihrer Tanzgruppe, da ist irgendwie einer ins Ausland und hat ne Abschiedsfeier gemacht und sie wollte nicht alleine dahin und hat dann mich und die L eingeladen mitzukommen. Ich also da mit L hin und wir beide kannten natürlich niemanden außer die, die uns eingeladen hat, ich nenne sie hier N. Ich bin absolut kein Partytier, ich trinke auch keinen Alk., mag keine laute Musik und hab dann nur ein bisschen zugeguckt wie die anderen alle getanzt und gelacht haben und hab den positiven Vibe genossen. L ist da bisschen aktiver, die hat auch mitgetanzt und sich mit Leuten unterhalten und irgendwann sind wir zwei dann auf dem Balkon gelandet und haben halt bisschen gequatscht bis sie nach Hause musste. Ich hab ihr dann tschüss gesagt, das war so ne Stunde maximal anderthalb bevor der letzte Bus zurück fuhr. Ich hab mir gedacht ich chille einfach noch die letzte Stunde gemütlich auf dem Balkon, schau mir die Sterne an und warte darauf, dass ich mit N zusammen nach Hause fahren kann, wir mussten den gleichen Bus nehmen. Sie kam dann zwischendurch zu mir und hat gefragt ob alles ok ist und hat sich auch mal kurz neben mich gesetzt und ich sagte so ja alles gut und dann ist sie auch weiter tanzen gegangen. Am Ende sind wir dann zusammen mit dem Bus bis zum Zentrum, wo unsere Wege sich dann getrennt haben und haben uns direkt für den nächsten Tag wieder verabredet.

Ja und dann ging irgendwie alles schief. Ich weiß nicht mehr genau wie es anfing, ich glaube wir haben uns über eine Sportbekanntschaft von mir unterhalten, wo ich sagte ich wäre auch gerne mit der befreundet, auf jeden Fall fing sie dann an mein Auftreten und mein Verhalten auf der gestrigen Party zu kritisieren. Sie sagte so wie ich mich da verhalten habe "traurig und schmollend" in der Ecke sitzend würde ich ja nie Freunde finden, man würde ja nur aus Mitleid mit mir reden, ich hätte null Ausstrahlung und niemand würde mich je ansprechen wollen und wie ich überhaupt ausgesehen hätte, die Haare nicht richtig gekämmt und die wären eh zu dünn, um sie so lang zu haben, eine kürzere Frisur wär ja viel besser und ich weiß nicht, was sie mir noch alles an den Kopf geworfen hat. Sie wäre ja da gewesen, um zu tanzen und nicht, um mich auf dem Balkon bespaßen zu müssen.

Ich weiß auch nicht wo meine Selbstachtung an dem Tag geblieben ist, aber ich habe ihr da leider keine Grenze gesetzt, sondern ihre "Kritik" mit ihr diskutiert, dass ich halt keine Partys mag und da niemanden kenne und nur für sie und L mit dahin bin, weil die mich dabeihaben wollten. Dass das voll ok für mich war auf dem Balkon zu sitzen, die Sterne anzugucken und auf den Bus zu warten, nachdem L nach Hause ist, dass sie da keine Verpflichtung haben muss, mich zu bespaßen oder so. Das fand sie dann zwar ok, aber meinte immer noch ich würde dann ja nie Freunde finden.

Wir haben da über ne Stunde diskutiert, ist schon was her, kriege das nicht mehr in der richtigen Reihenfolge zusammen, aber irgendwann war da dann auch mal Thema, dass ich mich noch nie mit L zu zweit getroffen habe außer zum Sport und dann meinte sie so "hah, das wird auch nie passieren" mit so einem herablassenden Lachen als sei ich die dämlichste Person auf der Welt, dass ich das nicht schon längst selbst erkannt hätte. Ich habe das dann direkt rationalisiert, dass L sehr viele andere Freunde hat und sie sich jede Woche Zeit für Sport mit mir nimmt und dass sie explizit zu mir gesagt hat, dass wir Freundinnen sind und dass es bestimmt auch nicht daran liegt, dass meine Haare zu lang sind, dass wir uns noch nicht woanders zu zweit getroffen haben. Das hat sie dann wieder mit so einem herablassenden "Wenn du meinst" kommentiert.

Das war alles so richtig boshaft irgendwie, so von oben herab und so geringschätzend, das hat mich so vollkommen überrannt, weil ich damit absolut nicht gerechnet habe. Ich habe sie bis dahin nur als liebenswerten, wertschätzenden Menschen kennengelernt, die mir nur Komplimente gemacht hat, dass ich die tollste Freundin überhaupt bin und sie so dankbar ist und mich so lieb hat und alles. Und dann so eine 180° Wende und sie behandelt mich wie das letzte Stück Dreck auf Erden, macht alles an mir nieder von meinem Verhalten bis hin zu meinem Aussehen, dass ich ja so abgrundtief hässlich und abstoßend und bemitleidenswert wäre und darüber hinaus noch so dämlich, dass ich das nicht selbst sehe. Wie könnte denn überhaupt jemals jemand mit mir befreundet sein wollen?

Ich bin sonst eine sehr zuverlässige Person und das hat mich alles so getroffen, dass ich völlig die Zeit vergessen habe. Ich war noch mit L zum Sport verabredet im Verein, also da hab ich sie auch kennengelernt, da trainierten wir zu der Zeit immer ne Stunde vor dem Jugendtraining. Und danach leite ich das Jugendtraining, dafür war ich dann auch schon zu spät. Ich hab dann noch einen anderen Trainer gefragt, der zum Glück Zeit hatte und hab mich bei L entschuldigt und bin dann erst zum Erwachsenentraining abends zum Verein gekommen. Da war L dann auch, also wir haben immer erst ne Stunde zu zweit trainiert, weil wir uns halt so gut verstanden haben, dann hab ich das Jugendtraining geleitet, während sie zuhause was gegessen hat und dann beim Erwachsenentraining haben halt alle mit allen gespielt und so. Ich habe mich dann noch persönlich bei ihr entschuldigt und hab ihr aber nur gesagt, dass ich bei N war und wir die Zeit vergessen haben. Ich hab mich gar nicht getraut darüber zu sprechen, was da passiert ist.

Wir hatten uns ja jeden Tag gesehen, also N und ich, wir waren bei 16 Tagen in Folge, und ich hab sie dann am Tag danach auch wieder gefragt ob sie Zeit hat. Da meinte sie nein. Zwei Tage drauf hab ich glaub ich nichts gesagt, aber von ihr kam auch nix und vorher war sie immer so bei jeder Verabschiedung "kommst du morgen wieder?" wie so ein kleines Mädchen und dann hat sie immer gestrahlt wenn ich ja gesagt habe. Drei Tage drauf hab ich es dann nicht mehr ausgehalten, ich musste mal mit ihr darüber reden, was sie mir da gesagt hatte, denn mir war ja inzwischen schon klar, dass das nicht in Ordnung von ihr war. Da hatte sie dann erst auch keine Zeit, bis ich ihr gesagt habe ich habe da ein ganz dringendes Bedürfnis das mit ihr zu besprechen, dann hatte sie erst Angst vor mir und ich hab ihr gesagt sie muss keine Angst haben, ich mag sie doch. Dann hat sie zugestimmt mich zu sehen. Ich habe das dann ganz sanft und behutsam angesprochen, dass ich ihre Gedanken nicht verstehe warum sie das gesagt hat, ich hab nichtmal gesagt, dass ich das nicht ok fand, nur, dass ich sie gerne verstehen würde. Sie sagte dann nur sie möchte Freunde bleiben, aber keine Beziehung und ich so ja ist doch voll ok. Dann war sie emotional zu erschöpft, um da weiter drüber zu sprechen. Ich bin dann zum Sport und sie nach Hause.

Am nächsten Tag schreibt sie mir ich würde sie ja nicht verstehen und sie brauche das in ihrem Leben grad nicht, sie würde den Kontakt abbrechen bis sie wieder bereit sei mich zu sehen. Ich hab mich selbst nur noch mehr erniedrigt und hab mich noch dafür entschuldigt, sie mit meinen Gefühlen belastet zu haben, da sagte sie noch ja war schon ok und sie fand es gut, dass ich das angesprochen habe, aber sie könne nicht damit umgehen, dass sie mich so verletzt hat. Ja ok, also habe ich ihren Wunsch nach Kontaktabbruch respektiert, ihren Chat archiviert, damit ich nicht in Versuchung gerate ihr zu schreiben und dann hab ich mich in mein Bett gelegt und ein paar Stunden geheult. Ich dachte ich sehe sie Wochen, vll Monate oder Jahre, nicht wieder.

Am gleichen Tag noch vor 20 Uhr, also keine 12 Stunden, nachdem sie den Kontaktabbruch wollte, schreibt sie mir direkt wieder. Ihr Freund habe sie eingeladen vorbeizukommen und sie sei ja so glücklich. Sie könne dann aber nicht mehr zum Tanzkurs kommen deswegen. Also wir hatten uns für so einen Anfängertanzkurs angemeldet, weil sie ja tanzen kann und ich nicht und ich wollte es auch mal lernen. Der Tanzkurs war mir in dem Moment völlig egal und ich hatte den mental eh schon abgebrochen, weil ich ja davon ausgegangen war sie mindestens ein paar Wochen nicht mehr zu sehen.

Ich habe ihr geschrieben, dass das ok ist und ich mich für sie freue und dann nur ganz vorsichtig noch gefragt ob wir uns noch kurz für 10 Minuten sehen können bevor sie fliegt. Da meinte sie da muss sie mal gucken, sie hätte ja noch viel zu tun. Fand ich ein bisschen kaltherzig, also vor einem Flug in vier Tagen noch 10 Minuten für die beste Freundin zu finden, um kurz tschüss zu sagen, bevor man vier Wochen weg ist, das wär für mich das Mindeste. Also wir wohnen nur 20 Minuten Fußweg auseinander und ich würde ja auch zu ihr kommen und alles.

