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Dieses Lied ist eines der wenigen Lieder, mit der ich meine verstorbene Mutter, die mein Anker und mein Fels in der Brandung war,
durch meine Fantasie wieder lebendig leben lassen kann. Dieses gibt mir Kraft, weil ich mit ihr zusammen über meine Probleme reden kann:

02.07.2022 19:40 • #21


Dieses Lied ist noch eine Lebenshymne von mir. Ich würde am liebsten mein Gehirn durch einen Knopf wieder auf Anfang stellen. Mein Leben von Neuem starten und hoffen, dass ich diesmal ein Mensch werde, den ich zumindest akzeptieren kann, und dass das Gesicht im Spiegel, was mir direkt gegenübersteht, eines ist, dass ich als mein eigenes wahrnehme und nicht das eines Fremden.

02.07.2022 19:53 • x 1 #22



Gedichte von Theophanus mit Tiefgang ohne Metrik

x 3


Von der gleichen Sängerin noch eine Lebenshymne, die aufzeigt, dass ich wahrscheinlich viel zu häufig ein Sonderling bin. In vielen Sachen bin ich genau das Gegenteil von den meisten anderen Mitmenschen. Die meisten kennen eine depressive Grundstimmung im Winter, wenn die Tage kurz sind, bei mir ist es genau umgekehrt, weil die schönsten Erinnerungen habe ich an damalige Winter, aber keine einzige positive Erinnerung habe ich an einen vorhergegangenen Sommer. Durch meine Zwangserkrankung muss ich schon den Winter lieben, gerade wenn es kalt ist, weil dann keine Insekten vorhanden sind. Außerdem sind grundsätzlich weniger Menschen unterwegs im Winter als im Sommer und meine Stimmung erhellt sich um ein Vielfaches umso kälter es ist.

02.07.2022 20:02 • x 1 #23


Die Sängerin sagt mir was.... danke

02.07.2022 20:11 • x 1 #24


Dieses Lied ist wiederum eine Hymne meines Lebens, ich sehe oft keine Farben, leider viel zu häufig nur schwarz-weiß und eventuell noch Grauschattierungen. Ich grübel zu viel herum, stelle mir Fragen, die man oft zumindest gar nicht oder nur unzufrieden beantworten kann. Ich suche nach dem Glück und erhalte nur negative Schicksalsschläge und es gab schon viel zu viele davon, ich habe die Vermutung, dass es jemanden gibt, egal wie man ihn nennen will, der mich und meine Familie nur leiden sehen will.

02.07.2022 20:14 • #25


Eine Hymne, die meine Mutter, wenn sie noch leben würde, sofort unterschreiben würde. Sie sagte zu mir, wie soll dich ein anderer Mensch kennenlernen, wenn du gar nicht hinaus gehst. Außerdem würdest du dich am wohlsten fühlen in einem Gefängnis, aber nur in einer Einzelzelle, du würdest der glücklichste Mensch auf Erden sein. Einzelarrest wäre für dich auf Erden das Paradies, ich weiß, meine Mutter war die einzige, die mich mehr kannte als ich selbst, auch wenn sie nicht alles von mir wusste. Sie war der Prellbock, mein Schutzpanzer gegenüber die anderen Menschen, heute ist es meine Schwester, sie macht es zwar mit, aber verstehen tut sie mich gar nicht, sie macht es nur aus der Liebe wegen. Sie beschützt mich heute z. B. beim Einkaufen, ohne sie könnte ich es nicht, weil ich in der Nähe von fremden Menschen mich unwohl und dreckig fühle. Ich denke mir, fliegt der Dreck von den anderen nur so entgegen und sie ist immer hinter mir und passt auf, dass kein anderer Mensch in meiner Nähe kommt, oder sie warnt mich, wenn jemand zu aufdringlich wird, an der Kasse steht sie natürlich auch immer hinter mir, weil der Abstand nach hinten muss ich absichern, weil nach vorne bestimme ich ja den Abstand und nach hinten nicht.

02.07.2022 20:38 • #26


Dieses Lied ist eine Wunschhymne, ich wäre so froh, wenn mein Kopf frei wäre von all den Sorgen, die ich auf meinem Rücken schleppe. Seit dem Tod meiner Frau Mutter vor 4 Jahren kann ich nicht mehr weinen, aber nur als ich wie ein Schlosshund greinte, war ich danach für eine kurze Zeit frei von dieselben. Weinen ist und bleibt für mich eine Waschmaschine der Seele, die mir für kurze Zeit eine gewisse Freiheit schenkt. Ich weinte damals so gerne, deswegen lernte ich die Monotonie so schätzen, ewig ein trauriges Lied zu hören, um heftig zu greinen, damit ich kurz ins Paradies hineinkomme. Gelernt habe ich jenes in der Zeit, in der das Mädchen und ich in Lübeck sich lieblich verabschiedeten.

02.07.2022 20:58 • #27


-IchBins-
Zitat von Theophanus:
Weinen ist und bleibt für mich eine Waschmaschine der Seele,

Weinen ist gut und reinigt, auch wenn's gerade nur für den Moment ist. Leider könnte man einen Fluß weinen, aber ob dann die Probleme gelöst sind, bezweifle ich.
Ist es denn möglich, dass du dich auf den jetzigen Moment, also quasi auf das eigentliche Leben, fokussieren kannst? Im Tun? Verarbeitest du in deinen Gedichten deine Vergangenheit? Oder halten sie (die Gedanken) dich während du schreibst, in der Vergangenheit fest? Das wäre sehr schade. Verarbeitung wiederum ist ein guter Schritt, um nahe zu dem eigentlichen Leben zu kommen, dem jetzigen Moment.
Bitte versteh mich nicht falsch, Theophanus. Ich denke immer noch, dass dahinter ein sehr begabter Mensch steckt, der einige schlimme Dinge erlebt hat. Ich wünsche dir, dass du irgendwann zu dem Moment kommen kannst, falls ich das falsch sehe, entschuldige bitte.

