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CeNedra
Hallo. Ich wende mich an euch, weil ich total verzweifelt bin.

Ich war jetzt 42 Monate solo. Ich hatte mein Leben relativ gut im Griff. Auch selten PA´s. Ich fühlte mich sicher in meinem Leben und hatte mich auch damit abgefunden noch sehr lange zeit allein zu bleiben. Zumal ich auch merkte, dass ich bei jedem Mann, den ich kennenlerne sofort einen Haken suche und mich damit vor möglichen Gefühlen schütze.
Bis vor 5 Wochen.
Ich war im Chat und da schrieb mich jemand an. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis mich mit ihm zu treffen. Das hatte ich noch nie, weil ich eigentlich Angst davor habe. Man kennt die Leute ja nicht. Ich habe meiner Freundin bescheidgesagt, wo ich bin. Nach 10 Minuten schreiben haben wir uns 30 Minuten später getroffen. Es war auch echt ok. Wir haben uns 2 Stunden sehr gut unterhalten. Abends hat er angerufen und meinte, er wolle mich so schnell wie möglich wiedersehen. Ich war völlig auf Abstand. Er hat seit dem Tag jeden Tag angerufen und wir haben stundenlang geredet. Er sagte mir, dass er mich lieb hat un ich habe das immer abgeblockt. Ich habe ihm gesagt, dass er das alles noch nicht sagen kann, da wir uns ja noch gar nicht gut kennen. Manchmal beschwerte er sich, dass von mir aus nichts kommt. Ich habe dann immer gesagt, dass ich ihn nicht nerven will. In Wirklichkeit habe ich versucht mich nicht darauf einzulassen. Ein Problem bei der Sache war noch, dass er seit 6 Jahren geschieden ist. Seine Exfrau ist meine Beste Freundin aus Kindertagen, mit der ich nur hin und wieder mal Kontakt hatte. Deshalb kannte ich ihn auch nicht. Er hat aus dieser Ehe auch einen Sohn (8), der ihm wohl sehr wichtig ist, wie er sagt. Was ich aber nun auch nicht mehr wirklich glaube. Na ja. In der ersten Woche habe ich ihn dann Mittwochs besucht. Wir haben normal geredet und ich bin wieder gefahren. Am Freitag wollte ich etwas mit meiner Schwester unternehmen. Er hat gebettelt, dass ich mit ihr zu ihm komme, damit er sie kennenlernen kann. Er wusste, das sie mir sehr, sehr wichtig ist. Ich habe angefangen über sein Verhalten nachzudenken. Und Plötzlich merkte ich, dass sich bei mir Gefühle entwickelten. Und schon bekam ich Angst. Ich hörte noch genauer hin, wenn er etwas sagte und dachte über jede Aktion nach und analysierte, ob das alles ernst ist oder nicht. Den Samstag darauf hatte ich abends ein Klassentreffen, was nicht so gut lief. Also war ich relativ früh zu hause. Er rief mich um 23.45 etwa an und fragte, ob ich nicht Lust hätte zu ihm zu kommen. Ich wollte erst nicht, weil genau das WE sein sohn da war, aber er meinte, das wäre nicht schlimm. Ich bin also hingefahren. Wir haben erst normal geredet. Dann hat er mich geküsst und es war schön. Ich fühlte mich sicher. Leider ging es soweit, dass wi zusammen geschlafen haben. Er ist danach eingeschlafen und ich lag da. War total