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MaKaZen
Ja ich weiss, der MaKaZen macht schon wieder ein neues Thema auf, der spinnt ja!

Ich bin immer mal wieder tief entspannt müde. Irgendwie weiss ich immer noch nicht, wie ich mit diesem Zustand umgehen soll. Ich bin auf jeden Fall irritiert und weiss nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Die paradoxe Formulierung lautet:

Ich bin beruhigt, weil ich meinen aktuellen Zustand nicht einordnen kann.

Ups, was ist denn das? Klingt ja grässlich. Ich brauch doch die passende Schublade.

Ich kann doch unmöglich immer eine passende Schublade für meine Emotionen finden und das erst noch auf Knopfdruck. Ich könnte über mein einfältiges Denken abkotzen, wenn ich es nicht mit Humor nehmen würde.

Emotionen, Befindlichkeiten, Stimmungen sind erstmal einfach da. Die dürfen doch einfach mal sein und angenommen werden von mir. Passiert ja nichts weiter. Einfach mal aushalten, sein lassen, nicht bewerten, etc. Wenn ich müde bin, bin ich müde und wenn ich fit bin, bin ich fit. Meine Herren, das kann doch nicht so schwer sein.

Mein System beginnt sich nach einer gewissen Zeit tatsächlich zu beruhigen. Bin mir näher als sonst. Passt mir zwar noch nicht so wirklich, da ich damit auch ein Stück weit auf Selbstkontrolle verzichte und geschehen lasse.
Da spielt auch ein gewisser Verzicht auf mein 'Idealbild' mit eine Rolle. Die Buddhisten würden von 'Ego' sprechen, das es zu überwinden gilt.

Puh, ständige auf Achse zu sein und die Kontrolle über meine Emotionen zu haben, möchte ich wirklich nicht. Selbstkontrolle ist genug vorhanden, also Zeit, los zu lassen. Ich hab’s kapiert, Lektion am lernen.

Irgendwann wird sich dann später schon noch ein Schublade finden lassen, wo ich die Emotion ablegen kann. Ich möchte einfach nur offen bleiben für Neues.

02.10.2022 12:04 • 03.10.2022 x 2 #1


17 Antworten ↓


Hotin
Zitat von MaKaZen:
Ich bin beruhigt, weil ich meinen aktuellen Zustand nicht einordnen kann.

Ups, was ist denn das? Klingt ja grässlich.

Das dies komisch klingt, finde ich auch.

Zitat von MaKaZen:
Emotionen, Befindlichkeiten, Stimmungen sind erstmal einfach da. Die dürfen doch einfach mal sein und angenommen werden von mir. Passiert ja nichts weiter. Einfach mal aushalten, sein lassen, nicht bewerten, etc. Wenn ich müde bin, bin ich müde und wenn ich fit bin, bin ich fit.

So sehe ich das auch. Wir leben vor allem von und mit Emotionen, also unseren Gefühlen.

Zitat von MaKaZen:
Bin mir näher als sonst. Passt mir zwar noch nicht so wirklich, da ich damit auch ein Stück weit auf Selbstkontrolle verzichte und geschehen lasse.
Da spielt auch ein gewisser Verzicht auf mein 'Idealbild' mit eine Rolle.

Unserem Idealbild kommen wir nur sehr selten nah. Viele Gefühle hindern uns daran.

02.10.2022 13:04 • x 2 #2


A


Von irritierenden Gefühlen zur inneren Beruhigung

x 3


MaKaZen
Zitat von Hotin:
Unserem Idealbild kommen wir nur sehr selten nah. Viele Gefühle hindern uns daran.

Wenn wir alle Emotionen zulassen und akzeptieren könnten, dann wäre das wohl so etwas wie ein idealer Zustand. Ich meine natürlich nicht ausagieren, einfach erleben genügt. Durch das impulsive Ausagieren von Gefühlen werden tiefer liegende Emotionen verhindert bzw. gar abgewehrt.

02.10.2022 13:18 • x 1 #3


Hotin
Zitat von MaKaZen:
Wenn wir alle Emotionen zulassen und akzeptieren könnten, dann wäre das wohl so etwas wie ein idealer Zustand.

Das sehe ich etwas anders. Gefühle kommen fast wie automatisch. Folglich haben wir wohl kaum eine
andere Chance, sie in uns zuzulassen. Was wir aber beeinflussen können ist, wie stark wir sie bewerten.