02.07.2022 21:17 • x 2 #28


-IchBins-
Zitat von Theophanus:
aber nur in einer Einzelzelle, du würdest der glücklichste Mensch auf Erden sein. Einzelarrest wäre für dich auf Erden das Paradies, ich weiß, meine Mutter war die einzige, die mich mehr kannte als ich selbst,

Ich finde das furchtbar traurig, obwohl ich auch gern allein bin, aber nicht einsam.
Ich hatte vor ein paar Wochen mal einen Bericht über einen Mönch gesehen, der einsam in den Bergen lebte und sagte, dass er keine Menschen brauche, da musste ich gerade dran denken.

02.07.2022 21:20 • x 1 #29


@-IchBins- Ich weiß leider nicht genau, ob es eher eine Verarbeitung der Vergangenheit ist oder ob es die Wunden wieder aufreißt. Ich vermute, die Wahrheit liegt in der Mitte, aber ich verliere nicht die Hoffnung, dass die Waage in die Richtung Verarbeitung irgendwann zeigt. Das Buch, was ich zurzeit schreibe, ist wohl eine Lösung, weil dort meine Krankheit auf beide Liebenden aufgeteilt wird und es eine schöne Minnegeschichte wird, aber natürlich mit Hindernissen, die aber nie von den beiden kommen, sondern weil sie versucht hat, sich umzubringen und die Dorfbewohner es mitbekommen haben in einer Zeit, wo man Angst hatte, dass Mörder im Allgemeinen eben auch sie eine Vampirin wird, wenn sie stirbt und dadurch will ein Teil der Dorfbewohner sie nicht mehr im Dorf sehen. Unter den beiden herrscht nur eine reine Liebe, und sie kämpfen gemeinsam mit dem anderen Teil der Dorfbewohner dort zu verweilen, sie gehen so liebevoll miteinander um, dass es herzergreifend ist.


Die Einsamkeit verdanke ich hauptsächlich dem Waschzwang und die Furcht vor seelischen Verletzungen durch andere Mitmenschen. Aber sie macht mir keine allzu große Kümmernis, weil ich mit mir selbst viel anfangen kann, weil ich mich für alles interessiere, egal was für Thema es ist, ich habe es bis jetzt wirklich noch nie gehabt, dass mich etwas kalt gelassen hat. Ich lerne halt gerne, ich weiß nicht, warum dass so ist, aber ich finde es toll, wenn man für alle Themen offen ist. Ich fange wieder an, Märchen zu lesen und recherchiere danach, ob dieses Märchen einen wahren Kern erzählt oder ich lese zurzeit die gesamte Bibel nochmals durch usw.

02.07.2022 21:53 • x 1 #30


-IchBins-
Das ist schön und ich finde es toll, wie du das alles erkennst und für Vieles offen bist.
Hast du denn mal versucht, den Zwang zu entfesseln? Irgendwie ist ja wie eine Fessel? Ich hatte und habe zwar auch noch Zwänge, die im Putzen und in der Ordnung stark ausgeprägt sind. Deshalb bekomme ich immer die Krise, wenn mal Handwerker in die Wohnung müssen. Mit ihren dreckigen Schuhen, ich putze dann immer sofort, sobald die aus der Wohnung sind.
Aber auch sonst putze ich viel, bloß fühle ich mich nicht gefesselt ans Putzen, ich fühle mich danach immer erleichtert und zufrieden. Ist es dann eigentlich noch ein Zwang, weil ich nicht darunter leide?
Ich glaube, es gibt sogar Märchen, die eine Wahrheit in sich tragen -ach nein, das sind wohl eher Sagen- da weiß ich aber nicht so genau Bescheid.
Manche Märchen sind aber auch grausam. Am schönsten finde ich das mit dem Pfannkuchen, der am Ende sich von einer armen Familie oder Waisenkindern verspeisen lässt. Mein Papa hat mir den oft erzählen müssen, als ich noch klein war und an manchen Stellen habe ich dann immer mitgesprochen
Ich wünsche dir noch einen angenehmen Abend, lieber Theophanus.

02.07.2022 22:04 • x 1 #31


@-IchBins- Entschuldigung, dass ich dich noch mal anschreibe, ich wollte nur noch mitteilen, dass du dich bei mir nicht entschuldigen musst, wenn du mir was sagen willst, wie du es siehst, auch wenn ich es anders sehen würde, dann kann ich auch an dich schreiben, ob ich es nach reifer Überlegung auch so sehen kann oder halt nicht. Aber Danke für deine Rücksicht, auch wenn es vielleicht manchmal nicht so rüber kommt, ich bin sehr tolerant gegenüber andere Menschen mit mir leider nicht so.

Ich habe gesehen, dass du mich auch noch mal angeschrieben hast, ich lasse einfach den Text so stehen. Zu den Zwängen würde ich sagen solange du darunter nicht leidest, ist es vielleicht nur noch als Überbleibsel so sehen, man sollte darauf Acht nehmen, wenn der Aufwand größer wird, danach könnte man eventuell in diese Krankheit zurück rutschen, aber ansonsten wäre es so ja harmlos, weil du darunter nicht mehr leidest.

Ich müsste wieder eine stationäre Behandlung absolvieren, aber ich habe zurzeit eine zu große Angst, mich mit Corona anzustecken, deswegen fehlt mir noch der Mut, diesen Schritt zu wagen, aber ich hoffe, ich komme bald dagegen an und kann die nächste Behandlung beginnen, weil die Symptome immer stärker werden und damit das Leid.