Tags drauf ruft sie mich auf einmal an und fängt ohne hallo zu sagen an über eine Kommilitonin von der Uni zu ranten, mit der sie zusammen ein Projekt macht, dass sie mit der nicht zusammenarbeiten kann. Ich war einfach nur verwirrt ob wir jetzt wieder normal befreundet sind oder was das sein soll und hab ihr mechanisch Zuspruch gegeben, dann hat sie auch schon wieder aufgelegt. Naja, sie hat mich dann noch nen Tag später kurz an der Uni besucht und tschüss gesagt, das war nett von ihr. Sie ließ mich dann aber super verwirrt zurück, weil ich nicht wusste, ob sie jetzt noch Kontaktsperre wollte oder nicht und überhaupt. Am Tag vor dem Flug schreibt sie mir nochmal, dass noch ein Sojaghurt in ihrem Kühlschrank steht, der von mir ist, der würde in den vier Wochen ihrer Abwesenheit ablaufen. Den hat sie mir dann zu mir nach Hause vorbeigebracht und dann ist ihr aufgefallen, dass ich sie super vorsichtig und zurückhaltend behandelt habe und hat gefragt was los ist. Da hab ich ihr gesagt, dass ich verwirrt bin ob sie Kontakt möchte oder nicht und ich ihren Wunsch ja respektieren will und so. Sie sagte wir können wieder Kontakt haben, ihr Wunsch sei aufgehoben.

Ja, dann ist sie also ins Flugzeug und war weg. Obwohl ich schreiben hasse, weil ich das so unpersönlich finde, haben wir dann in der Zeit auch geschrieben, sie hat mir erzählt, dass alles supertoll ist, die Eltern von ihrem Freund würden ihr Struktur geben und es sei so schön ihn zu sehen usw. Sie war dann so 4-5 Tage da, da hat sie auch mal gefragt wie es mir geht und ich hab halt erzählt, dass ich an dem Tag drei Einheiten Sport hatte, einmal mit zweien, die ich beim Sport auch kennengelernt hatte und die ich einfach super sympathisch fand, G und V, zwei beste Freundinnen, die eine so schöne Freundschaft zueinander haben, dass mir immer das Herz aufging, wenn ich die beiden miteinander sah, dann hatte ich ne Einheit mit V zusammen in ner anderen Sportart und als letztes noch eine Einheit wo ich die Trainerin war. Jetzt war V an dem Tag aber nicht da, also hab ich G gefragt ob sie die zweite Einheit mit mir machen möchte und sie die andere Sportart mal ausprobieren will. Sie hatte paar Tage zuvor zugesagt. Dann hat sie aber während der ersten Einheit erzählt, dass ihr Chef von ihrem Kellneraushilfsjob sie kurzfristug gefragt hat ob sie einspringen kann und auch wenn sie das arbeitsrechtlich nicht muss wollte sie es trotzdem machen, weil sie da grad neu ist und keinen Stress will und so. Ich hab ihr gesagt ja klar ist ok. Also hatte ich für die zweite Einheit keine Trainingspartnerin mehr und konnte ja aber nicht nach Hause, weil ich danach noch als Trainerin ran musste. Da hat N mich grad angeschrieben und ich hab ihr halt gesagt ja ist bisschen langweilig grade und schade, dass G zur Arbeit musste.

Und wie aus dem Nichts schreibt sie dann auf einmal ohh du Arme kannst selbst nix mit dir anfangen, selbst Schuld wenn du keine Party starten kannst so richtig sarkastisch abwertend. Ich hab sie gefragt woher das jetzt kommt und sie so sie weiß auch nicht sie sei emotional unausgeglichen. Ob es mir denn gut ginge. Ich so ja alles gut, ich hab ja schon eine Einheit mit G trainiert und allein, dass ich sie überhaupt gesehen habe, hat meinen Tag bereichert, also alles gut, dass ich jetzt mal kurz ein bisschen Pause habe. Da hat N dann geantwortet, dass G nach einer tollen Person klingt und ich ja sie ist einfach wunderbar ich mag sie total - und dann hab ich den "Fehler" gemacht noch zu schreiben "aber ich hab das Gefühl ich mag sie mehr als sie mich" und N dann so "woran das wohl liegen mag. "

Also an dem Punkt hat's mir dann auch gereicht. Ich hab dann nur sarkastisch zurückgeschrieben, was sie damit sagen will, ob es daran liege, dass ich ja so hässlich und ohne Strahlkraft sei, dass G mich ja auf keinen Fall irgendwie mögen könnte und N fing dann an mir irgendwelche Beauty-Tipps zu geben und hat mir so Videos geschickt wie verbessere ich mein Charisma und sowas, aber sie habe da auch gar keinen Nerv für mir zu helfen, weil ihr Freund grade vll stirbt, da habe ich das Gespräch beendet.

Das war also das zweite Mal, dass sie mich auf mehr oder weniger die gleiche Art niedergemacht hat. Ich hab den restlichen Tag nur noch geheult, hab kaum geschlafen, dann hab ich ihr am nächsten Morgen geschrieben sie soll sich um ihren Freund kümmern und darum, dass es ihr besser geht und dass ich schon klarkomme und sie mir nicht helfen soll. Da hat sie sich bei mir bedankt was für eine tolle und verständnisvolle Freundin ich doch sei und hat erzählt, dass die Eltern von ihrem Freund in Wahrheit total schrecklich sind und sie schlecht behandeln und so und sie habe aber jetzt mit denen gesprochen und zumindest die Mutter habe das verstanden und jetzt läuft das besser und ich hab sie gelobt, dass sie für sich eingestanden ist und habe es gleichzeitig für mich selbst nicht getan, sondern alles, was sie mir wieder geschrieben hat, einfach geschluckt.

Dann habe ich total die Selbstzweifel bekommen, dass ich vll wirklich so wertlos bin, dass einfach niemand mit mir befreundet sein möchte, wenn ja sogar meine beste Freundin sowas zweimal zu mir sagt. Ich habe dann alle meine bisherigen Freundschaften reflektiert, welche davon überhaupt so richtig tiefe Freundschaften waren und habe nur zwei gefunden, die eine ist zerbrochen und die andere 500km weit weg gezogen und der Kontakt eingeschlafen. Das war der tiefste Punkt in meinem Leben, glaub das waren zwei Tage und es wurde immer schlimmer, meine Gedanken immer negativer.

Trigger

Ich lag dann die ganze Nacht weinend und in Selbstzweifeln versinkend wach, bis ich zu dem Schluss gekommen bin, dass das Leben so total sinnlos ist und ich es auch gleich beenden könnte. Dass ich diesen Gedanken bekommen habe hat mich dann so erschreckt, dass ich sofort aufgestanden bin und die Nummer der Telefonseelsorge rausgesucht habe. Ich habe auf einmal so ein Feuer in mir gespürt weiterleben zu wollen. Ich habe mir gedacht ich muss mich auf die sozialen Kontakte konzentrieren, die wirklich echt sind. Meine Familie und meine Schulfreundin, die 500km weit weg gezogen ist, die waren immer da früher. Ich bin noch am selben Tag zu meinen Eltern gefahren und hab meiner Schulfreundin geschrieben ob wir uns nochmal sehen können. Die Telefonseelsorge habe ich nicht mehr angerufen, das war dann nicht mehr nötig.



Ne Woche später habe ich meiner Schwester von N erzählt, aber erstmal nur wie wir uns kennengelernt haben und dass wir gute Freundinnen geworden sind, also die Geschichte noch ohne die Party und was danach passiert ist. Sie hat sich so für mich gefreut, dass ich eine so tolle Freundin gefunden hatte, dass ich das dann irgendwie nicht übers Herz gebracht habe, das direkt wieder zu zerstören. Ich bin ab da jede Woche zu meinen Eltern und hab auch meine Schulfreundin nochmal besucht, die inzwischen wieder etwas näher als 500km wohnt, sie hat die Uni gewechselt.

Mit N habe ich weiter alle 1-2 Tage geschrieben und hab sie erzählen lassen, was so los ist, ihr Freund hat sie genervt, dann war er wieder toll, Krebs ist sch., der Vater ist sch., ich hab ihr zugehört bzw gelesen und sie unterstützt. Sie hat tatsächlich nochmal gefragt ob ich drüber reden möchte was sie da zu mir gesagt hatte und ich hab ihr gesagt machen wir wenn du zurück bist, kümmer dich jetzt nur um dich. Ich hab so viel Rücksicht auf ihre Situation genommen, also sie hatte es ja auch schwer. Trotzdem hätte ich mich rückblickend nicht so behandeln lassen sollen. Sie hat noch mehrmals geschrieben wie schön es ist, dass ich ihr zuhöre und wie toll ich sie unterstütze und was ich für eine gute Freundin bin usw, inzwischen weiß ich, dass man sowas auch lovebombing nennt.

Dann kam sie wieder zurück und hat nach der Landung geschrieben sie freue sich darauf unsere Freundschaft persönlich (statt schriftlich) fortzusetzen. Ich hab dann direkt gefragt wann sie Zeit hat, da sagte sie sie kommt erstmal zuhause an und meldet sich dann. Ist ja ok. Also hab ich gewartet. An dem Tag kam nix mehr, am nächsten dann auch nicht. Abends hab ich dann mit L trainiert und sie meinte so hey N ist ja wieder zurück und ich so ja ich weiß. L hatte dann Lust N zu sehen und hat mir vorgeschlagen, dass wir beide ja zu ihr (also L) zum essen vorbeikommen könnten. Ich wollte mich eigentlich erstmal allein mit N treffen, um vll auch mit ihr zu besprechen, was sie mir jetzt schon 2x gesagt hat und dass mich das sehr trifft und ich das nicht möchte, dass sie sowas sagt und warum sie so denkt und so. Aber ich hab mich nicht getraut das zu sagen. N hat dann auch direkt zugesagt und ich war ein bisschen eifersüchtig, dass sie wenn L sie fragt direkt Zeit hat und als ich sie gefragt habe meldet sie sich zwei Tage nicht, obwohl sie ja meine beste Freundin war und L nur über mich kannte und die auch erst 3x gesehen hatte.

Dann haben wir uns am Dienstag zu dritt bei L zuhause getroffen und ich kannte mich in ihrer Wohnung halt nicht aus und hab gefragt wo die Toilette ist und hab ihr gesagt, dass sie ihr Wohnzimmer toll eingerichtet hat und so und N hat ganz überrascht gefragt ob ich noch nie zuhause bei L war. Da hab ich gedacht ja offensichtlich nicht wenn ich mich noch nie außerhalb des Sports mit ihr getroffen habe, dafür hast du mich ja entsprechend beleidigt. Der ganze Abend war dann irgendwie komisch, N war zwar freundlich mir gegenüber, aber auch irgendwie kühler als sonst, ich hab mich aber super mit L verstanden und insgesamt war es ein schöner Abend. Irgendwann hatte dann der Freund von N angerufen und sie hat Videotelefonie gemacht und meinte so hey möchtest du Anna (also das bin ich) kennenlernen und dann hab ich ihren Freund kennengelernt. Dann hat sie sich mit L für Sonntag zum Sport verabredet, da wo ich immer mit V spiele. Fand ich eigentlich cool, weil ich dann gleich drei Leute, die ich mag, zusammen habe (N, L und V). Naja, dann sind wir zusammen mit dem Bus nach Hause und wir haben noch über so einen Film gesprochen, den wir mal zusammen gucken wollten und dann hab ich kurz vor der Verabschiedung gefragt wann wir uns das nächste Mal sehen. Es war Dienstagabend. Sie hat kurz überlegt und meinte dann "ich glaube am Sonntag".

