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Hallo, ich bin 21 und Studentin. Meine Panikattacken haben im Februar 2010 begonnen, worauf der typische Angststörungs- und Agoraphobieverlauf folgte. Hatte regelmässig Panikattacken, Todesangst, Gefühl wahnsinnig zu werden, Arztbesuche en masse. Da meine Panikstörung mit dem Autofahren begann, hab ich dieses nach und nach so sehr vermieden, dass ich garnichtmehr fähig war allein zu fahren und selbst mit Begleitung hielt ich nicht länger als 2 Minuten auf der Autobahn durch — wenn ich überhaupt draufgefahren bin. Habe ein Jahr lang gelitten, fast jede Nacht geheult, bin wieder bei meinen Eltern eingezogen und habe das Studium so ziemlich auf Eis gelegt, da die Panikattacken sich mit steigender Vermeidung auf jede Lebenssituation ausgeweitet haben. Darüberhinaus bekam ich einen noch schlimmeren Benommenheitsschwindel. Schlussendlich hab ich mich nichtmal mehr in meinem Elternhaus sicher gefühlt. Lange habe ich das Haus auch nichtmehr allein verlassen. Alles in Allem ein schwerer Krankheitsverlauf.
Ohne meine aufopfernden Eltern, meinen Partner und meine Freunde wäre ich vermutlich jetzt nichtmal mehr hier.
Aufgrund eines schweren Schiksalsschlags im Freundeskreis entschied ich mich nach vielen ambulanten Therapien (Hypnose, Tiefenpsychologie, Verhaltenstherapie(5 Sitzungen bei einem unfähigen Typen)) zu einer stationären Behandlung .
Dort ging es hauptsächlich um Konfrontationstherapie. Habe mich dabei für die Reizüberflutungsmethode entschieden (das Allerschlimmste zuerst, also Autobahn fahren und Panikattacke durchstehen). Habe das 2 Monate mitgemacht und bin nun seit Monaten wieder im Studium, wohne mit einer Freundin zusammen und fahre auch allein Autobahn.
Es ist nicht Alles perfekt und habe an schlechten Tagen (Wetterumschwung, Periode, Stress) immernoch Angst und auch manchmal Panik. Aber selbst dann kann ich meist darüber lachen. Es ist ein dermassen erhebendes Gefühl, wenn man einfach tut, was man ohne Panik auch getan hätte und dabei gewinnt. Es lohnt sich. Ich habe mein Leben zurück und das 4. Semester erfolgreich beendet. Bin immernoch manchmal eine feige Sau, was die Autobahn betrifft, denn dort sind Panikattacken schwerer auszuhalten, aber das krieg ich auch noch hin. Muss auch lernen nachsichtiger mit mir zu sein, da mein Perfektionismus mich in diese Krankheit getrieben hat. Bin ein neuer Mensch und Panik und Angst sind vollständig heilbar! Habe einige Beweispersonen gesehen
Also an alle, die, wie ich vor anderthalb Jahren verzweifelt in Foren lesen und immer nur auf Einträge treffen, die beschreiben, wie schlimm und aussichtslos alles ist: HÖRT AUF DIESES ZEUG ZU LESEN..und sucht euch eine gute ambulante oder stationäre Verhaltenstherapie!
Viel Erfolg euch alle.
ps. konnt mich leider nicht kürzer fassen..sry;-)

29.06.2011 23:00 • 24.08.2011 #1


6 Antworten ↓


Hi allerseits,
auch ich bin gerade im Studium und habe das Problem leider ausgerechnet bei den Prüfungen. Ich bin ganz verzweifelt. Wie hast du das mit den Prüfungen hinbekommen?

Stressbacke

02.07.2011 15:58 • #2



Auch ich war erfolgreich!

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Strand
Hey Simba,

wow, da hast Du ja was hinter Dir! Aber Deine Geschichte ist auch total motivierend und ich freue mich für Dich dass Du wieder leben kannst und es aufwärts geht! super, toll gemacht und weiter so!

Alles Gute!

Strand

03.07.2011 14:05 • #3


Teile auch meine Freude mit Dir. Schön, dass Du es geschafft hast, dass Du Dir Mut gemacht hast, die Angst überwunden hast und wieder auf dem guten Weg bist. Freue mich wirklich für Dich.

04.07.2011 13:27 • #4


Ich musste einige Prüfungen schmeissen, wobei ich es nicht gemusst hätte, sondern dadurch hätte gehen sollen, aber damals wusste ich es halt nicht besser.
Ich hatte das Glück, dass ich viele Arbeiten zu hause anfertigen konnte und mich dann nur am Präsentationstag hinquälen musste.
Ist auch irgendwie typisch, dass soetwas zur Prüfungszeit ausbricht, denn da ist der Stress halt am höchsten.
Ein motivierender Gedanke ist vielleicht, dass, wenn man diese Stresssituation durchsteht, der Alltag wesentlich leichter erscheint.

05.07.2011 18:32 • #5


Hallo Simba ,
deine Geschichte hat mir Mut gemacht!
Ich bin auch ein verdammter Perfektionist daran wird es wohl auch liegen.
Ich hoffe ich lese von Dir.

Gruß Minny5375

05.07.2011 18:49 • #6


Hi Juni 26

ich war bis vor kurzem noch sehr streng mit mir. Prüfungen abbrechen, durchfallen oder auch ein Studium verlängern war für mich undenkbar und peinlich.
Mittlerweile bin ich lockerer geworden, was mir unglaublich gut tut. Ich habe mir wahrscheinlich auch zu viele Gedanken darüber gemacht, was andere von mir so denken. Immerhin habe ich mit 36 angefangen das Fachabitur an einer Abendschule nachzuholen und mit 39 ein Studium begonnen, da wird man auch mal belächelt. Ich habe gemeint, dass ich mir keine Mißerfolge erlauben darf und habe deshalb oft gelernt wie eine dumme abends, nachts. Im Moment ist es mir piepegal was andere denken, wenn ich mit dem Studium länger brauche schließlich habe ich ja auch noch 3 Kinder.
Du hast geschrieben, dass du das so nicht kennst, wann und wo hast du denn Panikattacken bekommen?

Liebe Grüße Stressbacke

24.08.2011 21:38 • #7