Wer ständig ein Hungergefühl spürt, der isst sich dick und rund. Wenn er die Stärke dieses Gefühls nicht
begrenzt, dann futtert er sich krank. Ein Idealzustand ist das dann eher nicht.
Jeder Mensch hat die Aufgabe, zu entscheiden, welches Gefühl für ihn hilfreich und wichtig ist und
welches nicht.
Wer ständig das Gefühl hat, sich fremdes Eigentum anzueignen, obwohl ihm das nicht gehört, der
befindet sich weit entfernt von einem Idealzustand.
Wir haben die Fähigkeit und auch die Verpflichtung, unsere Gefühle so zu steuern, dass wir uns selbst
und auch anderen möglichst wenig ernsten Schaden zufügen.

Zitat von MaKaZen:
Durch das impulsive Ausagieren von Gefühlen werden tiefer liegende Emotionen verhindert bzw. gar abgewehrt.

Das verstehe ich leider nicht.

02.10.2022 13:51 • #4


Angor
Meine Güte, das kann man doch besser alles in ein Tagebuch packen.
Du schreibst doch überwiegend eh nur von Dir selber.

02.10.2022 13:56 • x 2 #5


MaKaZen
Zitat von Hotin:
Wir haben die Fähigkeit und auch die Verpflichtung, unsere Gefühle so zu steuern, dass wir uns selbst
und auch anderen möglichst wenig ernsten Schaden zufügen.

Emotionen zulassen heisst ja erst einmal nicht, sie als Impuls für eine Handlung zu nehmen. Dazwischen liegt wie du erwähnt hast eine Bewertung bis hin zu einer Entscheidung. Es gäbe sonst nur noch Mord und Totschlag auf der Welt.

Ich bin sehr darauf bedacht, meine Gefühle zu sortieren. Ich will wie du, möglichst optimale Entscheidungen treffen und zwar zum Wohle aller.

Es gibt eben auch so etwas wie eine übertriebene Selbstkontrolle, wo jedes Gefühl irgendwie einsortiert und bearbeitet werden will, weil es sonst Stress erzeugt, da nicht einzuordnen.

Angenommen ich gehe sofort in die Aktion sobald ein Gefühl auftaucht, nehme ich tiefer liegende Gefühle nicht mehr wahr. Das Gehirn meldet Belohnung, obwohl es wie in deinem Beispiel schädlich wäre, jedem noch so kleinen Hunger sofort nach zu gehen. Hinter dem ungestillten Hunger nach etwas bzw. hinter der Sucht verbirgt sich ein tiefer liegende Emotion. Das kann innere Leere, Einsamkeit, Verletzbarkeit, etc. sein.

02.10.2022 15:39 • #6


kritisches_Auge
Wenn ich dich richtig verstanden habe, sprichst du davon, Gefühle nicht gleich einordnen zu wollen, ihnen einen Namen zu geben, denn dann sind sie in gewisser Weise fertig sondern die Entwicklung abwarten zu wollen.

Manche haben das Bedürfnis, Gefühle zu hinterfragen, zu überlegen, was sich ändern läßt, eine Entwicklung anzustreben.

Ich habe manchmal geantwortet, dass ich dieses Bedürfnis nicht immer habe, dass ich ruhig abwarte bis eines Tages von selbst ohne mein Zutun alles klar ist und die Pflaume vom Baum fällt.

Wenn ich einem Gefühl gleich nachgebe, mich zum Beispiel bei einer Freundin melde von der ich lange nichts hörte, bin ich satt, frage nicht mehr nach und vielleicht verbirgt sich hinter diesem Gefühl ein ganz anderes, tieferes.

02.10.2022 15:54 • x 1 #7


MaKaZen
Zitat von kritisches_Auge:
Wenn ich dich richtig verstanden habe, sprichst du davon, Gefühle nicht gleich einordnen zu wollen, ihnen einen Namen zu geben,
denn dann sind sie in gewisser Weise fertig sondern die Entwicklung abwarten zu wollen.

Genau, das meine ich. Manchmal braucht es länger, bis ich weiss, was das Gefühl mir sagen will.

Zitat von kritisches_Auge:
Wenn ich einem Gefühl gleich nachgebe, mich zum Beispiel bei einer Freundin melde von der ich lange nichts hörte, bin ich satt, frage nicht mehr nach und vielleicht verbirgt sich hinter diesem Gefühl ein ganz anderes, tieferes.