Nicht nur Sagen haben im Kern der Geschichte einen wahren Teil, dieses kommt auch bei den Märchen vor, manchmal ist es nur die Beschreibung, wie einfache Leute in dieser Zeit gelebt haben, aber in manchen Fällen gibt es wahre Begebenheiten wie bei Blanca bzw. Schneeweißchen, das spätere Schneewittchen, dieses habe ich hier unter diesem Thema niedergeschrieben, es fängt mit Parzival an, weil hier eine Blutstropfenszene vorkommt, die an Schneewittchen erinnert, nur wenn du Interesse hast, kannst du es ja mal lesen.

Ich wunsche dir auch eine gute und ruhige Nacht.

02.07.2022 22:24 • x 1 #32


Ich war gestern Abend draußen lustwandeln und sah mich um, es war keine Menschenseele zu sehen. Ich träumte vor mir hin und sah mich auf einmal mit Begleitung. Unsereins wurde ihr Mondritter und wir wandelten gerade durch eine Mondscheinallee, die erleuchtet wurde vom Lichtmond. Ein Nachtvogel störte die Atmosphäre ein bisschen, aber ich sah mir Merle an, in ihrem Gesicht glänzte das Mondsilber, es war mondbeschienen, als ob Gott sie erleuchtet. Dieser Mondscheingang war merkwürdig, weil auf einmal wurde der Licht- zum Schwarzmond. Merle verschwand wie eine Erscheinung, mir wurde bitterkalt, unsereins fing an zu zittern und frieren, obwohl es warm war. Was sollte das alles nur bedeuten, die alten Geister riefen bei mir Erinnerungen herauf und die vorherige Schönheit des Abends verflog ins Nirwana, ich spürte nur noch Trübnis und Kümmernis. Wieso war all das eben gerade nur geschehen. Ich sah mich nochmals um und unsereins bemerkte, dass ich mich im Stadtkern befand. Ich war nicht mehr der Einzige und traf einige Gassengänger sowie manches Wonnemädchen, ich fühlte mich unwohl und fing an, nach Hause zu laufen. Ich lief und keine Wonnezähre fließ aus meinen Augen, sondern es waren traurige Tränen. Eine Todeswonne überkam mir, ich wehrte sie mit allen Mitteln ab, es war ein schwieriges Duell zweier Kontrahenten. Wehmutwonne gegen Lebenswonne, es war ein Kampf der Giganten, nur langsam kristallisierte sich die Seelenwonne zum Sieger und unsereins atmete tief auf. Ein Abend wie so viele verging, ich war zu Hause angekommen und legte mich befremdlich wonnesam Schlafen.

04.07.2022 17:29 • #33


Ich hatte gestern eine wundersame und über alle Maßen herzliche Begegnung beim Einkaufen erleben dürfen. Meine Schwestern und ich kaufen eigentlich stets gemeinsam ein, weil sie mir Schutz bietet, damit kein anderer Mensch zu dicht an mich herankommt. Wir hatten uns aber getrennt, weil sie zu einem anderen Geschäft wollte und um diese Zeit normalerweise in dem Laden kaum ein Kunde anwesend ist. An diesem Tag sah es anders aus, als ich an die Kasse wollte, kam immer wieder einer hinter mir, ich habe sie alle vorgelassen und reichlich Abstand gehalten. Eine ältere Dame mir Begleitung habe ich auch vorgelassen, als sie bei der Kasse war, schickte sie ihre Begleitung mit dem Einkauf aus dem Laden. Sie blieb, nahm etwas aus dem Regal und kam Abstand haltend auf mich zu. Sie sagte, zu mir gehen sie ruhig zur Kasse, ich halte reichlich Abstand, damit sie aus dem Laden herauskommen können, lassen sie sich ruhig Zeit, ich pass auf, dass keiner ihnen zu nah kommt. Ich bedankte mich weidlich herzlich bei ihr. Als ich aus dem Laden war, wartete ich, bis sie herauskam, ich bedankte mich nochmals bei ihr und bat ihr an, die Kosten zu übernehmen für das Produkt, was sie zusätzlich wegen mir eingekauft hat. Sie sagte zu mir, wir psychisch Kranken müssen zusammen halten und sie brauchen mir kein Geld zu geben, das habe ich gerne für sie gemacht. Solche Erlebnisse mit viel Sympathie, Höflichkeit und Anstand habe ich im wirklichen Leben nur in Psychiatrien zwischen Gleichgesinnten erlebt und dieser Vorfall hat es wieder Mal bestätigt, psychisch Kranke, die nur Opfer waren, sind sehr aufmerksame und weidlich sensible Menschen, nur solche Menschen geben mir Hoffnung auf eine bessere und friedlichere Welt.



