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alex-hae
Hallo Hally!
Ich kann dich nur zu gut verstehen. Habe das Gefühl alleine zu sein und das mich niemand versteht.
Wie geht es dir denn nach deinem Geburtstag jetzt?
Happy Birthday nachträglich

12.09.2018 16:16 • x 1 #41


Es geht. Heute fühle ich mich wieder so allein und einsam. Kann es kaum fassen, dass dieser Thread schon eine Woche alt ist

12.09.2018 16:54 • #42



Wie kommt ihr mit der Einsamkeit klar?

x 3


alex-hae
Habe das heute auch ganz extrem mit dem allein sein.
Hat es heute einen bestimmten Grund? Oder ging es dir die letzten Tage auch nicht so gut?

12.09.2018 17:04 • #43


MillyMcSwang
Hallo Hally :^)

Klingt so als würde es mir ähnlich gehen wie dir, wenn es um das Thema Freunde machen geht.

Ich sehe die Welt und das Leben einem föllig anderen Licht wie die meisten Menschen. Es ist schwierig zu erklären, aber es gibt für mich 2 Arten von Menschen. Zum einen gibt es den Mainstream, dessen Ziel es ist eine Familie zu gründen und Beruflich erfolgreich zu sein um ein "erfülltes Leben" gehabt zu haben. Zum anderen gibt es diese Menschen, welche nicht den Idealen der Gesellschaft entsprechen und sich ihren eigenen Sinn im Leben machen. Menschen welche anders sein wollen. Der Mainstream sieht es natürlich gar nicht gerne, dass sich Menschen anders verhalten und bezeichnen solche Personen als komisch. Was für den Mainstream komisch ist, ist für mich ziemlich autentisch und verdammt interessant.

Den Mainstream gibt es überall, weil man von früh an mit den gesellschaftlichen Regeln erzogen wird. Selten gibt es jemanden der anders denkt und diese Regeln hinterfragt. Deshalb war auch ich ziemlich oft und lange alleine. Der grossteil aller Menschen hat mich gelangweilt. Bis ich dann zufälligerweise am ersten Schultag einer Berufsschule neben jemandem gesessen bin, der so war wie ich, eben auch etwas anders als der rest. Erst ab da habe ich herausgefunden dass ich und er etwas andere Ansichten hatten als der rest der Klasse. Ab da wusste ich auch was für Menschen ich als Freunde haben wollte. So führte dieser eine Mensch der zufällig in der Schule neben mir sass zu einer Kettenreaktion von noch mehr Freunden die alle änhlich ticken.

Alles in allem möchte ich damit sagen, dass gute Freunde ziemlich selten sind und zufällig einfach plötzlich mal neben dir stehen können, ohne das es dir bewusst ist. Normalerweise führt ein guter Freund/in zu weiteren guten Freunden/innen.

Dürfte ich dich fragen was für ein Weltbild du vertrittst? Und nach für einer Art Mensch du suchst?

13.09.2018 18:19 • x 1 #44


Schwierig.
Ich suche Menschen, die einfach versuchen gute Menschen zu sein, Egoismus und neid kennen, aber eindämmen und benennen können. Reflektierende Menschen, denen das Wohl anderer Wesen am Herzen liegt. Mir ist völlig gleich, welchen Sinn ihr Leben für sie hat, solange es aufrichtig gute Menschen sind.

13.09.2018 19:52 • #45


kalina
Zitat von Hally:
Schwierig.
Ich suche Menschen, die einfach versuchen gute Menschen zu sein, Egoismus und neid kennen, aber eindämmen und benennen können. Reflektierende Menschen, denen das Wohl anderer Wesen am Herzen liegt. Mir ist völlig gleich, welchen Sinn ihr Leben für sie hat, solange es aufrichtig gute Menschen sind.


Ich mag das sehr, wie Du denkst und welche Einstellung Du in dieser Hinsicht hast. Für ein so junges Mädchen finde ich das bemerkenswert.

Es gibt solche Menschen. Es ist zwar niemand perfekt und jeder ist irgendwo auch menschlich mit allen Schwächen. Aber es gibt schon richtig nette Leute, die nicht nur dem reinen Egoismus hinterher rennen.

Trotzdem ist aber ein bisschen Egoismus auch gesund.

13.09.2018 20:13 • #46


Zitat von kalina:
Trotzdem ist aber ein bisschen Egoismus auch gesund.


Nicht nur gesund, sondern auch unerlässlich. Ich glaube, es ist unmöglich ein "guter Mensch" zu sein, ohne seine Grenzen zu kennen und nicht auch mal entschieden "NEIN" sagen zu können. Halte ich für ganz wichtig.

