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Hallo Dubist,
ich kann mich noch gut an den Beginn meines Studentendaseins erinnern, kleiner Studiengang. Da sagte ein Lehrbeauftragter, die wirklichen Freunde macht man jetzt während des Studidaseins.
Viele ziehen zum Studium um. Sie behalten natürlich einige Kontakte aus der Schulzeit, mit deren Erfahrungen sie aufbauen und neue Kontakte knüpfen. Hier werden Lebensentscheidungen getroffen. Wo geht die Berufsbahn hin? Was macht mir Spass? Mit den Hobbies werden neue Freundschaften geknüpft. Im Arbeitsleben hat man dann eine feste Sozialisation, selbst wenn man nochmals umzieht.
Wenn man eine Ausbildung macht, bleibt man meistens eher im bisherigen Umfeld und hat Schulfreunde, vielleicht ein festes Vereinsleben.
Viele haben ein gutes familiäres Umfeld, durch das sie aufgefangen werden. Auf Familienfesten kann man ebenfalls Freunde treffen, über Bekannte reden.
Man entwickelt gemeinsame Werte mit seinem Umfeld, hat einen festen Lebensentwurf, Freunde und Familie, in die man eingebunden ist.
Wenn dir das ALLES fehlt, wie willst du das in späten Jahren nachholen? Wenn du immer weggelaufen bist, dich immer versteckt hast, dir unsicher bist, keine Erfahrungen gesammelt hast? Wenn du anfängst, deine Herkunft, deine Vergangenheit zu verleugnen?
Wer bist du, was macht deine Persönlichkeit aus, wo sind die Menschen, die dich kennen, in der Großstadt, ohne soziale Bindungen, ohne feste Werte?
Es wird ab einem bestimmten Alter schwierig, ich sag nicht unmöglich. Mir fehlen so viele dieser Schritte. Ich bin in meinen Einstellungen beliebig, lebe in den Tag hinein, obwohl ich sehr verlässlich bin. Ich bin so orientierungslos, weil ich einen wirklichen Lebensentwurf nie formuliert und ausprobiert habe.
Es hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit einer Persönlichkeit, die beim Aufbau von sozialen Bindungen immer gescheitert ist oder den Aufbau gar nicht erst versucht hat. Wie willst du das mit über 30 Jahren plöztlich anders machen können.