verwirrt, weil das alles so schnell ging, aber sich doch richtig anfühlte. Als ich aber auf WC war, sah ich, dass ich voller Blut war. Ich war total erschrocken. Aber war ja klar. Nach fast 4 Jahren das erste Mal. Es war mir so peinlich. Ich habe dann noch 2 stunden neben ihm auf dem Bett gesessen und überlegt was ich jetzt mache. Ich entschied mich zu fahren. Also schrieb ich ihm einen kurzen Brief, indem ich erklärte, was los ist und dass ich mich auch nicht wohl dabei fühle, dass sein Sohn da ist.
Den ganzen Sonntag hat er sich nicht gemeldet. Ich habe bis abends gewartet, weil ich wusste, wann er den kleinen wegbringt. Dann habe ich eine SMS geschrieben. Es kam aber keine Antwort. Also ging ich davon aus, dass es das jetzt war - aus welchen Gründen auch immer.
Aber nachts rief er an und fragte, warum ich mich nicht gemeldet hatte. Er habe nicht aufs Handy gesehn. Ich war glücklich, dass es das nicht war. Aber am nächsten Tag abends war ich wieder im Chat und er war auch da. Ich habe ihn angeschrieben, aber er hat nicht geantwortet. Das fand ich merkwürdig. Eine Freundin von mir hatte die Idee ihn anzuscreiben. Ihr hat er auch gleich geantwortet und wollt sich auch sofort mit ihr treffen. Das war ein unerwarteter Schlag für mich. Ich hatte nicht geahnt, wie sehr mi das weh tat. Meine Freundin war so sauer darüber, dass sie ihn beschimpft hat. Er wollte dann sofort mit mir reden und das klären. Wir haben danach wieder 2 Stunden telefoniert. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, habe ich schon da keine klare Aussage von ihm bekommen. Die Tage danach war er noch netter zu mir und ich hatte ein schlechtes Gewissen wegen der Aktion. Obwohl ich das nicht gestartet hatte. Ich dachte darüber nach, ob ich den Kontakt zu ihm abbrechen sollte, weil ich Angst vor dieem starken Gefühl für ihn hatte. Letzendlich habe ich ihm 2 Tage später einen Brief geschrieben und ihm das erklärt und den Kontakt damit abgebrochen. Es fiel mir sehr schwer, aber mein Bauch sagte mir, dass es besser so ist. Ich wollte mehr. Er hatte es nie richtig deutlich gesagt, aber ich wusste, dass ich vom Aussehen her ihm zu dick bin. Das tat mir schon weh. Nach dem Brief hatten wir 2 Tage keinen KOntakt. aber dann rief er total Fertig an, meinte, er habe sich in mich verliebt und das wolle er mir auch beweisen. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm nicht vertrauen kann. Er wusste ja schon alles über mich von den Telefonaten. Alle meine Ängste und schlimmen erfahrungen. Aber ich freute mich natürlich über diesen Wandel. Er gab sich auch wirklich Mühe. Er stellte mich sogar seinen Eltern vor. Es lief auch alles ok. Außer, dass er immer an einem Tag lieb zu mir war, wenn wir telefoniert haben und am nächsten irgendwie abweisend. Er hat ein Alk.. Immer, wenn er was getrunken hatte, war er lieb und wenn er nüchtern war, war er anders. Er meinte, er könne nüchtern seine Gefühle nicht so gut zeigen. Und er war immer wahnsinnig eifesüchtig, weil ich viele männliche Freunde habe.
