Ich möchte noch etwas ergänzen:
Wir selbst haben die Angst so groß gemacht.
Wir selbst haben ihr die Möglichkeit gegeben, so groß zu werden.
Wir selbst können Sie wieder klein machen (NICHT verschwinden lassen).
JA, wir KÖNNEN sie konditionieren.
Warum?
Hört euch mal um.
JEDER hat schon ähnliche Erfahrungen gemacht.
Das fällt mir erst auf, seit es mir selbst passiert ist.
"Das hat mich so schockiert, dass ich eine PA bekommen hab."
"Da hatte ich total Herzrasen."
"Ich bin seit Wochen total Nervös, weil ich so viel Stress habe."
Diese Leute haben ALLE das, was wir haben.
Sie denken sich nur nix dabei.
Bzw. ziehen rechtzeitig die Notbremse und hören auf ihren Kopf und Körper.
Vor Jahren hatte ich mal eine PA. Die konnte mir nix.
Die hatte ich Nachts und am Vormittag hab ich schon gar nicht mehr darüber nachgedacht. Das Thema war für mich mit dem Gedanken "Es war aber auch ne stressige Woche, nie eine Sekunde Pause für mich, ständig Leute um mich rum, ständig Termine." erledigt.
Wenn man es so betrachtet, würde man jetzt meinen, es ist leicht, das Ganze wieder los zu werden. Man müsste sich ja NUR sagen: "Danke liebe Angst für den Hinweis, ich pass jetzt wieder besser auf mich auf."
Aber dieses Gefühl, dass einem die Angst nicht nur gleichgültig ist, sondern, dass man ihr sogar noch dankbar für den Hinweis ist, das ist schwer sich wieder beizubringen, oder wie du Christianx sagen würdest, sich zu konditionieren.
Wie gesagt: Trotzdem aber möglich!
Lest mal meinen Beitrag "mein neues Leben".
Da steht sehr viel drin, was mir persönlich viel geholfen hat.
Und nehmt euch vor: JETZT sofort anzufangen, die Situation zu verändern. Nicht erst morgen oder später. Je länger ihr wartet desto schwerer ist es.
Ihr müsst euch Folgendes verinnerlichen:
- Lebt "einfach" weiter, als wäre die Angst nicht da.
- Ignoriert sie. Bzw. sagt euch: "Guten Morgen Angst, auch wenn du da bist, mach ICH mir heute einen schönen Tag."
- Lenkt euch ab. Ständig. Immer. Andauernd. Ich habe mich so oft wie möglich mit Leuten getroffen. Freunden. Bekannten. Gespräche lenken hervorragend ab. Das Ganze ist natürlich mit Angst extrem anstrengend, aber es hat mir wirklich sehr gut geholfen.
- Dann hat sich bei mir langsam aber sicher eine Akzeptanz für die Situation eingestellt und ich habe begonnen zu spüren, WAS mir die Angst sagen will.
Also: wenn es euch besser geht, fangt dringend an, die Grundsituation zu verbessern. Denn die Angst kommt tatsächlich nicht grundlos. Also forscht nach: Was läuft schief? Was tut euch nicht gut?
Als Beispiel:
Vor kurzem hab ich mich maßlos über Jemanden geärgert. So sehr, dass ich es nicht beschreiben kann. Da es aber Jemand ist, den ich regelmäßig treffen MUSS, da sie zur Familie meines Mannes gehört und zwangsläufig auf Geburtstagen etc. anwesend ist, wollte ich mich im Nachhinein nicht aufregend, weil ich gern lernen möchte, besser mit ihrer Bösartigkeit umzugehen.
Als wir wieder zu Hause waren hab ich schon gemerkt, wie mein Gedankenkarusell losging und als meine Beine unkontrolliert zum Zittern anfingen und ich meinen Herzschlag spürte, wusste ich, es muss jetzt raus.
Ich hab meine ganze Wut raus gelassen und mich bei meinem Mann richtig ausgek*tzt. Danach war ich sofort entladen und entspannt und nichts mehr von Nervosität und Angst zu spüren. Tja.... Hier muss ich definitiv noch an mir arbeiten.