Ich dachte das ja wohl nicht ihr Ernst. Das sind fünf Tage. Und dann sehen wir uns "zufällig", weil ich mit V und sie mit L verabredet ist und wir in der gleichen Halle jeweils zu zweit spielen? Wie wäre es denn mit einer Verabredung zu zweit, vll morgen oder übermorgen? Wir haben uns wochenlang nicht gesehen. Und dann dieses Gefühl in mir, dass sie bei dem Essen so seltsam distanziert gewesen war. Ich war auf jeden Fall wieder fertig mit den Nerven und dachte vll will sie ja nicht mehr mit mir befreundet sein und stößt mich weg mit den Beleidigungen, aber warum stellt sie mich dann ausgerechnet jetzt ihrem Freund vor, wenn ich eh bald nicht mehr ihre Freundin bin?

Ich hab ihr dann am nächsten Tag geschrieben ich möchte mit ihr reden wann sie Zeit habe. Da hat sie gesagt sie kann mir nicht helfen ich solle mich an jemand anders wenden. Ich so ja ich will nicht schlecht über dich reden, in der Annahme, dass sie schon weiß, warum ich mit ihr reden möchte. Hat sie gesagt das sei ok.

Also habe ich erst L geschrieben ob ich mit ihr sprechen kann, dann hat sie mich angerufen und ich hab ihr alles erzählt. Ihr war auch aufgefallen, dass N distanzierter war als bei den anderen Treffen, wo sie mit dabei war. Sie meinte dann direkt ich soll abends zu ihr kommen, dann könnten wir nochmal in Ruhe reden. Dann hab ich meine Schwester angerufen und ihr auch alles erzählt und sie hat sich richtig aufgeregt und hat sehr klare Worte gefunden, dass N mich nicht so behandeln darf. Abends bin ich zu L gefahren und sie hat das gleiche nur sanfter gesagt. Und dass ich gut so sei wie ich bin. N hat mich dann gefragt wie es gelaufen ist und ich hab ihr geschrieben ja L und meine Schwester meinten beide wir müssen darüber reden wie du mich verletzt hast. Da hat sie so gesagt wie ich hab dich verletzt sag das doch, das doch voll unfair wenn du mir das nicht sagst, worum geht es denn? Ich dachte so willst du mich verarschen, ich hab doch gesagt lass uns drüber reden wenn du zurück bist und du musst das doch gemerkt haben, dass das nicht cool von dir war. Geschrieben hab ich nur ja lass drüber reden wann hast Zeit, ich hab da extra Rücksicht auf dich genommen, solange du bei deinem Freund warst.

Sie hatte dann direkt am nächsten Tag Zeit und ich hab ihr sehr sanft und vorsichtig und sehr respektvoll dargelegt, dass mich ihre "Kritik" an meiner Person sehr verletzt hat und ich das Gefühl habe sie halte mich für ein wertloses Stück Dreck und wolle gar nicht mehr mit mir befreundet sein. Da hat sie was gesagt von wegen sie habe Angst gehabt ich könnte einsam sein und wenn sie Angst hat wird sie wütend. Es täte ihr Leid, sie wollte mich nicht verletzen. Dann war sie auch wieder sehr schnell emotional erschöpft, was ich natürlich respektiert habe und ihr sagte ok lass später weiterreden.

Danach haben wir uns nie wieder gesehen. Sie war über die nächsten drei Wochen hinweg nicht in der Lage sich noch einmal mit mir zu treffen. Ich habe mehrmals vorsichtig nachgefragt und ihr gesagt, dass mich das wirklich sehr beschäftigt und ich sie ganz sanft behandeln werde, alle ihre Grenzen respektiere, wir jederzeit aufhören können wenn es ihr zu anstrengend wird, sie keine Angst vor mir haben muss, dass ich sie nur als Freundin behalten möchte usw.

Ich konnte dann einfach nicht mehr. Es hat mich so fertig gemacht, ich wollte einfach nur irgendein Zeichen von Wertschätzung von ihr haben. Also habe ich sie gefragt, ob ich mich von ihr verabschieden darf. 30 Sekunden danke für die schöne Zeit und tschüss und wenn sie möchte vll noch eine Umarmung, aber ist auch ok ohne. Ich würde nichts negatives sagen, ich würde sie nur gerne positiv in Erinnerung behalten wollen.

Konnte sie auch nicht. Ich würde sie ja nicht verstehen und wenn die Zeit reif wäre würden wir wieder zueinander finden, sie wolle mir nicht lebwohl sagen. Ich hab ihr gesagt ich weiß nicht ob ich sie wenn ich sie einmal komplett losgelassen habe jemals wieder so nah ranlassen könnte, ich hätte vll Angst davor. Da meinte sie sie wolle es auch gar nicht mehr so nah. Na toll, jetzt sagt sie mir also fast schon offen, dass sie nicht mehr mit mir befreundet sein möchte oder was soll das heißen? Also habe ich ihr geschrieben ich kann das alles nicht mehr und ich muss mich selbst schützen und wenn sie die Freundschaft jemals wieder neu aufbauen möchte soll sie L fragen ob ich bereit dazu bin, wobei ich L noch fragen muss ob das ok für sie ist, sie würde ihr nochmal schreiben. Dann habe ich ihr noch voll die süße Dankesnachricht geschrieben wie sie mein Leben bereichert hat und wie gern ich sie als Freundin hatte und dass sie immer ein Teil von mir bleibt und so, was sie gar nicht verdient hatte, aber ich habe es komplett positiv gehalten und ihr keine Vorwürfe gemacht oder so. L war einverstanden und hat ihr geschrieben sie solle mir nicht mehr schreiben, sondern es wenn über sie versuchen.

Ich hab das dann alles noch meiner Mama und meiner Schwester erzählt und einer Arbeitskollegin, die so im Alter meiner Mama ist, die meinten alle drei sie würde sich niemals bei mir melden. L meinte das später auch mal, dass das ja anstrengend sei eine Freundschaft neu aufzubauen und das könnte N nicht. Ich wusste es eigentlich auch schon, aber hatte immer noch die Hoffnung ich wäre ihr so wichtig, dass sie sich vll doch wieder melden würde und bereit dazu wäre, mal vernünftig über alles zu reden.

In den folgenden Wochen habe ich viel Zeit mit meiner Familie verbracht, bin zu meiner alten Schulfreundin gefahren, hab mit L gesprochen, hab mir immer wieder Mantras aufgesagt, dass ich ein guter und wertvoller Mensch bin und dass N mein Leben nicht definieren wird und langsam wurde es immer besser, auch wenn ich mich immer wieder gefragt habe warum sie nicht mit mir reden kann und warum sie mit mir befreundet war wenn sie mich für so wertlos hält usw.

Nachdem sie sich drei Monate lang nicht gemeldet hat bin ich in den Park gegangen, wo sie immer gerne Zeit verbracht hat und wo wir uns auch öfter getroffen haben, zu einer Uhrzeit, wo sie sicher nicht da sein würde. Dort habe ich in Gedanken Abschied von ihr genommen. Ich habe akzeptiert, dass ich sie nie wieder sehen werde.

Mittlerweile habe ich eher Angst ihr nochmal zu begegnen.

Okay, da sollte die Geschichte eigentlich enden. Ich hatte eine im Endeffekt toxische Freundschaft, von der ich mich irgendwann lösen konnte. Ich war stolz auf mich, das geschafft zu haben.

Aber das, was sie gesagt hatte, ließ mich einfach nicht mehr los. Die Freundschaft mit L vertiefte sich, wir trafen uns dann irgendwann auch zu zweit einfach nur so zum Zeit verbringen. Dann hatte ich noch die andere Freundin, die ich N auch mal vorgestellt hatte, sie heißt S. Und meine alte Schulfreundin, aber das ist dann auch wieder eingeschlafen, wir leben jetzt halt zwei verschiedene Leben in zwei verschiedenen Städten. G und V hatten irgendwann wegen der Uni keine Zeit mehr für Sport und weil wir nicht das gleiche studieren, sehe ich sie jetzt gar nicht mehr. Ich hatte also nur noch zwei sichere Kontakte, L und S. Bei allen anderen fühlte ich mich auf einmal mega unsicher und fing an alles zu hinterfragen, mögen die mich überhaupt, ist das ok wie ich mich verhalte, ist es total lächerlich wenn ich mit ihnen befreundet sein möchte?

Ich war nie die sicherste Person der Welt, aber ich bin zum Beispiel Trainerin und kann vor einer Gruppe von 20 Erwachsenen ein Training anleiten, ich kann auch ein Referat oder Seminar vor einer Gruppe halten, selbstbewusst in meine Fähigkeiten. Ich weiß auch, dass ich eine liebenswerte verständnisvolle sehr loyale Freundin bin. Aber trotzdem fing ich an mich irgendwie wertlos zu fühlen, bekam nicht genug externe Bestätigung. Nur zwei Freundinnen? Was bin ich für eine Verliererin. Ich glaube ich wollte mir irgendwie selbst beweisen, dass N unrecht hatte mit dem Satz "Du wirst nie Freunde finden" - je mehr Freunde ich hätte, desto höher wäre mein Wert. Aber ich fand keine Freunde. Okay, also eine hab ich noch gefunden, ich habe jetzt drei. Aber sind drei genug? Und verbringe ich genug Zeit mit ihnen? Sind die Freundschaften auch tief genug? Bin ich wertvoll genug, damit sie tiefer werden oder damit ich mehr Freundinnen finde?

Jetzt laufe ich monatelang so rum, L ist im Auslandssemester, S arbeitet total viel und hat nen Freund und nur 1x die Woche Zeit für mich und die dritte Freundin ist noch ganz frisch, die sehe ich zwar 3x die Woche, aber bei ihr bin ich mir immer noch unsicher ob ihr nicht irgendwann doch auffällt, dass ich eigentlich ein wertloses Stück Dreck bin, mit dem sie gar nicht befreundet sein möchte. Oder dann auch so Zweifel an den eigentlich sicheren Freundschaften, also kurz bevor L weg ist hat sie mal erzählt, dass eine Freundin von ihr sechs Stunden bei ihr zu Besuch war und ich denke direkt so ja ich noch nie, wir treffen uns immer für maximal zwei Stunden, bin ich mehr nicht wert? Dabei sollte ich mich ja nicht mit anderen Freundschaften messen und ich sehe sie ja auch vll öfter als die andere Freundin, die vll von weiter weg kommt usw. Oder ich habe S letzte Woche gefragt ob sie mal was zusammen essen möchte, da sagte sie sie hat schon eine Freundin zum essen, ich sei ihre Sportfreundin. Da hab ich mich auch so reduziert gefühlt, obwohl sie zb auch geholfen hat mein Zimmer zu streichen und sie hat mich auch schon auf mehrere Partys eingeladen (bin immer hin und sie hatte nie ein Problem damit, dass ich da etwas ruhiger bin). Also ich weiß ja, dass ich wertvoll bin und Mantra Mantra sage es mir immer wieder, aber das Gefühl kommt trotzdem immer wieder zurück.