Na ja, ich versuche mal zum Ende zu kommen. Letztes WE wollte er, dass ich zu ihm komme. Ich habe immer gesagt, an den We, wenn sein Sohn da ist, komme ich nicht, weil ich das zu schnell für den kleinen fand. Er meinte aber, das sei kein Problem, und er möchte, dass ich ihn endlich kennenlerne. Samstagnacht bin ich dann zu ihm. Es war auch alles schön. Er erzählte mir wieder, dass ich zwar kein Model wäre, aber genau die Frau sein, die er brauche. Am nächten morgen traf ich halt auf den kleinen. war für ihn, den Sohn, wohl nichts besonders. Konnte sein Verhalten nicht einschätzn. Na ja. Mein Freund hatte ich am Freitag ein neues Auto gekauft, mit dem er mich nun spazieren fahren wollte. Auf dieser Fahrt hat er mir nochmal vorgeworfen, wie weh ihm angeblich diese Chataktion tat. Und dann erzählte er plötzlich, dass er keine feste Beziehung will und er sich auch weiterhin mit anderen Frauen treffen würde und auch mehr. er meinte, warum soll man keinen spaß zusammen haben, wenn man sich gut versteht. Das war zu viel für mich. Ich hatte Mühe nicht zu weinen. Leider musste ich danach noch 3 Sunden dort bliben, weil ich der Mutter versprochen hatte zu essen zu bleiben. Danach bin ich sofort los um meine Sachen zu holen. Er war enttäuscht, das ich fahren wollte. Normalerweise bringt er mich wenn ich fahre nur zur Tür und geht wieder rein, wenn ich im Auto sitze. Aber diesmal ist er mit zum Auto gekommen und machte ständig anstalten mich zu küssen. ich bin aber einfach ausgewichen und gefahren. Abends haben wir nochmal im Chat gescrieben und ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht kann. Und diese Situation nicht will. Er hat mir nicht einmal richtig geantwortet. Und gestern war ich bei ner anderen Freundin aus dem Chat. Sie hatte ihn angeschrieben und so getan, als wolle sie sich mit ihm treffen. Er is auch sofort drauf angesprungen. Für mich war es ja keine Überraschung, denn das habe ich ihm ohne weiteres geglaubt, als er mich quasi vorgewarnt hat. allerdings schrieb er zu ihr, dass er was festes sucht. Nachts hatten die beiden wohl noch telefoniert und sie hat mir davon geschrieben. Er meinte, es habe mit uns nicht gepasst.
Warum hat er sich so verhalten?? Ich verstehe das alles nicht. War es nicht viel zu viel Aufwand nur um mich auszunutzen, wo ich doch sowieso so häßlich bin?? Mir geht es so dermaßen schlecht. Ich konnte die ganze nacht nicht schlafen. Immer kamen schreckliche Gedanken und diese Schmerzen in mir. Ich habe das Gefühl sie nicht zu ertragen. Ich bin so wütend und enttäuscht. Ich war so lange alleine. Ich war überzeugt, dass das so bleibt. Dass ich nunmal auf diese Welt bin nur um anderen zu helfen und selbst eben nur zu existieren. Mein Leben lang bin ich immer verletzt worden, wenn ich Gefühle zugelassen habe. Und nun habe ich wieder den Beweis.