13.09.2018 20:33 • x 2 #47


Entwickler
Zitat von Hally:
Schwierig.
Ich suche Menschen, die einfach versuchen gute Menschen zu sein, Egoismus und neid kennen, aber eindämmen und benennen können. Reflektierende Menschen, denen das Wohl anderer Wesen am Herzen liegt. Mir ist völlig gleich, welchen Sinn ihr Leben für sie hat, solange es aufrichtig gute Menschen sind.

Das hätte von mir sein können. Mein Gerechtigkeitssinn ist so stark ausgeprägt, dass ich sogar meine Jobs aufs Spiel setze, nur um kriminelle Akte zu unterbinden. Leider stoße ich dabei immer auf erbitterten Widerstand von Leuten, die eigentlich mal was anderes gelernt hatten...

13.09.2018 20:37 • #48


kalina
Zitat von Chingachgook:
Nicht nur gesund, sondern auch unerlässlich. Ich glaube, es ist unmöglich ein "guter Mensch" zu sein, ohne seine Grenzen zu kennen und nicht auch mal entschieden "NEIN" sagen zu können. Halte ich für ganz wichtig.


Das wollte ich damit auch ausdrücken.

Dennoch gibt es unterschiedliche Typen, Menschen, die auch gerne hilfsbereit sind etc. Das finde ich gut. Zum Glück gibt es solche Leute.

Aber wie Du sagst, die Sache mit der Hilfsbereitschaft kann schnell in ein Helfersyndrom umschlagen; und das ist dann in meinen Augen weder für den Helfenden noch für den Anderen wirklich gesund. Grenzen sind dabei ganz wichtig.

13.09.2018 20:42 • x 1 #49


Zitat von kalina:
Dennoch gibt es unterschiedliche Typen, Menschen, die auch gerne hilfsbereit sind etc. Das finde ich gut. Zum Glück gibt es solche Leute.

Ich glaube, dass viele Menschen hilfsbereit sind, man muss sie nur "auf dem richtigen Fuss" erwischen.

13.09.2018 20:45 • x 2 #50


Freilich gibt es eine Menge Menschen, die gut und gerne Hilfsbereit sind - gegen Gegenleistung. Viele sind aber auch so krass mit sich selbst beschäftigt, dass andere nicht mal wahrgenommen werden.
Dass Kriminalität und gutmenschsein sich widersprechen, würde ich jetzt so nicht unterstreichen. Es gib ja immer zu berücksichtigende Aspekte und kommt auf die form der Handlung an.

13.09.2018 20:51 • #51


Entwickler
Zitat von Chingachgook:
Ich glaube, dass viele Menschen hilfsbereit sind, man muss sie nur "auf dem richtigen Fuss" erwischen.

Wie es neudeutsch heißt: "Man muss sie abholen". Mir fiel das jahrelang schwer, aber jetzt geht es einigermaßen. Man muss aber auch schlagfertig sein, die richtige Tonlage treffen, die Körperhaltung muss stimmen usw. Wenn ich an der Arbeit was zu sagen habe, werde ich meist schnell mundtot gemacht. Das tut immer noch weh, weil das ein altes Trauma von mir ist. Ich weiß, dass ich nie eine Stimmungskanone sein kann, und habe das akzeptiert.

Zitat:
Dass Kriminalität und gutmenschsein sich widersprechen, würde ich jetzt so nicht unterstreichen.

Sehe ich auch so. Viele Gutmenschen sind auf ihre Weise kriminell.

13.09.2018 20:52 • #52


Entwickler
Einsamkeit wäre für mich, wenn ich an der geplanten Marsmission teilnehmen würde, und wie erwartet, eine Rückkehr zur Erde mangels Treibstoff unwahrscheinlich ist. Wenn man genau wüsste, man könnte gar keine neuen Menschen mehr kennenlernen, außer die, die noch dabei sind und langsam wegsterben. Das wäre für mich gleichbedeutend mit Inhaftierung in einer Todeszelle.

13.09.2018 21:17 • x 1 #53


Zitat von Entwickler:
Einsamkeit wäre für mich, wenn ich an der geplanten Marsmission teilnehmen würde, und wie erwartet, eine Rückkehr zur Erde mangels Treibstoff unwahrscheinlich ist. Wenn man genau wüsste, man könnte gar keine neuen Menschen mehr kennenlernen, außer die, die noch dabei sind und langsam wegsterben. Das wäre für mich gleichbedeutend mit Inhaftierung in einer Todeszelle.