08.07.2022 16:52 • x 2 #34


Das nachfolgende Lied bedeutet mir viel, weil es mir aufzeigt, das ich aus verschiedenen Einzelteilen bestehe. Hierdurch hat meinesgleichen unterschiedliche Ansichten, die sich oft beißen. Eine Seite von mir würde gerne unter Menschen sein, aber es gibt auch mindestens zwei Seiten, die es absolut vermeiden wollen. Die eine Seite ist glücklich, wenn sie niemanden begegnet, sie möchte alleine sein. Sie liebt es, draußen zu sein und keinem oder kaum einen anderen Menschen zu begegnen, dieses ist pures Lustwandeln, bei dem ich über vieles nachdenken kann, singe leise vor mir her und bin in dem Moment ein glücklicher Mensch. Eine andere Seite hat solche Angst vor der Menschheit, weil man mich schon genug gefoltert hat in meinem Leben, dass sie niemanden mehr richtig vertrauen kann. Über körperliche Folter brauche ich nicht zu sprechen, nur das ich es nicht beschönigen will durch Worte wie Misshandlung, weil es sich einfach zu nett anhört für das, was ich erlebt habe, wie gesagt, ich werde hier nicht alle Knochenbrüche, Verstauchungen, Quetschungen und Prellungen sowie Psychoterror aufzählen, die man mir antat, aber es gab zumindest bei mir zwei Vorfälle, die etwas mit mir gemacht haben. Zum einen im Alter von 8 Jahren, ich war mit zwei Schulfreunde auf dem Weg nach Hause. Es war eigentlich ein goldenes Zeitalter meines Lebens, weil ich nach der qualvollen Zeit der Kindergartenjahre eine gute Zeit in der darauffolgenden Grundschulzeit hatte. Einer der Schulfreunde ging hinter mir und an einer Kreuzung schubste er mich mit einer solchen Wucht auf ein anfahrendes Fahrzeug, dass ich nur froh sein kann, dass ich auf der Motorhaube landete und nicht unters Fahrzeug. Bei diesem Vorfall zerbrach etwas in mir, dass ich niemals mehr zulassen darf, Freunde zu haben, weil ich niemanden mehr außer meine engste Familie vertrauen werde. Seitdem sorge ich immer dafür, dass hinter mir kein fremder Mensch mehr dicht an mich rankommt. Zum anderen zerbrach etwas in mir durch eine Scheinhinrichtung, die ich erleben musste. Nach dem Sportunterricht hat man mir in der Umkleidekabine mit Gewalt eine Schlinge um mein Hals angelegt und das Seil an einem Haken an der Decke befestigt. Ich wurde hochgehoben auf einen Stuhl und man hat das Seil festgezogen, ich wusste nicht, das der Knoten an meinem Hals einer derjenigen ist, der durch Druck wieder aufgeht. Ich habe gedacht, das sind also meine letzten Sekunden meines Lebens und hatte solche Furcht vor dem Sterben, dass ich in die Hose gemacht habe. Als sie den Stuhl gekippt haben, ging der Knoten auf und ich fiel auf dem Boden, anstatt zu hängen. Nach diesem Erlebnis verlor ich noch mehr Vertrauen an dem Guten des Menschen im Allgemeinen, natürlich kämpfe ich gegen an, weil ich an das Gute eines jeden einzelnen Menschen glauben möchte, deswegen war es mir auch wichtig, mit den Tätern in späteren Jahren mich noch mal zu treffen, weil ich wollte unbedingt ihnen verzeihen können und zwar nicht wegen mir hauptsächlich, sondern wegen ihnen. Ich wollte ihnen damit ermöglichen, frei zu kommen von eventuellen Gewissensbissen und Schuldgefühlen.

08.07.2022 18:45 • x 1 #35


Obwohl ich eigentlich anderer Meinung bin, als dieses Lied es ankündigt, habe ich es hierfür gewählt, ich verehre die Carter Familie nämlich, weil sie uns beigebracht haben, wie man das Instrument Gitarre zu spielen vermag, kein anderer Gitarrist war so erfinderisch und bedeutend wie Maybelle Carter, sie hat fast alle Spieltechniken auf der Gitarre uns gelehrt. Ich habe hier auf dieser Plattform gelesen, dass man der Auffassung ist, dass Freundschaft mehr Bedeutung hat als eine Liebe beziehungsweise Ehe. Ich sehe es komplett anders, aber nur wenn es eine wahrhafte Liebe ist, die leider viel zu wenige in Wirklichkeit kennen. Die wahre Liebe bedeutet nämlich viel mehr als eine eng verbundene Freundschaft, sie ist das Engste an Beziehung, die ein Mensch erleben darf, füreinander dar zu sein, sich nur wohlfühlen, wenn es dem anderen gut geht. Für das Wohlsein des anderen gegenseitig alles Mögliche zu tun, das kribbelnde Gefühl der Geborgenheit zu erleben und nur durch das Erscheinen des anderen ein wohliges Gefühl zu erhaschen, einander alles zu erzählen und jedes Unheil dem anderen abzunehmen, die gemeinsame Herzenswärme zu aller schönsten Blüte gedeihen zu lassen. Bei der aufrichtigen Liebe, ich nenne sie Minne beziehungsweise Herzenswärme werden beide Liebenden in meinem Fall zu Bruder und Schwester genauer genommen, redet man von Herzensbruder und Herzensschwester, und dieses sagt schon alles aus. Ein Problem hat solche wahre Minne, diese Ehen enden nie, sie werden nie geschieden außer durch den Tod, und wenn dieser Fall eintrifft, stirbt man als Partner auch durch Herzeleid. Man überlebt solche Ehe nicht lange und wenn nur durch die heutige Medizin, weil sie schon viel machen können, wenn das Herz nicht aufhört zu bluten wie z. B. bei meiner Mutter. Als mein Vater starb, war der Schmerz so groß, dass sie sofort unters Messer musste, Sie wurde zig mal am Herzen operiert, das Leid wurde immer größer, umso länger sie meinen Vater nicht mehr in ihrer Nähe hatte am Ende musste sie jedes Jahr am Herzen operiert werden. Auch ihr Geist war nach dem Tode meines Vaters sofort am Schwinden, weil ihr Herzensbruder für immer gegangen ist, das bedeutet nun mal, das mindestens die Hälfte des eigenen Herzens für immer verloren ist. Deswegen ist die Herzenswärme ein viel engeres Bündnis als je die engste Freundschaft sein kann, aber wenn Menschen oberflächlich nur lieben können, sei es, weil sie selbst es nicht anders können oder deren ausgesuchte Partners wissen sie es halt nicht, dafür können sie nichts, aber sie wissen halt nicht, was wirkliche Liebe ist, wie leider die meisten Menschen. Es macht mich sehr traurig, dass nur ein winziger Anteil der Menschen die tatsächliche Minne kennenlernt und dadurch fast alle gar nicht mitreden können.