Bitte, Bitte helft mir nicht daran zu grunde zu gehen. Ich kann nicht mehr. Und gespräche mit freundinnen helfen mir nicht wie sonst. Dies ist viel tiefer. Was soll ich tun??

01.07.2008 09:51 • 04.07.2008 #1


7 Antworten ↓


Christina
Hallo,

ich glaube nicht, dass er sich so verhalten hat, um Dich auszunutzen oder zu verletzen. Ich glaube auch nicht, dass Männer so sind. Ich glaube viel eher, dass er in gewisser Weise - und viel zu spät - ehrlich zu Dir war: Er wollte anscheinend eine für ihn unverbindliche und offene Beziehung, während Du exklusiv für ihn da sein solltest. Letzten Endes ist das nichts anderes als Ausnutzen, aber wohl nicht planmäßig. Ich halte es eher für die Begleiterscheinung einer Suchterkrankung, da kreisen Betroffene häufig so um sich selbst.

Zitat von CeNedra:
Nach 10 Minuten schreiben haben wir uns 30 Minuten später getroffen. Es war auch echt ok. Wir haben uns 2 Stunden sehr gut unterhalten. Abends hat er angerufen und meinte, er wolle mich so schnell wie möglich wiedersehen. Ich war völlig auf Abstand. Er hat seit dem Tag jeden Tag angerufen und wir haben stundenlang geredet. Er sagte mir, dass er mich lieb hat un ich habe das immer abgeblockt. Ich habe ihm gesagt, dass er das alles noch nicht sagen kann, da wir uns ja noch gar nicht gut kennen. Manchmal beschwerte er sich, dass von mir aus nichts kommt. Ich habe dann immer gesagt, dass ich ihn nicht nerven will. In Wirklichkeit habe ich versucht mich nicht darauf einzulassen. ... Na ja. In der ersten Woche habe ich ihn dann Mittwochs besucht.
Eins vorab: Ich finde nicht, dass Du ihn zu früh besucht hast. Aber die Liebesbekenntnisse und die Beschwerden, dass von Dir nichts käme, fanden offensichtlich bereits innerhalb weniger Tage statt. Da hat er Dich ganz schön überrollt. Und so wie Du Deine Einsamkeitssituation und Zukunftsperspektiven geschildert hast, wundert es mich nicht, dass Du bei so einer geballten Ladung von Anerkennung und Liebe recht schnell Gefühle und Hoffnungen entwickelt hast. Nur galten Deine Gefühle vielleicht gar nicht so sehr ihm als Mensch (denn von ihm, seiner tollen Art oder so schwärmst Du hier zumindest nicht), sondern eher der Möglichkeit, doch nicht einsam bleiben zu müssen, doch liebenswert und attraktiv zu sein... Wäre das eine Möglichkeit?

Zitat von CeNedra:
Aber am nächsten Tag abends war ich wieder im Chat und er war auch da. Ich habe ihn angeschrieben, aber er hat nicht geantwortet. Das fand ich merkwürdig. Eine Freundin von mir hatte die Idee ihn anzuscreiben. Ihr hat er auch gleich geantwortet und wollt sich auch sofort mit ihr treffen. Das war ein unerwarteter Schlag für mich. Ich hatte nicht geahnt, wie sehr mi das weh tat.
Ähm, was war der unerwartete Schlag - dass er Dich im Chat ignorierte, weil er offensichtlich auf der Suche nach 'ner anderen war, oder dass Dir dieser Umstand weh tat?

Zitat von CeNedra:
Er wollte dann sofort mit mir reden und das klären. Wir haben danach wieder 2 Stunden telefoniert. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, habe ich schon da keine klare Aussage von ihm bekommen. Die Tage danach war er noch netter zu mir und ich hatte ein schlechtes Gewissen wegen der Aktion.
Es gibt solche Menschen, die erst selbst Sch... bauen und die einen dann tatsächlich so weich klopfen können, dass man ein schlechtes Gewissen bekommt, weil man ihnen auf die Schliche gekommen ist.

Zitat von CeNedra:
Es lief auch alles ok. Außer, dass er immer an einem Tag lieb zu mir war, wenn wir telefoniert haben und am nächsten irgendwie abweisend. Er hat ein Alk.. Immer, wenn er was getrunken hatte, war er lieb und wenn er nüchtern war, war er anders. Er meinte, er könne nüchtern seine Gefühle nicht so gut zeigen. Und er war immer wahnsinnig eifesüchtig, weil ich viele männliche Freunde habe.
Hm, Dein Bauchgefühl hatte Dich wohl richtig beraten. Aber es ist einfach schwierig, wenn man - wie Du anscheinend - weiß, dass man selbst ein Problem damit hat, sich auf andere Menschen einzulassen. Dann kann man sich auf sein Bauchgefühl ja nicht mehr richtig verlassen, weiß nicht, ob das jetzt der 100. Fehlalarm aufgrund schlechter Erfahrungen ist oder ob es in diesem einen Fall stimmt. Und dann triffst Du auf jemanden, der auch beziehungsgestört ist - wenn auch auf andere Weise - und ein Suchtproblem hat. An ihm und mit ihm kannst Du keine gesunde, normale Beziehung erleben, da würde jede Frau scheitern, auch solche, die keine Bindungsängste und ein besseres Selbstwertgefühl hätten.

Zitat von CeNedra:
Er erzählte mir wieder, dass ich zwar kein Model wäre, aber genau die Frau sein, die er brauche.
Autsch!