Jetzt denke ich mir es gibt irgendwie 140 Jahre oder so an psychologischer Forschung, da muss es doch irgendeine Methode geben, die dabei helfen kann. Ich finde die Antwort der psychologischen Beraterin das werde nie wieder so wie früher und es brauche einfach Zeit so unbefriedigend.

Sie sagte ich sei rational sehr stark, weil ich ihr erzählt habe, ich weiß, dass ich wertvoll und gut bin und N mir das nicht wegnehmen können soll. Ich hab so Statistiken gelesen von wegen 42% der Gen Z fühlen sich einsam und es gibt das friendship paradox, so ein statistischer Effekt, dass andere die man kennt immer mehr Freunde haben als man selbst, weil Leute mit vielen Freunden einfach bei mehr Leuten bekannt sind. Ich bin nicht die Einzige, die keine 10 Freundinnen hat oder die sich unsicher damit ist, ob sie den Anschluss in einer neuen Umgebung findet usw. Das weiß ich alles. Aber das ändert ja nicht meine Gefühlswelt, ich liege ja trotzdem nachts wach und werde den Gedanken nicht los niemals richtige Freunde zu finden, die Zeit für mich haben usw.

Mir ist auch klar, dass super offene extrovertierte Partylöwen, die alles und jeden anquatschen, rein statistisch eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, Freunde zu finden. Deshalb fange ich aber nicht an zu saufen und quatsche jeden an. Das bin ich nicht. Ich schneide mir auch nicht die Haare ab, nur weil N findet, das würde mir besser stehen. Andere sehen das auch anders, andere haben mir auch schon gesagt die mögen meine Frisur. Überhaupt kann ja jede aussehen wie sie möchte. Inhaltlich stehe ich also eigentlich auch über ihrer Kritik. Aber diese sarkastische Boshaftigkeit mit welcher Überzeugung sie das gesagt hat, dass ich nie Freunde finden würde und dass das nie passieren würde und woran das wohl liegen mag, das lässt mich einfach nicht mehr los, irgendwie habe ich Angst davor es könnte wahr sein und mein Leben ist wirklich wertlos und das möchte ich nicht. Es ist ein ständiger Kampf zwischen hoffnungsloser Verzweiflung und lodernder Wut, dass ich mir das nicht gefallen lasse.

Ich hab da einfach keine Lust mehr drauf und möchte wieder ein normales Leben führen. Ich hatte vorher auch kein Problem damit tagelang allein zu sein oder nicht viele Freunde zu haben.

• • 15.09.2026 x 3 #1


20 Antworten ↓

alles_roger
Guten Morgen,
gerne schreibe ich dir noch ausführlich, wenn du möchtest. Aber eines schon mal vorab: Du wirst ganz fest verstanden. Was für den einen wie ein kleines Problem wirkt, kann für den anderen eine riesige Belastung sein. Deine Gefühle sind absolut gültig. Und ja, sich aus toxischen Freundschaften zu lösen, ist emotional oft genauso schwer und schmerzhaft wie eine Trennung in einer toxischen Partnerschaft. Vielleicht bis später und ganz liebe Grüße an dich.

• x 2 #2


A


Abschließen mit Folgen toxischer Freundschaft

x 3


Schlaflose
Zitat von Anna28:
Ich hab da einfach keine Lust mehr drauf und möchte wieder ein normales Leben führen. Ich hatte vorher auch kein Problem damit tagelang allein zu sein oder nicht viele Freunde zu haben.

Dann dürfte es doch kein Problem sein, einfach den Kontakt komplett abzubrechen und sie zu ghosten, wie man das heute so schön sagt. Ich war auch immer ähnlich gestrickt wie du, was mein soziales Leben angelangt (wenige Freundinnen, keine Lust auf Partys, Tanzen, laute Musik, Alk. etc.) und habe mich immer schnell von Personen distanziert, die mich kritisiert oder unfreundlich behandelt haben. Einfach komplett ignorieren und wie Luft behandeln.

• x 4 #3


alles_roger
Das ist trotz aller Einsicht und Absicht tatsächlich gar nicht so einfach. Für Betroffene fühlt sich das Ende einer toxischen Beziehung/Freundschaft oft wie ein kalter Entzug an. Diese schmerzhafte Wahrnehmung ist keine Einbildung, sondern psychologische Realität. Sie macht das endgültige Loskommen extrem schwer. Um diese emotionale Abhängigkeit zu durchbrechen, empfiehlt sich einen konsequenten Kontaktabbruch, auch No-Contact-Regel genannt. Jedes „Rückfälligwerden“, auch wenn es noch so klein ist, verlängert den emotionalen Entzugsprozess unnötig, da es die alten Suchtmuster im Gehirn sofort wieder auslöst. Da die eigene Willenskraft in dieser verletzlichen Phase verständlicherweise stark geschwächt ist, ist ein stabiles Auffangnetz unverzichtbar. Das ist oft dann auch der entscheidende Schlüssel, um Schritt für Schritt die eigene emotionale Stabilität wiederzuerlangen.

• x 3 #4


Schlaflose
Zitat von alles_roger:
Das ist trotz aller Einsicht und Absicht tatsächlich gar nicht so einfach. Für Betroffene fühlt sich das Ende einer toxischen Beziehung/Freundschaft oft wie ein kalter Entzug an. Diese schmerzhafte Wahrnehmung ist keine Einbildung, sondern psychologische Realität. Sie macht das endgültige Loskommen extrem schwer. Um diese emotionale Abhängigkeit zu durchbrechen,

Das habe ich nie so empfunden. Allerdings kam es bei mir nie zu einer emotionalen Abhängigkeit, egal wie gut und lange ich mit jemandem befreundet war. Deswegen war es für mich nie ein Problem, einen Kontakt einfach abzubrechen, wenn man mich schlecht behandelte.

• x 1 #5


alles_roger
Ich kannte eine junge Frau Anfang 30. Sie führte eine toxische On-Off-Beziehung. Während der On-Zeiten ging es ihr extrem schlecht und in den Off-Zeiten hat sie um die On-Zeiten getrauert. So etwas hatte ich bis dahin auch noch nicht erlebt. Aber so kann es sein ...

• x 3 #6


A
Danke für eure Antworten. Also der Kontakt ist schon seit 11 Monaten abgebrochen, ich habe ihr ja geschrieben, dass sie sich wenn dann bei L melden soll wenn sie die Freundschaft neu aufbauen möchte. Bzw habe ich ihr gesagt im absoluten Notfall dürfe sie sich bei mir melden. L hat ihr dann auch nochmal geschrieben, dass sie das bitte respektieren soll und sie hat ihr wohl geantwortet, dass sie das macht. Sie hat sich seither zwar ab und zu nochmal bei L gemeldet, aber nicht nach Kontaktaufnahme zu mir gefragt. Mir hat sie nicht mehr geschrieben. Ich ihr natürlich auch nicht.

Ich habe auch nach etwa 3 Monaten akzeptiert, sie nie wieder zu sehen und habe mich genug emotional von ihr gelöst, dass es mich nur noch selten beschäftigt und dann auch nur kurz. Das funktioniert ganz gut.

Weshalb ich dann zur psychologischen beratung gegangen bin und auch euch jetzt schreibe, ist, dass mir ihre Worte nicht aus dem Kopf gehen, dass ich ja so wertlos sei und nie Freunde finden würde. Ich schaffe es irgendwie nicht, das gefühlsmäßig als Quatsch abzustempeln und hinter mir zu lassen. Ich wünsche es mir so sehr, dass ich das genau so ad acta legen kann wie die Freundschaft zu ihr, aber es klappt nicht.

• #7


L
Kennst du das wenn du eine Person einfach irgendwie abstoßend findest, das Gefühl hast lieber Abstand halten zu wollen und keinen näheren Kontakt zu wollen? Bei fremden Menschen kommt sowas häufiger vor, und manchmal wenn man sich dann überlegt woran es bei einer bestimmten Person liegen könnte, fallen einem Dinge auf die möglicherweise diese Abneigung begründen könnten, zb etwas optisches, die Stimme, wie jemand redet, sich bewegt etc. Manchmal aber auch nicht.

Es kann auch vorkommen dass man einen Menschen auf Anhieb absolut unsympathisch findet, ohne dass es dafür einen klar ersichtlichen Grund gibt der auch in einer ungefähren Relation zum Maße der gefühlten Abneigung steht.
Das genaue Gegenteil kann natürlich auch eintreten, dass man eine Person auf Anhieb extrem sympathisch findet, noch bevor man sich ausführlich unterhalten konnte geschweige denn die Person wirklich kennen würde. Auch hierfür kann es offensichtliche Gründe geben, welche sich zb auf Optik zurückführen lassen, aber häufig beruhen spontane Sympathie und Antipathie auf Gefühlen die einfach da sind und sich logisch nicht exakt begründen lassen. Das hat dann meistens etwas mit persönlichen Erfahrungen und/oder der Ausstrahlung/Verhalten der jeweiligen Person zu tun.



Vielleicht kennst du das ja dass man manchmal neue Leute kennenlernt die man anfangs eher unsympathisch findet, sich abgestoßen fühlt und intuitiv auf Distanz geht. Wenn man dann aber die Person besser kennen lernt, verwandelt sich die anfängliche Abneigung auf wundersame Weise in Zuneigung. Es kann durchaus vorkommen dass Menschen nachdem zu Anfang einer den anderen oder auch beide sich gegenseitig total abstoßend fanden, später dennoch sehr enge Freunde werden.

Also so ziemlich das exakte Gegenteil von dem wie es bei dir der Fall war - auf Anhieb enorm viel Sympathie auf beiden Seiten, und später eine scheinbar unerklärliche Abneigung. Worauf ich mit dem Beispiel hinaus will, manchmal entsteht Sympathie mit der Zeit obwohl man anfangs nicht damit rechnet, aber es kann auch wie in deiner Erfahgung genau andersrum sein, aber, und das ist der entscheidende Punkt, genau wie bei der beschriebenen "anfänglichen Abneigung", kann auch die "später entstehende Abneigung" sehr subtile Gründe haben, die einem selbst oftmals nicht bewusst sind.

