Hallo zusammen..

ich bin mal wieder nur am grübeln bis mir der Kopf raucht.

Ums kurz zu machen: Ich bin verliebt
Und ich hab Angst davor.
Ich weiß es klingt verrückt aber dieses kribbeln im Bauch, oder dieses Gefühl des verliebt sein macht mich ganz nervös. Ich kann damit gar nicht wirklich umgehen.
Ich hab tatsächlich Sorge das diese eigentlich schönen Gefühle eine PA auslösen könnten weil ich sie nicht kontrollieren kann. Es ist wie verhext. ich weiß das ich durch das Grübeln, eine PA heraufbeschwören könnte.

Ich will keine Angst vor meinem Partner entwickeln

Ich merke auch das körperliche Nähe das gleiche auslöst. Die Angst meine Gefühle nicht unter Kontrolle zu haben.
Dabei ist er wahnsinnig verständnisvoll. Er weiß wies mir geht und sagt das wir uns mit allem so viel Zeit lassen wie ich brauche. Das ich die Geschwindigkeit bestimme.

Trotzdem hab ich teilweise schon rescue-Tropfen nehmen müssen weil ich so durcheinander war...Rescue-Tropfen weil ich verliebt bin.^^
Das kommt mir so albern vor^^

Die letzten Wochen hab ich viele Fortschritte gemacht..ich kann ein paar Stunden einigermaßen ruhig alleine bleiben, mein Gummiband schnippt nur noch sehr selten und ich hab mir meine eigene Bachblütenmischung zusammen gestellt.
Wirkliche PAs hatte ich keine mehr. Manchmal Ansätze aber ich hab versucht die Angst zu "begrüßen" und zu warten bis es wieder vorbei ist...also alles zu beachten was man als Tipp bekommt...

Trotzdem bohrt das Gefühl..dabei möchte ich alles einfach locker angehen können und nicht so verkrampft..

Gruß Fera

06.05.2009 08:34 • 15.05.2009 #1


8 Antworten ↓


Meli77de
Hallo Fera,
das kommt mir irgendwo sehr bekannt vor, was Du schreibst. Ich finde es nicht albern, dass Verliebtsein Panik auslöst.
Du schreibst: "dieses Gefühl des verliebt sein macht mich ganz nervös. Ich kann damit gar nicht wirklich umgehen."
Vielleicht weil du es nicht (mehr) kennst?
Bei mir war es im März ganz krass. Als ich mich super verliebt und glücklich fühlte, bekam ich wieder Panikanfälle Muss dazu sagen, dass ich ehemalige Panikerin bin. Habe deswegen und wegen anderer Probleme längere Therapie gemacht.
Ist es vielleicht die Angst, dass das Gefühl auch irgendwann wieder weg sein könnte?
Hat vielleicht auch was mit Anst vor Nähe zu tun...Kannst Du Deine Gedanken beim Grübeln irgendwie festhalten? Ich kenne das Grübeln. Habe in der Therapie gelernt, keine Gedankenketten zu stricken, so nach dem Motto: au weia, wenn das so ist, dann kommt das und daraus folgt etc. Vielleicht beschreibst Du mal ein paar Gedanken, die am stärksten sind. Darüber fände sich sicherlich ein Ansatzpunkt.
LG Meli

06.05.2009 22:50 • #2


Huhu Meli,

danke erstmal für deine Antwort.

Meine letzten Jahre habe ich in einer ziemlich kaputten Beziehung verbracht. Gefühle waren kaum noch vorhanden. Es war mehr die Gewöhnung aneinander aber wirkliche Liebe nicht mehr.

Deswegen haben mich die "neuartigen" Gefühle total überrannt. Dieses unkontrollierbare Kribbeln im bauch hat mich total nervös gemacht. genau wie die eigentlich ja schönen Herzklopfen..mein Körper war plötzlich unberechenbar.
Ich hab viel an mir gearbeitet was die Panik angeht. Allerdings ist die gesammte Situation immer noch sehr präsent. Ich kann zwar Dinge tun die ich vorher nicht konnte (raus gehen, ruhig telefonieren, alleine sein) aber eine gewisse Unsicherheit ist immer da. Das alles ist noch nicht normal geworden.

Meine größte Angst ist in etwa folgender Gedankengang:

"Meine Güte bin ich verliebt...irgendwie hab ich diese Gefühle nicht unter Kontrolle..davor hab ich Angst..was ist wenn sich daraus ein Rückfall ergibt...dann enttäusche ich ihn..und mich gleich mit...ich verbau mir wieder alles..."