Zitat von CeNedra:
Auf dieser Fahrt hat er mir nochmal vorgeworfen, wie weh ihm angeblich diese Chataktion tat.
Siehe oben: Er hat Mist gebaut und wurde erwischt. Nicht umgekehrt.

Zitat von CeNedra:
Und dann erzählte er plötzlich, dass er keine feste Beziehung will und er sich auch weiterhin mit anderen Frauen treffen würde und auch mehr. er meinte, warum soll man keinen spaß zusammen haben, wenn man sich gut versteht. Das war zu viel für mich. Ich hatte Mühe nicht zu weinen. Leider musste ich danach noch 3 Sunden dort bliben, weil ich der Mutter versprochen hatte zu essen zu bleiben.
Dass das zuviel für Dich war, kann ich bestens verstehen. Und als selbst überkontrollierte, nicht wirklich psychisch Gesunde kann ich auch verstehen, dass Du Dich nach Kräften bemüht hast, nicht zu weinen. Obwohl weinen, schimpfen und schreien mehr als angemessen gewesen wäre. Ebenso wie seine Mutter auf dem Essen sitzen zu lassen und sofort zu fahren. Nun hat jeder ein Recht auf seine Vorstellung von Beziehung - Du aber auch. Wenn er eine (andere) Frau findet, die seine Idee von einer offenen Beziehung teilt, schön für ihn. Nur gehört m.E. dazu, von vornherein mit offenen Karten zu spielen. Das scheint er nicht unbedingt zu tun:
Zitat von CeNedra:
allerdings schrieb er zu ihr, dass er was festes sucht.


Zitat von CeNedra:
Mir geht es so dermaßen schlecht. Ich konnte die ganze nacht nicht schlafen. Immer kamen schreckliche Gedanken und diese Schmerzen in mir. Ich habe das Gefühl sie nicht zu ertragen. Ich bin so wütend und enttäuscht. Ich war so lange alleine. Ich war überzeugt, dass das so bleibt. Dass ich nunmal auf diese Welt bin nur um anderen zu helfen und selbst eben nur zu existieren. Mein Leben lang bin ich immer verletzt worden, wenn ich Gefühle zugelassen habe. Und nun habe ich wieder den Beweis.
Was dieser Typ für ein A**** ist, dürften Deine Freundinnen schon ausreichend festgestellt haben. Dass es Dir jetzt schlecht geht, ist leider auch normal. Es hängt außerdem mehr dran als nur eine enttäuschte Liebe. Es scheint ja Dein ganzes Selbstwertgefühl zu sein, das durch diese Beziehung und die damit verbundene Hoffnung erst ein bisschen aufgebaut und dann um so nachhaltiger niedergetrampelt wurde. Aber Deine Überzeugungen sind nicht realistisch, können es gar nicht sein. Du hast Freunde und Freundinnen, bist offensichtlich ein liebenswerter Mensch, der von anderen wertgeschätzt wird. Diesen Menschen gegenüber hast Du auch Gefühle, und diese Gefühle kannst Du zulassen, ohne verletzt zu werden. Diese Geschichte hier ist bestenfalls ein Beweis dafür, wie sehr Du Dich eigentlich nach einer Liebesbeziehung sehnst, vielleicht auch dafür, dass Du dazu neigst, Dich in Deinem Selbstwert von der Beziehung abhängig zu machen und Dich über Gebühr unterzuordnen/anzupassen. Alles Dinge, die Du in einer (bestehenden oder anzufangenden) Therapie bearbeiten und verändern kannst. Für jetzt versuch Dir klarzumachen, dass dieser Mann mit seiner Suchterkrankung ohnehin ein Problemfall ist. Und bitte hör' auf, diese Erfahrung als Gesetzmäßigkeit für Dein Leben in die Zukunft weiterzuspinnen. Deine verständlichen Sehnsüchte waren der Grund, Dich überhaupt auf ihn einzulassen und ihm mehr Chancen einzuräumen, als gut war. Wenn Dir diese Sehnsüchte aber in Zukunft bewusster sind und ihren Platz haben dürfen (anstelle der Überzeugung, sowieso allein zu bleiben), können sie Dir solche Streiche nicht mehr spielen...