Das könnte dann in deinem Fall zum Beispiel daran liegen dass sie eine Seite an dir mit der Zeit kennengelernt hat mit der sie aus irgendwelchen Gründen nicht klar kam. Oder es könnte sein dass es etwas mit ihrer eigenen Persönlichkeit zu tun hat, und dass sich irgendetwas in ihr geweigert hat eine langanhaltende tiefere Freundschaft aufrecht zu erhalten. Was genau die Gründe waren, darüber lässt sich weiter spekulieren.



Ich denke mir dass sie dich anfangs wirklich sehr gemocht hat, es hört sich absolut echt an. Auch dass sie nach eurem ersten Konflikt die Initiative ergriffen hat und von sich aus wieder den Kontakt zu dir gesucht hat, sowie das spätere "Lovebombing" deute ich so dass sie dich nach wie vor mochte und eigentlich den Kontakt aufrecht erhalten wollte. Ihr gesamtes Verhalten deutet darauf hin, dass sie mit der Situation ähnlich überfordert war wie du, da sie natürlich gemerkt hat wie es dich verletzt hat wenn sie solche Dinge sagt und die meisten Menschen fühlen auch selbst einen gewissen Schmerz wenn sie jemanden verletzen der ihnen sehr nahe steht. Dennoch hat sie solche Dinge wiederholt gesagt, weil das Gefühl der Abneigung in ihr scheinbar so groß war dass sie es irgendwie herauslassen musste. Später hat es ihr Leid getan, sie konnte es nicht plausibel begründen und war schnell emotional überfordert wenn du mit ihr darüber sprechen wolltest.

Dass es irgendeinen offensichtlichen Grund gab und du etwas falsch gemacht hast, halte ich ab diesem Moment für extrem unwahrscheinlich, es deutet alles darauf hin dass ihr Unterbewusstsein nach einer gewissen Zeit einfach entschieden hat dass ihr doch nicht für eine langanhaltende Freundschaft kompatibel seid. Wie bereits erwähnt geht es bei Sympathie und Antipahie oftmals rein um die Emotion welche sich weder bewusst beeinflussen noch rational begründen lässt. Ich gehe also davon aus, dass sie dir keinen Grund genannt hat lag nicht daran dass sie es nicht wollte, sondern dass sie es tatsächlich nicht konnte weil sie selbst keine Ahnung hatte warum sich ihre Gefühle dir gegenüber mit der Zeit so krass gewandelt haben.

Was sie allerdings nachdem ihr euch so gut kanntet sehr wohl wusste, war deine Angst davor von anderen Menschen zurückgewiesen zu werden und keine guten Freunde zu finden. Deshalb hat sie genau das genutzt um dich maximal von sich wegzustoßen weil sie wusste dass dich so etwas extrem verletzen würde und sie somit die maximale Abstoßung auf deiner Seite erzeugen kann. Damit keine Missverständnisse aufkommen, ich denke auch hier nicht dass das von ihr so geplant war im Sinne von sie hat sich in den Tagen davor genau überlegt was deine Schwächen sind und wie sie dich damit maximal fertig machen kann. Nein, es macht viel eher den Eindruck dass sie das halt schon länger im Hinterkopf hatte und als mit der Zeit ihre Abneigung zu weit angestiegen war und die passende Situation gekommen war, ist es ihr quasi rausgeplatzt.
Vielleicht gab es ja in den Tagen/Wochen zuvor bereits gewisse Signale von ihr, die du bewusst überhört/sehen oder als nicht böse gemeint etc interpretiert hast, aber bei einer solchen Äußerung war dann der Punkt erreicht wo du es nicht mehr tolerieren konntest.


Was kann man nun daraus lernen? Menschen sind sehr unterschiedlich. Vielleicht warst du ja auch schonmal in einer Situation dass du einen Kontakt beenden musstest weil es sich einfach "nicht mehr richtig" angefühlt hat. Falls ja, dann hast du ja den direkten Vergleich wie du in dieser Situation agiert hast. Und falls nicht, dann ist es vielleicht genau diese Erfahrung welche dir noch fehlt um zu erkennen was dich von ihr (N) unterscheidet.
Und zum Thema Anzahl der Freunde, auch hier sind Menschen sehr verschieden, es gibt ja quasi alles von gar keine Freunde bis zu "die ganze Welt ist mein Freund". Also manche brauchen/wollen gar keine Freunde, manche haben einfach eine sehr lockere Definition von Freundschaft nämlich "sobald ich mit jemand ein paar nette Sätze gewechselt habe ist er mein Freund" und andere (so wie du) suchen nach engen Freundschaften in denen man sehr viel mit der Person teilen kann und sich dadurch verbunden fühlt. Ich könnte mir vorstellen dass dir eine geringe Anzahl an Freunden völlig ausreichen könnte um zufrieden zu sein. Und dass du diese Enttäuschung sehr viel schneller überwinden kannst als es sich jetzt gerade danach anfühlt, sobald du erstmal die richtige(n) gefunden hast. Viel Glück bei deiner weiteren Suche.

• x 2 #8


alles_roger
Hey Anna, wenn dir mal jemand an den Kopf geworfen hat, du seist wertlos und würdest sowieso keine Freunde finden, dann sitzt das erst mal tief. Aber wenn man das Ganze mal psychologisch auseinanderrupft, merkt man schnell: Solche Sätze sind absoluter Mist. Sie sind fast nie eine objektive Wahrheit, sondern einfach nur ein mieses Werkzeug, um dich kleinzuhalten. Die Wahrheit ist, dass Menschen, die andere als „wertlos“ beschimpfen, meistens nur ihre eigenen Unsicherheiten, ihren Frust oder ihren eigenen Mangel an Selbstwert auf dich projizieren. Es geht dabei fast immer nur um Macht. Das Gegenüber will dich manipulieren, dich verunsichern und von den eigenen Schwächen ablenken. Kurz gesagt: So ein Satz sagt alles über den miesen Charakter des Sprechers aus – und absolut null über dich. Lass dir eins gesagt sein: Nur weil irgendwer eine Meinung raushaut, wird sie noch lange nicht zur Realität. Du hast jedes Recht der Welt, dieser Person die Macht zu entziehen, deinen Wert zu definieren. Steck deine Energie lieber in Dinge, die dir guttun, feiere deine eigenen Erfolge und zieh dein Ding durch. Je mehr du dein Selbstwertgefühl wieder aufbaust, desto schneller wirst du merken, wie lächerlich und unbedeutender diese alte Abwertung im Rückblick eigentlich ist. Team Anna 💯

• x 3 #9


A
Danke, ehrlich. Das tut grade echt gut. Ich treffe mich jetzt mit meiner dritten Freundin (die neue) und bin danach mit ein paar Bekannten von der Uni zum essen verabredet, ich kann also jetzt nicht alles in Worte fassen, aber ich bin euch echt dankbar und schreibe später auf jeden Fall noch einmal ausführlicher!

• x 1 #10


Feuerschale
Zitat von alles_roger:
wenn dir mal jemand an den Kopf geworfen hat, du seist wertlos und würdest sowieso keine Freunde finden, dann sitzt das erst mal tief. Aber wenn man das Ganze mal psychologisch auseinanderrupft, merkt man schnell: Solche Sätze sind absoluter Mist. Sie sind fast nie eine objektive Wahrheit, sondern einfach nur ein mieses Werkzeug, um dich kleinzuhalten. Die Wahrheit ist, dass Menschen, die andere als „wertlos“ beschimpfen, meistens nur ihre eigenen Unsicherheiten, ihren Frust oder ihren eigenen Mangel an Selbstwert auf dich projizieren. Es geht dabei fast immer nur um Macht. Das Gegenüber will dich manipulieren, dich verunsichern und von den eigenen Schwächen ablenken. Kurz gesagt: So ein Satz sagt alles über den miesen Charakter des Sprechers aus – und absolut null über dich. Lass dir eins gesagt sein: Nur weil irgendwer eine Meinung raushaut, wird sie noch lange nicht zur Realität. Du hast jedes Recht der Welt, dieser Person die Macht zu entziehen, deinen Wert zu definieren. Steck deine Energie lieber in Dinge, die dir guttun, feiere deine eigenen Erfolge und zieh dein Ding durch. Je mehr du dein Selbstwertgefühl wieder aufbaust, desto schneller wirst du merken, wie lächerlich und unbedeutender diese alte Abwertung im Rückblick eigentlich ist.

So seh ich das auch,auch wenn ich das erstmal nicht in Worte fassen konnte.
Ich persönlich finde das Vorgehen ziemlich mies.

Es gibt weitaus andere und bessere Möglichkeiten Distanz herzustellen oder zu sagen "nee passt wohl nicht so richtig"., als die Vernichtungstour beim anderen aufzufahren und alles schlechte und eklige dem anderen zuzuschreiben, in Verachtung, Abkehr, nicht nur für die eigene Person sondern als Prognose "die werden dich alle hassen und verachten".
Das ist ja keine Freundin, das ist sadistisches Mobbing in dem Moment.

Jetzt hat hier jemand ja versucht zu erklären (Verständnis für "Täterschaft"), dass bei der abwertenden verletzenden Person da ne Abneigung entstanden ist die sich wortlos Bahn brach.Mag ja alles sein, aber es ist halt ein "Axt im Walde" Verhalten und wenn man einmal jemand als Freundin rangelassen hat der dann so massiv verletzt vernichtet, so ne Person müsste eigentlich SOFORT aus dem eigenen Innern rausgeschmissen werden.Einfach aus Selbstschutz.

Ich denke, aus Gewohnheit und weil mans anders kannte und weil man die Änderung gar nicht fassen kann, es war doch alles mal so gut, scheinbar innig, scheinbar vielversprechend, hält man erstmal still, verhandelt, diskutiert.
Aber wer einmal ne Grenze überschreitet, einen nicht respektiert...zwischendrin seinen eigentlichen Hass zeigt, der tut das immer wieder mMn. Da ist was ins Ungleichgewicht geraten.

Mal vermeintlich Nähe Innigkeit, dann Verachtung Hass Misshandlung. Dass da kein Vertrauen mehr ist, ist ja eine normale Reaktion. Und beim nächsten Mal kennt man sowas dann zumindest. Schnelles Befreunden, Schnelles super, eigenes Superbild (mein Freund, seine Familie, ich dort, alles super) - und dann zack, totaler Hass. Bin mir sicher, die Person die das macht hat mit sich selbst ein großes Problem. Aber da wo es auf andere zerstörerisch wirkt nur für glorreiche Verdrängung, da hört mein Verständnis auf.