08.07.2022 19:58 • #36


Zum letzten Beitrag noch eine Ergänzung, das nachfolgende Lied zeigt auf, dass von 100 nur eine weiß, was wahre Liebe ist, ich bin sogar der Meinung, das traurigerweise es noch viel schlimmer ist. Es ist ein sehr leidvolles Lied.

Original, Sängerin:



Original, Sänger:



Sehr gut nachgesungen:

09.07.2022 17:02 • x 1 #37

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Ich versuche mich an ein Werk, was sehr wahrscheinlich mehr als 15 Jahre dauern wird, es nieder zu schreiben, weil es ein Versroman werden soll, das meine ersten 30 Jahre meines Lebens beinhalten soll. Meine Vorbilder hierfür sind Wolfram von Eschenbach und Hartmann von Aue, die aber jenes auch in der Metrik perfekt beherrscht haben, ich kann es leider nicht. Sie brauchten für ihre großartigeren Werke auch solange.

An der Küste in der Gegend von Dagebüll in Schleswig-Holstein im Jetzt

Ich sitze an einem Strand
und bin leider außerstand,
diesen schönen Augenblick zu genießen,
ich will meine Seele nur noch verschließen.
5 Ich sehe, wie die Wellen auf mich zu kommen,
ich fühle mich seit geraumer Zeit benommen,
meine Seele kennt für mich kein Erbarmen,
keiner ist hier, um mich einmal zu umarmen.
Man sieht in die Ferne,
10 dort sein würde ich gerne.
Vielleicht hätte ich dort keine Sorgen
und ich würde meine Last entsorgen.
Ich sehe eine wunderschöne Insel vor mir liegen,
kann ich doch noch einmal irgendwo abbiegen.
15 Sie ist so nah und doch so fern,
hätte ich doch das Leben gern.
Für mich ist sie unerreichbar,
die unruhige See ist unpassierbar.
Wie die Insel ist meine Menschenseele mir nah,
20 doch in Wirklichkeit ist sie mir so fremd wie Ra.
Immer wenn ich im Leben entscheiden musste,
kam es leider unbewusst immer zum Verluste.
Es gibt für mich auf keinen Fall einen Weg zurück,
ich bückte mich immer vergebens nach dem Glück.
25 Doch mein Kummer ist groß,
in meiner Kehle steckt ein Kloß,
diesen werd ich nie mehr los.
Mein Inneres ist rastlos,
ich bin stets nur noch ratlos
30 und werde selten die Zweifel los.
Scheint für mich doch nur die Helios,
hätte ich doch nur einen sicheren Schoß.
Ich scheine zurzeit seelenlos,
deswegen bin ich tränenlos.
35 Ich möchte so gerne anfangen zu weinen,
doch im Inneren fange ich an zu Ersteinen.
Ich habe leider schon viel zu viele Tränen verloren,
meine Tränendrüse hatte sie für mich gerne geboren,
nun will sie nicht mehr,
40 das finde ich nicht fair.
Mir hilft die Klarheit im Kopf nach dem Ausweinen,
das ist meine einzige Abhängigkeit im Geheimen.
Dafür liebe und brauche ich die Monotonie,
es ist für meinen Geist die schönste Harmonie.
45 Ohne Weinen bin ich verloren,
meine Seele ist steif gefroren.
Ich bin so gefühlskalt
und so was von uralt,
obwohl ich noch jung bin,
50 wo soll mein Gemüt nur hin.
So viel Zeit ist leider verloren gegangen,
meine Seele scheint nichts mehr zu empfangen.
Warum quält mich mein ganzes Leben,
ich werde mir wohl nie vergeben.