Liebe Grüße
Christina

01.07.2008 16:02 • #2


A


Warum sind Männer so? - Achtung lang

x 3


CeNedra
Ich bin dir sehr dankbar für deinen Beitrag. ich scheine wirklich sehr durchschaubar zu sein. Ich dachte erst, ich hätte zu viel ausgelassen um meine Situation für außenstehende verständlich zu machen.
Der Tag heute war eine einzige Katastrophe für mich. Nachdem ich den Beitrag geschrieben hatte (ich hatte gehofft, dass würde mir ein wenig helfen) war ich irgendwie in Trance, als ich zu mir kam, hatte ich ein Messer in der Hand und mir den Arm geschnitten. Ich war total erschrocken. Ich muss dazu sagen, dass ich vor ca. 10 Jahren nach langer Zeit endlich mit Ritzen aufgehört hatte. ich habe mir geschworen das nie wieder zu tun. Nun habe ich Angst, dass ich da wieder reinrutsche. Ich habe viele liebe Freunde, die mich auffangen, aber ich will auch keinem zur Last fallen. Mir fällt es sehr schwer um Hilfe zu bitten, weil normalerweise ich der Fels in der Brandung für andere bin. alle sagen, ich kann mich Tag und Nacht melden, aber wenn das nochmal passiert, dann merk ichs ja erst, wenns zu spät ist. Das belastet mich jetzt zusätzlich.
Ich will das nicht!

01.07.2008 21:00 • #3


Christina
Hallo,

ich war in einer entfernt ähnlichen Beziehungssituation, als es bei mir mit der Angststörung losging. Deshalb habe ich ein wenig von mir auf Dich geschlossen...

Du hast Freunde, die für Dich da sein wollen. Gib' ihnen die Gelegenheit dazu. Du weißt selbst, dass sie das nicht als Last empfinden würden - genauso wenig wie Du, wenn Du umgekehrt jemanden von ihnen trösten und auffangen müsstest. Ich weiß, dass es schwer ist, sich plötzlich schwach zu zeigen, und fast noch schwerer, die Hilfe dann auch anzunehmen. Aber wenn Du das schaffst, kann es auch eine sehr positive, heilsame Erfahrung sein.

Vielleicht kannst Du eine Freundin bitten, bei Dir zu übernachten. Außerdem könntest Du die nächsten Tage so organisieren, dass Du Gesellschaft hast und über die Geschichte reden kannst. Wenn Du lieber allein bist, könntest Du auch verabreden, dass in gewissen Abständen jemand bei Dir anruft, um Dich ggf. aus solchen dissoziativen Zuständen und Selbstverletzungphasen rauszureißen. Schneiden ist jetzt einmal wieder passiert - in einer extremen Situation. Du hast es vor 10 Jahren geschafft, damit aufzuhören, und hast heute wahrscheinlich viel mehr und viel bessere Mittel, mit Belastungen umzugehen - u.a. Menschen, auf die Du Dich verlassen kannst. Daher bedeutet das nicht, dass Du da wieder reinrutschst.

Bist Du denn noch/wieder in Therapie?