Warum sollte so eine Art von Einsamkeit so besonders schlimm sein?
Schließlich hat man doch vorher genau gewusst worauf man sich einlässt, und man wird mit einem unvergleichlichen Abenteuer dafür entschädigt.

Es ist doch weitaus schlimmer, wenn man sein Leben hier auf der Erde zwischen all den Menschen immer nur alleine führen muss, weil irgendwelche inneren psychischen Gründe einen davon abhalten andere Menschen kennenzulernen und Nähe zu ihnen aufzubauen.
Ich selbst vermeide es beispielsweise schon seit meiner Jugend andere Menschen kennenzulernen oder auch nur irgendwie näher zu kommen, weil ich zu viel Angst vor Zurückweisung und Ablehnung habe. Inzwischen bin ich fast 46 Jahre alt, und trotz aller Fortschritte bei der Angstbewältigung usw. bin ich diesbezüglich keinen Schritt weiter gekommen. Immer wieder diese gleiche seltsame Angst davor, dass ich andere Menschen kennenlernen oder ihnen vielleicht näher kommen könnte, was womöglich in der befürchtenden Ablehnung und Zurückweisung enden könnte. Immer wieder diese gleiche Angst davor es überhaupt damit zu versuchen, obwohl man ja eigentlich nichts zu verlieren hätte, da ein Leben in ständiger Einsamkeit auf Dauer ein weitaus größerer Schmerz ist.
Am traurigsten an dieser Einsamkeit ist ja, dass sie letztlich nur deshalb existiert, weil man gewisse unangenehme Gefühl vermeiden möchte. Aber statt zu lernen mit diesen unangenehmen Gefühlen umgehen zu lernen wird lieber ein endloses psychisches Drama wegen der empfundenen Einsamkeit gelebt, so als ob dies irgendwie etwas daran ändern könnte. Oder aber man fängt irgendwann an sich selbst zu belügen, so das man sich beispielsweise einzureden versucht, dass man auch alleine gut leben könnte, und eigentlich keine sozialen Kontakte, Freunde und Beziehungen brauchen würde. Oder aber man gewöhnt sich einfach an das Alleinsein, weil es so viel einfacher und bequemer sein kann oder man schon so lange nichts anderes mehr kennt.
So eine Einsamkeit von Innen ist auch eine Art von Gefängnis, aber eines ohne Gitter und Türen, und wo man eigentlich jeder Zeit raus gehen könnte. Stattdessen bleibt man aber lieber der Gefangene der eigenen Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, und dies vielleicht dann sogar bis zum Tod.

13.09.2018 22:40 • #54


Entwickler
Zitat von Arx:
Ich selbst vermeide es beispielsweise schon seit meiner Jugend andere Menschen kennenzulernen oder auch nur irgendwie näher zu kommen, weil ich zu viel Angst vor Zurückweisung und Ablehnung habe.

Es ist nicht nur die Angst davor, zurückgewiesen zu werden, sondern die Zurückweisung existiert ja real, auch wenn man es gar nicht will, oder man keine Angst davor hat.

13.09.2018 23:14 • #55


Zitat von Entwickler:
Es ist nicht nur die Angst davor, zurückgewiesen zu werden, sondern die Zurückweisung existiert ja real, auch wenn man es gar nicht will, oder man keine Angst davor hat.

Eine Zurückweisung mag zwar real existieren, aber eigentlich macht die eigene Bewertung dieser Zurückweisung dies ja erst zu so etwas schlimmen, wovor man glaubt Angst haben zu müssen.
Eigentlich sind Zurückweisungen und sogar Ablehnung doch etwas völlig normales, was jeder Mensch hin und wieder im Leben erlebt, aber die meisten Menschen haben keine so große Angst davor.
Einen anderen Menschen warum auch immer zurück zuweisen oder sogar abzulehnen ist doch irgendwie auch Teil der menschlichen Freiheit, die man sogar selbst anwendet, da man hin und wieder ja auch andere Menschen zurückweist oder sogar ablehnt.
Die Angst vor Zurückweisung kann auch deshalb nur das Problem sein, weil dies das Einzige ist was man selbst beeinflussen kann, da man andere Menschen ja nicht dazu zwingen kann einen so zu mögen, wie man ist.

13.09.2018 23:38 • x 1 #56


Entwickler
Der einzige Ort, an dem ich nicht zurückgewiesen werde, sind moderne Kirchen, die neue Mitglieder brauchen. Aber da kann sich jeder ausrechnen, was sie wirklich wollen. Nämlich dass man sich selbst dran beteiligt, noch mehr Mitglieder an Land zu ziehen. Echte Anteilnahme sieht anders aus.