________________________

Meine einzige Liebe in der Vergangenheit

55 Ich war so was von verfallen in der wahren Minne,
doch es war zu früh, das wird mir jetzt inne.
Ich liebte in jugendlicher Zeit ein Mädchen,
ich nannte sie gar mein reizendes Käthchen.
Sie war nicht nur für mich etwas ganz Besonnenes,
60 in jungen Jahren war ihre Klugheit etwas Seltenes.
Diese war verbunden mit wahrhaftiger Bescheidenheit,
sie war niemals empfänglich für belanglose Eitelkeit.
Sie reichte jedem die Hand,
sie vergaß dabei niemand,
65 auch die Menschen am äußersten Rand
wurden von ihr nie und nimmer verbannt.
Sie war immerwährend hilfsbereit
und ein Mensch voller Offenheit.
Sie liebte es sehr, über ernste Themen sich zu unterhalten,
70 dabei war sie denjenigen mit weniger Wissen nie ungehalten.
Es war nicht ihr Wesen,
einem anderen Lebewesen
mit Worten und Taten zu verletzen
beziehungsweise herabzusetzen.
75 In jeder denkbaren Lage, sich hineinzuversetzen
und mit dem gegenüber und sich auseinandersetzen,
das war ihr eigener aufgelegter Toleranzedikt
nicht so zu handeln, wäre für sie ein Delikt.
Aber nicht nur ihr Innerliches war beachtenswert,
80 sondern auch ihr Äußerliches war liebenswert.
Sie war so formvollendet wie Aphrodite,
ich war ihr zugeneigt wie Erec der Enite.
Sie kam mir vor wie ein episches Gedicht,
in jeder Dunkelheit brachte sie helles Licht.
85 Sie funkelte mehr wie irgendein Edelstein,
sie war viel heller wie jeder Sonnenschein.
Ihre Schritte waren voller Anmut
und trotzdem lebte sie in Demut.
Ich mochte ihr natürliches Erscheinungsbild,
90 es war für ihre inneren Werte ein getreues Abbild.
Sie hatte nie Schminke im Gesicht aufgetragen,
wie sollte diese auch zu ihrer Schönheit beitragen.
Schmuck kannte ihre schöne Haut nicht,
sie liebte es halt einfach und schlicht.
95 Dieses Mädchen traf ich in einer Zeit,
in der wir beide das ertragende Leid
mithilfe von Psychotherapeuten verarbeiteten,
in dem wir auch die Vergangenheit aufarbeiteten.
Sie hatte viele sexuelle Misshandlungen vom Vater erdulden müssen,
100 auch auf meiner winzigen Kinderseele wurde getreten mit Füssen.
Ich hatte Misshandlungen erlebt durch gleichaltrige Kinder,
diese waren leider viele Jahre meine gewalttätigen Schinder.
Unter Ängste und Zwangshandlungen litt ich,
das war eigentlich auch nicht verwunderlich.
105 Ich hatte zu viel Schmerz erduldet
und hatte dieses nicht verschuldet.
Wir konnten unsern Schmerz gegenseitig lindern,
sie gab mir die Kraft, um den Waschzwang zu mildern.
Sie erkrankte an die Magersucht,
110 diese bekam sie mit voller Wucht.
Sie war früher als ich in therapeutische Behandlung,
ihr Körper war bereits auf den Weg der Besserung.
Am ersten Tag unserer Bekanntschaft
war ich noch ziemlich stümperhaft.
115 Ich wagte nicht jemand anzusprechen,
das war schon immer mein Gebrechen.
Ich saß in einer Ecke,
als ob ich mich verstecke.
Sie war zuerst am anderen Ort
120 und kam auf mich zu von dort.
Sie sprach mich einfach an,
das zog mich in ihr Bann.
Zuerst sprach ich kein einziges Wort,
doch sie ging keinesfalls von mir fort.
125 Sie gab mir ausgiebig Zeit,
ich war noch nicht bereit.
Ich verließ den schönen Ort
und ging zur Schlafstätte fort.
Ich drehte mich dabei zu ihr um,
130 desgleichen sah sie zu mir herum.
Sie hatte hierbei ein liebliches Wesen,
sie war wohl nicht enttäuscht gewesen.
Dieses spielte sich ein paarmal so ab,
meine Gefühle gingen dabei auf und ab.
135 Bis ich das erste Mal es wagte
und zu ihr etwas Banales sagte.
Dabei schenkte sie mir ein freudvolles Gesicht
und wir sahen uns von Angesicht zu Angesicht.
Ich verstand die ganze Welt nicht mehr,
140 der gefüllte Raum wurde menschenleer.
Ich sah niemanden mehr an dieser Stelle,
ich dachte, wann bekomme ich eine Schelle.
Hingegen kam diese nicht,
dafür kam die Zuversicht.
145 Es war kein böser Albtraum,
auch kein schöner Liebestraum.
Nein, es war die Wirklichkeit
in edelster Vollkommenheit.
Warum war sie mir immer noch so zugeneigt
150 durch mein Nichtstun habe ich es doch vergeigt.
Was erkannte dieses Engelwesen bloß in mir,
mein Herz war kaum erreichbar wie das Pamir.
Ich war nicht so schön wie ein Saphir,
meine Seele war ähnlich einem Menhir.
155 Ich würde nie so mächtig sein wie ein Großwesir,
man verbrühte sich bei mir schneller als beim Geysir.
Ich lebte mutterseelenallein wie der Tapir
und war gefühlskalt ähnlich einem Vampir.
Ich hatte keinen Mut wie ein Pionier
160 und war für niemanden eine Zier.
Was wollte sie bloß von mir,
warum war sie so nett zu mir.
Ich wartete auf irgendeine Bosheit,
doch sie war von der Heimtücke gefeit.
165 Wir führten eine sehr intensive Unterhaltung,
ich freute mich auf eine baldige Fortsetzung.
Unsere Wege trennten uns wegen der Nachtruhe,
in dieser Nacht schlief ich ein in himmlischer Ruhe.
Ich wachte am nächsten Morgen auf,
170 der Tag nahm einen guten Verlauf.
Ich bekam mein Lächeln nicht aus meinem Gesicht,
weil abends die holde Maid mit ihrem inneren Licht
mich ziemlich unattraktiven Jungen beabsichtigte, wieder zu sehen,
dadurch konnte ich auch die Therapie am Tage leichter überstehen.