Liebe Grüße
Christina

01.07.2008 21:59 • #4


CeNedra
Also, ich bin schon seit dem ich 15 war ständig in Therapie gewesen. Das letzte Mal hatte ich von 2005 bis Anfang 2007 Therapie, wegen PA´s. Allerdings hatte ich das letzte Jahr hin und wieder eine vereinzelte Stunde, wenn es mir gar nicht gut ging. Meine letzte Stunde war vor ca 3 Monaten. Ich war total glücklich endlich mein Leben im Griff zuhaben und meine Fortschritte selbst zu sehen. Ich habe schon mein Leben lang sogenannte Abgrenzungsprobleme. Ich habe hart daran gearbeitet mich endlich von Menschen abzugrenzen, die mir nicht guttun. Nie hätte ich gedacht, dass ich sowas überhaupt kann. Klar, geht das nicht von heute auf morgen. Aber diese Sache hat mich wieder zurückgeworfen. Heute habe ich schon überlegt, ob ich meinen Therapeuten anrufe. Aber ich will endlich ohne Therapie leben. Ich habe doch nciht andere Probleme als normale Leute (denke ich). Klar, wenn ich merke, es geht gar nicht anders, werde ich das auch machen, aber ich möchte es erst selbst (und mit der Hilfe von meinen Lieben (was auch die Menschen in diesem Forum einschließt) schaffen. Diesen Anspruch habe ich noch an mich. Oder findest du das zu übertrieben? Ich habe auch ein wenig Angst, dass mein Therapeut sagt, dass ich an der Situation selbst schuld bin und mir deswegen nicht helfen kann.

dankbare Grüße Karin

01.07.2008 22:56 • #5


Z
hallo

es hat mich sehr betroffen gemacht, als ich deinen bericht gelesen habe.
mir ist soetwas in verschiedenen abwandlungen auch passiert. mehrmals sogar. inzwischen lebe ich seit mehreren jahren alleine. es hat mich geprägt und vertrauen fällt mir auch sehr schwer. ich bekomme regelrechte angst, wenn mir dann jemand zu nahe kommt.
ich bin auch der meinung, das er eine beziehungsstörung hat. bei dem wort Alk. werde ich schon immer hellhörig. es ist traurig, dass dich so ein mann emotional so sehr aus der bahn geworfen hat. es ist da wirklich viel in sehr kurzer zeit passiert. zu schnell vielleicht. aber warum denkst du, dass jemand sagen könnte, du wärst selber an dieser sache schuld? das fände ich sehr unsensibel. und es würde auch nicht stimmen. schließlich ist man der mensch, den eigene erfahrungen aus einem gemacht haben. und manche erfahrungen machen einen noch anfälliger für solche erfahrungen, wie du sie jetzt gemacht hast. jemand, der da bindungssicherer ist, hätte vielleicht schon beim ersten negativen bauchgefühl den kontakt abgebrochen. oder wäre viel früher ausgerastet, hätte sich soetwas nicht bieten lassen. ich weiß es nicht. aber es ist im prinzip wohl auch egal. man ist nun mal wie man ist. aber wenn man sich genau beobachtet, sich selber genauer kennen lernt, merkt wie und wer man ist, warum man so ist...mit allen negativen aber eben auch positiven eigenschaften und das einfach akzeptiert...macht einen das nur stärker. vielleicht schützt einen dieses wissen über die eigenen mechanismen in ähnlichen situationen dann.
aber wichtig ist wohl erst mal, dass du wieder zu dir findest. lass dir dein selbstbewußtsein dadurch nicht kaputt machen. glaubst du wirklich, dass du einfach nur so existierst? weißt du was? dann nimm deine existenz doch vollständig an. füll den raum aus. genieße den moment, atme tief durch, achte genau auf den geruch der luft, auf die sonne auf deiner haut, auf geräusche, etc. lass dich einfach mal in diesem moment treiben. spühre deine volle existenz. es ist doch mehr als einfach so existieren.
und nimm hilfe an. man muß doch nicht jeden kampf alleine bestehen. einfach mal schwach sein, das gehört genauso zum leben. und dieser gedanke, dass man jemanden zur last fallen würde, streich ihn...es ist dein gutes recht. freundschaften bestehen nicht nur aus geben, sondern auch aus nehmen. und ich bin mir sicher, dass deine freunde es nicht als last sehen, sondern es gerne tun.