Es geht nicht darum, dass Ablehnung jedem Menschen passiert, sondern dass es viele Menschen gibt, die unfreiwillig gar keine sozialen Kontakte haben. Und warum? Weil sie nichts zu bieten haben z.B.

14.09.2018 00:18 • #57


Zitat von Arx:
Immer wieder diese gleiche Angst davor es überhaupt damit zu versuchen, obwohl man ja eigentlich nichts zu verlieren hätte, da ein Leben in ständiger Einsamkeit auf Dauer ein weitaus größerer Schmerz ist.


Eigentlich ist es nicht in Ordnung aus einem Text, der soviel Richtiges enthält eine Aussage zu isolieren und zu kommentieren, aber ich tue das in diesem Falle doch mal.
Nach meiner Auffassung hat man sehr wohl etwas zu verlieren,nämlich Selbstwert, bzw. Selbstwertgefühl. Das ist keine Kleinigkeit, besonders wenn dieser Selbstwert ohnehin durch allerlei schlechte Erfahrungen gefährdet ist............
Ob das Alleine- Sein auf Dauer wirklich schlimmer ist, dürfte sehr stark von der Mentalität des Einzelnen abhängen. Auch, ob das Alleine-Sein überhaupt als Einsamkeit empfunden wird.
In den Wüstengebieten der Erde gibt es Tiere, selbst grosse Säugetiere, die nirgends eine Quelle haben. Keinen Flusslauf , noch nicht einmal eine Pfütze um ihren Durst zu stillen.Sie decken ihren Flüssigkeitsbedarf einzig durch den Tau, der morgens auf den Blättern liegt.
Ähnlich geht es manchen Menschen : ihnen reicht das, was von anderen Menschen geschaffen wurde. Musik,Literatur, Kunst,Film usw. Und die Begegnung mit der Natur kann ebenfalls bereichern.
Thomas Mann, der täglich die "Menschenfremde" suchte, schrieb mal :"Hat man Tiefe, ist es nicht so schlimm, allein zu sein."
Für alles andere könnte man vielleicht den Satz von H.D. Hüsch unterschreiben :"Allein bin ich am Stärksten!"

14.09.2018 00:34 • #58


Zitat von Chingachgook:
Nach meiner Auffassung hat man sehr wohl etwas zu verlieren,nämlich Selbstwert, bzw. Selbstwertgefühl.



Hier musste ich an etwas denken, was eine Therapeutin mir vor Jahrzehnten gesagt hat, als es um das Thema Selbstwertgefühl ging. Ich hatte, glaube ich, ähnliche Befürchtungen wie Du geäußert.
Sie meinte, dass ein Selbstwertgefühl durch Worte oder das Verhalten anderer Menschen überhaupt nicht zerstört oder beeinträchtigt werden könne.
Fühlt man sich dennoch in seinem Selbstwertgefühl getroffen, dann wäre dieses schon vorher nicht wirklich vorhanden bzw. nur schwach ausgeprägt gewesen.
Diese Aussage würde bedeuten, dass jemand, der sich seines Wertes bewusst ist, die Meinung anderer nicht zu fürchten hätte.

14.09.2018 03:42 • x 1 #59


Gandalf der Graue
Zitat von Hally:
Freilich gibt es eine Menge Menschen, die gut und gerne Hilfsbereit sind - gegen Gegenleistung.

Hilfsbereitschaft ist auch ohne Gegenleistung möglich. Ich habe schon oft anderen geholfen, ohne dafür irgendwas erwartet zu haben. Nicht nur Freunden, die einem ja im Grunde schon was zurückgeben, nämlich Freundschaft (und ich finde Hilfbereitschaft gehört zu einer Freundschaft einfach dazu), sondern auch schon wildfemden Menschen auf der Straße. Einmal hab ich eine älteren Person über die Straße begleitet, einmal ein Auto angeschoben, welches liegen geblieben ist, um nur 2 Beispiele zu nennen.

Keine großen Sachen, aber ich denke mir halt auch immer, wenn ich in so einer Situation wäre, würde ich mir auch Hilfe wünschen, also warum sollte ich sie anderen verwehren? Wenn man mehr als ein Danke zurückbekommt ist das natürlich schön, aber deswegen mache ich es nicht. Es gibt mir auch selbst ein gutes Gefühl. Natürlich gibt es auch das Extrem, dass man selbst immer hilfsbereit ist und NIE was zurückbekommt. Das wäre dann natürlich auch nicht schön.

14.09.2018 03:44 • x 2 #60



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