@Anna28
Die Frage ist, warum sitzt es so tief?
Es hat irgendwas mit dir zu tun bzw dass du "Verführbar" wurdest, kann ich mir denken. Verführbar für eine "Vorturnerin" die sagt hier bin ich ich bin toll, ich definiere toll, und anfangs hast du profitiert (auch toll), aber dann hatte sie dich so sicher dass sie dich hat fallenlassen können, runterstoßen, verunsichern.

Wenns in sowas narzisstisches ging da wird ja eben GANZ MASSIV der Wert der Person angegriffen, es wird Kritik geübt...du könntest besser sein, wenn du AUF MICH hörst.....die starke Person baut sich auf....als Vernichter und Retter gleichzeitig.

Ich konnte das gar nicht alles im Detail lesen weil ich das von ganz früher auch zur Genüge kenne und einfach nur widerlich finde.Und es zerstört das eigene Nervenkostüm, wenn man dem ganzen jetzt zu viel Raum gibt.

Ggf. hast du ne Art Introjekt davongetragen.Diese Person "ich bin die tollste, ich hab die Macht, ich verteile Lob und Tadel, Wohl und Wehe" konnte sich bei dir einnisten. Das Introjekt musst du jetzt quasi auch noch loswerden Damit umgehen, es rauswerfen bei dir.Etwas fremdes macht nur komische Gefühle..

.ggf. beginnt dort ein Zwang sich immer wieder mit diesem Introjekt zu beschäftigen, in dem es nur Verlierer gibt. So ein bösartiges Introjekt braucht einen Maulkorb oder muss rausgeschmissen werden, denk ich.

JETZT ist eine Grenze, jetzt ist kein Kontakt mehr. Das ist gut so.
Du hast die Chance zur Ruhe zu kommen.
Du hattest ja für dich einen spürbaren Wert, eine Ruhe...so wie du warst wars ok.

Du hast dich auf etwa eingelassen was dich nach außen zieht....in all die Spiegel und Bilder der Welt, es hat seinen Preis...allem genügen zu wollen, von allem gelobt oder gerichtet zu werden.

Besser ist wohl, du fängst wieder bei dir an. 👍
Und bei echten Freunden ist auch nicht die Spannung da, obs beim dritten Mal einem voll in die Fresse haut o ä. Da ist man angenommen, fühlt sich gut und geborgen.

• x 4 #11


P
Ich habe leider nicht deinen gesamten Text gelesen, aber ich möchte dir folgende Punkte aus meiner eigenen Erfahrung da lassen:

- wenn eine Beziehung (Freundschaft oder auch Liebe) von 0 auf 100 in Rekordzeit durchstartet durch einen der beiden Beteiligten getrieben, ist da meistens etwas komisch. Manipulativ. Aufpassen.
- Beziehungen jeder Art können in Krisen geraten, auch in große, die in Ghosting/Trennung/Streit enden. Das kann man als der getrennte oder geghostete Part meist nicht verhindern. Den allermeisten Menschen tut so eine Ablehnung sehr weh. Es kann sich je nach Wichtigkeit und Tiefe der Beziehung wie Trauma anfühlen, das man erstmal verarbeiten muss. Die Zeit heilt hier idR die Wunden.
Wenn das aber solchen Schmerz verursacht wie bei dir, steckt nicht selten ein Thema aus der Kindheit dahinter. Niemand möchte abgelehnt werden, aber gerade als Kind hat eine solche Ablehnung auch existentielle, lebensbedrohliche Folgen. Vielleicht ist in dieser Sache also dein kindlicher Anteil aktiv. Du bist aber erwachsen und bist in keinerlei Gefahr durch die Ablehnung durch diese Person.
Schau mal, ob dein erwachsener Anteil da evtl übernehmen kann, damit du abschließen kannst.

• x 6 #12


A
Zitat von Lewis:
Kennst du das wenn du eine Person einfach irgendwie abstoßend findest, das Gefühl hast lieber Abstand halten zu wollen und keinen näheren Kontakt zu wollen? Bei fremden Menschen kommt sowas häufiger vor, und manchmal wenn man sich dann überlegt woran es bei einer bestimmten Person liegen könnte, fallen einem ...


Das ist so gut erklärt von dir. Das ergibt total Sinn. Also dass man jmdn über die Zeit mehr mag kenne ich, hab da auch mal den Begriff Mere Exposure Effect zu gehört. Andersrum hätt ich's mir jetzt nicht so vorstellen können, aber klar, vll ignoriert man zuerst gewisse Verhaltensweisen, weil man ne rosarote Brille aufhat zb, das ergibt schon Sinn.

Sie hat das tatsächlich auch mal angesprochen, dass ihr Unterbewusstsein vll Angst vor mir hat, weil sie Probleme damit hatte mich zu umarmen, das hat sich irgendwie nicht richtig für sie angefühlt. Ich hatte da kein großes Problem mit, kann ja auch mit ihr befreundet sein wenn wir uns nicht umarmen, ich kenn auch andere Leute, die das nicht so mögen.

Das hat mir jetzt irgendwie sehr geholfen, weil ich die ganze Zeit dachte sie ist doch kein böser Mensch, warum tut sie mir dann so weh. Das hat ihre Worte irgendwie validiert, ihnen mehr Gewicht verliehen, sie würde das doch nicht sagen wenn da nicht was dran wäre.

Ich kann's zwar jetzt immer noch nicht ganz verstehen warum sie dann nicht einfach sagt hey sorry, aber ich glaub ich fühl die Freundschaft einfach nicht mehr so, sondern mich da so wegstoßen musste, also das kann ja auch nicht bewusst absichtlich passieren, das wäre ja auch total boshaft.

Sie hat wohl auch eine niedrigere Impulskontrolle, vll hängt das damit zusammen? Und ein Gedächtnis wie ein Sieb, also dass sie dann gar nicht mehr wusste, wo sie mich verletzt haben soll... Aber das hatte sie auch mal erzählt, dass sie sich eher an Gefühle erinnert und nicht so sehr an Worte oder Ereignisse.

Ich habe vermutet, dass es ihr peinlich war, dass ich als ihr Gast / ihre Freundin mit auf die Party gekommen bin, weil ich nicht den Erwartungen ihrer peer group da entsprochen habe (ihrer Ansicht nach). Da hatte sie zu gesagt das könnte vll sein. Andererseits wurde sie auch schon einmal von einer aus ihrem Studiengang nicht mit auf ne Party genommen, weil sie sich zu anders verhielte, sie könnte sich zb negativ über exzessiven Alk. äußern, da hat sie sich dann drüber aufgeregt, dass sie so akzeptiert werden wolle wie sie ist. Hätte sie bei mir ja auch mal machen können.

Zitat von alles_roger:
Hey Anna, wenn dir mal jemand an den Kopf geworfen hat, du seist wertlos und würdest sowieso keine Freunde finden, dann sitzt das erst mal Aber wenn ...


Auch das klingt sinnvoll. Sie ist zwar ein sehr offener Mensch und sie quatscht auch einfach irgendwelche fremden Leute auf der Straße an und sowas, aber richtige Freunde hatte sie glaub ich auch nicht. Also ich war sehr überrascht als sie mir irgendwann mal sagte ich sei ihr einziger enger Kontakt in der Stadt. Sie hatte auch zweimal versucht einen Spieleabend zu organisieren, aber außer mir hat dann niemand zugesagt. Ich dachte immer eine wie sie, die alle möglichen Leute anlabert, hätte ja eine viel größere Startmenge, um daraus Freunde zu finden. Sie hat sich auch immer drüber lustig gemacht, dass ich keine fremden Leute anquatschen wollte.

Das mit dem projizieren und der Macht versteh ich nicht, aber ich weiß, dass das so'n Ding ist, das manche Menschen wohl machen. Es fällt mir schwer sie als miesen Charakter einzustufen, weil sie immer den Eindruck gemacht hat sie wolle allen Menschen helfen, sie hat sich zb so Gedanken gemacht wie man Müllwerkern den Job angenehmer machen kann und war eine vehemente Verfechterin von Inklusion für Behinderte und sowas.

Ich hatte auch ne Zeit lang Angst vor meiner eigenen Menschenkenntnis, was ist wenn ich noch einmal auf so eine wie sie reinfalle usw. Aber ich hab mir jetzt gesagt wenn noch einmal so ein Angriff passieren würde, dann würde ich ja viel früher und viel klarer eine Grenze ziehen, dann würde das emotional gar nicht so schlimm eskalieren. Aber ich hoffe nicht, dass mir das noch einmal passiert bei einer, die ich gern habe.

Zitat von Feuerschale:
So seh ich das auch,auch wenn ich das erstmal nicht in Worte fassen Ich persönlich finde das Vorgehen ziemlich Es gibt weitaus andere und bessere ...


Tut mir Leid, dass ich da negative Erinnerungen bei dir geweckt habe :/

Ja, das hab ich mir fest vorgenommen, so ein Verhalten nie wieder zu tolerieren. Also nicht nur, was sie gesagt hat, sondern dann auch, dass sie da nicht einmal drüber sprechen wollte.

Und ja, wenn sie mich nicht mehr mag, kann sie das doch einfach sagen. Das tut dann vll auch weh, aber das kann ich viel einfacher akzeptieren, als so einen Angriff auf mich. Ich meine, sowas passiert ja auch, wenn romantische Beziehungen auseinanderbrechen, da sind die Gefühle einfach nicht mehr da, man weiß vll gar nicht wieso, aber das kann man ja respektvoll kommunizieren und dann getrennte Wege gehen.

Ich weiß nicht, vielleicht hat sie das auch gar nicht selbst verstanden und wollte mich einerseits noch als Freundin und ein anderer Teil von ihr nicht, sie hat mich ja nach dem Wegstoßen noch hingehalten, sie wolle sich nicht verabschieden und all sowas. Das war ja alles noch schlimmer für mich als hätte sie einfach gesagt sie will mich nie wieder sehen.

Das mit dem Introjekt musste ich nachlesen, was das bedeutet. Ich nehme mal Paulines Zitat mit dazu, weil sie was in die gleiche Richtung sagt.

Zitat von Pauline333:
Ich habe leider nicht deinen gesamten Text gelesen, aber ich möchte dir folgende Punkte aus meiner eigenen Erfahrung da lassen: - wenn eine Beziehun...