ich hoffe, ich habe einigermaßen sie richtigen worte gefunden. aber da meine eigene geschichte ähnlich ist und ich so sehr nachfühlen kann, wie dir zu mute ist, musste ich einfach schreiben.
ich wünsche dir von ganzem herzen, dass es dir bald wieder besser geht.
lass dich nicht unterkriegen

glg
katja

02.07.2008 10:06 • #6


Christina
Hallo Karin,

ob der Anspruch, es jetzt ohne Therapie schaffen zu wollen, übertrieben ist, kann ich nicht beurteilen. Verstehen kann ich ihn auf jeden Fall. Es ist ja vernünftig, dass Du Dir die Option offen hälst und es nicht um jeden Preis ohne Therapeuten schaffen willst. Und vermutlich hast Du sowohl mit als auch ohne Therapeuten schon genug Erfahrung mit Dir selbst, dass Du das auch einschätzen kannst. Deswegen ist erstmal ohne sicher okay...

Zitat von CeNedra:
Ich habe schon mein Leben lang sogenannte Abgrenzungsprobleme. Ich habe hart daran gearbeitet mich endlich von Menschen abzugrenzen, die mir nicht guttun. Nie hätte ich gedacht, dass ich sowas überhaupt kann. Klar, geht das nicht von heute auf morgen. Aber diese Sache hat mich wieder zurückgeworfen.
Letzten Endes hast Du Dich diesem Mann gegenüber aber doch klar abgegrenzt, auch wenn es Dir im Moment nicht gut geht. Du hast die Sache beendet, weil seine Beziehungsvorstellungen für Dich nicht tragbar waren, und auch vorher, als Dir die Situation mit seinem Sohn unangenehm war, bist Du (mit Erklärung) gegangen. Gut, zwischendurch hast Du Dich bequatschen lassen, aber wem wäre das noch nicht passiert? Deine Therapieerfolge sehe ich da überhaupt nicht in Frage gestellt, eher im Gegenteil. Du kannst es Dir leisten, von Deiner ganz-oder-gar-nicht-Haltung abzurücken, denn Du merkst, was für Dich okay ist und was nicht und kannst es auch äußern (wenn auch noch nicht im Eifer des Gefechts). Sicher hast Du da einige Schwachpunkte und musst auf Dich aufpassen, aber grundsätzlich kriegst Du es hin.

Zitat von CeNedra:
Ich habe doch nciht andere Probleme als normale Leute (denke ich).
Aber vielleicht eine größere Verwundbarkeit. Und es ist keine Schande, dem Rechnung zu tragen, sondern Selbstfürsorge. Deswegen mach' Dich nicht auch noch klein, weil es Dir wegen dieser Sache schlecht geht.

Zitat von CeNedra:
Ich habe auch ein wenig Angst, dass mein Therapeut sagt, dass ich an der Situation selbst schuld bin und mir deswegen nicht helfen kann.
Auf welcher Grundlage sollte er denn so etwas sagen? Finde ich jetzt völlig abwegig...

Liebe Grüße
Christina

02.07.2008 10:29 • #7


CeNedra
Hallo!

Danke, danke, danke für eure Antworten. Heute geht es mir schon ein wenig besser, glaube ich. Ich fühle mich zumindset nicht mehr ganz so verzweifelt. Das blöde Gefühl in mir ist zwar noch da, aber ich denke, es wird wieder. Es muss. Letzte Nacht konnte ich sogar ohne Schlaftablette einigermaßen schlafen. Obwohl ich immer wieder aufgewacht bin, weil ich dachte mein Telefon klingeln zu hören. Habe mich einfach zu sehr daran gewöhnt, dass er jeden Abend anrief. Aber ich versuche mir zu sagen, dass vor ein paar Wochen ja auch alles ging. Es ist ja nicht so, dass die Sache Jahre gedauert hat. Zum Glück.
Und mit der Unterstützung, die ich von allen Seiten Erfahre, werde ich auch diese Krise überstehen.
Vielleicht war dieses Erlebnis wieder eine Art Probe für das Leben. Vor ein paar Jahren war ich schonmal in der genau gleichen Situation. Da habe ich 2 Jahre um die Liebe des Typen gekämpft. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich diesmal schlauer war.

04.07.2008 13:32 • #8





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