Ist halt die Frage, warum du dem Impuls nachgeben willst. Es könnte sein, dass damit Langeweile 'abgewehrt' wird oder sonst was. Wenn nach Stunden oder Tagen der Impuls immer noch besteht, weisst du, dass es richtig ist.

02.10.2022 16:00 • #8


kritisches_Auge
Ja, genau so ist es.

02.10.2022 16:03 • #9


MaKaZen
Ich komme von der BPS-Ecke und konnte mich schon immer schnell für etwas begeistern aber auch schnell wieder entgeistern. Ich hab meinen Impulse oft recht schnell nachgegeben und sie zügig umgesetzt. Irgendwann lernte ich mein Verhalten besser zu steuern, nicht gleich loszulegen, erst zu überlegen, langfristiger zu denken, etc.
Andererseits kann ich auch gnadenlos selbstkritisch, selbstbeherrscht, selbstbestimmt, etc. sein, was mich mehr so ausbremst. Ich suchte oft die Schuld bei mir und hatte schon immer den Hang zur Melancholie, Traurigkeit und Depression.
BPS ist ein Leben zwischen extremen Emotionen. Das Finden der Balance ist für mich essentiell.

02.10.2022 16:17 • x 2 #10


kritisches_Auge
Ich mag die Abkürzungen in Bezug auf Krankheiten und Zustände nicht, im Grunde ist es rücksichtslos- ist nicht böse gemeint- die anderen danach zum googeln zu veranlassen.
Ich weiß nicht, was diese drei Buchstaben bedeuten.

02.10.2022 16:24 • #11


MaKaZen
@kritisches_auge
Kein Problem: Borderline Persönlichkeitsstörung bzw. instabile Persönlichkeitsstörung.

02.10.2022 16:26 • x 1 #12


kritisches_Auge
Ja, damit kenne ich mich aus.

02.10.2022 17:29 • x 1 #13


MaKaZen
Zitat von kritisches_Auge:
Ja, damit kenne ich mich aus.

Wie, du kennst dich damit aus?

02.10.2022 17:36 • #14


kritisches_Auge
Hier gibt es ein Borderline- Unterforum, den Text dafür schrieb ich.

borderline-syndrom-f135/borderline-ein-gefuehlschaos-t112393.html

Außerdem war ich einmal Moderator un einem Borderline- Forum.

Überlege dir einmal, ob ein Tagebuch nicht vielleicht das richtige für dich wäre, du sprudelst über vor Ideen und dann ist alles zusammen.

02.10.2022 18:38 • x 1 #15


MaKaZen
Zitat von kritisches_Auge:
Überlege dir einmal, ob ein Tagebuch nicht vielleicht das richtige für dich wäre, du sprudelst über vor Ideen und dann ist alles zusammen.

Nein, ich bleib weiterhin sprudelnd, ist eine coole Eigenschaft von mir. Ich schreib die Texte wirklich als Anregung für die Foris hier.

02.10.2022 18:42 • #16


MaKaZen
Wichtiger Text von dir zum Borderline-Syndrom. Es gibt verschieden Arte der Störung, darum hatte meine Psychiaterin lange Zeit keinen Plan, was mit mir los ist.

Als mehr depressiver Typ, der in Beziehungen stark von Verlustängsten getrieben wird, sehe ich klar Parallelen zu den andern Typen.

Ich weiss immer noch nicht, warum dich das Thema Borderline so stark beschäftigt?

02.10.2022 18:50 • #17

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MaKaZen
Das mit dem Zulassen von Emotionen klappt ganz gut. Da kommt einiges hoch: Wut, Entspannung, Trauer, Alleinsein, Entrüstung. Mein System beginnt sich tatsächlich zu beruhigen. Ich nehme an, dass zurück gehaltene Emotionen die innere Unruhe entfachen, dieser ominöse Zustand, den ich schon bei meinen Eltern gesehen habe und mir nie erklären konnte. Ich sehe hier auch den Zusammenhang zu meinem ADS, diesem ständigen Angetrieben-Sein, vieles beginnen und nie wirklich abschliessen können. Ich merke auch, dass die Beruhigung sich auf meinen ganzen Körper auswirkt. Fühlt sich an wie tiefenentspannt. Mein Denken beruhigt sich, die Atmung verlangsamt sich und ich bin sehr stark verbunden mit mir.

03.10.2022 08:46 • x 2 #18


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