Mein Vater war sehr toxisch und hat mir immer wieder das Gefühl gegeben nicht gut genug zu sein oder etwas falsch gemacht zu haben. Ich weiß nicht ob das damit zusammenhängt, dass ich dann solche "Kritik" von geliebten Personen mehr annehme als ich sollte? Ich hab das früher ja auch nicht infrage gestellt, wenn der Vater gesagt hat ich sei zu nichts zu gebrauchen. Heute weiß ich, dass das nicht okay war mich fertigzumachen, weil ich es nicht hinbekommen habe, einen Fahrradschlauch zu flicken oder weil ich vergessen habe meine Zahnspange zu reinigen oder was auch immer. Die Erwachsene in mir hat das verstanden. Aber kann schon sein, dass das tiefer drin noch da ist.

Wenn ich etwas "falsch" gemacht habe ist mein Vater immer ausgerastet und Mama hat dann gesagt er soll mich in Ruhe lassen und dann hat er sie zusammengeschrien, bis er irgendwann wütend abgehauen ist. Einmal hat er im Urlaub dann einfach das Auto genommen und ist weg, ne Woche später war er immer noch nicht wieder zurück, da wusste Mama nicht ob sie dann nen Leihwagen nehmen muss, damit wir wieder nach Hause kommen oder was.

Und ich hab als Kind oft die Schule gewechselt wegen Umzügen und sowas, da war ich oft "die Neue" und war gegenüber den anderen Kinder anfangs immer vorsichtiger. Als ich in die fünfte Klasse kam fanden die anderen das irgendwie lustig mein Englischbuch in den Mülleimer zu werfen, weil ich in der Pause darin gelesen hatte. Und dann haben die dauernd irgendwas von mir weggeworfen und ich wusste gar nicht wie ich damit umgehen sollte. Spielen wollte natürlich auch keiner mit mir. Mama hat mich nach zwei Jahren von der Schule genommen und auf eine andere geschickt, da war es dann besser. Aber auch nicht richtig gut. Ich war in einer Klasse mit nur sechs Mädchen und nachdem ich beim Fußballspielen Torwart war und da getanzt habe aus Langeweile weil mein Team keine Torschüsse zuließ haben die Jungs mich immer nachgemacht und mich ausgelacht und so. Bis sich irgendwann einer der Beliebtesten aus der Klasse im Kunstunterricht neben mich gesetzt hat, "um zu zeigen, dass Anna gar nicht so schlimm ist". Ich hab geweint, so nett war das. Dann haben die anderen mich auch in Ruhe gelassen.

Mit Ablehnung habe ich also schon Erfahrung. Ich habe mir auch immer selbst die Schuld daran gegeben. Wie konntest du die Zahnspange vergessen, warum liest du ein Schulbuch in der Pause, warum hast du im Tor getanzt, benimm dich doch einmal wie ein normales Kind.

Seit meine Mama sich endlich getrennt hat und ich in die Oberstufe kam ist das deutlich besser geworden. Aber ganz weg ist das alles wahrscheinlich noch nicht, ich bin auch heute noch zurückhaltend wenn ich neue Menschen kennenlerne. Ich habe mich einfach gefreut, dass N mich so angenommen hat wie ich bin, dass sie mir so viele nette Sachen gesagt hat, die ich vorher nie gehört hab und so. Und ich wusste dann auch nicht, was ich falsch gemacht haben soll, sie hat ja alles an mir angegriffen, die ganze Art wie ich bin, wie ich aussehe, da konnte ich mich gar nicht gegen wehren.

Ich glaube eure Worte haben mir schon sehr geholfen ihre Worte nicht nur rational, sondern auch emotional als unwahr, falsch und nicht beachtenswert einzustufen. Das ist ein ihr-Problem, kein ich-Problem. Es ist irgendwas in ihrem Unterbewusstsein kaputt, was sie solche Sachen sagen lässt, damit sie sich besser fühlt, das ist keine valide Kritik an mir.

Ich bin gut so wie ich bin.

Also natürlich kann jeder Mensch noch besser werden, aber ich bin auch nicht so völlig verkehrt.

Danke euch <3

• x 2 #13


L
Zitat von Anna28:
Ich kann's zwar jetzt immer noch nicht ganz verstehen warum sie dann nicht einfach sagt hey sorry, aber ich glaub ich fühl die Freundschaft einfach nicht mehr so, sondern mich da so wegstoßen musste, also das kann ja auch nicht bewusst absichtlich passieren, das wäre ja auch total boshaft.

Es kommt tatsächlich relativ oft vor dass Menschen die Verhaltensweisen anderer nicht verstehen können wenn sie von sich ausgehen dass sie selbst niemals so handeln würden. Um exakt zu verstehen warum sie in dieser Situation so gehandelt hat, müsste man vermutlich einen großen Teil ihrer Vergangenheit analysieren. Vielleicht hat sie es einfach nie gelernt eine Freundschaft auf die "hey sorry Art" zu beenden. Vielleicht wurde sie selbst schon öfter auf ähnliche Weise abgefertigt und gibt nun diese Erfahrung an andere weiter. Nur um mal zwei Möglichkeiten zu nennen, aber es könnte noch viel mehr Gründe haben...

Zitat von Anna28:
Sie hat wohl auch eine niedrigere Impulskontrolle, vll hängt das damit zusammen? Und ein Gedächtnis wie ein Sieb, also dass sie dann gar nicht mehr wusste, wo sie mich verletzt haben soll... Aber das hatte sie auch mal erzählt, dass sie sich eher an Gefühle erinnert und nicht so sehr an Worte oder Ereignisse.

Ja, zu einer niedriger Impulskontrolle besteht da höchstwahrscheinlich ein direkter Zusammenhang, da Menschen die so etwas haben eher dazu neigen Dinge die ihnen gerade durch den Kopf schießen einfach rauszuposaunen, ohne vorher zu überlegen ob es das gegenüber vielleicht verletzten könnte.
Manche Menschen neigen dazu Dinge zu vergessen/verdrängen. Das nicht mehr wissen wo sie dich verletzt haben soll könnte eine Schutzreaktion gewesen sein, um sich der Thematik nicht stellen zu müssen, weil es ja deutlich sichtbar war dass sie sich unwohl dabei fühlte darüber zu reden. Möglich wäre auch dass sie es sozusagen aus einer Art Schutzmechanismus verdrängt hat um ihr Selbstbild von sich selbst ("ich bin ein netter Mensch") nicht zu beschädigen, da solche Handlungen damit nicht übereinstimmen.

Zitat von Anna28:
Sie ist zwar ein sehr offener Mensch und sie quatscht auch einfach irgendwelche fremden Leute auf der Straße an und sowas, aber richtige Freunde hatte sie glaub ich auch nicht. Also ich war sehr überrascht als sie mir irgendwann mal sagte ich sei ihr einziger enger Kontakt in der Stadt.

Da wären wir wieder beim Thema Definition von Freundschaft und was für Vorstellungen man hat. Vielleicht ist sie ja vom Typ her eher die Sorte Mensch die viele (kurzzeitige und/oder oberflächliche) Kontakte bevorzugt und du warst da für sie die absolute Ausnahme. Dann könnte sie gemerkt haben "oh hoppla, enge Freundschaft ist ja doch nicht so meins". Manche Menschen sind einfach von Natur aus nicht für langanhaltende enge Verhältnisse geschaffen und können dann mit dem Wunsch einer anderen Person von emotionaler Nähe nach einer gewissen Zeit nicht mehr umgehen.

Zitat von Anna28:
Ich dachte immer eine wie sie, die alle möglichen Leute anlabert, hätte ja eine viel größere Startmenge

Hat sie höchstwahrscheinlich auch, aber objektiv betrachtet sind Kontakte erstmal "nur Kontakte" und ob sich daraus dann enge Freundschaft entwickelt hängt von ganz anderen Faktoren ab.

• x 2 #14


alles_roger
@Anna28
Der Satz „Ich bin gut, so wie ich bin“ ist die stärkste Antwort gegen toxische Kritik. Sehr gut, Anna 👏

• x 2 #15


A
Ach Leute, ich weiß auch nicht. Ich dachte echt ich könnte das jetzt endlich hinter mir lassen und nach vorne schauen.

Ich hab ja in den vergangenen Beiträgen auch von einer "dritten Freundin" gesprochen, M heißt die, die kenne ich zwar auch schon länger, aber wir sind erst seit ca Juni befreundet. Sie hat mich zu Unternehmungen ihres Freundeskreises mit eingeladen und ich hab sie auch mal zu S mitgenommen, wir haben uns aber auch paar Male zu zweit getroffen zum essen oder so.

Jetzt sagt sie mir heute, das sie sich nicht mehr mit mir treffen möchte, weil sie das Gefühl hat ich wolle eine engere Freundschaft als sie. Als Beispiel hat sie letztes Wochenende genannt, da hatte ich ihr erzählt, dass ich mich mit meiner Schwester treffe und sie fragte ob es dazu einen besonderen Anlass gebe und ich meinte nur ich hätte das Bedürfnis nach sozialem Kontakt und da weder sie (M) noch S konnten war meine Schwester noch übrig. Da hat sie wohl so gedacht warum sie in meinen Top 3 ist, das war ihr zu viel, sie hat sich unter Druck gesetzt gefühlt Zeit mit mir zu verbringen und möchte das aber gar nicht. Sie wüsste aber auch gar nicht richtig warum nicht.

(ich habe mir immer total viele Gedanken gemacht ob ich sie fragen kann oder nicht und sowas und wollte extra nicht zu aufdringlich oder so sein, aber anscheinend war's wohl doch zu viel, ich weiß nicht)

Ich hab total erwachsen reagiert und hab ihr gesagt wenn sie das nicht möchte muss sie das natürlich auch nicht machen und danke, dass sie das so offen anspricht und ich möchte nicht, dass sie sich unter Druck gesetzt fühlt usw. Ich musste auch daran denken, was Lewis geschrieben hat, dass man das manchmal gar nicht weiß, was stört und hab ihr das auch gesagt, dass sie das nicht wissen muss, das sei halt manchmal so. Sie hat wohl gestern mit ihrer Mutter drüber gesprochen "wie sie mich loswerden soll" und die hat ihr so hinterlistige subtile Tipps gegeben, aber sie hat sich für das offen ansprechen entschieden. Ich habe ihr gesagt, dass ich das einen ganz starken Charakterzug von ihr finde, dass sie sich das traut.

Keine Ahnung. Sie hat das total lieb und respektvoll angesprochen und es tat ihr auch voll Leid, ich bin nichtmal sauer oder so. In "wie beende ich eine Freundschaft ohne die andere Person zu verletzen" kriegt sie 15 Punkte. Ganz anders als N das gemacht hat.