_______________

175 Am Anfang konnte ich nichts gegen den Wasch- und Zählzwang ausrichten,
hierdurch gab es in der ersten Phase der Behandlung keine Erfolgsaussichten.
Die beiden Zwänge hatten sich zusammen getan,
ich wurde deswegen deren ungewollter Untertan.
Dieser hinterlistige, gemeine Zählzwang
180 nistete sich ein als Wiederholungszwang.
Das abnormale Waschen quälte mich schon sehr,
aber infolge der Wiederholungen umso mehr.
Meine Hände hatten dauernd geblutet,
der Schmerz dabei hat mich überflutet.
185 Die Seife fraß sich durch die Hautschichten,
warum tat ich meine Greifarme so zurichten.
Wir hatten in der Jugendpsychiatrie
nicht nur Freizeit und Therapie.
Wir hatten auch Unterricht,
190 dieser war recht schlicht,
aber ich lernte dort eine Sprachlehrerin kennen,
die würde ich am liebsten mit Namen benennen.
Sie setzte sich eines Tages zu mir gegenüber
und sah zu mir besonders traurig herüber.
195 Ihr Blick richtete sich auf meine Hände,
diese sprachen allein schon Bände,
wie oft schon mussten sie Leid ertragen
und das sie sicher nichts mehr vertragen.
Sie sagte zu mir im ernsten Ton,
200 aber ohne weitere Provokation.
Deine Hände sehen Tag für Tag schlimmer aus,
dies einfach länger anzusehen ist mir ein Graus.
Sie haben so viele offene Wunden,
du hast schon oft Schmerz empfunden.
205 Du blutest bei jeder Waschung,
sie erfahren keine Linderung.
Wenn dies so weiter geht,
ich bin zwar kein Prophet,
dann wirst Du daran sterben können,
210 ich möchte Dir aber eine Zukunft gönnen.
Keime, Pilze und Bakterien können mühelos in Dir eindringen,
und diese können Deinen Körper problemlos nieder zwingen.
Bedenke diese Art zu versterben,
ist ein sehr schmerzliches sterben.
215 Sie nisten sich bei Dir ein
und sind nicht lange allein.
Sie breiten sich im ganzen Körper aus,
für sie bist Du ein Gaumenschmaus.
Zuerst werden sie Dir Deine Hände amputieren
220 und danach wirst Du hundeelend krepieren.
Ich bitte für Dich, die Seife nur noch einmal pro Waschung zu verwenden,
oder versuche bei diesem Ritual den Zählzwang nicht mehr anzuwenden.
Folgend war ich die ganze Zeit am überlegen,
wie kann ich den Zählzwang rasch reinlegen,
225 damit er trotzdem mit mir zufrieden ist
und sich nicht mit meinem Geist misst.
Wieso reinigte ich meine Hände mindestens 3-mal
und maximal immer wieder bis zu 81-mal
dauernd die gleiche Prozedur,
230 warum vollzog ich dies nur.
Ich wollte die ganze Zeit durch Selbstmord dahinscheiden,
um einen schnelleren und schmerzlosen Tod zu erleiden.

___________________________________________

Abschied

Käthchen war deutlich früher, als ich genesen,
unsere Beziehung war damit vorbei gewesen.
Bei einem Besuchstag sahen wir uns das allerletzte Mal,
danach verlor sich meine Seele in ein tiefes, dunkles Tal.
Natürlich freute ich mich sehr für sie,
trotzdem erlitt mein Geist eine Havarie,
genauso wie damals bei der Titanic,
sorgte dieses in mir zu einer Panik.
Mein Herz sagte zu dir zärtlich Ade,
der innerliche Schmerz tat derart weh.
Mein Herz brannte lichterloh,
ich ward keinesfalls mehr froh.
Ich fühlte mich in dieser Welt nie geborgen,
sie bereitete mir stets Kummer und Sorgen.
Ich war hier nirgends zu Haus,
dies spürte ich tagein, tagaus.
In mir herrschte eine große Leere
und das war keine geringe Misere.
Es schien, als ob überall die Dunkelheit lauert,
meine Seele fühlte sich an wie eingemauert.
Ab da an war ich selten frei von quälenden Gedanken,
diese brachten mich leider vollkommen ins Wanken.
Die Kümmernis wurde eine Sorgenlast,
ich steckte allzu fest im tiefsten Morast.
Ich fing damals an, bitterlich zu weinen,
oftmals war es ein stundenlanges Greinen.
Ich hörte dazu ein immer wiederholend traurigen Gesang,
es wurde die einzige Sucht, vielleicht sogar ein Zwang.
Wenn meine Tränendrüse keine Träne mehr zuließ,
verließ ich für kurze Zeit mein eigenes dunkles Verlies.
Ich war für diesen Augenblick frei vom Grübeln,
meine Psyche konnte dieses Vorgehen nie verübeln.
Jene Zeiten wurden die schönsten meines Lebens,
die Suche nach etwas Schönerem war vergebens.
Für die bewusste Befreiung von der Grübelei
war mir vieles recht, auch die eigene Quälerei.
Es war natürlich nicht angenehm, solange traurig zu sein,
aber ich fühlte mich dadurch im Kopf so gelöst und rein.
Die Psyche wurde befreit von der erdrückenden Last,
das gab ihr für ein Weilchen die Möglichkeit der Rast,
bevor sie wieder die Schwermut befiel,
es war eigentlich ein labiles Trauerspiel.
Wenn ich für meine Seele keine Erholung hinbekam,
waren nicht nur die Selbstmordgedanken einprägsam,
sondern auch der Widersinn an allem Leben
und die Sinnlosigkeit nach etwas zu streben.
Ich dachte nach über Gott und die Welt
hatte an mir selbst viele Fragen gestellt.
Ich suchte Lösungen in Theologie, Physik, Chemie,
allerdings auch in Historie, Politik und Philosophie.
Ich bekam nur äußerst selten befriedigende Antworten,
bedauerlicherweise konnte ich dafür neue Fragen horten.

x.

An der Küste in der Gegend von Dagebüll in Schleswig-Holstein im Jetzt


Ich sitze unentspannt am Strand
in meinem Elend außerstand,
den schönen Ausblick wahrzunehmen,
ich kann mich hierfür einzig schämen.
5 Ich will verschließen, meine Seele,
der Kummer drückt an meiner Kehle.
Die ersten Wellen nähern sich
Perplexität erfühle ich.
Die Seele will nicht mitempfinden,
10 durch dieses gibts kein Wohlbefinden
Umarmung wirds nicht geben können,
denn Liebe wird man nie mir gönnen.
Ich nehme wahr in weiter Fern,
ich würde dort sein äußerst gern.
15 die Insel Föhr vorm Festland liegend,
Verzweiflung lähmt mich überwiegend.
Sie ist so nah und trotzdem fern,
ich lebe keinesfalls stets gern.
Ich könne dort herüberfahren,
20 Probleme leben fort in Scharen,
sie gehen dadurch nimmer weg
bedeutungslos, auf welchen Fleck
mein karges Leben vegetiert
Gedanken schwirren unbeirrt
25 Zurzeit ist diese unerreichbar,
die See ist tosend unpassierbar.
Für kurze Zeit gedankenlos sein
bedeutet einen Moment frei sein.



