Zitat von Entwickler:Einsamkeit wäre für mich, wenn ich an der geplanten Marsmission teilnehmen würde, und wie erwartet, eine Rückkehr zur Erde mangels Treibstoff unwahrscheinlich ist. Wenn man genau wüsste, man könnte gar keine neuen Menschen mehr kennenlernen, außer die, die noch dabei sind und langsam wegsterben. Das wäre für mich gleichbedeutend mit Inhaftierung in einer Todeszelle.
Warum sollte so eine Art von Einsamkeit so besonders schlimm sein?
Schließlich hat man doch vorher genau gewusst worauf man sich einlässt, und man wird mit einem unvergleichlichen Abenteuer dafür entschädigt.
Es ist doch weitaus schlimmer, wenn man sein Leben hier auf der Erde zwischen all den Menschen immer nur alleine führen muss, weil irgendwelche inneren psychischen Gründe einen davon abhalten andere Menschen kennenzulernen und Nähe zu ihnen aufzubauen.
Ich selbst vermeide es beispielsweise schon seit meiner Jugend andere Menschen kennenzulernen oder auch nur irgendwie näher zu kommen, weil ich zu viel Angst vor Zurückweisung und Ablehnung habe. Inzwischen bin ich fast 46 Jahre alt, und trotz aller Fortschritte bei der Angstbewältigung usw. bin ich diesbezüglich keinen Schritt weiter gekommen. Immer wieder diese gleiche seltsame Angst davor, dass ich andere Menschen kennenlernen oder ihnen vielleicht näher kommen könnte, was womöglich in der befürchtenden Ablehnung und Zurückweisung enden könnte. Immer wieder diese gleiche Angst davor es überhaupt damit zu versuchen, obwohl man ja eigentlich nichts zu verlieren hätte, da ein Leben in ständiger Einsamkeit auf Dauer ein weitaus größerer Schmerz ist.
Am traurigsten an dieser Einsamkeit ist ja, dass sie letztlich nur deshalb existiert, weil man gewisse unangenehme Gefühl vermeiden möchte. Aber statt zu lernen mit diesen unangenehmen Gefühlen umgehen zu lernen wird lieber ein endloses psychisches Drama wegen der empfundenen Einsamkeit gelebt, so als ob dies irgendwie etwas daran ändern könnte. Oder aber man fängt irgendwann an sich selbst zu belügen, so das man sich beispielsweise einzureden versucht, dass man auch alleine gut leben könnte, und eigentlich keine sozialen Kontakte, Freunde und Beziehungen brauchen würde. Oder aber man gewöhnt sich einfach an das Alleinsein, weil es so viel einfacher und bequemer sein kann oder man schon so lange nichts anderes mehr kennt.
So eine Einsamkeit von Innen ist auch eine Art von Gefängnis, aber eines ohne Gitter und Türen, und wo man eigentlich jeder Zeit raus gehen könnte. Stattdessen bleibt man aber lieber der Gefangene der eigenen Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, und dies vielleicht dann sogar bis zum Tod.