Ich glaube alles läuft darauf hinaus das ich das Gefühl habe das es etwas negatives ist wenn ich meine Gefühle nicht unter Kontrolle habe.
In letzter Zeit hat das grübeln über die Panik überwogen. Und plötzlich kommt da ein völlig neues Gefühl.
Klingt verrückt, aber ich habe Angst das wenn ich aufhöre über die Panik nachzudenken, sie wiederkommen wird.


Ich würde so gerne die ganze Situation mit einer gewissen Leichtigkeit angehen... stattdessen spielen sich in meinem Kopf schon die schlimmsten Szenarien ab..."was wäre wenn" usw
Und das alles bevors wirklich angefangen hat.

Ich hab das Gefühl das ich funktionieren muß damit die Beziehung funtioniert.

Gruß
Fera

07.05.2009 15:11 • #3


Meli77de
Hi Fera,
als ich Deinen Beitrag gerade las, dachte ich: "Ja....ja...genau so..."....
Vieles kommt mir so sehr bekannt vor. Meine letzte Beziehung war zwar nicht kaputt, aber in den letzten 7 Jahren der Beziehung habe ich meine innere Stimme, die mir sagte, dass es nicht wirklich mehr eine Beziehung ist, völlig ignoriert. Auch mein inneres "Nein!" (war wirklich wie ein Schrei) beim Verlobungsantrag vor 8 Jahren habe ich ignoriert....statt dessen habe ich mir mit ihm noch Eigentum zugelegt. Das Zusammenleben war zum Schluß nur noch aus Gewohnheit, war eben zunächst einfacher als eine Trennung.
Nach der Trennung sind wir nun sehr gute Freunde und darum bin ich sehr dankbar. Ich kann wirklich behaupten, einen "Mitbewohner" verloren und einen guten Freund gewonnen zu haben.

In meiner neuen Beziehung habe ich fast täglich Gefühle und Emotionen erlebt, die auch für mich neu waren und das war bzw. ist mir manchmal sogar unheimlich. Was mich sehr überrascht, ist, dass Deine Gedankenkette meiner sehr ähnelt. Die geht bei mir in etwa so: "was machen die Gefühle? Oh! Sie sind nicht mehr so wie gestern! Das heißt bestimmt, dass es wie beim letzten Mal läuft, ich mir wieder was vormache, ich ihn letztenendes doch verlassen (muss), ich ihn enttäusche und ihm das Leben ruiniere und ich mich dann wieder enttäusche, weil ich unfähig bin, eine Beziehung zu führen" und so weiter und dann ist sie da, die Panikattacke. Meine Familie, meine Freunde und so weiter sagen immer: leb doch einfach mal! Freu Dich übers Verliebtsein und nimms einfach leicht. Und wenns nicht sein soll, dann wars eben nicht. Ich würde die Sache auch sooooo gerne so sehen, aber ich gehe einfach nur total verkrampft und panisch an die Sache heran.

Das mit Grübeln ist bei mir etwas anders. Wenn ich so richtig schön grübel und das kann ich ganz toll, kann ich daraus eine Lehrbuchpanikattacke machen.
Obwohl Dir es nicht hilft, weils abgedroschen klingt, aber ich glaube, dass Panik eher weniger wird, wenn Du weniger darüber nachdenkst. Richtig ist, dass sie überraschender kommt, wenn Du eine zeitlang nicht drüber nachgedacht hast.n

Ich habe immer irgendwie funktionieren müssen, bin so erzogen worden, dass es keine Schwächen gibt und ich mich einfach zusammenreißen muss und alles läuft supi....daher weiß ich, woher meine Funktionspflicht herkommt. Abstellen kann ichs leider nicht.
Vielleicht weißt Du ja, woher es bei Dir kommen könnte. Ich bin der festen Überzeugung, dass es bestimmt nicht schaden kann, wenn man mal nicht funktioniert. Sagt die Richtige, ich weiß....

Es grüßt Dich Meli

07.05.2009 22:07 • #4


Huhu,

es ist schonmal unheimlich erleichternd zu lesen das es nicht nur mir so geht.^^

So wie bei dir ist mein ehemaliger Partner immer noch ein sehr guter Freund. Er ist auch immer noch für mich da wenn es mir schlecht geht und ich Gesellschaft brauche. Die Trennung hat unsere "Beziehung" eigentlich nur verbessert.

Mir fällt es schwer zwischen realen und unrealen Gefühlen zu unterscheiden.
Bei einer kommenden PA erklär ich mir immer wieder selber was in meinem Körper passiert, das ich das selbst erzeuge und das es wieder vorbei geht.
Verliebt sein ist dem so ähnlich...
Herzklopfen, kribbeln am ganzen Körper..die typischen Schmetterlinge im Bauch...
Mein Gehirn hat anscheinend noch nicht ganz verstanden, das diese Symptome diesmal positiv und auch erwünscht sind Wie auch, wenn ich ja trainiere die Gefühle nicht zu beachten und mich da nicht reinzusteigern.