Ich hatte S ja auch mal gefragt ob sie mal was zusammen essen möchte und sie hatte gesagt sie hat schon ne Freundin zum essen, ich sei ihre Sportfreundin. Ich frag mich halt ob ich dann überhaupt noch ne Freundin habe oder ob ich einfach nur eine angenehme Person zum Sport machen oder zum gemeinsam lernen bin, aber nicht gut genug für eine Freundschaft.

Ich versteh's auch einfach nicht. Ich weiß nicht, was ich falsch mache. M konnte das ja auch nicht sagen außer, dass es ihr zu viel oder zu eng wurde. Sie meinte sie würde mich noch zu Gruppenevents einladen, aber das war vll auch nur, weil sie nett sein wollte.

Ich weiß auch nicht ob ich das dann noch so genießen könnte, ich glaub dann hab ich auch einfach Angst, dass sie mir das irgendwann auch noch wegnimmt und mich nicht mehr einlädt. Ihre Freunde sind auch alle so nett, ich hab ein bisschen gehofft ich würde irgendwann dazugehören.

Ich hab mich direkt für morgen zuhause angemeldet, um meine Mama und meine Schwester zu sehen.

Ich hab eben geweint und dann musste ich daran denken, dass N gesagt hatte man würde ja nur aus Mitleid mit mir befreundet sein wollen und wie M heute mittag sagte sie sei frustriert, weil sie es nicht geschafft hat nein zu mir zu sagen wenn ich mich mit ihr treffen wollte. Das war ja dann so mitleidsmäßig. Dann hab ich laut geschrien, hoffe die Nachbarn denken nicht es ist was passiert. Ich will diese Gedanken einfach nicht mehr an mich ranlassen, alles was N gesagt hat kann in eine Tonne und auf dem Meeresgrund versinken.

Es kann halt vorkommen, dass eine Freundschaft von einer Seite aus nur eine Bekanntschaft bleiben soll oder was auch immer. Das heißt ja nicht, dass ich kaputt bin. Ich bin einfach nur sensibler dafür, weil ich schlechte Erfahrungen gemacht habe.

Aber das ist so anstrengend alles. Ich habe mir auch die ganze Zeit immer gesagt hab Vertrauen, sei nicht so unsicher, sie mag dich, frag sie doch ob sie was machen will, ich hatte ja Angst davor, dass sie irgendwann sagt nee doch nicht. Ist ja dann jetzt genau so eingetroffen wie befürchtet.

Ich bin allerdings positiv überrascht "wie gut" ich das grade aufnehme. Ich fühle mich gar nicht so wertlos, ich fühle mich einfach nur traurig und leer. Also so wie es nach so einem Erlebnis sein sollte.

Ich glaube meine größte Sorge ist, dass ich irgendwann aufhöre es zu versuchen.

• x 2 #16


alles_roger
@Anna28
Liebe Anna, bitte sei nicht traurig. Leider können viele Menschen einfach nicht gut mit Nähe oder echter Tiefe umgehen. Wir, die wir uns genau das so sehr wünschen, werden dadurch oft enttäuscht und merken, wie von Mal zu Mal ein kleines Stück Vertrauen verloren geht. Das tut weh und fühlt sich manchmal richtig einsam an. Aber ich möchte dir sagen: Du bist nicht allein damit. Es gibt sie wirklich, die anderen Menschen, die genau so fühlen wie du und deine Ansichten teilen. Gib die Hoffnung bitte nicht auf. Alles Liebe!

• x 1 #17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

L
Zitat von Anna28:
Jetzt sagt sie mir heute, das sie sich nicht mehr mit mir treffen möchte, weil sie das Gefühl hat ich wolle eine engere Freundschaft als sie. Als Beispiel hat sie letztes Wochenende genannt, da hatte ich ihr erzählt, dass ich mich mit meiner Schwester treffe und sie fragte ob es dazu einen besonderen Anlass gebe und ich meinte nur ich hätte das Bedürfnis nach sozialem Kontakt und da weder sie (M) noch S konnten war meine Schwester noch übrig. Da hat sie wohl so gedacht warum sie in meinen Top 3 ist, das war ihr zu viel, sie hat sich unter Druck gesetzt gefühlt Zeit mit mir zu verbringen und möchte das aber gar nicht. Sie wüsste aber auch gar nicht richtig warum nicht.

Das ist wirklich schade. Eigentlich könnte sie sich auch geehrt fühlen dass sie in deinen Top 3 ist. Warum sie sich dadurch unter Druck gesetzt fühlt verstehe ich persönlich jetzt nicht so wirklich. Es gibt doch auch Menschen die generell wenige Kontakte haben, da wäre sie jedesmal automatisch in den Top 3, und dann, könnte sie zu denen auch keinen Kontakt haben wenn es nach dieser Logik geht.


Zitat von Anna28:
Sie hat wohl gestern mit ihrer Mutter drüber gesprochen "wie sie mich loswerden soll" und die hat ihr so hinterlistige subtile Tipps gegeben, aber sie hat sich für das offen ansprechen entschieden. Ich habe ihr gesagt, dass ich das einen ganz starken Charakterzug von ihr finde, dass sie sich das traut.

Keine Ahnung. Sie hat das total lieb und respektvoll angesprochen und es tat ihr auch voll Leid, ich bin nichtmal sauer oder so. In "wie beende ich eine Freundschaft ohne die andere Person zu verletzen" kriegt sie 15 Punkte. Ganz anders als N das gemacht hat.

Das ist doch schonmal ein Fortschritt, daran zeigt sich dass du diesmal bei deiner Kontaktwahl eine eindeutig bessere Entscheidung getroffen hast als zuvor bei N.


Zitat von Anna28:
Ich hatte S ja auch mal gefragt ob sie mal was zusammen essen möchte und sie hatte gesagt sie hat schon ne Freundin zum essen, ich sei ihre Sportfreundin. Ich frag mich halt ob ich dann überhaupt noch ne Freundin habe oder ob ich einfach nur eine angenehme Person zum Sport machen oder zum gemeinsam lernen bin, aber nicht gut genug für eine Freundschaft.

Aber das ist doch schonmal voll gut wenn sie dich als angenehme Person einstuft, oder nicht? Vielleicht reicht das ja fürs erste bis du dann eine richtige Freundschaft findest. Falls du für sie (S und/oder M) tatsächlich "nicht gut genug" für eine Freundschaft sein solltest, bedeutet das ja keinesfalls, dass es für alle anderen auch so gilt.


Zitat von Anna28:
Ich hab eben geweint und dann musste ich daran denken, dass N gesagt hatte man würde ja nur aus Mitleid mit mir befreundet sein wollen und wie M heute mittag sagte sie sei frustriert, weil sie es nicht geschafft hat nein zu mir zu sagen wenn ich mich mit ihr treffen wollte. Das war ja dann so mitleidsmäßig. Dann hab ich laut geschrien, hoffe die Nachbarn denken nicht es ist was passiert. Ich will diese Gedanken einfach nicht mehr an mich ranlassen, alles was N gesagt hat kann in eine Tonne und auf dem Meeresgrund versinken.

Diese Aussage von N ist weder logisch noch plausibel, und zwar aus folgenden Gründen: Erstens, wenn Leute mit dir rein aus Mitleid heraus befreundet sein wöllten, hättest du längst massenhaft Freunde. Zweitens, kein Mensch will mit jemand nur aus Mitleid befreundet sein, wenn diese Person absolut unsympathisch ist und unsoziales Verhalten an den Tag legt. Mitleid mag für manche Menschen ein erster Schritt in Richtung Freundschaft sein, weil es das Bedürfnis zu helfen erwecken kann, aber als einziger Faktor reicht es für eine gute Freundschaft nicht aus.
Dass bei der Zusage von M Mitleid eine Rolle gespielt hat ist durchaus möglich, aber wenn sie dich überhaupt nicht mögen würde hätte sie höchstwahrscheinlich trotzdem direkt nein gesagt.


Zitat von Anna28:
Ich glaube meine größte Sorge ist, dass ich irgendwann aufhöre es zu versuchen.

Das mag momentan eine große Sorge für dich sein, und das ist auch total verständlich, aber es wird höchstwahrscheinlich irgendwann dazu kommen. Die entscheidende Frage ist dann aber, aus welchen Gründen du aufhörst, zum Beispiel weil du eben fündig geworden bist und keine weiteren Freunde mehr brauchst, das wäre der Optimalfall. Theoretisch wäre es auch möglich dass du es schaffst zu lernen auf enge Freundschaften zumindest eine Zeit lang zu verzichten und dich vorübergehend "nur" mit "netten Kontakten" zu begnügen. Jedenfalls wenn du mal eine gewisse Zeit aufhörst weiter zu suchen weil du zu müde oder frustriert bist, ist das auch nicht schlimm, das bedeutet dann nicht dass du aufgegeben hast, sondern lediglich dass du gerade Pause machst.

• x 2 #18


RicardaJaana
Ich hatte auch schon mal so eine kurze Freundschaft. Furchtbar ist das… 😔 für mich fühlt es sich so an als wäre da was im Raum das nie wieder weg geht aber dennoch stört…

Ich glaube das einzige was man da tun kann ist einfach versuchen an sich und seiner Einstellung zu arbeiten. Zu meinem Glück bin ich suuuuper gerne alleine… Ich hab mittlerweile auch 2 Kinder und daher kommen da sowieso Freundschaften viel zu kurz.

Vll hilft es dir zu denken dass du aus dieser Sache stärker denn je raus kommst. Du lernst vll auch aus dieser Sache und vll kannst du aus dem Ganzen auch etwas positives für deine Zukunft mitnehmen.

In Wahrheit lese ich aus deinem Text dass du ein unglaublich emphatischer herzlicher Mensch bist…. Nichts davon was sie behauptet hat hört sich irgendwie richtig an. Meistens spricht aus einem der Zorn, Neid, Gier, oder sonst was raus wenn man so eckelhafte Dinge einem an dem Kopf wirft.

Mir hilft es da oft zu denken dass das das Problem des anderen ist wenn der so denkt… es ist nicht mein Problem wenn diese Person das denkt oder sagt es ist ihr Problem und sie versucht ihren Rucksack mit Last und Zorn auf deine Schultern anzuhängen.

• x 1 #19


alles_roger
Meiden ist besser als Analysieren. Das Ergründen toxischen Verhaltens raubt uns nur wertvolle Zeit und emotionale Energie, ohne etwas zu ändern. Wir sind keine Therapeuten – es ist nicht unsere Aufgabe, das Verhalten anderer zu heilen. Sobald wir unseren Fokus abziehen, gewinnen wir sofort Kraft für unser eigenes Wohlbefinden!

• x 2 #20


A


x 4


Pfeil rechts



App im Playstore