Ich kenne keine Gegenwart
Gesagtes ist Vergangenheit,
es gibt nur einen Gegenpart
die Zukunft, eine ferne Zeit.
Die Menschenseele ist mir nah
und trotzdem fremd wie Gottheit Ra
oft unbewusst gab es Verluste,
wenn ich entscheiden musste.

10.07.2022 17:50 • #38


Ich war gestern auf mich ziemlich sauer, wie dumm kann man eigentlich nur sein. Man wusste von der Hitze, trank bis zum späten Nachmittag nur einen halben Liter Wasser und aß bis dahin gar nichts. Unsereiner wollte aber auf dem Friedhof Unkraut pulen und die Pflanzen gießen. Meine Oma, man kann sie heutzutage ruhig Kräuterhexe nennen, hat mir so viel beigebracht und trotzdem verhalte ich mich manchmal nicht an ihre Regeln, nämlich an solchen Tagen auch am Tag viel zu trinken, nicht nur abends und natürlich Zucker einzunehmen. Somit musste man damit rechnen, was darauf passierte, als unsereins um 18:00 Uhr auf dem Friedhof anfing, das Unkraut zu entfernen, fing bei mir der ganze Körper zu schwitzen an, der Schweiß lief sogar als Wassertropfen von der Stirn. Meinesgleichen fühlte sich dabei aber trotzdem körperlich gut, man war natürlich auch viel zu warm angezogen, unsereiner muss sich im Sommer vor Insekten schützen, dieselben dürfen mich nicht berühren. Ich kann nur kurze Hosen und T-Shirts im Winter tragen und nicht im Sommer, bei mir ist alles umgekehrt wie bei fast allen anderen Menschen. Im Winter trage ich T-Shirts und im Sommer Pullover. Als man nach eineinhalb Stunden fertig war, wollte ich noch die Blumen gießen, als meinesgleichen merkte, das eine 10-Litergießkanne, für mich im Normalfall leicht wie eine Feder, auf einmal kaum zu tragen war, ahnte ich schon, was bald passieren wird. Man schaffte es mit letzter Kraft fünfmal die Kanne auszugießen, eigentlich braucht der Platz aber mindestens 120 Liter Flüssigkeit. Ich wollte gerade zum sechsten Mal losgehen, um die nächste Kanne zu holen, mein Körper brauchte aber Zucker und Flüssigkeit, ich bekam ein Zitteranfall und einen Brechreiz, mir wurde schwindelig. Ich kämpfte mich zum Wasserhahn hin, es sind keine 15 m bis dahin, man brauchte dafür fast 10 Minuten. Unsereiner füllte die Kanne noch einmal, ich war so kraftlos und musste die Kanne erst einmal abstellen. Irgendwie bekam unsereins es hin und konnte dieselbe noch auf dem Grabplatz entleeren mit mehreren Unterbrechungen, weil ich fast dreimal am Umkippen war. Meinesgleichen kann sich durch meine Erkrankung eigentlich nie auf eine Bank hinsetzen, zum einen aufgrund des Kots der Vögel, zum anderen wegen Insekten und natürlich infolge anderer Mitmenschen, aber wenn ich nach Hause ankommen will und nicht auf dem Friedhof irgendwo auf dem Boden langliegen möchte, muss man wieder zu Kräften kommen, weil zu Hause brauchte unsereiner ja auch noch ca. 1 Stunde, bis man etwas trinken und essen kann, weil meinesgleichen sich zuerst sauber machen muss. Also fasste ich mir Mut und saß mich auf eine Bank am äußersten Rand, machte meine Augen zu und veränderte meine Atemtechnik, dieses brachte meine Oma mir bei, somit erholt sich der Körper am schnellsten nach ca. 10 Minuten öffnete ich meine Augen, stand langsam auf und reinigte meine Schuhe mit besonderen Desinfektionstücher sauber, danach wurde mir wieder zittrig, schwindelig und ich bekam wieder Brechreize, danach setzte sich unsereins wieder auf die Bank und machte wieder das Gleiche wie vorhin, nur dass ich diesmal eine halbe Stunde die Augen schloss. Danach ging ich langsam nach Hause, konnte mich auch in Ruhe sauber machen und aß danach ein eigenen Joghurt mit Zimt, 6 Nektarinen, 2 Plattpfirsichen und Hafer, damit mein Körper genug Zucker einnehmen konnte, außerdem trank unsereins noch 3 Liter, hiernach ging es meinen Körper so gut, als ob nichts gewesen wäre. Meine Oma hätte mit mir geschimpft, sie hätte zu mir gesagt, du oller Papiernes, was habe ich dir gelehrt.

20.07.2022 17:33 • x 1 #39


Man ist nur ein kleiner Wicht
und hat ein Allerweltsgesicht.
Ich bin stets am Grübeln,
dieses mag man mir verübeln.
Meinesgleichen ist ein Tor,
der sich nimmt nichts vor
und trotzdem kommts mir vor,
als ob man nur dachte zuvor,
das unsereins nichts vornahm,
aber annimmt mit Scham,
das dies so nicht stimmen kann
und Zeit nicht umsonst verrann.
Meine Gedanken werden umsonst geboren
und gehen deswegen immer verloren,
weil ich nicht zu denken vermag
dies führt zu einem tiefen Schlag
unter meiner Gürtelregion
und zu einer Selbstaversion.
Nun bin ich angelangt am Ende,
dies führt aber zu keiner Wende,
bin halt fortwährend ein Wicht
zwar ohne eine kränkliche Gicht
trotzdem ist das Leben nicht leicht
für jenes bin ich nimmer geeicht,
lebe stets am Abgrund
und dies zu jeder stund.

20.07.2022 18:50 • #40



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