Gestern Abend kam mir ein ganz makaberer Gedanke...

Wenn ich ihn küsse...und meine Gefühle in dem Moment Achterbahn fahren...und ich damit eine PA auslöse, werde ich ihn nie wieder küssen können
Heute morgen kann ich schon über den Gedanken lachen weil ich eigentlich weiß das es quatsch ist^^
Aber diese kleine fiese Teil von mir der weiter grübeln muß lässt mir trotzdem keine Ruhe^^

Hat es denn mit deiner Beziehung geklappt? Konntest du "lernen" mit dem Gefühlschaos umzugehen?

Grüßle

fera

08.05.2009 09:00 • #5


Meli77de
Hi,

zunächst ist da was dran: "Herzklopfen, kribbeln am ganzen Körper..die typischen Schmetterlinge im Bauch...
Mein Gehirn hat anscheinend noch nicht ganz verstanden, das diese Symptome diesmal positiv und auch erwünscht sind"

Mein Gehirn hat hier wohl auch noch nicht dazugelernt
Dein "makaberer" Gedanke ist so makaber auch nicht. Ich finde die Angst wichtig und realistisch. Ich bekomme schonmal Panik, wenn er einfach nur da ist oder wenn er mich in den Arm nimmt. Mich überkommt dann auch der Gedanke, dass ich das beim nächsten mal nicht mehr zulassen kann. Liegt sicher daran, dass wir irgendwie schon erwarten, dass beim nächsten Mal die Panik wieder kommt.

Tja, die Beziehung läuft ziemlich turbulent und ich mache viel mit meiner Angst kaputt, so wie gestern abend, als ich in einer schönen Situation etwas völlig in den falschen Hals bekommen habe und total übertrieben reagiert habe. Turbulent heißt Achterbahn der Gefühle. Anfangs liefs ziemlich holprig, lag auch am langsamen Auszug meines Ex. Dann hatte ich auf einmal das Gefühl, suuuuuper glücklich zu sein. Und dann kam der Moment wo mein Hirn dachte: Mooooment! Da stimmt was nicht. Glücklichsein muss doch einen Haken haben....nach sehr glücklich kommt sehr unglücklich ... und ... darfst Du überhaupt glücklich sein? Was ist, wenn ..... naja, die gedanken kennst Du ja
Im Moment versuche ich irgendwie klarzukommen...leider mehr schlecht als recht...

Wie ergeht es Dir denn? Konntest Du ihn denn wieder küssen?

Grüße Meli

10.05.2009 21:05 • #6


Huhu,

ich konnte ihn nicht küssen

Es ist wirklich zum wahnsinnig werden^^

Langsam steigt der druck funktionieren zu müssen. Immerhin ist er wegen mir in meine Nähe gezogen. Ich möchte ihn nicht enttäuschen, andererseits mich nicht überfordern. Und durch dieses Gegrübel dreht sich wieder alles im kreis.

Gerade heute haben wir hier nen ziemlichen Wetterumschwung. Gestern noch Dauerregen und heute über 20 Grad und Sonne. Mein Kreislauf tut sich schwer und das macht die Situation nicht leichter.
Immerhin war ich heute schon den ganzen Morgen alleine. Das wäre vor ein paar Wochen noch nicht möglich gewesen.

Alles in allem also keine Verbesserung. Aber wenn mans optimistisch sieht: Auch keine Verschlechterung^^

Gruß
Fera

13.05.2009 10:28 • #7


Meli77de
Hallo,

oh je. Dass der Druck zu funktionieren steigt, kann ich gut nachempfinden.
Ich versuche inzwischen auch "Stillstand" als Positiv zu werten.
Ich tendiere auch immer dazu, nur die schlechten Dinge eines Tages zu sehen. Ob auch mal was gutes dabei war, geht im Grübeln total unter.

Die Wetterwechsel machen mich auch ziemlich fertig. Da wird es mit den Beklemmungen und der Angst meist schlimmer. Woher das wohl kommt...

Grüße
Meli

15.05.2009 16:17 • #8


Meli77de
Hallo Fera,

dass ich erst jetzt und so knapp antworte liegt daran, dass es mir momentan ziemlich übel geht.
Am Montag Zahn gezogen bekommen. Inzwischen viele Aphten im Mund und diffuse Schmerzen überall...heute ist dann noch ein extremes Augenzucken und ein Kribbeln im Gesicht dazu gekommen. Fühlt sich an, als würde immer irgenwo ein Haar hängen....
Das hat nicht zur Verbesserung der Lage beigetragen....

Bis bald
Meli

15.05.2009 16:21 • #9




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler